Zweites Blatt
159. Jahrgang
Montag 11. Januar 1909
Nr. 8
Erscheint KgNch mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Siebener ZamilienblSUer" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das HKrci$bIott für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal.
Rotationsdruck und Verlag der Br übliche» llniversitäls - Buch- und Steindruckeret. R. Lange. Dießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expeditwn und Verlag: e=s^5L Redaktion: ^4^112. Tel.»Adr.:AnzeigerGreßen.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhessen
parlamentarische Arbeit im neuen Zahl.
Weihnachten, Neujahr uud Treikönigstag sind vorüber, und ine große Fest-zeit des Jahres, in der man stets mehr materiellen Genüssen, als ideellen Bestrebungen zu huldigen pflegt, hat damit ihren Abschluß gcfunben. Ungetrübt ist sie für den Politiker nicht verlaufen Tic fragen, wie sich wohl die Balkankrise ordnen, loelche Gestalt die Reichsfinanzreform annehmen, und loelchen Ausgang die Debatte über die Verfafsungsgarantien finden wird, haben ihn auch in diesen Tagen der Festfreude und Festruhe be- jchüftigt. Wußte doch die böse Presse, die hier als Störenfried auftrat, immer wieder zu berichten vom Abbruch der Orientvcr land lungert -Oesterreich-Ungarns, von Ministerstürzereien und dun 5 ! m Machinationen des Zentrums und gewisser Parteigruppen, ,-gen den Fürsten Bülow, den Reichsschatzsekretär Tr. Svdow und
■ preußischen Vandelsminister, Tr. Delbrück. Ja, sogar b; . :oit des Kaisers, würde durch Veröffentlichung einer Jndis ou im „Berliner Tageblatt", die jetzt durch eine Erklärung
. „Nordd. Allg. Ztg." auf das richtige Maß znrückgeführt ist, c'er in die Debatte des Tages gezogen.
Tie letzten .Konsequenzen aller bi-iei; Tatsachen und Nach- rrv i n lassen sich für den Augenblick rwch gar Nicht übersehen;
.'.fall > wird cS einer energischen Stelsungnahme des deutschen Bv-kes auf dem Gebiete der äußeren Politik, sowie einer pflicht- getreuen und ausdauernden Arbeit des Reichstages auf dem Ge- - ict der inneren Politik bedürfen, um die jetzt im deutsck)en Volke l^rrschcnde Katerstimmung zu überwinden. Was die Lösung der Balkankrise anbelangt, so ist Deutschland nur indirekt daraft be- i itigt. Möglich, da ßnach langem Gängen und Würgen die Bvlkan- c5nserenA schließlich zustande kommt, möglich aber auch, daß, bevor ■ i: Diplomatie die technischen SchtviLrigkeiten dieser Sache über- wunden hat, die Serbenflmten loskrrallerr. Im ersteren Falle .lülCu- rnr, selbst wenn sich ein Einverständnis der Mächte aus der lvufer ii/, erzielen ließe, ein fauler Friede geschlossen werden, ,:c die Gefahr kunfüger Verwicklungen in sich trüge. Im letzteren Falle aber würde Deutschland direkt vor die Eventualität eines kriegerischen Zusammengehens mit Oesterreich-Ungarn gestellt. Da an der Aufrechterhaltung innerer Bundestreue gegen Oesterreich richt zu zweifeln ist, ist es sehr leicht möglich, daß der deutsche E Reichstag, wenn er jetzt am 12. Januar Zusammentritt, sich neben • >inen sonstigen Ausgaben auch mit einer Kriegsanleihe zu be schästigen haben wird, denn die 120 Millionen des Juliusturmes reichen nur für ein 4 bis 6 tägiges Bedürfnis der mobilen deutschen Armee aus.
