Samstag 13 November 1909
Zweites Blatt
159. Jahrgang
Nr. 267
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die Spezialberatung des Militargesetzes begonnen. Die Liberalen und Sozialisten gaben zu Beginn der Debatte Erklä- rungen ab, daß sie der Formel: ein Soldat pro Familie und Tienstbefreiung der Geistlichen zustimmen, wenn die persönliche Dienstpflicht und die Herabsetzung der Dienstzeit aus 15 Monate angenommen werde. Ter Ministerpräsident erklärte sich für seine Person mit der Abschaffung der Ersaßmannausrüstung einverstanden, was den Widerstand des Deputierten Weeste hervorrief.
Die niederländische erste Kammer nahm einen Gesetzentwurf an, durch welchen die Bestimmung des Code Napoleon, die die Nachforschung nach der Vaterschaft verbietet, ab- gcschafst und dafür die Bestimmung eingesetzt wird, daß es einem unehelichen Kinde erlaubt sei, gegen den Erzeuger AlimentationS- klage anzustrengen.
Aus Bukarest meldet man: Na'ch erfolgter Neubesetzung einzelner Ressorts setzt sich das Kabinett Bratiano wie olgt zusammen: Präsidium und Inneres: Bratiano: Unterricht: Zpiro Haret: Finanzen: Emil Costinesco: Aeuheres: Alex Dju- oarra; Justiz: Thomas Stelian; öffentliche Arbeiten: Dasil Mortzun: Krieg: General Crainiciano; Ackerbau und Domänen: Alex Costinesco und Industrie und Handel: Michael Orleano. Tie drei Letztgenannten gehörten dem Kabinett bisher nicht an.
Tie bulgarische Sobranje begann die Aussprache über die Thronrede-Adresse, deren Entwurf lediglich die Thronrede umschreibt. Tie Redner traten in einer Mehrzahl, besonders die Oppositionellen, für eine Einberufung der großen Nationalversammlung zur Abänderung der Verfassung ein, die infolge der Proklamierung des Königsreiches Bulgarien notwendig geworden sei. Der Liberale Peschc beanttagte, in die Thronrede einen Passus über die Begegnung im Kopaonik- gebirge auszunehmen, falls dieser politische Bedeutung zulomme.
In der Abendsitzung der russischen R e i ch s d u m a am Freitag standen die Neuwahlen des Präsidiums auf der Tagesordnung. Die Kadetten und die Arbeitsgruppe der Sozialdemokraten erklärten, daß jie sich der Abstimmung enthalten würden, da das Präsidium die Interessen der Minorität nicht genügend gewahrt hätte. — Zum Präsidenten der Duma wurde für das neue Sessionsjahr Chomjakow mit 212 Stimmen gegen 93 Stimmen, zum ältesten Vizepräsidenten Fürst Wolkonski wiedergewählt. Zweiter Vizepräsident wurde für Barow Meyendorss der Oktobrist Schidlowski.
Aus Saloniki wird gemeldet: Das jungtürkische Zentralkomitee richtete einen Aufruf an die Mitglieder, in dem es diese an ihren Eid erinnert, sie wegen ihrer Gleichgültigkeit und Nachlässigkeit tadelt und auffordert, das Komitee, dem Gefahr drohe, auf das kräftigste zu unterstützen.
Bei den Wahlen zum Storthing, die rwn Anfang Oktober bis jetzt stattfanden, sind nach einer Meldung aus K r i st i a n i a gewählt worden: 63 Rechte und Liberale, die bei den Wahlen zusammengingen, 47 Linke, die bisher Regierungspartei war, 11 Sozialdeinokraten und 2 Wilde. Das letzte Storthing bestand aus 59 Linke, 54 Rechte und Liberale, 10 Sozialdemokraten. Ministerpräsident Knudsen erklärte, das Kabinett werde nach dem Zusammentritt des Storthings im Januar zurücktreten.
