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Mittwoch 13. Januar 1909
159. Jahrgang
Erstes Blatt
Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Sterndruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. 8n!etgmteu? H."^L
BLzugSpretS: monallich7bP^ vierteljährlich Mk. 2.20; durch Avhol» u. Zweigstellen monatlich 6c> Pf.; durch die Post Alk. 2.—viertel- ]ät)vL ausfchl. Bestell^ Zeilenpreis: lokal ILM^ auswärts 20 Pfennig,
Verantwortlich für den politischen Teil, für »Feuilletons und »Bermifchtes" r Ernst Anverson; für „Stadt u. Land- und »Gerichts«
Nr. 10
Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, auüer ConnlagS. - Beilagen: viermal wöchentlich KießenerZamilitndlStter; {iDtimal roöcbeiULKreiS; .lattsürdenttrelsGiehen (Dienstag und Freiraa); zweimal moncitl. Landwirtschaftliche Seilfragen Fernfprech-Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse füt Depeschen;
Auzrtgcr Gieße».
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ietzener Anzeig
General-Anzeiger für Oberheffen
Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
Vie Lhe in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
— Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. 2 e i s t r k o w - A il s st e l l u n g. Schneiders Kuustsalou in Fran f- i u r l a. M. eröffnet das neue Jahr mit einer Sammlung von Werken des jüngst pevftoibencii Walter Leistikow, dessen irüher Tod eine starke Lücke in bje deutsche Künstlerwelt gerissen har. Tie ausgestellten Gemälde und Zeichnungen stammen aus. Den Jahren itivu bis 1908.
pellanon geduldig aui dec Tribüne ausharrte *— ein Gegenstand lebhastesten Interesses für die Herren Volksboten —, Fräulein Desmond wird alio morgen erst ihren Nichterspruch Hörem
AusLasrH.
Tschechisches Ais uutwort auf die tnr österreichische» Landtag enrgebrach^en Anträge auf die geseylickse FeUegung dort deutschen Unterrichtssprache an allen öffentlichen Schulen in Niedert
Vie Relchsfinanzreform.
Neber die Reichsfinanzreform ist eigentlich schon so viel gesagt und geschrieben worden, daß kaum noch etwas neues über dieses Thema gesagt werden könnte. Nun veröffentlicht aber die „Nordd. Allg. Ztg." eine äußerst umfangreiche Zusammenfassung bet Ergebnisse der Denkschrift zur Reichsfinanzreform. Bezüglich der Reichsfinanzen wird darin ausgeführt, daß das Neichsbudget eine Reche sogen. „Durchlaufender P o st e n" enthalte, die den Staats- bedarf weit größer erscheinen lassen ab3 er wirtlich ist. Es sind dies die Ausgaben der Betriebsverwaltungen, soweit sie durch Einnahmen gedeckt lverden, die Matrikular- beiträge und die Ueberweisungen, solveit sie sich gegenseitig decken, und Ausgaben und Einnahmen des Reichs- JuvalidensondL. Zieht man diese Posten ab, so ergibt sich ein Netto-Etat, in dem die Ausgaben um 36.6 Proz., die Einnahmen um 38.9 Proz. niedriger sind, als sie etats- maßig erscheinen. Der Artikel stellt sodann die Entwicklung des Staatsbedarfs sowie der Einnahmen seit 1872 dar und stellt fest, daß, ausgenommen das Jahr 1896, in sämtlichen Jahren seit der Reichsgründung die Ausgaben des Reiches die Einnahmen überschritten haben, und zwar beträgt die Gesamtüberschreitung bis 1907 4096 Mill. Da hiervon ein Teil durch den Ueberschuß der Matrikular- beiträge über die Ueberweisungen gedeckt ist, ergibt sich als endgültiges Minus 3854.1 Millionen. Dieser Betrag stellt den Teil der Reichsschuld dar, der nicht durch außergewöhnliche Ausgaben ober werbende Anlagen hervvrge- rufen worden ist. Als gesamter Bruttobedarf des Reiches ergab sich ein Betrag von über 11 Vs Milliarden Mark. Zieht man hiervon die durchlaufenden Posten ab, so gewinnt man einen Nettobedarf von rund 6220 Millionen Mark. Als Gesamt st euer la st Deutschlands wurden 3060 Millionen Mark berechnet, von denen 1200 aus das Reich, 770 auf die Bundesstaaten, auf Gemeinde- und Koiümunalverbände 1030 und auf Kirchengemeinden 60 Mill, entfallen. Aus den Kopf der Bevölkerung entfallen, wie es zum ersten Male möglich war, festzustellen, rund 49 Mk. Abgaben; davon sind 2L Mk. direkte Steuern. Die prozentuale Belastung des Einkommens beträgt bei Einkommen von 1000 Mk. 1 bi» 3 Proz., bei Einkommen von 3000 Mk. 3 bis 7 Proz., bei 6000 Mk. o bis 9 Proz. und bei 10 000 Mark 10 bis 12 Proz. Einkommen von 100 000 ML. müssen bis 20 Proz. absühren. Tas jährliche Gesamteinkommen des deutschen Voltes wurde auf rund 30 Millionen errechnet. Hiervon würde die Gesamtsteuerlast etwa 10 Proz. ausmachen.
