Ausgabe 
13.4.1909 Erstes Blatt
 
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Nachbarstaaten. N a ch Posen auswandern wollen bi:ci iyirnnliat aus G e l n haar bei Gedern. Sie haben in der UroDtiti ^sen em größeres Gelände erworben und wollen sich tert als Landwirte niederlassen. In Raunheim ver,uchte brc 31 jährige Ehefrau des Wirtes Mug. Lorenz, sich und ihre beiden minder im Alter von zwei und vier Jahren im Main zu er- märffcn. In einen: unbeobachteten Augenblick itxirf sie die Länder i in den Main und svrang dann selbst nach. Drei des Weges kom­mende Männer retteten sie unter eigener Lebensgefahr. Eheliche : ^Mstigkttten haben die Fron zu dem Schritt getrieben.

sc. Darmstadt, 12. April. In einer am hiesigen L a n d - g-e richt iwnhängigen Beschwerde wurde die Frage entschieden, o2 eine W a l z m a s ch i n e zur persönlichen Fortsetzung des Schuh- inachergewerbes iwtwendig und daher der Pfändung entzogen sei, ; over deren Besitz lediglich eine Bequemlichkeit bilde. Letztere Frage mrrte von dem Saclwerständigen bejaht. Als tvesentlicher Moment snr die 2Lotwendigkeit der Walze führte er nur die schnellere flebeitsleistung an. Es würde sonach die Walze nur dann als rrentbclnlich bezeichnet werden können, wenn die Verzögerung Inder Fertigstellung der Arbeiten durch Klopfen des Leders raf die Fortsetzung der Erwerbstätig keit und daraus resultieren- deni trotwendigen Verdienst von nachteiligem Einfluß wäre.

Veriniscktes.

* Deutsche Ballone in Frankreich. Trotz der bei ber Balkankrise bewiesenen deutschen Friedenspolitik hat Frank- , reich eine heillose Furcht vor Deutschland. Das beweist die . idiarfc Untersuchung der in Frankreich landenden deutschen Luft- Wüp, die .ch den letzten Tagen ziemlich häujig dort medergingen.

11. April. Allt:- »erben geßeniDüriig k r bie Toppelgmte ben Arbeiten iuser Wäldchen auf:: n Äutzbach unb X-

und Srnningen ungen größeren Sianb» >(, Scherben uiro.

Ein zlveistöikigk: et m bei neuen W d die AbjW, mit ß .roteiricnc bic öhicirJt. Mnltade ilt unb eins n halic. Tie .men unb derGemcn'.l jnaftitn \\\ ttoeW l miMvM. ÄZ i )5au ier'.MlI'llt m WW jetzt hergeilL W*

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erigung versagt, da in d»ec Nähe des Hofes -^-ckönau bei Rüssels­heim ein großzügiges Gruwpenwasserwerk für die (temeinten des Kreises Groß-Gerau projektiert sei, wozu die Wasser aus den Nüsselslg-imer und Haßlocher Gebieten in Frage hinten.

Malnz, 12. April. Gestern vormittag starb nach längerem Leiden der Stadtverordnete Jean Ning im Alter eon 62 Jahren. Ec gehörte ununterbrochen 22 Jahre der Ltadtverordneten-Versanunlung an. (Frkf. Ztg.)

O Dutenhofen, 12. April. Eine stattliche Schaf­herde mit frischem Nachwuchs nahm Samstag früh ihren Weg über die Lahnmiesen in der Richtung .Kinzenbach, Rod­heim a. d. B., um in ihre Heimat, dem Westfalenland, zurück- zukehren. Die Tiere grasten, wie man erfuhr, in den Winter- inonaten in der Gemarkung Vilbel bei Frankfurt und passierten in der Woche vor Weihnachten unsere Gegend. Eine recht unliebsame Erfahrung durfte der Besitzer im vorigen Winter lei seiner Durchreise machen, wo er infolge des starken Schnee­balles volle acht Tage in Atzbach verweilen mußte. Leider Verschwindet das Bild von Hirten und Herden immer mehr. Teils liegt es in dem Mangel an genügender Weide, dazu lad es meist schwer, einen erfahrenen Hirten aufzutreiben. Nachdem hier schon manches Jahr die Kühe und Schweine wicht mehr zur Weide getrieben werden, hat man auch mit Ler Schafzucht gänzlich aufgeräumt.

