In einer von der Lanbwirtfchaftskammer
ichen befreit
Der nächste Markt findet am
Rindvieh inld 355 Schweine.
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Gemüse ist.
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Grofih. Obstbau- uni rcrschule zu Friedlm.- icrs unb Herbstes finden a v. Winterschule zu Frieds namentlich für die obilk- itung sind. Ter erste fiutjsj wird am Montag. 22. Sii dauert im ganzen 8 Wch
1 Tischflasche nur 20 Pfg.
Warum macht Knorr-Sos das große Aufsehen????
Weil sie unerreicht im Geschmack ist.
Weil sie bei mindestens ebenso großer Ausgiebigkeit viel billiger ist als ähnliche Fabrikate.
Weil sie überhaupt die vorteilhafteste Würze für Suppen, Fleisch und
seiner Pflicht. In Ausübung dieser Pflicht habe er aufyr dem) Medizinalrat,Dr. Haberkorn tic vernommenen weiteren Sachver^ ständigen oorladen lassen und er müsse sagen, dos; deren Bekundungen doch ein iv.senttich anderes Bild ergeben hoben, als das schriftliche Gutachten, das bei den Alten liege. Er erwartet, daß die Geschworenen rrnbeeinflußt durch den Abscheu und un-- beeinflußt durch die öffentliche Meinung, die die Sachlage nicht so genau kenne, ihren Spruch fällen würden.
Cs folgt die Rechtsbelehrung durch den Vorsitzenden, woraus die Gesckxwvrenen sich auf 31 Stunde^zur Beratung zurüctziehru.
Die Spannung ist unterdes int Saat aufs Höchste gestiegen, lautlose Stille tritt ein, als der Gerichtshof und die Geschworenen wieder ihre Plätze einnehmen.
Ter Obmann Stadtverordneter Brück verliest darauf beit Spruch der Geschworenen, der die Schuldsrage auf Mord Vergne i n t, dagegen die Fragen auf schuldig des Sittlichkeits-» verbrechens und der Tötung a-tzs Jj 214 des Str.-G. bejaht.
Ter Angeklagte Wird in den Saal zurückgeführt und der Spruch der Geschtvorenen verlesen. Er nimmt ihn gleichgültig entgegen. •
Oberstaatsanwalt Lang beantragt, gegen den Angeklagten wegen des Sittlichkeitsverbrechens 10 Iabre Zuchthaus und wegen der Tötung aut lebenslänglich^ Zilchchausstra'e zu erkennen, dein 'jlngeHagten auch die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit abzuerkennen.
Der Perieidiger, Rechtsanwalt Fischer, erklärt, die Höhe der Straft in das Ermessen des Gerichts zu stellen.
Reif, der das letzte Wort erhielt, sagte wörtlich: „Hochgeehrte öerren! Ich hatte gar nicht die Absicht, einen Mord zu begehen."
Tas Urteil lautete dem Antrag des Staatsanwalts gemäß wegen SittlichkeitSverbrechens auf 10 Jahre Zuchthaus und wegen Tötung auf lebenslängliche Zuchthausstrafe.
Gießener Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung für Hessen am Samstag dein 13. März: Meist trüb, teilte erheblichen Niederschläge. Im Norden des Gebiets und in höheren Lagen Nachtfrost, sonst milde. Schwache nördliche Winde.
In den oberen Lagen der Mittelgebirge Schneedecke von wechselnder Höhe. Schibahn stesienweise gut.
kleine Tagc^dtrontL
Im 53. Lebensjahre narb '.Ulchoooluan und Kreisschulin- svektor B iima r der veidienstvolle und un ganzen Hessen- und Thüringerland bekannte Vorsitzende des hennebergüchkn und hessischen Gesebiehtsveteins zu Schmalkalden.
Der Große Rat von Basel bewilligte 100 000 Frks. zur Förderung der Rhttnschissahrt als Unterstützung den Firma Fendel und 80 000 Frks. zur Anschaffung eines elektrischen Krahns für die Hafenanlage.