Wie aus M a d r i d gemeldet wird, istderKönigvonPor- tugal Freitag abend abgereist: zur Verabschiedung hatte sich König Alfons und die königliche Familie am Bahnhofe ein*, gesunden.
Die „Agenzia Stefani" meldet: General Asinari di B e r n e z z o hat seine Verabschiedung erhalten, weil er 1 gestern gelegentlich einer Fahnenweihe in Bressia eine Rede ’ hielt, die in i r r e d e n t i st i s ch e m Sinne ausgelegt wurde.
nach Ankündigung der Annexion zu Ende Scptemdr die Möglichkeit der Zustimmung anerkannt, bedingt jedoch durch den Verzicht Präjudiz für die von England aufge^vorfene formelle Frage der auf die Artikel 25 und 29 des Berliner Lerttags und olme jede Notwendigkeit des Einschreitens d:r Signatar-Mächte des Ve.ttaxzs. Die „Tribuna" wendet sich ferner gegen den Veruch, die (mW rungen, die Tittoni am 5. September 1908 in Sw.zbucg einigen Zeitungstvrrespondenten gab, abzuändern oder zu ent sie ll en und vcv^fkntlidtf hierzu einen Bries des römischm Korrespondenten der „Neuen Freien Presse", der die Darstellung der „Tribuna" im wesentliclien bestätigt.
ttyflO mtt Ausnahme M Sonntag«.
„Gletzeiier LamiliendlSNer" werden dem Anzeiger' viermal wöchemlich bergelegl, da« ’ Kreisblotl ft» M Krell Sietzen- zweimal wöchentlich. D,e „Landwirtschaftlich«« Selb freien** erscheinen monatlich zweimal.
RotattynSdruck and Verlag der Srühpfcha» llnwersnälS - Buch- und 6tetnbrudexeL 91 Lang«, Gießen.
demonstrativem Beifall begleitet wurde, während gegen das Spielen der deutschen Nationalhymne sich tumultarischer P r ot e st erhob, hat der Regierung Anlaß gegeben, den Schweizer Wegelin, der das Spielen der Marseillaise verlangt hatte, aus Elsaß-Lothringen auszuweisen. Zugleich wurde die Veranstaltung von öffentlichen Musikaufführungen im Zentra.Hotel verboten und von der Militärbehörde den Offizieren der Besuch dieses
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Lietzener Strafkammer.
X Gießen, 12. Nvv.
Einen Hang znm Stehlen,
in dem man Kleptomanie vermuten könnte, zeigt der Haus- diiener R R. aus Nieder-MusäKtz b. Dresden Der kaum 8b Jahre a.te Angek.agte hat eine Reihe von Strafen wegen Diebstahls verbüßt, nachdem er schon während seiner S.iml^it wegen s u:es Han s um Ti bstahl in Zwangs r;iehung g.g ben toerbet muhte. 9cadj seiner Entlassung aus der Sttafanstalt wur^ er ut entern Sanatorium zu Bad Nauheim beschäftigt. Er stahu was er nur bekommen k miete und packte es in Kisten ern, die
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.Jugend" sehr rasch belannt geworden ist, hat drei seiner eigenartig empfundenen und phantasievoll dargestellten Landschaften geliehen. Bon Ludwig von Hofmann, unserem bekannten hessischen Maler, findet sich neben mehreren Skizzen auch ein größeres Bild, Am Meer, das einen seltsamen Gesichtswinkel verlangt, um voll zu wirken. Ein ähnliches Bild von ihm war jüngst im Kunstwort veröffentlicht. Auch hier erweist sich seine Eigenart von schlagender Wirkung. E Ei m er arbeitet nach guten Vorbildern, ohne sie in seinen Waldmenschen zu erreichen. Bon Hagen fesselt am meisten das Bild der Feldscheunen. Von der Darmstädter Ausstellung fft Bayer-Darmstadt durch das Bildnis seiner Frau vorteilhaft bekannt. Sein Landsmann Schaefer bat zwei gut gelungene mythologische Bilder ausgestellt, die lebhafteren Anteil erheischen. M Fritz ist mit einer Anzahl Aquarelle vertreten, die teilweise recht gut gelungen sind. Ein kleines Bildchen, Altwasser, von Toni Stadler ist sehr ansprechend. Ein paar Bilder von Morgenstern sind tüchtig gemalt, haben aber weder in Farbe noch Vorwurf eine persönliche Note. Zwei Tusch.zcichnungeu von Engelhardt siiid in ihrer Anspruchslose,iei. sehr nett. Eine Ansichts k zze von Gießen stellt Geier-Halensee aus, ohne uns damit irgendwie zu fesseln, während sein Felsennest regeres I i- eresse erweckt. Von der großen Anzahl der übrigen Bitoer erwähnen wir noch ein paar Bilder von Frl. Dingel- oein^Gießen und von Barthel-Gießen, obwohl auch sonst noch das eine oder das andere Bild des Erwähnens nickst ganz unwert wäre. K. N.