--- Burgsolms, 12. April. In der vergangenen Macht wurde der 19jährige Arbeiter W. Mäuser von hier, Ler seinen Bruder begleitet hatte, vom Zuge überfahren unb sofort getötet.

X Aus dem Hohensolmser Land, 12.April. All- I ährlich in der Osterwoche rüsten sich im Hohensolmser Land Hunderte junge Leute und Familienväter, um im Westfälischen in den Industriezentren als Maurer, Steinhauer, Ziegler und Handlanger ihr Brot zu verdienen und Ersparnisse für das heimatliche Winterleben zu machen. Bis aus dem Hinterland- k reife schließen sich Hunderte dem allgemeinen Zuge nach Westen an und kein gesprochenes und kein geschriebenes Wort k ann sie zum Bleiben an der Scholle bewegen, der Trieb m die Fremde liegt eben in vielen Familien seit Urgroßvaters Zeiten her. Dazu fehlt auch unserer Gegend jegliche In­dustrie.

s. M a r b u r g, 12. April. Kinderfreunde veranstalteten am Tstermmrtaq in den Anlagen des Stadtvarks wieder ein großes Ei er such en. Die bumen Ostereier und Zuckersachen wurden mächst liberalf im Gebüsch und Gras versteckt und bann_ von i^n Kindern, deren Zahl wohl 200 betrug, auf den großen Spiel - >ü.atz zusammengetragen und gleichmäßig verteilt. Ein Osterlied, ht das die Kleinen dankesfroh einstimmten, beschloß die herzige

w. Frankfurt a. M., 12. April. Heute nachmittag l»'urde das im Zimmermanusrohbau fertiggestellte Bier- restaurant des Festplatzes durch den über die Stadt streifenden Wirbelwind zum Einsturz gebracht. Die Bcckken ivurdeu teilweise wie Streichhölzer geknickt. Ein rHi der Nähe befindlicher Beamter der Wach- und Schließ- a efellschaft konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Ob d^is (Gebäude wieder ausgerichtet werden wird, erscheint bei b er Kürze der Zeit, die uns noch von dem Sängerfest trennt, sehr fraglich. Der Verband der Inhaber der oeut scheu Handels-Hochschuldiplome (!) hielt rm Ostersonntag seine Generalversammlung ab. Ein Antrag ruf Einführung des akademischen Trienniums und Schaf- . ng des Doktorgrades der Handelswissenschaften an den deutschen Handels-Hochschulen wird abgclehnt, dagegen ein Ilnttag angenommen, daß der Vorstand dahin wirken möge, D ch die sechssemestrige Studienzeit allmählich zur Einfi'ch- timg gelangt.

X\v>(inan, 11. April. In den Morgenstunden des ersten Ostertages wurde Groß feuer gemeldet, das in der ?Naschineu- li^lle des großen BaugeseliärtS von Joy. Heinrich .Hack zum Aus- b-md) gefjimncn war. Das umfangreiche Gebäude wurde em- g cäschert, ebenso wurden die in ihm befindlichen Holz- und Stein- b mrbeitiii>.gsmaschinen vernichtet. Infolge gimstiger Windrichtung t urnte der große .Holzlagerplatz gerettet werden, doch verbrannten g nße Mengnt fertiger und lwlbfevtiger 5)otzarbrnten, namentlich ;wm Verumd bereitsteb/eude Arbeiten für das Ofsizicrsgenesungs- b im in Falkenstein und die Attilleriekaserne in Wiesbaden. 'Der Schaden wird auf 5060 000 Atark geschätzt. Die Entstehungs-

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Öcffen. Frau Z<L '0 sahre alt, zu M ünbau, 88 Jahre alt, x 2lbc, 64 Jahre alt, j b, geb. Tön, aus Andreas Butsche GeorgßuHntar: Los Angeles. - Jia t, 81 Jahre alt, zu t

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u.iache ist unbekannt.