Wie von der svanischen Grenze berichtet wird, hält die s v a n i s eh e Zensur sämtliche Telegramme auf, die über die ernfte sanitäre Lage in Madrid berichten. Der Typhus greift immer mehr um sich. Alle Hospitäler sind überfüllt. Im St. Johannes-Hospital werben 300 TyphuS-- fvanfe verpflegt; auch der Bürgermeister Pen al ist an Typhus erkrankt.
Im Nantucket Sund fand bei dichtem Nebel ein "ernster Z u s a m in e n st o ß der beiden amerikanischen T a m p f e r „Horatio Hall" und „Timock" stall. Ter Tampser „Timock" nahm die Passagiere des schwer beschädigten „Horatto Hall" auf, der unterging. Ter Dampfer „Timock" fuhr nach B o sto n weiter, begann aber plötzlich zu sinken. Alle gn Bord Befindlichen, wurden gerettet. *
L. Friedberg, 11. März. Heute gingen die unter ttn Vorsitz des Geh. Ober-SchulratS Scheuermann statt- ttndenden Prüfungen der Klasse la des hiesigen Lehrer- «minarS zu Ende. 19 Seminaristen beteiligten sich daran, fe wurden auf Grund des schriflltchen Examens vom münd-
30 unb 31. März statt; am letzteren Tage auch Pferbe- und Krämermarkt.
ss Marburg, 11. Marz Aus dem heutigen Schweine- m a v f t bedingten die geforderten hohen Preise trotz des großen Angebots ein flaues Geschäft. ES kosteten kleine Ferkel 30 - 50 M., Läufer 60—80 Mk., größere Ware 100—140 Mk. das Paar. Die Zufuhr belief sich auf 860 Stück.
le. Frankfurt a. Ak., 12. März. Heu- unb Strohmarkt. Angefahren waren 16 Wagen Heu unb 2 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für Heu Mk. 3.50—3.80, für Stroh (Kornlangstroh) Mk. 2.60-2.80, Akaschinensiroh Aik.0 00. Die Zufuhr erfolgte aus den Kreisen Dieburg, Büdingen und der Umgegend von Nidda, Tendenz fest.
— Verein für chemis che Industrie, Mainz. Wie die Verwaltung mitteilt, ergibt der Abschluß für 1908 einen Ueberschus; von 860 852 Mark, im Vorjalw 805 244 Mark, wozu 120 000 Mark Vortrag wie im. Vorjahr kommen. Es soll nach den üblichen Abschreibungen wieder eine Dividende von 11 Prozent auf das erhöhte Aktienkapital vorgeschlagen werden.
Markte.
Gießen, 12. März. Viehmarkt. Bei dem am 9~unb 10. März abgehaltenen Markte waren aufgetrieben 1449 Stück
mitgegangen, sonst hätte inan Spuren an der Leiche finden müssen. Anzeichen von Geistesstörung seien von niemand an R. wahr- genommen. Sein sonderbares Benehmen beim Untersuchungsrichter sei ein ungeschicktes Simulieren gewesen. Es sei festgestellt, daß R. weder epileptisch noch hysterisch sei und es läge kein Anlaß vor, dem Angeklagten den § 51 des Strafgesetzes zugute kommen zu lassen. Er sei bei der Tat weder im Zustande von Bewußtlosigkeit noch in krankhafter Störung der Geistestätigkett gewesen. Er fei vollkommen verantwortlich zu machen.
