Ausgabe 
8.3.1909 Zweites Blatt
 
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zuschließen, Berufe sich wähnt er 2 520 000 l 450 000

Reichstagsobg. Tr. Potthof tritt bieien Ausführungen »et und meint, baß die Anglicbcrnna bcr Angestelltenversicherung ui die Invalibenversichernna dem Reiche Millionen kosten würde, 's lei am besten, den Vorschlägen der Regierung -uzustunmen. n-nn die Versickerung der Angestellten könne nur durch die -chassung von Zuschußkossen ins Leben gerufen werden.

denen Fällen ou8, wie segensreich für da« Wirltzgewerde d-t \>oflvflid)ifoRe de« Bunde« wirken kann. Allseitig fanden du Ausführungen volle ßuftimmung und trugen tur St&rfuW de» Wetteraner Gastwirt verein« bet Nächste Woche finden yoei amtliche Bezirk«-Lehrer konfe re nzen statt, näm­lich in Butzbach und Vilbel. Kreisarzt Dr. Nebel-Jrredbekg ivird sprechen über .Die Tuberkulose und ihre Verdütung.' Ein zum Beilen der durch die Hochwasser-Katastrophe «n Millcidenschaft gezogenen Volksgenossen feilgefehle» L^odi» tütigkeitSkonzert. arrangiert von der Friedberger Stadt- kapelle, fand heule im Saalbau statt. Ein Komitee au« allen Schichten der Bevölkerung hatte sich dazu gebildet.

w. Wiesbaden. 6. März. Tie Stadt verordnete« ! nahmen den Antrag auf Bewilligung eine» einmaligen Be> trage« von 2000 Mk. für die durch Hochwasser gescha- bigten Bewohner de« Regierungsbezirks W:eübadcn m > großer Mehrheit an.

und schilderte die Schwierigkeiten, die m bieiet« ergeben. Bon den Wohlfahrts-Einrichtungen et» besonder« die SterbefoRe, die m 16 Jahre« Mk. ausbezahlt bat und einen Reservefonds dm Mk. gesammelt hat. Auch führte er an oerfchu-

qänge bei der Wahl in Alzey-Bingcn. Er beleuchtete dea Mandatsschacher und verurteilte aufs schärfste daS Verbalten der nationallideialen Wähler und Führer dec, Wahlkreise«: er wie« insbesondere daraus hin, daß die hessische national- liberale Parteileitung durch ihre unentschlossene Haltung bic Wahl deS ZentrumSkandidaten unterstützt und sich dadurch mitschuldig gemocht habe an dem Verrat de« Lideralitzumk. Tie Versammlung nahm einstimmig folgende Resolu ion an:Der freisinnige Verein zu Alsfeld spricht über de» oon den Nationalliberalen in Alzey-Bingen durch ihre 6ti<M Wahlparole an den liberalen Prinzipien geübten Verrat ferne tiefste Entrüstung au«. Zugleich gibt er seiner Erwartung Ausdruck, daß die sich allenthalben zeigende Erregung über diesen Wahlausgang zu einer energischen Stärkung de« Libe­ralismus von Hessen führen wirb.' Herrn Pfarrer Karell wurde telegraphisch der Tank für sein energisches Auftreten ausgesprochen mit der Hoffnung, daß er weiterhin der erprobt« Vorkämpfer der Linksliberalen bleiben möge.

L. Friedberg, 7. März. Die am Freitag vom Galt- I wirteverein einberufene Versammlung war gut besucht. Re- hcrent Ha ust-Darmstadt forderte die Wirte auf, sich zulammen-

