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Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; s. Feuilleton und „Vermischtes" K. Neurath; für „Stadt u.Land" unb „Gerichts-
9?r. SV/ # Erstes Blatt 15S. Jahrgang Samstag 16. April 1908
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erscheint tägllch, außer
SSS.ViVIIVIlVl *»lljVlUVt für die Redaktion 112, iXaP
General-Anzeiger für Oberheffen
bis eorm^to^Tm," Rofationsfcrw! »nd Derlag der vrühl'schen Unw.-Vuch- »nd Steindruckerei R. Sange. Reöaition, Expedition UN) Druckerei: Schuistratze 7.
Die heutige Nummer umfatzt 16 Seiten.
politische Gstergedanken.
Bon Professor Dr. jur. et phil. M. Biermer.
In einem Teil unserer Tagespresse ist es Brauch geworden, die hohen kirchlichen Festtage dazu zu benutzen, auch weltlich-politische Gedanken in die Form von Rückoder Ausblicken zu kleiden und als Festartikel zu bringen. Man hat zwar über diese etwas nüchterne Sitte gespottet und gemeint, es sei eine Entweihung der Feiertagsstimmung, wenn man selbst bei solchen Gelegenheiten das „häßliche politische Sieb" nicht verstummen lassen könne. Ich halte diesen Einwand für einen philisterhaften. Tagespolitik muß sein, wenn wir nicht als Staatsbürger elendiglich versumpfen wollen. Es braucht ja kein Parteigezänke zu sein, mit dem man die Festtagsfreude verwirrt. Aber eine gewisse Sammlung und die zusammenfassende Beurteilung politischer Probleme, die der Gegenwart den Stempel aufdrücken, sind unbedingt von nöten und können manchen vaterländischen Nutzen schaffen.
Das Osterfest ist ein Frühlingsfest und damit auch ein Freudenfest. Beim Wiedererwachen der Natur denkt man unwillkürlich über das Ganze nach. Auf Osterspaziergängen durch Feld und Wald bietet sich eine willkommene Gelegenheit, den in der materiellen Tretmühle des Berufslebens verlorenen Schwung auch in der politischen Gedankenführung wiederzugewinnen und sich zu höheren, edleren Sphären emporzuheben.
„Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist", — so heißt heute die Parole — also besinnen wir uns, bevor es zu spät ist, darauf, was das Kaiserliche Reich für seine Existenz und Machtentfaltung unter allen Umständen braucht. Wie sehr hat man in den letzten Wochen und Monaten, wo man Ernst mir der Reichsfiuanzreform machen sollte, gegen diese dringliche Mahnung patriotischer Pflicht gesündigt! Wie kleinlich und selbstsüchtig war die Kritik notwendiger und wohldurchdachter Regierungsvorlagen, und wie abgeschmackt und armselig die Agitation gegen großzügige legislative Pläne, deren Verabschiedung geradezu zu eurer Lebensfrage unserer Nation geworden ist!
