Ausgabe 
15.1.1909 Zweites Blatt
 
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Zweites Mait

Freitag 15» Januar 1909

Nr. 12

159. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

Erscheint täglich mtt Ausnahme beS Sonntags.

General-Anzeiger für Kberheffen

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Wetter

9

+ 5,3 c

Jan.

Handel

Börse, 15. Januar. 1.15 Uhr.

3^°/<

Portugiesen Serie I

Portugiesen

III

111.10

98.30

224 00

Börse, 15 Januar. Anlangskurse

Verbrauchte Nerven

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Sonnenschein KlarerHnnmel Bed. Hrmmet

. 91.8)

. 146 50

15.

15.

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8

18.40

145 50

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Harpener Bergwerk. Laurahütte . . . Lombarden E. B.

Nordd. Lloyd . . .

Türkenlose . . . .

94 85

85 60

94.85

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94.00

93.20 97 75 97 70 93.00

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200.00

91.40

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169.50

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134 00

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148 25

199.10

3% 3%

. 195.70

. 200.60

Höchste Temperatur am Niedrigste

3%

Frankfurter Reichsanleihe . .

do. . .

Konsola . . . .

do. . ...

Hessen . . . .

Oberbessen . .

128.00

242.30

62 20

148.20

Bochum Guss . . . Buderus E. W. . .

Tendenz: fest.

Berliner

Canada E. B. .

I »armstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz fest.

zünftiger Bitterung:

ram-iasu-LoilM

kräftigt man durch Gebrauch von HYGIOPON, dem neuen auf elektrischem Wege hergestellten Eisenpräparat. Hygiopon wird von ärztlichen Autoritäten als hervor­ragendstes Kräftigungsmittel warm empfohlen; es regt den Appetit intensiv au. Originalflaschen M. 1.75 und M. 3. in den Apotheken erhältlich.

General-Depot für Deutschland: Dr. Wasserzug, Frankfurt a. Theaterplatz I.

14. Jan. bis

14. ,

Rotationsdruck und Verlag der Brühlfch« Unwersitäls - Brrch- und Steindruckeret. R. Lange, Gießen.

Klektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schnckert .

Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paket!. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte......

Nordd. Lloyd . . . .

Obeiscbles. Eiseu-Industrie Berliner Hondelages. . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat Bank . . Diskouto-Kommandit . . Dresdner Bank . . . . Kreditaktien.....

Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn . . . . . Gotthard bahn.....

Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staatsbahn . . . Prince-Henri-Eisenbahn .

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: e^@5L Redaktion:^^ 112. Tel.-Adr^ AnzeigerGießen,

DieGießener Zaniilienblätter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit­frage»" erscheinen monatlich zweimal.

Ausland.

Tie Deutschen u n b bte Tschechen. . Das rücksichts­lose Vorgehen der Tschechen und ihre Boykottbewegung gegen die Deutschen hat diese zu einer Gegenaktion veranlaßt. In Teplitz. Bodenbach, Karbitz, Aussig, Schönpriesen und anderen Orten Nord- böhmens finden 'Massenkündigunqen tschechischer Arbeiter statt; auch kündigen deutsche Hausbesitzer in diesen Orten tschechischen Parteien die Wohnungen.

Der russische Admiral Roschdjeftwensky, dessen Tod im Sommer dieses Jahres fälschlicherweise aus Bad-Nauheim gemeldet wurde, ist gestern früh in Petersburg gestorben. Der unglückliche Ausgang der Schlacht bei Tschuschima ,m russisch- japanischen Kriege, die Roschdjestwensky leitete, ist noch m aller Erinnerung.

MeteoroSogLsÄe Beobachtungen

der Station Gießen.

FarniLle n-Nachpiebten.

Geburten: Herrn Dionys Gemündt und Frau in Butzbach eine Tochter.

Verlobte: Fräulein Jenny Löwenstein mit Herrn Leopold Blum, beide m Gießen. Fräulem Luise Köster in Holzhaujen bei Hannover mit Herrn Heinrich Fisch in Bad Nauheim. Fräulein Else Rein in Bad Nauheim mit Herrn Julius Schwabe in Delmenhorst.