fc. Wiesbaden, 12. Lbpril. Am 13. April d. I. begeht ra n« Wiesbaden die Gräfin Berta Eleonore Klara Mathilde von t! stetz serli ng k - Neuftadt, die 1850 geschiedene Gemahlin des li, i;872 verstorbenen .Königl. Kammerherrn Grafen Otto von Ktzyser- ! lüngf, geborene Gräfin von Haeseler, ihren 10 0. Geburtstag, j ~ic Jubilarin, die seit drei Dezennien in Wiesbaden lebt, ist eine II ; ante dis Generalfeldmarsckwlls Grafen Gottlieb von Haeseler und M cme Verwandte des General-Intendanten Grafen von Hülsen-

ioaefelcr, die beide zu der Zentenarfeier in Wiesbaden eing-e-

e st K a s s e l, 10. April. Ein Dutzend groß er Wald- ||h r änb c richteten gestern in der Umgebung Kassels und in '! h.er Provinz große Verheerungen an. Es wurden bei Wil- V1 stlmshöhe im Habichtswald, Druseltal und Reinhardswald zahlreiche Schonungen verwüstet. Die Garnisonen Kassel u.ni) Hofgeismar leisteten wiederholt Hilfe. Ter Brand in : d rr Nähe der Schießstände bei Wilhelmshöhe war besonders 'gefahrvoll, da die Flammen das Atunitions-Magazin zu inmzingeln drohten. Mehrfache Böschungsbrände sind an b-w Eisenbahnsttecke entstanden.

** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den

Auch am Freitag sind mehrere dercksche Ballone in Frankreich gelandet, unter anderem einer in Seantenv. An Bord be­fanden sich drei Tcutfdte, die einem genauen Verhör unterzogen wurden. Gendarmen beschlagnahmten einen photographischen Ap­parat sowie Karten und verschiedene Schriftstücke, die verdächtig erschienen. Auf Anfrage beim Kriegsministerium erfolgte der Befehl, die Luftschiffer nicht abfahren zu lassen, sowie den Ballon und alle an Bord befindliche Gegenstände und Instrumente zu beschlagnahmen. Einer der Luftschiffer erklärte, ein Professor der Physik und Chemie, der zweite ein Ingenieur und der dritte ein Rentier zu sein. Die photographischen Platten des Ingenieurs sollen, Pariser Blättern zufolge, nach Entwicklung genauer Ab­bildungen das Lager von Chalons und die umliegenden Festungswerke darstellen. Auf anderen hat man die Um­gebung von Reims entdeckt. Der Professor wurde im Besitz eines sltotizbnches gesunden, worin siä, zahlreiche 'Aufzeichnungen befinden. Die drei Deutschen sind vorläufig in Haft genom­men worden.

* Schreckenstaten eines Wahnsinnigen. Aus St. Blazey, einer kleinen Stadt in Earnwall, wird gemeldet, daß ein Wahnsinniger mit einer Büchse den ganzen Ort in Schrecken versetzt, ohne daß es bisher gelang, seiner Herr zu werden. Der Mann war vor einigen Jahren aus einer Irrenanstalt entlassen worden und wohnte mit seiner Mutter zusammen. Vorgestern! sckzoß er plötzlich mit einer Doppelflinte auf zwei kleine Kuaben, die hinter seinem Hause spieltem Einer von ihnen wurde an der Schläfe verwundet, doch reicht tödlich. Als ein Konstabler den Wähnsmnigen verhaften tv-ollte, feuerte dieser auf ihn, traf ihn aber nicht. Ein Klempner, der sich auf ilyn stützen wollte, erhielt einen Schuß in die Hand, die amputiert werden mußte. Ein Matrose wurde an der Schulter und ein 9Cr6citer an der Brust verwundet. Seitdem wagt niemand mehr sich dem Rasenden zu nähern.

0. X. Die Höch st e Eisenbahn der Welt. Wie aus Santiago de Chile gemeldet wird, soll quer über die Anden von Arica in Chile bis La Paz in Bolivia eine Eisenbahn gebaut werden, die etwa 300 englische Meilen lang sein und 12 000 und mehr Fuß hoch liegen wird Der Bau, für den 60 Millionen Mk. bewilligt sind, ist einer englischen Firma übertragen worden; über 3000 Mann werden dabei drei bis vier Jahre beschäftigt sein. An einer Stelle wird die Bahn mehr als 30 Meilen lang durch einen Canon führen, dessen Wände sich bis zu einer Höhe von 2000 Fuß erheben.