werke« ober Gewerbes vergewissern. E« tritt für alle, die c» mit bem Hanbwerk gut meinen, die Notivenbigkeit hervor, diesem geeigneten Nachwuchs zuzuführen. To« kann geschehen mit Hilfe der Presse und Schule, die nicht genug darauf Hinweisen können, welche große Bedeutung für die schul­entlassene Jugend die Berufswahl, msonderheit die Erlernung emeS Handwerke« hat. Um aber den jungen Leuten geeignete Lehrstellen zuweisen zu können, ist eine Organisation de« LehrftellenDermittlnngSwesenS notwendig. Die öffentlichen Arbeitsnachweise befassen sich deshalb mit der kostenlosen Lehrstellenvermittlung. Die Arbeitgeber, die Lehrlinge ein- zuftellen wünschen, melden eS bei dem Arbeitsnachweis, wo ihre Gesuche als offene Stellen eingetragen werden: Eltern, die ihre Kinder ein Handwerk erlernen lassen wollen, können lauf den öffentlichen Arbeitsnachweisen bic offenen Stellen erfahren. Ta bie HanbwerkSmeister häufig auswärtige Lehr- Iinge lieber nehmen, so ist eS sehr zweckmäßig, wenn Ettern, die ihre Söhne nach auswärts in die Lehre geben wollen, die« ebenfalls gleich eintragen lasten, fall« sie nicht schon gleich eine postende Stelle finden, denn die einzelnen öffent­lichen Arbeitsnachweise in Hessen und den angrenzenden Ge­bietsteilen stehen mit einander in regelmäßiger Verbindung und geben sich gegenseitig wöchentlich davon Kenntnis, w. offene Lehrstellen und wo junge Leute sind, bie in bie Lehre treten wollen.

"Tageskalender. Kirchlich-vositiveDereiniq. Lina in Hellen und Hessen-Nassau' Montag abend 8". Uhr lro?. D Hunztnge r-Leivz'g: Kruik bet modeinen Hauoi'ormen dr< Monismus. Diensiag vormittag 11 Uhr: Brok. v. Drüttmacker Hoflocf: Ter christliche (Sott der Dreifältige (Sott. Aachnmtaa» 3'/, Uhr: Pros D. Haußleite r-Hulle Die Weltnulsion bei

I Evangeliums. Lokal: SteinS Saalbau.

" Stubentische Unterrichtskurse für Arbeite: unb Unterbeamte. Wir werben gebeten, baronf aufmerffem Lu machen, baß ber Unterricht im Französischen auch während ber Ferien fortgesetzt wird. lieber eine Verlegung auf einen anderen Tag soll im Unterricht am nächllen TienS*

21 us stadt ttnO tnnb.

Gießen. 8. März 1909.

Ceffentltchc Schrffellenvermittlung für dao Handwerk.

Die herannahende Osterzeit, die für d.c schulentlassene Igend den ersten Schritt ins Leben bringt, gibt Berans lasiung. auf die Lehrlingsausbildung im Hand, werk'etnzuqehen. Taß im Handwerk unb Gewerbe eine LehrlingSnot beliebt, darüber ist man sich einig. Sineiieit« mögen bie Handwerker Schuld an der LehrimgSnot tragen, auf der anderen Sette aber ist e« die Unerfahrenheit der jungen Leute bei bet Berufswahl und noch mehr b.e Sie ch. Gültigkeit der Eltern unb Vormünder, die c6 oorveben, ihre iRtnber ober Pflegebefohlenen al« jugenbliche Arbeiter m die Fabrik eintreten ober gar nur Laufburschen werden zu lasten, um von vornherein zu verdienen. Taß e« Fälle gibt, m denen der Knabe nach seiner Echulentlaffung fofort auf da« Verdienen angewiesen ist, ist unbestritten. Eltern aber, denen c9 möglich ist, ihren Sohn in eine ordentliche Lehre zu geben, sollten diese« nicht versäumen, weiter sich aber auch über die Aussichten de« für ihren Sohn gewählten Hand«

rTteünno als tkmttrr der bemühe» Unwerfnaven, «egen btt * urmlung der Reck r-pflege teilens mngtr dvrudner^ E« in unruhtta. wenn bräuntet werde, daß ber ob

M.ufu Reckt erstarkt werde bur* eine uni»;iale iir Redner, hab-: mf dem letzten Teuttcken IurUtentaq m rube eme Resolution ungcbradrt, bit fi4 nut *^ÜM*** I bem Bovkott beschäftigte Tie Äefolutwn ict nnmmmig ange^ nmnmen worden.

