von
Köln. Volksztg.
Die ultramontane
hat den
Artikel selbst aui Enalind stammt, und man in den Kreisen der Verbraucher lediglich die Art des Gcbäckö damit bezeichnen **’ ' ‘ " trabe englische
Redaktion, Expedition und Druckerei: ®cbufc straße 7. Expedition und Vertag: fcSä? 6L $Ret>aftion:es@112. Tel.-AdraAnzeigerGießen.
n.
öur Entdeckung der Nordpols.
Die Entdeckung des Nordpols bnr.-.j Co o t und Peary, die selbst dann, wenn sie auf Wahrheit beruhen sollte, nur sportliches Interesse hat, zeitigt weitere Folgen. Besonders in Amerika tobt der Kumps mit großer Heftigkeit. Die nationale geographische Gesellschaft in Washington beschloß, den Vorsitzenden der nationalen Akademie der Wissenschaften, Dr. Ira Remsen, auszu,ordern, eine Kommission zu ernennen, die mit der Untersuchung der von Dr. Look unb Peary gemachten Beobachtungeil betraut werde. Die „Evening Post" verlangt in einem scharfen Leitartikel, Cool solle, bevor er seine Vorlesungstour fortsetzt oder die ihm von den hiesigen Stadtverordneten geborene Ehrung annimmt, Beweise für seine Behauptungen betreffe der Erweichung des Nordpols ansarbeiten, respektive vorlegen. Cook erklärte in den letzten Tagen, es werde etwa drei Monate währen, bevor er sein Marerial nach Kopenhagen senden könne. Tas Blatt verlangt besonders, Cook solle darlegen, wie er in der Nähe des' Nordpols so genaue Längende st immungen, wie er sie veröffentlicht Ijat, machen konnte.
laute Festtrubel dal-imvogt. In kleinen, halvdunclen Theatern produzieren sich armenische Tänzerinnen oder recht gute Komiker bei den schrillen Tönen einer Blechmusik, Schattempiclc au, leucq- tenden Transparenten erfreuen sich der besonderen Ausmerlscmtteit der vielen türkischen Kinder, die- unbekümmert noch mitternachts zwischen den Buden umherwandern; in einer versteckten Ecke führen kurdische Hamale bei mißtönerrdem Flötcnspn'l ihre heimatlichen Tanze aus. Ucber alles ober hat die weisse, ernste Herbft- nacht ihre fahlen Schleier gebreitet
Durch die schmalen Fenster der ehrwürdigen Sophienmoschee bricht Helles Siebt. Tausende von Lämpchen, zu Kränzen vereinigt, hangen über der Schar der Gläubigen, die in langen Reihen murmelnd und versunken betend am Boden knien und liegen. Es ist die Stunde des Terawihgebetcs. Die glitzernde Wand- mosaik von Limtern Marmor und Porphyr aus leuchtendem Goldgrund wird vom ungewissen Schein flackernder Glaslämpchen ge- Ivenstig umilint Durch den weiten gewaltigen Raum kreischt die tre- moliernl e Stimme des Äu.zziu und brünstige Gebete schwingen sich aus durch die meiste 'Nacht de§ heiligen Ramasan.
Den Höhepunkt des Fastenmonats bildec der fünfzehnte Tag des Ramasan. Einem alten Brauä-e folgend begibt sich an diesem Tage cwr Sultan mit grobem Gefolge in oas alte Stambulcr Serail von Topiäpu, um den im Bagdadtios ausgestellten Mantel des Propheten zu küssen. Tiefe althergebrachte Zeremonie (Hirkai- Scherif) ist die beoeutsamste religiöse Handlung, die der Sultan in feiner Eigenschaft als Kalif aller Moslemin int Jahre vor- nimmt. Wer das Glück hat, der Zeremonie beüwhnen zu dürfen — für „Ungläubige" ist es natürlich uerboten — erl-älr als Anden len ein entzückendes seidenes Taschentuch mit eingeftidten Koran- sprüchen, wodurch bann selbst die pwfane Handlung des Sia> Sümenzens während des Ramasans einen heiligen Charakter erhält.
in ganz besonderem Maße gesunden hat. So lesen wir in der Prähistorischen Zeitschrift von 1909, S. 92 ff., aus der Feder des hervorragenden Forschers K. Schumacher das ehrenvolle Zeugnis, daß neben den städtischen Sammlungen von Heidelberg und Heilbronn gerade Gießen verhältnismäßig den bedeutendsten Aufschwung im süddeutschen Gebiete genommen hat.