Solche Ausblicke sind natürlich angesichts der Reichsfinanz-- reform mit ihrem Deckung--bedarf von 500 Mar? höchst verdrießlich, zumal man noch gar nicht weiß, löic sich die Parteien über diese und ihren Inhalt einigen werden. Wohl lassen die kürzlichen Auslassungen der „Kreuzzeitung" darauf schließen, daß die Kon i erbat io en gewillt sind, in Sachen der Nachlaßsteuer nachzugeben, aber man kommt doch nicht darüber hinweg, wie, auch wenn Elektrizitäts- und Jnseratensteuer ausscheiden, der Liberalismus mit den Konservativen im Zeichen der Mockpolitik zu einem Ausgleich gelangen soll über Branntweinsteuer und Tabakbanderolen- steuer, ganz abgesehen von der Wein-- und Bierfteuer, die in den Interessentenkreisen vielfach lebhaft Widerstand begegnen. Daß Wein, Bier, Branntwein und Tabak für eine Reform der Steuergesetzgebung herhaltcn müssen, soll das Reich sein Defizit, decken, imterliegt keinem Zweifel und. wird auch von allen Parteien ,an erkannt. Die Frage ist nur, wie sich die Sydowschen Projekte so verbessern lassen, daß der Blo gherüber nicht in die Brüche geht und die Besteuerung keine Einjchränkung des Konsums zur Folge hat. Erfahrungen, wie wir sie bei der Fahrkartensteuer gemacht haben, müssen bei ben) neuen Steuerprojekten durchaus vermieden werden.
Darüber wird man sich also, sollen nicht Sydow und der Reichskanzler über die Reichsfinanzreform stürzen — wie von gewissen Politikern jetzt prophez-eit wird — in den Kommissionen um jeden Press zu einigen haben. Wann allerdings die Kom- Missionsberatungen in dieser Beziehung abgeschlossen sind, läßt sich heute nöa; nicht annähernd bestimmen. Dem Reichstag liegen deshalb, da auch der Etat und die Besoldungsvorlagen sich im Stadium der KCommissionsberatungen befinden, zunächst nur das vielumftrittene Arbeitskcrmmergesetz und zwei kleinere Vorlagen zur Beschlußfassung vor. Er dürfte sich daher in den ersten Tagen nach seinem Zusammentritt mit een zahlreichen Initiativanträgen und Interpellationen beschäftigen, von denen wir nur diejenigen Mer die BerfassungSanderung und über die Vereinsgesetzgebung hervvrheben wollen. Erst wenn einzelne Teile des Budgets, die Steuergesetzgebung, die Bcamtenbesoldungsfrage und die große Gewerbenovelle in. den Kommfisionen erledigt sind, kann man sich auf eine zweckdienliche Behandlung dieser schwebenden Fragen im Reichstage gefaßt machen, die vielleicht in der letzten Januaeivoche beginnen dürfte. -,Ta die Ostervertagung voraussichtlich am 31. Dlärz stattfindet, stehen dem Reichstag jetzt 12 Sitzungswochen Mc Verfügung, so daß sich annehmen läßt, daß er wenigstens den Reichshaustzattserar programmmäßig vor dem 1. April erledigt. Tie Steuergesetze würden allerdings der Zeit nach Den Osterferien, für die knappe drei Wochen in Aussicht genommen sind, zur Last fallen. Aber wenn, wie verlautet, der Reick)stag Dann noch vom 20. April bis zur Pfingstwoche, also bis etwa zum 21. Mai susammenbleibt, dürfte er auch dieser Arbeiten fterr werden.
Die SerusLzätzlung in Hessen 1907.
Die gewaltige Aufgabe de. Bearbeitung der Berufs- und Betriebszählung vom rJ. Juni 190/ für das Evoßherzogtum Hessen ist von unserer. . utralstelle für die LandeSstatistrk letzt soweit erledigt, daß mit der Veröffentlichung der gewonnenen Ergebnisse begonnen werden kann. In den „Mitteilungen der Großh. Zentralstelle für die Laiidesfto.liftik" sind die ersten Resultate der Zählung mitgeteilt, ov. sind umfangreich genug, um jedem an der Entwicklung unseres wirtschaftlichen und sozialen Lebens Interessierten eine Fülle von Anregmrgen zu gewähren. Im folgeitoeit toeroen mir nach b. । Ts,. <slg. in bunter Folge einige besonders interessante und für den Aufbau des Volkstörpers unseres Gvvßher^chlums ujarau idrii.. .■ ^atfaäien mit Hilfe der von der Landes-Zeittralstelle veröffentlichten Tabellen etwas näher beleuchten.
