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Nr. 61
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Eeneral-Nnzeiger für Cbecheflen
Zwischen dem salvadorischen .Kanonenboot „Presidente" und
des
Handel
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Berliner Börse, 13. März. Anfangskurse.
169.50
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Ausland
245.00
17.10
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Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: ey® 5L Redaktion:^^112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen,
217.00
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Harpener Bergwerk Laurahutte. . . Lombarden E. B, . Nordd. Lloyd • , Türkenlose . . ,
. 17.10
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Die „Eithcnrr Zamllienblattrr" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Ureirblalt für den Kreis Dietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen SeU- fragrn" erscheinen monatlich zweimal.
96.00
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Canada E. B. . . .
Darmstädter Bank .
Deutsche Bank Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .
Tendenz: lustlos.
Fabrikant:
August Jacobi, Darmstadt
Berliner Handelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank . Diskonto-Kommandit . Dresdner Bank . . . Kreditaktien .... Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn ....
Gotthardbahn .... Lombard. Eisenbahn. . Oesterr. Staatsbahn . . Prince - Henri - Eisenbahn
auf 100 000 Mk. erhöht werden kann.
Nach Verlesung des Protokolls wird die Versammlung vom Vorsitzenden mit dem Wunsche geschlossen, daß auch bei der nächsten Versammlung die Mitglieder sich wieder gesund und wohl ein- finden mogcn.
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Elektriz. Labmeyer . . . Elektriz. Schuckeit . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk . . . Lanrahütte......
Nordd Lloyd.....
Oberschles. Eisen-Industrie
Deutsches Reich.
Der Kaiser hatte sich gestern abend beim Reichs- lunzler zum Diner ungesagt. Hierzu hatten Einladungen Ui A. erhalten: Tie Staatsminister, beziehungsweise Staatssekretäre. von Bethmann-Hollweg, v. Rheinbaben, von Tir- pitz, von Einem, Sydow, Freiherr von Schoen, Oberst- l'immerer Fürst zu Solms-Baruty, Admiral von Hollmann, Generaloberst uno (^eneraliuspetteur der 6. Armeeinspektion, Freiherr von der Goltz, und der Chef des Generalstabes, wn Moltte.
Keine Kanzlerkrisi s. Angesichts der Tatsache, d»aß es den Blockparteien nicht gelingen will, zu einer Er- s.olg verheißenden Einigung über die Reichs imanzresorm yii gelangen, tauchen allerhand Gerüchte aus, daß auS der Michstagskrisis eine K a n z l e r k r i s i s erwachse. Dern-- Mgenüber erfährt der L. A. von wohlunterrichteter Seite, §aß die letzte Zi/z stündige Konferenz des Fürsten von Bülow mit dem Kaiser volle Uebereinstrmmung zwischen beiden ergeben hat.
Der Nachfolger Holles. .Der „Post" zufolge ist mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, daß Ministcrial- bcirettor Schwartztvpff der Nachfolger des Kultusministers < Holle werden wird.
Eine Reise des Kaisers u a d) Korfu ? Wie die „Kieler N. N." erfahren, hat die Hohenzollern Befehl er- Wlten, in den nächsten Tagen seetlar für die Fahrt nach tem Mittelmeer zu inacheii. Atan nimmt an, daß der Kaiser in den ersten Tagen der zweiten Hälfte des 3)io» mats nach Korfu sich begibt.
Meteorologische rveovuchtuugeu
der Station Gießen.
Telefonische Kursberichte
Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen.
Frankfurter Börse, 13. Jiärz, 1.15 Uhr.
Sine Pestbeule der Menschheit.