_ Dr. D. Max Rieger ist am Donnerstag in Alsbach im Alter von 81 Jahren gestorben. Er war am 8. April 1828 zu Darmstadt geboren, studierte in Gießen, wurde 1853 ebendort Privatdozent, ging 1856 nach Basel und lebte dann seit 1858 hier und auf seinem Landsitz in Alsbach. fteben kritischen Ausgaben mittelhochdeutscher Dichtungen hat sich R. namenttich durch metrische Arbeiten ausgezeichnet. Unter dem
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Es ladet ein
2Ius der sranzösischen Kammer.
Paris, 12. Nvv. In der französischen Kammer titterEefiicrten die Sozialisten Dcjeante und Rouanet über das i ns a mm cnar beiten französischer und spanischer Polizei, besonders in Paris und den Oltpyrenäeu. zur U.ber- i-nl ung 'Md eventuellen Ver atuitg spanischer ©j;ialtiren. Mi- i niierpräi'ü^nt Briand erwiderte, es fei keine bestimmte Taft acht' irrgcbrad-t worden, die ein solches Zusammenarbeiten bewestc in traf die nötigen Maßregeln, bamit keinerlei cnMlich.sIusaminen- : rkiten der französischen P lizei Mit ausändischm P liznigentcn 1 । cttjinbcn könne. Das Haus Nahm dann mit 438 S.iMorcn gegen 107 St mmen die einfache Tagesordnung an. Mit der die Re- üerung fid- einverstanden erklärt hatte.
Im we teren Verlause der Sitzung erfolgte die Erörterung einer infrage über die militärischen Strafanstalten m W- er en. Ter K.iegsmmister, Genua! Brun, erkärte, er wrde i >afür sorgen, daß unmänschliche Behandlung dec Straf- ejangenen und Anwendung von Marterwerkzeugen m^st ;lttljr vor lamme. Darauf wurde die We terverlfano-lung vertagt 2m nädnicn Freitag wird das Haus über die auf Marokko c&ügliden Kredite und fragen verhandeln.
Der Federkrieg über Bosnien.
Zu dem Streit zwischen Jswv'ski und dem Grasen Aehren- chil hat auck' Italien sich vernehmen lassen mufsen. 2,ie timiid.e „Trkbuna" stellt sich, 'wie früher, votsicistig auf dm Lite der Russen: t „„
Rom, 12. Nov. Der Darstellung der „Neuen Freien Preise Rtnübci-, nach welcher der itali nische Minister des Auswa..rgm tittoni, bei der Begegnung in Sal'.burg im Boraus sture Suitimmnng zu der Annexion Bosnrens uno d r »erzegowina erteilt hätte, bemerkt bic „.Lneuna - -L'e baue ir.t dem 10 Oktober 1908 GÄegenh rt gehabt, den ^>achver, a t «tzu eilen, und habe heute nichts daran zu dnX'rn, wmn sie txmals u a. qeschr eb<M l)vbe, dgß vo n i t a I i e n i f d>e r eette | leinerlei vorgängige Zustimmung zur Amrecron B^ iims und her Herzegowina erfolgt fei, daß mw.i vielmehr lediglich
Oentscbes Keicb.
