Ausgabe 
11.11.1909 Drittes Blatt
 
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Drittes Blatt

ISS. Jahrgang

Nr. 265

General-Anzeiger für Dberhesim

Es starben an: Zusammen!

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5otichlnn Verunglückung anderen Krankheiten

H. Bussen

1L November

Scotts Emulsion

zu nehmen, und ob sich nicht auch hier der Spruch bestätigt:

das Beste ist stets das Billigste.

Man verlange daher ausdrücklich: Scotts Emulsion mit unserer bekannten nebenstehenden Fischer-

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Gi«sSe

5V Zahresftst des Cberhessischen Vereins für innere Mission.

iin Wochenbett Tuberkulose Lungenentzündung anderen Lungen- krankheiten

Schlagfluß

Krankl), des Nerven- systeuis

Darmkatarrh Vlinddarinentzündung Nierenkrankheiicu

Das Beste ist stets das Billigste.

Wie sür jedes bekannte und eingeführte Prä­parat, so wird auch für Scotts Emulsion eine Reihe von mehr ober weniger minderwertigen Nachahmungen geboten. Hierüber lausen täglich Klagen bei uns ein, zumal nach Gebrauch dieser Nachahmungen der gewünschte Erfolg ausgeblieben ist. Deshalb sollten alle Eltern, die es gut mit ihren Kleinen meinen, wohl überlegen, ob es nicht vorteilhafter ist, das in allen Fällen be­währte Originalpräparat

Grlchetnl taglld) mit Ausnahme des Sonntags.

DieSiebener ZamlllenblSNer" werden dem Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegl, daS *Krelsblott für öen Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die ..Lantzwttkschafllichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Hefter

Gustav ftpflW]

: Erwachsene: nn oont

1. Lebensjahr: 2.-15. Jahr

Donnerstag 11 November 1909

- . .. Rotationsdruck und Verlag der Br üblich«

j '<' * UnwersuälS - Buch» und SteuibrudeteL

E 1 | R. Lange. Lieben.

Redaktion, Expedition und Druckeret: Eckul» strayc 7. EroedlNon und Verlag, 5L Redaktion:^ZK112. Tel.-Aür^AnzeigerGiebea.

Sumina: 51 (23) 41 (21) 7 5 (2)

Anm.: Die in Klammern gcicBten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit ans von auswärts nach ließen gebrachte Kranke kommen.

Schanzenstras! ber, abends 8 Uhr: Erstellung vErnet Bergbaus*1

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bisherigen Uebcrwinder Europas nicht als eme Ungeheuerlichkeit erschien. Das waren Blücher, sein Stabschef Gneisenan imb -toll Alle anderen stimmten für Vorsicht, für Lavieren, Abwarten urid Ermüden. Bernadotte ging gar daraus aus, sich lederrett mog- liclcht weit ab von bec cmften Berührung mit dem ftoijcr ,u halten und sich seine Rückzugslinie zu den schwedischen etijincn nicht rauben zu lassen.

Es wurde angenommen, dass Oesterreich und die österreichische Armee, als derjenige Gegner, der am frischesten tn die Kriegs- Handlung eintrat, des Kaisers nächstes Ziel sem werde. Auch politische Rücksichten machten dies wahrscheinlich, weshalb lallte der größere Teil der jetzt in Schlesien versammelten nrstM- preußischcn Heeresmacht nach Böhmen aörücken, um die Oester- reicher zu verstärken. Tie Monarchen wollten ihn begleiten, um dem Tritten int Bunde, dem Kaiser Franz, nahe zu sein. Der Oberbefehl wurde dem österreichischeii Feldmarschall Fürsten Schwarzenberg auvertraut. Bernadottes Rolle war so gedacht, baR er nur schwache Kräfte gegen die Niederelbe stehen zu lassen und zwischen Torgau und Magdeburg die mittlere Elbe zu überschreiten babe/um gegen Leipzig vorzugeben, während die schlesische Ar- mee der Rest der in der Provinz Schlesien verblichenen! ßTäfte sich mit der Nvrdarmee jenseits der Elbe vereinigen würde, falls nicht ihr Abmarsch nach Böhmen noch vorher nötig wurde Tie böhrnisckte dieHauptarmee aber hatte sich nach den Unternehmungen Napoleons zu richten, also nach Schlesien, nach Sachsen, über öot nach Thüringen oder gar zur Tonau zu wenden. Die russische Reservearmee unter Bennigsen sollte zur Oder in der Richtung aus Glogau folgen. Als allgemeine leitende Absicht galt noch die Offensive und die gegenteilige Unterstützung. Alle koalierten Armem werden die Oftensive ergreifen, und das feindliche Lager wird ihr Treffpunkt sein."

