Nr. 13S Erstes Blatt ISS.Iahrgang Mittwoch S. Ium 190S
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für die Redaktion 112, ®j7 Verantwortlich
HLS- General-Anzeiger für Oderheffen WN
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treten_ der nationalliberalcn Presse für die genannte Form der Besitzsteucr die nationalliberale Partei für eine Erbansallsteuer stimmen wird. Von den 4 Mtgliedern — von 54 Reichstagsabgeordneten — der genannten Partei wird nach verschiedenen Zeitungsmeldungen niemand gegen diese Steuer stimmen, da die genannte Frage zur Parteifrage gemacht worden ist. Tie entsprechende Resolution im Zentralausschuß war mit 71 Stimmen gegen 2 angenommen worden. Einer dieser beiden Herren ist unseres Wissens gerade wegen seiner in den Steuerfragen abweichenden Meinung aus der Partei ausgeschieden.
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Die zweite Lesung der Steuer-Vorlagen
soll im Reichstag aus die Tagesordnung des 16. Juni gesetzt werden, nachdem am 14. der Bericht der Finanzkommission zur Verteilung gelangt sein wird. Wie verlautet, wird der Reichskanzler in dieser Sitzung den Standpunkt der verbündeten Negierungen darlegen und Schatzsekretär Sydow die neue Erbansallsteuer begründen. Wahrscheinlich werden die einzelnen Fraktionen Erklärungen über ihre Stellung abgeben. Tie Besitzsteuer wird, falls sie nicht vom Plenum abgelehut wird, der Kommission überwiesen werden. Man rechnet noch mit einer vierwöchigen Sitzungsperiode und will neben dem Finanzgesetz nur die Besoldungsgesetze und eventuell noch das Arbeitskammergesetz beraten.
Karlanientavrsehes «aus Hessen.
Darmstadt, 8. Juni. Der Wahlprüfungsausschuß der Zweiten Kammer hielt heute unter Vorsitz des Abg. Pennrich eine Sitzung ab und beschloß, das angefochtene Mandat des Abg. Tr. Frenay (Mainz Land) zu beanstanden, das gleichfalls beanstandete Mandat des Abg. Senßselder (Büttelborn-Griesheim), gegen das von der sozialdemokratischen Partei Einspruch erhoben worden war, für gültig zu erklären.
Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten.
Die Begegnung öe$ Keifers mit dem Zaren, die in allernächster Zeit erfolgen soll, hat bereits eine Unzahl von falschen und richtigen Gerüchten erzeugt. Insbesondere stritten sich ausländische Zeitungen darüber, ob die Anregung zu dieser Begegnung vom Aaren oder vom Kaiser Wilhelm ausgegangen sei. Von St. Petersburg aus geht uns nun unter dem 8. d. Mts. folgende Meldung zu: Eine Anzahl russischer und ausländischer Blätter erhält trotz der von deutscher Seite erfolgten Mitteilungen die Behauptung aufrecht, das; die Kaiser-Entrevue auf die Initiative des deutschen Kaisers zurückzuführen sei. Dem gegenüber ist der Petersburger Vertreter des Wolffschen Telegr. Bureaus durch das russische Ministerium des Aus- lvärtigen ermächtigt, zu bestätigen, daß Kaiser Nikolaus die Initiative zu der Herbeiführung dieser Entrevue ergriffen hat und Kaiser Wilhelm sich auf Einladung des Kaisers von Rußland in die finnischen Gemässer begibt.
Gegenüber anders lautenden Meldungen erfährt nun auch die „Nationalztg." von amtlicher Seite, daß Minister- präfident Stolypin bei der Entrevue in den Schären zugegen sein wird; es sei verfrüht, von einer Reise des Zaren nach Kiel zu reden, da noch keine amtlichen Anhaltspunkte dafür gegeben sind. Auch sei es verkehrt, von einen: Kieler Gegenbesuch zu reden und es würde den Gepflogenheiten nicht entsprechen, jetzt gleich wieder einen zweiten Gegenbesuch zu inszenieren.
