Ausgabe 
11.8.1909 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Mittwoch 11. August 1909

Zweites Blatt

15S.Jahrg«mg

Nr. 18«

krfcheinl täglich mit Ausnahme deS Sonntags.

1

t ohne Umbau. 10 W

Franpaise

sse brevettie donne

j

Prospekt g*

Mal* M llM

Cie »Gießener Lamilienblätter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, daS .Xreirvlatt für den Kreis Gießen" zweimal Döchentlich. DieLandwirlschastlichea Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

verlegt

*

Tas neue javanische wird berichtet: Tie Kammer hat angenommen, das eine wesentliche

Wn uiib zurzeit im Besitz bei" Friedberger Familie Mmmich hab, bearbeitet. Mit ungezählten anderen war auch Langs-

S^Uleuen^ *TBä? ftilberoanbettS " Kegen durch - LHerr, Sonnend

am 29. April 1909 ausführlich nachwies, und haben auf diese Weise mit von vornherein unmöglichen Projekten wochenlang die Beratungen der Kommission auf gefallen, bic in wenigen Tagen falten beendet werden tonnen, wenn die Konservativen den Der- Mögenssteuervorschlag der Natwnalliberalen annahmen. Tie Kon­servativen mit dem Zentrum traf darum vor allem die Schuld an der Vcrschlepvimg und sie haben diese Sckmlb auch selbst jm Plenum des Reichstages ohne weiteres dadurch zugegeben, daß sie viele der non ihnen eingebraclsten Gesetzentwürfe selbst ablehnten und zurückzogcn oder sogar mit den Nationalliberalen meder- stimmten, so die Kotierungssteuer, so die Dertzuwachsstener.

Aber ein großer Teil Schuld trifft auch die verbündeten Regierungen. Tie verbündeten Regierungen haben gegenüber diesen Versuchen der Konservativen jede Festigkeit vermissen lassen, und während sie den Versuchen der Nationalliberalen, eine Reichs- Vermögenssteuer einzusühren, ein Hattos Nein entgegensetzten, haben ie alle Vorschläge der Konservativen, obwohl sie ihnen von vorn­herein unannehmbar erschienen, eingehend beraten. Obwohl roeiter die Möglichkeit bestand, bei einiger Festigkeit der verbündeten Regierungen die Ausdehnung der Erbschaftssteuer zu erreichen! Ist doch von Konservativen- und Zentrums-Seite sogar im Plenum des Reichstags zugegeben worden, daß viele konservative und Zentrumsabgeordnete ursprünglich geneigt gewesen wären, die Erb­schaftssteuer zu akzeptieren, und dem Dbangel an Festigkeit der Regierungen ist der verhängnisvolle Ausgang der Frnanzreform und die Taner der Beratungen mit zuzuschreiben."

So viel zur Abwehr derKöln. Volksztg.". Bon neuem aber sei hier wahrheitsgemäß bekannt: natürlich wollten die National- liberalen auch Verbrauchsabgaben akzeptieren. Tic 350 Millionen, die an Konsum steuern noch nötig gewesen wären, hätten sic be­willigt. Abc> dann hätten sie diese Konsumsteuern so gestaltet, daß Mittelstand und Arbeiterschaft nach Möglichkeit geschont wären und sie hätten gleichzeitig den gesamten Besitz herangczogen. Was bekanntlich beides durch das Zusammenwirken von Zentrum und Konservativen und ihre polnischen und antisemitischen Alliiettm verhindert worden ist.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schea UniversilätS - Buch- und Steindruckerei. 9L Lange, Gießen.

stl. Angebote w Gießener Anzeizri

vlanchards vallonaufftieg zu zrantfurt a. M im Zähre 1785.