B. Gießen, 10. Nov.

Tie gestern abend in Steins Garten! abgehaltene freie Ver- lammlung, die ziemlich gut besucht war, (es hätten freilid) noch viel mehr Teilnehmer Platz gefunden), wurde mit einer Begrüßungsansprache von Geh. Schulrat D. Stamm, hin, er­öffnet. Nach einem äußerst ansprechenden Ehorgesany des Evang. Kirchengesangvcreins hier, der sich überhaupt um die Verschönerung der Veranstaltung durch feine Beteiligung sehr hervortat, sprach 0. Stamm in anregender Weise über die Beziehungen des ver­storbenen bekannten christlich-sozialen Politikers D. S töcker zur Inneren Mission, besonders zum Oberhess. Landesverem sodann gab Pfarrei Rudolf Schlosser aus Darmstadt Bilder pus der evangelischen Jugendarbeit und zeigte in anregender Rede, wie bitter notwendig diese Arbeit ist und welche guten Erfolgs dadurch erzielt worden sind. Besonders wurde die Anerkennung erwähnt, die die japanische Regierung den japanischen und amerv- kmischcn christlichen Jügendvereinigungen für ihre Arbeit nn russisch-japanischen Kriege zuteil werden ließ. ..

Heute vormittag wurde die Jahresversammlung un Konfrr- mandensaal der Iohanneskirche mit einer von Pfarrer Be ch to ls- heimer, hier, gehaltenen Morgenandacht eröffnet. ~cr Neuner sprach unter Hinweis auf Schillers 150. Geburtstag un Anschluß an Galat. 6,9 über die Beziehungen der Inneren Miisivn zu Schillers Idealismus. Sodann trug Kirchrnrat D. S ch l o, s er , bier, den Jahresbericht sür 1908 vor. Wir entnehmen ihm, daß das vom Verein sirr Innere Mission in Bad-Nauheim eröffnete (Äeo- Wren-Hospiz sich gut entwickelt; die, Verberge zur Heimat hier erweist sich immer mehr als eine heilsame Einrichtung für untere Wanderburschen: der Landkrankenpflege wird fortgefetzt bciondere

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Star echt mit Kiefer Ttariedemgiicha dem Garantin zrich-o bei Scott» \0tta Bcrtaljrtnfii

Beachtung geschentt und sie auf alle mögliche Weife gefordert. Die Gründung von Gemeindefrauenvereinen macht gute Fort­schritte Lichtbildervvrträge seitens des Vereins wurden in vielen Gemeinden Oberhessens abgehalten. Die Erziehunge-oere.ne ge- deihen in erfreulicherweise. Durch Entgegenkommm des Bor'.andes der Epileptischen Anstalt zu Nieder-Ramtadt ut die Errichtung eines sür Oberhesscn so notwendigen lLeinen Krüppelheims ms Auge gefaßt, das, sobald die Mittel dazu vorlanden jino, zu Nieder-Ramstadt eröffnet werden soll. In den Vorstand wurden die Herren Prof. D. Schian und Oberstaatsanwalt Tr. Lang h-.er binzugewählt. Sehr interZsant war der darauf folgende Vortrag von Pfarrer Buscl>-Gr.-Schwirsen in Pommern über Torsmil non. Die Nau des Landes ist die Landflucht und die Bewunderung der Großstadt seitens der- Landbevölkerung. Tie Hochkuldur der Grotz- s:adt wird aus dem Land zur Hohltultur. Diesen Schäden gut es entgegenzuwirlen, denn das Land ist die Zukunft unferes Vvike^. Dies geschieht durch Hemmuitg der Landflucht, durch Zurück- tämmung der Hochiültur, durch Bedttgung der kirchlichen eilten auf dem Lande und durch Umwandlung derielben in beroußkt», lebendiges Ehristentum. Hier kommen Belebung des laridwirtt schaitticl.en Genossensch-astswesens, 'der Fraa«rrvereine und ^pum- s'.uben, Beeinflussimg der anständigen Presse in Volkeerv.rherlia:m Sinn, Gasthausroform, Hebung der Geselligleit, Vollsmolwthtt m Betracht. An den airregenden Vortrag, den anhaltender Beifall der Anwesenden lohnte, schloß sich eine kurze Aussprache an, an

