Ausgabe 
14.9.1909 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

159. Jahrgang

L^Ptember.

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von mäßiger politischer Bedeutung.

nur

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11 Lose 2(1 Hark =S 1 und Liste 30 Pfg. extn X, Nürnbarp.

Nr. 215

2er Siebener llfjdger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZamillenblätter; uoeimal roixhent(.Krci$= blctt für Den Mrets Stegen (Lienstag und Freitag); zweimal monatl. Land­wirtschaftliche Seitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse iür Depeschen:

Anzeiger Gießen.

Annahme von Anzeige»

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Ausland.

Lord Rosebery hat jetzt den Schritt getan, den er nach seiner gestrigen Glasgower Rede tun mußte. Er hat sein Amt als Präsident der Liberalen Liga, die er seinerzeit zusammen mir dem jetzigen Premierminister Asquith ge­gründet hat, niedergelegt.

Wie aus Wien gemeldet wird, wurden durch ein kaiser­liches Patent die Landtage von Dalmatien, Galizien, Nieder-L esterreich, Salzburg, Steiermark, Vorarlberg, Istrien und Triest aus den 16. November einberufen.

In Luzern wurde am Montag die internationale K o n s e r e n z der st a a t l i ch e n V e r j i ch e r u n g s ü m t er von dem Direktor des eidgenössischen Versicherungsamtes Moser durch eine Begrüßungsansprache eröffnet. Ferner sprachen für Deutschland der Präsident des Aufsichts­amtes sür die Privaioerjicherung Dr. Gruner (Berlin, für Oesterreich Profcssor Blaschke (Wien-, für Ungarn Set- nonsrat Dr. Emich (Budapest). Anwesend waren 23 Dele­gierte.

Zeppeiin III in graitifurt

Kurz nach 1 Uhr unternahm das Zeppelinsche Luftschiff am gestrigen Montag eine Fahrt, steuerte von Frankfurt nach Westen und nahm die Richtung^nach dem Taunus.

Homburg v. d. Höhe, 13. Sept.Z. 3" ist um 2 Uhr 30 Min. über Homburg und sein Schloß dahinge- s ähren, hat die Erlösertirche umflogen und dann die Rüh­rung nach Bad Nauheim weiteroerfolgt.

Frankfurt a. M., 13. Sepi.Z. 3" ist punkt 3 Uhr auf dem Ausstellungsgelände (über Nauheim und Rödel­heim kommend) wieder e in g e t r o f f e n.

Hamburg, 13. Scpt. Gras Zeppelin und Pro- sessor Dr. H e r g e s e l! sind hier eingetroffen und haben in Streits Hotel Wohnung genommen.

Alles warnet nun nu.oer aus eine größere Fahrt, die bekanntlich das rhein-westfalische Inoustriegebiet berühren soll. Wann diese Fahrt angetreten werden soll, ist noch un- vekannt, und aus unsere Anfrage, ob das Luftschiff auch die Siadt Gießen überfliegen werde, tonnte uns noch fein

Entschädigung arbeitsloser Tabakarbeiter.

Im Tabaksteuergesetz ist vorgesehen, daß Arbeiter, die wegen Mangels cm Aufträgen entlassen werden, für die Taner der Arbeitslosigkeit entschädigt werden sollen. Rach einer Mitteilung der ,Südd. Tabaksztg.* aus Bautzen scheint man dort nicht im Sinne des Gesetzes vorgegangen zu sein:

Mehrere Tabakarbeiterinnen machten am 11. August an das Hauplslcueramt in Bautzen die Mitteilung, daß sie mit 17. oder 15. August wegen Mangels an Aust ragen von ihrer bisherigen Arbeitsstelle aus unbestimmte Zeit entlasien worden sind, und baten vom 15. bezw. 17. an, um bie ihnen aus § 2a des neuen Tabal- slcuergesetzes zukommende Entschädigung iür die Taner der Arbcits- iofigfeit. Die Leute wurden von Schutzleuten besucht, und wurden hier und dorthin bestellt, in jedem Falle über alles mögliche und unmögliche beiragt; es wurde sogar ieslgestellt, daß die Leute sür eine andere Arbeit nicht zil verwenden sind, aber trotzdem---

eine Unterstützung haben die Leute bis heute, den 8. September, noch nicht bekommen. Also nach vier Wochen eine Sache noch nicht erledigt, wobei es sich um eine Unterstützung oder Entschädi­gung der Aermsten handelt, die das neue Brot sofort brauchen, wenn das alte Brot alle ist. Es ist kein Wunder, wenn die Leute umvillig und unzufrieden mit dieser Art der Erledigung sind, wo es sich doch um voll und ganz rechtmäßige, gesetzlich anerkannte Forderungen handelt. Eine einzige Arbeiterin hat von der Sladl- kasse eine Unterstützung von---3 Alk. erhalten, weil diese

überhaupt nichts mehr zu essen hatte.