Pressegesetz. Aus Tokio soeben ein neues Pressegesetz Verschärfung gegenüber dem meisten Pressegesetzen anderer

MI J kti O1

iizr das sei eine richtige Finanzreform, die die Einnahmen des iricfa nur durch indirekte Steuern aufbrächte. Reichten diese

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^61. Redaktion:S-^113. Tel.-Adru AnzeigerGiefan.

bisherigen und auch gegenüber den

Länder bedeutet. Tanacb ist zum Beispiel eine Zeitung, die eine falsche Nachricht gebracht hat, zur Berichtigung bei Strafe auch bann verpflichtet, wenn diese nicht ihr selbst, sondern nur

wer trägt die Schuld?

5m Vertrauen auf das kurze Gedächtnis der Wählermasscn unternehmen es die klerikalen und konservativen Blätter, die virttichkeit auf den Kopf zu stellen und die Vorgänge bei der >wtyreform ganz anders darzustellen, als sie wirklich waren.

hat dieKöln. Volksztg." dieser Tage wieder ihren Lesern /irerzählt, daß, wenn es nach den Natwnalliberalen gegangen ,räre, bei der letztenSteuerordnung" auf den Verbrauch noaj i eit mehr Abgaben gefegt wären als nun nach den klcrikal-komer , ihnen Diktaten. Das Fälsche, das in dieser Behauptung liegt, rb nun treffend widerlegt durch eine vom Zentralbureau der .attonalliberalcn Pattei (Berlin W. 9, Schellingstt. 9, heraus gebencn Schrift:Die nationalliberale Partei und die Reichsfinanzreform". Da heißt es u. a.:

Die National!iberalen haben es auch an positiven Vorschlägen ..-tf) keiner Richtung hin fehlen lassen: sie waren bereit, aus Bier, ?^anntwein, Tabak 240 Millionen Mark, durch Einführung einer tn :?vermögenssteuer 150 Millionen Mark und später durch die .r-bscfastsbestcuerung 100 Millionen Mark zu bewilligen: über ritere Fehlbeträge hätte sich bei einigermaßen Entgegenkommen rt der konservativen Partei reden lassen.

Viich die Freisinnigen haben von vornherein positiv mffgc- i»beitet, und sribst den Sozialdemokraten läßt sich keine Ver- Lleppungsabsicht nachweisen, wohl aber hat das Zentrum durch -tn ganzes zögerndes Verhalten während der Kommissionsbe- itungen bewiesen, daß es niemals die Absicht gehabt hat, so tagt der Mock bestand, die Reform zu machen. In den Beratungen ler den Bedarf des Reiches in der Kommission erklärten die ttbncr des Zentrums, 500 Millionen Mark seien nicht erfordere _h, und in dem Moment, in welchem die Kvnservattvcn sich geneigt tagten, nrü dem Zentrum zusammenzugehen, in dem gleichen Imncnt erklärte in der Kommission der Abgeordnete Spahn, daß Zentrum bereit sei, 500 Millionen zu bewilligen, und von rifam Augenblick an beteiligte es sich ernstlich positiv an der Mit- beit, stimmte für die konservativen Anträge, die es bis dahin im Teil strikt abgelehnt hatte, und warf so seine ganzen bis- «rigen Erklärungen zum großen Teil über den Haufen. Und .»ehrend noch am 19. Mai 1909 in der Kommission der Abgeordnete Müller-Fulda ^Zentrum) erklärte, es müsse gesagt werden, daß die schuld an der Verzögerung der Finanzreform nicht beim Reichs- :»gc liege, sondern bei der Regierung, und während er ihr an ufern Tage noch die schwersten Borwürfe machte, ging er zehn . age daraus mit seinen politischen Freunden Hand in Hand mit fier Regierung, da nunmehr die alte Machtstellung des Zentrums lieber hergestellt war.

Tie Konservativen haben monatelang die Notwendigkeit der Mteucrung des Besitzes bestritten. 9Loch am 4. Februar erklärte iir die Konservativen der Abgaordnete Freiherr von Richthofen:

Kreta.