Eine Reihe von Symptomen zeigt eine Vermehrung des Einkommens und Wohlstandes an, die jedoch direkt nicht nachweisbar sind. Ein solche» Symptom ist, daß das veranlagte Einkommen stärker, zum Teil ganz wesentlich stärker angewachsen ist als die Bevölkerungszayl. Weitere Symptome sind die Vermehrung der Sparkasseneinlagen von 1870 Millionen im Jahre 1875 auf 13 890 Millionen im Jahre 1907, die gewaltige Zunahme der fremden Kapitalien in deutschen Kreditbanken, die Vermehrung der gegen Feuer versicherten Werte, da» Wachstum der Produktion, des Außerhandels und die Steigerung der Konsumkraft.
Im letzten Abschnitte des Artikels, der sich mit dem Schuldenwesen befaßt, wird u. a. auf die gewaltige Aufnahmefähigkeit des deutschen Publikums für fest verzinsliche Werte hingewiesen.
An der Diskussion beteiligten sich Dr. Spohr, Pros. Dr. Mit ter maier, .Privatdozent Du Vogt und Lizenziat Heep.
Da sich meine Ansichten im wesentlichen mit denen Dr. Helene Stöckers decken, kann ich von einem tieferen Eindringen, wie es jüngst bei dem Vortrag von Frau Fürth notwendig war, Abstand nehmen, und das umso eher, als! auch die Einsichten Dr. Stöckers über Mutterschaft und Beruf mit menten in M. 6 des „Gieß. Anz." veröffent* lichten übereinftimmen. Die von Dr. Stöcker angeregter Gründung einer Ortsgruppe des Deutschen) Bundes für Mutterscyutz dürfte sich nach dem Erfolg des gestrigen Vortrages bald in die Tat umsetzen. Jchi werde in den nächsten Tagen näheres über Zweck und ZieL des Bundes mitteAew,
Karl Neurath,
werden. Und daran sind unsere Männer schuld
Gesetz, da» das uneheliche Kind nicht als Verwandten desj Vaters betrachtet. Schärfere Unterhaltungspflichten deÄ Mannes der unehelichen Mutter seines Kindes gegenüber sind unbedingt zü fordern, Abschaffung der Prostitution^ Achtung vor dem Weibe als Mutter; vor allem aber Siebej Güte, Innerlichkeit, denn „nicht nur fortpslanzeu sollens wir uns," so schloß Dr. Stöcker mit Nitzfches Worten, „sondern hinaus und dazu diene uns der Garten der Ehe."
sein muß.
Dagegen wird heute unheimlich viel gesündigt, denn in der Hauptsache spielt sich heutzutage der Verrehr der Geschlechter außerhalb der Ehe ab, weil den Gatten neben der Liebe auch das sittliche Gefühl fehlt. So waren nach einer neueren Statistik 80 Proz. der Männer in Berlin ge sch lech ls krank, und solche Männer sind z. T. Gatten und Vater. Und darüber drückt die Gesellschaft mitleidig beide Augen zu, während sie die uneheliche Mutter gewissermaßen achtel. Gerade sie verdient unsere tiefste Teunahiue, unser herzlichstes Mitgefühl, aber leine Äechtung. Der Mcmn, der zur Dirne geht, hak kein Recht, die uneheliche
polihidyc Lage-icha».
Eine friedliche Verständigung.
