dteusiadt
nd cAzMäusern M. f»
159, Jahrgang
Zweites Blatt
Donnerstag l.Juli 1909
Nr. 151
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
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vcrsität München, der Kunstgeschichte Jahr später zum Kreise machte er 19. Jahrhundert" Bestrebungen des
Wohnung genommen. Die Prinzessin Ludw. v o n B a t t e n b e r g ist in Begleitung der Hofdame Mist Kerc gestern zu längerem Aufenthalt nach Rußland, zunächst noch Moskau abgereist. Die Prinzlichen Kinder sind nach Hemmelmark abqereist.
Die „Siehener ZamilienblStter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kteisblart fSr dev Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit* fragen" erscheinen monatlich zweimal.
*) Der Abg. Haas, der durch Krankheit verhindert war, würde, ivie er erklärt hat, im Falle seiner Anwesenheit für die Erbausallslcuer gestimmt haben.
ist in
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnwersitätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: 51.
Redaktion:e-4jA1I2. Tel.-Adr.: AnzeigerGießm.
Die Haltung des Bundesrates,
Das Berl. Tagebl. erhält von einem bekannten Parlamentarier über die Vorgänge in der gestrigen. Sitzung des Bundesrats und über die Haltung der Regierung folgende Mitteilungen. Es ist unzweifelhaft, daß die Regierung gewillt ist, mit der neuen Mehrheit die Finanzreform zu machen. Es haben in den letzten Tagen und insbesondere gestern Verhandlungen zwischen der Regierung, den Konservativen und dem Zentrum stattgefunden, in denen über die Möglichkeit, Besitzsteuern zu finden, verhandelt wurde. Die Regierung hat ganz unzweideutig zu erkennen gegeben, daß sie mit dem neuen Block die Finanzreform zu Ende führen wolle. Um Zeit zu Verhandlungen zu finden, sind für heute die Bier-, Branntwein- und Tabaksteuer auf die Tagesordnung des Reichstages gesetzt worden, von denen die Regierung mit
Die namentlichen Abstimmungen in der zweiten Lesung der Reichrsinanzreform.
IV.
Die folgende Tabelle veranschaulicht die Ergebnisse der Abstimmungen : __________
1894 wurde er als außerordentlicher Professor an die Universität Breslau berufen und ein ordentlichen Professor ernannt. Im weiteren sich durch eine ,.Geschichte der Malerei im bekannt, in der er mit Entschiedenheit für die modernen Naturalismus, des Neuidealismus
Aus Stabt und Land.
Gießen, 1. Juli 1909.
" Hofnachrichten. Prinz Ferd. zu Solms-Lich n. d. Darmst. Ztg. am Dienstag nachmittag zum Besuche Jagdschloß Wolfsgarten eingetroffen und hat daselbst
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gbecheffen
und "verwandter Richtungen eintrat. Von seinen übrigen Schriften sind zu nennen: „Geschichte der Malerei", „Studien und Kritiken", „Ein Jahrhundert. französischer Malerei", „Geschichte der englischen Aialerei", „Die belgische Malerei im 19. Jahrhundert", „Rembrandt, ein Künstlerleben". Er fungierte auch als Herausgeber der Morwgra-Hien-Sammlrmg „Die Kunst", in der er die Biographien von L. Cranach, Leonardo da Vinci, I. F. Millet, Velasguez, Goya und die Renaissance der Antike veröffentlichte. Muther hatte sich schon früh in seiner Jugend, die mit den Anfängen der Sezession zusammenfiel, einen Namen gemacht Die frische, persönliche und unvoreingenommene Art, wie dieser seine und kenntnisreiche Kritiker die neue Kunst zu würdigen versuchte, erregte Aussehen, verschaffte ihm Ansehen und nützte zweifellos der Kunstfreund den Künstlern. Die lebendige Art der Darstellung, die seine Bücher auszeichnete, machte ihn zu einem aus-gezeichneten Journalisten und blieb ihm als Redner treu. Von einem starken Ehrgeiz getrieben unb von seinem ersten Erfolg ange- stachelt, hat sich Muther in späteren Jahren vielleicht übernommen. Er war vor einiger Zeit in eine peinliche Plagiatgeschichte verwickelt, die den Hochschullehrer gesellschaftlich schädigte, ihn selbst wohl anch ins Mark getroffen, seine Kraft genommen hat. Eine wertvolle Kraft war auch dieser früh Verlorene gewesen.