1 der sich Prof. D. Schian, hier, Pfarrer ^>chlo, f er, £arm- stadt, Kirchenrat D. Schlosser, hier, Tettrn Strack, der R e s o rent u. a. beteiligten. . ~ e

Mit einem Tankeswort an die Teilnehmer schloß -su/ulrat D. Stam m gegen 2 Uhr die Jahresversammlung.

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Aus dem hessischen Snanzausschutz.

R. B. Tarmstadt, 10. Nov.

In der heutigen Sitzung des Finanzausschusses turbe zuerst mit oer Regierung die Frage nochmals in Sc- ^tung" gezogen, ob landwirtschaftliche Oekonomiegebäude jQrt der Grundsteuer ausgenommen werden sollen, oder nicht Tie Regierung war vertreten durch die Geheim­ste Tr. Becker, B e st und Geh. Oberfinanzrat K n e l l, sowie später auch durch die Minister B r au n und G n a u t h. 2ic Antragsteller auf Steuerfreiheit der O e t o n o miegebäude (Tr. Weber und Brauer) hoben heute tue Möglichkeit hervor, von dieser Steuerfreiheit abzusehen, "cnii auf einem andere nWegederLand wirtschaft ^inAequivalentgebotcn werden könnte, etwa durch Vie Bestimmung, daß an dem gemeinen Wert ca. 2025 Proz. -.uaunsten der Landwirtschaft abgezogen würden. Dte beiden Zbqeordneten betonten die Notwendigkeit einer solck)en Be -lünstigung der Landwirtschaft, da diese 40 Prozent höher jeia(tet werde als Gewerbe und Kapital. Die Landwirt >'cbaft rentiere nur zu 23 Prozent, das Gewerbe aber 'M 5 Prozent, und darum müsse der Landwrctschaft ent- regengekommen werden. Geh. Rat Tr. Becker wies ha>, ;(ruf hin, daß die Regierung der Landwirtschaft schon da- rurch entgegen komme, indem sie damit einverstanoen sei, raß sie unter gewissen Voraussetzungen den Ertrag aus- äftaggebend sein lasse. Ob noch ein anderer Weg zu finden .ein werde, *timnc sich erst Herausstellen, wenn bestimmte Lnträge vorlägen. Bei Besprechung der allgemeinen Be- timmungen über die Steuerverteilung, Art. 52 u. ff., wurden eilens der Regierungsvertreter Vorschläge betr. einer lesseren, präziseren Fassung der Art. 52 il 53 gemacht, jenen der Ausschuß auch im allgemeinen zusttmmte.

Dann wurde nochmals über die W a r e n h a u s st eu e r Fsprachen. Betreffs dieser Steuer hat bekanntlich Abg. r. Osann die Anregung gegeben, die Warenhäuser auch lach dem Umsatz heranzuziehen, je nach dem Ortsstatut ,er Gemeinden. Regierungsseitig wurde nun in Vorschlag ^bracht, die Steuer für den Fall der Berechnung nach »em Umsatz derart zu erheben, daß sie mindestens ein iehntel und höchstens 5 Prozent des Umsatzes bc- ragen soll. Erreicht die Steuer nach dem Umsatz 10 Prozent ,es Ertrages, so ]ol( sie eine entsprechende Ermäßigung erfahren. Diese und verschiedene weitere Vorschläge zur Larenhaussteuer sollen in der nächsten Sitzung weiter er­örtert werden. Die Fortsetzung der Beratung erfolgt morgen vormittag.

Die Kieler WerstaMre.

(Fortsetzung.)

<4. Krcl, 10. Nov.

