Samstag 10. Juli 1909
Erstes Blatt
159. Jahrgang
Nr. 159
Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten.
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besseren Abgang gesichert hätte. Wer sein Nach wird, ist noch nicht bekannt, aber soviel ist sicher
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Der neue Mann, der sich von vornherein einer geschlossenen
vergessen.
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Deutsches Reich.
Fürst Bülow wird schon am Mittwoch den Reichs- tanzlerpalast verlassen und die Gegenzeichnung der Finanz? Zesetze seinem Nachfolger überlassen.
Die Vertrauensmännerversammlung desBundesder Landwirte bat beschlossen, für die bevorstehende Reichs- tagsersatzwahl im zweiten pfälzischen Wahlkreis eine eigene Kandidatur aufzustellen. Laut „Pfülz. Courier" wurde das Mitglied der bayerischen Kammer, der Abgeordnete Dr. Lehmann-Freinsheim, einstimmig zum Kandidaten des Bundes der Landwirte proklamiert.
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politische Wochenschau.
Gießen, 10. Juli.
Die zweite Lesung der sog. Reichsfinanzreform -st beendigt und die Mehrheit hat 500 Millionen neue Steuern zusammen bewilligt. Rasch und schmerzlos, aber >as Resultat ist auch danach. Wenigstens auf dem Papiere st es gelungen, die von der Regierung als erforderlich e-eichnete halbe Milliarde zusammen zu bekommen. Ob ie freilich in der Wirklichkeit erreicht wird, weiß man licht, und die Schätzungen schwanken um einige Millionen, während z.D. die Ultramontanen 502 Millionen heraus- echnen, macht die „Post" folgende Rechnung auf:
Ausland.
Ter ehemalige österreichische Ministerpräsident Badeni ist in Lemberg infolge Schlaganfalles plötzlich gestorben.
In der italienischen Deputiertenkammer erklärte der Staatssekretär des Innern, daß die Regierung gewillt sei, den Durchstechereien bei der Verteilung des Erdbebenfonds
— Das freie S prechen im Parlament. Bekanntlich ist es den Mitgliedern des Reichstages nicht erlaubt, ghre Reden aus einem Mamiskript abzulesen, cs sei denn, daß sie der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Dieser Brauch, der unseres Wissens auch in den Parlamenten anderer Länder noch Geltung besitzt, hat seinen Urheber in dem schicksalreichen französischen Publizisten und Parlamentarier Benjamin Constant, dem geistigen Vater des französischen Liberalismus. Als Napoleon von Elba zurückkehrte und dem Drucke der Verhältnisse gehorchend dem Lande eine Verfassung geben wollte, beauftragte er Benjamin Constant mit deren Ausarbeitung. Constant war es, der darin die Bestimnrung traf, daß die Reden der Deputierten nicht abgelesen werden dürften, und zwar lag diesem Verbot die damals wohlbegründete Absicht zugrunde, das Parlament möglichst den Vertretern der Bildung und Intelligenz vorzubehalten. Die Folge war, daß aus den ersten Wahlen ganz unverhältnismäßig viele Advokaten als Deputierte hervvrgingen, da dieser Beruf der einzige war, dessen Vertreter damals, in den Kinderjahren des Parlamentarismus, über die nötige Gewandtheft im freien Sprechen ver- fügten. Von Frankreich ging diese Bestimmung nachher auch in die deutsche Parlamentsverfassung über. Mittlerweile haben sich natürlich die Verhältnisse gründlich geändert und die Versammlungsfreiheit hat längst bei uns die Uebung der freien Rede zürn Gemeinbesitz aller Stände und Klassen gemacht. Sind also Sie ursprünglichen Voraussetzungen für das Leseverbot nicht mehr vorhanden, so ist dieses doch keineswegs gegenstandslos geworden und seine Aufrechterhaltung im Interesse eines gesunden Parlamentarismus nur gutzuheißen, denn, wie es der alte Friedrich Theodor Vischer einmal knapp und treffend bezeichnet hat: „eine Rede ist keine Schreibe."
