Ausgabe 
12.11.1909 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

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-ettitfd^-ruiiijchen Briefwechfel zu veröffentlichen, sagte Jswolsli, jaä sei eine sehr belitate Frage. Ihm persönlich erscheine die oeröfsentlichung durchaus möglich, wenn sie aber erfolge, dürfe ic nicht dieses oder jenes Dokument, sondern müsse alle <Se-* heimdokumente über die österreichisch-russischen Abkommen, an- gefangen mit deni Abkommen von 1897, umfaßen, und das könnte sich nicA für Rußland allein als unbeqeum erweisen.

zustellen hebt; daß er nicht so arm war, wie cs geschildert worden ist; daß er an dem Hotelbesitzer Dupoirier einen herzensguten Menschen, an dem RomanschristNeller Reginald Turner einen auf­opfernden Pfleger halte, und daß auch sein Begräbnis in durch­aus wiirdlgen Formen verlies. Daraus gehl weiter hervor, welcher Krankheit Wilde erlegen ist (die Aerzie nennen sie Menin­gitis gummosa) eine Krankheit, die er sich als Oxforder Student zngezogen halle, und die durch das turbulente Leben seiner letzten Pariser Zeu wieder zum Ausbruch tvm; übermäßiger Alkohol­genuß half dann auch die Katastrophe beschleunigen. Endlich ist mit der Legende aufgeräumt, daß Wilde freiwillig zum Kcuholizis- mus übergelreten sei, obwohl man ein so effektvolles Ende dieses romantischen Daseins nur ungern vermißt. Ter Dichter lag, wie wir jetzt erfahren, schon in der Agonie, als der Priester an sein Belt trat. Aber Rodert Roß hat gewiß im Sinne seines Freundes gehandelt, als er ihn in den Schoß der allein selig machenden Kirche aufnehmen ließ; denn schon während seiner Universitäts- jähre bekundete Wilde seine starke Hinneigung zum kaihohschen Glauben, die sich bei ihm, wie bei Lord Byron, gegen den Schluß seines Lebens steigerte.

Das Honorar des Dr. Look. AuS New-York wird berichtet: Dr. Cook hat zwar seine Vortragsreise au'gegeben, allein die goldnen Früchte seiner Entdeckerarbeilen sind damit nicht verloren. Eine phonographische Aufnahme der Schilderung seiner Polarabentener ifl vervielfälligt worden und erzählt jetzt in allen Städten der Union mit Dr. Cooks Stimme von Dr. Cooks Talen. Ter Polarforscher hat von der Phonogravhengejellschaft für diesen Vortrag 24 OuO Mark erhallen. Tie Gesellschaft hat verraten, daß Tr. Cook in einer Aufwallung von Geschäftssinn bereits zwei Tage nach feiner Ankunft in Kopenhagen der Gesellschaft seine Tieuste anbot. Bedingungen: GuOO Mark für die ge­sprochene Minute! 'Man bestellte nur 4 Minuten, der Auf­trag wurde ausgeführt und 4 Minuten bauerte auch nur der Phonographenvortrag, der dem Sprecher in so kurzer Zeit 24 000 Mark eiubrachte.

Kleine Chronik aus Kun st und Wissenschaft. Ein nachgelassenes Drama Viktor Hugos ist in Paris aiigehmben worden. Tas einaktige Stück führt den TitelDapres nature und soll demnächst zur Aufführung kommen. In allen Großstädten der Vereinigten Staaten haben größere S ch i 11 e r i e t e r n staltgefunden. Tie 50jährige Doktorjubel'eier begeht am 14. bs. Mts. der Senior der Heidelberger medizinischen Fakultät, Pro'effor der pathologischen Anatomie an der Universität Heidelberg Wirkt Geh. Rat Exz. Dr. med. Julius Arnold. Ter Gelehrte steht tm 75. Lebensjahre.

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politische Lagesschau.

Die politische Geschichte von den kaiserlichen Dackeln.

3swols*i$ Verlegenheit.

