Zweites Blatt
Nr 2H
159. Jahrgang
Lrschrinl täglich mit Ausnahme deS Sonntags.
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sjalls beiiumejfen ist.
^psliL^,che Sagesscha«
Donnerstag 9. September 1909
Die „Eiebener Lamilienblätter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, daS „Krtisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
den Abgeordneten nach Berlin einen aufgeklärten "Arbeiter, Handwerker, Landwirt und vor allen! für das Präsidium einen Kandidaten zu entsenden, der die notwendige Intelligenz, politische Erfahrung, Gesundheit, Zeit und Neigung hat, daS undankbare Amt anzunehmen, damit endlich die Anarchie und das namenlose Regieren aushören. Tas Ansehen bei Fraktion und daS Interesse der polnischen Gemeinschaft werde dadurch gewinnen.
Der CingeborenenMst im Gvamdolande.
Die vorgestern gemeldeten Unruhen im Ovambolande scheinen -"ücklicherweise unsere südweslasrikanische Kolonie nicfyt ernstlich zu rühren. Ter Stamm der Knambis hatte bekanntlich gegen den stamm der Ongandjeras einen Raubzug unternommen Einem I berliner Blatte wird von einem Kenner dec Verhältnisse ge-
RotationSdruck und Verlag der Brühl'schcn Unwersiläts - Blich» und SteinbrucfereL R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und 5)ruderet: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: Redaklion:e--S112. Tel,-Adr.:AnzeigerGteßen.
Deutsches Neich.
Der Verbandstag der Deutschen Mil ch- händler-Dereine, der am Mittwoch in Mannheim
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loambostarnme, der Kuanjamas, mit Jipumbn und Rande natur lüft nur insoweit, als ihr Gebiet auf deutschem Boden liegt, da in Teil dieser Stamme auf portugiesisches Gebiet hinüber greift, irubtüge zur Erbeutung von Vieh, wohl auch Weiber, die durch Hrausgabe von Vieh wieder ausgelöst werden müssen, sind im Doambolanbe gang und gäbe, die Ovarnbos selbst bezeichnen Diebstähle als ihren einzigen Fehler, was man auch zugeben kann, ■ *nn man von dem in manchen Gegenden üblichen starken Genuß
■'^bereiteter alkolwlhalliger Getränke absehen will. Diese Raubzüge bringen es mit sich, daß unter bat verschiedenen Ovambo- 1 Zäunen viri Feindschaft herrscht und sich die Bewohner des einen Mietes gar nickst über ihre Stammgrenzen hinauswagen. Die tkoubzüge haben im portugiesischen Ovambolande itart nach gelesen, nachdem bei1 größere Teil desselben militärisch beseht wurde. 'Ja im deutschen Ovambolande noch gar nichts ähnliches unter- lummen ist, so werden wir auch in Zukunft regelmäßig von ,iroiftigfeiten unter den Ovambostämmen zu hören bekommen, ieneu jedoch irgenbiine Rückwirkung auf die Vertvaltung Deutsch-
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Trieben:
Bride Stämme wohnen im Westen des Ovambolandes und sind mit uns viel seltener in Berührung gekommen als der im Osten <5 Ovambolandes ansässige Ondongastamm, dessen deutschseind» scher Häuptling Rechale vor H •• Jahren starb, roäbrcnb der jetzt m ganzen Stamm beherrschende Häuptling Kambonde deutsch- ■rnntblid) ist. Mit den Häuptlingen Jipumbn von Uukuambi mb Tjaanika von Ongandjera schloß Hauptmann Fronte im ~ ihre Verträge ab, ebenso wie mit dem vorhin genannten Kambonde und dem Häuptling Rande von dem größten
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tagte, forderte in einer Entschließung, daß die Milch - fon trolle auf das Produktionsgebiet.ausgedehnt wird. Die Kontrolle sei durch Aenderung des Nahrungsmittel» gesetzes so zu regeln, daß der Milchchändlerirand n'.cht wie bisher für die Verfehlung an der Produktionsstätte »er antwort lief) gemacht wird. Zu der Frage der Sonntagsruhe im Milchhandel wurde eine Entschließung angenommen, wonach dieser Handel von früh bis nachmittags 2 Uhr freigegeben werden soll.