PrivatdozeM Tr. Gerlofs Tübingen W «e«B

eine Aeußerung derftreupÄetttmg , die cwsgezudrt^habe, datz r.:c CAcfeUicbaft für soziale Reform knn Reckt dadtz/flch «l« Bee- treterut der Interessen des Mutelstandes hinzun llen, da dte M stell'ckafl oihe Qntereffen vernachlässigt ba^c. 3o verwundern Ibraudie man fick über diese Leußerungsretl.ch n>^, e« in al^r beicuhnenb, daß sie gefallen fei zu ber Zett. al« Srotenor t a « n er in Der Sammlung ber Steuer- unb D.rrichaitSrewrmer so schmöhlick bcbanoelt worden sei. Gegen eine wiche Aeutzerung müsse entschieden Protest eingelegt werden. (Zustimmung.)

Nach einem Schlußwort be4 Professor Stein wurden bie heu­tigen BerHandlungen geschlossen.

tag Beschluß gefaßt werden.

» Stadttheater. Herr Dilly Löhr, bad beliebte Mitglied des Tarinstädter HofthoaterS, der von seinen früheren Gastspielen im Theaterverein noch in bestem An­denken steht, ivird am Dienstag den 'lonrab Bolz tn FreytagsJournalisten" spielen. Herr Lohr ist ein Iwrusemr Vertreter der klassischen Rolle und wird sein Gastspiel ec" den vielen Freunden seiner Hunft hier gewiß gerne gesehen werden Die Vorstellung findet im Abonnement statt ob es ist fraglich, ob sie wiederholt werden kann. Schoa I heute sei darauf aufmerksam gemacht, daß als Benefiz Vorstellung für Regisseur Max Lronert am Mittwoch, 17. März, Molnars außerordentlich spannende Ävtnöhic Der Teufel" gegeben wird.

Alsfeld, 7. März. Im hiesigen freisinnigen Verein besprach der Vorsitzende Iusttzral Reh die Vor-

politifdK Tagcsscbatt.

Sin anbrrer Termin für die Entlastung der Rekruten?

Wenn man die Entlassung der Rekruten allein unter >cm Gesichtspunkt betrachten würde, welcher Termin den euten am meisten erleichtert, Arbeit zu finden, so würde .an wohl auf das Frühjahr und nicht auf den jetzt ein- ehaltenen Herbsttermin verfallen. In dem Briefe eines Fabrikanten, der derNational-Korr." zur Verfügung ge-! eilt wird, wird zu der Entlassungsfrage gesagt:Dte arte ist wirklich groß, daß diejenigen Leute, bic dem Vater-, and treu gedient haben, durch den ungünstigen Entlasfungs- ermin schweren Sorgen enlgegengetrieben werden. Ferner st doch noch zu bedenken, daß im Frühjahr, selbst bei Ar- eitslosigkeit, leichter zu leben ist, und namentlich auch bic anbwirtsämst sehr aufnahmefähig ist. Ein Kriegsminister nt einem warmen Herzen für bicje Frage könnte unenblich iel Segen stiften." Freilich macht auch ber Schreiber bie inschrankung:wenn nicht ernste militärische Bebenken orhanben finb". Vielleicht wirb bei ber Beratung bcs Jiilitäretatd im Reichstage bic Frage wieder einmal zur Sprache gebracht.

Der tschechische Pobel in Prag

1) Tie Aufgabe ber Gesellschaft für svziale Reform gegen über dem Arbnlsrechi ber Pr.vatangcstellten u-rfplittembcn Intercssenpolitik eine cmbnklicke Politik zu setzen L die soziale Gesetzgebung von allen Nebenzwecken reinigen *i

