Samstag 16. Januar 1909
159. Jahrgang
Erstes Blatt
Die heutige Nummer umsaht 16 Seiten.
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Deutsches Ueich.
Die ReichstagskommissioIi für dasWelngeselz erledigte gestern den Nest des Entwurfs mit unweientlichen Ab- änderüngen. Tie zweite Lesung soll am 26. Januar erfolgen.
Graf Hompesch, der, ivie berichtet, vorgestern Abend in einem 'Berliner Restaurant von einem Schlaganfall betroffen würbe, kam gestern früh gegen 5 Uhr wieder zum Bewußtsein. Das Besin oeu des greisen Parlamentariers har sich im Lause des Vormittags weiter gebessert, wenn auch die Lähmungs-Erscheinungen noch nicht geschwunden sind.
'Bei der ReichstagSersahwahl tm Wahlkreise Wittgen st ein-Slegeu-Biedenkopf wurden nach der amtlichen Zählung im ganzen 31171 Stimmen abgegeben, davon entfielen am Mumm (chrililichsozial) 13 436 Stimmen; ferner er- hielten Bogel (imlionalliberal) 7824, Ruschke sireif. Vereungutig 4182. Scharmigel (Zentrum) 3049, Gogoivsky (Soz.) 1707 und Schneider (chriitlichnational) 957 Stimmen. Die engere Wahl zwischen Miimm und Bogel wurde auf den 22. Jan, festgesetzt.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn und die Türkei. Die Pforte hat den öslei-reichischen Botschafter davon verständigt, daß die Regierung alle Maßnahmen getroffen habe, damit die ösierreichlschen 'Schiffe in allen türkischen Häsen ein- und auslauien lönncn.
Die Entlassung Puanschikais. Ter englische und der amerikanische Gesandte haben beim Prinzen Tichmg Borstebungen wegen der Entlassung Yuanschilais erhoben. Tie,es Borgehen enolaie unabhängig von den anderen 'Mitgliedern des diplomatischen Korps, ohne vorherige Rüchprache mit dem Wcu- wupu und ohne Uebereuistimmung nut den Weisungen der britischen und der amerikanischen Negieriing. Die Tivlomaten in Peking sind über die Frage geteilter Ansicht. Es heißt, der österreichisch - ungarische Gesandte unterstütze Die britisch - amerikanische Akt on. _____________________
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/nd Prosa von '-.von Liliencron, «d'^osegger, tui,n,19 Thoma,
L in Musikalien, ü^)i). An der Abend- y e Ermäßigtina).
Nr. 13
Der Siebener Anzeiger erscheini täglich, außer EountagS. - Beilagen: viermal wöchentlich LtehenerZanitlienblätter; »wilinalwöchentl.llieir- blall für den llcns Sieben (Dienstag undJreiiag); groennal monotl. Land- wirlschaftlicheZeilflagen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, tveneral-nnzeiger pr wperifeiieu HWH Uii die Tag. -Nummer Rotationsdruck und Verlag der Vrschl'schkn Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchnlstratze 7. Auzeigentell^'H^Beck bis vormittags 10 Uhr. _________________ _______
Aus SMSt und Land.
Gießen, lü. Januar 1909.
- Vom Großh. Hofe. Die Großh. Herrschaften wohnten n. d. „Dstdt. Ztg." am Donnerstag dem Vurmester- Konzert in der Turnhalle am Woogsplatz bet. Fürst und Fürstin zu SoluiS-HohensolmS-Lich, sowie Prinzessin ! Dorothea sind am Freitag vormittag nach Ltch zurückgereist.