Zu Beginn der heutigm Verhandlung gibt der Vo rsibende ein Resümee der bisherigen Beweiscrufnahme bezüglich der von der Verteidigung als eckt, von der Staalsanwaltschaft als ge­fälscht angefprochenen Briese und stmstatiert: ^ind die Briefe eckst, so wird einem großen Teil der Anklage der Boden entzogen, bann kann in der Tat mit den Ausdrücken Rabbi und Baalbvs der verstorbene Spediteur Klündw gemeint sein. Auf die Arage, w.shalb dec Angeklagte F-rMitenthal nicht auf diese wichtigen Briefe aumicrttenn gemacht fate, erklärt Frankenthal, er habe das nickst getan, wail er das Gefühl hatte, daß Mit einet lo.ojialen Voreingenommenheit gegen ihn gearbeitet worden fei. Es fei ihm ja auch der Vorwurf gemacht worden, daß er Briefe ge­fälscht habe. Um eine so große Zahl Briefe zu fälschen, hätte er eine Kvntoreinrichtung m seiner Zelle haben muiicn.,,er Staate» anwalt, der auch Vorsteher des GesängnisseS sei, mü,,e das wissen, Er behaupte vielmehr, daß die Staatsanwaltschaft bewußt Briefe unterdrückt habe. Der Vorsitzende untersagt dem Angeklagten solche Aeußerungen, und erklärt, daß er, um wettere Verdunklungen zu verhindern, sich genötigt sehe, über den Airgeklagten ^ranken- tl-ai die Besuchssperre zu verhängen. Ter Zeuge.Attuar eoiv der, der Frankenthal beobachteii mußte, während dieier die Brief- moppen durchsah, erklärt, er Halts cs nicht für möglich, daß Franken­thal falsck/e Briefe eingeschmuggelt habe. Auf Vorhalten gibt der Zeuge zu, daß er während der Beobachtung seme eigenen Ar­beiten verrichten mußte und manchmal nickst crusgepatzt habe. Der Vorsitzende und der Staatsanwalt bezeichnen diese Art der Ueberwachung als unzureichend. Kriminallommissar schan- n o w s k i erklärt, Sander sei uitglaubwürdig, er habe die Meldung von dem Verschwinden der Briefe erst erstattet, als die <mche nickst mehr zu verheimlichui war. Nach einer Paust bezeichnet Staatsanwalt Neils die Briese, die er als gewischt bettackstet. Auf einigen Briefen sind Vermerke in hebräischen Buchstaben angebracht. Tie Verteidiger behalten sich wettere prozeisuale Schritte vor. Ein Arbeiter M esse n bekundet, daß Direktor Heinrich die Anweisung gegeben hatte, gut zu wiegen, aber nicht zu viel' ES sei vorgeiemnien, daß auf bereits beiabene 2L{aqen noch Altmaterial zugclegt wurde Frankenthal Tragt, vb die Abnehmer zu den nichtverkauften Matermlien gelangen tonnten. Der Zeuge verneint dies. Kapitänleutnant Wehrlein erklärt, daß das Altmaterial in allen Ressorts erst gewogen und dann in das Ausschußmagazin gebracht worden sei. Zeuge Kimmel mann ist Rendant mit dem stitel, Magazuidirsttor und als solcher der Nachfolger des Angeklagten Heinrich. Er erklärt es als selbstverstälidlich, daß es möglich sei, aus der Werft Alt­material in größeren Mengen abzufahren als auf dem Wwge- zettel verzeichnet sei. Auf Befragen befimbet der 3euge toeiter, daß das Amt des Angeklagten Heinrich jegt geteilt sei Er habe hauptsächlich den äußeren Dienst und sei damit vollständig be- schälftigt. Heinrich sei überlastet gewe,em Es werden dann iwch eine Reilst von Schirrmeistern und Lademeistern über die Frage vernommen, ob cs möglich war, daß 'Frankeiithal an,