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*ial" bebrütet das Vorrecht dos lebenbtgen Menschen vor all : Gütern unb Einrichtungen biefer Erbe. Sozial ist das Recht nur wenn es bic Persönlichkeit des Staatsbürger höher wertet al Sachgüter, als Vermögensinteressen, als irgenb iwld)e Jnsti I hrtionen. 3) Tic Hauptfehler des gegenwärtigen Arbeitsrech,.. sind: a) sein unsozialer Charakter und da» Borwiegen der Ber JnögenSinteressen, b bic Zersplitterung be« Rechts in iedH Reichs gefche mib nn balbev Hundert LandeSgesetze, bic vielfach vm einander abweichcn und sich widersprechen. 4- Tic Mängel dec sozialen Reckt-> werden verschärft durch eine unwziale Recht svrechung. 5 Tic gegenwärtige Zersplitterung des Recht« de'. Angestellten ist nu.- sozialen, logischen unb um ft neben Gründet unhaltbar Tic iBcrcinbeittidyung des Prwakbeamicnrechle. ist Vor bebingung für einen er'prießlichen Fortschritt ber loyalen Eei.ctz rttbung. li Tu wichtigsten gesetzgeberischen Ausgaben ber nachnei Äeit finb eine weitere Beschränkung ber BertragSfreihert burd ^wanaovorschriften über ben Tienstvertrag, bie Eimchrankung be Defuani> zur Entlassun.s eine« Arbeitnehmers, bie llebertraguit. ber Bestimniungen oes so.igeschrittenen »pnbergctcv^ m all Sonbernesctz«- 7 <ur Erreichung eines einheitlichen Arbeitsrecht' forbert bic ^esellschau ai bie Fortsetzung der begonnenen Ma ' terialsammlung, insbesondere 'Uidi eine Tarlicllung unb «ei äffcntlidiung. welche das Arbeitsrecht aller Multuruoller oei nleichi. b) Derüssentlickimg von Flugblättern und chulschristei über da" Arbcitorcchk, um dadurch die öffentliche Meinung, d Rechtsprechung und bie tUesetzgebung zu beciniluiicn, c) Emgao.' an die Bedorben im Sinne von Punkt b. d» Einsetzung ein. Ausschusses zur Ansarbeitiing des Entwurfes cuieä allgcmeinei 'Reichsgcctzes über ben 'Tienstvertrag, ber an stelle der un -ureichenden Tarngroplwn 611 bis 6.->l treten unb den größtei Teil der heutigen Bestimmungen überflüssig uiadjcn ioU.

In der Nachmittagssitzung, der Gras Posabow-?sn eben fall wieder beiwohnte; kamen zunächst bie Tclegiertcn unb Vertrete her verschiedenen Verbinde unb Vereinigungen der Vrivatangestell ten zu Worte: Ter Vorsteher des Leipziger-Verband' Tcutidicr >>aiiblung,>. Hilfen, Reise, trat gleichfalls gegen b: 5konkurrenzklansel ein unb meinte, daß sie bie bürgerliche .vreihi-u imb bic soziale Stellung der arbeitenben Bevölkrung stark bc einliachtigc Redner verbreitet sich bann audnibrlid) über du I soziale Lage brr HanblungSgehilfen, bie trott vieler burrti bie neuer. Gesetzgebung unb besonders burd) die Kaufmannsgelichte ge I idtaifenen Verbessrrvngen noch sehr viele Härten austveisc, die I bdeifigt werben müßten. Tie Behauoiung von der Neigung I bei ^anblung.'aehihcn zur Simulation sei cnergdd) nirüdiuwcilcn I Tie 'Art ber cu Iw hing von Referenzen bei bei Anstellung ie I vin Mavilel ber Sklaverei ein anderes ebenso trauriges ftapitcl \c I bic Lrbrzeu "hissen iHamburg vom bcutfch nationalen I HandlungSaehilfenverbaud wen bet iick gleichfalls gegen bie Ston runctunauhi und führt als bralindKu Beweis iür deren Un barfeit unb Widersinn folgenden Fall an: Eine Verkäuferin einet groben Berliner Wann Hauses bezog em Gehalt oon monatltd .so Mark Auf ihre Bewerbung bei einem anderen Waren Hai» I wurde ihr von diesem eine Stellung mit monatlich 100 Marl I zugesichert. ler ivubere Eh<f erhob Mlage, unb au. Grünt ber <toiifurrciiUlau)el wurde die Verkäuferin vom staumiauns gerickt zu 100 Mark verurteilt, also um den vollen Betrag einet Monatsgedalk. gebracht. In der deutschen 3ultn machten uck erklärt Redner, immer noch icne despotischen Nachklänge der alter römi'chen Naiferzeit demeikbar. Es werbe mehr Gewicht gelegt aut das Dcrtobtekt als auf bie Person. Tie gegenwärtigen Zu stände seien uiitmltlxn Eine Besserung könne zwar nickt mit einem Schlage berbeigefübrt narben: «um mindesten muise fu aber etaupeniiHiC ertolg u Rechieanioalt .'Unin Nürnberg | * ber Vertret b-r bai-criiWcn Mewllindnstriclten. der.u Geheim erlaß gegen bas Moa i i n . recht ber Teckmike und Vriv .tauges:el.t i unter diesen io grofev Erregung dervorgerufen trat, tritt für bii Interessen bet Arbeitgeber ein unb wendet fick »ehr cncrgiid gegen bas Koalition>recht der 9higtitcllten Jedes Reckt, führ er auS, txrt 'eine O'rer it an dem Rechte dritter imonen. io aud ba« Zboalilionsrecht an darf nickt einem Teil nur Recht gebrn. man ban nickt cun uig Licht unb Schotten verteilen Aus diesem Wege werden bu Reick tcjirun lind auch der Reich: lag Odilen Iflckt folgen ?'i'i llnter.ru* :*. > m alb tmeliamathcnbcn Staats amtwlt wirb Sic selbst schwer * . igcn. t tonn sehr leicht eine RückWärt revibicrnn alikwnsrcckh s nach beiden