Tie große Erregung, die Kretas wegen in Konstantinopel herrschte, ist allmählich einer ruhigeren Auffassung gewichen. Die ruhige und entgegenkommende Antwort Griechenlands, die wir gestern mitteilten, ist nicht ohne Eindruck m Konstantinopel ge­blieben. Wie es heißt, bat die. griechische Antwortnote günstige Aufnahme bei der türkischen Regierung gefunden. Wahrscheinlich ist man zu dieser ruhigeren Auffassung der Lage in Konstantinopel erst infolge eines Druckes von feiten der Machte gekommen Die Vertreter der Sckzutzmächte haben es der Psotte zu Gemüte ge= führt, daß der Passus der griechischen Note, wonach Griechenland den Annexionsäkt der Kreter weder provoziert, noch darauf ge­antwortet hätte, für die Türkei befriedigend sei.

Ten Botschaftern der Schutzmächte antworteten der Groß- oezier und der Minister des Auswättigen, die Pforte habe keine kriegerische Absichten. Sie wollte, falls die Antwort Griechen­lands nicht befriedigend aussallen sollte, ihrer Versttmmung durch die Abberufung des türkischen Gesandten in Athen Ausdruck geben. Tas sei das mindeste, was die Pforte unter dem Druck der öffent­lichen Meinung tun müsse.

Bon ihren kriegerischen Absichten ist die Pforte also schon abgeto atmen.

Tie Hauptschwierigkeit liegt einstweilen noch bei^Kreta selbst. Frankreich hat infolgeben en mit ben brei anberen Schutzrnächtcn Kreta bestimmte Vorschriften zur Regelung der Kretafrage unter­breitet, nämlich erstens betreffend der Bannerfrage Rückkehr zu dem Zustande vor dem 27. Juli d. Is- und zwar die Entfer­nung des griechischen Banners von den öffentlichen Gebäuden, die sie nicht schon früher getragen haben: zweitens hält Frank­reich den Moment für gekominen, die bereits seit Wochen von der Pforte aufgeworfene Frage eines Statuts zu entscheiden: drittens hat Frankreich den drei anderen Schutzmächten den Gedanken nahe­gelegt, Deutschland und Oesterreich-UngarN zur Mitwirkung bet dieser allgemeinen Lösung des Kretaprobleins einzulaben.

Gegenüber dieser letzteren Weihung teilt uns allerdings die

Agcnce HavaS mit: cs sei nicht richtig, daß Frankreich bisher England, Rußland und Italien offiziell den Vott'chlag gemocht habe, die Kabinette in Wien und Berlin zur Teilnahme aff der Losung des Äretaproblems einzuladen. ES liege jedoch in der Absiä t Frankreichs, sobald die Frage erhoben werde, an Deutsch­land uab C eiter re id»*U tt ga rn das Ersuchen zu ruhten, sich m i ben Schutzmächten an der Regelung der Krttafrage zu beteiligen.

I. Zwischen haben sch die Schutzmächte ichon über den trän» zösisa-cu Vorschlag ins Einvernehmen gesetzt, d. h. alle öict Brächte fordern von der kretischen Regierung die Zurückziehung aller Maßnahmen, welche von ihr seit dem 27. Jüli getroffen ivordcn sind. - Wie von berujener Seite mitgeteilt wird, sind die vier BLää.te, um ihren Willen durchzusetzen, entschlossen, alle ihnen zu Gebote stehenden Mackümittel anziuvenden. Man spricht hier sogar von einer neuen Truppenlandung.

dem Matte zugegangen ist, dem sic die falsche Angabe entnommen fat. Der wichtigste Punkt des neuen Gesetzes aber betrifft bic Verantwortlichkeit ber Redakteure. Bisher gab es auch im Reiche des Mikados einen ,.Sitzredaktcur", der zumeist irgend eine ganz untergeordnete Persönlichkeit, ein Strohmann war. Nach dem neuen Gesetze sind nicht nur die Versasser beanstandeter Artikel für diese gesetzlich haftbar, sondern auch die Redakteure, die Eigen tümer ber Blätter, bie Trucker und Setzer. Aehnlich scharic Bestimmungen ber Presse gegenüber werben augenblicklich auch im türkisä-en Parlament erörtert.) .