K. Schumacher hebt hervor, daß durch den Umzug aus dem alten Rathause in das stilgerecht renovierte „Alle Schloß" die Bedingungen einer schönen Entfaltung und Weiterbildung gegeben sind. Wer noch die früheren primitiven Zustände in den 80er und 90er Jahren gesehen habe, werde sich umsomehr freuen, nunmehr em großes,und wohlgeordnetes Museum anzutreffen, dessen wertvoller Inhalt sich unter der hingebenden Fürsorge Kramers von Tag zu Tag mehre. — In der Tat sind nunmehr fast sämtliche Perioden der obcrhessischen Kullurcutivietelung durch teilweise geradezu vorzügliches Material vertreten. Die neolithische sehen wir in allen ihren Einzelphasen, abgesehen ooni Michelsberger Typus und der Hinkelsteinstufe. Die Bronzezeit zeigt namentlich viele Gräber der Epoche der Rad- nadeln und der Ucnenselder, die Hatlstattperiobe gute Keramik der Gundlmger Stufe, auch einige Proben au5 Spät-Hallstatt. Das echt keltische F r ü lj - L a - T £ n e - Inventar zeigt sich häufiger, während sJ)h 11 e t»L a - T ö n e noch fast völlig fehlt. Dagegen brachten die Gräber am 'Rodberg beim neuen Gießener Friedhof germanisches Spät»La-T&ne. Tie fränkische Zeit lieferte eine stattliche Zahl von Gräbern auf dem .Trieb" bei Gießen. An dieser Stätte, ebenso wie m der .Lindener Mark" (im Süden der Stadt), finden wir noch eine Unzahl von unberührten Gräbern, d>e auf eine ungemein dichte Bevölkerung der Lahligegend schließen lassen.
Aufmerksam machen wollen wir auch noch auf die Feststellung deS PalissadenzauneS an dec .Landhege" zwischen Watzenborn und Gröningen. Hier (am Litnes) stieß man iieuerdings bei Gelegenheit dec Anlage der Wasserleitung für Watzenborn auf einen Zaun von Pfählen auS Eichenholz. Tiefe saßen etwa 3 Meter unterhalb der Bodenfläche, luaren je 5 Meter voneinander entfernt, von kegelförmiger Gestalt und hatten eine Länge von 1,20 Meter bei einem Durchmesser von 20 Ztm. an ihrem stärksten Teile. N*
♦
•• Auszeichnung. Sc. Kgl. Hoh. der Groß Herzog dem KreiSbauinspektor des Kreises Büdingen Joh. Funk Charakter als .Baurat" erteilt.
** Lehramtspersonalien. Se. Königl. Hoh. der
Die Gießener Samlltenblättei“ werden dem .Anzeiger" viermal roödtenilicb bcigekgl, das „Krclsblatt für öen KrcU Gießen“ zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Kamafan.
M. Konstantinopel, Anfang Oktober.
Ramasan, der heilige Fastenmonat der Nchhcunuiebaner, ist gekommen. Durch die schweigende Nacht klang dumpf der surrende Ton der Suhurpauke und forderte die Gläubigen auf, Einkehr zu halten und Allah bas Seine zu geben. Dec Tag ist wie sonn ber Arbeit gewidmet; doch bars über Die Lippen des frommen Moslem keine Nahrung kommen, so lange niajt die Sonne Himer dem dunklen Marmaramcere versunken ist. Dann erst gibt ein Schuß der Istarkpnone den hungrigen Moslemin das Zeichen, daß mmi speisen bars und Feste feiern, wie sie nur der Ramasan lenut. Das illuminierte Slambul ist im Nu von lärmeubem Treiben gefüllt, von den schlanken Minaietts blinken Lichtergürtel herab unb über die Nüoichcen zieht sich in gigantischen türkischen Lettern der Spruch: „IusciMah, Ja Haius, La Allah illahi". In den u:i> zahligen kleinen Kaffee- iuib Teehäusern sammelt sich eine bunte Menge festes froher Türken. Gruppen von verschleierten Frauen huschen wie -Silhouetten geheimnisvoll über bie Siraste, von einem Diene! mit trüber, schwelender Laterne gefolgt; sie statten ihren Freur^tnncn ben üblick-cn biamasanbesuch ab und nehmen an der abendlichen Ijtarmahlzeit teil, zu der übrigens auch jeder Un- geladeiie roilirommcn ist. Die breite Ramaianstraßc, die Sck>cl>- fcchebasch! unb ber Bajasid platz in Slamoul find der Äkictelpunn dieser yeckig-welUichv-n Festlichkeiten, yier bieten türkische Zuckerbäcker chre leckeren Süßigkeiten seil, dort werden Limonaden und Zigaretten verkauft, und dort sitzen in breiter Reihe bei Kaffee, Tee und Nargileh behäbige Türkei an fee SMße, Lbex die der
Satze *.