Der Vorstand der Hessischen Handwerks- ka m m er trat am Donnerstag zur Beratung des Gesc tz- entwurfs über dieGerneindeumlagen in Darmstadt zusammen. Erschienen waren hierzu die Herren Geheimerat Tr. Becker, Geheimerat Best und Ober- Regierungsrat Dr. Wagner vom Ministerium. Ten Vorsitz führte Gewerberat Falk- Mainz. Tie eingehenden Verhandlungen erstreckten sich, wie uns berichtet wird, insbesondere auf die Frage des Schuldenabzugs bei der Grundsteuer und auf die Gewerbesteuer, bei welcher die Zusatzsteuer erst von mehr als 6 Proz. des Ertrags (anstelle 5 Proz.) des rauhen Wertes des dem Gewerbe dienenden Vermögens beantragt wird. Bezüglich der Befreiung der Rechtsanwälte, Aerzte usw. von der Gewerbesteuer wünscht die Handwerkskammer, daß ein Weg gefunden werde, daß die über den Rahmen einer rein wisienschaftlichen Tätigkeit hinausgehende gewerbliche Tätigkeit der im Art. 8 Ziff. 4 genannten Berufsgruppen von der Gewerbesteuer mit erfaßt werde. Sodann fordert die Handwerkskammer, daß die Besteuerung von Warenhäusern und Filialgeschäften nicht, wie im Entwurf vorgesehen, fakultativ, sondern ob li g.a torisch in das Gesetz ausgenommen werde. In der Beratung, die eine eingehende Aussprache des Vorstandes mit den Regierungsvertretern brachte, kamen alle für das Handwerk in Betracht kommenden Gesichtspunkte zur vollen Geltung. Tie Stellung der Handwerkskammer wird dieser 7/age der Regierung sowie den Ständekammern in begründeter Eingabe zugchen.
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Die Morgenblätter melden aus Berlin: Graf von H o h e n t h a l, Oberleutnant im 1. Garde-Dragoner-Regt., ist als Nachfolger des 5^auptmanns v. Sck)wartzkoppen als Adjutant des Reichskanzlers zur Dienstleistung beim Auswärtigen Amt kommandiert worden.
Aus Berlin wird berichtet: Die Ge n e r a l s Y n o d e nahm in ihrer Schlußsitzung am Freitag zur Frage der Beteiligung der GeiftlMkeit an der Feuerbestattung mit großer Mehrheit folgenden Antrag an:
1. Die Generalsynode sieht sich nicht veranlaßt, zugunsten der Feuerbestattung die durch frühere Beschlüsse kundgegebene Stellung zu der durch Gottes Wort und christliche Sitte geheiliaten und im preußischen Staat allein zuläs!igen Erdbesvattung aufzugeben oder zu ändern. 2. Mit Rücksicht aber auf die im Antrag der 12. sächsischen Provinzialsynode und in einer Petition des Gemeindekirchenrats in Görlitz berührten Notstände, überweist sie'diesen Antrag und diese Petition dem evang. Ober-Kirchenrat zur Erwägung.
Der bereits bekannte Vorfall im Zentral Hotel in Mülhausen, wo das Spielen der Marseillaise mit
Aleines Feuilleton.