C. K. D i e Entdeckung einer toten Stadt. Im Süd- osten der Vereinigten Staaten ist soeben, wie dieWestminster Gazette" berichtet, eine bemerkenswerte (Snlbecfung gemacht worden Im Coachella-Tale in der Nähe der Berge von San Jaointo wurden die verlassenen Ruinen einer alten Ltadt, deren Uripriuig unbekannt und die bisher nirgends erwähnt worden ist, in den Bergen aufgeninöen. Es waren etwa 1000 Häuser, die alle nm ein einziges kleines Gemach enthielten. Ter Entdecker, Mr. Bend, hat soiort das Smithsoiiian-Institut in Washington benachrichtigt, das eine archäologische Mission dorthin entfenben wird.

cf' DerSchrecken des Dschungels". Ans Newyork wird berichtet: Für die ängstliche Vorsicht, mit der Roosevelt Sorge getragen hat, daß die Schilderungcir seiner Jagdfahrten seiner eigenen Feder Vorbehalten bleiben, entschädigen sich die amerikanischen Bürger damit, daß sie den einstigen Präsidenten zur Zielscheibe lustigen Spottes und freundlicher Ironie machen. 3n den Blättern erschenum täglich Scherzgedichte und komische Sinnsprückw, die Roosevelts Abenteuer mit den Raubtieren des Urwaldes behandeln, und in den Vorstadttheatern hält jeder Ko­miker es für seine Pflicht, in irgend einer Form Roosevelts und ieiner künftigen Löwen zu gedenken. In Ninglings Zirkus im Madisons-Sgiiare-Park >vird der erste Clown täglich von Tau­senden bejubelt, wenn er in der Maske Roosevelts erscheint unb den Karnpf mit einem Parttrer aufnimmt, der, in ein Löwenfell getteidet, gmrz entsetzlich brüllt. Nur mit einem Stock bewaffnet geht Roosevelt seinem Feinde entgegen und schlägt ihn schließlich tot. Ein weitverbreitetes Newyorkep Blatt hat eine besondere tägliche Rubrik eingerichtet, in der es ausschließlichLügenlose Telegramme" veröffentlicht, die von Roosevelts Abcrttcuern be­richten. Die ersten Tage von Roosevelts Fahrt auf der Hamburg" ließen erkennen, daß Roosevelt in der Tat ein außer-ordentlicher Mensch ist. Eines Tages brach unter den Heizern an Bord ein Streik aus: da lyciste Roosevelt ganz allein alle Kessel des' Schisses, bis die Arbeiter wieder nach gabelt. Als er am nächsten Tage gerade dem Kapitän einige Auf klämngen über Schiffahrt gab, türmte sich vor dem Darnpfcr eine Riesenwvge auf. Roostlpelt springt von der Kommandobrücke her­unter, läuft zum Bug und schmettert die Welle mit einem Faust­schlag in den Ozean. Dann brachen die Schisssmaschinen, zum Glück gelang es Roosevelt, mit ben Händen die Schrauben so lange in ui^Dermin feer ter Geschwindigkeit fortzudrehen, bis die Repara tirrcn der Maschinen fertig wan n. Jung-Amerika aber singt jetzt tagaus tagein das neueste Couplets vonTeddys dem großen Dschungelhelden", vor dem die Fauna ganz Afrikas bereits ängstlich zittert und den die Löwen bei her Erziehung ihrer Kleinen als schwarzen Mann benutzen. . .

Kleine Tageschronik.

Der Gesundheitszustand des Fürsten Eulenburg ist derart schlmem, daß die Durchführung eines neuen Prozesses gegen ihn ausgeschlossen ersck>eint.

Infolge E r d s e n k u n g ist Freitag nachmittag während des Gottesdienstes die 2Lirdwand der katholischen Marienkirche in Hvhensalza er ingestürzt. Die Kirche und die Prvbstei mußten geräumt werden. Verlustt an Menschenleben sind nicht u beklagen. Es wird eine weitere Senkung des Erdbodens und der völlige Einsturz der Kirche befürchtet. Das' Gelände ist von Militär abgefperrt. Dfir Einsturz soll mit dem Wassereinbruch in die GrubeKronprinz" zusammenhängen.

Aus dem Stahlwerk Phönix bei Hörde wollten mehrere Arbeiter einen mit flüssiger Stahlschlacke gefüllten Topf Hochziehen. Dabei riß das Seil und die flüssige Masse ergoß sich auf die Arbeiter, von denen fünf schwere Brand wunden erlitten; zwei sind infolge der erlittenen Verletzungen geworben.

