Freude
Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten
der
den
°s.
fetette
fzüge
WSW
Hl F । f
von tun
tel-Stoff6 iöweg 28.
ieru Lasten- t=$o«e
Türkei.
Die Feier der Schwertumgiirtung
ifi ohne Zwischenfall verlaufen. Ter Sultan traf, rote vorgesehen, in- Vrv- zu Schiss vor der Embmoschce ein, wo er von den -Ministern und Würdenträgern empfangen wurde. Zu der Feier tiir.crijalb der Moschee, die etwa eine Stunde dauerte, hatten fambc feinen Zutritt. Den Rüctweg legte der Sultan zu Lande Miick. Der Festzug, der in seinen Emz- lHerten anders geordnet
Nach Llüttermeldungen l-at der Minister des 9leußcren ____
Befrist erteilt, Sdjritte zu unternehmen, damit von den Depots
verlies ohne grobe grüntentfaltung, jedoch miter Teilnahme Bevölkerung.
Die Bewachung Abdul Hamids
im ß?Jil ist durch die Heranziehung einer weiteren 2lnzahl Offizieren verschärft worden. Personen, d'ie in der Villa zu haben, werden vori-er untersucht.
Die elektrische 5trahenbahn.
+ Gießen, 11. ALai.
Gestern vormittag wurde der landespolizeiliche P r ü f u n g s t e r nt i n für die elektrische Bahn in der Bürgermeisterei abgehalten. Erschienen waren als Vertreter des Großh. Ministeriums Geh. Cberbaurat Kilian und Bau- rat Schoeoerl, beide Von Darmstadt, als Vertreter des Kreisamts Regiernngsrat Tr. Merck jmb Regierungsbaumeister Kalbfleisch, als Vertreter der Stadt Gtesten Oberbürgermeister Mecum, Stadtbaumeister Braubach und Direktor Stoffe, ms Vertreter des Polizeiamts Polizeiamt- manu Reinhardt, als Vertreter der Eisenbahndlrektion Frankfurt a. M. Eiseubahndirckior Zimmermann, als Vertreter der Oberpostdirektion Darmstadt Oberpostiuspektor
Abdnl Hamids und seiner Kinder bei ausländischen Banken nichts erhoben werden darf, ehe die Kammer hierüber einen Beschluß gefaßt hat
Zur Lage in Kleinasten.
Ein Berliner Telegramm der „Köln. Ztg." meldet: Die letzten Nachrichten aus Kleinasien lauten günstiger. Es scheint, daß es den Bemühungen der neuen Regierung gelungen ist, wieder einigermaßen Ordnung zu schaffen. Das ändert aber nichts daran, daß die Greueltaten, bie in Adana und anderen Orten begangen wurden, aufs schärfste verurteilt werden müssen. Man darf aber nicht übersehen, daß der gegenwärtigen türiqtf)cn Regierung keine Schuld an ihnen beigemessen werden kann. Der Ursprung dieser Unruhen liegt auf einem anderen Gebiet. In den französischen Berichten wird zugegeben, daß die Armenier durch die herausfordernde Haltung der Türken gereizt mürben und somit an der furchtbaren Ausschreitung gewisse Schuld tragen. Die neue türkische Regierung hat durch ihr Verhalten bewiesen, daß sie das Geschehene auf das Entschiedenste mißbilligt und zu einer nötigenfalls rücksichtslosen Unterdrückung der Unruhen bereit ist. Je entschiedener sie auch in Zukunft auftreten wird, mit desto größerer Sicherheit kann sie darauf rechnen, daß künftig die Ruhs in den armenischen Bezirken nicht mehr einer solchen Störung unterworfen werden wird.
Bei der Pforte eingelaufenen Meldungen zufolge ist in Bitlis und in anderen in der Umgebung des Wansees gelegenen Orten eine Scheria-Bewegung ausgevrochen. Die Mohamedaner drohen die Christen niederzumetzeln, falls ihre Forderungen nicht erfüllt werben. Tie Kurden-Scheichs haben bei der Pforte telegraphisch militärische Hilfe verlangt.
AustanS.
Zum Besuch des deutschen Kaiserpaares in Wien. Im Wiener Stadtrate wurde beschlossen, den deutschen Kaiser zum Besuche des Rathauses einzuladen. Der Oberbürgermeister ist deshalb bereits mit dem Oberhofmarschall in Fühlung getreten.