Tas Urteil über den fluchwürdigen Verbrecher, 5er am Weihnachtsabend einem Knaben das Leben genommen hatte, ist gesprochen. Dieser Mensch, unwürdig des Namens Mensch, ivirb diese Untat, die nicht die einzige seines Lebens ist, mit lebenslänglichem Zuchthaus büßen. Ist er damit für alle Zutuntt wirklich unschädlich gemacht, loie der Oberstaatsanwalt gesagt hat? Dieser Unhold selbst ivirb freilich nach menschlichem Ermessen schwerlich noch Gelegenheit finden, Menschenleben seinen gräßlichen Gelüsten zu opfern, aber so ganz unschädlich für die menschliche Gesellschaft wird er leider auch fernerhin nicht bleiben. Das Gericht konnte freilich nach Lage der Dinge nicht anders, als Reif zu lebenslänglichem Zuchthaus zu verurteilen, denn mit Recht wies der Oberstaatsanwalt darauf hin, daß kein deutsches Schwurgericht einen Menschen zum Tode ver- urteilen dürfe, der des Mordes nicht überführt sei. Nun mag man über die Todesstrafe denken, wie mau will, aber dann sind wir doch wohl alle einig, daß derartig scheußliche Verbrecher, deren Leben eine" beständige Bedrohung des Lebens aus der Sicherheit der übrigen Menschheit bedeutet, unschädlich gemacht werden müssen. Es kommt hier nur auf das Wie an, und leid.er bieten unsere Strafgesetze leine zureichende Handhabe, um diese Unschädlichkeit auch voll wirksam werden zu lassen. Nicht ganz mit Unrecht ist immer und immer wieder in der Presse darauf hinge- viesen worden, daß unsere heutigen Zuchthäuser nur Hoch- id)ulen des Verbrechens darstellen. Dantm sind alte Zuchthäusler — und Reif selbst ist ein weiterer Beleg hierfür —, venu sie aus dem Zuchthause entlassen werden, die chlimmften Feinde der menschlichen Gesellschaft. Was ein Verbrecher vorher nicht gewußt hat, das lernt er im Zucht- 'tnife: Das ganze Ra f, in einen t des Verbrechertums.
Nach § 15 des Str. G. B- sind die zur Zuchthausstrafe Verurteilten in der Strafanstalt zu den eiuge,uhrten Arbeiten anzuhalten. Sie lonnen sogar zu Arbeiten außerhalb der Anstalt, insbesondere zu öfsentlichen, oder von riner Staatsbehörde beaufsichtigten Arueilen verwendet wer- üen. Diese Art der Beschäftigung ist allerdings nur dann mläjsig, wenn die Gefangenen dabei von anoeren freien Arbeiten getrennt gehalten werden. Aber unter sich haben Die Zuchthäusler, wie man sieht, Gelegenheit genug, mit einander in Verbindung zu treten. Einzelhaft darf nach 22 des Str. G. B. ohne Zustimmung des Geiangenen die Iraner von drei Jahren nicht übersteigen. Welche Folgen die Berührung eines jungen Zuchthäuslers mit einem alten erfahrenen Zuchthäusler aber hat, das hat man aus den h-rozeßberichten schon zur Genüge erfahren. Reif rühmt sich: „Sie glauben gar nicht, was in meinem Kopf drin fleckt; so viel Klugheit befindet sich nicht in zwei Pro- Üssorentöpseu." Za, die Klugheit des Verbrechers, un.t> man kann sich leicht ausmalen, wie dieser alte Verbrecher nun von dieser Klugheit seine Adepten wird, profilieren lassen. Also so ganz unschädlich ist auch dieser lebenslängliche Zuchthäusler keineswegs. Die übrige menschliche Gesellschaft aber muß noch mitbeitragen zur Erhaltung der Zuchthäuser, diese Hochschulen des Verbrechens. Nein, wahr- üch, dieser Weg, einen Verbrecher unschädlich zu machen, i:|'t nicht der richtige. Solange man keine Mittel findet, ben Verbrecher in anderer Weise wirtlich wirksam von der i ibrigen menschlichen Gesellschaft abzusondern, bleibt unser Strafvollzug illusorisch, und die Gesellschaft der Herren Zuchthäusler bildet eine ewige Gefahr für die bürgerliche Gesellschaft, eine Pest- und Eiterbeule für die Menschheit.
E. A.
sein wollen.