Der Schichtmeister-Aspirant Klein Won der Grube Tudweiler in St. Ingbert ist unter Mitnahme von 42 000 Mk. Löhnungs­geldern flüchtig geworden.

Das dem Grasen Zeppelin gehörende MotorbootWürttem­berg" geriet am Freitag in Brand und wurde dadurch schwer beschädigt. Der Brand ist auf Entzündung des Benzins zurück­zuführen.

Die Eröfsil ung der österreichischen Strecke der Tauernbahn, durch die ter, Verkehrsweg durch Deutschland und Oesterreich nach dem adriatischen Meere bedeutend verkürzt wird, ist für den 9. Juli in Aussicht genommen.

In dem Maschinenraum der großen Papierfabri k Schlögelmühle bei G l o g g n i tz in Niederösterreich brach am Oster- Sonntag Abend ein großer Brand aus, der ein Haupt­gebäude, die Maschinenräume und Arteitssäle vollständig ein­äscherte. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Millionen, lieber 600 Arbeiter sind brotlos.

?l!us Nizza wird gemeldet, daß im Verdon-Tale ein großer Bergrutsch erfolgt ist. Eine auf 500 Kbm. geschätzte Erdmassc, die sich vom Saint-Michel-Berge losgelöst hat, schiebt sich 'täglich etliche Meter vor. Der Einsturz der auf dem Gipfel des Berges befindlichen Kapelle erscheint unvermeidlich.

Eine im Hafen von Genua ausgebrochene Feuersbrunst vernichtete Warenvorräte im Werte von 1]/» Mill. Lire.

Ron einem erschütternden Unglück wurde in Besaneon eine verwittwete Frau Tournier heimgesucht. Die Frau hatte für die Osterfeiertaae den Besuch ihrer drei Söhne aus Paris er­halten. Als sie Freitag morgens in das gemeinsame Schlafzimmer ihrer Söhne trat, fand sie alle drei als Leichen in ihren Betten. Die jungen Leute waren durch Ausströmen von Kvhlengas vergiftet.

In S en g y bei Mitts sprang die 8 2jäihr i ge BauerngutS- tejitzettn Mme. Deaucheron bau ins Sofece« tejmdkche»

Personenzicge ab. Die Greisin geriet dabei unter die Räder des Zuges und erlitt einen doppelten Schenkelbruch

In Lublin (Rußland) brachen nachts mehrere Sträflinge aus und überwältigten die Wachtleutc, von denen zwei getötet wurden. Sic erbrachen die Zellen anderer Gefangener, irurbcit aber na di einem heftigen Kampf vom Militär überwältigt.

In Philadelphia har sich einer der reichsten Männer der Stadt, Charles Pellis, erschossen. Der im 74. Lebensjahre stehende Greis beging den Selbstmord aus Furcht vor Räubern. Er hinterläßt ein Vermögen von 7 Millionen Dollar.

kumoristisches.

*Der Tapfere. Beim Empfang eines österreichischen Erz­herzogs sah dieser unter den Erschienenen auch einen Mann mit der golbenen Tapferkeitsmedaille und tragt ibn, woher er diese habe.Die hab' ich von mein Vattern selig," erwiderte der An­gesprochene.

* Druckfehler.Eine anständige, junge Witwe bittet in ihrer grenzelosen Verlogenheit Cdeldenkende um ein Darlehen."

* Klarheit. Herr:Jetzt bin ich endlich über meine Ge­fühle für Ihre Freundin eviartha ins Klare gekommen." Dame: .So? Ta habett Sie wohl erfahren, wie viel Mitgift sie bekommt?"

* Ausweg. Bauer iim Wartesaal, zum andern):Warum spuckst Tu denn an die Wand, Michel?" Michel:Ra, hier steht doch: Das Spucken auf den Fußboden ist verboten!"

Boeanssichtliche Witterung für Hesteu ani^Mittwoch dem l-t. April:j Kühl, windig. Zeitweise Regenfälle. Starke westliche Winde.

Gvsgrnal-DrahteneLdungen.