— Dichter-Maler. Mit Arthur F i t g e r ist der einzige deutsche Dichter gestorben, der es als Poet wie als Maler zu ungefähr gleicher Erfolgshöhe gebracht und zeitlebens in Treue beiden Künsten gedient hat. An sich ist der Fall, daß das poetische Talent dem malerischen beigesellt ist, nicht eben selten, aber keiner unserer großen Dichter, d auch künstlerischen Nei-
Die Budgetkommissiou des Reichstages
beriet gestern über den Nachtragsetat, der den Erwerb eines zweiten Truppenübungsplatzes für das Gardekorps und des Uebungsplatzes für die Eisenbahn-Brigade betrifft, tonne im Zusammenhang damit die Veräußerung eines Teiles des Tcmpelhofcr Feldes. In einer Resolution sprach die Budgetkommission ihr Einverständnis mit dem Erwerb der Gelände im Rahmen des Nachtragsetats aus., Sodann verhandelte die Budgetkommission über den Antrag der Freisinnigen, Ablaß und Genossen, über die Ei n f u h r s ch e i n e. Der Antrag bezweckt eine Herabsetzung der Geltungsfrist der Einfuhrscheine von sechs auf höchstens drei Monate, sowie die Bc- schränkung ihrer Geltung zur Zollenlrichtnng auf die Warengattung, für welche bei der Ausfuhr der Einfuhrschein erteilt worden ist. Dieselbe Angelegenheit behandeln Petitionen vom Deutschen Müllerbund, anderen Müllervereinigungen, Handelskammern usw^Re- ferent ist der Abg. Günther «Fr. Vp, l Der Antrag der Frei- sinnigen wurde nach längerer Beratung abgelehnt. Angenommen dagegen wurde ein Antrag Speck (Ztr.', der die Regierung zu einer Denkschrift über die Frage der Einfuhrscheine auffordert.
Gietzener Stadttheater.
Fatinitza.
Operette in drei Akten von F. Zell und R. Genee. Musik von Fr. v. Snpps.
Troß der, durch die plötzliche Absage der Musik bedingten Verschiebung war die gestrige Aufführung von Suppss alter, einst viel aufgeführler Fatinitza recht gut besucht und fand dank ihrer glänzenden Darstellung eine äußerst liebenswürdige Aufnahme. Es hat keinen Zweck, über den mageren und teilweise blöden Text zu reden, der eben immer das Schmerzenskind der Operettenkomponisten ist, denn schließlich verlangt man von der Operette ja weiter nichts als ein paar vergnügte, farbenfrohe Stunden, ein angenehmes Gegengewicht gegen die oft so farblosen Wirklichkeiten des Lebens. In diesem Sinne sollte man eigentlich auch die Possen und Schwänke betrachten, denn ein einziges herzliches Lachen wiegt oft mehr als tausend tiefsinnige Gedanken. Und dann kommt es eben immer darauf an, wie etwas hergerichtet wird. Ich habe einmal gelesen, daß ein königlicher Koch am französischen Hofe aus einem Paar alter Reiterhandschuhe eine sehr schmackhafte Pastete gebacken habe, die den Beifall der ganzen Tafel- gesellschast gefunden habe. So ist es letzten Endes mit allem, und wenn ich das sage, so sage ich damit nur eine alte Weisheit. Hat doch schon Goethe dieses wie gemeint, als er sagte, daß es nicht darauf ankäme, wer etwas zuerst gemacht habe, sondern darauf, wer es am besten gemacht habe. Und dieses wie spielte auch gestern die entscheidende Rolle. Es klappte alles — von zwei kleinen Ausnahmen im ersten Auszug- abgesehen — ganz vorzüglich, und sowohl die Einzelleistungen als auch die Gesanttdarstellung war von einer höchst erfreulichen Rundung und Ausarbeitung. Auch die äußerliche