Aus dem vom Vorstandsmitgliede W. Moes er erstatteten Bericht über die am 19. Mai 1908 durch den Verbandsrevcsor vorgenommene Revision ist zu berichten, daß der Verbandsrevisor alle Einrichtungen der Bank, die Geschäftsführung und das Kassen- wesen einer sehr eingehenden Revision unterzogen und darüber ein ausführliches Gutachten abgegeben bat Herr Moeser bemerkt dazu, daß diese Revision zu gleichen Teilen im Interesse der Mitglieder uüe der Verwaltung liege; ersteren biete sie Gewähr für sorgfältige Geschäftsführung und Sicherheit ihrer Verbindlichkeiten und ihrer Anteile, und letzterer könne die Revision nur recht sein, denn die Verwaltung habe nichts zu verbergen. Die in dem Bericht des Verbandsrevisors enthaltenen Anstände sind lediglich technischer Natur, und sind auf Beschluß des Vorstandes und Auß'ichtsratS bereits beseitigt, b%ro. sind die vorgeschlagenen Aendenmgen dem Vorstande zur Beschlußfassung überwiesen. Lobend äußert sich der Bericht des Verbandsrevisors über die Erhöhung der Mitglieder anteile von 500 auf 1000 Mk., wodurch das eigene Vermögen der Bank vermehrt und deren Bcivegungsftmheit erweitert werde. Ter Revisor drückt ferner die Ueberzeugung aus, daß Beamte, Vorstands; und Aussichtsratsmitglieder gewissenhaft ihres Amtes walten. Herr stzloeser bemerkt beiläufig, daß der Vorschußverein in Oder-i'Noch'tadt auch demselben Revisionsverband wie die Gewerbebank angehörte, aber anfangs der 90er Jahre ausschied, da damals schon vom Verband bzw. voui Verbandsrevisor schwere Mißstände entdeckt wurden. Betreffs der Höhe der Kreditgewährung bemerrt der Bericht, daß diese den heutigen Verhältnissen nicht mehr angepaßt sei und eine Erweiterung der
Märkte.
Gießen, 13. März. 9)1 a i u v e r t d)i. Aus heutigem Wochen- markte kostete: Lutter pv. Pfd. 0.90—1.00 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Pfg., Käse pr. St. 6—8 Pf., Kasematte 2 St. 5—6 Pfg«, Erbsen p. Psd. 18—24 Pfg., Linsen u. Pfd. 25—40 Psg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 Mk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mk., Hahne vr. Stück 0,80—1,809)11, Gänse pr. Pfd. 60-70 Pf., Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Mk., Ochsenfleisch pr. Pfd. 76-84 Pfg., Rub- und Rindfleisch pr. Pfund 70—80 Pfg^ Schweinefleisch pr. Pfund 80—90 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pv. Pfd. 94 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—78 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 60—80 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6.00—6.50 Mk., Zwiebeln per Ztr. 10,00—15,00 Mk., Milch per Liter 20 Psg., Weißkraut per Stück 00-00 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Aepfel per Ztr. 0—00 Mk., Birnen per Ztr. 00—00 Mt. Nüsse 100 Stück 50—00 Pfg., per Ztr. 0—00 Mk. Marktzeit von 8—2 Uhr.