Jede einzelne der Steuervorlagen wurde sofort von den Interessenten auf das leidenschaftlichste bekämpft und in einem Ozean von Druckerschwärze erstickt. Es hagelte förmlich mit „Protesten" und „Notschreien". Wir wollen direkte Steuern, sagten die Einen, denn die indirekten belasten die großen Vtassen und vernichten die produktive Arbeit. Im Gegenteil — so meinten die andern — indirekte Verbrauchsabgaben sind das einzig Richtige, denn sie sind am leichtesten zu ertragen, bringen am meisten und lösen die geringsten Steuerunluftgefühle aus. Tie Konsumenten wurden gegen die Produzenten, die Einzelstaaten gegen das Reich, das Land gegen die Städte, der Handel gegen die Gewerbe, der Norden gegen den Süden, "ber Wem- gegen den Biertrinker, die Besitzlosen und Besitzschwachen gegen die Kapitalisten usw. ausgespielt. Ein selbstmörderischer Kampf aller gegen alle! Einig war man nur in dem Entschlüsse: Zahlen sollen wir nicht! Gewiß, fein Mensch bezahlt gern Steuern. 3ebe Beteiligung an der Aufbringung des Steuerbedarfs
wird von dem Pflichtigen als Belastung, als Sck)mälerung seines Einkommens und Besitzes, als „Konfiskation", wie das traurige Schlagwort heißt, empfunden. Von der hohen sittlichen Auffassung des Staats, als der geschichtlich gegebenen, kulturell notwendigen höchsten Form des menschlichen Zusammenlebens, und den hieraus abgeleiteten Vorstellungen von einer Ehre der Beteiligung an den Staatslasten, sind die weitesten Kreise unseres Volkes heute weiter entfernt, als je. Man rühmt sich zwar, daß der staatsbürgerliche Gedanke sich im Laufe der Zeit vertieft habe, und die steuerliche Selbstsucht im Schrvinden sei. Mir scheint, das ist eitle Prahlerei. Denn in dem Augenblick, wo der Staat zur Erfüllung feiner täglich ioachsenden Ausgaben neue Mittel verlangt, findet er verschlossene Türen und Taschen. Gleichzeitig wird das ganze Arsenal tönender Phrasen gegen den „Racker Staat" mobil gemacht und an die niedrigen Instinkte der Banausen, die nur nehmen, aber nicht geben wollen, erfolgreich appelliert.
Diesen Zuständen gegenüber sind die finanzwissenschaftliche Theorie und die mit ihr verbündete Staatskunst, die nicht müde werden, brauchbare Kompromisse und zweckmäßige Uebergänge zu suchen, leider fast wehrlos geworden. Man sollte denken, daß wenigstens die gewählte Volksvertretung einen weiteren Blick, einen größeren Mut und eine lebhaftere Opferfreudigkeit an den Tag legen und sich ihrer enormen Verantwortung bewußt werden würde. Wer aber das Hin und .Her in den Arbeiten der Reichsfinanzkommission, die man, als die Reichsboten in die Ferien zogen, in einem geradezu trostlosen Zustand liegen ließ, verfolgt hat, dem kommt unwillkürlich das bittere Wort auf die Zunge: „Den Kerls auch noch Diäten?!" Was bisher der Reichstag in dieser nationalen Frage ersten Ranges geleistet hat, ist wirklich jämmerlich wenig. Ablehnung folgte auf Mlehnung, und an positiven Gegenvorschlägen fehlte es faft ganz. Wir gönnen den Reichstagsabgeordneten nach den zeitraubenden Rede- kampfen die Urlaubstage in der Heimat, nicht etwa, weil sie sie verdient haben, denn das Osterzeugnis, das ihnen die Nation ausstellt, ist miserabel, sondern um deswillen, damit sie sich zu Hause überzeugen, wie sehr sie in dem Wasserkopf, Reichs Hauptstadt genannt, die Fühlung mit dem Volksempfinden aller Wohlgesinnten verloren haben. Wie anders stehen unsere Minister und Bundesbevollmächtigten da! Sie haben wie die Helden gerungen und unermüdlich ihre ganze Kraft für ihr nationales Werk eingesetzt.
