Ausgabe 
1.12.1909 Zweites Blatt
 
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Nr. 282

Zweites Blatt

Mittwoch 1. Dezember 1909

ISS. Jahrgang

Erichemr tSgllcd mit Ausnahme des Sonntags.

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Reich sanleihe.

4Vt°/n Oesterr. Silberrente 4°'o Ungar. Goldrente . ...

Italien. Rente .

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Berliner Börse, 1. Dezember. Atttan^karge.

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zu tragen.

Urkundenfälschung und Betrug

theke, Krenz 2.

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Marktplatz 11.

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gewinnt.

Ausland

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Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

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Daselbst hervorragende Auswahl in Juwelen, Uhren, Gold- und Silberwaren.

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richtigen Eintrag der einzelnen Namens- und Zirmen-Zdresfen durch Einsichtnahme überzeugen und etwaige Richtigstellungen vornehmen.

Reichstags hat heute morgen beschlossen, eine Vertretung im Präsidium des Reichstags abzulehnen.

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Hessen .- ."

Oberhessen

1.

lltorlttatzr < cüblchovve» jon 4 Uit cl engen). (fiÄ

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Bei dec bcoor|lehenüen LLechnachtsbäckerei ht es sehr empfehlenswert, dazu als Fett nur die gute reine LtoLos- üuxtevVegetaline zu verwenden, weit das Gebäck dadurch neben dem guten Geschmack auch an Haltbarkeit

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Beim Einkauf vonVegetaline6* lasse man sich von seinen Lieferanten unbedmgt das von einer praktischen Haus- irau in Liegen herausgegebene Begetaliue-Aochbüchleirr gratis geben, da dasselbe neben den Koch- und Bralrezepten auch eine Anzahl sehr guter Rezepte zur Herstellung vorr Dauergebäck enthält, die ohne große Höften leicht zubereitet werden tonnen.

Rotationsdruck tmb Verlag der Br ü blichen UnwersuätS Buch- und GtemDructexeL R. Lang«. (Siefeen.

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Vrühl'sche Univ.-Suchdruckerei Aörehbuch-Verlag.

lich 3 des alphabetischen Namens-Verzeichnisses liegt Donnerstag, dem 2. Dezember i

an während dreier Tage in unserer Geschäftsstelle Einsicht offen.

Die Einwohnerschaft Gießens wolle sich von

2ürcbl8d?e Naeyrrcvren.

lLvaugcusche wemeinoe.

TonnerStag den 2. Tezbr., abends 8 Uhr, im MatthäuSsaal Bibet |iunde. tBilder aus dein Leben der Apostel.)

Piarrer D. Schlosser.

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Prozeht muh werden, meinte der Landwirt K. B.. der dem Landwirt F. H. in Stein- Heim einen Prozeß an denHals hängen" wollte, weil er einige Meter Wiese, die von beiden als Eigentum beansprucht werden, gemäht hat. B. bezeichnete den fo. alshungerig", während fo den B. einenProzejser" nannte. Diese Aeuszerungen gaben einen neuen Prozeß, da B. wegen Beleidigung klagte und fo. diese mit einer Gegenklage erwiderte. Tas Schöffengericht ucr-> urteilte fo. zu einer Geldstrafe von 20 Mark und ließ B. mit 15 Mark Geldstrafe durchkomuien. B. erhob Berufung und machte geltend, daß der Ausdruckhungerig" nicht beleidigend sei und Torbene seine Freisprechung. Wenn dieser Ausdruck auch sonst nicht beleidigend ist, so ist er aber im vorliegenden Fall in der Weise zu verstehen, als sei fo. habsüchtig und geizig, worin eine Beleidigung zu erblichen ist. Die Berufung mußte deshalb ver­worfen werden.

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64.40

99.25

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66.00

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Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 30. Nov. Öen- und Strohmarkt. Angefaluen ivaren 16 Wagen Heu und 4 Wagen Stroh. Bezahlt wurde Tür Heu Alk. 4.600.20, Stroh, Rorn-^angstroh, Alk. 0.00 bis 0.00. Alles je 50 Kg. Stroh blieb unverkauft. Geschäft ge­drückt. Tie Zufuhren waren aus Oberhessen.

Redaktion. Erveditwn und Druckerei: GAuI* ftraße 7. Eroednron und Verlag; 5L Redaktion:112. TeL-LidruAnzeigerGießen.

GrignraL-Drahtirrelöungen.

