SBrfjner und der silbernen Verdienst Medaille dem Lotniu ttskafjcotcner Ruff er erteilt
* Erle d i g t c Lehrernellen Eine mit einem ladb Lehrer besetzende Lehrerstelle an der Estmeindescb.i e au Jügesheim: eine mit einem kalb Lehrer *su bc setzende Lehrerstelle an der « - meindesckmle ;u «lein Ärot'cnburg: dem Inhab r Föimen die Funktionen eine? Äauvtlehrers an dieser schule gegen bcjoiio re Vergütung übertragen werden: eine mit einer kaih Lehrerin zu bc setzende Lehrerinsvelle an der Gemeindeschule zu jklein Lrotzenburg.
•* Ter Gerichtsvoll-ieherverband des Groß herrogtums Reffen hält am nächsten Sonntag un.er dem Präsidium des «erbandsvorsitzenden Rollenhagen aus Darmstadt in der „Alemannia" frit Frankfurt a. M behufs Beratung verschiedener interner Berufsangelegen heilen eine Generalversammlung ab Bei den 62 Amtsgerichten des Grohhcrzogkums fungieren zurzeit an nähernd 80 Gerichtsvollzieher.
Bauprüfungen Auf Grund deS h der Verordnung Dom 15, Juli 1608, die Ausbildung und Prüfung für den mittleren Staats- und Krcisdicnst im Baufach betr, werden hiermit ernannt zum Vorsitzenden des PrüfungS rrmt-3 für die mittleren Stellen im Baufach Geh Cberbaurat Kli«gelhösser, liebem dieses ihing»ami-3
die Bauräte Paul, Wagner und ffnapp
liebet Rullvtau,gaben der ärztlichen Million in den Kolonien sprach gestern abend in der alten Aula berr Dr med. Liebig, der Ttrektor deS mtsßon4ärzlliche„ Instituts in Tübingen. Er lührte etwa folgende- auS: Bon einem alten Akademiker erwartet man wobt einen afabcmtidien Vortrag, aber ich bin an einer ärztlichen MifsionSanstalt tätig und will nur meine Erfahrungen mitteilen. Wenn Sie fragen: Das ist ärjt liche Mission k so verweise ich sie nur auf den barml-erzigen Sarna riter. Man will durch ärztlich geschulte- Personal an Kranken Liebe erweisen. Wer in dieser Tätigkeit steht, d. h. iver Liebe ver breitet, wird geliebt. Al« Anfang der 70er Jahre Bi-marck in die Welt hinaustelegraphierte: Das Land nördlich vom Cranje steht unter deutschem Schutz, da ging ein Jubel auch durch die Teutschen im Auel'mde. Aber der Rücktchlag kam bald, man wurde bald der Kolonien müde. Heute haben wir einen neuen Kurs. Man Erkennt, bau man die Eingeborenen wirtschaitlich und gesundheit lieb kulturell heben muh. Zunächst sind c5 in unseren Kolonien eine Ilnzal)! von Krankheiten, die die Bevölkerung dezimieren. In erster Vuue die Malaria Man hat in neuerer Zeit gesunden, bah eine Art von giftigen Mücken diese Krankheit venulacbt. Eine andere Krankheit ist die log. Schlafkrankheit, die durch eine Stechfliege verursacht wird Wir können die Eingeborenen belehren, wie sie iict vor Infektionen schützen und die Kraiikheit heilen. Dazu braucht man daö Bertraneu dieser Völker. Tas erreicht inan aber in erster Linie durch die Missionare. Eine andere Krankheit ist Beriberi. Man hat hier Eoidemieu erlebt, die so heilig waren wie die Cholera. Tritt die Krankheit akut auf, dann kann der Mensch in wenigen Stunden tot sein Aber die Krankheit kann auch Jahre iar<i bauern. liebet du- Ursache dieser Krankheit -v man sich noch nicht klar. Menschen, die sehr schnell von dem Crte der Krankheit entfernt werden, genesen oft schnell. Auch auf Schiften rft die Krankheit aufgetreten. Eine andere Krankheit ist daö Riict latlfiebcr, das durch eine Zecke verursacht wird. Tie Pocken sind eine sehr häufige Krankheit m den Kolonien. Die Pest wird durch Ratten verbreitet. Sehr häufig haben wir In den Kolonien die Wurnikrankheit, die durch einen kleinen il Zentimeter großen Wurm verursacht wird. Er setzt sich im Tarnt lest uno verursacht dort Blutungen. Er wird durch Trinkwasfer unb Schmutz verbreitet. Ter AlkoholiSmuV ist auch in den Kolonien sehr verbreitet. In Kamerun und -rogo ift infolgedessen schon vielfach Degeneration ausgetreten. Ein sehr zroher Faktor m i'n |'\chint'beit-:hraaf imiricr Kolomen ist die große 3äuglingofterblid)(cit (bei und 20—.15 Proz..