— Das vergessene Hemd. Von der Vergeßlichkeit Samuel Taylor Coleridges, des berühmten englischen Dichters, dessen Phantasie so oft am Tage in die Ferne schweifte und die einfachsten Dinge des täglichen Lebens blindlings über-
herab ansehen darf, wenn nicht die schönsten Veranstaltungen unbemerkt vor den Augen der Welt vorübergeben sollen. — In wenigen Tagen werden wir hier in deutschen Gewässern noch eine zweite Monarchenbegegnung haben und zwar in Kiel, wo der Zar dem Kaiser seinen Gegenbesuch machen will; diese schnelle Erwiderung rst ein erneutes Zeichen dafür, welchen großen Wert man augenblicklich in Rußland auf die Unterhaltung guter Beziehungen zu Deutschland legt.
Neuerdings scheint der Orient wieder den Jperb großer Verwicklungen ab geben zu wollen. In Persien spitzen sich die Tinge immer mehr zu, und wenn man sich auch aus den einlaufenden Meldungen kein klares Bild der Situation machen kann, so steht doch fest, daß dort die Revolution einen beträchtlichen Umfang angenommen hat. Allem Anschein nach wird Rußland intervenieren, Truppen haben bereits die Grenze überscNitten, und bei dem Fanatismus der Perser dürfte eine blutige Auseinandersetzung nicht ausbleiben. Wer hierbei die Oberhand gewinnen wird, ist nicht schwer zu erraten, denn die ungeordneten Horden der Perser werden gegenüber den russischen Truppen wenig auszurichten vermögen, und nach dem Kampfe wird dann Rußland' zweifellos den Schaden seiner Rechnung präsentieren. Mit den Engländern scheint man sich hinsichtlich der persischen Frage in der letzten Zeit erneut geeinigt und sich der Zustimmung einer bewaffneten Intervention versichert zu haben; 'wenigstens ist es auffällig, daß eine im englischen Parlament beabsichtigte Interpellation über die Stellungnahme der englischen Regierung zu den Ereignissen in Persien unterdrückt worden ist.
Auch im näheren Orient scheinen sich infolge der Kreta frage die Dinge zuspitzen zu wollen. Die letztere selbst ist allerdings etwas ungefährlicher geworden, da die Mächte den besten Willen zeigen, einer Erhebung auf Kreta vorzubeugen, umso größer ist aber die Gefahr eines Zusammenstoßes zwischen Griechenland und der Türkei, weil der alte Gegenscch zwischen beiden Nationen erneut auflodert und zu fortwährenden Reibungen führt. Die Rüstungen auf beiden Seiten werden fortgesetzt und bei der auf beiden Seiten herrschenden erregten Stimmung wäre es nicht ganz unmöglich, daß eines Tages die Flinten losgehen.
Also in der Hauptsache sind es Konsumsteuern, die die Finanzweisheit des schwarzen Blockes dem deutschen Volke ' schieden hat. Was an sog. Besitzsteuern kommt, sind Stempelsteuern, die einem Teil des Besitzes auferlegt i verden. Die Erhöhung der Matrikularbeiträge endlich wirrt direkte Kopfsteuer und auch die Beibehaltung der Fahr- ! '.rtensteuer macht das Bild nicht schöner. Die verbündeten Regierungen, denen noch vor 14 Tagen eine Reichsfinanz- reform ohne Erbanfallsteuer unannehmbar erschien, haben such mit der umgestalteten Reform abgefunden, und es ist i luten sogar gelungen, einige der schönsten Erzeugnisse der Erz berg ersehen Steuerweisheit zu verhindern, wie die lüblenumsatzsteuer und der Kohlenausfuhrzoll, und die ) wtierungssteuer durch die Talonsteuer zu ersetzen. Der scheinbar heftige Kampf zwischen dem schwarzen Block und der R^ierung, der über diese Steuern geführt wurde, war pur Theaterdonner, denn der Handel zwischen beiden war Q)on vorher fertig. Der Reichskanzler hat sich in all diesen Tagen vollständig passiv verhalten, so daß eine Zei- mitg mit Recht von ihm sagen konnte, wrr hätten gegen» inürtig feinen Reichskanzler, sondern nur noch einen Be- tvohner des Reichskanzlerpalais. Bald wird er auch von dort verschwinden und wir hätten nur gewünscht, daß er
sehen konnte, erzählt ein Nachkomme des Poeten eine amüsante Anctdotc. „Der Dichter," so berichtet Arthur Coleridge in einem Vortrag, den er im College für arbeitende Frauen in London gehalten hat, „beschloß eines Tages, feinem Neffen Sir William Hart Coleridge einen Besuch abzustatten. Ec reifte auch von Highgate nach Holbvrn. Es war sehr kaltes Wetter und es fiel auf, wie der Dichter sorgsam den heraufgeschlagenen Kragen seines zweireihigen Jackettes am Halse zuhielt. Der Nefie wunderte sich, aber sein Erstaunen wurde noch größer, als er sckstießlich bemerfte, daß sein berühmter Onkel kein Hemd anhatte. Der besorgte Neffe machte ihm Vorwürfe, der Dichter aber antwortete ganz hilflos und traurig: „Es tut mir leid, lieber William, es tut mir wirklich leid, aber ich habe mein Hemd anzuziehen völlig Der Neffe gab nun dem Dichter eines |einer Hemden, „u.uv.L, so schloß der Vortragende seinen Bericht, „ich bedauere sagen zu müssen, daß das Kleidungsstück dem ursprünglichen Besitzer nie mehr zurückgegeben wurde,"
den letzten Tagen arg erschütterte Ansehen der Reichs- vegierung wiederherstellen will.