bereits beladene Wagen noch Zuladungen machte. Die Zeug>m verneinen iämttick diese Frag. Der Präsident meint, Da« man auf das Zeugnis einiger Werttarbecker verzichten Tonne, die nur bekunden sollen, daß sie mit Zustimmung des Direttals »emrich dem Angeklagten Franlenttal bei der Verladung Hilst gsteisttst und dafür 23 Mark bekommen haben ES habe sich kstrimS- aestellt, daß dies im Interesse der Werft geschelstn fc> Der Stoaisamvalt bittet. Die Zeugen nickst zu entlaßen, da >ie über Noraänge bei der Verladung selbst i'htetimit geben sollen. Du Vcrttidiaer des Anaettagten Fr au dm! ha l geben die Erttäruug ab, baf, sie 'sich die Ae.ußerung ihres Klienten, bezüglich der luitcr- drückung von Driesen durch den StaatsaMvalt nrcht zu eigen machen. Daraus tritt Veriagung em.

N0.1LÜ. Ueberfichi der Eoöesiäüe in öer Stadt Siehe!!.

Monat Oktober 1909.

Einwohnerzahl: angenommen zu 3J 100 <ntfl. 1600 Alami Militär). SterblichkeitSzisset: 20,0 °/on, nad) 216x11X1 von 23 Ortsiremden: 10,8 Vno.

Kinder

Selbst dieser Plaii, der am 12. Juli 1813 in einem Protokoll nicdergelegt wurde, erschien dem österreichischen Hauptquartier twch zu gewagt. Dort herrschte der Geist Erzherzog Karls, der für den einzigen ebenbürtigen Gegner Napoleons galt, und der in -rcci kriegswissenschaftlichen Werken seine Gedanken zum Aus­druck gebracht hatte. Seine Kriegführung ruhte noch aus dem Fundament alter Methodik, sprach nicht von der Vernichtung der lebendigen feindlichen Stteittnacht und suchte die Lösung der großen Aufgaben des Krieges im Bodengewinn, im Druck auf b.e rück­wärtigen Verbindimgen des Feindes und in der Einwirkung des Manövers.

Einen Entwurf dieser Art hatte am nämlichen Tage dem

12. Juli General Radetzli), Fürst Schwarzenbergs General­stabschef, dem Kaiser Franz überreicht, und dieser zollte ihm, Beifall.

Tas Prinzip der Vorsicht, das zu Drachenberg nur der schwächsten, der schlesischen Armee, als Richtschnur gegeben wurde, war nach Radetzkys Mettutng auf alle drei Heere auszudehnen. Selbst roenn der Kaiser sich in der Verteidigung hielt, sollten nur die Nord- und die schlesische Armee vorgehen, die böhnrische aber abwarten, bis deren Einwirkung den Feuid zur Teilung der Streitkräfte veranlaßt haben würde.

Mit solchen Aendernngen ging der Drachenberger Entwurf an die Monarchen nach ReicI'enbach zurück und ward angenommen, um eine Einigung zu erzielen und zum Abschlüsse zu kommen."

*.

Der Tier-Breh m. Ein wahrhaft populärer Gelehrter und ganz sicher der populärste aller Zoologen war Alired Brehm, der am 11. November vor 25 Jahren in Renthendorf (Thüringen) verschied. Schon sem Vater, der in diesem Orte als Pfarrer gelebt hatte, war em bedeutender Vogeüorscher gewesen und durch ihn wurde der Sohn zum Studium der Naturwtssenschasteu gelenkt. Noch bevor er die Universität bezog, machte er eine große Forsch­ungsreise nach A'rika. In Jena und Wien stttdierle er hierauf und entfaltete schon damals eine reiche schriftstellerische Tätigkeit. 'Livischen Studien und Forschungen in der heimischen Natur, wie auf weiten Retseii einerseits unb der literarischen Schilderung der wissenschastlicheil Erlebnisse und Ergebnisse blieb fortan sein Leben geteilt. Er bereiste bald Spanien und dann Lappland, dieses vor allem zum Studium der Vogelwclt, der sein großes WerkDas Leben der Vögel" gewidmet ist. Mit Herzog Ernst von Koburg- Gotha machte er eine Expedition nach den Bogosläuderu. 1862 wurde er Direktor des Zoologischen Gartens in Hamburg und 1867 gründete er das Berliner Aguarium. In diese Zett fallen auch die ersten Arbeiten an seinem berühmten WerkeDas Leben der Tiere", daS seinen Namen in der ganzen Welt bekannt machte. Trotzdem er außerdem noch mehrere unuaugreiche Bücher schrieb, fand er doch noch Zeit, 1876 mit Finsch und Graf Waldburg eine Reise nach Westsibineu zu unternehmen, die ihn bis zum Karischen yteerbuien führte. Auch den Kronprinzen Rudolf hat er aut einigen Reisen begleitet. Der Tod ereilte den erst 56jährigen, unermüdlich arbeitenden Forscher infolge eines langen und schweren Leidens, das er sich auf einer Rundreise durch nordamerlkanische Städte zu- gezogen hatte.