Vie verftärtte 6efd}äftsorönungsiommijiton der tieich-tagr
bet die die Lmstitutiouellen Garant.eu betreffenden Anträge Über- wlesen sind, beschloß gestern zunächst den auf die Interpellationen bezüglichen Test der natlonaltioeralen und freisinnigen Anträge zu beraten. Es liegen weiter dazu auch Anträge von den Sozial- oemokraten uird vom Zentrum vor. Der nationalliberale und reif innige Antrag stimmt in oen wesentlichen Punkten überein. Der natvonallwerale will es bei der Best.mmung der Geschästs- ordimng belassen, daß. eine Besprechung der Interpellation aus Antrag von ö0 Mitgliedern zu erfolgen hat, nach dein freisinnigen Antrag sollen 30 Mitglieder ausreichen. Ferner soll nach dem freisinuigeu Antrag die Be-chiußsasiung darüber, ob und wann ber Reichstag eine Besprechung der Interpellation trornelynten. will, für den Fall des Ausbleibens einer besüunmten Erklärung des Reichskanzlers in den nächsten drei Sitzungen erfolgen. 'Rach bem nativnallweralen Antrag sollen nur Anträge, die keine Ge- sctzentivürfe enthalten, bei Be,prechung der Interpellationen zu- Ursiig sein. Nao; den Zentrumsantcägen sollen nur solche Anträge bei Besprechung von Interpellationen eingebrad)t werben dürfen, bie den Gegenstand der Fnterpellaiion unmittelbar betreffen. Interpellationen an den Reichskanzler sollen zum Umecschied von solchen an den Bundesrat auf die Dacxcsarbnung einer der drei nächsten Sitzungen gesetzt werden. Tas Zeiiirumsinitglied hob bei der Begründung des Antrages hervor, daß damit sich die Einführung von «sogenannten kurzen tatjächlicl-en Anfragen erübrigen würde. Im übrigen stellt sich das Zentrum auf den Boden der nationallloeralen und freisinnigen Anträge. Die Reicl-s- partei lehnt den Teil des freisinnigen Antrages ab, nach roekbem inneibalo eines bestimmten Zeitraumes der Reichskanzler den Dag festsetzen soll, an dem er zur Beantwortung der Interpellationen bereit ist. Ebenso daß, falls der Reichskanzler d.e Beantwortung der Interpellationen aolehnt, er die Gründe der /Ao- .ehuung L..rz anzugeben hat. Erhebliche Bedenken Hai ine Reicks pnrtei auch gegen die Stellung von Anträgen bet Besprechung von Interpellationen. Das würde eine VersüBrfung des Kontrollrechts des Parlaments bedeuten. Die wii.schnstäclfe Bereinigung ist in der Hauptsache für die Anträge der Freisinnigen, 'Rational- liberalen und des Zentrums. Eine RedaÜwnsldnumsiion soll eure einheitliche Fassung finden. .
Die ferneren Sitzungen sollen in feder Woche am Dienstag und Freitag süattsinden. Die nächste Sitzung erst am Freitag. Die freisinnigen und irationaliioeralen Anträgen bauen Aussichten, Ln ihren wesentlicl>en Teilen angeiwmmeii zu werden.
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" Erledigt ist die Stelle eines Lteurraussehers bei dem Großh. Hauptsleireramt Mainz.
" Das Gau turn fest des GaueS Hessen soll, wie in einer Gesamtsitzung dis Turnausschusses der zur deutschen Turnerschaft gehörenden Marburger Vereine (Turnverein, Lurngemeinde und Akademischer Turnverein) gestein abend im Turnergarten beschlossen worden ist, am 3., 4. und 5. Juli auf dem erweiterten Viehmarkiplatz m Marburg abgehalten werden. Dick den Vorbereitungen wird demnächst begonnen werden.
Reife geliefert. .
Die Verhandlungen zwischen der Türkei und Bulgarien sind nun freilich noch nicht so weit und so glücklich gediehen, wie die mit Oesterreich-tlngarn, aber es besteht doch feste Zuversicht, daß es auch hier zur friedlichen Verständigung lominen wird^ Was werden nun aber, so fragt man sich unwillkürlich, «Serbien und Montenegro tun, die bisher so fest darauf gerechnet hatten, im Verein mit der Türkei gegen die habsburgische Monarchie zu F-elde zu ziehen? Der erste allgemeine Eindruck in Belgrad war, wie es heißt, der großer Niedergeschlagenheit. Man nimmt jetzt an, daß Serbien und Montenegro durch irgend welche handelspolitischen Konzessionen befriedigt werden sollen. An Krieg wird Serbien nicht mehr ernsthaft beulen dürfen, seitdem der Gossudar Imperator an der Ncwa von der allslavischcn Kviegspolitll nichts wissen will.