• il ad en hiervon sind Malaria, üifschlechi.ckrankl ei cn und gewisse heidnische Gebräuche. Jene iwikei meinen, tue Welt sei erfüllt von einem Seelenstoff, und die Menschenfrefferei >>ai darin seinen Grund, hnn diese Völker de M-ru-'i' miteffen zu können. Es sind also Ausflüsse eines verkehrten Glaubens. Tie Menscheujeele
geht nach dem Tode in daö iffemerreich, und ein Mensck).
bei nicht genug -ccleuftoff auigrncmnten hat, wird von aller Itanb Krankheiten befalle». Bei ihn 'BataTat auf Sumatra unb auch hi Kamerun tvnrtx bei säugling mit der toten Mu
m M verboten, und da setzt man die Säuglinge nun i imlid) au l ini and re Ursache ifl ber un nudi, bei den Lernen Veranlassung
den 3^11101111(1 vi töten Die Ursache an diesen und anderen Boi
! gt s;e Unwissenheit bc: heidnischen Völker Die anfklarende Tätigkeit der Munon in dieser Bemlmng wirb von
i i ? Miiiionsäl zte roc l> n die Miss i'iimc, diesen Völkern Gr.
nl das es gid sei, die SToIonien mit Hllfe »er ?Riu innen mit einem Retz von Aerztrn ,n überziehen Tie evang. unb kath Missionen haben itd) bannt euiverflanben erklärt Dir Mensch mutz ein Zdeal haben Wenn wir Erin $erl < 6Wui tuibeii, dann geraten mir in Aberglauben Ätheitzndie Volker haben nidu SeNmmchk gemtg Tie Völker müssen daher bot Olwiilcittmn bekommen Die inuhnmebaniidien Völker fitzen un tiefsten Elend brinnen Wir können unfern MolonialDOllern daher nicht die miihmmbaniidi* Kultur geben, auch nidit du bubbnti’d) fordert iunädgt nicht and
als Vertrauen auf Gott Wir müffen das (ShrÜtentum verbreiten, weil ber Mubaincbanisnrns in nm ereil Kolonien io grotze Fort lchritte madu Redner idiilbert bann das verderbliche Wesen des MuhamedaniSinus Tic Panislanntifchc Bewegung hat grotze Auf stände geyitigt Sie bat drei Zentren uoei polrtiidir. m Kon stantinovel und Saito, von wo ans gegen die Europäer gehetzt wirb, und ein religiöses Zcntrnn in .vir. - Kenner des
MubomcbaniSnms lagt, batz die curvväiichcn Regierungen, die über '.V?ulhinut»aner betridjen, gar nicht wützten, batz fie aut einem ka aus icidu ein allgemeiner Aufstand brr vor gerufen werden Auch in unseren Ävionicn gibt es Angehörige gtbcunci niulamebaniidicr Sekten, die als muh'.meoa nifchc Miitionarr gegen die Regierung besten. Ze mehr wii Wege und Eifenbadneu bauen, umfomeln ebnen wir dem Miihainebani? muS die Wege, wenn wir nicht durch dn nthdv Miiiionst nigkrit dem wieder Einhalt hm N ebner idnlbert dann, auf welche Weife diele mubnncbiiniidycii Mifiioimrc ben Islam ausbreiten Tie Sieger fühlen sich von un» hnuha abgestotzen, weil sie bei uns nidit genügend Unterstützung ,inden Ter Mubamedani-mus aber kommt den Negern in icbcr Weife entgegen. Em miSge zeichnete- Mittel gegen btt Ausbreitung des Mu Ham edan iSmus ist bic ätztl cbe "ton. Tas hat auch idrou die niederländische Regierung ui Sumatra cvkaiint und fordert nun die Gbrifttannierung als be»~tc6 Mittel gegen die dortige Autstandsdewegung der Atteb. Auch wir müssen bei Zeiten dafür forgen. datz untere Kolonien chrut:a!i uert werden, um getreu llnhitanen zu oekvimnen. Die England, r und Amertkan i ixtb. -dx'tt langst eingneben, •