Bemerkenswerterweise bespricht der Pariser „Temps" die Zusammenkunft unseres Kaisers mit dem Zaren recht ruhig, ohne die üblichen Ausfälle. Tas Blatt schreibt: „Trotz der für Rußland unangenehmen Dienste, ivelche Deutschland in der Orientkrisis Oesterreich geleistet hat, wäre es wohl von den Russen unklug, wenn sie sich den Anschein gäben, daß sie gegen Teittsch/and noch Groll empfinden. Es ist deshalb nur natürlich, daß Kaiser Nikolaus, ,1er in Europa eine lange Reise unternimmt und in deutsche ^wässer kommt, mit Kaiser Wilhelm zusammentrifft; gerade das Gegenteil wäre erstaunlich gewesen. Tie An- ^iahme, daß diese Zusammenkunft irgend etwas an den bestehendeu Mächtegruppierungen ändern könnte, wäre ganz ungerechtfertigt. Tas Ziel der politischen Tätigkeit Europas lann nicht darauf gerichtet sein, die bestehenden diplomati- Ichen Gruppierungen zu sprengen oder zu schivächen. Tie beiden Gruppierungen sind so beschaffen, daß sie zur Erhaltung des Gleichgewichts genügen. Dieses Gleichgewicht nväre ein vollständig stabiles, wenn die Triple-Entente ihren 7militärisck;eu Kräften klügere Sorgfalt zuwenden würde; Niber der Friede könnte nicht besser gesichert sein, als er es ,Durch die gegenwärtigen Verpflichtungen der Mächte ist. iTSir möchten wünschen, daß die Zusammenkunft der Staatsoberhäupter und andere Vorkommnisse des internationalen Gebens nicht mehr zu gewagten Vermutungen benutzt wer- Len. Wilhelm II. kann mit dem Zaren Zusammentreffen, -ohne daß man darin eine Drohung für das französisch- russische Bündnis erblickt. König Eduard kann den König ton Italien besuchen, ohne daß der Dreibund gefährdet erscheint. Es wäre gut, wenn alle Welt endlich von dieser vleberzeugung durchdrungen wäre."
In der italienischen Presse wird der Wunsch rege, Sen russischen Herrscher in Italien begrüßen zu können. Zm übrigen sieht man in Rom in der Begegnung nach Die vor eine Annäherung Rußlands an den Dreibund. So schreibt beispielsweise der „Seeolo", die Annäherung Ztußlands an Deutschland sei klar. Aber es ljege kein Grund vor, sich darob allzusehr aufzuregen, da auf die Begegnung mit dem deutschen Kaiser Begegnungen des Zaren mit Fallier es und König Eduard folgen werden. Der ,.2ecolo" hofft, daß der Zar auch endlich nach Italien tkommen werde; nach dem glänzenden Eingreifen der Russen beim Erdbeben in Messina werde niemand in Italien dem Aaren unhöflich begegnen. Auch „2$ i t a" hebt die Bemühungen Rußlands hervor, mit dem Dreibund wiederum gute Beziehungen anzuknüpfen. Iswolsky habe erkannt, Laß die von König Eduard versuchte Isolierung Deutfch- llLnds ein erfolgloser theoretischer Versuch bleibe.
Einigermaßen verstimmt sind einstweilen nur die eng- Lschen Blätter.
politische Tagesschau.
Gin Protest gegen die konservativklerikalen Beschlüsse.
In einer liberalen Versammlung zu Wimpfen, in der Darteisekretär Kuhlmann aus Darmstadt über „Die Politik in Hessen und im Reich" sprach- wurde folgende Resolution LNstimmig angenommen: „Tie Versammlung pro- ttestiert auf das allerentschiedenste gegen die von der Linservativ-klerikalen Mehrheit der Finanzkommission beschlossenen, die deutsche Volkswirtschaft in ihrem Lebensnerv reffenden Steuerprojekte. Sie verlangt, daß neben der beabsichtigten starken Belastung des Kolkes eine allgemeine Besitz steuer in Form einer Erbanfall- feeu er geschaffen werde und spricht den liberalen Frak- 1 onexv des Reichstags für ihre bisherige Haltung volles Vertrauen aus." Tie Versammlung beauftragte ein- ftlimmig den Vorsitzenden, den Abgeordneten ihres Wahl- weises Freiherrn v. Heyl von dieser Resolution in Kenitt- m.s zu setzen.
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Die Nationalliberalen und die Erbansallsteuer.