In amtlichen St. Petersburger Kreisen ist man in den letzten Tagen übrigens von einer auffallenden Liebenswürdigkeit gegen Deutschland. Nach eurem Berichte des ,Mrl. Taglst." wird in amtlichen russischen Kreisen erklärt, daß in der Tatsache der friedlichen Verständigung zwischen Oesberreich-Ungarn und der Türkei zugleich ein wesentlicher Schritt zu einer Annäherung der übrigen Großmächte und zur Festigung des europäischen Friedens zu erbiiaen sei. Von osjiziöser Seite betont man nachdrücklich die freund- s ch a f t l i ch. G e s i n n n n g e n 3i u ß l a n d s zu D e n t s ch - land und den lebhaften Wunsch, den latenten Antagonismus zwischen England und Deutschland endgültig beseitigt zu sehen. Jeder Gedanke an eine unfreundliche Haltung gegen Deutschland sei vollkommen a u s -
♦* Die Hessische Vereinigung für Volkskunde wird als zweite Veranstaltung in diesem Winter am nächsten Mittwoch, 20. Januar, einen oberhess. Vollsliederabend abhalten. Der Vorsitzende, Psarrer Schulte, Großen-Linden, wird einen Vortrag über das Volkslied in Oberhessen halten, und zur Erläuterung werden Fräul. I. Müller, Wetzlar, und Fräul. M. Klebe rger, Friedberg, eine Reihe von Liedern (14) aus allen Teilen unserer Provinz, dem Schlitzerland, dem hohen Vogelsberg, der Umgegend von Gießen, der Wetterau, singen. Die betresfenden Lieder sind sorgfältig aus- gewählt und von Mujiidireltor Prof. Trautmann für ,ehr gut befunden; er hat die Lieder musikalisch durchgearbeitet. — Pfarrer Schulte hat über dasselbe Thema vor Weihnachten zu Frankfurt im Zweigoerein des Vogelsberger Höhenklubs gesprochen. — Das Interesse gerade für diese Veranstaltung der Vereinigung ist sehr rege, wie die anerkennenden Zuschriften und mündliche Fragen beweisen. Der Besuch des Vortrags wird für jeden wenvoll sein: wer die Lieder und den Gesang unseres Volkes, unserer Bauern schon kannte, wird weitere Anregungen mitnehmen; wer seither oielleidji achtlos an ihnen vorübergegangen ist, wird Verständnis dafür gewinnen; wer bis dahin nichts von ihnen wußte, dem wird sici) der Blick in ein neues Land aujtun. Der Vortrag wird zeigen, welchen Schatz wir in diesen ein* fachen Liedern mit meist wehmütigem, aber zum Teil doch auch heiterem Inhalt und entsprechender Weise haben. Er wird zum Bewußtsein bringen, daß man sie wie alle die anderen Aeußerungen unseres Votlstums allzulange unbeachtet ließ, und die Zuhörer werden es unbegreiflich finden, daß man so spät erst auf die Schönheit dieser Lieder aufmerksam wurde, die frellich wie bescheidene Blumen nicht an der großen Straße stehen. — Auf vielfache Anfragen hin sei darauf hingewiesen, daß zu den Vortragsabenden der Vereinigung natürlich auch Nichtmitglieder freien Zutritt haben und stets gern gesehen werden. Ter Vokks-i kiederabend findet in der alten großen Aula der Uni-, versität statt und beginnt um B'-/4 Uhr. Die Texte der Lieder, welche gesungen werden sollen, sind am Vortragsabend für wenig Geld zu kaufen.
** Der „Lustige Abend" von MarcellSalzer findet am Mittwoch, 20. Januar ini Steins Saal statt, lieber Marcell 2alzer äußern sich die Feuilletons hervorragender Zeitungen folgendermaßen: „Boss. Ztg.": „M. S. entfesiekte beu stürmischen Jubel feiner Zuhörer". „N. Hamb. Ztg.": ,,M. S. ist em Vortrags künstker von Gottes Gnaden." „'Brest. Ätorg.-Ztg.": M. S.'s Vortragslunft berührt den Zuhörer wie eine Herzensoffen- varung." „Stuttgart. Schväb. Merkur": „Wer in diesen verdrießlichen Zeiten die Rtensclren so zum Lachen zu bringen versteht, wie M. S., der ist mehr wie em Tausendkünstler, der ist ein Wohltäter der Menschheit!" „Heidelb. Ztg.": „Man lachü Tränen und schämt sich der richtigen nicht. Wenn er ernstes Geriet betritt. Er ist einzig und eigenartig." „Wiesb. Gen.-Anz.": ist. als wenn der SkHzenstift von Wilhelm Busch in einem! Übermütigen Augenblick etwas Menschenähnliches hingeschnörkell hätte, das nun plötzlich zum Leben erwacht ist, so sitzt es da, vicses Fabelwesen unter den Vortragskünstlern Marcell Salzer."