den ärztluben Mmwnen ymmrmt 3n Amerika gibt cs togar die ganic medizmifch»- ivahiltät. die nur MmionSärzte ausdiltzet. Tentfchland bat nur 18 Miiiwnsärzte, in den deutidten Kolonien arbeiten hiervon nur uoet Tie Engländer und Amerikaner 1 ? n dagegen 8Ö0 Miffionsärzte und ärzttnnen. In Tenfrtilanb hat nuiu das Unb i
so ist jetzt in Tübingen ent Institut iür äntluhc Mission gegrünt t worden Das Institut will nmge Medivner autnebmni und uc mit der Mitfwn bekannt machen In bic*cm Inütkut »ollen auch Missionare auSgcb'ld-'t werden in einem ermähn «ich Kursus, in mit prafnicbe medizmnd Üenntnii’. und Wertigkeiten, damii fte fern von Aerzten im Misswn? ,eb»ete bi. riie ärulidw vuie l n sonnen Tie BeiurdUiing. datz Uurpiuidxr grotz aeiogai wurd n, ist schon dadurch befeitigt. bau ,eder -.i iouar sich verpili.hiei, in Europa kein äritiidr 'Bia av. uüKn Im Tüdma stihil sollen aud» .rrauon in >?ebammrnlunst und Sauglin . . mioacbüba warben. AutzeiDcui zoll noch cuu? zropenllmtf ci
richtet werden, für die aus den Tropen veunsebrenden Man wird dann m lönngen Kranken material haben, an dem die lungen Mcdiiiner auegebilbet werden können In Tßtnnq-n bat man natürlich mcht die Hilfsmittel wi< im Tropentaateni'drn 3 nut tu: :ii Hamburg, aber man kann den jungen Medizinern doch in Tubinatn r nm guten Uederbl.ck übn btt Tropenkrankbettrn geben Hebner idjlieft unter groficm Betiall der Versammlung.
nrt Ad Weber, der gegen ivartig ein neue» Wohn Harts ausfuhrt, fand am Samstag beim tlbreiBtn einer alten Mauer ein gut erhaltenes brblifches Wandbild aus gebranntem Ion und am Montag beim Abreisten einer alten Brunnenmauer ■'inen Topf mit Silbermünzen gelullt Es find un gefähr 6(>— 70 grotze Stürke und über 1700 kleine aus den Jahren 1640—1700. Viele tragen das Bild ..Lud. XIII. Uex. Fr. et Nav. Besonder« zahlreich find kurpfälzische Stücke
< Elpenrod, 12. Mai Bei der Wahl eines Bei geordneten wurden Metzgermeister Zoll und Schmiede- meister Fischer mit je 23 Stimmen gewählt, eine Stimme siel auf den Landwirt Kratz. Es mutz somit eine aber malige Beigeordneten wähl erfolgen. Seitheriger B «g'oid- ne ter war der bekannte und beliebte Gastwirt und Metzger W. Zoll, der kürzlich verstorben ist.
rl. Merkenfritz, 12 Mai Bei unserem Tone landete abermals ein Luftballon des „Verein für Luftfchiffahrt"' aus FrankfuN a M Ter Ballon war gegen ' .3 Uhr in Frankfurt a M. aufgesliegen und landete um > Uhr in M. Er trug die Be^ichnunA „Tillie." Nachdem die Landung, die glatt auf einem Hügel vor sich ging, geschehen war, entfliegen 3 Frankfurter Herren dem Korb Tie Leute von hier und Hirzenhain strömten in Scharen bcrbei, da viele von ihnen ein solches Luftunyetüm in unmittelbarer Nähe noch nidit gesehen hatten Sie zeigten sich bei der Bergung sehr behilflich, weshalb es die Herren an einer guten Belohnung nicht fehlen ließen. Tic drei Insassen ließen den verpackten Ballon als Eilgut ausgeben und fuhren selber mit Zug 8.43 Uhr nach ihrer Heimat.