(Nach Schluß der Redaktion eingettoffen.) Die Präsidentenwahl im Reichstag. Berlin, 1. Dez. Tic mwionalltberale Fraktion

hat ein 1 4 j ä h r i g e r K a u f in a n n s 1 e h r 11 n g sich zu schulden lonnnen lassen. Aut dein Postamt Hal er sich als AngesleUler eines hiesigen Abzahlungsgejchä ls ansgeqeben und eine Anzahl Vost- anweisiingen erhallen. Die er mit dem Warnen des Firnienuihabers quimerie und Das Geld in Höhe von etwa 22 Alk. erhob. Als er nach einigen Tagen wieder am Grund einer gefälschten Uiuerfchriil 80 Alk. erheben wollte, wurde er abgewiesen, da die Post von Der Firma Kenntnis von Den Fälschungen erhallen halte. Ter An­geklagte, Der nach seiner eigenen Angabe Die zur Erkenntnis Der Strafbarkeit seines Luus enorderliche Einsicht beiefieii Hal, wurde ivegen Urkundeu'älschung int emheitlichen Zusammenlrefsen nut Betrug zu einer Woche biefängius veruneilt.

Wegen Diebstahls

wurde der 17j.äl)riqe Gymnasiast H. A. aus Wurzbach vom Schössengericht zu 3 Tagen Gefängnis verurteilt. La feine 'Uhuier, Die Witwe i <, sich in Stellung befindet, bekam er wenig Bargeld ui die Hände, weshalb er bei Kameraden Schulden machte. Als er im letzten Sommer nut einem Kameraden m Büdingen, wo er bas Gymnasium besuchte, nach Hause ging, bemerkte er, daß sich ein gröberer Bapiergeldbeirag in Dem Schreibliich des Baiers fernes Kameraden befanX Während sich dieser au Dem Schreibtisch zu schaffen machte, nahm er unbemerkt zwei Hundertmarkscheine; er schaffte sich verschiedenes an und bezahlte Lryulden, so daß, als der Tirbstahl cuiDectt wurde, man nur noch Alk. bei ihm Vor­land. T re Aiutter des Angeklagten glaubte, ihr Sohn tonne mit einem Verweis üiirchtommen, und da em )old)er den Jungen m

$teStetzener Zamlllendlätter- worden dem ^Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, Dai Kretsblati Kr Den Kreit Liehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit« fragen" erscheinen monatlich zweimal.

' Teflefomscke Kursberichte des Giesseuer Anzeigers, mitgetent von der Bank kür nnd Indnstrle^Giessen.

Frankfurter Börse, 1. Dezember, 1.15 Ühr.

Fugenlose Trauringe in allen Goldarten, Grössen und Fasson* empfiehlt zu mässigen Preisen

D. Kamicka, Juwelier u. ührmacher

Im Wiener Abgeordnetenhaus setzte mr am 2iens.ag die Beratung der Lringltchleitsanträge, betr. die M i n o r i t e n s ch u l e n, fort Der Umerrichts- Dinister hob die Kontpe-.enzschw.erigi.eiten hervor und er» ^irte, die Regelung der Frage fei Lurcg das Staats gruud- Lesetz der Landesgesetzgebung Vorbehalten. Der Mtni,rer

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 30. November. Intellektuelle Urkundensölschuug

ist dem fugendlichen Fabnlaibciier A. W. aus Elberfeld zur Last gelegt. Er ist unter Dem älamen seines Schulkameraden Ä. T. in Mainz verurteilt worden und hat dicsen älanien and) beibehalten, als er in Die Zellenstraianslalt Butzbach überführt würbe, wodurd) falsche Einträge in Die Geiangenregister erfolgten. Als cntöedi ivurbe, daß er einen falschen Namen führte, gab er den richtigen an und entschuldigte sich Damit, daß er seiner netto rieflichen Ver- 'olgung von Nürnberg aus entgehen wollte. In Mainz ist eben­falls ivegen des im Dortigen Provinzialarresthaiis erfolgten falschen Eintrages gegen ihn Anklage erhoben. Es luurben ihm mildernde Umstände ^gebilligt und auf 3 Wochen Gefängnis erkannt.