Daß es nicht so loeiter gehen kann, ist klar, denn schließlich haben nicht nur die Interessenten und die von ihnen in die Enge getriebenen Fraktionen zu entscheiden, sondern die Nation in ihrer Totalität will endlich auch ein Wort mitsprechen. Alle.Führer der Intelligenz rufen jetzt zum Einlenken, zur positiven Legislative und zur nationalen Gewissenserforschung auf. Sie mahnen an die Erfahrungstatsache, daß eine steuerliche Last umso bereitwilliger getragen wird, je größer der Kreis der Belasteten und je besser bte Belastung nach Art und Umfang dem Können des Einzelnen angepaßt wird. In dieser Sentenz sind die beiden obersten Befteuerungsgrundsätze, die Besteuerung nach der Mgemeinheit und der Verhältnismäßigkeit enthalten und, rvas noch wichtiger ist, das Postulat von der Nolwen- digkeit eines Steuershstems oder, was dasselbe ist, eines
Steuerkompromisses. Ein verständiger Stenerkoinpromiß ist aber gleichbedeutend mit einer rationellen Verbindung von direkten und indirekten Steuern. Die direkten Steuern sollen nichts anderes sein als diejenigen Abgaben, die die Forderung der Besteuerung nach der persönlichen Leistungsfähigkeit verwirklichen. In unserem Falle, her der Eigenart unseres Bundesstaates entspricht, weil er den Einzelstaaten die Haupttypen der direkten Besteuerung, die Steuern aus Einkommen und Vermögensbesitz, überlassen hat, die Nachlaßbesteuerung, die die meisten Bundesstaaten glücklicherweise dem Reiche noch nicht vorweg genommen haben. Es entspricht indessen den historischen Grundlagen unseres Staatsgebildes unb den in der Reichsver- sassung mcbergelegten finanzpolitischen Grunbsätzen, baß das Reich nach loic vor seine Hauptwittel durch indirekte, d. h. durch Konsumtionssteuern, aufbringen muß. Um namhafte Erträgnisse zu- erzielen und um der Defizit- und Schuldenwirtschaft endlich ein Ende zu machen, müssen eben in erster Linie die Genußmittel der Masse, Bier, Branntwein und Tabak, noch kräftiger herangezogen werden. Die Schwierigkeit des Problems liegt nicht in dem „ob", sondern in dem „wie". Es sind also vorwiegend Fragen der Steuertechnik, die gegenwärtig akut sind, nicht Fragen der Steuertheorie. Jeder vorgeschlagene Weg wird sich in der einen oder anderen Form unzweifelhaft als gangbar erweisen. Denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Verschiebungen! unb unliebsame Störungen in ber Uebergangsperiode sind leiber unvermeidlich. Aber man muß zu unserem Unternehmertum, das bisher so Großartiges geleistet Hal, das Zutrauen haben, daß es Umlvälzungen steuerlicher Art mit ebensolchem kaufmännischem Geschick und Weitblick überwindet, wie marktmäßige Schwierigkeiten, mit denen es tagtäglich zu rechnen hat.
Das vorgeschlagene System der Reichsfinanzgestaltung ist freilich als ein in sich ausgeglichenes kaum zu bezeichnen, beim die Besteuerung des Massenkonsums steht ungebührlich im Vordergründe. Aber man darf das reichsrechtlich-e System nicht für sich allein, sondern nur in engster Verbindung mit den Systemen der Einzelstaaten und der Kommunen würdigen. Dann erst gewinnt man ein richtiges Bild: Im Reiche die Zölle, die Verbrauchsabgaben, die Verkehrssteuern und die Besteuerung des ererbten Vermögens und Einkommens, für die Bundesstaaten die progressive Eintommensteuer und die Belastung der fundierten Einkommensquelle (Vermögens- ober Ergänzungssteuer), und endlich in unseren Kommunen in erster Linie bie Heranziehung ber einzelnen Ertragsquellen, .Grundbesitz, Gewerbebetrieb unb Kapitalbesitz.
Womit wir also zu rechnen haben, ist eine weise und zweckmäßige Arbeitsteilung innerhalb des Reichs, der Gliedstaaten u. oer übrigen Korporationen des öffentlichen Rechts. An dieser sinnreichen Struktur unserer Steuerverfassung, an der eine ganze Generation gearbeitet hat, läßt sich heule loenn wir nicht einen gefährlichen Sprung ins Dunkle wagen wollen, nichts mehr ändern. „Natura non facit saltus/* Hoffen wir, daß der dringend notwendige weitere Ausbau unseres jetzigen Steuersystems doch noch gelingen wird. Das sind die diesmaligen Ostergedanken oller Manner, die es mit ihrem deutschen Vaterlande wirklich gut meinen.
Deutscher Hrichlingz- und Gftersang.
Von A. Burg.