Tie Zahlung voM 12. Juni 1907 ergab eine Bevölkerung von 1235 823 Einwohnern für Das Eroßherzoglum. Tie Zahl der erwerbstätigen Bevölkerung ist natürlich bei weitem geringer, sie beträgt in Hessen lange itod) nicht ein Drittel — etwa 30 Proz. — Der gesamten Bevölkerung, naMlich 477 030 (361189 männliche und 115 641 weibliche . Diese verteilen sich auf Die Drei großen Berufsabteilnug.-n: chiridtvirisch-.fi usu. r»3 387 1105 623 m„ 57 764 w.), Jndnstrie, Bergbau, Baugewerbe 220 563 (186 869 in., 33 694 w.), Handel und Verkehr usw. 64 770 (50 686 m., 14 084 weibliche). Tie Statistik bildet dann noch drei weitere Berufs- gruppen, deren Angehörige man aber schwerlich alle als ee'verbs tätig ansehen kann. Lohnarbeit wechselnder Art beschäftigte 5883 Personen, in der Berujsgruppe Militär, Beamte usw. und freie Berufe wurden 42,858 Personen gezählt (37 056 m., 5802 m.); hierunter befinden sich 20 481 Angehörige b.r Armee, die natürlich nicht als erwerbstätig angesehen werden rönnen. Ebensowenig .erwerbstätig endlich ist Die Bernfsgruvpe F, deren Angehörige, in der Berv.fsaLteilung: ohne Beruf und Berufsangabe aufgcfühn find. Hierher gehören Rentner und Pensionäre, atleinwohnende Schüler, Armench.uÄer, oiichthäuster n In dieser Gruppe w den 61803 Personen (29 666 m., 32 137 w.) gezählt. Am
meisten erwerbstätige Personen haben hiernach im Großherzogtum die Industrie, Der Bergbau, das Baugewerbe. Rechnet man zu den Erwerbstätigen deren berufslose Angehörige und häusliche Tienstboten hinzu, so erhält man die, wie die Statistik sie nennt, Berufszugehörigen. Tie Berufszugehörigen der Gruppe Industrie usw. betragen 542371. Im ganzen zählt die Statistik 166 verschiedene Berufsarten auf, die den Berufsgruppen der Industrie usw. zugerechnet werden: auch das gesamte Handwerk gehört hierher. So wurden z. B. im Däckergewerbe 5742 männliche und 572 weibliche Erwerbstätige, überhaupt 15 264 Berufszugehörige gezahlt. . JBon der hrsamen, sangeskundigen Schusterzunft zählt die Statist«I 3956 männliche und 1029 weibliche Erwerbstätige, überhaupt 28 419 Bernsszugehörige. Ein Gewerbe, das früher eine gewisse Bedeutung hatte nnb auch eines poetischeii Beigeschmacks nicht entbehrte, die Köhlerei, zählt nur noch 38 Er iverbstätige. Maurer gab es 18 844, die mit ihren Angehörigen usw. zusammen 64 530 Berufszugehörige ergaben. — Die Land Wirts ch a f t hat bei uns in Hessen weniger Erwerbstätige wie die Industrie. Tie Zahl der männlichen Erloerbstätigen ist von 115 998 im Jahre 1882 auf 105 623 im Jahre 1907 -.u rückgegangen, dafür ist aber die Zahl der weiblichen Erweri -,-l i.igen gestiegen, so daß überhaupt gegen 157 430 Erwerbstätige m 1882 163 387 Erwerbstätige im Jahre 1907 gezählt wurden. Die Zahl der Berufszugehörigen ist dagegen ständig gesunken, sie trug 1882: 386 360, 1895: 371919, 1907: 341899. Schon allein in diesen wenigen Zahlen steckt eine Fülle von Material, das dcn Wandel in dem Wirisckraftsbilde unserer Zeit illustriert. Hier ist natürlich nicht her Plan, darauf näher einzugehen, aber darauf möchten wir nur Hinweisen, ob nicht der Rückgang der Derufszugehörigen u. a. auch aus die schon in jugendlichen Jahren stattfindende und darum nm so verhängnisvollere Landflucht bin* zuweisen scheint. Nebenberuflich Erwerbstätige zählt die Landwirtschaft' 130 671, die Industrie nur 20148, der Handel usw. 30290. — In der Berufsgruppe Handel und Verkehr usw. ist die große Zunahme Der werblichen Erwerbstätigen auffallend, ihre Zahl hat sich seit 1883 verdreifacht, von 4992 auf 14 084, während sich die Zahl der männlichen Erwerbstätigen etwa