Gestorbene: Herr Wilhelm Alt in Pohl-Gons. Frau Katharine Eisenhardt Witwe in Niederkleen. Frau Elise Bern­hard, geb. Georg, in Bad Nauheim. Frau Emma Wotischmidt, ged. Pröscher, in Schotten. Herr Friedrich Wetz in Hetz-Ltchtenau. Herr Johann May in Diebach a. H. Frau Antoni Auguste Friederike Puff, geb. Wick, in Marburg. Herr Wilhelm Klaus, Herr Sanitältzrat Dr. Belgard, beide in Wetzlar._______

Airchleehe Nachrichten.

Evangelische (öemeinöe.

In der Stadtkirche.

2. Sonntag nach Epiphanias, den 17. Januar: Gottesdienst. _

Vormittags 9* V Uhr: Professor D. Schian.

Vormittags 11 Uhr: Militärgottesbienst.

Pfarrer Schwabe.

Nachmittags 27. Uhr: Kinderkirche für die Aratthäusgcmeinde.

Pfarrer D. Schlosser.

Unsere Grosseltern würden ober st unen, wenn sie sehen könnten, welche Entwicklung der Winter sport genommen hat. Rodel, Bobsley und Ski herrschen vor und Wintersportfeste sind Veranstaltungen der vor nehmen Welt geworden. Nun ist der Wintersport ja gewiss gesund, aber doch nur, wenn man sich vorsichtig vor (Jv tältungen hütet. Und das tut man sicher und bequem wenn man während der Fahrt immer eine Sodener Mineral - PastiUe lFays ächte» im Munde Lergeheu läßt. Daß Jays ächte Sodener auch jede vorhandene Erkaltung schleunigst beseitigen, ist längst bekannt. Man kaust sie in allen Apo­theken, Drogen- und Attueralwasserhandlungeu für 85 Pfg. die Schachtel. ' Sb-7n

Spielplan des Neuen Gietzener Stadtcheacers.

Sonntag den 17. Jan., nachmittags 37, Uhr, bei kleinen Preisen: v$£te Puppentee/ Vorher: ^Pension Schüller." Ende ß*/4 Uhr. Abends 77, Uhr, bet kleinen Preisen: .Die Rabeu- sleinerin." Ende 10 Uhr. Dienstag den 19. Jan., abends 8 Uhr (außer Abonnement): Einmaliges Gastspiel von Albert 'Ballerinan n vom Lessing-Theater in Berlin: ,Vom aitderen User." Drei Einakter von Felix Salten. Mittwoch den 20. Jan., abends 7 Uhr: 13. Mittwochs - Abonnement - Vorstellung: John Gabriel Aorkman/ Ende 97. Uhr. Freitag den 22. Jan., abends 8 Uhr: 14. Freitags-Abonnement-Vorstellung: »Der Talisman." Ende gegen 107, Uhr.

4'/z "o Oesterr. Silberrente 4?o Ungar Goldrente . . 4% Italien. Bente . . .

*>U«l*,*mJ*

Freitag den 22. Januar:

Nachmittags 37s Uhr: Frauen - Missionsverein der Lukas- gemeinde.

Nachmittag? 57, Uhr: Vereinigung der konfirmierten weib­lichen Jtigend der Lukas- und Johannesqemeinde.

Abends 8 Uhr tnt Koufirmaudensaal der Johanueskirche: Vortrag von Professor D. Schian über:Aus der Geschichte der christlichen Liebestätigkeit", wozu die Mitglieder unserer ® c - meindefrau en vereine eingeladen werden, und auch Nicht­mitglieder willkommen sind.

Uathottsche Gemeinde. Gottesdienst.

Samstag den 16. Januar:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit wr heil. Beicht.

Sonntag den 17. Jan., 2. Sonntag nach Epiphanie: Fest des heil. Namens Jesu

Vormittags von 6' , Uhr an: Gelegenhest zur heiL Beicht.

um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe.

, um 8 Uhr: Austeilung der heil. Kommunion.