Herrichtung war geschmackvoll und mit feinem Verständnis für Farbenwerte ausgedacht, wozu die ^Gbsche Kleidung der Odalisken nicht wenig beitrug. Tie mzelleistungen hielten sich in dem von den beiden ersten Vorstellungen bekannten Rahmen. Fränzi Groß köpf ver- . jettete in der Titelrolle ihre hübschen Gaben mit ausgezeichnetem Geschick und überlegtem Vortrag. Grete Brill «.ls Lydia machte sogar einen noch günstigeren Eindruck als früher, wenn ihr auch einmal die Stimme nicht ganz gehe j^ie, und Bruno Hildebrandt hatte mit seiner sein abgewogenen Darbietung ebenfalls wieder vollen Erfolg. Mcht ohne Uebertreibung, aber von ungemein komischer Wirkung war Richard H e l s i n g, der auch die schon gerühmte Leitung hatte, als General. Ein- sehr hübsche und in jeder Beziehung gute Leistung hatte Edgar Pauly (Izzet
gungeit huldigte, hat es darin zu namhafteren Leistungen gebracht, weder Goethe, noch E. T. A. Hoffmann, noch Keller, noch Scheffel, noch Reuter, von denen allen wir zahlreiche Werke des Stifts oder Pinsels besitzen, ohne diesen höheren Kunstwert zusprechen zu können. Als klassische Ausnahme darf der Jdhllen- dichter Geßner gelten, der jeinen Dichtungen reizende Vignetten beigab und auch sonst als Kupferstecher und Landschaftsmaler rühmliches leistete. Auch Franz Kugler, der Dichter von „An! der Saale hellem Strande" hat seine Gedichte mit dec eigene:» Zeichenkunst geschntückt, und die.liebenswürdigen Holzschnitte, mit denen der Kinderfreund Franz Pocci eigene und fremde Schöv- fung.cn illustriert hat, können sich neben manchen von Ludwig Richter sehen lassen. Die glorreichste Vereinigung von Zeichen- und Verstalent jedoch haben wir in Wilhelm Busch erlebt, der in jüngeren Jahren auch eine er ft neuerdings nach Verdienst gewürdigte Tätigkeit als ernsthafter Maler entfaltet hat. Einige Verwandtschaft mit feiner Art zeigen die charmanten Feder- und Randzeichnnngen Wilhelm Raabes zu einzelnen seiner Bücher, die sein alter Freund Wilbelm Brandes im vorigen Jahr veröffentlichen durste. Daß Paul H e p s e ein nicht unerhebliches z'eichnerisches Talent besitzt, haben die fünfundzwanzig teilweise trefflich gelungenen Porträtskizzen bewiesen, die er 1898 unter . dem Titel „Das literarische München" erscheinen ließ. Alle diese Dichter-Maler waren in erster Linie Dichter oder doch als solche vorzugsweise bekannt. Seltener kommen die „Maler-Dichter"- vor, die neben der Malerei noch in morganatischer Ehe mit der Muse der Dichtkunst leben. Einer dieser Gattung ist der Worpsweder Heinrich Vogeler, der als seiner Lyriker hervvrgetreten ist. Ein anderer, Wilhelm Schulz, wirkt in München und ist durch seine zahlreichen poesievvllen Märchenbilder zu eigenen Versen aus dem „Simplizissimus" bekannt geworden.
— Wer ist b er Verfasser des Liedes : Mein Vogelsberg? Zu unserer Notiz in Nr. 149 von Dr. Kraft wird uns von dem Herausgeber des Roth'schen Führers durch den Vogelsberg mitgeteilt, daß der darin gerügte Irrtum auf Anregung des Justizrates Kraft in Büdingen schon in bent größten Teil ber Auslage berichtigt worben sei. Die Verwechselung ist übrigens nicht burch den Herausgeber des Roth- schen Führers hervorgerusen worben, sondern von diesem aus einer gedruckten Quelle entnommen worden.