DieNowoje Wremja" hat auch Herrn Iswolski über dic bosnische Frage nochmals ausforichen lassen. Die Geister, die dieser rief, wird er nicht mehr los: Den russisch-österreichischen Briefwechsel mit den vertraulichen Verhandlungen zu veröffent­lichen, scheut der Minister. Er spielt gegenüber dem Grafen Aehrenthal keine beneidenswerte Rolle:

Petersburg, 11. Nov. Im Zusammenhänge mit dem gestrigen Telegramm dos Grafen Aehrenthal an dieNowoje Wremja" interviewte ein Mitarbeiter derNowoje 22reinia" den Minister Iswolski anläßlich der jüngsten Meldung der Russischen T^'.egradhenazentur über die An­ne r io ns fr ag e. Der Minister sagte, die erwähnte Mitteilung habe den Zweck, die von einigen, sich für vorzüglich informiert haltenden Organen der europäischen Presse gegen ihn erhobene Anschuldigung zurückzuweisen, als habe er selbst in dem Memo­randum vom 19. Juli Oesterreich vorgeschlagen, Bosnien, die Herzegowina und sogar, den Sandschak anzugliedern. Jetzt, sagte er, ist mein Ziel erreicht! Diese absurde Anschuldigung wird offen­bar nicht mehr aufrechterhalten und die österreichischen Blätter bemühen sich, die Verantwortung für diese grobe Erfindung der fremden Presse zuzuwenden. Auf eine Anfrage über den münd­lichen Meinungsaustausch in Buchlau antwortete der Minister, er müsse selbstverständlich nicht weniger als Graf Aehrenthal diplomatische Zurückhaltung beobachten; einerseits könne er aber bestätigen, was er in seiner Rede in der Duma am 25. Dezember 1908 sagte, daß er Aehrenthal in Buchlau durchaus kategorisch erklärte, die Frage Bosniens, der Herzegowina und des Sandschaks trage vom russischen Standpunkt durchaus europäischen Charakter und könne nur auf einer Konferenz der Signatarmächte gelöst werden. Auf den Hinweis, es sei vielleicht angezeigt, den öfter-

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Wir lesen in derNatl. Korr.":

Vor ein paar Tagen ging wieder die Geschichte von den kaiserlichen D-ackeln durch die Blätter, die der Monarch, weil chn angeblich ein Vortrag des Grafen Posabowsky lang- oeilte, über dessen Beine gejagt habe. Derlei Anekdötchen ytr Zeitgeschichte pflegen erfahrungsgemäß ein zähes Leben ,u haben, und da sie selbst in --r2u 1 riederkehren, scheint es uns doch nützlich, weiterer Le- ;endenbildung ein Ende zu bereiten. Das Histörchen teilt ras Geschick vieler und erheblich lustigerer Dackelgeschichten: >3 ist nämlich nicht wahr. Das taucht zuerst es ist nicht rhne Interesse, zu verfolgen, wie solcheLäuschen" ent- tehen und wandern in einer englischen Schrift über .Kaiser Wilhelm und ferne Gemahlin" auf. Da wird es in Zusammenhang miteinem Minister mit besonders engen Beinen" erzählt. Ob es diesem, der ja nun auch chon längst zu den Gewesenen zählt, wirklich passiert ist, wissen wir nicht; halten es aber nicht eben für wahrschein­lich. Dem Grafen Posadowsih ist es jedenfalls nicht wiber- ohren. Wie es denn überhaupt falsch ist, von irgend­wie äußerlich unfreundlichen Beziehungen zwischen dem Kaiser und dem früheren Staatssekretär des Innern zu sprechen. Die konnten sich schon um deswillen nicht ent- imckeln, weil persönliche Beziehungen zwischen den Beiden

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Ttteines Feuilleton.

Friedrich Schiller in armcnischen Schulen, tan pflegt oft zu sagen: die Genies haben kein Vaterland, iri wäre richtiger, zu sagen: die ganze Welt ist ihr Vaterland. Äe sind überall heimisch und bei jeder Nation willkommen. tt. Schiller, einer der größten Dichter der Menschheit, ist schon feit langem auf der ganzen Welt als Freiheitsdichter anerkannt. Tu fast allen Werken hat er so pathetisch und klangvoll die Frei­et des Geistes und des Körpers besungen. Kein Wunder, die kleinen Völker, die unfreien, die unterdrückten, ihn am Hüften lesen, studieren, von ihm beeinflußt werden. Bei der armenischen Jugend ist Schiller außerordentlich beliebt. Die Schuljugend wurde immer und immer von den leidenschaftlichen, eirigeu Bildern des Dichters angezogen. Es ist mir unvergeßlich, schreibt ein Leser derKöln. Ztg-", _roie wir als Studenten 't: Akademie zu Etschmiadsin, der höchsten Lehranstalt der Ar- ri'.nier im Kaukasus, mit unstillbarem Durst SchillersDon Lwlos",Die Jungfrau",Tell" lasen. Ser, edle Geist des Richters sprach zu uns durch die historischen Gestalten mit geist- »ollen Worten. Durch den Marquis Posa, diesen gerechten edeln 9.ann, durch die patriotische Jungfrau, durch die einfachen, aber htiien Bewohner der hohen Berge der Schweiz und vor allem >ach die unvergleichliche Frische des Freiheitsgefühls nahm cbiller unsere Herzen gefangen. Und nicht nur da. Diesen segensreichen und belehrenden Einfluß übt Schiller auf alle 2hüler in Kaukasien. Seine Werke sind fast alle übersetzt, seine | Bographic ist von verschiedenen Seiten mehrmals geschricchen ioirben. Aber das befriedigt nicht die Jugend. Viele lernen die deutsche Sprache, um Schiller im Original lesen zu können. Daß dv deutsche Kultur im Osten große Fortschritte macht, dankt die I Litton ihren großen Söhnen, vor allem den Dichtern, unter b fiten Schillers Einfluß ganz besonders hervorzuheben ist.