In der ungarischen Mini sterkrise ist eine leichte Besserung zu verzeichnen. Infolgedessen hat der Kaiser seine Abreise, die gestern erfolgen sollte, bis Mittwoch verschoben.
Streikbewegung in Frankreich. Ein großer Teil der Angestellten der französischen Schiffahrts-Linien ist in den Ausstand getreten. — Der nationale Verband der Postbeamten wird heute nacht eine Erklärung anschlagen lassen, die „Letzter Appell an die Mitglieder des Parlaments!" überschrieben ist und darauf hinweist, daß Clemenceau durch die unberechtigte Entlasmng der sieben Postbeamten sein Versprechen nicht hielt. Wenn diese (Ltt- scheidung, heißt es in der Erklärung weiter, nicht zurück- geuommen wird, so ist das Stampf bis aufs Messer. Unseres Rechtes uns bewußt, haben wir unsere Verantwortlichkeit auf uns genommen, die Regierung hat ihre Verantwortlichkeit übernommen, an Ihnen ist es, die ihrige auf sich zu nehmen.
Aus Rußland. Die Ministerkrisis ist da. Sollte sich Stolypin augenblicklich dem Willen des Zaren beugen, so dürfte fein Abgang doch nur eine Frage der Zeit fein und die Rechte dem ersten großen Erfolge bald den zweiten folgen zu lassen versuchen.
war, als das amtliche Programm öorgefefien hatte, bewegte sich durch das Adrianopcker Tor und durch die am Goldenen Horn gelegenen Vororte nach Stambul, von wo der Sultan zu Schiff in das Palais Dolinvbagtsche zurückkehrte. Der Sultan war in großer Uniform und wurde auf dem ganzen Wege von den Truppen und der Volksmenge mik lebhaften Rufen: Lange lebe unser Padischa! begrüßt. Er machte einen frischen, lebhaften Eindruck, ihm gegenüber saß Ghazc Äiuktar. Auch der Präf iderU der Kanuner, der Generalissimus Schewket Pasck)a und Majo Niaza wurden leb- Üaft begrüßt. Für das diplontatische Korps, das fast vollzählig vertreten war, für die Vertreter der Presse und für andere geladene Gäste waren in der Mhe der Adrianopeler Tore Zelte mit Buffets ausgeschlagen. Auch die Offtziere und Mannschaften des deutschen Stationsschiffes „Loreley" batten an der Feststraße Aufstellung genommen. Tie ganze Feier machte einen einfachen Eindruck und
Schneidt-Tarmstadt und Te egraphendircktor H.igernann Ferner waren anwesend: Direttor Bußmann-Stcgen (der städtische Sachverständiges, als Privaliptercssenten Kreis- amtmann Sang ermann und Rechtsanwalt Raab als Vertreter des Hausbesitzervereins.
Nachdem Regierungsrat Dr Merck als bestellter Kommissar für den Prüfung: r rmiu d.e Verhandlungen eröffnet hatte, erklärte Rechtsanwalt Raab, int allgemeinen sich zur Sache äußern zu wollen. Er wolle erklären, daß er der Sache sehr sympathisch gegenüberstehe und durch feine Tätigteit im Burgervereiu und Hausbefitzerverciu in jeder Weise zu fördern gesucht habe. 9htn sei er in der letzten Stadtverordnetenversammlung in einer Meise in der Rosetteufrage angegriffen worden, daß er sich dagegen äußern müsse. Re- gierungsrat Dr. Merck unterdrtcht den Redner mit dem Bemerken, daß diese Angelegenheit hier 'nicht verhandelt werden könne, es handle sich heute in der Verhandlung nur darum, zu konstatieren, ob gegen das Projekt im ganzen oder über technische Mnzelheiten von den Interessenten Einreden zu erheben sind. Rechtsanwalt Raab bemerkt, daß er d'as Projekt für nicht weit genug angelegt erachte, und eine Verbindung mit Wieseck und Klein-Linden für un bedingt erforderlich halle. Nachdem Dr. Merck erklärt hatte, daß auch diese Frage im Termin nicht zur Verhandlung stehe, ging Herr Raab auf die an den Häusern anzubringenden Rosetten ein und erklärte, daß aus den vorliegenden Zeichnungen nicht ersichtlich sei, wie die Schallwirkung gedämpft werde. Er bezweifelt, daß dieserhalb genügende Isolierung voraesehen sei. Ferner scheine es ihm äußerst bedenklich, daß durch die an den einzelnen Wagen angebrachten Blitzableiter bei einem Einschlagen des Blitzes dieser in die Schienen geleitet wird. Cs rönne leicht gerade ein Mensch mit dem Fuß die Schienen berühren und gefährdet werden. Ein dritter Punkt, den er erörtern wolle, sei, daß auf dem Marktplatz ein Unterstand geschaffen werden müsse, eine Art Kiosk, unter dem zweckmäßig vielleicht in der Erde ein Klosett errichtet werden