Deutschland und die Türkei.
Man schreibt der „Voss. Ztg." aus Saloniki folgenden erfreulichen Bericht: In den j ungt ür lisch en Kreisen drückt sich seit einiger Zeit eine deutschfreundlichere Stimmung auS als noch vor einigen Monaten. DaS geht and) aus einem vielbemerkten Artikel hervor, den das hiesige jung, türkische Blatt am 2. d. Mts. unter dem Titel „Deutschland und die Türkei* veröffentlicht:
Ter -Zeman" (auf deutsch „Tie Zeit") führt aus, daß Teutfch- (anb int Mittelpunkte Europas mit feiner Bevölkerung von sechzig Millionen eine gewaltige Armee besitze und, sich auf diese stützend, der ziviltsierten Welt als Friedensschnyer vorangehe. Zu den diesjährigen Herbstinanövern habe Kaiser Wilhelm den Generalissimus der türkischen Wrntee, Mahmud Scheitel Pascha, eingeladen und diese Ehrbezeugung sei von der gesamten türkischen Presse mit Warnte und Freude begrüßt worden. Sie danke im Rauten der von FretheitSgeisl erfüllten türkischen Armee, im Rainen der ottomcmischen Ration für diesen Beweis von Herzlichkeit. „Wir hoffen/ sagt das Blatt weiter, „daß unser junger Verfafftmasstaat öarm ein Vorspiel für die Festigung der zwischen den betden Reichen bestehenden Freundschaft erblicken könne. Schon dadurch, daß der deutsche Kaiser der großen deutschen "ilrmee Mahmud Schecket Pascha vorstellt, ist der Beweis der Freundschaft erbracht." Es fei gewiß, beißt es weiter, daß heute kein Staat, wie mächtig er auch sei, sich selbst genügen könne. Auch lehrt die Geschichte, daß ec- nicht empfehlenswert sei, daß fiel) ent Land mit seinem unmittelbaren Nachbar verbünde, daß vielmehr eine Allianz nut einem entfernteren Staate vorzuziehen sei. „Wir haben alle Ursache, das Beste voit der Geschicklichkeit Mahmud Schecket Paschas zu erwarten. Es ist notwendig, daß er die Gelegenheit benütze, die ihm sein Aufenthalt iit Tentschlcnid bieten wird, um der Türkei den besten Platz zu sichern. Teutschland mit seiner mächtigen Armee int Mittelpiinkte Europas nimmt eine derart günstige Position ein, daß wir nur davon Nutzen ziehen können. Hoffen wir, daß Mahmud Scheitel Pascha von seinem Besuche in Deutschland nicht ohne für und gute Nachrichten von dort zurückkehrt."
Ter politische Charakter des österreichischen Thronfolgers.
Der österreichu'che Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand, ist zweifellos etn Mann von politischen Interessen und von Tatkraft. Darum interessieren angebliche Aeußer- 'ingen von ihm, die im „Pesti Hirlap" wiedergegeben werden. Sie lauten:
Es ist lächerlich, zu behauptet, baß ich ultrammthrn unb „klerikal" bin. Als katholischer Christ bin ich natürlich em o la ubenseifriger Kä'tyolik. Das hindert mich aber nicht, cs als meine Pflicht anzusehen, bie religiösen Ucberjcugungen miet Wnbcreii in Ehren zu halten. Daher spielen in meiner Po litt, [cnfcfivonellc Gesichtspunkte niemals eine Rolle. Mein Hauptziel ist die Aufrechterhaltung und Förderung brr 23 i b e r )t a n b b c fähig feit der österreichisch-ungarischen Monarchie, und daher enthält mein politisches Programm zwei unabänderliche Pimkle: Der eine ist die Erhaltung der Armee tn ihrer Einheitlichkeit unb in ihrem Ausbau, der aubere ist bie Aufrechterhaltung bet Bankgemeinschaft: denn ich habe mich davon überzeugt, baß bie gemeinsame österreichifch- ungarische Baut eine der werwollsten Machtquellen der bua- lstuschen Monarchie ist. _ ... . .