Die unter diesen Umständen mit besonderer Spannung erwarteten Tagungen der drei liberalen Parteien ergaben einstimmige Zustimmung zur Haltung ihrer Reichstagsfraktionen. Die Einmütigkeit in der Beurteilung der politischen Lage bietet Gewähr dafür, daß die in den letzten Wochen betätigte gemeinsame Kampfesstellung nach rechts hin auch weiterhin geschlossen beibehalten werden wird. Das kann um so eher erwartet werden, als die Stoßkraft der nationalliberalen Partei durch das Ausscheiden extrem agrarischer Elemente, wie des Grafen Oriola, int Sinne einer liberalen Weltanschauung nur vergrößert werden kann. Die Stellungnahme eines anderen bei Abstimmung Über die Reichserbschaftsfteuer fehlenden nationalliberalen hessischen Abgeordneten, des Freiherrn von H e y l, war bis jetzt ungeklärt, aber auch er hat jetzt die Konsequenzen aus seiner zwiespältigen Haltung gezogen, und ist aus dex nationalliberalen Fraktion ausgeschieden: er vollzieht damit einen Schritt, der im Interesse des Zusammenarbeitens aller wirklich liberalen Elemente in Hessen nur begrüßt werden kann.
Die Zustimmungen zum Hansabund und dem neuen Bauernbund, oer in dieser Woche seine von 3000 Bauern besuchte Grün dun gs ver s amm lun g in Gnesen abhielt, mehren sich, und Die Angst ihrer hochagrarischen und klerikalen Gegner gibt sich in langatmigen Artikeln ihrer führenden Presse kund. Zur Bekämpfung von Bewegungen, die man für unbedeutend und vorübergehend hält, pflegt man doch ibn allgemeinen solche Mühe nicht zu verwenden.
In Hessen ist die Vorberatung der Wahlrechtsreform zu einem gewissen Abschluß gelangt. Der Gesetzgebungsausschuß der Zweiten Kammer hat über die einzelnen Bestimmungen der Vorlage abgestimmt und scheint hinsichtlich der viel erörterten Verfassungsänderungen zu Beschlüssen gekommen zu sein, die, ohne den Vorrechten der Volkskammer viel zu vergeben, auch den Standesherren genügen dürften, um dem Gesetz keine weiteren Schwierigkeiten mehr zu machen. Die endgültige Entscheidung wird wohl im nächsten Winter fallen.