*• Opernoor Heilung (nicht Operettenoor|ieUung,
btflifltt geliefert, eoenll. mn .'iiinmzü. auduieuc werden Eestcül. Oßert. w Ru-o/'
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Gießen, 16. Januar. ;
Angebliche Kaiserworte machten auch in der verflossenen Woche die Runde durch die Presse. Der Kaiser, so hieß es, baue beim Jubiläum des Gardegrenadicr- xegiments, dessen Inhaber der Kaiser Franz Josef ist, eine hochpolitische Ansvracl)e gehalten. An dieser Mitteilung war teilt wahres Wort. Der Kaiser beobachtet, getreu seinem im .Herbste gefaßten Vorsatze, die größte Zuruckhaltung in politischen Dingen; um so häßlicher wirkt es daher, daß gewisse sensationslustige Elemente den Kaiser heute eifriger denn je in den K^reis ihrer Erörterungen ziehen und von Reden des Kaisers wissen wollen, die in Wirklichkeit gar nicht gehalten worden sind. Gegrn solche Taktlosigkeiten muß endlich entschieden Front gemacht werden. Für einen auch nur halbwegs verständigen Atenschen gibt es buch wahrlich besseres zu tun, als Klatsch und Tratsch zu verbreiten. Das politische Leben, wie es sich uns täglich überraschend und neu gestaltet, gibt allein schon Stofs genug zur Unterhaltung. Wozu ist es nötig, an der Hand erfundener Meldungen immerfort den Kaiser zu kritisieren unü altes, längst Gesagtes immer wieder aufzuwärmen?
Reichstag und Preußisches Abgeordnetenhaus sind nun wieder zusammengekommen, um ihre durch bie Weihnachtsserien unterbrochenen Arbeiten fortzusetzen, aber an der rechten Arbeitsireude scheint es den Reia)sboten ciiisttveilen doch iwch zu fehlen. Der Reichstag war in der ersten Sitzung nur spärlich besucht, und an sonderlich wichtigen Ausgaben fehlte es auch noch. Die großen Gesetzes- Vorlagen sind noch in den Kommissionen, und so hatte man sich im Plenum des Reichstages hauptsächlich nur mit Petitionen zu befassen. Jntere,santer gestalteten sich die ersten Sitzungen im Preußischen Abgeordneten- 'h a u s e. Der neue Etat gab zu mancherlei trüben Betrachtungen Veranlassung; der Vergleich mit den früheren fetten Jahren, wo man in Preußen nicht wußte, was man mit dem vielen Geld im Staatssäckel an fangen sollte, war gar zu devrimierend. Eine parlamentarische Debatte, wie sie nicht alle Tage vorlommt, bot die Interpellation des Zentrmns- kämpen Roer en gegen Nacktkultur. Mit diesem kunstfeindlichen Sittkick)keitsapostel war dieses Mal, wie es schien, das ganze Parlament einig in der Ablehnung der neuen Nacktiunst. Auch diejenigen Kreise, die sich durch eine ganze Weltanschauung von einem Roeren und Gen. getrennt fühlen, können sich der Einsicht nicht verschließen, baß die heutige Zeit für bie Kultur paradiesischer Nacktheit noch bei weitem nicht reif ist. Die verhältnismäßige Ruhe und Sachlichkeit, mit der das Problem im Abgeordneten- hause und in der Presse behandelt wird, wirkt nicht um ^^Wohl^das bedeutsamste politische Ereignis der letzten Tage war die friedliche Verständigung zwischen Oe st er reich-Ungarn und der Türkei. Wochenlang hallte es auf dem Balkan von wildem Kriegsgesck)rei wider. Dtan hörte nur von Rüstungen und Mobilisationen, und der allgemeine Balkaukrieg schien unvermeidlich zu sein. Und nun hat es sich gezeigt, daß eine friedliche Verständigung doch möglich war. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Man gab in Wien ein wenig nach und in Konstantinopel ebenfalls, und so ergab sich schließlich in gewissen finanziellen Erörterungen ein Mittel zur Verständigung. „Die Geburt der türkischen Veriassung, die Erstehung der ottomanischen Volksvertretung hängt," so schreibt jetzt ein Wiener Blatt, „in tausend Fäden mit der Geschichte und mit den Interessen der ganzen Welt zusammen; dem neuen Regime in der Türkei überantwortete das Geschick die Entscheidung über Krieg oder Frieden, und siehe da, die jungen Machthaber erwiesen sich den Pflichten der Verantwortung gewachsen, sie votierten dem Großwesir ihr Vertrauen, als er die friedliche Lösung der beiden Probleme, des bulgarischen und des bosnischen, teils in Sicht rückte, teils als dem Wesen nach gelöst kundgab." In der Tat, das junge türkische Parlament hat mit seiner Zustimmung zur friedlichen Lösung der schwebenden Fragen eine bewundernswerte Probe seines politischen Verjtändni,ses und seiner