Wegen Körperverletzung

hatten sich der Landwirt Hch. H. L von L u in d a und seine Ehe­frau vor Dem Schöffengericht Grünberg zu. verantworten. Sie waren atü dem Felde beschäftigt, als eine 9lad)bartii an Dem Grundstück ihres Schwiegersohnes Erde wegholte. Tie irüher schon verfeindeten iteute gerieten m einen Wortwechsel und H. drohte ihr nut erhobener Hatte mit Totschlägen, während seine Frau nut Erdschollen warf. Als Die Bedrohte Die Flucht ergriff, eilten ihr Die Angeklagten nach und Der Alaun schlug mit Der Hatte und seine Fran brachte ihr Kratzwiinden ult Gesicht bei. Als die Frau zu Fall kam, erfaßte sie Die Hatte, um sich vor weiteren Schlägen zu bewahre». Ter Angeklagte schleppte die sich an der Hatte feii- halteude Frau auf Dem Boden umher, so Daß sie zerzaust und mit Verletzungen im Gesicht Den Heimweg aiilreien muyte. Tas Schöffengericht nahm an Ort tuiD Stelle Augenschein em, Da man es für ausgeschlossen hielt, daß foult niemand etwas von dein Vorfall genierkt hätte, tvenn er sich tasiächlich so zugeiragen hätte, wie er von der Verletzten geschildert wurde. Aus Gru»d dieses und dec Tatsache, daß die Verletzte von einem Arzt als hysterisch veranlagt geschildert wurde, hielt man sie für unglaubwürdig und sprach die AngLklagien frei. Tie Staatsanwalt»chait und Die Ver­letzte als Nebenklägerin fochten das Urteil an und Die sehr um­fangreiche Beweisaufnahme führte zur Verurteilung beider An­geklagten. Leute, die Der Verletzten auf Dem Heimweg begegnelei: und der Arzt hatten Verletzungen lestgestellt. Ta auch Der Grad ihrer Hysterie keinen Anlaß gab, an Der Glatibwürdigieit der Frau zu zweifeln, ivurDe Der Angellagte wegen Körperverletzung zu 20 Alk. und wegen Bedrohung zu 10 Alk. (ÖelDltraie verurteilt. Seine Frau iviuDe wegen Körperverletzung ui emo Geldstrafe von 10 Alk. genommen, auch haben Die Verurteilten sämtliche Kosten

Deutsches Ile ich.

AuS Berlin wird gemeldet: Bei den Abgeord- Aetenersatzwahlen erhielten im 5. Landtagswahlbezirt Borgmann (Sog.) 318, Schoeler (freu'.) 203 Stimmen; im «. Bezirk Heymann (Soz.) 403, Alax Schulz (freis.) 284 Stimmen; im 7. Bezirk Hirsch (Soz.) 393, Goldschnndl isfreis.) 253 Stimmen. Die drei Sozialdemokraten tnb somit gewählt.

DerReichsanzeiger^ veröffentlicht eine Bekanntmachung tetr, d.e Beschäftigung von Arbeiterinnen m Be­lieben gut Herstellung von Gemüse- oder Obslkon- ftrven sowie Gemüse- oder Obstpräseroen, ferner eine Be­kanntmachung betr. Beschäftigung von Arbeiterinnen in Be­lieben zur Herstellung von Fisch ko nserven , schließlich Eine Bekanntmachung betr. Beschäftigung von Arbeiterinnen inö jugendlichen Arbeitern in den zur Herstellung von Zichorie dienenden Anlagen.

HanSeL.

tl). Gewerkschaft Gießener Braunsteinberg- werke vormals Fernie. Ter Absatz an Erz, besonders des von den foulten so sehr bevorzugten agglomerierten Erzes hat sich im laufenden Vierteljahr sehr gehoben. Der Vorrat an Agglomerat ist erschöpft, so daß alles, was aus den Oefen kommt, oerladcrt werden muß.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Dberheften

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welche Faktoren zur Erhaltung der Minoritätsschulen heran- gezogen werden müßten. Er erkannte an, daß die Frage brennend sei und erklärte sich bereit, das erforderliche Ma­terial dem Ausschuß vorzulegen, in welchem vorbehaltlich der Kompetenzfrage gewrse Grundsätze erörtert werden könnten, die von der ver'a.sitngsmäsiig zuständigen Stelle gesetzlich festgelegt werden könnten. ^Leb.-after Beifall:) Nächste Sitzung: Mittwoch.