, um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

um 11 Uhr: Heil. Messe mit Predigt.

Nachmittags um 57, Uhr: Christenlehre; darauf Sakramentalische Bruderschaits-Andachk.

*tnb in einer an den Staatssekretär des R e i ch s p o st a m t e s ge­achteten Eingabe wegen Verbesserung der dem gegenwärtigen Ver- lehrsbedürfnis nicht mehr genügenden telegraphischen Ber­bt n b u n g zwischen Norddeutjchlcmd und der Schweiz durch Perstellung einer weiteren Uirefteit Leitung BerlinZürich vor- fteüig geworden.

Ter Bundesrat hat dem Entwurf eines Gesetzes zur Er­gänzung der Gesetze, betr. die Postdampffchiff-Verbind- u n g e n mit überseeischen Lältdern, 8ugeftunmt

Graf Hompesch, der Vorsitzende der Zentrumsfraktion, erlitt, 83jährig, einen Schlaganfall, der Lähmungserschein- mgen an der linken Seite hervorrief.

Tie Wahlprüfungs-Kom Mission des Reichs­tages erklärte die Wahl des Abg. Kölle (Wirtschaftl. Vgg-, Goslar-Zellerfeld) für gillig. Die Wahl des Abg. E u e n (Ions, Hross-Wartenberg-Oels) wurde beanstandet und Bewetserhebuitg beschlossen.

Tie Finanz- und Steuerkont Mission desReichs- tag es führte gestern die Bedarisrechnullg zu Eltde, mbent nod) i>ie Etats der Alarme, der Post- unb Telegraphen- unb der Kolo- riialoerwaltung erörtert wurden. So wie bei den aitderen Etats mürbe auch bei bieien, bte der Vorsitzende der Kontmission am Schluß der Sitzung feststellte, kentertet Aenderuug an der Bedarfö- berechnung vorgenonunen, ionbern diese als zutreffend anerkannt. 2er Staatssekretär v. Tirpitz ntad)lc auf eine Reihe von Anträgen vertrauliche Mittellungeu über technljche Fragen des Schifsshanes, bie Eriahrungen mit den größeren Schiffen, die Frage der Bau-1 Losten u. f. w.

^7u.--------- -

4?o Oesterr Goldrente.

&ur*sbe8*5Chte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie. Giessen.

I Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe.

Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlidien Jugend der Matthäusgememde: Vortragsabettd 'Pfarrer Bechtols- beimer). Auch die früheren Mitglieder werden ctnqelabcn.

Abends 8 Uhr: Wartburg-Verein (Vorirags-Abend).

Donnerstag den 21. Januar, abends 8 Uhr, im Matthäusfaal: Bibelstunde. (Buch Hiob.) Pfarrer D. S ch l o s f er.

3n der Zohannerkirchc.

Vormittags 97? Uhr: Pfarrer A u s f e l d.

Vormittags 11 Uhr: Kmderkirche für die Iohanncsgemeinde.

Pfarrer 2l u s f e l b.

Abends 5 Uhr: Pfarrer B e ck; t o l s h e i m e r.

Abends 8 Uhr im Koitfirmandensaal der Johanneskirche: Versammlung und Bibelbesprechung.

Montag den 18. Januar, abends 8 Uhr im Iohannessaal: B i b e l st u n d e. Pfarrer A u s f e l d.

R Könklilscil elorgMgvottLmidatio«« ^Letnebefmer einmalige Ei'che Revisionen. * «n,ta^

an Haascukteiv i ltr' dl-'E. 8tanfiart a. M.

57 80 58.50

97 20 92.60 93.70

146.00 49 00

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4^°/0 russ.Staatsanl. 1905 4/i9.0 japan. Staatsanleihe 1 % Conv. Türken von 1903 Türken', ose......

1 % Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . u0/e Mexikaner . . .

Chinesen . . . .

Aktien:

LümmuitgrdU- aus dem Reichstage.

Berlin, 14. JaL.