-th. Gießen, 12. März. Beim dieswöchentlichen Vieh- mar k t bestand der Austrieb aus 1200 Stück Großvieh, 300 Kälbern und etwa 400 Stück Schweinen. Ter 9)larft war von der Kundschaft außergewöhnlich gut besucht, wohl infolge des müden Wetters, das besonders das Geschält in Milch- nnd Zuchtvieh günstig beeinflußt hat, so daß die Preise dafür etwas besser waren als beim letzten Markt. Tas Geschäft in fetter Ware zeigte die alte Tendenz, nämlich schleppenden Handel und niedrige Preise, die für fette Kühe noch um 2-3 Mk. der Zentner heruntergingen. Der Kälberhandel war infolge des Einkaufes für Frankfurt und Wiesbaden recht belebt, so daß ein Anziehen der Preise sich bemerkbar machte. Fahrvieh war tn sehr schönen Paaren in guter Auswahl zu haben, norddeutsche Käufer konnten daher ihren Bedarf decken und legten gute Preise an. Ter Schweinemarkt wurde trotz der hohen Preise, die verlangt und bezahlt wurden, mit großer Schnelligkeit geräumt. Em groger Teil der an den .Markt gekommenen Käufer mußte wieder abziehen, ohne den Bedarf gedeckt zu haben, weil der Vorrat um die Häl'te zu Hern war, um der Nachfrage zu genügen. Verkauft wurden das Stück Milchkühe 1. Qual. 500—540 Mk., 2. Qual. 400 bis 450 Mk., 3. Qualität 300 bis 360 Alk. Bezahlt wurde der Zentner Schlachtgenucht: fette Rinder 1. Qual. 68 bis 70 9)11., 2. Qual. 66-67 Mk., fette Kühe 1. Qual. 58-59 Mk., 2. Qual. 54-56 Mk., Kälber 1. Qual. 69 bis 74 Alk., 2. Qual. 60—66 Mk., 3. Qual. 54—58 Alk. Jahrochsen gingen ab das Paar in schwerer Ware 900 bis 1000 Mk., mittlere Tiere zwischen 750 bis 850 Alk. Ans dem Schweinemarkt stellten sich die Preise pro Paar wie folgt: Ferkel bis 6 Wochen alt 45—48 9)1f., 8 bis 12 Wochen alt 56—64 Alk., Springer 80—90 Alk., Einleger 130 bis 140 Alk. Fette Ware, die von den Aletzgern und durch Handelsleute stark aus norddeutschen Zuchtgebieten bezogen wird, wird tu der Gebend mit 70 Alk. der Zentner bezahlt, doch ist geeignete QualUcit m Oberhcssen schwer zu haben.
3l/,e/o Reichsanleihe . . •
3°/. do. . . .
3l/-°/0 Konsols • e • •
3% do.....
8*/,0/0 Hessen . . . . .
3X/,°IO Oberhessen . . .
4°/0 Oesterr. Goldrente. . 4l/»6/o Oesterr. Silberrente. 4% Ungar. Goldrente . . 4°/0 Italien. Rente . . . 3°/0 Portugiesen Serie I . 8°/0 Portugiesen „ III .
4*/,% russ. Staatsanl. 1905 4'/20/o japan. Staatsanleihe 4% Qonv.Türken von 1903 Türkenlose . . . .
4°/0 Griech. Monopol-Anl. . 4°/6 äussere Argentinier . 3% Mexikaner . . . .
4*/,% Chinesen . . .
Aktien:
Bochum Guss . . . . . Buderus E. W.....
Tendenz: ruhig.
Nehmen Sie
täglich ein Likörgläschen Dr. Sommel's Haema- togen unmittelbar vor der Hauptmahlzeit! Ihr Aovetll wird reger, Ihr Nervensustem erstarkt, die Mattigkeit verschwindet und körperliches Wohlbe- nnden stellt sich rasch ein. Berlmmen Sie jedoch ausdrücklich das echte „Dr. Hommel'o" Haenratogen und wetten Sie Nachahinungcn zurück! (D6/,
Verkaufsstellen durch dieses Plakat »s8/*! kenntlich.
Der franz. D.iv is i>o n Sg en c r al de Ferro n hat zahlreiche Offizrere infolge des Zwischenfalles beim 4. Ko- I-rnial-Regiment in Toulon bestraft. Der General ist dar- ü:ter aufgebracht, daß may die Angelegenheit veröffentlicht hat. Inzwischen hat der Marineprasekt von Toulon, Vizeadmiral Marquis, den General de Ferrou zu sich be- schieden nnd eine lange Unterredung mit ihm über die Bor- d mge beim 4. Kolonialregiment gehabt. Das Gerücht geht ui der Stadt um, der Marineminister habe die Haltung iritb die scharfen Worte des Generals geinißbilligt, und auch fischen dem General und Admiral Atarquis sei es zu scharfen Auseinandersetzungen gctommen.