Hoffentlich hat der Thronfolger auch Interesse für bie Deutschen in Oesterreich. Das sollte bann nicht allein in der Heeressprachenfraqe sich geltend machen.
niker unb hoffentlich auch bas deutsche Kapital zu erneuten Anstrengungen unb Opfern anjufeuern. Wie bie Berlin-Fahrt des „Z. III." eine große Propaganda für die Lenkvallnisache war, so sind bie Wrightsckstn Borführungen das denkbar beste Mittel, um bie Flugtechnik in Deutschlanb zu fördern."
Reue Erfolge.
Orville Wright hat auch am gestrigen Mittwoch zwei erfolgreiche Flugfahrten gemacht:
Berlin, 8. Sept. Bei den heutigen Flugversuchen auf dem Tempelhofer Felde machte Orville Wright zwei glücklich verlaufene Aufstiege. Beim ersten Fluge bei günstigen Windverhältnissen erreichte Wright eine Höhe von mehr als^8l> M e t e r n und eine Flugbauervon35Minuten52Se- kunden. Tie Landung erfolgte unmittelbar bei dem Startplatz. Rach ungefähr halbstündiger Pause stieg der Aerovlan abermals aus mit Hauptmann Hildebrandt als Passagier. DaS Publikum brachte den Fliegern stürmische Ovationen dar. Rach 17 Minuten, während welcher der Wind wesentlich stärker geworden war, landete der Apparat in der Nähe des Schuppens Mit stürmischen Kundgebungen geleitete die begeisterte Menge Wright, welchem berittene Schutzleute Bahn machen mußten, zum Automobil. w
An England hat der Flugtechniker Cody gestern die Leistungen Wrights übertroffen:
London, 8. Sept. Wie ein Telegramm aus Alderfhot meldet, stellte der Aviatiker Cody heme einen Rekord für Ueberlandslüge auf. Er begann den Flug um 6 Uhr morgen», umkreiste Laffansplain, überflog einige Baracken und wandte sich dann nach Farnborough, von wo er nach dem Aus- jtiegort zurückkehrte. Er legte in 6.3 Minuten übei vier- z i g M e i l e n z u r ü ck und erreichte stellenweise eine Geschwindigkeit von 50 Meilen in der Stunde. Er mußte seinen Flug nur aus Mangel an Del beendigen. Ter Flugapparat stieß beim Landen ziemlich heftig auf und erlitt eine geringfügige Befchädiguug.
_ AlA Cook auf dem Rordvole st and. Mit dem "otfenbampser ging ein Vertreter. der Kopenhagener Zeitung ^Roli- teu" bei Stegen an Bord des „Hans Sgcbe", und so qtüdic es ihm, das erste Interview bei Dr. Cook, dem Eroberer des Nordpols, zu erhalten. Zum Wien Male laxlöcrte ba Cook feine persönlichen Empstnbungen m ben
Zeppelin und die Polen.
, Die Freunde des Zentrums, die Polen, nehmen zu der Ache, die nach be5 Kaisers Worten wieder alle Deutschen I (lig zusammenführt, eine bedenkliche Stellung ein. Während ! iae gesamte deutsche Volk ohne Unterschieb der Partei sich bfr Leistungen und Ersolge des Grafen Zeppelin freute, ;-inen die Polen von Anfang an Gegner Zeppelins. Jede bijpvncie der Zeppel tuschen Luftschiffe wurde in der polnischen fresse mit hämischen Bemerkungen glossiert, jeder Pcopellerbruch mit Jubel begrüßt. Während der „Z IIP onf der Fahrt nach Berlin in Bitterfeld landen mußte, durch- 1 cf die polnischen Blätter ein Spottgedicht mit bein frommen Wunsche: „Mög' den „Z III' öer Teufel holen!"
Alle diese Vorkommnisse hinderten, so lesen wir im ,Berl.
die polnische Neichstag 8 fraktion nicht, zu Iben; Besuche des Ballons in Friedrichshafen neun Mitglieder Le uijenden, von denen mehrere and) zu den Lufttahcten l uisgelost wurden. Dadurch haben diese Neune, insbesondere laber der polnische Volksparteiler Knlerski, ben Zorn der polnischen Presse erregt, bie entrüstet fragt, ob die „Ver- iceter des polnischen Volles" nichts besseres zu tun hatten, I unb böhr.iich bemerkt, ob bas ihre einzige positive Leistung : i. Zur Besichtigung des Zeppelmschen Luftschiffes seien die .Herren zahlreicher erschienen als zu ben Beratungen über bie Infiien Steuern.