„Die Position des Zentrums wird er am 21. Oktober nicht erschüttern. Nicht geschwächt, sondern v e r st ä r f t iu irb baS Zentrum aus bem bedcutungsoollen Waykkampf hervorgehen. Dem Liberalismus bleibt dabei nur die Rolle bciicu, der bie Kosten zu tragen hat. Es mag .em, bau die Konier- natioen nicht gleich gut daran iitib, w^e das Zentrum. Wir haben kein sicheres Urteil darüber, wie weit bei ihnen die Aui- klärungsarbeit durchgeführt wurde und erfolgreich war äiicui iseien es auch weniger gut beftelit fein sollte, als wünschenswert •;äl kann doch kaum bc-n-eifett werben, bag oie,eiben uni den einen mit) andern Kammei fitz verstärkt aus oem WalUiamvf hervor- aeben Sie haben vier Mandate zu verteidigen und machen nut guter uni) sehr guter AuSiichl aus Iwgreichen Erfolg dem liberalen Block iicuen und der Sozialdemokcatie eins Itccitig. ZivenelloS iDcrc.it jic das eine oder oas aridere gewinnen, wahrend.sie gute und sehr gute Aussicht haben, ihren bistieeigen Bciitzflaiib zu erhalten Factt: 1. weiterer Rückgang des Liberalismus fichcr. 2. Mehrheit der Rechten höchstwahrsclMnttch."
Wir' werden ja sehen, ob diese unerschütterliche Zuversicht sich als berechtigt Herausstellen wird. Jedenfalls hat bas Blatt insofern recht, als es meint, bie flärliie Abteilung, bie am meisten festen Boden unter den Füßen habe, sei schon heute die Sozialdemokratie. Das muß auf bie Politik aller bürgerlichen Gruppen bestimmend einwirlen.
Aus SiKdL uuö Lairö.
Gießen, 12. Oktober 1909.
Neues vom Gießener Museum.
Es muß jeöen Bewohner unserer Universitätsstadt mit besonderer Befriedigung erfüllen, zu hören, daß unser Museum inuiier mehr Anerkennung findet und daß die erfolgreiche selbstlose Tätigkeit des Konservators Kramer bie verdiente Beachtung der sachverständigen Kreise ganz neuerdings wieder
will, ohne aber großen Mert darauf zu legen, gerade cngl Marken selbst zu erhalten. Wenn die Tatsache in den Strciien Privatleuten schon sehr bedauerlich ist, so muß eS die deutschen Cakes l-erstellcr mit besonderem Bedauern erfüllen, daß sogar bei der „Kaiserlich deutschen Marine", für welche die Teutsck-en so große Lpjer bringen, in der Hauptsache englische Cakes unb Biskuits verzehrt werden. Vielfache Schritte, welche da- gegen unternommen worden lind seitens der beteiligten Kreise, l-aben leider nenncnsnxwtc Ersolge nicht gehabt. Ebenso bedauerlich ist es auch, wenn bcutscl)e .Höfe und prinzlichc Haus- iKÜtungen englisä-en Cakes und Biskuits den Vorzug geben.
„Mehr Nackonalbewußtsem.^
Unter dieser Ueberfchnft lesen wir m einem ultramontanen Blatte folgende durchaus dankenswerten Feststellungen unb Aufforderungen:
Fast in allen Zweigen des deutschen GroßgewcrbeS kann man ^klagen über Schädigungen begegnen, bie daourch heröeigesiu,.l werden, baß vielfach cmsiänbifa-e Erzeugnisse bezogen unb verbraucht werden, mo vorteilhaster inLändifck-e zum Bezug unb zur Verwendung gekommen wären. Lcidec sind bicic Klagen nieistens auch berechtigt, da durch die Bevorzugung der ausländischen Maren nicht nur ungeheure Mengen Geldes dem brutschen Markt entzogen werden, unb bie Steuer» traft ber Hersteller in Deutschland empfindlich gciajäbigt Wirb, sondern auch ber beutfd)en Bevölkerung Gelegenheit zu Arbeit entzogen wirb. Mit ben ins Ausland wandernden Millionen, die hier in Fnagc kommen, könnte e.bw große Anzahl Arbeiter in Deutschland ständig unb lohnend beiMiägt weiden, wenn anstatt ber ausländischen Erzeugnissc die des Inlands bevorzugt würden.