- Der Streit um die Wachsbüste. Geheimrat Bode

b-qh eitet in einer Unterredung mit einem Mitarbeiter der Trans- kontinentalen Korrespondenz die Meldung, er sei zum Kaiser be- lchlen worden, um ihm Vortrag zu erftatieiL Rickstig fei, daß »ch der Kaiser sich für die Angelegenheit interessiert und die fijfte besichtigen wird.Selbstverständlich werden wir eingehende Untersuchungen vornehmen lassen, um die Echtheit der Büste N-chprüfen zu können. Die Untersuchungen werden dadurch er- 'cimert, daß neben den Restaurierungen Lucas' noch solche vor- hmden find, die aus neuerer Zeit stammen. Die Ergebnisse

dieser Prüfung werden seinerzeit der Oeffentlichkeit übergeben werden."

Ein großes Studentenheim beabsichtigt die Universität Breslau ins Leben zu rufen. Nach einer drahtlichen Mitteilung genehmigten die Stadtverordnete^ zur Hundertjahrfeier der Universität int Jahre 1911 die Erwerbung von fünf am Universitätsplatz gelegenen Grund­stücken für 300 000 Mk. zur Errichtung eines Studenten­heims.

Henryk Sienkiewicz, der berühmte Dichter, der bekanntlich ein fanatischer Pole ist, hat für das Jahr 1910 eine .Kunstausstellung,^u.r Feier des vor 500 Jahren von den Polen über den deutschen Ritterorden bei Grun­wald und Tannenberg errungenen Sieges" angeregt. In­folgedessen fand eine Versammlung der Maler fast sämt­licher slawischer Nationalitäten in Prerau statt, in der die südslawischen Künstler gegen diese Bezeichnung pro­testierten, da durch sie dem Unternehmen ein poli­tischer Charatter gegeben würde. Nach heftigen Debatten wurde beschlossen, im Jahre 1911 in Warschau, Lemberg ober Krakau die erste allgemeine Kunstausstellung zu veranstalten.

Die Legende über Oskar Wildes letzte Tage wird ducch eine wertvolle Veröffentlictumg in dein benmäcbft er­scheinenden 2. Novemberheft der illufirterlen Halbmonatsschrift Nord und Süd" zerstört. Bis jetzt hatten mir nur die Auszeich­nungen zweier Franzosen über die letzten Tage Oskar Wildes ; aber sowohl Andrs Gide wie Ernest La Jeuuesse waren bemüht, den Ausgang dteses kiinstlerlebens ein toemg zu stiltsieren, es ihren essayistischen Zwecken unterzuordnen. Zum größeren Ruhme der Kunst oder ihrer Kunst wichen sie wohl beivnßt von dem nümternen Tatbestand ab, weil es ihnen darum ztt tun war, nach den Jahren des Londoner Glanzes die Kontrastwirkung des Pariser Elends hervorzllbringen; weil sie den früheren »König des Lebens" wie einen armen Bettler sterben lasten wollten. Viele ihrer Angaben werden durch den dort zum erflen 'Dl nie m i t g e t e i 11 e n, auch in England noch unveröffentlichten Bericht von Robert Roß, dem »Treuesten der Treuen" Oskar Wildes, widerlegt. Er ist bald nach Wildes Tode niedergeschrieben, ohne alle literarischen Prätensionen, lediglich von dem Zwecke ei- iüllt, einen Londoner Freund (es ist 'Dlorc Adey, der erste eng- tische Jbsen-Uebeisetzer) zu informieren. Daraus gebt deutlich her­vor, daß alles, was für den Kranken geschehen fomitf, wirklich geschehen ist; daß er nicht so verlaßen war, wie man es sich vcn-