Es wäre nun boch recht interessant, wenn aus ber Isjaktion zu dem Werk Zeppelms öffentlich Stellung genommen Iraürbc. Cb keiner von den Neunen in Friedrichshafen etwas Ltjagt hat. Ein gewissenhafter Berichterstatter könnte, wenn I tcl dieser Sache auf den Grund geht, sich ein Verdienst ■iverben.
Heber die /Anarchie" in der Polenfraktion sagt einflußreiche „Wlarus PolSki": „Tas Herzogtum Posen I>Mle darüber nachdenken, an Stelle der ewig abwese u-
Hebet den erfolgreichen ging Wrights mit seiner KiUgmaschine.
I*bei -> in falt 52 Minuten eine Strecke »jn etroa oO ffilornct« itzrücklegte, schreibt ein Zuschauer vom Tempelhofer Feld in Berlin stztzenbee, Stimmungsbild:
Kuapv an ben Barrieren ber Menschen fuhr er entlang unb entfaltete bie ganze Kraft seines Aypatates. Zu benen, bie oben am Startplatz versammelt.ftzrnben, drang bas unem liehe Hurra ber Massen herauf Es folgte chm ganzen
| Ja! rt unb t'log h ir.it er bem Knattern ictncy Motors her, gehöre es zu diesem Trtnmphzug, sei es^ern unzertrennliche Begleiter dieses lfcrrlichrn Fluges. Alle Finessen fernn aus gebildeten Fohrtechnik ließ der Amerikaner spielen. Er flog vor den jubemben Menschen fastdiS zur dann in el/gantem Sckrwung viotzlich mehi gL> iroai} Imd? fic zu erneuten Ausbrüchen ber Begeisterung hinreitzenb. & ft e” /rtefaft r echte Win U k und "°->m d-nn b.e UN- enbfief^ Gerade in unlfrimlicher LCynelligkeit^ Und ; un ein Beispiel zu geben von der Kraft seines kluges, sagte er
einen Rüg ber Stabtba hn au ber eben ben Rand bcs Feldes entlang zog. fKtSc heto
ihm wendete er und flog ber huiienben g1?
elegant davon. Er bewegte sich in den Lusten ichnell w rin Vogel int Blau des ©imm€l8ji£ bompsenb unb schwerfällig bie Maschine, ubelbolt unb^w., | abgetan von bem immer weiter auSgreifenben .Renfck^ngeiile. I Ob bie vielen Winkel, bie ber Flugtechmker m der ^uft bc schrieb, ganz fn'Nviklig waren, ist mcht ganz ncher.^Mi Gc n r a (tutnant Freiherr v. Lyncker, ber r-fhrötmiwcn, äußerte sich etwa m folgender
„Ich hab-e heute bie Wrightmafchine zum ersten Male fliegen I sthen. Die Leistungen waren bewmck«rn-wert, e- wäre nur »u wünschen, daß die Flugmaichme etwas ruhiger , schwebte: wahrscheinlich sind aber dte L<hwankunge J böigen Winde zurückzuführen. Tie^r Flna nattiilich den Flugversuchen das grotzte^nteiefse. ^er öiuj ornarat hat unziveiseihast eine große Zukunft. . .