könne. Er verkenne nicht die Schwierigkeit bei der Enge des Marktplatzes, aber es. genüge schon, wenn die Stadt an einem Hause vielleicht aus Glas ein Schutzdach anbringe und sich dieserhalb mit einem der Anlieger ins Benehmen setzte. Ebenso müsse am Schützenhaus eine Unterkunft geschaffen werden. Ferner muffe er noch einmal die Frage erörtern, daß vom Theater ab in einer Schleife Vis zur Johanneskirche die Goethe- straße hinunter am Realgymnasium vorüber eine Bahnverbindung hergestellt werden könne. Tr. Merck bemerkt zu dem letzten Punkt, daß diese Angelegenheit nicht hierher gehört und als Verhandluilgsgegenstand auSscheiden müsse. Oberbürgermeister Mecum erklärt, daß eine Einrichtung ivie sie Herr Raab anregt, am Marktplatz nicht zu schaffen sei, man müsse denn das Kriegerdenkmal entfernen. Er halte einen Warteraum am Markiplätz für unnötig, da alle W2 Minuten die Wagen kreuzen müssen. Die Wartehallen an den Endpunkten der Linien feien längst vorgesehen. Was die Schalwämpfung bei den Rosetten anbelange, so seien in der Hülse, die den Haten ausnimmt, an dem der Kabel- träger sich befindet, zwei weiche, starke Gummieinlagen enthalten und außerdem noch ein besonderer Schalldämpfer angebracht, so daß jedes Geräusch vermieden werde. Baurat Schoeberl erklärt, die Einrichtung der Rosetten, wie sie hier geplant sei, sei bei den Straßenbahnen überall Zang und gäbe und habe sich vorzüglich bewährt, wenigstens haben sich Unbequemlichkeiten für die Hausbewohner nirgends bemerklich gemacht. Kreisamtmann Langer- niann erhebt als Mieter des Hauses Marburger Straße 22 Einspruch, baß an diesem Gebäude eine Rosette angebracht werden solle. Das Haus sei in Lehmfachwert gebaut und könne schon aus sicherheitspolizeilichen Gründen zu dem gedachten Zweck nicht benutzt werden; cs zeige heute sckwii, ohne Belastung durch der: Kabelträger, beoeukliche Risse in seinem Gesüge, er glaube, daß es sich mit Leichtigkeit machen läßt, die Rosette an dem nebenan stehenden massiven Haus anzubringen. Der Oberbürgermeister erklärt, daß nach'dem Vorbringen des Kreisamtmann Langermanii man davon abjehen tonne, am Hause Marburger Straße 22 eine Rosette anzubriligen, womit der Einspruch wohl als erledigt anzu- sehen sei. Oberpostinspektor Schneidt ms Vertreter der Oberpostdirektion bemerkt, daß zwischen der Stadl und der Postbehörde eine Vereinbarung getroffen fei, wonach die Fahrbahn der Marburaer Straße bis zum Wiesecker Weg um 15 Zentimeter verbreitert wird und zwar durch Versetzung der Bordsteine; es soll dann das ^chienengleis gegen den vorliegenden Plan um 1J Zentimeter näher an die neue Bürgersteiggrenze hin verschoben werden, um das Kabel der Post nicht zu stören, das dort entlang zieht. Ter Oberbürgermeister bemerkt, daß die Veränderungen des Bürgersteiges in der Marburger Strafte teilweise schon ausgeführt sind und den Wünschen der Post entsprochen worden ist. Eisenbahndirektor Zimmermann gibt namens der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. die Erklärung ab, daß diese gegen das Projekt, die Linie nach der Wagenhalle durch den Viaoutt an der West-Anlage zu führen, keinen Einspruch erhebt, es liegen auch keine Bedenken vor, daß das Mauerwerk der Eisenbahnuutersuhrung mir Einrichtungen für den Bau und Betrieb einer Straßenbahn versehen wird (Rosetten). Selbstverständlich sei, baß die Stadt die erforderlichen Schutzvorcrchtungen für Bahntelegraph und Telep wn anbrrnge und daß wegen der Sache zwilchen C-iscnbahu und Stadt etn pnvatrechllicher Vertrag über diese Ang legenheit abgeschlossen wird, wozu der Oberbürgermeister die Bereitwilligkeit der Stadt in Aussicht stellt. Rechtsanwali Raab bemerkt, daß an der Hammstraße durch die Gleis- aulage für die Straßenbahn das Gleis der Biebertalbaksu durchfchnitteu wird und dadurch in privatrechtlicher Hinsicht noch Schwierigkeiten entstehen kennen. R.'gierungsrat Dr. . erd bittet den Vorredner, falls er zu dieser Sache Iprechen wolle, doch seine Vollmacht als Vertreter der Bieber- calbahn vorzulegen. Rechtsanwalt Raab bemerkt, daß er hier mcht als Vertreter der Biebertalbahn, sondern als
Kanjkr, Zentrum und Konservative.