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31. Oktober bei dem türkischen Minister des A e u ß e r n Schritte getan worden, um den deutschen Besitzet des Gutes Palekura vor weiteren Belästigungen zu schützet und genau durch Sachverständige festzustellen, ob tatsächlich, wic die türkischen Beis und teilweise dic Behörden behaupten, bi Mühlcnanlage die Ursache von Ueberschwemmungen geworden sei. Die Belästigungen bestanden in verschiedenen Störungen des land wirtschaftlichen Betriebes und der Mühlenarbeit. Schließliä wurde sogar das Wasser vollkommen abgegraben, wac auf Befehl und in Anwesenheit -des Kaimakams geschah, aud wurden unmittelbar zur Mühle gehörige Anlagen böswillig zer stört, wobei dem Besitzer, der sein Eigentum gegen die Ueber macht verteidigen wollte, Gendarmen drohend entaegentraten Diese Zerstörung geschah mutwillig, nachdem der Betrieb bei Mühle burch völlige Entziehung bes^ Wassers schon unmöglid gemacht worben war. Der ganze Streit entstaub wegen dec Wasserrechtes, wobei die türkilchen BeiS, die dem jungtürkischer Komitee angehören und dort eine große Rolle spielen, ersichtlick aus Konkurrenzneid und Fremdenhas; gegen den Gutsbesitzer vor gingen, der niemals sich mit Politik befaßt hat. Die Verluste des Gutsbesitzers werden auf täglich sieben bis acht Pfund geschätzt, die Forderung einer Entschädigung ist erst möglich nach Fest­stellung verschiedener rechtlicher Fragen.

Nach unserer auf dem Augenschein beruhenden Kenntnis der Verhältnisse und Personen ist keine Rede davon, daß die Anlage der Mühle die Veranlassung von Ueberschwemmungen gewesen ist. Unparteiische Sachverständige haben diese Behauptung rund weg für falsch erklärt. Es handelt sich vielmehr um den plan mäßig durchgeführten Versuch, einen deutschen Reichsangehörigeu durch Gewalt aus seinem wohlerworbenen Besitz hinauszudrängen und die Beis, die diesen Versuch machen, stützen sitz dabei auf ihre politischen und persönlichen Beziehungen zu der jungtürkischen Partei.

Hoffentlich ttrirb mit Kraft und Entschiedenheit von unserer Regierung solchem Unfug entgegengetreten!

Nr. 266/ 9 Erstes Blatt 159. Jahrgang Freitag 12. November 1909

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erscheint täglich, außer £^£37 W M 77ionatlich75Pf^viertel-

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wirtschaftliche Seitfragen W W V 6S W W Chefredakteur: A Goetz.

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für die Redaktion 112, - ä zn*. < «r aa polnischen Teil: August

General-Anzeiger für Oberheffen LM

Lroie Tagesnummer Hotafionsbrutf und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Lteiudruckerei R. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. A^eiaen'te?!?^s"ÄL bis öotntittö(p y Ui)t. o "

überhaupt nicht bestanden, solange Caprivi Kanzler war, i.rang er, ber in allen Stücken bie Loyalität selber war, iarauf, baß Graf Posadowsry bem Käiser persönlich Vor- frag hielt. Das hörte auf. als Fürst Hohenlohe ins I .bjanAlerpalais zog. Unb unter bem Fürsten Bülow würbe m bem einmal so eingeführten System erst recht nichts eänbert. Beibe Männer glichen, so sehr sie sonst biver- ! irrten, eituinber in ber Beziehung: sie wünschten alle Fäden in ihren Händen zusammenzuhalten unb. waren r enüberNeberrluft" sehr empfinblrch (ohne freilich sie htn- . ferher verhinbern zu können). Kurz: Graf Posadowsky ist I in der gcrnzen langen Zeit, bie er Staatssekretär im Reichs- I umi bes Innern und genereller Vertreter bes Kanzlers war, I nur em paarmal dazu gekommen, bem Kaiser Vortrag zu I feiten. Das letztemal wir glauben recht unterrichtet | )ix sein im Sommer vor zwer Jahren, kurz vor seinem I Rücktritt. Auch ba hat Graf Posabowsky keine Gelegenheit I gehabt, sich an bem neckischen Spiel ber kaiserlichen Teckel I iu erfreuen. Ebensowenig wie ber Kaiser Anlaß gehabt I i ahen dürfte, sich bei dem Vortrcra des Staatssekretärs zu j .langweilet. Vielmehr ist ber Monarch bei oiesen spär- I lichen Begegnungen zum Grasen Posabowsky immer sehr t srmnblich unb gütig gewesen. Anbere aber hat es nicht I gegeben: zu den Hoffesten ist er, der Zeit seines Amtes ein I iberarbetteter Mann war, meist nicht gegangen. Und er I lat auch sonst nie aufdringlich das Auge ber Majestät ge- I jucht Zu ber ziemlich verbreiteten Spezies ber Leute, bie I ,rvas wollen^', hat bas soMen billigerweise jetzt auch I jeine Gegner zugeben Graf Posabowsky, nie gehört.