— Der Gießener Kun st verein hat in seinen Füumen im Turmhaus am Brand die. neue Ausstellungszer^ Eilt einer recht beachtenswerten Gemäldesammlung eröffnet £aS größte Interesse wird wohl das Bild in Anfpruo mchmen, das der Kaiser der' Leibkompagnie für ihre Lchießleistungen geschenkt hat. Das Gemälde, da»^.o ch^ ! ing im Auftrage des Kaisers angefertigt hat, stellt die Er- iturnumg der Z-erme Champenors durch das erste Ba> >:illon 116 am 18. August dar und gibt ein festelndev 5i(b von dem Heldenmut der tapferen Krieger. Jucaier bit den Augenblick erwählt, wo die anfturmende ^ruppe txt§ Gehöft erreicht hat. Recht geschickt in ferner^Anordnung und lebhaft in den Farben wird das Bild zweifellos Diel Beachtung finden. Bon demselben Maler ftnden sich noch Altes Schloß und H e r b st s o n n e. u&nge Lisstellung hat zum Teil hoch bebeutenbe Werke aufzu- neisen. Das Bildnis eines Wilderers von Knaus, der kürzlich seinen 80. Geburtstag gefeiert hat, wägt das außergewöhnliche, zeichnerische Talent und die snelende Gewandtheit in der Verwendung der o-arbe auf- schlagendste. Neben dieser feinen, bis in die lleinften änn- »'lheiten gehenden Kunst wirkt Erlers dekorative, breite Aldnismalerei, wie der Kopf eines Mädchens zeigt, un- cemein wuchtig, während sich Stucks Kannen in dem Ltudienkops mehr ins Weiche und Süße verliert. Ty o m a dessen 70. Geburtstag jüngst so außerordentlich geseurt vurde, ist mit einer Radierung „Christus" uud einer jeiner ftilisierten Landschaften, dem L o r b e e r t ä l ch e n, vertreten, die dem naiven Beschauer nur wenig über pe» Kunjtters Bedeutung sagen wird. Grützner ist durch sein beiannte- v?enrebild „Die Freunde^ vertreten, das schon in zai t- losen Nachbildungen von unseren Zeitschriften verbreitel ?uirde. K amp mann hat eines seiner herrlichen ^ano- jhaftsbilder ausgestellt, die so frisch nach Leben und Lusi «uften und Riem er schm i d ein her-iges KmderbildniS 2!eller-Rentlingen, der durch seine Mitarbeit an der
Siehener Anzeiger
Seneral-Anzciger für Gderhesien
politische Tagesschau.
Forderungen zur Reichs- und Staats Angehörigkeit.
Dic Sorge um die zeitgemäße Neugestaltung des Rechtes t-r Reichs^ und Staatsangehörigkeit veranlaßt die nationalen vrpcriäfasten, dieser Lebensfrage unseres Ausland-Deutschtums, Aufmerksamkeit zuzuwenden und dahin zu wirken, daß ' ' gesetzgebenden Stellen im Reiche über die Auffassung und Stimmung der unterrichteten Kreise aufgeNärt werden So llrd 'ich die Kolonialgescllschast demnächst wieder mit der Frage 1 Zwilchen den Leitungen des Vereins für ba« Deutschtum j 3 Island und des Alldeutschen Verbandes ist eine Verständigung hin erzielt worden, der ReickfSregierung und dem Reichstag j qenbe Hauptforderungen zu unterbreüen:
1 Die Reiclfs- und Staatsangehörigkeit kann ohne und wider ' den Willen des Betroffenen überhaupt nicht verloren werden.
Sie geht insbesondere nicht verloren, wenn der Betroffene fremde Staatsangehörigkeit erwirbt.
Dagegen ruht sie in leiderem Falle dem Staate gegenüber, m dem der Betroffene Staatsangehöriger ge- woroen ist. w .