Sachliche Gründe sind es nicht nrehr, die die Konservativen, oder richtiger gesagt, einen großen Teil der Konservativen veranlaßt, ort ihrer Gegnerschaft gegen die Erbschaftssteuer festzuhalten. „Sic frürrnen", _ wie die nationall. Karr, treffend bemerkt, „gegen die Erbschaftssteuer an und meinen in Wahrheit den Kanzler". Die Richtung des Reichskanzlers paßt den ztzonservativen iüd)t mehr, schon lange nicht mehr, und die Erbschaftssteuer soll wohl nur dazu dienen, Bülow zu Fall zu bringen. Die „Deutsche Tagesztg." stdi es mit kühlem Hohne zu verstehen, daß der angebliche „Zug ::ach links" und die angekündigte Sknberung des preußischen Rrudtagswahlrechts ein Entgegenkommen der Rechten in der Frage -er Erbschaftsbeiteuerung unmöglich gemacht hätten, 1 r der inner politische Wochenschauer der „Kreuzztg." variiert den nämlichen Sebalden. Beide haben bei der Gelegenheit dem Block Valet ge* ia gt — „eine vorübergehende, den Todes keim schon längst in sich .ragenbe Erscheinung" nennt ihn der frühere Töchterfchullehrer äcrtcl in feinem vorbildlichen Deutsch —, beide auch dem Zentrum ihre glühende Liebe gestanden. Bloß daß die „Kreuzztg." ihre Pfeile zugleick) auch gegen den Kanzler kehrt. Sie dekretiert nachdem sie zuvor erklärt hat, daß mit drei Ausnahmen die lonservative Fraktion gegen die Erbanfallsteuer stimmen werbe): Die Regierung Habe auf die Einbringung einer Erbanfallsteuer cu verzichten. Oe sie das nicht, so treffe sie allein bie Schuld :rt dem Scheitern des Gesetzes. Denn nicht mit der Blockmehrheit, nnbern mit dem Reichstage habe Fürst Bulow die Finanzrcsvrm u machen. Seme Sympathien oder Antipathien kämen für die öeffentlichkeit überhaupt nicht in Betracht. Wollte er aber aus perwnlicheii Gründen mit dem Zemrum nicht mehr arbeiten, sv nüütc er feine Entlassung nehmen. Nur an Reichstagscuiflösung rare nicht zu denken. Denn löste Fürst Bülow den Reichstag uf, so wurde er in „srevlerischer Gesinnung aus persönlka/en yiünben mit den Interessen des Reiches ein gefährliches und mtzloscs Spiel treiben". Nicht mit Unrecht kennzeichnet die Natl. xorr. diese Sätze als Warnung und Kriegserklärung zugleich. /Wer derlei „hypothetische" Säpe einem Staatsmann ins Gesicht idjleubert, hat ihn aufgegeben. Der hofft von ihm nichts mehr ’‘tö sähe es nici)' ungern, wenn der zu politischen Geschäften Lutciuglich Gewordene in der Versenkung verschwände. Tatsächlich uTbebr das Hauptorgmi der preußischen Konservativeii zum Schluß Demi auch ohne Einschränkung und Verklausulierung Anklage :cgen den Fürsten Bülow: seine Politik hätte zersetzend auf den =3wd gewirkt: durch bas „Anschneiden der preußischen Wahlrechts- i~:agc sei bei den Liberalen die Begehrlichkeit (!), bei den Konier- wativen die Sorge und das Mißtrauen geweckl," außerdem — ter Vorwurf wirb ziemlich uiiDcrblümt ausgesprochen — hatte r.r Kanzler gelegentlich sich doppelzüngig erwiesen. — Man steht aus diesen Offenherzigkeiten der beiben führeuben agrarkonscr- r?itiöcn Blatter ganz deutlich: es sind allgemein polilisa>e Sorgen, plnzuftiedenhcit mit der ganzen, vom Kanzler eingeschlageneii ''iiehtuhg, F-urcht vor einer möglichen Erschütterung ihrer bc- WrrschcndLN Stellung in Preußen, die die Rechte in die Opposition ttreiben."