Ziemlich spurlos vorübergegangen ist eine M o - narchenbegegnung, welche in dieser Woche auf der Reede von Saßnitz sta.ttgefu.nden hat. Der feierlichen Eröffnung der großen Fähre Saßnitz-Trelleborg wohnten Kais er Wilhelm und König Gustav von Schweden bei, es fehlte hierbei nicht an Austauschen herzlicher Trinisprüche. Mag es sich dabei um kein hochpolitisches Ereignis gehandelt haben, so ist der Vorgang, daß die Staatsoberhäupter der Einweihung eines Beri'ehrsunternehmens beiwohnten, ein Beweis für die guten und freundschaftlichen Beziehungen beider Länder. Uebrigens ist es nicht uninteressant, daß von dem Akt herzlich wenig in die Oeffentlichkeit gedrungen ist, und das hatte seinen guten Grund. Der preußische Verkehrsminister von Breitenbach hatte es nämlich geflissentlich vermieden, die Presse einzuladen und nur in letzter' Minute zwei Berliner Blätter mit einer Einladung beglückt. Mit Ausnahme dieser beiden lehnten es die übrigen Blätter ab, von dem Vorgänge eingehende Notiz zu nehmen. Vielleicht hat der Minister aus diesem Vorkommnis ersehen, daß man nicht ungestraft die Presse hochmütig von oben
und zielbewußten agrarisch-kleritalen Mehrheit gegenüber neht, wird einen schweren Stand haben, wenn er deren Willen nicht widerstandslos gegenüberstehen und das in
bürg, Gießen, Marburg, Rostock, zahlreiche Hamburger Aerzte, seine Freunde und Schüler aus der Breslauer und Gießener Zeit des Verstorbenen anschlossen. Ein großer Teil der Trauergäste wohnte auch noch der Feier im Krematorium zu Hamburg bei, wo nach einer Ansprache des Vorsitzenden der nordwestdeutschen Gesellschaft für Gynäkologie Vertreter der ehemaligen und jetzigen Assistenten und Schüler dem zu früh dahingegangenen Meister und Freunde ergreifende Worte oer Erinnerung und das Dankes nach- riefen. Niemand, der an diesen Trauerfeierlichkeiten teilnahm, konnte sich wohl dem Eindruck entziehen, Abschied von einem Manne genommen zu haben, dem es in seltenem Ausmaße vergönnt aetvesen war, Licht und Wärme um sich zu verbreiten.
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— Staatliche Wohnungsfürsorge. Im Deutschen Reich finb es die Landesversicherungsanstalten, die ihre Fonds in den Dienst der gemeinnützigen Wohmrngsbeschaffung stellen. Nach einer vom Reichsversicherungsamt ausgebenden Uebersickft betrugen die Austoendungen sämtlicher deutschen 31 Versicherungsanstalten zusammen etwa 5o0 Millionen Mark, davon die Hälfte zum Bau von Krankenhäusern und ähnlichen vorwiegend den Versicherten zugute kommenden Einrichtungen. Für den Bau von Arbeiterwohnungen wurden etwa 182 Millionen cnisgegeben. In Frankreich gab es im Jahre 1906 schon 98 Gesellschaften, in Italien im gleiclien Jahr 180 Vereinigungen, die sich mit gemeinnützigem Wohnungsbau beschäftigen. Vor kurzem wurde auch in Oesterreich die Wohnungsfürsorge in den Pftichtenkreis der öffentlick-en Verwaltung ausgenommen. Den Maßstab für das Eingreifen der Wohnungsfürsorge bietet die gesetzliche Festlegung jener Mindestforderungen, die im Namen der Hygiene und der Sittlichkeit an die Beschaffenheit und die Art und Weise der Benützung der Wohnungen zu stellen sind.
— Reichsgericht und Feuerbestattung. Das Reichsgericht hat kürzlich, rote die ,^Jnf." schreibt, zu der viel umstrittenen Frage der Feuerbestattung in einer sehr ausführlichen Begründung in einer neuen Weise Stellung genommen, die für die rechtliche Stellung der Feuerbestattung bedeutsam ist. Ursaclie zum Rechtsstreit gab folgender Zwischenfall: Der portugiesiscl?- rüdische Friedhof in Hamburg weigerte sich die Aschenreste der Mutter des Besitzers eines Erbbegräbnisses aufzunehmen. Landgericht und Oberlandesgericht verurteilten die Friedhofsverwaltung. Das Oberlandesgericht legte begründend dar, daß bei dem Vertrag bezüglich des Erbbegräbnisses an den Fall der Leichcnoerbrennung nicht gedacht worden sei. Einerseits habe die Beklagte den Beweis itidji beizu bring en vermocht, daß die Leichenverbrennung den rituellen Vorschriften zuwiderlaufe, und andererseits sei davon auszrgehen, daß durch die Leichenverbrennung die Volks sitte eine Erweiterung erfahren habe. Tas Reichsgericht schloß sich dieser Urteilsbegründung an und wies die Revision, diesmal nun endgültig, zurück.
Geheimrat Pfannenstiel f.