Tas Uebermab her Gesetzmachevei Hat von Jahr zu Jahr mehr bie Arbeit in bie Kommissionen gedrängt, und aus Ge­wohnheit unb Bequemlichkeit beantragt man Kommissionsverwei- sung, auch wo über eine Vorlage völlige Klarheit unb allgemeine liebereini'tünmung herrscht. Es mutete fast befremdlich an, als der Handelsvertrag mit San Salvador, der art erster Stelle der Mutigen Tagesordnung stand, gleich in zweiter Lesung ertebigt wurde. Aber gleich der nächste Punkt der Gesetzentwurf über die Einwirkung der A r m e n u n t e r stü tzu n g auf öffent­liche giechte durfte nicht vorübergehen, ohlte die Unzahl der Koin- missionen noch um eine weitere zu vermehren. Dabei waren alle Parteien unb alle Redner mit Tendenz unb Inhalt einverstanden, unb so weit sie noch eine Erweiterung der sozialen Absichten der Vorlage wünschten, würden entsprechende Anträge auch ohne weitere Prüfung in einer Kommission den gewünschten Erfolg gehabt haben. So werden die Abgeorblveten Brühne, Raab, Dove und Vie anderen Redner, bie heute unb schon gestern dazu das Wort nahmen, zumeist wohl in eigener Person ihre Ausführungen in ter Kommission wiederholen Kimen, um sie dann vermutlich in her zweiten Lesung noch einmal vvrzutragen die Halle der Wiederholungen! t m .

Nicht ganz dieselbe Harmonie erzeugte der dritte Punkt der Lagesordnung, die zweite Lesung des Gesetzentwurfs über die Vreisfeft stellung beim Markthan del mitSchlacht- vieh. Freilich hatte man gerade hierbei von einer Kommissions- oeratung abgesehen. In den Kreisen des Viehhandels und des ächlächtcrgewcrbes hat der Regierungsentwurf nicht geringe Aus- cgung verursacht, aber wohl weniger wegen bet praktischen wirt- icliaftlichen Wirkungen her beabsichtigten Mastnahme, als wegen ihrer ideellen Nebenwirkungen unb Nebenabsichten, bie man be- iirchtet unb vermutet. Die Lanbesregierungen sollen ermächtigt verden, anstelle der Preisnotierung nach Lebendgewicht eine solche rach Schlachtgewicht vvrzuschreiben. Auf einer Anzahl von Märkten ift diese bereits seit jeher in Hebung und an anderen sind die be- :-iligten Kreise ohne behördliche Einwirkung dazu von selbst über» 2 gang en. Auch die Freisinnigen unb bie Sozialdemokraten, deren intrage den Gesichtspunkten der Opposition gegen bas Gesetz 'echnung -u tragen versuchten, wollten lediglich der Gefahr vor- eugen, daß entgegen dem Bedürfnis bas Gesetz dazu benutzt rerben könnte, den eingebürgerten unb bewährten Handel nach Zchlachtgewicht ganz zu untersagen, um dann in Zeiten hoher Fleischpreise durch Berufung auf die niedrigeren Einhettsprcche nach Lebendgewicht die Verantwortung und Schuld front Vieh­züchter auf den Schlächter unb Händler abwälzen zu können. Die 'lussprache, die der Vertreter der Derliner Sehlachthossoerwalttutg, ter Freisinnige Fischbeck einleitete, und an der sich weiter neben lern Sozialdemokraten Scheidemänn, dem .Händler Dr. Rösicke, dem Hannöverschen nationalliberalen Landwirt Wachhorst de Wente unb beit süddeutschen Agrariern Gerstenberger, Vogt, Grails- 'deim und Hilpert in seiner urwüchsigen Art der Obermeister der 'Magdeburger SchlLchterinnung Kobelt beteiligte, fand schliesslich Lurch bie Annahme eines konservativen Vermittelungsanttages «tnigermasien einen Ausgleich.