lieber die Geschwindigkeit der Winde lesen wir in der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung: Nach der inter­nationalen Beaujortschen W.ndskala für bic See gilt ben Schiffern ein Winb alsfrisch", menn er sich mit einer Geschwinbigkeit von 15 Metern w ber Sekunde bewegt. Bei starkem Winde von 25 Metern in ber Sekunbe sängt man an zu reffen: steigert er fich znm Sturm und vom Sturm zum Orkan mit einer Geschwindig [eit von 40 Metern in ber Sekunde, dann wirb vor Topp und Takel gelaufen, b. h Segel können unter solchen Umstänben über- faupt mef-t mehr geiubrt werben. Auf bem Lande genügt für einen Sturm eine Geschwindigkeit von 29 Bielern, um Aeste und mäßige Stämme abzubrechen und kleine Bäume zu entwurzeln Auch in unseren Breiten sollen Sturmgeschwindigkeiten bis zu 144 Kuometer ui Der Smnde, also 40 Bieter in der Sekunde, Vor­kommen, wie wir bem Buckze Olshansens über Geschwindigkeiten in der organischen und anorganischen Welt enmefaien. Nach den Beobachtungen ber DxuHchew ©eesaarte in Vamburg schwankt^

Mgebei' MLengsdorffs umfangreiche Aufzeichmmgen, die von 174c>

;m R-siu hn- Friedberger fyamthe S

-"7Delkiaä>,^Ln2^ iau, oearvcirct. iuiu luiycjuym.»

K %SSL*F "

die Geschwindigkeit ber stärksten Stürme an ber Norbsee seit 1876 zwischen 23 und 32 Bietern in der Sekunde. Bei den ttopischen! Orkanen wächst sie zuweilen bis zu 60 und mehr Meter an. Von ber Gewalt einer so rasendenWindsbraut" kann man sich bei uns nur schwer einen Begriff machen, und noch weniger von der ungeheueren Zerstörungskraft tropischer Wirbelstürme, deren Geschwindigkeit in spiralförmiger Bahn bis zu 150 Meter in der Sekunde berechnet worden ist. Der größte bisher beobachtete Winddruck ist wohl der von einem Tornado in St. Louis entfaltete, nämliü) 500 Kilogr. auf 1 Quadraimeter. Ter Eifelturm trt Paris ist für einen Winddruck von 400 Kilogr. auf 1 Quadratmeter konstruiert, in Amerika rechnet man mit einem Winddruck von! 344 Kilogr.. auf 1 Quadratmeter, was in Anbetracht der großen Höhe der sogenannten Wolkenkratzer auch nicht zu viel ist. Was ben sogenannten Oberwind anbetrifff, so ist nach Beobachtungen, bie Wettin über Berlin machte, in der (fügend des unteren Ge­wölks. etwa 500 Meter hoch, seine Geschwindigkeit etwa doppelt so groß als die der Luftströmung nahe an der Erdoberfläche. Für die Berechnung der Windgeschwindigkeiten in ziemlich großer Höhe sind die täglichen Beobachtungen auf dem Eiffelturm in Paris von nicht geringer Bedeutung. In einer Höhe von 303 Meter über der Erde herrscht dort je nach ber Tagesstunde eine 25 mal größere Wffchgefchwindigkeit als auf dem 21,5 Meier hohen Turm des meteorologischen Zentralbureaus in Paris, wäh­rend bic Turck,i'chnittszahlen biricr beiben Stellen sich für das ganze Fahr nric 1 :4 verhalten. Man hat vom Eiffelturm kleine Ballons aussteigen lassen, mit dem Saturn der Absahttszeit ver­sehen und mit der Bitte, die Ankunftszeit zu melden. Einige Davon haben die Sttecke bis zum Harz (700 Kilometer in zehn stunden »urüdgelegt, sind also mit einer mittleren Geschwindigkeit von 70 Kilometer in der Stunde geflogen. Für die oberen Luft- sck'ichten bari man bieje Geschwinbigkeit auch wohl als gewöhnliche bezeichnen. So viel scheint festzustehen, baß in einer Höhe von 300 Meter über der Erdoberfläche die Luff eine erheblich mäch­tigere und beständigere Kraftauellc ist als in der Höhe unserer jetzigen Windmühlen. Vielleicht gelingt es noch einmal, meint Olshausen, Wtndmotore mit Kasten brachen aufzuführen und die gewonnene Kraff durch Dynamos, Die von den Drachen gettagen werden, zur Erde zu leiten, um auf diese Weise den Wind jener Hohen an jeher beliebigen Stelle ber Erde in Elektrizität unv yiroaibelu.