verdoppelte, von 26 551 auf 50 686. Unter dieser Berufsgruppe finden wir auch das Heer der Post- und Telegraphen- und Eisenbahn-Angestellten verzeichnet: im Post- und Telegraphenbetrieb wurden 3488 männliche und 319 weibliche Erwerbstätige, im Eisenbahnbetrieb 11280 männliche und 94 weibliche Erwerbstätige gezählt. In der Gruppe Militär-, Staats- usw. Dienste und freie Berufe haben wir die Zahl der im Armeedienst Befindlichen schon angegeben. Im Staats- und Gemeindedienst gab es 7987 männliche und 192 weibliche erwerbstätige .Personen gegen 1882: 5016 und 43. Die Berufszugehörigen der BeamtenberufsgrNppe betrugen 1907: 22 377. Im Kirchen- dienft und Dienst religiöser Anstalten standen 1074 männliche und 271 weibliche Personen. Musik, Theater usw. z'ihleu 822 männliche und 304 weibliche Erwerbstätige. — Endlich wollen wir noch kurz die Gruppe F erwähnen, die merkwürdige Berufsabteilung, deren Angehörige das Signum „ohne Beruf" tragen. Hierher gehören die 17 486 männlichen und 20 229 weiblichen Rentner und Pensionäre; sie haben sich seit 1882, wo man 5213 und 7559 zählte, recht ansehnlich vermehrt. Nock zwei andere Gruppen dieser Abteilung haben sich vermehrt, auch ihre Vermehrung illustriert unsere Zeit, aber sie geben dem Bilde unseres Wirtschaftslebens die dunkelen Schattenseiten. Die Insassen der Siechenhäuser und Irrenanstalten stiegen von 1185 im Jahre 1882 auf 3063 in 1907, die Insassen der Strafanstalten von 784 auf 1509.
Aus Stadt und (and.
. Gießen, 11. Januar 1909.
•* Aus dem Staatsdienst entlassen wurde durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern der Regierungsbaumeister Karl Hofmann aus Worms auf sein Nachsuchen.
*• 93ei der Landesversicherungsan st altGroßh. Hessen sind im Dezember v. I. 290 Rentengesuche (266 Invaliden- und Krankenrentenanträge, sowie 24 Alters- rentenanträge) eingegangen. Unerledigt wurden in den genannten Monat übernommen 313 Ncntengesuche, so daß 603 Gesuche in Bearbeitung standen. Es fanden Erledigung: 247 durch Nentenbcwilligung (212 Invaliden-, 18 Kranken- unb 17 Altersrentengesuche); 27 durch Ablehnung, weil unbegründet (26 Invalidenrenten- und 1 Allersrentengesuch), 11 durch andere Weise — Zurücknahme usw. — (10 Invaliden- und 1 Altersrentengesuch), zusammen 285, so daß 318 Gesuche als unerledigt auf den Monat Januar 1909 übernommen werden mußten. Ferner wurden im Monat Dezember v. I. 309 Anträge auf Beitragserstattung gestellt, und zwar 260 infolge Heirat weiblicher Versicherter (H), 47 infolge Todes versicherter Personen (T) und 2 wegen Bezugs von Unfallrente (IL). Unerledigt wurden in den genannten Monat übernommen 174 Erstattungsanträge, so daß zil bearbeiten waren 483 Gesuche. Bewilligt wurden 269 Anträge (240 H., 28 T. und 1 U.), abgelehnt wurden 28 Anträge (20 H., 8 T.). Unerledigt blieben 186 Erstattungsanträge (145 H., 30 T. und 11 U ), die auf den Monat Januar 1909 übernommen wurden. — In welchem Umfange die Landes-Versichcrungsauslalt Großh. Hessen HeilverführenSkosten für ihre Versicherten übernimmt, ergibt sich aus nachstehenden Erläuterungen: Ende Tezember 1908 waren in den nachverzeichneten Anstalten untergebracht: in öcr .Ernst Ludwig-Heilstätte^ bet Scmdbach i. O. 89 Versicherte, in der.Eleonoren-Heilstätte" bei Winterkasten 86 Versicherte, in der Götlmannschen Heilanstalt in Reichelsheim 18 Versicherte, in Lindenfels 13 Versicherte, in Bad ^lauheim 5 Versicherte, in Lippspringe 1 Versicherte, in der Klinik von Dr. Lossen 6 Versicherte, in der Minik von Dr. Greiii in Offenbach 2 Versicherte, in sonstigen Anstalten 17 Versicherte, zusammen 237 Versicherte.