Ter f r a n z o s i s ch e S e n a t trat in die Einzelßeratung des Gesetzenlwurfes über die Altersversorgung ein und begann die Tiskusiion des ersten Artikels, welcher be­sagt, daß Lohnempfänger beiderlei Geschlechts, deren Ein­kommen niedriger ich alchZ000 Francs, auf Al.ersver.orgung Anspruch haben, wozu die Mittel durch Zwangs- und frei­willige Bei.rage und durch Zuschuß seitens tag Staa.es auf­gebracht werden. Außerdem würden die Mitglieder all» jährlich eine Zulage lebenslänglich ausgezahlt erhalten, deren Betrag durch die Beiträge der Arb.i.aeber und die ergänzende Subvention des Staates aufgebracht werden soll. Der von der Regierung bekämpf.e Z..saöan.rag, nach fvelchem man die Beiti.agsza.,lung und demgemäß die Tett- nal)me an den Wohltaten des Gesetzes dem sreian Willen der Beleiligten überlassen solle, wurde mit 214 Stimmen gegen 68 Stimmen abgelehnt.

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4°,'n Oesterr. Goldrente .

3% Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen TII . 4,/7°/0 rass. Staatsaul. 1905 4',j°/n japan. Staatsanleihe 4% Couv.Türken von 1903 Türkenlose......

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Aktien:

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Tendenz fest.

leiuem Fortlommen nicht fo fehr hindern würde als Die Gcantznis- Urais, :od)t sie das Urteil an. 2te Stranammer hielt aber Das fchoffenperichtlicrie Ertenmms für jo nulDe, Daß eine weitere üJiil- uct ^;aiujedgti|eggeoung vöcovjjmtcu. . derring mcht euureien toiuue, weshalb Die Berufung zurückgeiviejen

erörterte die .Schwierigreiten bei der Losung der Frage, | wurde.

Sänger und Redner.

Das Gute bricht sich Bahn. Dieses alte Wort bewährte sich in den letzten Wochen ganz besonders bei den Anstrengungen, welche die Fabrikanten von Wybert-Tabletten gemacht haben, nm für ihre seit 6U Jahren hochgeschätzten Produkte neue Freunde zu erwerben. Die Nachfrage nach Wybert-Tabletten ist so groß, dass die Fabrikanten Mühe haben, in diesen Wochen, in welchen Tausende von Gratisproben die glänzendsten Beweise ihresW ertes erbracht haben, genug Tabletten zu produzieren. Die Stimme wird durch regelmäßigen Gebrauch von Wybert-Tabletten so wohlklingend und ausdauernd, daß Sänger und Redner nur noch Wybert-Tabletten verwenden, die in allen Apotheken in Schachteln ä Mk. 1. erhältlich sind. Depot in Gießen: Pelikan - Apo-

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Ein Abzug vom Satze der Buchstaben £ bis einschließ

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Die Entscheidung irrt englischen Oberhaus.

London, 30. Rov. Das Oberhaus hat die Ent^ schließung Lansdownes mit 380 gegen 75 Stimmen angenommen.

Wir erhalten- folgenden ausführlichen Bericht:

In der fortgesetzten Beratung der Finanzbill erklärte der Erzbischof von Aork, er tönne es mit seinem Gewissen nicht vereinen, sich der Abstimmung zu enrhalten. Wenn er an der Abstimmung teilnehme, müsse er gegen die Resolution Lans^ downes stimmen. Er habe nicht gehört, daß Gründe vorgebracht worden feien, die bewiesen, daß das Budget jo schlecht fci, daß vas vorgeschlagene, ohne Vorgang dastehende Vorgehen gerccht- jerligt sei. Er bestreite, daß das Budget irgend etwas enthalte, was gegen die Verfassung verstoße oder revolutionär sei.

Lord Curzon stellte mit Nachdruck in Abrede, daß auf Lansdowne ein Druck ausgeübt worden sei, seine Entschließung ieinzubringen. Lansdowne hätte seinen Schritt nicht unter­nommen ohne reiflicl)c und sorgfältige Ueberlegung und ohne sich in vollstem Maße der ungeheuren Schwere der Folgen bewußt gewesen zu sein. Wenn die Lords Lord Roseberhs Rede befolgen und das Budget annehmcn würden, wurden.sie nicht fair mit dem Lande umgehen. Das Land würde ihnen nicht danken und würde sagen, die Lords versuchten nur, die eigene foaut zu retten. Wenn die allgemeinen Wahlen kämen, würde es wahrscheinlicher sein, daß das Land die Lords wegen ihrer Feigheit verdamme, als daß es sie wegen ihrer foandlung achte. Eine wirkliche Revolution so schloß Lord Curzon liege nicht in der Hand­lungsweise der Lords, sondern in dem Verhalten Der Regierung, die den Vorschlag gemacht habe, die alte Verfassung zu zerbrechen, und dem Unterhause eine überragende Stellung zu verschaffen. Es ist wahrscheinlich, daß die Verfassung aus dem Kampfe ver- inbert hervorgehcn wird. Ich heiße ein neugestaltetes Oberhaus willkommen, das die Kraft besitzt, die ihm jetzt abgejprochen wird, und das seine gegenwärtige Gestallung aus den zurzeit zu­länglichen Quellen ergänzt. Ich glaube zuversichtlich, daß der ilusgang dieses Streites in einem unmißverständlichen, vom Lande gegebenen Mandate bestehen wird, in dem das Oberhaus für einen wesentlichen Bestaitdteil der Konstitution erklärt wird, bas Oberhaus, von dem ich hoffe, daß es dann in höherem tzrade unabhängig, furchtlos und stark sein wird. (Beifall bei den Oppositionellen.)