f-ellunn.pn 7 Ren Kost und

lestine Böpi

Rooolttane 32, U

lammenlegen löst, wie ein Regenschirm, samt dem kleinen Nachen, aus einem Wagen hier durch nach Frankfurt: da dieser Mann säst angebetet wird. Heber dieses Lustschiff ist ein gewaltiger Kon- fluxus hominum zu Frankfurt geivesen, Viktualien und Herbergen entsetzlich theuer worden und wohl über eine halbe Million Gru­ben verzehtt und aujgeroenbet worden. Das i'otl schon die 16 te luftreiic sein, die Blanchard angestellt hat." F. Dreher.

w die Menschheit iw Begriffe stand, mit ben flüchtigen 'Wollen am fahert Hffwmelsze.lt dahinzusegeln. Und was er ba wittlim n»ber Erwarten schauen durfte, brachte er noch am gleichen ^.age fern sorglich und säuberlich zu Papier:.Heute" 3. Oktober 1785 . j«! NO schreibt er,hat Blanchard aus Lyon in 5-rankreich ein Experi

. nrrnt aus der Aerostatik mit einem Lustballon gemacht. Be>. i f jxmnksutt auf der Bornheimer Heide (denen 300 jl. vor die Kon Wjeifron sind gezahlt worden» hat er ihn steigen lauen, unten am c|| Jcklon ist ein geflochtenes Schiflein, kostfar geziert, bcjeituu

q<mefen. In daselbe hat er sich gesetzet und ist mit gefahren. Zn xi Paar Minuten hat man den Ballon, der so groß gewefen, wie Eine Schulstube, kaum noch so groß gesehen wie eine ^.aube. Er NN über die Höhe und da« Gebirge Taunus gefahren. Heber Lehrheiin, Homburg und Ufingen hat er Briefe herab lallen lassen. Kurz vor 11 Hhr ist er ausgesahren und ist scfan dot 1 - y, . ILiir zu Weilburg gewesen. Bey dieser Stadt hat er sich niebcr- 15. ! gelassen. Die Fürsten von Weilburg und Braunfels haben ihm

lnel Ehre angetan."Ten folgenden Tag als nämlich den 4tert ! Ian er wieder zurück in einer Kutsck-e hier durch Friedberg und

., ----Den 5 ten brachten die Bauern den Bällon, wel-

a wenn er nrit keinen auf steigenden Dünsten gefüllt ist, ffch zu-

politische Tagesschau.

Ueber die Schreckenstage in Barcelona berichtet sehr anschaulich ein und gütigst zur Deriügung geftellrer Brie'. Wir entnehmen ihm Folgendes:

,Rs»S, 6. August.