Ter türkische Mini st er rat har die o st crre irischen Vorschläge angenommen, die darin gipfeln, daß Oesterreich 2\'> Millionen Pfund für die Domänen in Bosnien und der Herzegowina an die Türkei zahlt und mit der eventuellere Zollerhebung und der Aoänderung der Kapitulationen eiitbcr* landen ist. Oesterreich dürste zunächst dort auf seine eigenen* Postämter verzichten. Die Zahlung der österreichischen Entschädigung soll in Raten im Lause e.ncs Jabres erfolgen. Die elfte, Anzah.uug soll 2U Prozent betragen. Von selten des türkischen: Parlaments werden Line Schwierigkeiten erwartet, da bet Groß» wesir dort über die aosolute Mehrheit berfügt Der Großwesir und der Minister des Acußern. hauen sich nun allen Botschaftern gegenüber, die gestern nachmittag auf der Pforte vor sprachen, befriedigt über das österreichisch-ungarische ^üigcbot Dow 2Va Millionen Pfund, und looend über die Hauung und das Ent- gegenßemmen OesLrreicl>-UngacnL sowie über die Mitwirkung und den Erfolg des Botschafters Pallabioini ausgesprochen. Alle Bot-, fcljaitcr, auch Sinowjew, sollen die Annahme des Angebots an** aelenllich angeraten haben. Im Mmisterratc sollen gegen das Angebot einige Einweichungen erhoben ivvrden .sein, wahrfcheinlich vom jungtürkischeii Justst>minister Refik Bey. Die hauptsächliche Einwendung soll jedoch der Kammerpräsident Ahmed Riza gemacht hauen, boch hont man. daß diese Opposition beseitigt wird. Hierzu dürfte außer der politiidycn Gesamtlage, auch die innere Situation in Kleinasien, die in manchen Teilen infolge Teuerung, Hungersnot und Räuberunwesen twßlvs ist, wesentlich beigetragert bauen. Beme.Lnswert ist, daß, wie verlautet, Sinowjew auf her Pforte er Lickt bauen soll, daß sich Rußland keineswegs mit Serbien iociiiifisiert und unded.ngt die Erhaltung des Friedens auf der Backauhalbinfel wünscht. _____
lieber die Ebe in Vergangenheit, Gegenwart und Zu- lunst sprach gestern abend in Steins Garten Dr. Helene Stöcker, die befannie und einsichtsvolle Leiterin der Mutterschaftsbewegung, die auch in geistig und ethisch hochstehenden teilen bedauerlicherweise immer noch nicht in ihrer vollen Bedeutung erkannt ist. Die Rednerin gab in durchaus sachlicher, vornehmer Darstellung einen Ueber- blicE über die Entwickelung der Elle, die der Staat in seinem eigensten Interesse nach Möglichkeit schützt und fördert. Es kann aber keinem Einsichtigen unklar sein, daß die größte Mehrzahl unserer heutigen Ehen den sittlichen und moralischen Gesetzen eine-5 hochgebildeten Volkes nicht entspricht, sondern vielfach Geschäft und unbewußte Prostitution ist. Höchste sittliche Förderung und Bedingung des Verkehrs der Geschlechter ist die Liebe, das vollkommen ineinander Ausgehen der Liebenden, und die Ehe ist im Grunde die Gemeinschast zweier Menschen, die sich in Liebe vereinigen, uni das zu schassen, was höher ist als die, die es schufen: daS Kind. — Das Kind als der Tröger der Zukunft unseres Volkes ist das wichtigste Glied der menschlichen Gesellschaft. Es muß stark und fähige gemacht werden, die Ausgaben der Zukunft mit fester Hand anzufassen. Nicht rein selbstsüchtige Beweggründe dürfen die Eltern leiten, immer und überall muß das Wohl des Kindes int Vordergrund stehen, ob es nun ehelich oder unehelich ist. Und auch nicht darauf kommt es an, daß sich jedes der beiden Gatten auch in der Ehe vollkommen durchsetzt, wer eine Ehe eingcht, muß sich höheren Ge- sichtspuntten fügen, als betten, die eigene Persönlichkeit in vollem Umfang zur Geltung zu bringen. Nacygibigkeit und Anpassung ist unumgänglich notwendig, aber die wer- -------- --- v— «.. . , .• , ,
den teilt und edel nur da fein, wo eine große, umfassende Mutter zu verachten, weil sie ihrer ^irbe lebte. Vor allem Siebe den Bund geweiht hat. Nicht die freie Liebe ijt vaS aber müssen wir der Kinder gedenken, dte oft in Elend