Nach der Pause wird die Oefientlichkeit ausgeschlossen und Prof. Tr. Tanneinann gibt sein medizinisches Gutachten ab. Einleitend bemerkt der Sachverständige, daß er in Uebereinstim- mung mit Medizinalrat Dr. Haberkorn die Ansicht vertrete, daß ter § 51 Les St.-G. nicht anwendbar sei und daß der Angeklagte sich, nicht in einem Zustande der Bewußtlosigkeit oder krankhafter Störung der Geistestätigkeit befunden habe. Dagegen müße er die Ausführungen des Tr. Haberkorn, die die Täuschung der Psychiatriker durch Simulanten hcrvvrhebe, zurückiveisen. Seine Mo liegen wüßten geistig Kranke sehr genau von Simulanten zu unterscheiden. Es sei begreiflich, wenn man in weiten Kreisen der Bevölkerung entrüstet sei über die beispiellos rohe Tat, auch er verabscheue das Verbrechen, dies dürfe aber nicht abhalten, die dunklen Lichter, die Dr. Haberkorn den Geschworenen vvft- gcführt hat, etwas zu mildern. Er werde versuchen, den Richtern Reif menschlich näher zu bringen. Man finde häufig besonders bei starkem Kindersegen in einer Famitte, daß die Nachqeborenen vom rechten fffiege abwichen. Man müsse annehmen, daß bei den ganzen Verhältnissen die Eltern des R. nicht mehr voll zeugungsfähig gewesen seien, wozu bei der Mutter jedenfalls buch schwere Arbeft und ungenügende Ernährung hinzugekommen sei. Wenn der Angeklagte anfänglich durchaus tüchtig gewesen sei, so beweise das gar nichts, denn es kommt öfter vor, daß Straftaten lug endlicher Personen durch das Eintreten der Eltern ja der ganzen Familie ausgeglichen werden, ohne daß Jemand etwas davon erfährt. ^Inwieweit R. bereits krank gewesen sei, würden die andern Sachverständigen, die R. behandelt hätten, berichten, besonders Tr. Siefert, der unter seinen Fa chge.no ssen eine her vorragende Stellung einnehme, sei ein zuständiger Beurteiler. Professor Tanne mann kommt dann an der Hand der Straftaten des R. zu der Ueberzeugung, daß R. ein habitueller Sittlichkeitsverbrecher sei, der eine besonders starke sexuelle Veranlagung besitze. Tie Psychiatriker hätten schon öor' Jahren verlangt, daß solche Lleute nicht wieder freigelassen würden. Es gäbe viele Fälle von abnormer Sexualität, wooei selbst gebildete, geistig hochstehende Personen alles vergessen und zum Verbrecher werben; Seiner abnorm starken Veranlagung ist auch R. untere legen. Zweifellos sei er auch ein minderwertiger Mensch und diese beiden Umstände seien bei Beurteilung in Betracht zu ziehen. In Hebereinftimnunig mit Tr. Haber körn halte er die Tat für keinen Lustmord, aber auch eine Ueberlegung sei ausgeschlossen. Auf Befragen bemerkt Prof. Dr. Tannemami, daß nach seiner Ueberzeugung R. sich in einer solchen Erregung befunden habe, daß er die Folgen seines Handelns nicht ermessen konnte,
Tr. Freising-Wehlheiden hat im Jahre 1904 den Angeklagten in der Haft beobachtet; er hält ihn für geisteskrank und da er auch Verfolgungsideen bemerkt habe, veranlaßte er seine Ueberführmig nach Halle, wo er von Tr. Siefert für geisteskrank erklärt wurde. Tie Ansicht Tr. Haberkorns, daß die Ge- fangenenwärter den Anstoß gäben, um ungebärdige Insassen als angeblich geistesgestört einer Irrenanstalt zu überweisen, sei irrig. Gerade die Wärter hielten jeden befangenen, der geistige Störungen zeige, für einen Simulanten und möchten gern auf ihre Art mit fötalen Leuten fertig werden.
Privatdozent Tr. Siebert erklärt R. sei in jeder Beziehung ein rätselhafter Mensch. Schon seine pathologische Gestalt gebe zu denken. Als R. in seine Anstalt Fant, habe er Verfolgungs- ibeen gezeigt. Ter Zustand habe sich mit der Zeit gebessert und man habe R. auf sein Verlangen wieder in die Anstalt geschickt.
Tr. D e l b r ü ck - St. Georgen bei Bremen hat den Angeklagten ebenfalls als Geisteskranken behandelt und schließt sich den Ausführungen Tr. Sieferts an. Beide Sachverständigen erklären, daß sie über den jetzigen Zustand R's. kein Urteil abgeben können.