— Von Oberförster v. W., von dem der Gießener! Anzeiger letzthin ein paar hübsche Anekdoten brachte, wird auch noch eine andere, nicht minder gute erzählt. Er konnte sich mit seiner vorgesetzten Behörde einmal nicht vertragen und war besonders über die zahlreichen Verfügungen und Vorschriften derselben sehr erbost. Eines Tages ging ihm wieder eine solche zu. In Wien sollte eine Weltausstellung gehalten werden, und Hessen! sich daran beteiligen. Die Behörde frag nun bei den Ober iörftem an, ob bei ihnen irgend etwas Merkwürdiges, Ausstellungswertes vorhanden sei. Der Oberförster v. W. benutzte diese Gelegenheck, seinem Zorne Luft zu nrachen, und berichtete: „Der gehorsamst Unterzeichnete meldet, daß, außer dcn Verfügungen und Vorschriften hoher Behörde nicht Merkwürdiges und Ausstellungswertes sich hier sindet." Man fagi, daß ihm die Antwort 90 ft. gekostet habe.
Pascha) aufzutveisen der sich im Laufe des Jahres ganz außergewöbnlich entwickelt hat und famos Maste zu machen versteht. In den kleineren Rollen sind noch zu erwähnen Otto Conradi als Sergeant, Lore Scholz als niedliche Nursidah, Paul Urban als Haremswächter und insgesamt die Kadetten und die Odalisken. Ada Pauly erschien für ihre kleine Rolle in äußerst charakteristischer Maske. Die musikalische Leitung führte Alfons M ourot mit anerkennenswertem Eifer und verständnisvoller Vertiefung. * ' K. N.
— Richard Muther y. Wie wir gestern initteilten, ist Prof. Dr. R i ch a r d M u t h e r, der bekannte Kunstschriftsteller, in dem schlesischer Bad Wölfesgrund an Herzschwäche im 49. Lebensjahre gestorben. Richard Muther war am 25. Febr. 1860 in Ohrdruft in Thüringen geboren. Er studierte seit 1877 in Heidelberg und Leipzig Philosopie, Archäologie unb Kunstgeschichte. 1881 würbe er in Leipzig zum Doktor promoviert unb habilitierte sich als Prioatdozent der Kunstgeschichte an ber Uni-
Sicherheit annehmen muß, daß sie von der neuen Mehrheit bewilligt werden. Die Beratungen werden immerhin drei Tage bauern. Wahrend dieser Zeit hofft man, geeignete Besitzsteuern gesunden zu haben. Es, scheint nun aber gar nicht so sicher, daß das Zentrum wenigstens die Tabaksteuer mit allen Stimmen annehmen wird, so daß immerhin mit der Möglichkeit einer Ablehnung dieser Steuer gerechnet werden muß. Was die Regierung in diesem Falle anderes tun könne, als den Reichstag auflösen, dafür ist guter Rat teuer ober die Regierung nimmt zunächst, was sie bekommt, und vertagt die Beratung der direkten Steuern auf den Herbst. Auch mit dieser Möglichkeit muß man rechnen. Die Nationalliberalen und die Linke des Reichstages werben gegen jebe indirekte Steuer von vornherein stimmen. Es steht ihnen kein anderes Mittel zur Verfügung, um gegen die Art, in der ietzt die Finanzreform gemacht werden soll, Front zu machen. Wir werden also, wenn nicht doch noch der Reichstag aufgelöst wird, eine Finanzreform erhalten, die vom neuen Block unter Ausschaltung ber liberalen Parteien zustande gebracht wird. ♦
Die Rohtabakwertstener unannehmbar.
Die Finanzkommission hat bekanntlich dem Reichstag für die Tabakbesteuerung eine Rohtabakwertsteuer Borge- schlagen Nun weist aber die .„Süddeutsche Tabakzeitung" darauf hin, daß vor dem Jahre 1883 bereits in Amerika eine lOprozentige Rohtabakwertsteuer in Kraft war. Die Einfuhr war damals nur minimal. Sobald die Einfuhr Bedeutung erlangte, wurde die Unhaltbarkeit des Wertfteuersystems ein- gesehen und es aufgehoben. Trotz der vielen Momente also, die in Amerika für eine Rohtabakwertstener sprechen, mußte man diese Besteuerungsform schließlich als undurchführbar ansehen, sobald die Einfuhr größer wurde. In Deutschland dagegen will man dieses System einführen, trotzdem die für eine Wertsteuer günstigeren amerikanischen Verhältnisse nicht bestehen, ja geradezu gegen eine Rohtabakwertsteuer sprechen. Was in Amerika längst eingesehen wurde, wird wohl auch, wenn auch etwas spät, der deutsche Reichstag einsehen müssen, indem er das Rohtabakwertsteuersystem, gegen das hereits so viele Bedenken vorgebracht wurden, unbedingt ad acta legen muß.