Das deutsche Volk hat die Poesie nicht von andern Völkern angenommen. Mit ihm kam die Poesie aus der fernen asiatischen Urheimat nach Europa, in die lachenden Haine und dunklen Wälder, die sie sich zu Wohnstätten wählten und wo sie die Götter, bie Spender aller Güter — auch der Poesie — verehrten. Die Poesie war dem Volk eigen, als es noch für ein Barbaren-Volk zalt. Ihr Leben, ihre Feste, ihr ganzes Sein war von jeher von Poesie durchdrungen.
Und daher ist vor allem die Oster- und Lenzpoesie ein dem deutschen Volke ureigenes und sein unverlierbares Eigentum, lieber bem heidnischen Osterfest schon stand unsichtbar der Spruch: „Das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!" und als ich beim Vordringen des Christentums der den auferstandenen Heiland feiernde Hymnus oder Lobgesang fand, vereinigte sich Ke Poesie in diesem Gedanken.
Auch bei den ursprünglich in bet lateinischen Kirchenfprache wn Geistlichen ober Väönchen in den ersten Jahrhunderten des Lhristentunis gedichteten Hymnen fand sich em Anklang an Volksliedermäßiges, wie wir aus dem aus dem sechsten Jahrhunbert Itammenben Osterliede eines deutschen Mönches entnehmen können.:
„Es rötet sich des Morgens Schein,
Der Himmel stimmt voll Jubel ein. Die Welt ist lauter Jauchzen voll. Dahinten bleibt der Hölle Groll — Der hinterm Felsstein lag gebannt. Davor ein Kriegsknecht Wache stand. Ms SiegesDnig er sich zeigt. Da siegreich er dem Grab entsteigt."
Daß Ostern mit seinen Knospen erst bie hoffende Freude bringt, Üie bas vvllentfaltete Pfingstfest als Gipfelpunkt aller Frühlings- :üw7me dann erfüllt, besingt Goethe, wenn er seinen Faust auf Lern Osterspaziergang sagen läßt:
„Born Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden belebenden Blick.
Im Tale grünet Hofinungsglück."
«nd daran erinnert, daß trotzdem der „alte Winter" aus seinem Äersteck noch „ohnmächtige Schauer Eöunigen Eises" sendet, doch mit dem Tvoit: „aber die SoNne duldet kein Weißes." Lange linnen nun Schnee und Hagel, wenn sie selbst kommen, uns nicht ,1 hrecken, die siegreiche Ostersonne taut die Spuren bald hinweg. Lind fehlt es auch zum Osterfest noch an der Fülle bunter, im Freien erblühter Blumen, Goethe weiß uns zu tröften:
„Doch — an Blumen fehlt's int Revier —
Sie nimmt geputzte Menschen dafür."
Voll schöner Gedanken ist das Osterlied von G. CH. Dieffenbach: „Aus langer Nacht — aus Todesnacht —
Aus Wintersbanden — Erstanden — erstanden
Ist rings der Wald und bie Flur. Zum Himmel schaut selig die Kreatur, Und Lieder erklingen weit unb breit Zum Lobe dem Herrn der Herrlichkeit! — Aus tiefster Not — aus eisigem Tod — Aus Schmerzensbanden — Erstanden, erstanden! Mein Herz, nun schwing' dich empor. Stimm' jubelnd ein in den fröhlichen Chor. Lob sei dir, Ehre und Dank geweiht, Du Gott ber Güte und Freundlichkeit."
Nur, wenige Worte sind es, in bie Glöckner seinen Oster- jubel kleidet: „O wundersame Töne —
O hoffnungskühner Klang!
O liebdurchglühte Weise! O siegestrunkner Sang! Was noch die Sinne fesselt — Das Herz beschwert, entflieht. Und durch die Seele zittert Ein wonnig' Osterlied."
Den Zaudernden, bie das Frühlingswunder noch nicht glauben wollen, gebannt in ihres Gemütes Wintertrauer sich der Oster- mahnung verschließen, gilt Beckers Lied.