Seiten vor i iwni'i'en . * Tann werde:

<3tc ebenso geschädigt wie die Arbeitgeber

Zn der wcUcreu T^skwlion wcubet sich Prvl. Dr. Ronv

In der Schlußsitzung am Samstag führte Staatssekretär Gra, Posadowsko aus: ,

3cb spreche hier als Privatmann unb tollt Ihre Aufmerksamkeit I nur wenige Minuten -n Anspruch nehmen 3m habe nudi inii oer Frage her Pen,lonsversichernng der PrivatangenelUen beickat tut unb kenne auch einigermaßen die Stimmung mnterben Itu-1 i fen. Und diese ist bie, daß man mdu geronnen ist, dem meiwc i in soiialpi'litischer Hinsicht noch mehr Laiten, aui»uerlegem »lner l Opanke hat viele Gegner Aber a.3 wndrolog lebe« Moment will d) hervorheocn: bic schönsten hiialpü- itid^en '^nrrgmiacn kommen ?an Leuten, bie gar nickt bic Absicht haben, baß ihre 1 reiche audb I oencklrklickst werden. Sie kommen nut ihren Anregungen mehr us plastischen Gründen denn aus i',rünbcn der Liimpathie für hie Dollsgenosscn Ich warne Si> -aoor, durch eine Beicklun- sassung nut Sammlung neuen Matectais bie Regelung ber tyragi I u- Jahre hinaus zu nerschleppen. Tie «.frage ber Bemcherung i »er Angestellten kann nt E. nur nach zwei Richtungen h.n gelou I oerben: 1 entweder durch Angliederung an die Flrvalidenoer^ idierung oder 2. durch Schaffung oon Zufchutzkaifen. Reich jirb sich aber nickt baut verstehen, erhcblitbe nnanjtellc Ixil^n u gunften der Angestellten ;u übernehmen. Wenigstens bei ber etzt herrschenden wirtidiaftüdKn Krise ist das ganz lick ausge> cklossen Wahrscheinlich ist es, daß sich die Beteiligung d^ Reiches uf die Ucbcrnahme ocr Haftpflicht beschranken wirb. xa3 iteht -uch nicht anders zu erwarten, denn eS gibt ro viele BerusSvertxinde, ie bann die obligatorische Versicherung auch enfuhren mußten, "as würb«? bann schließlich zu einer allgemeinen Volksverlickierung Uhren. Versteifen Sie sich nicht auf Kleinigkeiten unb er Hören I -ie sich damit cinoerfianbnt, baß im Rahmen ber bestehenden ..esetzgcl'unq das Mögliche erreicht wird. Ich kann ehrten nur -mmehlen, mit den Vorschlägen der Regierung .Hand in >>inb zu ,ehen. Es gibt im Reistage gewiß Banner mit rozmlpoli- uchcm Verständnis, bic ihre 'öeweggriinbe verstehen, aber be- senken Sie, daß scklicßlick ein Gesetz im Reichstage.nur zustaiwc ommt durch -inen Mehrheitsbeschluß und bie Imtimmung der