äbre) Partie aus 800 (w abt mit 600 (300) fe: | i Kunst-u.FautasiE' im Billardfpiel. A i h für jedermann. & |

isheim.

Walllorsnch«! n Abend: _ D

Die Kriegspläne der verbündeten von 18(5.

Generaloberst v. d. Goltz, unfer bedeutendster miltt tärischer Schriftsteller, gibt iin Verlage von G. Bondi in Berlin ^ine Kriegsgeschichte b c o 19. Ja hr Hunde r ts heraus, die das größte Interesse aller gebildeten Krepe in Anspruch nehmen birb. Aus dem lxHeutsamen Werk geben wir nachstehende Probe, l>ie die Entwürfe der Verbündeten von 1813 behandelt und ein tigentümlichcs Licht auf bic Zaghaftigkett unb die Uniicherhett ter deutschen Führer wirst, die das Genie des gewaltigen Korien offenbar fürchteten. Man war daher besttebt, die ^-ranzoien all­mählich zu ermüden, einer entscheidenden schlacht dagegen ans- ;uweichen. Im scharfen Gegensatz hierzu verzichtete 'Jcaooleon in klarem, einfachen Plan, die Lesterreicher in Böhmen anzugreften, )a er bann bic Elbe und Nordä>eittschlanb I)ätie auf geben mujien. Lr beschränkte sich deshalb lediglich auf bic Beietzung der Elbe An Hamburg bis Dresden, da ihm die festen Platze mit ihren Vorräten den besten Stützpunkt baten. _ Wie anders benahmen ftch )ie Verbündeten in diesem Riesenkampfe. ..

Tie Entwürfe für denselben wurden während des Waften- 'tcklstandes erwogen. Jeder der beiden perbündeten Monarchen, 'taijer Alexander sowohl als König Friedrich Wilhelm, ftützte ftm ruf einen Berater, der sein besonderes Verttauen genoß. Es uaren dies die Generale Toll unb Knesebeck, bte natürlich ver­schiedene Kriegspläne bereit hielten. Bernadottes Feldherrnamehen erforderte, daß man seine Meimtng gleichfalls höre. Ew durfte ticht übergangen werden. Als zu Ende des Waftenftillstandes Oesterreich im Bunde erschien, gesellten sich neue Vorschläge hmzu.

Zu Trachcnberg in Schlesien kamen zimächsi Alexander, ö*rtcbs -ich Wilhelm und der Kronprinz von vschmeden zn-ammen, dem man willig den Oberbefehl über alle auf den nördlichen -letlcii des Kriegssck-auplatzes versammelten Strettkräfte eingeräilmt hatte.

, Uns würde heute nichts natürlicher ersck>einen, als nut ben drei großen Heeresgruppen einheitlich gegen das gerne in] aine Ziel, die Hauptmasse der sranzösischen Armee, vorzugehen, biete an- ntgreisen und, gestützt aus die l)öhere, innere Tüchtigkeit der Truppen, durch wuchtige Schläge am Ende zu zerstörem über ^ch lag die Zett der künstliclsen und gelehrten Krtegrüyruug' M wenig weit zurück, um einfache Entwürfe gelten zu lasien. Einem so toben Grundgedanken, wie der Vernichtung des Gegners crr$ « schlacht, räumte man noch nicht das Vorrecht pn. *J)ne Auswand anGeist dec Kombination" durfte es nicht ab== geben Auch gab es im ganzen Heerlager der Verbündeten wohl mir drei Männer, denen der Gedarrte eines Angrists gegen ben