** Gießener Volksbad. Die Anstalt hat ini Jahre 1908 114 942 Bader und zwar 89 040 an Männer und 25 904 an Frauen abgegeben. Jin Jahre 1907 stellte sich die Gesaiutfrsaiienz des Bades auf 116 445 Bader. Sie hatte also im letzten Jahr ca. 1500 Bädern weniger zu verzeichnen, ivatz darin seinen (Srnnb hat, weil 1908 Die Schiviinmhalle und ■ die Wannenbäder für Frauen restauriert wurden, iuo^ durch mehrere Wachen hinbutch bei: Babebetrieb ungünstig beeinflußt würbe. Ten stärksten Tagesbefuch hülle in 1908 das i>aü am Pfingslfamstag, 6. Ium, mit 1300-u. .,.. .ebenen Babern, wogegen der 6. Januar mit -106 Bäde. Den geringsten Besuch aufzuwelscn Hal. In Den einzelne.. . .analen
war der Juni mit 13 798 Badegästen Der beste, der Manat- Januar mit 6719 Bädern der schlechteste beL Jahres. Dic^ 1908 abgegebenen Bäber veckeilen sich wie folgt (bte m Klamuwrn beigefügten Zahlen sind bic Zahlen bes Vor- ' jahres): 1. Schwimm bäber: 49465 (50178); baoon entfallen 30166 aus Männer, 6499 auf Frauen, 8353 auf Knaben unb 4447 auf Mädchen. 2. Volksbäber: Schwimm- bänbeu ä 10 Pfg. 12 435 (12 980); bcwon entfallen 9702 auf Männer und 2733 auf Frauen. 3. Wannenbäbe 19 806 (20 043); bcwon entfallen I Klaffe attf Männer 324" auf Frauen 1371, II. Klaffe auf Männer 9068, auf.Frr. 6127. 4. Heilbäber: 2030 (2021); davon cntfaüvn i.i Männer 1753, auf Frauen 277. 5. $ taufe bä c
I. Klaffe 13125 (12383); davon an Männer 11277. Frauen 1848. II. Klaffe 18 081 (19 201); davon ।
Männer 15479, an Frauen 2602. Trotz der geringe।..?t Bäderzahl stellte sich ba§ finanzielle Ergebnis beS Badr^ b. h. die Gesamteinnahme aus Baberti bester, nämlich > - 39117,41 Mk. (gegen 39020,18 Mk.). Unter Heranziehm', eines .and früheren Jahren noch verfügbaren Betrages m ca. 6500 Mk. war eS möglich, 46 459,90 Mk. in AuSgal. zu verwenden; u. a. für Kanalanschlnß 8650 Mk., für d Neubau (5 weitere Wannenbäder in der Männerabteisii > 3965 Mk., für Immobilien 768 Mk., für Wiedecherstellum arbeiten in der Schwimmhalle it. 2600 Mk. DaS erste wurde 1908 auch eine Abtragung (400 Mk.) auf b - 40000 Mk. betragende Hypothekenschuld vorgenotnmen. Vr.- Dem 152 000 Mk. betragenden Aktienkapital befindeit ! zttr Zeit 92 400 Mk. im Besitz der Stadt, die jähri i 4900 Mk. durch Auslosung an sich bringt.
— Eine hessische Erdbeben-Ertnnerung. Iw Jahre 1733, den 17. Mai, fand nach den Aufzeichnungen einer Chronik ein Erdbeben statt, welches man in Butzbach, Gießen, Hanau, Offenbach, Frankfurt a. M. und 'vielen anderen Orten verspürte. Die Glocken schlugen von selbst an unb Hauser bewegten sich. Eö bauerte aber nur eine Minute, lang und war an manchen Orten sehr heftig.
---- Grunderg, 9.Jan. Heute vormittag starb einer der ältesten Einwohner Grünbergs, der im 92. LebenSfobi. stehende Rentner Eduard Groos.
fc. Nieder-Florstadt, 10. Jan. Zwischen den Jahren erkrankten hier ca. hundert Personen an Brech^ durchs all. Ernste Folgen hatte die Krankheit nicht. Den Krankheitserreger tonnte man bis jetzt nicht ermitteln. Eine ähnliche Krankheit krassierte in Nieder-Florstadt im Spätsommer 1907.