rtünbeten Regierungen Was das Reich zugunsten ber Jn- ieftcl(tfn tun wird, das ist die Uebcrnahme einer Verpllicktung I m Tiahnen der gegenwärtigen Invalidenversicherung und allen­falls die Uebernabme ber Kosten. Andere Leistungen find nicht u erwarten. Eine Modifikation des Invalidenver,icherungsX^e- tzes und Angliederung der 'Ilngettd11ciroeriidrorung. lonnc die Herabsetzung der Altersgrenze auf 66 Jahre sind vollständig aus- tcfdiloffen. Tie Wurzel Ihrer Bestrebungen ruht doch in der iiianziellen Frage. Auch das Jnvalidenversickstrungsge'ey steht ieute anders aus als zu Zeiten BiSrnarckS, es

»eit grundlegende Aenderungen erfahren. Das Gesetz,

I Eie erstreben, wird Sie vielleicht anfangs enttäuschen, aber m Laufe der Jahre mehr Ihren Wünschen entsprechen. Ich bitte I 'ie, sich mit ben Vorschlägen ber Regierung einverstanden zu | rflären und ba-3 bei unseren politischen und wirtschaftlichen Ber-

mIiinnen Erreichbare anzunehmen. (Lebh. Beifall.)

eejenfdjaft für soziale Reform.

Frankfurt a M , 5. März 1909.

Nachdem bereits gestern eine S ung d Au ichusies der Ke kellschait für oziale flrform an. -flick der tu lahrigcn »f ' neralveriammlung stattgc unden batte, in ber interne ge- jdjäiilidr Anci.legenheiien erörtert murbtn, trat die van cova. nolitifem, Tarlannntari rn, Lestern von Fachorgani.atwnen, lln iMrriüatälchrcm inro. zahlreich besuchte Ber,ammlung heute in di^ eigentlichen Arb.ikrVerhandlungen ein x,<x Honitzenoc des Bor stanoes, Staa:: Minister Frln von B e rl e p, ch ^begr^tttc^die Er schi,menen mW wies Darauf Iwn, bau die heutige Versammlung einei Abichnut in der ^dd-idu. des Vereins bedeute, da um ersten Male Tomen an tfcx t- >1 nehmen bunten bu lick ^ei trüHeren I tikneralDcramnUunini m einem künstlich durch Stuhle ad«e- grenzten Raume ufbalten mußten. Irnolge des neuen «ercms- geseyes dürfen nunmehr auch du Tarnen an den Bestrebung-n ber Gesellschaft talka-tig Mitwirken xie ^nerLlvniammlung werde fick mit der ll^dl'chkn.Rege lung de« R echtes de r Privatbcamten zu bcichastigen haben. Bisher habe der X5er ein seine Auiguden nur eng gefaßt und auf die «etb 'fcrumi der Lage der Handarbeiter b nsulendeu Bestrebungen b. ck,'ligt Eine absolute Sckeidimg -wischen Hand arbeilern unb Irioatbeamten fei aber nicht möglich, nachdem ber | riesenhafte Aufschwung ber Industrie letztere Kategmi- io zahlreich verm.'hrt habe, anDecseits die Arbcst.-r wirtschastlich emvorgekom men feien. Es fei ein wichtige« politisches Problem, daß auch die wirtschaftlich unselbständigen Elemente an der (hinviaelung bc« etaateö teilnehmen unb cs erfordere ganje ftrau unb Bors ich!, damit diese Frage nicht eine gesahrliche Entwickelung nehm Mfl Freude unb xanf sei cs zu begrüßen, daß bereits zwei Trittei ber heute besichcndcn Privatbeamtenorganisationen »id» der ^Seiest ftfiaft angeschloffen hätten, die dadurch einen erfreulichen Iuwacke bezüglich der Iah', der Mitglieder, an Talenten und technischem Wissen sowie an sachverständiger Beurtellung auf dem Qkbicti des gewerblichen Friedens erhalte iBeisall)