Lian darf wohl erwarten, daß der Fall aufgeklärt wird.

Dienstag 11. September 1909

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b« wnÄ^n9mub" Uoiatiomdrvck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und SteindruSerei K. fangt. Redaktion. Expedition und vruSerei: Schülstraße 7.

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Abzug

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ietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhrssen

1 Terevber.

fi.t) mit dem 1. Vizepräsidenten begnügen meroc, iuic c-3 dis zinn Frühjahr 1895 der Fall ivar. Wir wisjen nicht, ira-5 die Fraktion, die ftch mit der Sache natürlich noch gar nicht beschäftigt hat, tun wird, möchten aber annehmen, daß sie keinen Anlaß habe, den b iS her igen Präsidenten (Ärafen Stolberg von seinem Posten zu verdrängen. Wenn sich also beim Beginn der neuen slieichstagssession n i cb t neue B l o ck b e st r e b u n g e n alS wirk­sam eriueijen, so dürfte eine Verständigung zwischen Zentrum und Konservativen nicht schwer sein. Sodann wird die Frage erörtert, ob die Liberalen einen Sitz im neuen Präsidium, m dem wieder ein Zenckuinsinann sitzt, annchnun, ober ob sie stolz ablehmm und beiscite stellen sollen.Zielbewußte" Liberale haben cnu>j fohlen, denschwarz-blauen Block" dadurch bloßzuftcllen, daß man ihn allein bas Präsidium besetzen lasse; am liebsten sahen iie einen Polen als 2. Vizepräsidenten, bannt dem Üanbc so recht b-utliü) gezeigt werde, wieumrational" die neue Mehr!) it sei. Demgegenüber braucht man bloß darauf hinzuweism, daß zu derneuen Mehrl)eit" doch auch bie Reichspartei gehört, die stärker ist, als die Polen. Also, roenn die Liberalen eigensinnig, streilen, kann man auch einen 2. Vizepräsidenten haben, ohne Iid) an die Polen wenden zu müssen. Indeß glauben mir gar nicht daran, daß der Liberalismus die Tocheü begehen wird, sich selbstauszusci>alten". Das Zentrum wird jebenda! ihnen gegenüber nicht die Unduldsamkeit und Ge!>ässigteil zeigen, die sie ihm gegenüber so oft bewiesen Haden."

Das Zentrum ist gnädig, aber die Präsidentenfrage ist

Deutsches AeLch.

Als deutsch-sozialer Reicystagstandioat sür den durch den Manbatsoerzicht Schacks erledigten Wahlkreis Eisenach wird voraussichtlich Oberlandgerichtsrat von Richthofen (Jena- aufgestellt werden.

Der Entwurf des neuen Strafgesetzbuchs nebst Begründung ist von der von dem Reichs^ujtizamt em- gesetzten besonderen Kommission nunmehr fertiggesteltt wor­den und wird noch im Lause dieses Herbstes durch amt­liche Bekanntmachung zur öffentlichen Kritik gestellt werden. Der Entwurf wird tedoch dem Reichs age in dieser Legis­laturperiode nicht mehr vorgelegt werden können.

Reichskanzler v. B et h m a n n-H o llw e g ist aus Hohen-Pinow nach Berlin zurückgekehrt.

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Markt

Die ttaisermanöoer.

Krautheim (Baden), 13. Sept. Die Sage der Parteien war morgens folgende: Infolge der angeorb- reten Mobilmachung der Armee des roten Staates haben -ch die blauen Streitkräfte an der Nordgrenze des blauen Teiches versammelt, etwa in der Linie Heilbronn-Rothen- 45urq ob der Tauber. Die roten Truppen stehen im Grenz- ßchutz in der Linie Osterburken-Königshofen an der Süd­grenze des roten Staates. Um 11 Uhr wurde der Krieg «rklart.