Wenn nun auch die größere Hälfte der Konservativen in 'Ficher Weise gegen den Kanzler ist, so darf man doch nicht un- ck:achtct lassen, daß es nicht alle Konservativen stnd. Wie lrcispielsweise die „Anttamer Zeitung" meldet, nahm am Sonntag toic Vorstandssctzung bc5 konstrvativen Vereins für den Kreis ’t.iHam in Anwesenheit des Abgeordneten Grafen v. Schwerin- llöwih zur Reichsftnanzreform Stellung. Rurchdem sich die ißer- ’Vmnüung dahin geäußert Halle, baß nach der Lluffassung weiter Unservaliverr Partei trotz schwerwiegender Bedenken gegen einzelne Menüber dem Scheitern der Finanzreform zu betrachten sei, irurbc einstimmig eine Entschließung angenommen, in der es lstißt, der Vorstand des tonferoativen Vereins bittet feinen 21b- cGDibnctcn Herrn Grafen v. Schwerin-Löwitz, mit allen Mitteln döchin zu wirken, daß die Reichsftnanzreform bald durchgeführt imrd. Ter Vorstand geht hierbei von der Ansicht aus, daß dcr konservativen Partei trotz swerwiegender Bedenken gegen einzelne Eteuervorlagen jein Opfer zu groß sein darf, um das nationale ILnglüd eures Scheiterns der Finanzreform zu perhüten. Die Crellung, die Graf v. Schwerin-Löwitz hierzu genommen hat, löcßt dem Blatt zufolge hoffen, daß der Vertreter des Wahlkreises unter allen Umständen eventuell and) unter dein Opfer der Erb- c afallfteuer für das Zustandekommen der Finanzresorm eintritt.
Die Morgenblätter stellen als feit längerer Zeit bekannt fest, (ütaf Schwerin-Löwitz, der Präsident des Lanbwirtschaftsrates, c /Höre nicht zu den unbedingten Gegnern der Erbanfallsteuer. p'uch ein anderes Mitglied der konservativen Partei, der Abge- rdiieie Pauli-Potsdam, hat sich öffentlid) für diese Steuer aus' «usprocheu. Aber es ist trotz alledem immer nur die verschwindende Äinberheit der Konservativen.
Im Zentrum herrscht eitel Wonne und Seligkeit über die Zerfahrenheit der innerpolitiscHen Lage. Zugleick) drückt man li^umpshast den Daumen, baß die Konservativen um Gotteswillen l oß „anbeugsam" bleiben möchten. Der bekannte Zenttumsvubli- ?.it 'Jcienfemper hält ihnen in der Münchener „Allg. Rundschau"
_ ein besondaies Privatissimum über Charakterfestigkeil: bie .^onseiwativen scheinen ihm gegen „nationalen Heroismus" burdp end nicht so gefeit, wie bas „charakterfeste" Zentrum. Zn einem tiiiteitben Ausfall auf ben Fürsten Bülow zeigt unterbeß die .„'lugsb. Postztg." von neuem, wozu die „unbeugsame Charakter- ^ligleit", die man von den Konservativen erwartet, bienen soll, trab unter welcheit Bcbingungen man sie mmehmen will. Tas Batt schreibt u. a.: „Auf patriottschen Ettttüstungsruiumel fälii
nicht ein benfenber Mensch mehr herein: am wenigsten ti- harten, riüchlernen Realpolitiker, bie auf ben Bänien der Dnservativen int Reick;stag Platz genonnnen haben. Es ftünbe fdblimm um bas Vaterland, >venn ein Männlein, wie Bülow, dieser Dimiirutivstaatsmann, diese kleinste, politisdie Tänzerin Euto- pers, eine Rottvelldigkeit für fein Gluck und Heil bedeuteten. Es büibt mir die Angit vor der schwarz-roten Majorität übrig, um Michel zur patriotischen Tat zu stimulieren. Toch Michel gehörte ir cflidj iit die Behandlung eines Psychiaters, wenn er vor dieser nanu den Gefahr Angstzustände bekäme."