Die Fehlenden!.
Bei oben aUfgeführten namentlichen Abstimmungen haben gefohlt (ober ungültige Stimmen abgegeben) die folgenden Abgeordneten :
1. Erbanfallsteuer: Bebel (Soz.), Beuchelt (Kons.j, Lönffrg (Kons.), Haas*) (Rat.), Frhr. Heyl zu Herrnsheim (Natl.), Dr. Opfergelt (Zentr.), Graf Oriola (Natl.), Preiß (b. k. Fr.), Fürst Nadziwill (Pole), Stadthagen (Soz.), Graf Stolberg-Wernigerode (b. k. Fr.), be Wendel (b. k. Fr.), Zimmermann (Rf.).
2. Jmmobiliar-Umsatzstempel: Arendt (Mansfeld , Arning, Bebel, Beuchelt, Böning, Brejski, Bruhn, Carstens, v. Ehrzanowski, v. Dannenberg, Dohrn, v. Dziembowski, Everling, Faßbender, Fritzen (Düsseldorf), Fritzen ^Rees), v. Grabski, Haas, v. Hatzselbt, .Heil«, Henning, .Heyl zu Herrnsheim, Hitze, Fürst Hohenlohe-Oehringen, v. Kaphengst, Korfanty, Legien, Leonhart, Malkewitz, Naumann, v. Niegolewski, v. %ormann, v. Oertzen, Oeser, Opfergelt, Graf Oriola, Pauli (Oberbarn.), v. Payer, Graf Praschma,^Preiß, Quarck, Fürst Rabziwill, Ricklin, Rother, v. Salbem, Schmidt (Warburg), Sieg, Spethmann, Spindler, etabt-- Ijageit, v. Staudy, Stengel, Graf Stolberg, Stolle, Storz, v. Strom- beck, Struve, Stupp, v. Trcrvnski, Varenhorst, Vogel, Bonder- scheer, Wagner (Sachsen), be Wendel, Werner, Wetterls, Wilckens, v. Winterseldt, Zimmermann.
3. Beleuchtungsmittel: Bebel, Beuchelt, Böning, v. Botbmer, Brejski, Carstens, v. ChrzanowÄi, v. Dannenberg, v. Düften, v. Dziembowski, Fritzen (Düsseldorf), Fritzen (Rees), Haas, Hanß, Heine, .Heyl zu Herrnsheim, Fürst Hohenlohe, v. Kaphengst, Kopsch, Korfanty, Legien, Leonhart, Malkewitz, Merkel, v. Niego- lewsft, v. Normann, v. Oertzen, Oeser, Opfergelt, v. Oriola, Pauli (Potsdam', v. Payer, Preiß, Ouarck, Fürst 'Rabziwill, Ricklin, v. Salbem, Schrader, v. Schwerin, Spendier, v. Stauby, Gras Stolberg, Stupp, v. Trczynski, Vonderssheer, Wagner (Sachsen), de Wendel, Wilckens, Zimmermann.
4. Kaffee- uni) Tee zoll: Arinng, Bebel, Beuchelt, Böning, v. Bothmer, Carstens, v. Chrzanowski, v. Dannenberg, v. Dziembowski, Fritzen (Düsseldorf), Fritzen -Ress), Grögoire, Haas, Hauß, Hehl zu Herrnsheim, Fürst Hohenlohe, v. Kaphengst, Kopsch, Legien, Leonhart, Malkewitz, Merkel, v. Niegolewski, v. fiiormaim, v. Oertzen, Oeser, Opfergelt. v. Lriola, Pauli (Potsdam), v. Payer, Preiß, Oluarck, Fürst Rabziwill, Ricklin, v. Saldem, Graf v. Schwerm, Spethmann, Spindler, v. Stauby, Graf Stolberg, Stupp, v. Trczinski, Wagner (Sachsen), be Wenbel, Wilckens, Zimmermann.
jpolitiid?e Tagesschau.