££ Mücke, 12. Mat Eine stark von den Zigeuner- Horden frequentierte Gegend bildet die nachbarliche Straße in den Kreis Schotten. Ucberhaupt sind die Kreis- grenzen, wie sie hier die Kreise Alsfeld, Gießen und Schotten bilden, gern begangene Wege Der Zigeunerbanden So zog jetzt wieder /ine Zigeunerfchar in der Stärke von 80 bis 90 Köpfen vorüber und ergoß sich über das beuadibartc Merlau Jetzt, wo alle arbeitsfähigen Leute im FclD und Garten beschäftigt und nur Greise oder Greisinnen des Hauses Hüter bilden, blüht der Weizen der braunen Zug vögel. So hießen sie in Merlau .3 Hühner, einen Butter weck, einen Laib Brot und einen Unterrock mitgehen Mutz den Banden ohnehin auf die langen Finger gesehen iverden, so ist das um diese Zeit um so nötiger.
FE. Büdingen, 11. Mat Am 17. Mai ds. Js. de geht die Tante des Fürsten Wolfgang zu Bfenburg und Bü dingen, die älteste Schwester seines verftorbenen Balers, die am 17. Mai 1859 hier mit dem damaligen Grafen, jetzigen Fürsten Wolfgang zu Castel Nüdenlxiusen, vermählte Prinzessin Emma das Fest ber goldenen H o ch leit Der Fürst ist 1830, die Fürstin 1841 hier geboren Ter Fürst ist Senior des Fürstlichen GesamthanseS Castell, erblicher Reichsrat ber Krone Bayern Ter Ehe sind adit Kinder, fünf Sohne und drei Töchter, entsprossen, von denen zwei Söhne Töchter des Fabrikbesitzers v. Faber aus Wim berg geheiratet haben unb ber eine für sich unb feine Nadi kommen bic bayerische Bewilligung, sich Graf von Faber Eastcll zu nennen, erhalten hat Tic älteste Tochter be<- fülittidien Paares ist mit bem Fürsten zu Stolberg-Wer ii igerobe vermählt
R. B. Tar m stabt, 11 Mai Turdi Leuchtgas vergiftet I>at sich heute abend 1 ..8 Uhr bie in ber Lieb frauenslratze wohnhafte Witwe Graulich Trotz aller au gestellten Wieberbelebungsverstidie gelang es aber nidit, sie am Leben zu erhalten. Tie Tat bürste in einem Anfall von Schwermut begangen ivoroen fein.
l; M ainz, 12. Mai In ber 6. Kompagnie bcs 87. Nass Infanterie »Regiments ist bie Genickstarre ausgebrochen Gs sind alle Vorsichtsmaßregeln getroffen worben — In Kastel hat ber Arbeiter Hein se , ber mit einem Verioaubten in Schlägereien geraten war, burdi einen Hieb mit einem Prügel bem danebenstehenben 2> ..jährigen Kinde feines Per ivanoten fast ben Scluibel eingefdilagen Das lebensgefährlich verletzte Kinb fani ins Hospital.
--- W» 8 mar, 12. Mai. An» pimmelfahrt-itaflc foiyerncrt hier in bem fthou geleqenen Garten des Gastwirts Brück die fiapelle des Marburger IäaeibataillvnS. Ta bet Platz fast am Vahnliof liegt, bietet sich für Ausflügler dort cm idwnet Aufenthaltsort. (Näheres durch Inserat niemer der näcknen Nummern»
l). Frankfurt a M, 12. Mai. Tic Ermittelungen der Kriminalpolizei über den Täter, der Freitag nadn ben Uebetfall auf die Bauunternehmers Ehefrau Her mann un Eisenbahn Eoup 6 beging, haben zu keinen, Ergebnis geführt Es sind Personen vernanrrnen worden, bie in ber Nähe bes TalortcS eine verdächtiae Person gc sehen haben wollen Alle Spuren, bic verfolgt würben, führten aber zu keinem Resultat. ____
* Kleine M itteilungen aui Hesse» und ben Nachbarstaaten Ter Tarmstadier Polizenvachtinei ter Roßmann wurde heute mittag 12 Uhr Obern am vergottsberg tot ausgefunden <'r hat anidiemenb m einem Anfall von ^ei'tcsumnacbtung Selbstmord verübt. — B ü r g e r in e i ft e r Saab ouS Billings bat sich erhängt. Tie Ursache hierzu ichemt in einem nervösen Leiben iu hegen. —
. 3 di 1 t t t in Bernsburg wurde als Beigeordneter tut diele Gemeinde w'ederqewahU unb bestätigt. — In Toylar
; Bald oerhaitet, weil cr im verdacht steh:, sein kürzlich abgebraniites Gebö't anqezündet zu haben.