Major von Parseval, der. den ,ylugportubnmgen m.t | smter Gattin beiwohnte, sprach sich wie R
„Trotzdem ich vor kurzem in bieim^
erobere und höhere Flüge zu setzen, bin ich, von^der heurigen Leisttmg Orville Wrights, mit Rücksicht aus den Chr starken Wind, außerordeirtlich befriedigt. Ich bin übCTäeugt, b .B t ö-lüge Orville Wrights hier, in ber Hanplftabt be»
Rrichs, ber Weiterentwickriung der beatfchen FluAec^ik e nen starken, bauernden Impuls geben iveroeii. CtTolge ~ Wrights werben sicher nicht verfehlen, bie beutfchen -tflug Beiy-
bcnfiöütbigen Tagen, ba ihm ber große Wurf gelang. ES war ein finsterer Morgen, ber bes 21. April, an bem Cook zum ersten Male bie Wahrnehmung machte, baß er sich in unmittelbarer Nachbarschaft bes Pols befänbe. Er weckte seine Eskimos unb fic schauten nach etwas Sonne aus. Kaum gewahrten sie einen Strahl von ihr, als Cook seine Beobachtungen anstellte unb zu dem großen Ergebnisse kam: „Ja, nun muß ich den» Pol erreichen können! Wir waren nur 15 Breitensekunden davon entfernt, wir konnten die Stelle sehen, wohin mir wollten!" Neugierig fragte der Interviewer den Reifenden hier, was en sich in diesem Augenblick wohl gedacht habe. „Ich glaube io antwortete Cook mit Humors, ich dachte: „Vrost, Frederick!" Ja, ick heiße nämlich Frederick. . . Unb nun ging es los. Das letzte ging glatt, obwohl ich noch zwei Sonnenbeobachtungen zu machen hatte unb bas Eis an bieser Stelle gewaltig zerklüftet war. Aber mir war so leicht zu Mute! Ein paarmal ertappte ich mich baraus, baß ich von einem Beine auss andere hüpfte, wie ein Junge, der sich aus etwas freut. Tann fühlte ich, wir müßten zur Stelle sein. Ich machte meine endgültige letzte Beobachtung. Ja! Es waren 90 Grade nördlicher Breite. Hier stand ich aus dem Nordpol." — „Und was taten Sie ba?" fragte gespannt ber Politikenmann. „Tat? Nicht bie Spur. Jcki ftcnb ba! Ich fühlte mich wunberlich ermattet unb jeher Sensation gegenüber ermübet. Es war vollbracht! Ich ba^: ba» ich nun ein Bein auf jeber Halbkugel hätte unb daß die ganze Welt südlich vor mir lag! Endlich riß ich mich los und pslanzte das Sternenbanner im Eise auf." — „Was war ba die Zeit ?" — „Die Zeit? Es war gar keine. Es gibt ja keine Zeit am Pol. Ich blich zwei Tage ba ; es war burchaus nicht leicht, sich loszureißen. Nun wußte ich, baß ich ba war, unb es amüsierte mich, baß viele moberne Zweifler lächeln unb .lüstern würden: „Amerikanischer ."'ürnbug! Er ist nie dagewesen!" Hier lächelte Tr. Cook unb fr Dann fort: „Unb man kann ja nichts beweisen, wo kein Beweis möglich ist. Meine zwei Zeugen kann ich gekauft haben, unb bas Notizbuch mit all ben täglichen Beobachtungen und Berechnungen habe ich dann später vielleicht hier an Bord in aller Ruhe verfertigt — nicht? Nun habe ich allerdings die Aussagen der Kap Pork-Leute zu Knuv Rasmussen: und wenn übrigens sonst noch einer zweifeln sollte, io kann er ja selbst hinausreifen und zusehen, baß ec eine zugelötete Mefsingröhre finbet, bie ich unter ber Flagge vergraben habe."
— Tie Enthüllung bes Treitschke-Denkmals vor ber Berliner Universität wird am 9. Oktober er. iolgen. Ties letzte Monumeutalwerk des verstorbeuen Prozessors Tr. Siemering stellt den Apostel der deutscheu Einheit als schwungvollen Redner auf dem Katheder dar. Das Tenkmal ist in Bronze ausgeiührt. Es wird feinen Platz im östlichen Teile des Dor-
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhefsen
Ausland.