Im Hörsaale der Frauenklinik fand am 5. Juli eine Gedenkfeier für den verstorbenen Geheimrat Pfannenstiel 1 statt, über dessen äußeren Lebensgang und wissenschaft- | siches Lebenswerk sein Nachfolger einen kurzen Ueberblick gab. Dem diesbezüglich in Nr. 154 unseres Blattes Mitgeteilten fügen wir einen Bericht über die Trauerfeierlich- ftiten, die am 6. Juli in Kiel und Hamburg stattfanden, ■ bei Die Aufbahrung hatte in würdiger und eindrucksvoller Weise in der Aula der Universität Kiel stattgefunden. ' Tort verlieh Prof. Bau m g a r t e n in formvollendeter Rede der Trauer der Universität Kiel packende Worte, wobei der H ffohe Grad von Verehrung und Anerkennung, den sich der Verstorbene in der kurzen Zeit von nicht ganz 2 Jahren in Kiel erworben hatte, beredten Ausdruck fand. Sowohl als Lehrer bei der Studentenschaft, wie als helfender Arzt und glänzender Operateur bei der Frauenwelt, wie als Forscher und Mtarbeiter bei seinen Kollegen hatte sich pfannenstiel darnach ebenso in Kiel, wie einst in Gießen, einen ungewöhnlich hohen Grad von Beliebtheit errungen. Auch des organisatorischen Talentes des Dahmgegangenen timrbe gedacht, das auch in Kiel schörre Früchte zu zeftigen Begonnen hatte: ihm verdankt ja auch die Gießener Frauenklinik ihre Vergrößerung und Modernisierung durch einen mustergültigen Anbau. Das Bestreben, ein möglichst inniges Zusammengehen aller in der Praxis stehenden und aller lüssenschaftlich auf dem gleichen Gebiete arbeitenden Aerzte Zu bewirken und zu fördern, hatte Pfannenstiel, wie seit jnner Gießener Wirksamkeit zur Gründung der „Mittel- iheinischen Gesellschaft für Geburtshilfe und Gynäkologie", in Kiel zur Errichtung der „Nordwestdeutschen Gesell- sfiaft" gleichen Zweckes geführt. Im Namen beider Gesellschaften wurden Kränze an cur Bahre niedergelegt, ebenso für die alle deutschen und viele ausländische Gynäkologen umfassende „Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie" durch bereu Vorsitzenden, Geh. Rat Fehlings-Straßburg. Im Namen der medizinischen Fakultät Gießen sprach Pros. Sommer, der in warmen Worten besonders der liebenswürdigen und getoimienben Persönlichkeit des Verstorbenen gedachte, im Namen der ganzen Universität und ihres Nektars, sowie der Gießener Frauenklinik Prof. v. Franque.
Darnach fand die Ueberführung nach dem Bahnhof in feierlichem Kondukte statt, dem sich außer den Verwandten Der gesamte Lehrkörper und die Studentenschaft der Universität Kiel, die Vertreter der Behörden, die Direktoren der Universitätsfrauenkliniken von Berlin, Bonn, Straß-
7Sier-, Branntwein- und Tabaffteuer zus. lündhölzchensteuer
: umchtkörpersteuer
ZäMlmweinsteuer
Aaffeezoll
Zusammen also an indirekten Steuern
Dazu kommen:
rurch Verzicht auf die Ermäßigung der Zuckersteuer
Aus der Fahrkartensteuer
'urch Verdoppelung der Matrikular-Umlage auf 80 Pf. auf den Kopf
Endlich aus den Besitz steuern: Umsatz-, Effekten-, Wechsel-, Scheck- und Talonsteuer zusammen
Tas macht im ganzen
Der «iebemr Anzeiger ,
«cicheinl täglich, außer W W monatlich7oPf.,vierlet-
Eonntagr. - Beilagen: >4 ▲ A a a a a a a äk a jährlich Mk. 2.20; durch
k“ ©Ivnvllvi ZlllivlQCTs— wirtschaftlicheSeitstagea vS? M M W W M ™ M auswärts 20 Pfennig,
lernfprech-Anschlüsse: M B fif Verantwortlich
r die Redaktion 112, 9 Ä •• für den politischen Teil:
AL General-Anzetger für Oberheffen UM r di- Zagesnummet n»tatton5dniS und Verlag der vrührschen Unlv.-Vuch- und Skinörodcrei H. Laag«. Redaktion, Expedition und Druckerei: Lchulpratze 7. -M-NI-U: H B-ck.
bi» vormittags 9 Uhr. 0