Canfra»irtü*baft.
§ Aus dem Vogelsberg, 12. Mai. Bei ben Heiner en Landwirten herrscht Futtermangel Die Heu» vorrate sind zur Neige gegangen, unb Grünfutter ist trotz ber Mitte bes Mai noch nicht porhanben. Terf^raswuchs steht noch auf berfclben Stufe wie zu Anfang düfes Monats Tie unausgesetzt falte, hohle Norblutt. die eisigen Rächte — in vergangener Nach: fiel bas Thermometer tmeber unter '»htil —, bei Mangel jeglichen NÜberschlages hemmen allen Wachstum Tas zarte Maigrün des lungbelaubtcn Walbes. wie auch bas Wieiengrun lieht bräunlich aus, eine Iolge der kalten Witterung Ter seitherige Verlauf des M'cn tvar ein Hemmidiuh für die Begetatton. Teffeu ungeachtet bat biefe Wetterlage auch ihr Gutes gehabt Tas iü einmal bie ganz vortref'lichc Bebauung bes Bodens für die Kartoffeln unb für das Sommergetreide bas anbcremal ber Schutz, ben sie bot. gegen bas Ungeziefer, insonberdeil bie Maikäfer Man mußte in biejem Jahr Maiküfer, bic Kälte, hielt sie zurück Nunmehr öffnen der tveiier die Rc»fnächte an, bann geht bie ganze Cbüernic tu die .\YLmmeptxtie.
Unit>criität»*nadirirtitcn-
Marburg, 12 Mai Als Privatbozent brr pdilv ophifchen Fakultät ber Un versttak habilitiert sich am nächsten Freitag Tr Alfred Rühl mit einer Antrittsvorlesung über „Ttc Niederschlagstvven unb ihre geographische Bedeutung"
Arbeiterbewegung.
Mainz, 12. "51 au Ter Streik der ErSardeuer bet der Niederlegung der IestungSwälle ist dntch Aneckennung des lanK beendet.
<^ericbt>faal.
s Tarnt nabt, 12. Mai. In welch unglaublicher Weite der 138,ädrige Schuhmacher xxrm. Kellner aus £ H r n bad>, ircgcn geringfügigen Vergehens von den dottig n 2 dm bleuten s Zt handelt worden war, wurde m der heutigen Sziaikammer» Verbandlung aus Tageslicht gezogen. Kellner iolltr am 23. Avni v I nachts Rudeslörung verübt baten und war bmerbolb ojnt Schötfengeeicht ju 15 Mk tseldstrast verurteilt worden In ber l/culiflcn 2- : iaatc der damalige Schutzmann
Kling aus, datz Kellner sich ohne Widerstand zu teilten, am seine Aufforderung bin mit zur Wach' degeven habe Aus die Frage des VoNitzend-m, weshalb er den K mitgenommen habe, erwidert ber Zeuge, datz Kellner anicbemend mit feiner Braut Streit gehabt läne und dadurch die Ruhestörung verursach bade Trotzd.'m S leinen Namen angab, mußte er mit jur Wache Seine Braut ging mit unb wurde von dem hinjugekommenen Schutzmann Hevl geleitet Au' der Wache ioll K von dem Sdmpmann Hevl mit einem Gummiichlaud) ober einem ahnltdxn Instrumem auf* ichverste nus handelt worden fein. Kellner bradtr ärztlich Atteste bei, wonach Verletzungen, die von emo» Guminndüanch der rühren konnten, an tbm fefigerteilt wurden Ta Schutzmann Hevl di« in der SchoffetigeridnsverHandlung vom 12 März o I adge- ichiiwrcn batte, wurde von tx