Vergewaltigung der Deutschen in der Türkei.

DerKöln. Ztg." wird aus Konstantinopel, offen- - Ice halbamtlich, gemeldet:

Auf Grund der Berichte des Kv-nsulats in Saloniki sind I neuerdings von der deutschen Botsch a f l am 14. und

Erzherzog Zranz Kerdinand in Berlin.

Der österreichische Thronfolger war vorn Kaiser zu einem Jagdbefuch ein geladen worben. Bei der heutigen mternaiumaten Lage ist ein solcher Besuch bes Erzher- ogs, ber ber österreichischen Politik bie Richtschnur gibt, ümnerhin von Bedeutung.

NeuesPalaisbeiPotsdam,ll. Nov. Zu Ehren ->es Erzherzogs Franz Ferbinanb unb ber Herzogin von lohenberg fanb heute abenb beim Kaiserpaar in ber Justizgaleine Abenbtafel statt, an welcher außer bem Kaiser mb ber Kaiserin, bem Erzherzog mit feiner Gemahlin, cm Kronprinzen unb ber Kronprinzessin von Griechenlanb, )ie in Berlin anwesenben Fürstlichkeiten teilnahmen. Gr­aben waren unter Anberen: Die Mitglieber ber st'terreichisch^ungarischen Botschaft, ber Reichskanzler, ber Staatssekretär des Auswärtigen, ber griechische Gesanbte Ühangabe, sowie bie Spitzen ber Potsbamer Behörben, sämt- .ich mit chren Damen. Der Kaiser saß zwischen ber Kron­prinzessin von Griechenlanb unb ber Herzogin von Hohen> berg, bie Kaiserin zwischen dem Erzherzog und bem Kron> prin-en von Griechenlanb. An bie Tafel schloß sich wie bereits gemeldet eine musikalische Abenbunterhaltung im Muschelsaal. .

Berlin, 11. Nov. Morgen begibt sich bet Reichs­kanzler nach Letzlingen, um an ben Hofjagden teil* zun ehmen.

~Hu$ Oesterreich Ungarn.

Ofenpest, 11. Nov. Heute fand die entscheidende Konferenz ber Unabhängigkeitspartei statt. Abgeorbneter Holle stellte einen Antrag, nach welchem seine Partei mir ein solches Kabinett unterstützt, welches aus per Unabhängigkeitspartei gebilbet,, unb oas jebe Koa­lition mit anberen Parteien ausschließt unb welches bie Wahlreform auf ber. Grunblage bes allgemeinen Stimm­rechtes, sowie bie Errichtung einer selbstänbigen Bank int Januar 1911 in bas Regierungsvrogramm aufnimmt. Lossuth bekämpfte biefen Antrag entschieben, biefcr würbe jeboch unb znmr mit 120 gegen 74 Stimmen angenommen. Kossuth erklärte barauf, baß er aus ber Par­tei austrete, unb verließ mit feinen Anhängern den Saal.

Wien, 11. Nov. Der Verfassung-ausschuß nahm einstimmig den Antrag Adler's an. nach welchem bie Bewilligung eines Bubgetprovisoriums nur mit ber Zustimmung bes Parlamentes erfolgen barf, unb bie An- wenbung bes Paragraphen 14 barauf verfassungsmäßig un- bebingl ausgeschlossen wirb unb nach welchem ferner bie Regierung, Die als Ausweg aus ben politischen Schwierig­keiten zu bem § 14 greift unb bie Parteien, bie bas ge­schehen lassen ober burch ihre Politik bahin brängen. Die volle Verantwortung für ben Verfassungsbruch tragen.

Wien, 11. Nov. Ein Kommunique bes Polen­klubs besagt: In ber Sitzung ber parlamentarischen Kom­mission bes Polenklubs erschienen: Ministerpräsident Frei­herr von Bienerth, und die Minister Eilinski unb Dr. Du-

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