Nach unruhigen Tagen ist hier und so ziemlich in ganz Katalonien wieder Ruhe eingetreten und funktionieren alle Post- und Bahnverbindungen roiebec regelmäßig. In Rsus waren wir zirka acht Tage lang von allem Verkehr abgefchnitten, da zwischen ()ier und ber französischen Grenze viele Brücken gesprengt ober- unbrauchbar gemacht waren. Als Protest gegen ben tm Lande äußerst unpopulären Krieg gegen bie Riffkabylen war tn ben meisten Stabten allgemeiner Ausstand unter Schließung sämtlicher Geschälte vereinbart worden. In Barcelona nahm dieser Protest größere Dimensionen an, angeblich, tocil dort bekannt wurde, daß 17 Reservisten bei ihrer Ankunst in Melilla füsiliert wurden ferner, weil der Gouverneur der Provinz höchst unpopulär war und schließlich, weil man bie Insassen eines Zesuitenklosters beschuldigte, baß sie Bomben fabrizierten und heimlich legen ließen. Tatsächlich ftnb bis jetzt nur Polizeispitzel des Legens von Bomben uberfuhtt worben. So brach eine heilige Revolte aus. Tie Jtbeitcr- bevölkerung ber Stabt und Vorstädte schoß sich mit der guardia civil herum, errichteten Barrikaden und zündete (als Protest gegen die herrschende klerikale Partei) bie Klöster an, nachbem sie vorher die Insassen baraus verjagt hatte. Grausamkeiten, ivie sie salsch- licherweise von englischen Blättern geschilbert ivurbcn, kamen nicht vor. Die in Barcelona noch vorhanbeneu Truppen crroic'en Uch als uuzureichenb. Aus allen Lanbesleilen kamen Truppenzuge nach Barcelona und in allen Richtungen wurden diese Zuge von dem Volk aufgehalten, sei es durch Ausreißeu von Schienen, sei es durch Sprengiing der Brücken. So konnten m Barcelona zirla 35 Klöster zerstört werden, ehe mau einigermaßen der Bewegung Herr iverben konnte, und, da die Truppen zum Teil sich iveigcttcn, auf das Volk zu schießen, so daß sie in den Kasernen fonliqmcxi werden mußten, ist ber Aufstand mehr durch den Emfluv beliebter Barcelonaer Bürger und Industrieller, als durch Wastengewalt beiqelegt worden. Seil fünf Sagen ist es wieder ruhig, -los -bolf knurrt noch im Stillen und erwartet, daß man oben einmal gründlich ans einige der ärgsten Mißstände auimerksam geworden und sie abstellen wird. Hier tn Rsus verlief der Aufstand gemüt­voll. Es wurden nur ca. 25 Schüsfe abgegeben, und da der Atcalde ein Einschreiten ber guardia civil verhmberte, beruhigte sich bas Bolk rasch und es kam zu keinen größeren Ausschreitungen. Wir hielten uns wohl provianlieri in unserem geschützt gelegenen Gatte t und ließen sogar Raketen steigen. Rsus, bessen Bevölkerung noch aus ben Zetten Ptims unb Serranos sür unruhig unb revolutionär qtlt, ist ein Ibealpunkl für Ruhe unb Sicherheit, wie ich »hu iaum je kennen gelernt. Außer ben Ftschweibern ist niemanb zu jürchlen unb gegen biese kommt keine guardia civil der Well aus.

Zur Kündigung des dentsch-amerikanifchen Handelsabkommens bemerkt dieNorddeutsche Allgemeiue Zeitung", daß das Abkomme^ danach mit dem Ablauf des 6. Februar 1910 außer Krau tritt, bis dahin können von rohem Weinstein, roher Weinhese, öpivituojeny 5chaiunroeinen, stillen Weinen und Kunstiverken höhere als tu dem Abkommen vereinbarte Zollsätze nicht erhoben werben. Im übrigen sind bie Zollsätze unb bie sonstigen Bestimmungen des neuen amerikanischen Zolltarises in ben Vereinigten Staaten bereits in Kraft getreten.