Die verbündeten Regierungen und das Tteuerbukett.
In Blättern, die sich aus Inspirationen aus den Kreisen des Bundesrats berufen, wird versichert: die verbündeten Regierungen seien bereit, sich mit der neuen Mehrheit zu „vergleichen". Sie wollen aus dem in seliger Maienzert von den vereinigten Klerikalen. Polen und Konservativen gewundenen Steuerstrauß ein paar Blüten entfernen, die doch einen gar zu strengen Duft aussrrömten: im übrigen aber nehmen, was ihnen dargereicht würde. Bloß damit man zu Ende käme: nur daß endlich das Geld im Kasten klänge und von den Finanzministörn der Einzelstaaten die Sorge genommen würde, für die Verbindlichkeiten des Reiches aufkommen zu müssen. Daß solche Gedanken aufkeimen konnten, ist an sich zu begreifen. Wir alle — nicht nur die Herren, die die verbündeten Regierungen darstellen — sind von dem Reden Und Schreiben über die angeblich große Finanzreform allgemach, gelinde gesagt, übersättigt. Nur glauben lvir nicht, daß man bei der Behandlung dieser Dinge sich von derlei sozusagen ästhetischen Empfindungen leiten lassen dürste. Am allerwenigsten vermöchten wir das von den verbündeten Regierungen zu verstehen. In deren Namen hat Herr Sydow in denkbar feierlichster Form erklärt: für sie sei die Erb an fallsteuer schlechthin die conditio sine qua non; das bedeutsamste Stück des Steuerbuketts, auf das sie nicht verzichten könnten, ohne zugleich die Finanzreform zu gefährden. Es müßte einen seltsamen Eindruck machen, müßten die mit der ganzen Autorität der verbündeten Regierungen umkleideten Gelöbnisse in eine mehr als wunderliche Beleuchtung rücken, wenn das alles plötzlich wie ausgelöscht sein sollte. Wenn der hohe Bundesrat, der — so nahm man bislang doch wohl allgemein an — in der ernsthaften Auffassung staatlicher Probleme uns allen voraufzuleuchten hat, sich auf die Maximen zurückzöge: Rette sich, wer kann! und: nach uns die Sintflut. Denn daß die große Flut kommen wird und kommen muß, wird im Ernst kaum jemand zu bestreiten wagen. Von diesen neuen Steuern mit ihrer unverhüllten Exemtion des ländlichen Großgrundbesitzes unb ihrem Gefolge von Vexationen unb unleidlichen Kontrollen wird im Lande ein Unwille aufsteigen, dessen Heftigkeit man spätestens anno 1911 an den sozialdemokratischen Wahlstimmen wird ablesen können. Den verbündeten Regierungen aber wird es, falls sie wirklich daran denken sollten, barhäuptig an dem von Zentrum unb Agrarkonservativen auf- gerichteten Geßlerhut vorbeizuziehen, schwer werden, den Vorwurf von sich abzuwälzen, in bedeutsamer historischer Stunde versagt und aus .Bequemlichkeitserwägungen ein großes Prinzip geopfert zu haben.
Der Herr Reichskanzler scheidet in diesem Zusammenhang völlig aus. Der hat, indem er sich dazu bestimmen ließ, in einer unhaltbar gewordenen Situation noch eine Weile auszuharren, sich selbst zum Opfer gebracht.
|186|194 | 11'185 158 | 21!173|151
Erb-Steuer
Beleucht.» Mittel
Jmmobiliar- llmsatzstemprl
Kaffee- und Teezoll
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Fraktionslos. .
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»ied. Ärt, Schlaf' Küchen,schranke 16.-, Bertikos . 30.", Deltücllen uall M.8.-,°uS lafsiv A. 16.10- von Mk. 34.”« jchtaichcadivao M 43.-- marratze m. Segen rk. 17 - Seegras ie.3reile.KovM i® 19.50, W.oll- ic 3Teüe, ^apfceil, J'S w M 26.75.
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i, Bismarckstrasse iinai ■■■■■! nudel nur bis M itatt.
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