Mergentheim, 13. Sept. Bon der blauen Seite Lei Worgingen gingen die württembergische und die baye­rische Kavalleriedivision in nördlicher Richtung vor, wah­rend die roten Truppen am nördlichen User der Jagst Auf­hellung genommen hatten. Es gelang der blauen Kavallerie, Leren Spitzen abgesessen waren und sprungweise angrifsen, «R mehreren Stellen die Jagst zu überschreiten

Mergentheim, 13. Sept. Die Nachricht, daß sich

(Eine neue Wendung in der griechischen lLrise.

Die griechischen Offiziere haben mit ihren Reformfvr- berungen nicht nack)gelässen, und es schien, als wolle die Kammer in ihrem örnne vorgehen. Nun hch der frül)ere Ministerpräsident Theotokis, der zurzeit auf Korfu weilt, einem Journalisten Aufsehen erregende Erklärungen ab­gegeben, mit denen ein neuer schwerwiegender Einfluß auf bie Entwicklung in Griechenland auf geboten wird, denn Theotokis hatte bisher die Mehrheit in der Kammer. Die erwähnte Erklärung des Staatsmannes lautet nad) dem P. T. wie folgt:

Warum spricht man noch von der Kammer, während wir uns m der Revolution befinden'? Der Osfiziersverbanb möge sein Programm ausführen. Mit der gegenwärtigen Kammer kmm man bie mrbestnnmten Formen ber von den Offiziereil aus- gesdKlten Forderungen nicht votieren. Alle Pläne ber Offi- i ziere sind L-ommernacht st räume und Phantaste­reien. Es ist politischen Parteien, die Ideen und Pläne haben, nicht gestattet, in bie Kammer zu gehen unb dort zu beschließen, ivas die Phantasie ober Unwissenheit anderer konzipiert hat. Tic gegenwärtige Kammer repräsentiert nichts. Mir sck>eim, be- fondeiS nach dem letzten Handstreich, der ihrem Leben ein Ende gesetzt bat, eine Auflösung der Kammer erforderlich -n ' ton. ES ist ganz gleichgültig, welche Regierung die 9ieumal)ieii durchführen wird. Wenn ich in die itamnter komme, so wird dies geschehen, um die Forderungen der Offiziere zu bekämpfen; denn die GesetzQitwnrse, die Ersparnisse in Höhe von mehreren Mil­lionen herbeiführen sollen, halte ich für Träume. Mavromichalis Kitte nur die Salbung zum Ministerpräsidenten erreichen: er ; sich mit diesem Erfolg begnügt. Die Kretafrage bildet gegen« \ toärdg kein Hindernis für bie Ausschreibung von Neuwahlen. ; eine Siegterung, die aus allgemeinen Neuwahlen hervorgeht, kann wieder geordnete Berl)ältnisse herbeiführen, und sie braucht sich vor keinerlei Drohungen zu fürchten."

Theotokis scheint selbst wieder ans Ruder zu wollen. tDb er den Widerstand der Mlitärpartei überwinden kann, ist jedoch sehr fraglich. In der Presse sind seine Er­klärungen mit geteilten Gefühlen aufgenommen worden:

Athen, 14. Sept. Die Presse drückt einstimmig ihr Erstaunen über die Erklärungen Theotokis aus und er- rlart sich entschieden gegen die Auflösung der Kammer und die Beibehaltung des Oberkommandos im Heere. Wenn die Anhänger von Theotokis sich an den Ar­beiten dxr Kammer nicht beteiligen würden, so würden Die Folgen verhängnisvolle und nicht wieder gut zu »nachende sein. Zahlreiche Bereinigungen in Athen und in fcer Provinz haben Resolutionen angenommen, in beiten )ie sich für die Forderungen der Offiziere aus- jprechen und verlangen, daß die Kammern den von der Legierung vorzuschlagenden Ataßregeln beipflichten.

Wenn die Kammer trotzdem wirklich aufgelöst werden sollte, wäre ein militärischer Gewaltakt nicht unwahr­scheinlich.