Augenblicklich, wo Zeppelins herrliche Fahtteu durch das Reich ber Lüste alle Welt in Staunen setzen, dürfte wohl der Hinweis nm ganz besonderem Interesse sein, daß schon im Jahre 1785 ii-gezählte Menschenmassen nach Frankfurt sttömten, um einem ßiOonnuiftieg von Nie. Franyois Blanchard beizuwohnen, der bckanntlich in demselben Jahre den Kanal überflog und am 7. Marz 1809, bei seiner 66. Lustrcise, verunglückte. Blanchards Äifftieg bei Frankfurt fand am 3. Oktober 1785 Itatt.>eiten 8ntb derFriedberger Geschichtsblätter" Verlag des EGeschtchts" inb Altettnmsverrins Friedberg in Hessen), der ansangs Te- icitber 1909 erscheint, finden wir darüber einen Berühr aus dem Tagebuch des alm 21. Februar 1793 verstorbenen <yriebbcner lk>ktm-s Lnbwig Ernst Langsdorfs. Langsdorffs Tagebuch ift eine ---^ßcrordentlich wettvollc Quelle für bic Geschichte von ,vricbbcrg lM banden KT -urb der Wetterau. Obcrlehrcr Otfried Prätor ms-Friedberg hat npnen u.cllL. >1____c.-; ___:___die von 174o 1792

hjsM^u

ist U. Osserte durib ü A. bart Wcber, enerabBertreter furt a. M., Bergmi kraul, emvi. sich i.Nodt! . Näh. Marltstt.il, i(J

Ian er wieder li-ich Frankfurt.

* 1 fc. wenn er r

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger sür Gberhessen

; q:rtA Mang8^ I ?ou;en -H, Wm !

che ä. Bügeln roirb: ;n. Lonnensn. 111. A

Soniteniniit'

<öe

_____________- . Las allgemeine Staatsrccht überlasse die direkten Steuern den i. IMS an d. Eir^ Amdesstaaten, dies fei auch das Prinzip der Rcichsversassung:

1 Ns Gebiet der indirekten Steuern sei noch längst nicht ett'chövft, vUUUu. ,|u Rt- Üi ,-in- in ein«» rirfifine A-innniretnrriT. die die Einnahmen des

, . , rüfjt aus, so müßte man nach dem geltenden Verfasfungsrcchte Erhöhung der Vtattikularbeiträge schreiten, während in iWvulilullöiillAnil selben Sitzung die NationaNiberalen ausdrücklich hervorhoben, Stritten sowie «uM daß sie prinzipiell nur dann für eine größere Belastung von Genuß- tiümpienempiehleiq'M 'Mein seien, wenn es gelange, in ausgiebiger Form den Besitz igemlichjl, / trieft heran-uuehen. Die Konservativen haben sich wochenlang

(i*»!. ti '.gen jede Besitzsteuer gestemmt, unb ber Abgeorbnete v. Heybe ,Kgarilö Ilm \ .ani) iniö öfT 1>ct tn seiner Reichstagsrede am 10. Juli 1909 habe stets vonati« 2 ri^rüdlid) betont, daß seine politischen Freunde deshalb gegen Preise billigst. T. rTC Giojciuis, Heuer seien, weil diese eine allgemeine Besitzsteuer «stelle. Wocl«i fat bie Kommission mit biejer Besitzstcuerjrage U «gebracht unb" durch immer neue Anträge versuchten die Konser- U jniiDen die Verhandlungen aufzuhalten, sie brachten einen Wett- 1- iLvachssteueiantiag ein, ber eine wörtliche Abschrift ber Kölner I Zettzuwackfssttuerorbnung war unb beshalb von vornherein sür M bas Deutsckie Reich midiSkutierbar erichicn. Sie brachten ferner rite weitere Zuwack)Ssteuer für Wertpapiere ein, bereu technische mb tatsäckilichc Unmöglichkeit ber Rcichsbankpräsibent Havenstcin