Tr. Tanneinann, der ebenfalls auf Antrag der Verteidigung geladen war, erklärt auf Fragen des Rechtsanwalts Fischer, daß er nicht glaube, daß der Angeklagte zurzeit geisteskrank sei unb daß er auch nach längerer Beobachtung zu keinen andern Ansicht kommen werde.
Tamil ist die Beweisaufnahme geschlossen und die Mittagspause tritt ein.
Um 4 Uhr wirb vorn Vorsitzenden die Verhandlung wieder eröffnet und die Öffentlichkeit zugelassen. Saal und Gallerie sind im Umsehen gefüllt. Ten Geschworenen wurden folgende Fragen vorgelegt:
1. Ist der Angeklagte schuldig, mit Gewalt an einer Person unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenommen, oder zur Verübung ober Duldung unzüchtiger Handlungen dieselbe verleitet zu haben? I
2. Sind mildernde Umstände vorhanden?
3. Ist der Angeklagte schuldig, vorsätzlich einen Menschen getötet zu haben und hat er die Tötung mit Ueberlegung ausgeführt?
4. Ist der Angeklagte schuldig, den Knaben vorsätzlich getötet zu haben, um ein Hindernis zu beseitigen, oder um sich der Ergreifung zu eittzielien?
5. Ist durch die unsittlichen Handlungen der Tod verursacht Worben ? ■
6. Ist der Angeklagte der Körperverletzung mit tätlichem Erfolg schuldig?
Tie Schuldftage 6, die Frage 2 nach mildernden Umständen bet Frage 1 siitd auf Antrag des Verteidigers gestellt.
Hierauf nimmt Oberstaatsanwalt Lang das Wort zur Altklage. Tiefes Mitleid mit den armen Eltern, die ihr Kind auf so schändliche Weise verloren haben, bemächtigte sich der Gemüter, als man dies Verbrechen erfuhr. Tas Entsetzen unb das Mitleid darf jedoch den Richter nicht hindern, mit kalter Ruhe das Urteil zu fällen. Ter Staatsanwalt habe die vornehme Pflicht unparteiisch zu untersuchen und zu handeln und auch die milden Gesichtspunkte heranzuziehen. Nach dem Gutachten der Sachverständigen Medizinalrat Tr. Hab er körn und Professor Tr. Tanne mann liege der 8 51 des Str.-G. nicht vor und der Angeklagte fei daher für sein Tun voll verantwortlich zu machen.
Oberstaatsanwalt Lang erörtert dann die rechtlichen Gesichtspunkte, die zu den verschiedenen, an die Geschworenen gestellten Fragen geführt haben und tritt dann dafür ein, daß die Frage 1 glatt zu bejahen sei. Tas die vom Verteidiger beantragte Frage nach mildernden Umständen von den Geschworenen verneint werbe, halte er für selbstverständlich. Zur Frage 3 übergehend bezweifelt er, daß die Tat mit Ueberlegung verübt sei und weift darauf hin, daß die Geschworenen mit der Bejahung dieser Frage die Todesstrafe aussprächen. Bei Mord wie beim Todschlag müsse der Vorsatz vorhanden sein. Mord liege ater nur vor, wenn die Ueberlegung hinzukomme. Man hat die Tat des Angeklagten anfänglich als einen Lustmord gekennzeichnet. Medizinalrat Haberkorn habe aber schon in seinen Ausführungen dargetan, was als Lustmord anzusehen fei. Der Befund der Leiche, die keine äußere Verletzung gezeigt hat, beweise, baß kein Lustmord vorliege. Das Geständnis halte er zwar nicht in allen Punkten stir wahr, aber es ist doch möglich, daß R. den Knaben bedroht hat. Man weiß, daß der Angeklagte bet seinen früheren Sittlichkeitsverbrechen ebenfalls zu Drohungen gegriffen hat, aber trotzdem sei kein Moment nachweisbar, das für einen Riorb im Sinne des Gesetzes spreche. Kein deutsches Schwurgericht dürfe einen Menschen zum Tode verurteilen, der des Mordes nicht überführt sei. Ter Oberstaatsanwalt bittet deshalb diese Frage (3) zu verneinen und R. der -Lötung eines Menschen nach § 214 des Str.-G. schuldig zu sprechen, folgen Sie, meine Herren Geschworenen, meinen Anträgen, |o mutz ich eine lebenslängliche Zuchthausstrafe beantragen und der Angeklagte ist für die Zukunft unschädlich gemacht. .