Lberbürgermeisters A d i ck e s sFrankfurt a. M.): ES ist mii eine Freude und Ehre, Sic Iner »u begrüßen, gerade hier in Frankfurt, wo ber Sinn für den sozialen Frieden beionders entwickelt ist. Ter Herr Vorsitzende hat bereits aus die Um schicktung unb Verschiebung des Volkes Inngewiesen speziel auf hem (Miete der sozialen Frage, der richtigen Abgrenzung zwischen den Reckten und Pflichten des Einzelnen haben eie em gewaltiges Sttick Arbeit geleistet, zu ber ich sie schon setzt Herz lich knalückwünsche. Man muß Angst und Bange haben, wen« man ficht, welche Anforderungen an bie (Hqebgcbung gelteni werden Man kann da behaupten, daß der ruror ^utonirus fid) in einen Juror legiSlativus verwandelt habe Unb dock bUbci die Vetätigung der einzelnen Persönlichkeit btc Grundlage des Staates und feiner Entwicklung. (Beifalls Im Namen der Frank furter Handelskammer begrüßt Baudirektor Thor wart die Ver famnihmg und betont, daß auch die Frankfurter Kausmannschaf. die Bestrebungen des Verein« billige.

Während der Begrüßungsreden erscheint, lebhaft mit Veifal empfangen, Staatssekretär a. T. Graf Posadotosky ,m --aale Tarauf referiert ReichstagSabgeordneter Tr. Potthoff übe, das Recht der Privatbeamten

ckn der Hand folgender Leitsätze:

üat auch am gestrigen Sonntag wieder die üblichen Ausschreitungen I »egangen Bereis m bet Vormittagsstunden hatte eine große Menge I rzcß.uuiger Tfdkdwn sich angeiammeU und es kam im Laufe des I -ubcntenbummciö zu einem lelxnsgefähclickeii Gedränge und! oüsten Schreiereien, Lxi denen die deutschen Studenten mit Faust I rt)Lägen und Stockhieben traktiert wurden. Auck wurden sie be-l < .impft und despukt. Einer der deutschen Studenten rourtw, wie I o lieipt, von einem tjdxd)ifdKn Juristen durch einen Stich in I ic linke Sange erheblich verletzt Der Lötet wurde verhanct. .uch sonst würben zahl reiche Verhaftungen vorgenvmmen. Diel Polizei vermochte nur mit Mühe die Crbuung aurredit zu erhalten Tie Ercedenten würben in bie Vorstädte getrieben, wo sie sich ,erltreuten Um 1 Uhr herrschte Ruhe.

In Italien haben am gestrigen sonn-.Ms ^rlan.eniswahien lattgefunben. Bi« 12 Uhr nachts laaen 100 Sah resultate vor i darnach sind gaualjlt: 5b Ministerielle, 12 6?nititut®nelle Cnro- | ilivn, 6 Rab'kale, 9 Republikaner, 12 Sozialisten. außerdem ind in 5 Sab.kteisen Lnchivahlen erforderlich Außer den be

5 acuannten wurden auch die Minister Crlanbo und Sertolint | i eher gewählt In Travaui wurde Nasi wieder gewählt. £bnc . tieiie ist es bei den Wahlen natürlich nicht abegangen. In nccha nmrben vrrithtebaie Äolawren durch Rerotverschüsse ocr- unbet, ein Wöhler von einem Anhöitger bet (Hegcnwrtei durch Idjünc getötet In öaftttlaneta drang Militär n ben Älub >cr '»ronoratwren ein, wo eine Anzahl Waffen eidilagnabmt urbtn In Eiitanova entdeckte die Polizei ein B ine^ Magazin tue T^omve würbe gegen ein Haus geschleudert, wobei mehrere .rhonen venounbet wurden. In Fogiia, lösten btc »arabimcn tnc 5SdbUr Versammlung auf unb verhafteten br-t 'IX«inner, die di allzu toi! benahmen. Tavmii fammritt uck eine Menge von ungefähr SOU licr-ncn an, die mit Stnmv.^'-n unb Revolver- Harobimeri mäck:en txm ber Lasse Wcbrawb, um Ne Rude wieder iKrw'tdlni Tas hl-Resultat wirb erst heute bekratt werden.