Eine deutsch-französische Konvention. Die fclmzösischc Regierung hat in der Kammer eine neue deutsch- sLLnzöfische Konvention eingebracht zur Verbesserung des Telephonoerkehrs zwischen beibeit Ländern. Die Konvention schasst eine erste und eine zweite Grenzzone, für welche die KesprächStaxe auf 1 und 2 Franken herabgesetzt wird. । xscrj^aintinen niuu mcyi mugv^uoL in uuu <-mu viiuuutmiy un Sri,eg in Zentralamerika. Wie in Mexiko ver-I Höchstgrenze der Kreditgewährung zu empfehlen sei. Die Ver-
dcnn nikaraguarischen Kanonenboot „Momotombo" soll es zu einem Zusammenstoß gekommen sein.
50. Generalversammlung öer Gewerbebank Giehen.
Die am Freitag im „Einhorn- abgehaltene 50. ordentl. Gene- ralversaminüuig der (SciverbcbanE Gießen, e. G. m. u. H., war von ca. 80 Alltgüedern besucht. Der Vorsitzende, Stadtv. Petri, rotes in seiner Begrüßungsansprache auf die Feier deS 50jährigen Jubt» läurns der Bank am 10. Oktober v. IS. hin und dankt den Alit- aliedern für den zur würdigen Begehung der Feier bewilligten Kredtt. 9luf die allgemeine geschäftliche Lage übergehend, bemerkte der Vorsitzende, daß diese größte Vorsicht ui der Geschäftsführung der Bank bedinge. Die Vorgänge in Solingett uub Ober-Mockstadt hatten ängstliche Gemüter beunruhigt; er könne aber versichern, daß bei der vorzüglichen Geschäftsführung der Gewerbebank derartige Vorgänge ausgeschlossen seien; er danke den Beamten, beu Mitgliedern des Vorstandes und Aufsichtsratsrats für ihre gewissenhafte Geschäftsführung und empfehle Wiederwahl der ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder, mit Ausnahme feitffer Person. Die dafür eiitgesetzte Kontintsston habe auch int uergaugeucn Jahre mehrere unvermutete Revtsionen dkr Geschäftsführung vorgenontmen und alles in bester Ordnung befunden, dasselbe Resultat habe die 9le- vision durch die ständtge Konnnission ergeben. Als im Vorjahre die Erfindung des Grafen Zeppeltn Gentemdeit und Prtvate zu einer nationalen Spende begeisterte, habe auch die Gewerbebank geglaubt, nicht zurückbletben zu dürfen und 300 Mk. gespendet. Für diesen Beschluß des Vorstandes und Atüsichtsrates bitte er um die nachträgliche Genehmigung, die erteilt wird. Zum Schriftführer wird das Aufsichtsratsmitglicd Asprion berufen.
Dem Bericht des Direktors Loos entnehmen wir Folgendes: Ter hohe Ztnssland des Vorjahres hatte die Geschäftslage außerordentlich erschwert, die folgende geschäultche Depression, die der niternationalen Hochkonjunktur folgte, hat schwer aui dem Wirtschaftsleben gelastet. Inzwischen ist eine wesentliche Erleichterung un Geldverkehr erfolgt, doch müsse immer noch nut großer Vorsicht disponiert toerbeit. Die Hossnung auf eine allgemeine Wiederbelebung des Wirtschaftslebens sei indes berechtigt, obwohl die Großbanken und besonders die ReichAbank für die Befriedigung des Kreditbegehrs noch sehr zurückhaltend seien. Redner legt ausführlich beu Geschäftsgang der Gewerbebank während des verflossenen Jahres bar. Danach weist das Vorschußgeschäft einen Mehritmsatz von 75 000 Mk. aus. Bott den Vorschüssen sind ca. 786 000 Mk. auf Personalbürgschast und ca. 540 000 Mk. gegen Verpfändung von Wertpapieren oder Hypotheken ausgeliehen. Das Wechselkonto lveist einen Umsatz von 13 398 300 Mk. auf, an Diskont und Provision vereinnahmte die Bank ca. 80 750 Mk. Konto-Korrent A weist einen Gesamtumsatz von 8 661456 Mk. auf, am Ende des Geselstistsjahres hatte die Bank an Kontoinhaber zu fordern 2 663115 Mk., lvährend hierauf 1843 472 Mk. aus- stanben. Auf dieses Konto vereinnahmte die Bank 141100 Mk. Zinsen. Kontv-Korrent B brachte einen Umsatz von ca. 9 303 000 Mark, aus dem Effekten-Konto hatte die Bank einen Umsatz von ca. 573 348 Mk. An Spareinlagen waren Ende 1908 126 776 Mk. mehr vorhanden als im Vorjahr. Das eigene Vermögen der Bank beträgt 1461074 Mk. Der Reingewinn dec Bank verminderte sich um ca. 20 000 Mk., was hauptsächlich daher kommt, daß die Bank von der Herabsetzung des Zinsfußes für Spareinlagen absah, dagegen den Zinsfuß für Starteten ermäßigte. Direktor Loos geben ft ferner der im vergangenen Jahre abgchaltenen Jiwi- läumsfeier der Bank und empfiehlt die heutige Gmeralversammlung, als die fünfzigste, als goldene Jubiläumsversammlung zu bezeichnen.