Es blieb dann noch Zeit, bie neulich abgebrochene Beiprechung enter Petition fortzusetzert, die den Wunsch nach Anstellung von Vaukontrolleuren aus dem Arbeiter st an de aus­spricht. Die Konservativen, auch heute tiertreten durch den Tischler- meiüer Pauli, blieben mit ihrer Bekämpfung des auf Berück­sichtigung des Kommissionsantrages allein, da besonders her Nationalliberale Wölzl unb der Bolksparteiler Wieland sich auf bie guten Erfahrungen der Bau kontra Ile in Bahern und Württem- jerg berufen tonnten. .

Es darf wohl angenommen werden, dass wie in so manchen enteren Dingen, so auch hier d.r Wille einer übergrossen Mehr­et des Reichstags den Widerstand der Bundesratsmehrheit brechen vird. _____________________

vermischtes.

* Podbielski als Geschäftsführer. Herr fr.^Pod- bielski will aufs neue sein unleugbares kaufmännisches Talent bewähren. DerStaatsanzeiger^ bringt eine Mitteilung, wonach in her Berliner Buch- und ZeitungsdruckereiUnion", G. m. b. H. in Berlin NW. 7, Schadowstr. 8, nicht mehr Herr Heinrich Michaelson Geschäftsführer ist, sondern Staatsminister Victor von Podbielski. Der srichere Landwirtschaftsminister, der sich mit dem anscheinerck» so schlichten Posten eines Geschäftsführers be- fcheidet und einen einfachen Herrn Michaelson ersetzt, befindet sich da, wie dieBoss. Ztg." zu dieser Notiz bemerkt, in einer hoch- feudalen Gesellschaft; denn diese Buch- und Zeitungsdmckerei befinbet sich in dem Hause, das bem vornehmen, räumlich so naben Unionklub gehört. Offenbar sind auch verschiedene Mit­glieder des .Äubs an diesem Unternehmen beteiligt, zu beut Herr v. Podbielski schon geschäftliche Beziehungen hatte, als er noch sehr eng mit der Firma v. Tippels'kirck u. Co. verbunden war.

t n vornehmer Mann. Im niederösterreich­ischen Landtage besprkch gestern der Abgeordnete S i l b e r e r mehrere öffentliche Missstände in ntassloser Weise, wodurch er mehrere Ordnungsrufe durch den Landcsmarschall, Prinzen Liech­tenstein provozierte. Silber er nannte den Landtag ein reines Affentheater, in das man ebensogut hundert Dienstmänner schicken könnte, wie Abgeordnete. Er behauptete ferner, es fei eine grosse Etatüberschreitung bei einem Landesbau in Aussicht, die sich auf 10 Millionen belaufe. Die Prostitution in Wien würde von der Polizei gezüchtet. Der König von Serbien sei nichts anderes als e i n g e m e i n e r Mordbube unb ber Kron­prinz ein rotziger Lausejunge. Auf die wiederholten Ord­nungsrufe des Landesmarschalls erklärte ber Abgeorbnete Sil- berer, er nehme bie Ordnungsrufe mit Handkuss an, könne aber seine Ueberzeugimg nickt ändern.______________________________

' D0B mir eenen hchM tt aus Mainzlar gemachte berung nehme ich mit dem en Bedauern zurüL M Wilbelm Becker ITL

ffiiberroirbfltkten bk welche von Selleröweg bis nahe verloren mürbe, n 8 tagen abzugeben, ba Ibtenonnt rourbe, wibrigen' Anzeige crfolnt 10028 iugeben bei kCbrrjditDtit et l'tcdizmijchev Minik.

Verloren

den vor einigen Tagen zwei eimngtzvavier cingeichlagene len von Neuenweg bis zur ikfurter Zttabe. Dem Lieber- ter Selobnung. (890 Fran/nmer Straft k.

r u9tameiae.

kottemowiaie, enMlwö ffldb ein äabeabonnroimt erfarteK auf dem Ayl l>

ücmben-AaAvrikraft, »er- l. ÄbM. geg-guie BkM

Erfurt, 14. Jan. Tas K r i e g s g e r i ch t verurteilte den Depot-Sergeanten S a ck w i tz und den Depot-Feldwebel L ü d i ck e wegen Waffen-Diebftahl in der Erfurter königlichen Ge- wehrfabrik zu 2 Jahren bezw. 9 Monaten Gefängnis, Degradation und Versetzung in bie 2. Klasse des Soldatenstandes.