und unauflöslich miteinander verbunden sind. Ob aber diese Ehe durch das Standesamt rechtsgiltig gemacht ist oder nicht, das berührt den Kern der Sache nicht, denn moralisch ist alles, was das Leben stärkr. und steigert, alles, was das Leben so schön macht, daß man ewig leben möchte. Und das setzt voraus, daß beide Geschlechter unverbraucht und rein in die Ehe treten. Die Frauen haben das unbedingte Recht, von dem Manne dieselbe Reinheit zu verlangen wie der Mann sie vom Weibe forbert In vollem Umfang wird das aber erst möglich sein, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse so gebessert sind, daß die Ehe möglichst früh geschlossen werden kann, wenn beide Verlobten nicht den Mut haben, sich frei einander anzugehören, bis die wirtschastliche Lage auch die äußerriche Ehe gestattet. Diese Verinnerlichung fehlt aber heutzutage vielfach, wenn fic auch in der Stille vielfach vorhanden ist — und diese stillen, bescheidenen Ehen, die voll Glück und Sonne sind, sind auch die Träger unserer Kultur, der das Kitid das wichtigste
Zum Schluß wird unter Hinweis auf den hohen Zinsfuß gesagt: Es ist zweifellos, daß eine systematische Ordnung der Ausgabe der öffentlichen Anleihen gegenüber dem ständig wachsenden Anlagebedürsnis schnell eine nennenswerte Kurssteigerung des vorhandenen Anlagematerials und eine Verbilligung der Kosten des Geldes für öffentliche Zwecke zur Folge haben wird. Eine Sanierung des öffentlichen Finanzwesens wird ökonomisch mid sozial von den günstigsten Folgen werden und damit die Entwicklung der ganzen Volrswirtschast nach innen und außen in erheblichem Maße fördern.
5ooffentlich^verwirllicht sich diese Prophezeiung.
Stimmungsbilö aus öcm Reichstage.
Berlin, 12. Januar.
Granbraungränilich schauen die leeien Wandflachen bei ab oin daZ Doije Haus, und mu grämlichem Kopifchütteln schonen bic Relchsdoren herauf mü die gähiiende Xiecre« Anderthalb ^ab'.zchmc batte man die leere Wand als etwas Sclvstveruändlicbes ein- psunden; jetzt luirft sie uncilräqtrch. Gar zn eilig ist der Präsident oev Kritik des wunderlichen Lioskurenpaaies Tr. Arendt uiid Pfeiffer gefolgt mib bat die Bilder Angelo Zanks abnebmen laßen, noch ehe der Reichstag bei Bcratnng fernes Eiais sich dazu äußern fonntc. Er dachte sich - Was heute iiichl gefchiem, ist morgen nicht getan, und feinen Tag soll man vei paffen I 9lim man sie nicht vor Auqeii hat, wirken Die Bilder geradezu plafiud) und man hat das Geiaht, daß sie sich gar nicht übel in die Stimmung des Saales bmeiiifilgen, „unb was enlichwand, es ward zu Wirklichkeiten".
länger als sonst haben diesnial sich die Abgeordneten zu neuer Arbeit erboten und kra'ugen £>üneit, und sehr lange ivar die Piste der geschaitllchen Milieiluilgen, mu denen der Präsident die Sitzung emleitete. Gar manches beöeunainc und wigenjchlvere Ereignis aus dreier Weihimchlspanfe passierte "Revue: der Zusammentritt des türkischen Parlaments, die Kataftropbe von Messina. Ein lauter Bravorrü von allen Bankerr folgte der Perlestmg des Telegramm- austanichcs zwischen den Präsidenten deS deutscherl und des osmani- fcljcn Reichstages; in schweigender Trauer erhob sich der dentsche Reichstag, als Graf Stolberg feinen Tepejchemvechlel mit dem Präsidenten der iialteniüben Kammer verlas. Eine Ehrung des Andenkens des feil der letzten Sitzung uerltotbciieii Alzeyer Abgeordneten Keller, öie Mulenung uon der Alaiidaisniederlegilng des Abg. Held — und "dann taiubte man unter in dec Flur der Petitionen, die üblicheriveife anch diesmal die Tagesordnung der ersten Sitziiiig ausiüllien. Um 6l/3 Uhr brach man diese Beratung ab. Ter Wimfch des Abg. Singer-, ne morgen fortzusetzen, führte zum Hammelsprung und banne zur Feststellung der Bejchlußunsähig» feit des Hanfes. ________________________
Ltimmmgsvüd aus dem preutz. Äögroröueienhüus.