geschlossen. Wenn Reibungsflächen zwischen beiden Landern vorhanden seien, jo seien diese ebenso wie die zeitweilige Trübung des deutsch-englischen Verhältnisses lediglich darauf zurückzuführen, daß angeblich Fürst Bismarck dem Deutsck)en Reich die vollständige Hegemonie in Europa als Erbe zurückgelassen habe, die Tätigkeit der Großmächte aber darauf gerichtet sei, einen „Gieichgewichtszu- stano" herbeizuführen. Im übrigen steheRußlanddem Deutschen Reich mitrückhaltloserSympathie gegenüber. Das gelegentliche Hervvrkreten feindseliger Preßstimmen gegen Deutschland und Oesterreich-Ungarn habe mit dem Standpunkt der leitenden Politiker nichts zu tun. Die allslawisci)e Agitation werde in Rußland von vielleicht 500 Dcännern betrieben. Der größte Tell der Bevölkerung habe überhaupt lein Verständnis für den Be- tand und die Bedeutung der bosnisch-kierzegowinischen oder einer ähnlicl)en Frage der europäischen Politik. Derartige Friedeiksworte sind von der 9ieüa aus schon lange nicht mehr an die Yloresse Deutschland gerichtet worden. Was i't da vorgegangen, um eine solche plötzliche Wandlung u erklären, oder was geht vor? Was ists mit England, oas in der Türkei und auf dem Balkan schon sehr aktiv Mitwirken zu wollen schien? An der Themse i>ls au] einmal ganz still gcwvroen, man scheint sich nicht im ge« ringsten mehr für die snedllche Verständigung der Türkei mit der Donaumonarchie zu intere)|iereiu Merkwürdig, höchst merkwürdig!E. A.
wie eS infolge eines Druckfehlers hieß) muß es in der gestrigen Notiz über die Troubadour-Aufführung am nächsten Freitag selbstverftändlich heißen.
— Alten-Buseck, 15. Jan. Nächsten Sonntag abend hält der hiesige B i l d u n g s a u s s ch u ß im Saale von W. Rabenau seinen zweiten Boriragsabeno ab. AIS Redner ist Dr. med. Laubenheimer vom Hygienischen Institut Gießen gewonnen, der über daL Thema »Die Tuberkulose lind ihre Bekänipsung^ sprechen wird. AngelichtS der Tatsache, daß in unserem Ort reichlich zwei Drittel der Verstorbenen dieser Krankheit zum Opfer fallen, wird es für jeden ratsam und von Vorteil sein, sich diese Gelegenheit nicht entgehen zu lassen und dem Vorlcage, welcher auch mit Kartendemonstrationen ausgefuhrt wird, beizuwohnen.
--- Schotten, 15. Jan. Auch für das Jahr 1909 sind von der Mitgliederversammlung der Bezirkssparkasse Schotten Mittel zu einem Kuraufenthalt armer, kranker Kinder de8 Bezirks in der Kinderheilanstalt ElisabethenhauS zu Bad-Nauheim bewilligt worden. Die Sommerkur beginnt anfangs Akai.
m. Rod heim a. d. Bieber, 14. Jan. Die neue Schule, anfänglich für vier Klassen und zwei Lehrerwohn- ungen vorgesehen, soll auf erneuten Beschluß der Gemeindevertretung nunmehr allen Lehrern Wohnung bieten. Trotz der regen Balitätigkeit fehlt cS hier an geeigneten Wohnungen, nm so mehr ist es zu begrüßen, daß gleichzeitig auch die Wohnungsverhältnisse der Lehrer endgültig geregelt werden.
X. Atzdach, 14. Jan. Der Turnverein hielt am Samslag abend in seinem Stanunlolal, Gastwirtschaft Tasch, seine Generalversainrntung ab. Schneidermeister Schwicker, der Gründer deö Vereins, wurde wieder zum ersten Vorsitzenden, Ludwig Weller als Turnwart neu und der bisherige Kassierer Weber als solcher wiedergewähtt. Der Verein gehört dein Lahn-Dünsberg-Turnbund an, dem nunmehr auch der Turnverein Dorlar beigetreten ist.
^AuS dem Kreis Wetzlar, 14. Jan. Der Kreis« Viehoersicherungs-Verern des Kreises Wetzlar zählt»
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»WK für den politsichen Teil,
General-Anzeiger für Oberheffen
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