Frankfurt, 13 April. Eine Sonderausgabe derFranks. Ztg." meldet aus Konstantinopel: Stambnl steht seit heute morgen in voller Revolution. Zwei im Kriegsministerium domilizierende Bataillone rückten unter Führung ihrer Offiziere nach der Sophienmoschee und umzingelten da8 Parlament. Sie forderten die Absetzung des Großveziers, des Kaminerpräfidenten und des Kriegsministers.

Hamborn, 13. Avril. Im Schacht 2 der Gewerkschaft Deutscher Kaiser ereignete sich gestern nacht eine Schlag­wetter-Explosion, bei Der fünf Bergleute getötet wurden.

Berlin, 13. April. DemBerl. Tagebl." zufolge wird Fürst Bülow am 19. ds. wieder in Berlin er­wartet.

Rom, 13. April. Der deutsche Kaiser trifft über­morgen in Venedig ein und r"ist schon am nächsten Tage nach Corfu weiter. Fürst Bülow wird dem Kaiser sofort über seine Zusammenkunft mit Tittoni Vortrag holten.

Rom, 13. April. Fusiuato, Mitglied der Kommission für die Regelung der Zwischenfälle von Cafa- blanea, drückte seine Ueberzeugung aus, daß aus den Verhandlnngen, die am 1. Mai beginnen und rein jnristischer Natur seien, keinerlei diplomatische Schwierigkeiten ent­stehen dürften.

London, 13. April. In Nottingham hat gestern ein Kongreß englischer Postbeamten stattgefun­den. In einer Ansprache erklärte der Vorsitzende, der Kampf der französischen Postbeamten gegen ihre Verwaltung sei in England von den Postbeamten und Arbeitern mit Sympathie verfolgt worden. Zwar sei zu hoffen, das; die englischen Postangestellten sich niemals genötigt sehen, werden, den Postdieust zu desorganisieren, aber die iv-ill- kürliche Halttiug eines Teiles der englischen Postbehörden habe auch in England große Unzufriedenheit hervorge­rufen. Infolgedessen wurde beschlossen, eine permanente Kommission im Unterhause ins Leben zu rufen, die die Ro gierung von allen Forderungen der Postbeamten verstän- oigen soll. Des weiteren wurde ein Antrag eingebracht, wonach die Postbeamten Orgamsation sich der Arbeiter­partei auschließeu soll. Die Mstimmung über diesen An­trag wurde vertagt.

Madrid, 13. April. Der Ministerra 1 beschloß, der Firma Vickers Sons den endgüttigen Zuschlag für den Neubau der Flotte zu erteilen.

M adr id, 13. April. Der K r ie g s in in istc r Hal den Kortes einen Gesetzentwurf über eine a n d e r w e i t e R e- kruten-Aushebung unterbreitet. Hiernach reicht die Tienstpflichtzeit vom 21. bis 39. Lebensjahre, wovon drei Jahre auf die aktive Dienstzeit, 5 Jahre auf die Zugehörig­keit zur 1. Reserve, 6 Jahre auf die 2. Reserve und 4 Jahre auf die Zugehörigkeit zur Laicdwehr entfallen.

Konstantinopel, 13. April. Gleichzeitig mit der endgültigen Konstituierung zur politischen Partei veröffent­licht das Komitee für Einheit und Fortschritt sein Programm und -Statut der inneren Organisation. Eine der Hauptbestimmungen besagt, daß das Komitee mit den übrigen politischen Parteien zwecks Erzielung einer gemein­samen Aktion in Unterhandlungen treten könne, doch müsse diese gemeinsame Aktion von ben Mehrheitsparteien ein­hellig gebilligt werden. Die Partei hat sich nach ihrem Programm ferner jeder Einmischung in Regierungs-Ange­legenheiten zu enthalten, sofern sie nicht der Zuständigkeit der Kommission unterliegen.

Belgrad, 13. April. Angesichts der völligen Unter­brechung der Handelsbeziehungen zwischen Oesterreich und Serbien und ter verich-ebenarttgen Auffassung der Lage in Wien unb Belgrad wird die serbische Regierung morgen ein amtliches Communique veröffent­lichen, um über den gegenwärtigen Stand der Beziehungen und Unterhandlungen zwischen Milowanowitsch und Graf Forgach Klarheit zu schaffen.

Newyork, 13. April. Die Landung ber Gattin Castros in Venezuela ist verboten worden.

Unübertroffen

zur Haarpflege ist

Dr. Dralles

- Birken-

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