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Nezugoprci monatlich 7b Pf., Viertel­jahr! ich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 8. viertel- jähcl. auSschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auSiuart» 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feuille­ton und PernnschteS^ R. SReura: für ,otabt u. Land- und.Gerichts­

der Kaiser schon in der Naack im Gelände des Kaiser­manövers befunden habe, ist irrtümlich. Der Kaiser ver­ließ den Sonderzug um 10 Uhr 45 Min. bei Neudenau und begab sich im Automobil über Billigheim, Adelsheim unb Ballenberg nach der Neunstetter Höhe nördlich von Krautheim. Während dieser Automobilsayrt nahm ber Kaiser von ben Führern bes Grenzschutzbetachemenls, von ber roten bayerischen 4. Division, sow'" von dem DivFions- fonmtanbeur Generalleutnant Ricker . Faßbender uno von dem kommandierenden Gencrai des roten 20. Armeekorps General Grafen Eckbrecht o. Dürckheim-Montmartin Mel­dungen über die Aufstellung ihrer Truppen und der von ihnen getroffenen Anordnungen entgegen Von einer Höhe nördlich von Krautheim verfolgte ber Kaiser bas Borge hm der blauen Kavalleriekorps gegen ben Abschnitt ber Jagst unb die um bie Uebergängc sich entspinnenden Kämpfe. Er stieg hierauf zu 'Pferde unb ritt zu beiden Divisionen des Kavalleriekorps, das inzwischen den Iagstabschnilt gewonnen hatte unb sich zu weiterem Vorgehen an, den Hohen Der sammelte. Als das Kavallerietorps ben Vormarsch aui Ober- und Unterroittftabt fortsetzte, begab sich ber Kaiser im Automobil zum Standpunkt der Manöverleitung west­lich von Ballenberg unb verfolgte von hier aus ben An­griff der württcmbergischen Kavalleriedivision auf das rote Grenzschutzdetachement in Backenberg und dessen Rück­zug. Der Kaiser begab sich bann im Automobil nach Mer­gentheim, wo er um 7 Uhr abenbs eintraf unb im KArhaus von Karlsbad Wohnung nahm. Am Nachmittag setzte Regen ein. Im Odenwald ging ein starkes Gewitter nieder, bas zeitweise bie telephomschen Lerbinbungen für bie Truppen unterbrach. Alle Stäbte unb Dörfer im Manövergelänbe haben sich mit Tannengrün unb Fahnen geschmückt. Der Kaiser würbe überall herzlich begrüßt.

Karlsruhe, 13. eept. Tie auswärttgen Fürst­lich keilen haben sämtlich unsere Stadt wieder verlassen.

Das Militärluftschiff Groß II.

Mergentheim, 13. Sept. Im Laufe des Nach­mittags überschritten auch die beiden württembergischen Infanteriedivisionen der blauen Partei die Jagst. Der LentballonGroß II", der bei Hall aufgeftiegen ist, wurde von den roten Maschinengewehren beschossen.

Stuttgart, 13. Sept. Das Militärluftschifs G roß II", bas heute mittag gegen 12 Uhr in Hall auf gestiegen ist, würbe infolge zu starker Belastung burch den niebergehenben Rcgci-, herabgebrückt unb schwebte zu nahe ber Erboberflüche. Gegen ^3 Uhr nachmittags streifte bas Luftschiff einige Walbbäume in ber Nähe von Ober- schüpf bei Mergentheim, woburch verschiebene Verbinbungs- stangen geknickt würben. 'Das Luftschiff würbe zur Lanbung gezwungen, bie leicht unb ohne jebe Hilfe vor sich ging. Die erlittenen Beschädigungen sinb nur leichter Natur. Eine Lustschifserabteilung ist von Gailenkwchen nach Oberschüpf abgegangen.__________ ___________

Politische Tagesschau.

Die Präsidenteusrage im Reichstag.

Das Zentrum gefällt sich in der Rolle des gleichmütigen Ueberlegenen auch m der Frage des künftigen SieichstagS- präsidiumS. Offenbar von dem Bestreben geleitet, das Band mit den Konservativen immer fester zu knüpfen, schreibt die ,Germania":

Daß das Zentrum, nachdem es auf Wunsch des Fürsten Bülow durch den Block zweieinhalb Jahre vom Präsidium ausqerchlossen war, am Beginn der nächsten Session wieder einen Sitz bean- spruchen und erhalten wird, scheint man als feststehend zu betrachten, wiewohl der vielbeschrieene ,fchwarz-blaue- Block gar Nicht existiert und alle an ihm beteiligten Parteien freie Hand behalten haben. Nur die Frage wird noch als uuenlschieden behandelt, ob das Zentrum als stärkste Partei den Präsidenten für sich fordern, ober