schlimmer kann bie politische Zerfahrenheit im Deutschen gliche schon nicht mehr gekennzeidniet werben, als bnrch solche wndgebungen. E. 9L
Deutsches NeLeh.
Das Kaiserpaar ist auf feiner Heimreise von Korfu aestemt in Malta eingetroffen. Aus AnlaA beS Besuches der Majestäten auf Malta wechselten König Eduard und Kaiser Welheim herzliche Telegramme. Abends fand beim Herzog und der Herzogin von Eonnaught ein Diner statt, an dem außer den Majestäten und dem Gefolge die Spitzen der Behörden teilnahmen. Die englischen und deutschen Schiffe hatten illuminiert. Tie Abfahrt nach Brindisi war für heute früh 9 Uhr angesetzt.
Dce Stadt Köln. Die Stadtverordneten Kölns haben sich mit der Eingemeindung der Stadt Kalk und der Gemeinde Vingst nach Köln emverstanden erklärt; der Flächeninhalt Kölns erweitert sich dadurch auf 11 700 Hektar. Tie Einwohnerzahl erhöht sich dadurch auf über 500 000. Auch der Gemernoerat von Vingst hat der Eingemeindung von Vingst itad) Köln einstimmig zugesiimmt.
Nr^IVS/ 1 /' Erstes Blatt ISS.Jahrgang Dienstag 11. Mai 190S
erscheint täglich, außer '^SsST flb Bezugspreis:
Sonntags. - Beilagen: mona!lich75Pf.,vi«rlel.
viermal wöchentlich A jd,® ▲ jfek A \-7. Ztk Zk A jährlich Mk. 2.20; durch
GießenerZamllienblätter; M THA W AO JWWW Afl W ■ A Agfr JA AA Abholc- u. Zweigstellen
zweimal wochentl.llreir, M MW ■ 1 W M A M Hff ■ ■ MA - MW ■ ■ ■ M gS H’ monatlich 65 Pf.; dirrch
WZGieyenez zirtivigvi
’iir die Redaktion 112, tXgP Wf Verantwortlich
MU General-Anzeiger für Oberheffen
na Kotaflonsörud und Verlag der vrühi'schen «niv.-Snch- und Steindrncksrei K. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei- Schulstratze 7.
] » 91 flOMl SS2 :S9 1
1 400 29 ’3 521 41 N 6:9 1‘.
•52 M N) 6*-° ;55
535 t; 6» 707 8® |MOj 1»
15 13 66 » J7J 97 434 <6*'
>16 79 7X 331 431 »
W 155999 451 555 -•< 157394 (50001 4? 36 -3-9 b
143 £3 552 .* 63' 89 ni P»
425 3 7 40 M" 55
y 72 2U 405 535 6.. •» 1
, i 85i en 163058 « « - ÄÄ»;
« 79 848 1711MS*
1730io «M. UW, *W-S3B
856 »01 !flSk
HMD . 4H g-0.j y. s
SSi - ' .
» 13ö ** 205128 -1' ■;
691 1» ..- 70 20
4(6 'Ä <5
M Z41-1 7-6
75 222"9Ä; 2241^^4
WA WM
1® 235^237':
53 •
. fjj 84 * * ,o « 6 (tifl)
4«* gjQ ^,0
*»»%**$**&.
4t •*., 65 dl L V
’ 85 ^-| 67* . c
’ 109 »ft »iS-, , ÄrM
AsS1*- »
ln Erdal das Ide,!,. ^s*kirk5;
hibtn’k* “ M“«sen freiwillig«, Anerkennungsschreibn Ausdruck. Nach dr ersten Versuch werden &; d,es b^reiflich finden.
1 Serail erhältlich.
^-Bahnhofstr, 59,
samt
hauslehrc: n!°=- Anzufragen tag'? giengebäude, Ziininni 51‘cicn «tubcntcnW