Beispiele dafür werden vorn Stemkohlenmarkt, der Ltahl- 'duftrie, dem Diaschinenbau angeführt. Dann heißt es ' iter:
Sehr bebauerlid) erscheint der Bezug österreichischen Zements für das uationcditie aller Temmäler, das Nalional- benkmal bei Leipzig, ba doch sicher bie deutschen Fabriken feglichen Anforderungen litten gerecht werden können.
Leider ist Bevorzugung auslänbischec Erzeugnisse auch im Nahe ,i n g s m i 11 c l z w e i g c seftzustellen. AustveiSlich der Statistik hat z. B. der Verbrauch von ertgltschen CakeS unb Bistucks int Lause b-:5 ersten unb ztvetten Viertels dieses Jahres sehr beträchtliche Löhc erreicht. Dies ist besonders aussälllg, da die b e u t f ch e EakeSl-erstellung in ben letzten Jahrzehnten einen erheblichen Aufi'ck)wutig geiionimm hat unb -bis zum äußersten den Wünschen, der beutschcn Verbraucher in bezug auf Geschmack, Verpackung usw. Rechnung trägt. Besonders finden sich englische Eales iuib Biskuits in den Städten Wiesbaden, Bonn, Köln, 'oLdmnn't, Aketz, Straßburg, Kiel, 'Bremen, München unb auch — in Berlin im vanbel. Vielfach bürste der noch so ausgedehnte Verlauf cnglifck>er Erzeugtiilfe darauf zurückzuführen feirv daß bie Verbraucher englisck-en Cakes verlangen, ba ber
fangenen auf seinen Geisteszustand hin untersuchen, aber Stapß war gesund. Die Schilberung des Verhörs sindet sich — und es muß dahingestellt bleiben, ob sie authentisch ist — in Nr. 26 des „Russisck?deutschen Volksblattes" vom 19. Mai 1813, bas von Sto&ebue heraus gegeben wurde. Früher durfte darüber nichts gedruckt werben. Danach endete cs folgendermaßen: Nach der Untersuchung durch den Leibarzt Corvisart sagte ber Kaiser: „Sie sind ein Hitzkopf und richten die Ihrigen zu Grunde. Ich ivill Ihnen bas Leben schenken, wenn Sie Ihr Verbrechen bereuen und um Gnade bitten." „Ich will leine Gnade und bereue nichts, als daß mein Vorhaben mißlungen ist." „Diable, ein Verbrechen scheint Ihnen etwas Leichtes!" „Es iit kein Verbrechen, Sie zu töten, eö ist eine Pflicht." „Wessen Bildnis ist es, das man bei Ihnen gesunden hat?" „Das Bild meiner Geliebten." ^äßirb Idc Unterriehmen sic nicht unglücklich machen?" „9tur sein Mißlingen. Sie haßt Sie eben so sehr wie ich." „Würden Sie mir dankbar sein, wenn ich Sie begnadige?" Nein, ich würde Sie dennoch töten versuchen." — Daraufhin wurde Stapß' abgeführt. Tie mitgeteilte Unterredung scheint etwas theatralisch gefärbt, doch ist sicher, daß Stapß mit Energie seinen Vorsatz betonte und daß Napoleon ihn ÄnsangS zu retten versuchte. Weitere Verhöre ergeben nichts Neues, Napoleon aber glaubte, daß Stapß unter fremden Einfluß stehe und sagte zu General Lauer: „Es ist unerhört, daß ein so junger Alensch von seiner Bildung, ein Deutscher, ein Protestant, solch ein Verbrechen hat begehen wollen. Benachrichtigen Sie mich, wie er gestorben ist." Stapß wurde am 16. Oktober erscl/osseu. Seine letzten Worte waren: „Es lebe die Fri'ihcit, es lebe Deutschland, Tod ben Tyrannen!" — Kein Zweifel, daß Der junge Mann ein heldenmütiger, aber auch irregeleiteter Schwärmer war unb daß Napoleon sich nicht ungcotzmutig benahm. Desto jämmerlid/cr war das Verhalten ber Behörden und Zeitgenossen, leiser auch ber deutschen. Nie, trotz viclsack-er Bitten, l)at ber Vater des Hingerichteten eine offizielle Dlitteilimg über das Schicksal seines Sohnes erhalten können. Man verbot ihm und den Seinen, Trauer anzulegen und mied sein Haus und seinen Umgang. Und ständig toar die Furcht, daß auch an ber Familie das geplante Verbreck-en des Sohnes gerügt werbe.