„. . . So ist's denn wirklich wahr geworden, Das starre Leid ist weggetaut? , Die Blumen keimen allerorten
Und tausend Stimmen werden laut —. O Herz, du Zweifler ohne gleichen. Wie kannst du jetzt noch traurig fein?! Der ganze Himmel ist dein eigen — Erschließ' dich nur und laß ibn ein!" Aus dem Mittelalter sind nur vereinzelte Lieder aufbewahrt, die die Freude über die Auferstehung des Heilands mit der Freude über die Auferstehung der Natur vereinen, z. B. bas folgende aus dem fünfzehnten Jahrhundert, das wahrscheinlich einen Mönch zum Verfasser hat:
„Jauchzet — ihr Himmel — lächelt ihr Lüfte, Freude durchschau're _— Erde und Grüfte. Sttll wirb das grause — Sturmesgebrause, Glorreicher Frieden — Ist uns beschieden. Boten des Frühlings — Sprosset ihr Blumen, Blüht in den lichten — Heiligtumen.
Zärtlich liebkosen — Veilchen und Rosen, Leuchtend die Wangen — Lilien prangen. Fließet auf leichten — Wogen, Gesänge, Tönet dazwischen — Lautenklänge, Da nach dem Worte — Sprengend die Pforte Aus Grabesbanden — Christ ist erstanden! Jubel laßt. Berge — Und Quellen erschMen, Laßt es durch Täler — Unb Höhen hallen. Da nach dem Worte — Sprengend bte Pforte Aus Grabesbanden — Christ ist erstanden!"
Während die Frühlingslieber, bie bas Osterfest feiern, fast nur Jubeltöne finden, mischt sich in die, bie bes Auferstehungs- festes nicht gedenken, oft die Klage, baß der Frühling so bald wieder dahin ist. Doch — auch dafür weiß der Dichter Fallers-, leben Trost:
„Siehe, ber Frühling währet nicht lang. Bald ist verhallet der Nachtigall Klang. Blühen noch heute Blumen im Feld, Morgen ist öd' und traurig die Welt. — —.— Alles auf Erden hat feine Zeit, Frühling und Winter, Freuden und Lew, Hoffen unb Fürchten, Ruh^n und sich müh'n. Kommen und Gehen — Welken unb Blühen. Aber der Liebe selige Lust — Ist sich des Wechsels nimmer bewußt."
Emanuel Geibel preist ihn gerade wegen seiner kurzen Dauer als fo schön:
„O, darum ist der Lenz so schön, Acrt Dust und Sttahl und Lied — Weil singend über Flur und Höh'n So bald er weiter zieht--—."
Die Natur braucht den Frühling und auch bie Menschen brauchen ihn. Das sprechen unzählige Frühlingslieber ans, alt« und neue, moderne und unmoderne. Aber es gibt in bem deutschen Frühlingsliederschatze kaum viele, die sich mit Uhlanbs Frühlings* glauben messen können:
„Die linden Lüste find erwacht —
Sie säuseln und wehen Tag und Nacht — Sie schaffen an allen Enden!
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun armes Herze, sei nicht bang!
Nun muß sich alles — aUes wenden. Die Welt wirb schöner mit jedem Tag, Man weiß nicht, was noch werden mag, Das Blüfen will nicht enden, Es blüht das fernste tiefste Tal — Nun armes Herz vergiß die Qual — Nun muß sich alles — alles wenden." oder mit der letzten Strophe aus einen Frühlingsliede vvtt Cnnl Ritterhaus, das ganz wundersam die Freude des beu tiefen Frühltngsgefühls trifft:
--Sei mir gegrüßt mit meinem Liede, Set nur gegrüßt aus vollster Brust — Du wunderbarer Frühlingsfriede, Du wundersame Frühlingslust!
Mit frohem Sinn zum Himmel wende Im nun bie Augen still beiuegt, •mir ist, als härt' mir seine Hande Etn Engel ans bie Stirn gelegt."