wegen Meineids gegen ibn nngdeitci. iet ’ u mangel» Beweises wieder nnflcrtellt. Von der StaatsanwaUichaft waren f Zt. die Akten ber Stadt Offenbach über geben worden, damit ne ein T»fzi- plinarversabren gegen den ScHutzmai,n einlntr Tie Stadt lcdnte dies ab In der bcutigcn Verbandlung mutzten die, Schutzleute zugeden, daß fit ohne eigentlich Veranl'N'nng Kellner an Arm unb Bein qeieiidt und in eine Zelle geworfen hätten Nidit er- wiesen wurde, daß K iid) an dem Schutzmann Hevl abiuhtlidi aui der Wadn oergriifen habe. Reck: Anwalt Tr Bender geißelte das unangebrachte Verhallen ber Schutzleute Tic Bd'upkulc hatten, als K sich wehrte, zum Fefieln ein Tau geholt und iidmluh den K damit auch gtidilagcn Bender beantragt kostenlose Fre, ivrechung. Staatsanwalt Tr Hoo» bittet ebtniall#, den Ange- klagten von Straie und Kosten j r e i z u s p r e ch e n. Ta» Gericht gab den Anträgen Folge.
Tori in und, 12. Mai. Die dritte Ztoilkammer de» Land- Gerichtes bat beute die Klage von sechs Witwen ber|aio Zeche ,Raddod- Verunglückt«, welche dahin ging, das gefammelie «'Selb an die Huuerdliebenen gleichmäßig zu oerieilen ober eventuell die Rente zu erhöhen, fofttnpflidilig abgewiesen. Eine Begründung des Urteil# erfolgte nicht.
Der Mord auf der Landstraße.
(Fortsetzung.)
F.E Wiesbaden, 12. Mat
Heute war der Andrang des Publikums zu der Vcrhandluni bcsonders stark. Nachdem drei Zeugen nbvi bic Bc iehungen br Burtkard zur Thamer ucuwmmni und ocrfcfcicbenr Oertlubfeitei bei Königstein an Hand von Karten jestgcikcllt inorbcn waren, wurde bic eidliche Aussage der vor einigen Tagen verstör denen achtzigjährigen KartenidKägerin Mang aus Vrvntxrg verleje» Tarim-3 ging hervor, daß gegen 8 llbr rrüb am Mordtage du Thainer in Eronbrrg bei der Mang mivcsen, tn-* Marten bat ne an di esem Tage nicht gelegt Tie Tbamrr habe ihr aber arant, sie Ihüx beule io Angst vor Burkhard uno innen Buben, 0.: eine habe sie tagsoorher nod) gefragt, wann iie jum Jermiu an, 18. Januar fahre Bis zu diesem Punkte waren 16 Zni^cn ver nommnt, nunmehr wurden weitere 51 Zeugen in den raal ge rufen, von denen zunächst die Ehefrau de» Ang. Nagten als.stugin vorgerufen luurbe Ter Vorsitzende ermahnte die Zeugj», nach- dein sie crlärtc, daß sie auSiagcn wolle Bew gung, die^Wahrbeit zu sagen Die Frau deponiertem Arn Mordtage in oer .Frühe um 7* । Uhr Im beit meine Sohne Gcvrg und Pinlivv Oie W .'»«minO verlassen, mein Mann lag noch zu Bctt .11 •> es 7,28 Uh: idnug
sagte mein Mann „sieh mal. ob in den tetzt nach Erondera attahrmben Zuge bic Frau THamer einfteigt." diei> ftin et», was idi meinem Mann sagte. Taraurbm mriieh mein Mann rasch sein Lager, zog seinen ichwarzen Anzug an, nahm entrn iividhii Filzhut unb ging schleunigst iwg 10'. llbr krdtte er uirikf, er sagte zu mir „sag nicht-, das, ich ioeg war," unb
legte sich wieder zu Bett Mein Sohn Pbilivv kam fun nach