— Gin Dorf aus ber Steinzeit in Italien. Aus Rom wird berichtet: Ter Oberinlendant ber archäologischen Ausgrabungen in ben Abruzzen Proi. Innocenzo Tall'Lrso gibt jetzt Nachricht von einer interessanten Entdeckung, die ihm in Der Nahe ber Gemeinde Lama bei Peligni gelungen ist. Es handelt sich um ein Dori aus der Steinzeit. Tie mit größter Sorgfalt emgeleiteten Ausgrabungen haben zu außerordentlich wertvollen Funden geführt; so fanD man allerlei Vasensragmeiile mit kunstvoll aiisgeiühiieii uralten Lrnamenten„Terrakottaplauen, die anscheinenb euunal als Dachziegel verwendet worden sind, und zahlreiche andere Gegenstände und Uebcrrefte, bie teilten Zweifel darüber lassen, baß ui ber fernsten Lecgangenheit au dieser Stätte eine größere Stedelung gelegen.
— Ein Attentat auf Napoleon. Napoleon stand auf dem Höhepiuikt feiner Macht. Ge-cabe vor einem Jahrhundert, am 12. Oktober 1809 hielt er in Schönbrunn, dem Sitze ber von ihm nicbergewoiscnen Habsburger eine glänzende Revue ab, imb eine glänzende Suite, darunter nicht wenige deutsche Fürsten, umgab ihn. Da drängte sich plötzlich ein junger, kaum achtzehnjähriger Mensch m feine Nähe und betrug sich so auf» sollend, bciti man, ohne übrigens sich einer argen Tat von ihm zu versehen, ihn verhaftete. Bei dec Visitation sand man_ ein langes, zweischneidiges Messer bei ihm und nun bekam die Sache ein anderes Gesicht. Man verhörte ihn jä>arf, aber er weigerte sich zu antworten. Nur Dem Kaiser selbst wollte er Rede stehen. So besahl dieser, den Verhafteten ihm vorzusühren und nun fanD ein seltsame.' Zwiegespräch statt. Es ergau sich daraus, daß der junge M:uin ber Sohn eines prvtef'tantischcn Pfarrers zu Naumburg war, ^^apß yieß unb Die ttausmannschaft erlernt hatte. Lhne ivetteces gab er zu, daß er Napoleon hatte ermorden wollen. Das Unglück des Vaterlandes hatte ihn zu diesem Entschluß getrieben und vergebens sucht der Kaiser andere Beweggründe ober gar etnM üfer fcgmfe .AMster Ai erstrtzce^. jhx LÄ fek
*
Tcr Zweikampf und das holländische Offiflerkorps.
Ein Aufsehen erregender Vorfall beschäftigt nach einer Dlättermcldung gcQcmuurti.] a.tc militärischen Kreise Hollands. Der Oberst und Regimentskommandeur des hiesigen dritten HuiarcnrcgimentS wurde von seinem in ben Ruhestand getretenen Vorgänger wegen einer im Osfizierkreije gemachten abfälligen Bemerkung, die seiner Osfizierschre empslndlich naherrat, zum Duell gefordert. Der Zweikampf wurde in einem Fechtsaa.e mit Säbeln ausgekämpft unb beide Duellanten wurden verwundet, glückiichLrweise nicht sehr schwer.