Je mehr sich die Debatten ihrem Ende näherten, um so größer wurde Die Zahl der Beers. Auch die Galerien für die Tarnen der Lords waren gedrängt voll. Als letzter Redner der Opposition sprach Lord Eawdos. Er kritisierte das Budget in scharfen Worten und sagte, daß das Volk ein Recht habe, feine Meinung darüber auszusprechen. Solange die Peers damit zusrieden wären, das Rechte zu tun, brauchten sie sich um die Folgen nicht zu kümmern. (Beifall bei der Opposition.) Er verwies hinsichtlich des finanziellen Ergebnisses einer Ablehnung bei Budgets auf Lord Lansdownes Anerbieten, mit der Regie­rung zusammenzuarbeiten, um ein Chaos zu vermeiden. Wenn die Regierung es ablebne, sich dieser durchaus leichten Lösung der Schwierigkeiten zu bedienen, so würde die Verantwortung auf ihr lasten bleiben.

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London, 30. Nov. (10 llfrr 30 Minuten abends.) Um dm gegen das ObsrhauS beabsichtigten Kundgebungen vorzubeugen, wurde das Volizeiaufgebol am Parla- ventsplatze verstärkt. Die Volksmenge schwillt allmählich noch cn und es herrscht zurzeit gute Ordnung. Auf dem Berkeley- Square und seiner Umgebung patrouillieren berittene Wachmann- idjaiten, denen der Schutz des foauses von Lord Lansdowne und b« Wohnungen des Adels aufgctragenjft. Ein großes Aufgebot v?n Schutzleuten ist über den ganzen Stadllell Mayfair verteilt. luAuerte von Mannschaften werden außerdem in Reserve ge­halten. Die Polizei, die beständig verstärkt worden war, schloß um Mitternacht das Parlament vollständig ein unb drängte die Menge nach dem Trafalgar Square. Als das Resultat der Abstimmung bekannt wurde, erfolgten fei iierlei «undgebunge n, vielmehr ging die Menge in aller Ruhe ptseinander._____________________

lloä) ein öergijtungsanfdilag.

Paris, 30. Rov. DemTemps^ wird aus Verdun berichtet, daß gegen eine ganze Schwadron des dor­tigen 8. Husarenregimcnts ein furchtbarer Vergiftungs- on sch lag verübt woroen ist. In die Suppe dieser Schwadron sei von dem Verbrecher eine große Menge Eyankali ge- riischt worden, doch entwickelte das Gift einen so heftigen Geruch, daß die Soldaten die Suppe nicht anrührten. Die Suppe wurde sofort untersucht und die Aerzte erklärten, daß sämtliche achtzig Soldaten, wenn iie dieselbe verz-ehrt "hätten, innerhalb weniger Minuten gestorben wären. Nach dem bisherigen Ergeonis der Unleriuchung richtet sich der Ver­dacht hauptsächlich gegen einen U n t e r o f f i z i e r, in dessen Beinkleidern Spuren von Cyanlali gefunden wurden und dessen Vater als Vergolder häufig Eyankali benutzt. Ein junger Soldat hat diesem Unteroffizier vor einiger Zeit 150 Francs geliehen und ihn wiederholt zur Rüazahtung gedrängt. Man hält es für möglich, daß der Unteroffizier, inter dessen Sachen auch eine lojtöar:, aus einem Tieb^atst terrührende Zigaretten.asche gefunden loorden ist, sich durch einen furchtbaren Anschlag seines Gläubigers entledigen dollte. _________________________