Ter Verteidiger Nechtsanwalt Ötscher bemerkt, daß Wohl leben die Gefühle des Abscheus über die Tat des Angeklagten teile, aber das entbinde ihn, den bestellten Verteidiger nicht von
Wochen. Für jolche ö Bigen Saum* und Lltt-
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;. - SSoni 29. bti Obstwein« Proöu^tsten statt. Uidje, Lehrer unb fonW mrb viM 3.-8. M
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'M. Dütz Honorar si r Wche Lehrer ist ta#» ,aen sind durch bie M jcöer weiteren Auskunft s«r
Der Zoll Reis vor den Geschworenen,
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th:. Gießen, 11. März.
Zn der heutigen Verhandlung sind die vom Verteidiger ge- kbciten Sachverständigen erschienen. Mehrere Zeugen bekunden |üx- Sache nichts wesentliches. Ter 11jährige Start .Köhler i .ilftt, baß er den Angeklagten am Bescherabend mit schmutzigen Ediuben und Knien gesehen habe.
Die Wirtin Ruhl sagte aus, daß Reif am1 Weihnachtsabend it ihrer Wirtschaft war. Wegen seiner Reden sei sie fortgegangen. <-E.it er kam Steinbrecher, der sich mit R. unterhielt. R. sagte hlbt'i, ihm folge Jedes, ob Bube ober Mädchen unb erklärte, daß ( Zerstreuung brauche. Er jchien sehr aufgeregt unb trank die lgnen Gläser sehr rasch bintcreinanbcr aus. Ter Angeklagte beleckt, bie Aussage der Frau käme ihm recht wunderbar vor.
Ter Schneidermeister Steinbrecher kennt R. schon von ihrem ersten Aufenthalt in Gießen. Er habe in seiner Familie r cfebrt und stets den Eindruck eines vernünftigen, braven Men- : 'm gemacht unb den ftinbern öfter Leckereien gekauft. In der Mschen Wirtschaft kam die Rebe auf bes Zeugen 16 fährige iochter, unb R. 'meinte, St. solle sie ihm noch 4 Jähre aufheben, lärmt wolle er sie heiraten. R. fei ein Prahlhans,. Er habe bei S.m&l erklärt, er sei aufgeregt. II. a. äußerte er noch, kein Gerichts- bn könne ihm was sagen, er sei gescheiter wie diese. R. fönito I yfftas Wein getrunken haben, betrunken sei er nicht gewesen.
Oskar Sippel beobachtete bei Ruhl, daß R. hastig trank inii aufgeregt war.
Der Wirt Euler bekundet, daß R. am heiligen Abend ! bei ihm ein Glas Bier getrunken und bemerkt habe, er vLifie sich zerstreuen. R. sei ihm durchaus nüchtern erschienen!.
Ter sachverständige Prof. Dr. B o ß (Chirurg) aus Frank- Vti a. M. hat R. am 27, Febrl wegen eines Ohrenleidens in iiuier Klinik aufgenonimen und Anfang Mai als geheilt ent- bfitit. Ter Mann, hat auf alle, bie mit ihm zu tun hatten, den (iiibruct eines nicht ganz normalen Menschen gemacht; er war riLrrisch, mißtrauisch und hatte alle möglichen Wünsche. Auf Be- ifiujeu des Medizinalrats H a b c r f o r n erklärt Prof. Tr. V o tz, । habe an R. leine Sinnestäuschungen ober Wahnibeen wahr- i<fl tominen.