Man schreibt uns: Entgegen verschiedenen auf Unkenntnis iwr wahren Sachlage beruhenden Ausstreuungen in verschiedenen Jätungen, dahingehend, daß die nationalliberale Partei in Sachen d«r Erbansallsteuer unsicher sei, sei darauf verwiesen, daß nach bet Kundgebungen des Zentralausschusses der Partei in Berlin, b«n Anträgen und Resolutionen der Parteivertreter in dein Finanz- ansschuß des Reichstages, den nach Dutzenden zu zählenden Reso- Inlionen von Landesausschüssen, Provinzialausschüssen, öffentlichen Versammlungen der genannten Partei, dem energischen Eür-1
Deutsches Reich.
Ter Kaiser traf gestern früh in Kiel ein und begab sich an Bord der „Deutschland" zur Beobachtung von Schießübungen nach der äußeren Kieler Bucht. Gegen 6 Uhr abends lies die „Deutschland", mit dem Kaiser an Bord, unter Salut der Forts wieder in den Hasen ein. Die Flotte folgte. Die Abreise des Kaisers nach Wildpark wurde auf heute verschoben. Ter Kaiser blieb an Bord der „Deutschland". — Der Kaiser und die Kaiserin werden nach amtlichen Angaben am 20. Jimi nachmittags in Hamburg eintrefien und direkt zum Rennen nach Horn fahren. Nach dem Rennen fährt die Kaiserin nach Plön weiter. Ter Kaiser nimmt Wohnung auf dem Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie „Kronprinzessin Ceeilie". Abends findet ein Tiner beim preußischen Gesandten Grafen Götzen statt. Am 21. wird der Kaiser den großen Rathaus-Saal besichtigen und der Vulkan-Werst einen Besuch abstatten. Später wird der Monarch an einem Frühstück beim Bürgermeister Dr. Burckhardt teilnehmen. Nachmittags fährt der Kaiser auf dem Dampfer „Kronprinzessin Ceeilie" elb- abwärts, um der Regatta auf der Unterelbe beizuwohnen.
Der Bundes rat erteilte in seiner gestrigen Sitzung der Beschlußnahme des Reichstages zu dem (ftitwnrf des V i ehr' e n ch e n g e s c tz e s seine Zustimmung.
Ter „Staats anzeig er" veröffentlicht das Gesetz betr. die Feststellung des preußischen Staatshaushaltsetats für das Etatsjahr 1909 vom 2. Juni 1909.
Goltz. Tie „Nationalzeitung" vernimmt, der Urlaub, den der Generaloberst v. d. Goltz im Laufe des Sommers in Konstantinopel verbringen werde, sei auf vier Wochen bemessen.
Tcr Vizepräsident des preußischen Abgeordnctenhaitses und Zentrumsführer Justizrat Tr. Porsch wurde zum Geheimen Justizrat ernannt.
Ausland.
Ter serbische Major O kano witsch, der mit dem Prinzen Georg die bekannten Auseinandersetzungen hatte, ist pensioniert worden.
Königin Wilhelmina und Prinz Heinrich der Niederlande sollen im Herbste den englischen Hof besuchen. Sie werden unter Entfaltung eines besonderen Pomps in Windsor empfangen werden.
120 englische Bischöfe und Pastoren reiften gestern vormittag mit dem Tampfer „Meteor" nach Deutschland ab. Sie treffen heute in Hamburg ein, von wo sie nach Berlin weiterfahren.
T i e I u n g t ü r k e n, die sich gegenwärtig als Partei organisieren, werden den Namen dkationale Fortschrittspartei annehmen.
Ter Senat der Vereinigten Staaten erhöhte den Zoll auf baumwollene' Handschuhe auf 50 Cents und auf 45 Cents vom Hundert, den Wertzoll für das Dutzend Paar im Werte von 120 Cents bis 6 Dollar.
Aus Stafct und Sand.
Gießen, 9. Juni 1909.
** Der Besuch unserer Hochschule hat in dem lausenden Sommerhalbjahr um 312 Studierende zugenommen. Es waren im Winter nach Abgang von 257 nach 959 geblieben und sind jetzt ohne Hörer, aber einschließlich 30 Studentinnen, 1271. Die Gesamtzahl ist 1424. Von den immatrikulierten Studierenden sind 840 Hessen, von denen 505 der philosophischen, 126 der medizinischen, 151 der juristischen und 58 der theologischen Fakultät angehören. Von anderen deutschen Bundesstaaten steht Preußen mit 258 weitaus an erster Stelle. Es folgen: Bayern (30), Baden (12), Sachsen, Oldenburg, Hamburg mit je 10, Württemberg und Elsaß mit je 5, Braunschweig und Sachsen-Koburg mit je 4, die übrigen mit je einem Besucher. Die nicht reichsdeutschen Staaten stellen sich folgendermaßen: Oesterreich 2, Rußland 60, England 4, Japan 4, Bulgarien 2, Schweiz, Frankreich, Serbien je 1.