Bei seinem Rückblick auf die Geschin)te der Bank gedachte Direktor Loos des ManneS, dessen Wirken auf dem Gebiete des Genossenschaftsiveseirs von so beiDorragenber Bedeutung wurde. Es gezieme sich, Schulze-Delitzschs zu gedenken, weil am 25. August 1908 die 100jährige Wiederkehr des Geburtstages des großen Meisters gewesen. Bei Gelegenheit des vorjährigen Genossenschaststages des Allgemeinen Verbandes der Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften in Frankfurt a. M. wurde durch eine würdige Gedenkfeier des bedeutenden Mannes gedacht. Es erscheine als eine selbstverständliche Pflichterfüllung, daß die heutige Generalversammlung des Altnceifters Schulze-Delitzsch gedenke. Sckmlze-Delitzsch habe durch fein Schaffen eine Tat vollbracht, deren segensreiche Folgen sich über alle Kulturnationen erstreckt. Mr wollen unsere Dankbarkeit gegen den großen Meister da- durch betätigen, daß wir uns freudig zu feinen Lehren bekennen und bei heutiger Gelegenheit das Gelöbnis erneuern, weiter nach ihm zu wirken, stets eingedenk, daß das Genossensck>aftswesen ein bedeutungsvoller Kulturfaktor geworden ist und mit ihm das wirtschaftliche Leben unserer deutschen Nation.
Die Jahresrechnung und Bilanz, veröffentlicht in bem1 den Mitgliedern zugegangenen besonderen Jahresbericht, wird genehmigt und damft dem Vorstande und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Zu Punkt 3 der Tagesordnung, Verteilung des Reingewinns, wird beschlossen, dem Vorschläge des Aussichtsrates zuzustimmen, außerdem aber dem Lesehalle-Verein 100 Mk. zu bewilligen. Danach werden dem Hauptreservefonb überwiesen 9334 Mark, dem Reservefond II 15 000 Mk., den Mitgliedern 6Vs0/« Dividende aus ihren Anteilen im Betrage von 938 984 Mk. gleich 61033,96 Mk., gewährt und auf neue Rechnung vorgetragen 1550,03 Mark.
Die Misscheidenden Aufsichtsratsmitglieder werben wiedergewählt; es erhielten Stimmen Schuhmachermeister Karl Berg 77, Rentner Daniel Heil 77, Stadw. Friedr. Helm 74, Fabrikant Fr. Krogmann 69 und Stadw. Louis Petri II. 79. Der Vorsitzende dankt für das durch Wiederwahl der Ausscheidenden diesen bewiesene Vertrauen und verspricht, daß auch im folgenden Jah-re die Aussichtsratsmitglieder zum Wohle der Bank tätig
lautet, brach zwischen Nikaragua und El Salvador Krieg aus. sammlung beschließt daher bei Punkto der Tagesordnung, den L r ...tx... --------< - • c Absatz 2 des 8 57 des Statuts dahin abzuänderii, baß der durch
Pfandbestellung ober burch Zession gesicherte Kredit durch einstimmigen Beschluß des Vorstaicds und Aussichtsrats von 60 000
Zweites Blatt ISS.Jahrgang Samstag 13. März 1908
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