Mebizinalrat Tr. Haber körn bemerkt, daß er fein Gütigen abgegeben habe, bevor der Angeklagte feine Schuld ge- imben habe. Er habe den Angeklagten 2 Monate lang im ix angnis beobachte!. Tie Vorfahren des, R. waren gesunde, ‘artige Menschen, auch keine Trinker. R. sei ein mittelmäßiger rcßüler, • aber gesund gewesen und habe fich auch als Lehrjunge aiständig betragen; zur Schusterei hatte er aber, wie der Lehr- Im bekundete, feine Lust. Mit 17 Jahren beschritt R. die Ver- h«herlaufbahn. Er würbe u. a. zu 8 Jahren Zuchthaus ver- irttälf, verbüßte davon 6 Jahre und würbe wegen Wählte r h a 11 ens entlassen. Weitere Verbrechen führten ihn wieder he* Zuchthaus und er wurde der Jrrenabteilung des Gefängnisses it Halle a. S. übergeben. Ter Sackst) crständige bemerkt auf Grund kc Akten, daß es sich damals um eine sogenannte Gefäingnis- kankheit gehandelt habe, bie nur vorübergehend War.
Im Jahre 1906 war R. in St. Georgen auch in einer Jrren- trctalt, wo er beschäftigt wurde. Hier hat er fick in die Tochter Geistlichen verliebt. ‘ Es hat ihm in der Anstalt nicht gefallen, c iwollte wieder in das Gefängnis. Verfolgungs- oder Wahnideen Btt er nicht gehabt zu haben, wenn auch vielleicht anfänglich
2 Anzeichen vorhanden waren. Er habe anscheinend nicht Itert. Er habe eine komische Figur und mag von den Mit- tiamgencit geärgert worben sei. R. habe erklärt, er wisse nichts tetr, er hätte nicht gewußt, was er tue, aber das beweise nicht, hfe er geistesabwesend gewesen sei. Tcr Sachverständige verweist ti bie Aussage des Landgerichtsrats B r ü e l, ber dem Ange- hgten wegen seiner geistigen Fähigkeiten ein glänzendes Zeug- jtis ausgestellt habe. Tie ganze Art, wie R. seine Verbrechen dar- j(teHt, beweise, daß er nicht ohne Bewußtsein gehandelt habe, ir. Haber körn ist überzeugt, baß es dem R. infolge feiner, besonnen. Fähigkeiten, Geschichten zu erzählen, möglich gewesen sei, sor Opfer in den Wald zu locken, denn der Knabe sei gutwillig
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S- Am nächsten (Bonnta» W'v'cqammlung des Rinoi )Q8 ^ostherzogtum §efi r -• D'e poittischc Lag, rangetzTarmstadt. Zu dn d der dem Verbände Qn. ^mittag? 5 Uhr wird bR Vereine der national. °us Köln, in tmer äffen» Jung'.iberalisinus und bL. d>e Aljcy-Vingener Wähl' ] ist jedermann wistkomimr r Reifeprüsimg am Lanl, unterzogen fich 21 Abi- »riftlichen Prnjnngen warn i_L - Ter Reijeprüfnng ar sich 17 Oberprimaner; jch
H '^berufenen Versaminlung sprach Prof. Gisevius-Gießen ..der ^Praktische Maßnahinen zur Hebung des Braugerften- ft.aueS". Ein Komitee, das durch Landwirte aus der Um- I hegend gebildet wurde, soll Erhebungen über den Gerstenbau I o kranstaiten und die nötigen Beratungen pflegen.
(D Laubach, 12. März. Der hiesige Ortsgerichts- । ann Philipp Heinrich Stoß erhielt gelegentlich seiner goldenen Hochzeit am 6. d. Mts. das Bild des Groß- erzogs mit eigenhändiger Unterschrift nebst einem Glück- uuunschschreiben.
Darmstadt, 11. März. Die Stadtverordneten-Ver- lammlung lehnte die Einführung einer Besitzwechsel- > ftteuer in der Stadt Darmstadt ab, stimmte aber der Em- D hrung einer Wertzuwa chssteuer zu.
Darmstadt, 11. März. Tie Beisetzung des Leut- mts Charles de Beaulieu, des dritten Opfers des Unglücks auf der ^kodelbahn an der Ludwigshöhe, fand heute nachmittag unter Beteiligung einer großen Menschenmenge statt.