In Holland sind Duette äußerst ।eiten, ja man erinnert sich überhaupt nicht, daß ein solches in den l-etzten zwanzig ober dreiiflg Jahren im Lande slattgefunden hat. Das Gesetz be,trajk Den Zweikampf zwar nicht so streng wie in England, setzt aber doch immerhin eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten für veioe Duel.anlen jc|t, auch wenn keiner von beiden eine Verletzung bavontrug. Im Falle einer solchen wird das Strafausmaß auf ein Jahr erhöht und die Strafe erhöht sich natürlich weiter, wenn eine lebensgefährliche Verwundung oder gar ber Tod eines der Kämpfenden evfolgt ist. Einen Unterschied zwischen Zivilisten und Militär kennt das hotländtsaie Duellvecbot rächt, und da es sich um die Verletzung des bürgerlichen Strafgesetzbuches handelic, ]o wurden beide Höheren Osft- ziere vor'das gewöhnliche Gericht gestellt. Hier machten Die beiden Angeklagten geltend, daß eme Ehrensache zwischen Offizieren sich nicht so austragen lasse wie zwischen anderen Staatsbürgern. Insbesondere wäre der Obcrjtkom- nianbieccnbc des dritten Husaren.reyimeiits, wie alle als Zeugen vvrgeladenen militärischen Sachverständigen aussagten, zum Verlassen des Ofsizierkorps gezwungen gewesen, wenn er etwa bie Heraussoroeruug seines Gegners unter Hinweis auf das gesetzliche Duellverbot abge.ehnt hätte. Der Richter eriannLc biefe Zwangslage uotllonunen an, verurteilte aber nichtsdestoweniger beioe Angeklagte unter Zubilligung milbernber Umftänac zu fünf Lagen Gefängnis, bie nach seinem Aus!pruck)e nicht in eine Gelostraie verwandelt werden dürfen.
Das holländische Ofsizierkorps ist von dieser Sache sehr peinlich berührt, unb man versteht es überhaupt nicht, daß ein Regimentskommandeur, ber etwas tut, was ihm feine Offiziersehre ats absolut unerläßlich vorschreibt, deshalb vor den Zivilstrafrichter gezogen und von ihm, wie der erste beste Delinquent, verurteilt werden kann.
Großherz og hat den Oberlehrer an ber Obcrcealschule zu Mainz Dr. Karl Kubel zum Oberlehrer an dem Oster- gymnasium zu Mainz und den Oberlehcec an ber Nealschule unb dem Pcogymnasium zu Alzey Lhclstoph Kobelt zum Oberlehrer an der Oberrcaljchule zu Niamz ernannt.
□ Großen-Linden, 11. Ott. Eine Veteranen- feier soll nächsten Sonntag hier ftattfuiben. Um V^IO Uhr findet eine Feier auf dem Friedhof statt, an den Gröoern der verstorbenen Kriegsteilnehmer werden Kränze niedcrgelegt. Um 10 Uhr ist Gottesdienst mit Kirck)euParade. Dabei werben bie Gebe.iltasein sür die Krügsvclcranen entyüllt. Nachmittags ist Umzug burch den Ort unb Nachfeier in der TurnlMe. Ein Leit der Gießener RegimeutslapeUe konzertiert.
n. Schlitz, 11. Ott. Unsere prächtige, weithin sichtbare, aus dem höchsten Punkte des alten Städtchens erbaute Stadtkirche wird demnächst elektrisches Licht erhalten. Die Kirchengemeindeveclretung ist Dem Beschluß des
Giessen- ao„: Hermann SW*
e’freWj? tÄ •S’äi'i nfl8UÖ ist Oktoberl'
k»Ccr:T Erhöh» f* W» pre,S ,r iw-1"1
naiM«
Adele SgS, w?
«19 8 “ Ä
lenverein Gabelsber« aerstag den 14. Cfuto
abends 9 Uhr: ?'
grems-Abend
üag den 17.». K
Sjfc
/etzlar iSchüvensatt rt für die TeilnehMi c »sss (ngeborißen unserer. r'blUen DieDorM
politische Lagesscliatt.
TaS Zeatrum unb die badischen Landlazswahlen.
Die ultramontane »Köln. VolkSztg." bringt m einer Polemik mit einem linksliberalen Blatte über bie Aussichten bei ben bevorstehenden badischen Landtagswahlen folgende
Telephon Sft.
ü Ranges.
909» abends 8 Uhr
-Vorstellung
unstkräste.
miastit am Barren, Jet
1 Imitator.
ollen Bilderserieu, en Zigrrrengeslhajien. umen täglich, ab?/. fc ö Heger.
u Albert Rabbrnaiui, rtilw «: zweite Hypolhek geic riftL Angebote uiller (0 n Giehener Anzeiger w.
Jhestervereit
— Giessen.---
woch abenb 9 Uhr: . * Frose, r ches Eckideirien eiwd
Ter Sonl-u)
Nr. 28S Zweites Blatt 159. Jahrgang Dienstag 1'7. Oktober 1809
Üitjci jet “-ssä222*
General-Anzeiger für Eberheffsn