-s- Tie vorjährigeOb st ernte in Hessen. Im Jahre 1908 wurden in Starkenburg für 694 838 Mk. Tafeläpfel und für 8000-15 Mk. Wirt sch aftsäpfel geerntet. Ferner wurden noch für 132 482 Mt. Tafelbirnen, für 120 379 Mk. Wirtschaflsbirnen, für 188 674 Mk. Zwetschen und Pflaumen, für 71 064 Mk. Kirschen, für 13 745 Mk. Aprikosen, für 19 666 Mk. Pfirsiche und für 107 881 Mk. Walnüsse geerntet. In Ob er Reffen wurden für 384 725 Mk. Tafeläpsel, für 418 714 Mk. Wirtschaftsäpfel für 50 401 Mk. Tafelbirnen, für 67 393 Mk. Wirtschaftsbirnen, für 110 520 Mk. Zmctschen und Pflaumen, für 61 233 Mk. Kirschen, für 2451 Mk. Aprikosen, für 2019 Mk. Pfirsiche und für 1332 Mk. Walnüsse eingeerntei. In Rheinhessen wurden für 264590 Mk. Tafeläpfel, für
228127 Mk. Wirtschaftsäpfel, für 143 815 Mk. Tafelbirnen, für 101730 Mk. Wirtschaftsbirnen, für 517 432 Mk. Zwetschen und Pflaumen, für 98 950 Mk. Kirschen, für 104107 Mark Aprikosen, für 65912 Mk. Pfirsiche und für 34 944 Mk. Walnüsse geerntet.
** Jahresversammlung des hessischen Hauptvereins der Gustav-Adolf-Stiftung. Zum Zwecke der Beratung über das am 6. und 7. Juli hier stattsindende Gustav-?ldolf-Fest fand am Montag abend im Konsirmandensaal der Johanneskirche eine Versammlung statt, zu der die Spitzen der hiesigen Behörden, die Mitglieder der theologischen Fakultät, die Vertreter der Schulen und der kirchlichen Vereine sowie der Gesamtkirchenvorstand geladen waren. Kirchenrat D. Schlosser, der die Versammlung leitete, begrüßte die zahlreich Erschienenen und wies darauf hin, daß die Stadt Gießen bereits wiederholt den Gustav-Adolf-Verein zur Feier seines Jahres- sestes beherbergte, so in den Jahren 1844, 1869 und 1884. Zur Vorbereitung des Festes wurden verschiedene Ausschüsse gebildet. Dem Wohnungsausschuß gehören an: Stadtverordneter Helm, Oberbibliothekar Tr. Heuser, Frau Professor Dr. .Höhlbaum, Zeugwart Rievel, Landgerichtsrat Schmeckenbecher, Geh. Forstrat Professor Dr. Wimmen- auer, Bauunternehmer Winn und Fräulein Wortmann. Tem Empfangsausschuß gehören an: Realgymnasial- lehrer Albach, Pfarrer Ausfeld, Pfarrer Bechtolsheimer, Rechnungsrat Beimhard, dem Preßausschuß: Pfarrer Bechtolsheimer, Privatdozent Lie. Glaue, Professor D. Schian, den: Program mausschuß: Pfarrer Ausfeld, Oberlehrer Lie. Freiherr v. Gall, Professor D. Schian, Geh. Schulrat D. Stamm.
* * Das erste Abonnementskonzert unserer Regimentskapelle ftndet morgen abend unter Leitung des Musikdirektors Krauße tn Steins Garten statt.
* • Besitzwechsel. Rechtsanwalt Dr. Spohr kaufte für 105 000 Mk. das Anwesen der Professor Albrecht Thaer Erben Reue Bäue 25.
• * Strafantritt. Der ehemalige Rechtsanwalt Llla ren aar, welcher bekanntlich wegen seiner Beteiligung an öem Raubzug, den Hof rat Rothschild gegen die Ober-Mock- üädter Kasse unternommen hat, und wegen Unterschlagung von Geldern zum Nachteil von Klienten von der Strafkamn,er Gießen zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt worden ist, hat seine Strafhaft in Butzbach antreten müssen. Das Reichsgericht hatte die Revision gegen, das Urteil verworfen und darauf betrieb Klarenaar das Wiederaufnahineverfahren.