Familie n-Nachrichte«.
Verlobte: Fräulein Ida Simon in Schotten mit Herrn Siegiried Rothschild in Friedberg. — Fräulein Marie Stein in Ermenrod mit Herrn Heinrich Keil in Schellnhausen.
Gestorbene: Herr Ludwig Pleil in Butzbach. — Herr Heinrich Schwarz in Schlitz. — Herr Heinrich Traukner in Uued. -*■ Herr Tr. Hermann Koch in Offenbach. — Herr Philipp Strack. Herr Karl Lamm, beide in Wetzlar. — Frau Johanna Rothschild, geb. Bacharach, in Kirchhain.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Januar
1909
Barometer nur 0° reduziert
X e
2
der Luft
Absoliite
[ Feuchligkeil
, Relative
s Feuchttgteil
Windrichtung
! Windstärke
10. । 2-
749.2
-
1.2
3.5
84
SW
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Sormenschem i
10. ! 9,ä
748,3
4,3
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s-
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KlarerHimmel
11. i 7"
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4.6
2,9
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s.
2
Bed. Himmel
J ' I
Höchste Temperatur am
i I
10. Jan. bis 11. ;
Jan. -
- — 0,2 °C.
Niedrigste
•
10.
ö
11.
M —
= - 5.2u C.
TeiefoniscÄie Kursberichte
des Gießener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, fliessen.
Frankfurter Börse. 11. Januar. 1.15 Tihr.
3%e;e Beichsanleihe . . 94.55 3% do. . . 85.70
e/0 Konsols .... 9».7ö .3% do. .... 85.50 3^e/6 Hesaeu.....94.10
dz56/o Oberhessen' . . . 93.20 4’6 Oesterr Goldrente. . 97 80 4VcUesterr. Silberreute 97 40 4y0 L'ugut Goldrente . . 92.60 45> Italien. Reute ...--
3"0 Portugiesen Serie I 58 75 3% Portugiesen 111 ^9.40 4 >5 °/e russ.Staatsanl. 190ä 96 95 4/-' o japau Staatsanleihe 92.55 1 "0 Conv. Türken von 1903 93.20 Türkenose......144.00
1% urieeb. Monopol-Aül. . 49 00 4% äussere Argentinier . 86.00 j°/0 jlexikattcr . . 63.70 J>4% Chinesen .... 98.50
Aktieu :
Bochum Guss..... 223 60
Buderus E. W.....111.00
r endenz: fest.
Elektriz. Lahmeyer . . . 117.60'* Elektriz. Sohuckert . . . UG.oiii Eschweiler Bergwerk . . 189 50 Gelsenkirchen Bergwerk . 190.30 Hamborg-Amerik. PaketL 112 90 Harpener Bergwerk. . . 195.00'
Laurahütte......199.7o
Nordd. Lloyd . ... 91.70
Obetsehles. Eiseu-ludustrie 96.00 Berliner Handelsges . . 16QOO Darmstädter Bank . . . 127.701 Deutsche Bank .... 241.90 Deutsch-Asiat Bank . , 135 00 Diskonto-Kommandit. . . 180.6a Dresdner Bank .... 148 001 Kreditaktien..... 196.40'
Baltimore- und Ohio-
Eiseulahn.....110.10*
Gottbardbahu..... —
Lombard. Eisenbahn . . 18.0o
Uesterr. Staatsbahn . . . 144 2D
Prince-Heuri-Eisenbahu . 123.50
Berliner
Cauadn E. B. . . Darnistädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union U. dresdner Bauk . .
'I'endenz: fest.
Korse, 11 Januar. Anlangskuise.
. 177.80 . .12;.80 . 241.90 . 62.60
148.00
Uurpeuer Bergwerk.
Laurahütte . . .
Lombarden E. B.
Nordd. Lloyd . . . l'itrkcnlose . . .
. 199.60
. 17.90
. 91.40*
. 144.60
Wsarfleaa
einen Berfncl) mit der ärztlich so warm cuinfohlenc.it hngicnifdieit' Uli))rrtioluifeife; Sie werben eo nicht bereuen, oeitn iiC enfimU den kosmetischen Bestandteil „Myrrholin'^ vüt anerkannter und bc währter Schönheilswirkmig auf die Haut. b4/
nicht bis hie nnen vorrätige Seife onfgc i braucht iß. sondern machen Sie balDim"! ‘