meinem Mann, mein Sohn Georg erschien mit II* llbr Um 12,58 llbr begab sich mein Mann mit ber Bahr in hnrnclbrn ?lnzug wie am Morgen, aber mit einem Mantel, den am Morgen einer ber Söhne anbattc, nach Ewnderg Am 17 Zanuar lagtc mein Mann: „Tri Philipp fall sich weqschaneii. o.'nn uno tmr gerettet. ’ Ich wußte glicht, was ba bedeute» ’olltr. und ent geqncte. „Bist du »rrrüdt Ml» id> am 1» lunaar jum iritcitmal vernommen imirbf, merlie idi erü, daß mein Man» nnt dem Thainerfchen Mord m Verbindung Nein »1: habe .urrn iroar getagt, mein Mann wäre am 13 Zammr zu Hanse geweien, ■ i-ätcr dies aber widerrufen, weil idi bei der Wahrheit hkibte unb mich einer Verbastung nicht aust'ctzen wollte Taß tdi ».ings nickt bet der Wahrheit blieb, geschah mr Mitleid nftnem Mann und Kindern Boi nnigen Tagen kam nn Teteklw zu nnr unb sagt-. ich sollte bet der SdUDuiqrnd t#t»nb«inbhing lagen, mein Mann fei am Mordtage zukauic gewesen, dann konnte moe ibn, du Angeklagten, durchschanen. 3cb reagierte md't bar «tu. t-a mich der Wachtmeister Baumann darauf btnwi^s. bic Wabe beit ui sagen Was meinen Svbn Philtvo detrikst, io tft dsß cm guter Junge Auf mein Zureden in Königrt 'n bei unserer Vernehmung, die W^ihrbetl zu sagen, fiel mir 1-. ipp um ora Ha!» und »agte ..ich bube dem Vater den h.-voloer beiorgt" „Warum bat -ßbihDP wohl dem Vater den N.-voloer besorgt.' fragt' der Voritk^ nde die Zeugin: „fBabvdKinlirfv um rtne Wendung derbeijuführen in dem Berhältni» bc» Ba:crc> IN- nur ' Ter Angeklagte. Burkbord len, zur Aeugerun« b«ruber dUTgeruien. rrflärw: „Was meine Frau gesagt, irt unmabr, cfj trt ihr dies eingeredet worden. Ich kann nach allem sagen, man heben bic Thamer weggefchant. meine .>raa bat barw^j i-ivutzt und nun wollen fie mir die xadx in die cdmbr dnebew. Bewcnma Ich habe die Ibamir nicht ttnordci. id wt an bem Mordtage niiht weg. idi nwr »n Haust " Ite 3eugu: Mi* bet ihren Au- iiitntn heftig un ..Wenirf", er wollte »ie los fern and gnir de* ’afb zum Revolver Er mellte sich wegen ber d-iantt-'w "Nb* Tdarnerschen Anzavnmaen früher schon stlbrt da- Leben n^m»
Nunmehr wurde fbiliPP Burkhard au’aennrn. nch jIxt btf Aussttgra der .st-.-gin in äußern Et tagte „Was mruu Jrtrr getagt, hniid-.tltd) meiner, ift wahr' Die 18- unb I" t ibrigfll Töchter des Angeklagten erTlärlen. bic Mutter babr gr»aat, der Ter AnaeNagte bezeichnete auch biete Auslagen als tmridnia und nn.Ktridtert Ter ällrftr. 19 i.ibrw 2'hn t^eora. brr i rtfflt übiukgen Er sagte, tn Der .er. be des Mordta t e um <1 i Ubr trt er mit teinem Bruder Sbthpp nxggeganmn er nach Cber- jch'tadr. Pdtl PP nach Ervnbera. behrtöft mit hartem Hnt und '.'otnrl Er : rrte um 11* t Uhr nach Hause zurück, ipcii ^nu» aus eigen» i Er brung. ob fein Bat<r am Vormittage des Tages \eg war. feine Mutter ba’ tbm es aber gesagt Am 1 Jan«« •>.) ltxn ,euge mit d^ r Ibimer und seinem V-ner |« ' öiü a M bei einer Tanzmusik, her äußerte der Vater, als ie Thamer mt: einem ander--,, r.inzte, zu dem .kugrn Wen«
b; .'. nur nur imm'-i >o ut wie h-iite. io toll sie an, t« bictixu, tcui \w tmr aber wieder Scherereien bet der EronvergM