* * Die Gießener Hundezüchter wurden auf der am Sonntag und Montag in Frankfurt veranstalteten und sehr gut beschickten internationalen Hundeausstellung hervorragend ausgezeichnet. Mit dieser Ausstellung, die 1000 Nennungen erreichte, hatten 14 Vereine ihre Ausstellung vereinigt, so daß man in einzelnen Rassen ganz außergewöhnliches zu sehen bekam. Auch die Gießener Züchter, die in Züchterkreisen sich eines besonders guten Rufts erfreuen, hatten hier zum Teil ausgestellt und wohlverdiente Lorbeeren geerntet. August Schwan errang sich mit seinem selten schönen Schnauzerpaar Bols und Fanny drei erste Preise und zwei Ehrenpreise. Jean Hamm er mann ebenfalls mit Pinscher einen zwe iten Preis. Karl Waag erhielt für seine Boxerhündin einen dritten Preis und Ernst Niemann jr. für seinen Rüden derselben Rasse einen zweiten Preis uno einen Reserve- Preis. Johannes Schäfer III. war so glücklich, mit feinem Dobermannpinscher je einen ersten, zweiten und dritten Preis und einen Ehrenpreis zu gewinnen, während die sieggewohnte, herrliche gelbe deutsche Dogge von Ernst Niemann jr. sich diesesmal mit zwei zweiten Preisen begnügen mußte. Georg Forbach wurde für feinen Rattenpinscher mit zwei ersten Preisen ausgezeichnet, und Louis Hammel erhielt einen ersten, zweiten und dritten Preis und Ehrenpreis für Bulldoggen. Mit diesem Ergebnis dürften die Gießener Züchter sehr zufrieden sein.
* * Sch aupr ü fu n g von Hackmaschinen. Nächsten Samstag, vormittags 11 Uhr, findet auf der Bichlers Hardt auf Veranlassung der Landwirtschajtskammer für das Großherzogtum Hessen eine Schaupriftung von .Hackmaschinen statt. Die Prüfung ist öffentlich und bietet so den Landwirten eine außerordentlich gute Gelegenheit, die arbeit- erjparenben Hacftnaschineri mehrerer Fabriken nebeneinander im Betrieb kennen zu lernen. Die Lcmdwirtschaftskammer fordert daher die hessischen Landwirte zu einem regen Besuche der ^ch au Prüfung auf.
( !) Wie seck, 8. Juni. Auf der Ausstellung in Großen- Linden erhielt in der Abteilung Kaninchen Adolf Rau hier einen Ehrenpreis, einen dritten Preis und zwei lobende Anerkennungen.
Daubringen, 7. Juni. Mit Erstaunen wandert man letzt durch lmser Feld, denn die Ueppigkeit unseres Getreidebe- Itanbeä iit ganz bewunderungswürdig. Das Kvrn, das im An- sang des Frühjahrs wenig versprach, hat einen Bestand wie nur m wenigen Jahren, von 2,10 Meter, — ein wogendes Meer ^ie Natur febeint in unserer Gemarkung ihr ganzes Können ge- zergt zu haben Auch der Hafer steht durchschnittlich gut. Wenn lern nachträglicher Schaden entsteht, hat imsere Gemeinde eine sehr gute Ernte zu erwarten. — Der Gesangverein Eintracht feierte am verflossenen Sonntag ein Waldfest, das bei [djoner Witterung sehr schön verlies. — In dem Lokale des Krregervereins sprach an demselben Tage Herr Stephan aus Stcmtenberg über seine Erlebnisse in dem Kriege gegen Süd- West-Att'lka vor gefülltem <-aale. Reicher Beifall lohnte die sehr mterqjonten Ausführungen.
, .. •_ Httn gen, 8. Juni. Die schmale Horloff- b r u cf e am unteren Ausgange der Stadt wäre am Sonntaa nachmittag für ein von auswärts kommendes Break beinahe verhängnisvoll geworden. Gerade als das mit zwei gerben bekannte Gefährt über die Brücke fuhr, scheute das eine Pserd und das Break prallte mit solcher Wucht an die Bruckenmauer, daß der Kutscher kopfüber heraus geschleudert wurde, ohne ftch indes erheblich