Aus Anlaß der Halbjahrhundertfeier der Eroberung des Kaukasus sand am Dienstag in Qhnub Transkaukasien, Provinz Daghestan ein Manöver^ der Truppen des Kaukasusbezirkes in Gegenwart des Statthalters Graten Woronzow-Taschiow statt. Das Manöver teilte eine Wiederholung der Erstürmung ber Höhen bei Gunib bar, wo sich Schamil Pasclrn vor fünfzig Jahren be- festigt hatte. 9ln das Manöver schloß sich eine Parade über )ie Truppen, danach brachten Deputierte der Bevölkerung dem Statthalter Salz und Brot und baten ihn, dem Kaiser die Versicherung ihrer Untertanentreue zu unterbreiten und ihm ihren Dank dafür auszusprechen, das; Daghesian unter dem Schutze der russischen Herrschaft nun bereits fünfzig Jcchro die Segnungen der Kultur genieße. Am Dienstag und Mittwoch haben auch in arten anderen Städten des Kaukasus Feiern aus Anlaß der Eroberung des Landes stattgefunden.
Der „Temps" meldet aus Melilla vom 8. d. Mts.: Während des ganzen heutigen Vormittages wurde zwischen den Ri f f i o t e n und einem Leite der Besatzung von Melilla gekämpft. Artillerie des Lagers im Hippodrom feuerte auf feindliche Gruppen uno zerstreute dieselben. Ter Ber- pslegungsbicnst für arte Positionen funktioniert ohne Schwierigkeiten.
Aus Tanger wird gemeldet: Die Einwürfe des Machsen gegen bas Programm ber öffentlichen Arbeiten beziehen sich unter anderem auf Straßenarb-eiten in den Städten, die nach seiner Ansicht nicht aus der hierfür bestimmten Speziattasse, sondern aus städtischen Abgaben -n decken sind. Das diplomatische Korps wirb in Ucbcrcnv Nimmung mit dem Komitee für öffentliche Arbeiten bem Sultan ein n eu es Pro gram m zur Genehmigung unterbreiten.
Die Affäre Zchaä.
Der Abg. Schack sucht seine Blamage abzuschwächen. Der veröffentlichte Brief ist jedoch zu unzweideutig, als daß überhaupt noch Aufklärungen nötig seien. Ob die betr. junge Dame klagt oder nicht, ist für Die Sache selbst auch gleichgültig. Eine Gerichtsverhandlung darüber, ob der veröffentlichte Brief eine Beleidigung enthielt, kann vielleicht sehr interessant werden.
Berlin, 8. Sept. Der Reichstagsabgeordnete Wilhelm Schack erbat bis zur gerichtlichen Austragung der Triole-Angelegenheit seine Beurlaubung von den Tienstgeschäften als Vorsitzender des Deutsch-Rationalen Handlungsgehilfenverbandes.
Hauptversammlung öcs Deutschen Apotheker-Vereins.
4 Berlin, 8. Sept.
In den fortgesetzten Verhandlungen ber 38. Hauptversammlung bes Deutschen Apothekervereins würbe weiter bas Themo ber 18 o r» unb Ausbilbung ber Apotheker erörtert Hierzu lag ein Antrag Linke (Berlin; vor, wonach bie Hauptversammlung ben Vorstanb ersuchen soll, erneut bei ben zuständigen Sollen dahin vorstellig zu werden, daß als Vorbedingung für den Eintritt in den Apothei rberus das Reifezeugnis eines Gyn>- nasiums, Realgymnasiums oder einer Oberrealschule (letzteres nut
* ■ in gote Pensiou btirl :er. MereS in der AK» ! des Gieß. Anzeiger-. <1 . Frisieren I fiefjlt sich Frau C-rrl 4|Seher-«! W Heim Sraturitäls-und(ftaä.^I ungen und für alle y rer KeärmuW v» reicht - 91ad)biljeinin!flj sprachen mrZLuler^.'.'H [len. - Äuinadme WM zwei Pensionären. ■■ !. Rosse, OWWI tioethestrasseBLj kchülcr ob.
er. LebralMüen Wfl MW MW mWMlSa jtti “Ja™ s*™;J enM?" as»-eiacr-W
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Mtaliedern jJ ncöt, dah die Listen unfl lang für den i icmeinfamtii artoffelbez» -N drei LeneilungKstr!!«! ctoeg6,J8abnboiätahi|
Bleichstraftt 16a hegen und zwar bii, 20. Leptcmber. igleich bitten wir, die di ne rechtzeitig herzurichlktl die Abiteierung flott wl n kann.
Ter Porfi-r