Zulässigkeit des FirrnenzusatzesBan^bei einer offenen Handelsgesellschaft. Einer offen Han­delsgesellschaft im Handelskammerbezirk Weimar, die ein Bank­geschäft betreibt und sich dabei des FirmenzusatzesBank" be­diente, war auf Antrag der dortigen Handelskammer front Register­richter aufgegeben, sich dieses Firmenz-usatzes zu enthalten. Die gegen die Verfügung des Amtsgerichts eingelegte Besckflverbe ist ovm Landgericht Gera und in letzter Instanz vom gemeinsckiast- lichen Oberlandesgericht in Jena zurückgewiesen worden, wobei zur Begrürtdung darauf h-ingewiesen wird, dass nach der vvn einer Reihe amtlicher Handelsvertreter festgestellten Verkehrsauffassung als Dank ein in den Farmen ber Aktiengesellschaft, Kommandit- gescllsckiaft auf Aktien, Kvlonialgesellsckiaft, Genossenschaft oder Gesellsck)aft mit beschr. Haftung betriebene^ bankgeschLfttiches Unter­nehmen verstanden werde.___________________________________

wandern und Wintersport. Reisen und Bäder.

S t u d e n t e n b e r b e r g e n. Um bie Studenten- und Schülerwandernnaen zu fördern, hat der an der Universität Strass­burg bestehende Akademisckie Touristenklub in den Vogesen, Sckwarz- ivalb, pfalzisdw Hardt und Sckiweiz sogenannte Studentenherbergen errichtet. 'Mit den Wirten ist ein schrisisicher Vertrag abgeschlossen, das; sie gegen Vorzetgen einer Legitimation aut Uebernachlen, Früh­stück, Mittag- und Abendessen eine bestimmte Preisermässigung ge­währen. Tie bis jetzt bestehenden ca. 200 Herbergen haben sich so gut bewahrt, dass der Klub versuchsweise auch solche im Vogelsberg unb Lahntal errichtet hat, die hiermit allen Stubcnien unb Schülern dou Ober-Sekunda an awwärts empfohlen werden. Tas Verzeich­nis der Herbergen und bie für sechs Jahre geltende Leguimations- karte ist zum Preise von je 25 Pfg. vom Akad. Tour.-Klub Strass- bura i. E. zu dezieheu, ausserdem bei stnd. rer. nat I. Walther, Walltorstrasse 2 n, der auch jede gewünschte Allskunft erteilt.

politifdic Saacsfcban.

Jnt.rv ntion in Persien.

In Persien geht es seit einiger Zeit drunter und drüber. Nie aus Teheran gemeldet wird, breitet sich die revolu­tionäre Bewegung auf den ganzen Süden Persiens -ms. Zahlreiche Städte des Südens sind bereits dem Bei­spiele Teherans gefolgt und von der jetzigen Regierung ^gefallen. Angesichts dieser Vorgänge haben Rußland und England sich zur Intervention entschlossen. Die russischen Vorschläge zur Intervention in Persien werden, wie die Times" aus Petersburg erfährt, der Londoner Regierung 'dieser Tage mitgeteilt werden. Sie bilden die Antwort auf gewise von engslischer Seite ausgegangene Anregungen, die besonders daraus abzielten, den russischen Maßnahmen eine Form zu geben, die die Behauptung Müßt, daß es sich nm keine Intervention im eigentlichen Sinne handelt. Man lvird sich deshalb formell auf sogenannte freundliche Ratschläge Persien gegenüber beschränken und zur Be­schwichtigung der liberalen Interventions-Gegner in Eng­land nicht einseitig den Schah, sondern auch den persischen Parlamentarismus unterstützen. Nach den neuesten Mel­dungen aus Persien über die Ausbreitung der Revolution tonn man sich von freundlichen Ratschlägen allerdings nicht sehr viel versprechen.

VeutZches Reic^.

Die Aeltesten ber Berliner Kaufmannschaft

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1909

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