Mainz, 11. März. Gestern fand im Eisenbahn- »a pektionsgebäude die Eröffnung dec Angebote für den Bau rnr neueJi Rheineisenbahnbrücke statt. Es hatten i;.f) vier deutsche Werke beteiligt. Tas niedrigste Gebot kam IniDii der Süddeutschen Brückenbauanstalt auf Gustavburg mit 2 240 000 Mk. Ter Zuschlag ist noch nicht erfolgt.
WormS, 10. März. Wie aus zuverlässiger Quelle Dedautet, hat sich bei nochmaliger llutersuchung gegen den bei dem Patronendieb stahl zu 6 Monaten Gefängnis iitnb Degradation verurteilten Wassermann dessen Un» Mild ergeben. Tatsache ist, daß er auS der Haft entlassen io lirde.
Marburg, 11. März.' Prosi Tr W e i d e n m ü l l e r, 'ftbremnilglied des Plnlologenvereins von Hessen'Nassau unb i^aldeck ist hier im Atter von 66 Jahren g e st o r b e n. — Au - lelle des am 1. Mai in den R u h e st a n d tretenden llnwersitats- e nbanten Rechnnngsrat Beckmann tritt der seitherige Kassen- io ntrolleur Iona s.
— Frankfurt, 12. März. Heute abend 10,34 Uhr, ir ifft der Kronprinz und die Kronprinzessin hier ii n, um im .Hippodrom den Reiterfesten beizuwohnen, X Hanau, 11. März. Dle Stadtverordneten-Vel- ia nnnlung erhöhte das Gehalt des ziveiten Bürgermeisters üild, das bisher 6000 Mk. steigend von 3 zu 3 Jahren uni je 500 Ml. bis 7500 Mk., um 1000 Mk. unter gleich- jeriligec 9lbänberung der Gehaltsskala, die sich nunmehr auf ;000—8500 Mk. stellt.
Wiesbaden, 11. März. Anstelle der Verordnung i iser den Automobilverkehr ist eine weniger scharfe uorbnung erlassen worden, die die Innenstadt freigibt, iic Außenbezirke dagegen mehr absperrt. — Tie Todes- jubrt auf der Rodelbahn am Chausseehaus mußte üirch ein 15jähriger Schlosserlehrling unfreiwillig mit- ncicheu. Er wurde bei der rasenden Fahrt des Toten- st^fschlittens von diesem unterwegs angesahren und mit- ßeaissen. Der Junge erlitt eine schwere Sehnenzerreißung -in Fuße.
Original-DrahtinelSungen.
Berlin, 12. März. Tie „Post" meldet aus Petersburg: Im Kriegsressort entwickeln die Intendanturen eüte fieberhafte Tätigkeit. Unauffällig werden die Truvven irt den außerdeutschen Grenzgebieten verstärkt. Die Gouverneure erhielten Geheimbefehle, die Staatsarchive und dick Reichsbankkasscn zu schleuniger Versendung in das Innere Rußlands bei einer eveittlwtten Mobilinachung bereit zu halten.
Berlin, 12. März. Die Morgenblätter melden aus Wien: Nachdem am Mittwoch eine li/zstündige Unterredung des Thronfolgers mit dem Frhrn. v. Aehren- thal stattgefunden hatte, wurde gestern int Kriegsministeriumi eine Beratung der Generalität abgehalten, zu der alle kommandierenden Generale eingetrofien waren.
Wien, 13. März. Tas Frerndenblatt meldet, daß die serbische Zirkularnote durch die unklare Textierung aus- falie. Einer Ergänzung bedarf sie deshalb, weit sie die seit fünf Monaten gegen Oesterreich gemachten Rüstungen außer Acht stiftt.
Paris, 12. März. General De'Ferron hat n>egen! seiner die Offiziere der Kolonialregimenter gehaltenen Ansprachc: einen Verweis erhalten. Ter Äriegsminifter versucht durch besondere Maßregeln die stark erschütterte Manneszucht wieder herzustellen.
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