Whitney, dieses Haus zum Aufenthalt während seiner Iagd- erpedition. Als er nun im Februar d. I. glücklich zuruck- kehrte, erschöpft und hungernd, traf er Whitney, aber das Vorratshaus wurde von einem Newsoundlander Bootsmann bewacht, der weder lesen noch schreiben konnte, aber er­zählte, Pearl) habe ihn beauftragt, dieses Haus in Besitz zu nehmen und gegen alle zu verteidigen. Als Beleg zeigte der Bootsmann ein von Poary unterzeichnetes Dokument vor, bas mit folgenben Worten begann:Dieses Haus ge­hört Dr. Eook; dieser ist aber feit langem tot, weshalb ich "Peary meinen Bootsmann zum Besitzer bes Hauses einsetze." Dr. Eook hat eine Abschrift von biesem sonber- baren Dokument genommen. Er erzählte ferner, baß Whit­ney ihm berichtet hatte, baß ber Bootsmann als strenger unb völlig unumschränkter Herr bes Hauses aufgetreten fei unb ben ganzen Winter hinburch bie Eookschen Vorräte benutzt habe, um sich von ben Eingeborenen teure Polar- suchsfelle dafür einzu.aufchen. Nur mit tnapper Not gelang es Dr. Cook, bie Erlaubnis bes Pearyscheu Bootsmanns zu erwirken, sein eigenes Haus zu benutzen.

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Hans Thomas siebzigster Geburtstag. Aus Karlsruhe wirb gemeldet: Zum siebzigsten Geburts­tag Hans Thomas sind hier für ben 2. unb 3. Oktober nroßcre Festlichkeiten geplant. Am 2. Oktober soll vor­mittags bcck> neue Hans Thoma-Museum eröffnet iuercen, am Abenb fmbet im großen Saal bes Museums ein Künstler fest statt, besseit Regie die Maler Schon- leber unb Eichrodt übernommen haben. Am 3. Oktober soll morgen« bie Haws Thoma-Ausstellung in ben Räumen bes Kunstvereins eröffnet werden, am Abend des 3 Oktober will die hiefige Bürgerschaft dem Jubilar ihre vulbigung barbringen in Form eines Banketts, dem em Festakt varai.gehen soll: bei diesem wirb Geheunrat Thobe aus Heidelberg die Festrede halten.

Die Horöpolreife Peary5.

Wie aus Newyork gemeldet wirb, Zibt eine längere Hpezialbepesche ber Assoeiateb Preß auS Battle Harbour Serschiebene Einzelheiten über Pearys Norb- Notreife aus bem Tlunbe ber Mannfchast beyJtoofe- W' bekannt. Danach hat Peary ben Pol nur in Be­gleitung eines Eskimos uno eines Negers namens Heufon «erreicht, nachbem brei Eskimos unb bie übrigen Begleiter «karys auf seinem letzten Vorstoß einen ^agesmarsch vor üan Ziel zurückgelassen worben waren. Peary verweilte an Pol 34 Stunben. Herr Peary scheint nach allem, roa» « in seinem Streit mit Cook hat verlautent laj en, ein -recht rabiater Draufgänger zu fein. Die '^ppelte En 'keckung" bes Nordpols hat em Nachspiel, bas mA jebein lag unerquicklicher wird. DerNew York He.ald eryielt ton Peary folgende Depesche:Ich S'-^ube bab ber New York Heralb" sich burch Cools Geschichte anfuhren laßt Jebenfalls zu Ihrer Richtschnur bie ^"eilung^, krnß Look einfach versucht hat, bem Publikum einen -cufzubinben, wenn er glauben machen um 21. April 1908 ober zu irgendeiner anderen Zeit den Pol erreichte. Ich habe ernste Grunde zu bieur ©rnatung Unb werbe sie, wenn bie Zeit gekommen ift,^ 1 - bieNew York Times" erhielt cm ähnliche- Telegramm. Zur Affäre Cook-Peary veröffentlicht auch ber bekannre dänische Augenarzt Norman-Hans en, ber -alber zwei Jahre in Grönland verbracht unb m cktz Jeit, nach ber Rückkehr Coots vom Norbpol, meyrer^ ) Tiit ihm zusommLn gelebt, einige Mitteilungen, ^weIch '2eary in ein nicht besonders günstiges ^icht ft^.l».. .. ~ -ook, so «erzählt Dr. 'Norman-Hansen, hatte rn,Annatok tin Vorratshaus gebaut, welches Proviant, JBaj|e.. Runition in reichlicher Menge enthielt. Al» ei bix. tf, wn hier aus nach dem höchsten Norden antrat, ubeiiietz einem jungen Freund, dem Neivyorker sNilltonarvf h