Berlin, 12. Januar.
Der Etat.
Wo sind die Zeiten hin, da ein preußischer Finanzminister sich aui die Taschen schlagen und stolz das Wort vom heidenmäßig vielen Gew deS Hohenzollernstaates prägen durue. Heuie fehlte an allen Ecken und Enden, und wenn Herr v. Rhembaben die Finanzlage des Staates vor einem Jahre grau in grau malte, so baue er heute nur Ebenholzschwarz aui seiner Palette. Schwerer als sonst verständlich, «vies er am den höchst unerfreulichen Abschluß säst aller Etats, vornehmlich der Eisen^ bahnen, der Nährmutier der preußischen Finanzen, hin, und er ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, den B e a m i e n ernS aus- ziimutzen, die trotz der Fmanzkatamität und der liebreichen Fürsorge der Reglerrmg immer noch nicht mit der Besoldnngsreform zufrieden sein wollen. Auch die Reichssinanzreiorni streute der ÄNnister, und eS ivurde Diel bemerkt, ivie er aui den politischen Ernst der Situation mit starkem Nachdruck hinwies. Und noch mehr faitb e-j Beachtung, als Herr v. Rhembaben sich als v oll- ko m m e n e n P e s f i m i st e n i n Pu n k t o eines balbigeu wirtschaftlichen Umschwunges 5um Besseren bekannte. Nach der Etatsrede des AiiNisterS mürbe die vor Weihnachten begoiinene Besprechnng über bte Arbeitslosigkeit fortgesetzt, ohne sonberlich neue lÄestchlspiinkle zu bringeu. Reben bet Beenbigiing ber AkbeliStosigfeit stehl morgen auch Herrn Roerenö Interpellation tocgeii Verhinberung ber Schaustellung nackter Perlonen auf dem Programm. Frchtlein Teöulond, bie betannte Nackttänzerin, die heule m Erwarumg dieser ckntec-
Deueßches Reich.
D a s K a t s e r P a a L ist gestern nach dem Reuen PalaiS' übergesredelt.
Kultusminister Holle. Der „Kreuzzeitung" zufolge ist der Urlaub des Kultusministers §oile_ verlängert worben; man dürfe hoffen, angesichts der Besserung, vast er nach seiner völligen Wiederherstellmig in fein Amt ziv- rückkehrt.
Z u in. Be s u che de s c n gl i sch en Ko uigspna re». Privakmeldungen aus London besagen, daß sich in denr Gefolge des englischen Köni^spaire» bei dessen Reise nach Berlin General French und "Admiral Johrt Fisher besinn den werden. Diese befanden sich im vorigen Jahre eben- all» in Begleitung des Königs Eouard anläßlich dessen Bs- legrmng mit dem Zaren in Reo al. Außerdem wird oer- ichert, Kaiser Wilhelm habe den Marschall Roberts ein- aden lassen, anläßlich des Besuches des Künigspaares nach Berlin zu kommen. Der Kaiser habe, jo heißt es, in den Depesche den Wunsch geäußert. Dem Besieger der Buren seine Achtung auszudrücken und ihm den Beweis zu liefern,1 daß er niemals feine hervorragende Fähigkeit dtis Generalissimus im Buren kriege zu tritifieven beabsichtigL hätte.
Der sächsische Staatsmini st er Graf Hoden- thal ist anscheinend ordentlich erkrankt. Sein Herzleiden; hat sich so verschlirmnert, daß Gras Hohenthal noch diese Woche trotz der b vorstehenden Entfcheioung über die Wahd« rechtsreform nach Mentone abreist.
Der Altonaer Oberbürgermeister Dr. £et* tenborn wird nach einer mit ben stad Irschen Kollegien: getrosfenen Vereinbarung am 1. April fein Amt nie besiegen. Er war erst seit 1905 in Altona und beabsichtigt jetzt, wie es heißt, in den KoloniLldienst zu treten.
Ziel, sonbern die Ehe in ihrer vergeistigten Form, in der und Not enden, wenn sie nicht zu Verbrechern und Drrnem der geschlechtliche Verkehr voll Liebe unb Innigkeit ist, in | werden. Und daran sind unsere Männer schuld und daZk der Seele und Sinne vollkommen ineinander verschlungen