Z Die erste Generation der Nachkommen emes Auslands- deutsckum, der die Reichs- und Staatsangehörigkeit verloren hat, muß daS Recht erhalten, sie auf Antrag wieder
Ehefrauen reichsdeutscher Abkunft, die die Reichs- und Staatsangehörigkeit durch Verheiratung an einen fremden Staatsangehörigen verloren haben, kann auf ihren Antrag wenn die Ehe durch Tod des Ehemannes ober Scheidung beendigt ist, die deutsche Reichsangehörigkeit wieder verliehen werden. , ,
Die Wirkung solcher Verleihung erstreckt sich auf die " minderjährigen Kinder: im Falle der Scheidung der Ehe gilt dies nur dann, wenn der geschiedenen Ehefrau die Kinder zugesprochen sind. f, cc
3 Es muß eine selbständige Reichsangehörigkeit geschaffen werden, bic unvermittelt burch bie Zugehörigkeit zu einem Bunbesstaate ent- unb besteht.
4 Es muß eine besonbere Reichsbehorde für ben Erwerb unb Verlust der Reicks- unb Staatsangehörigkeit gefchafsen
Beide Vereinsleitungen werden gemeinsam bem Reichstag rb dem Reichskanzler Eingaben unterbreiten, an benen biefe idjtlinien für bie Neugestaltung des wichtigen Rechtsgebiets mpsohlen werden.
Pseudonym U t is veröffentlichte er eine Sammlung von Novellen unb Märchenspielen, den „Neuen Plwntasus", aus der vornehmlich die Novelle „Der Baurat" (1877) bekannt geworden ist. Als Mitglied der Landessynode hatte er mehrere Jahre die Stelle als deren erster Sekretär inne.
— Ein Heine-Denkmal in Frankfurt a. M., wo Heinrich Heine als junger, unberühmter Mann eine zeitlang geweilt hat, soll nun errichtet werden. Die Freie literarische Gesellschaft hat bis jetzt 9000 Mk. für eirt Heine-Denkmal gesammelt. Die Gesellschaft teilt mit, sie werde für ein Frankfurter Heine-Denkmal wirken, nachdem die Verwirllichung des Hamburger Denkmals als gesichert gelten könne.
— 120 Millionen für Stiftungen. Aus New- york wird berichtet: Aus den nun bekannt gewordenen testamentarischen Besttmmnngen des jüngst verstorbenen amert^ konischen Millionärs John Stewart Kennedy, der einst als Bettelknabe in Glasgow seine Laufbahn begann, geht hervor, daß Kennedy nid)t weniger als 120 Millionen seines Vermögens für pädagogische, wohltätige und religiöse Zwecke ausgesetzt hat. 120 Millionen erbt die Familie. Dem Metropolitan-Kunstmuseum, der Columbia-Universität und der Volksbibliothek sind 10 Millionen vermacht, der Newyorker Universität 3 Millionen, den Fremden- missionen und Newyorker Hospitälern 10 Millionen.
— Kleine C hronik aus Kunst unb Wissenschaft. Die fünfzigjährige Doktor feier begeht am 15. d. M. bet Professor der Haut- unb Geschlechtskrankheiten an der Universität Königsberg i. Pr. Geh. Med.-Rat Dr. med. Julius C a f p a r y. Der Gelehrte steht im 73. Lebensjahre. — Die Gesellschaft der Beleuchtungsingenieure in London hat zwei deutsche Gelehrte, die Professoren Dr. Ulbricht an der Technischen Hochschule in Dresden und Dr. Teichmüller an der Technischen Hochschule in Karlsruhe, zu Vizepräsidenten gewählt. — Ter Kultur Historiker unb frühere Vertreter bes Oberstlanbmarschalls von Böhmen, Julius Lippert, ist in Prag gestorben.
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komplette Sbcaktbim verleiben. Anirrtiguiiz j Dekorationen.
Carl Hollmm
Tekoralionsmaln, Roonstraffe 32.
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Hotels untersagt.
Die belgische Deputiertenka m m e r hat am Freitag
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Schott, Vubipia^
FTängäi^' maltressehrevet6edonnelK Hautes rtförences.
M° deN.-Renaud, Wllttnj
Kill Q'itlh wird in fluitfi m-L «genommen. 1 xofierc Auskunft erteilt
Geichaftöilelle des (Sicb. fc


