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Crfdbetnl tägfift mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für Sberheftru
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Heute Eisbahn! Heute Eisbahn!
An allen Plakattafeln, an allen Plakatsäulen hängen Zettel mit der verheißungsvollen Inschrift. Und kaum der letzte Rest des eiligst verzehrten Mittagsmahles
dieser Kunstwerke, die bei den damaligen primitiven Hilfsmitteln oft von staunenerregender Schönheit sind, ist aber noch recht wenig bekannt, so daß hier der Archäologie noch manche verdienstvolle Arbeit wartet.
So folgt am Straßendamm Urteil auf Urteil, ober- alle sind günstig, alle sind hold der Eisbahn. Heute Eis^ bahn!
die kunstvoll errichteten Pyramiden, deren Seitenivände oft vollständig mit Reliefs überdeckt sind. Ueber die Bedeutung
Redaktion. Ervebitwn und Druckerei: 6dml* strage 7. ExvediNon und Vertag: ct^5L Redaktion:^^112. Tet.-AdruAnzergerGlehen«
hinter den emsig arbeitenden Zähnchen unserer Schuljungen und -Mädchen verschwunden, so eilen auch schon die kleinen Füßchen im Sturmschritt zur Moltlestrahe, zur Eisbahn.
Heute Eisbahn! Sonntag nachmittag am E.shaus. Wie im Ameisenhaufen au heißen Sommertagen, so wiöbetts und ttibbelts am kalten Wintersonntag die glatte Bahn hin und her, die Kreuz, die Quer, bald vorschriftsmäßig auf blahtem Schlittschuh, bald unvorschriftsmäßig für kürzere oder längere Strecken auf dem Hosenboden. Hier sinken sich zwei in die Arme, die einander bis dahin noch nie begrüßt, ernsthaft umschlingen sie sich, um — nicht hinzu- fallen, nicht aber um sich zu küssen. — Wie schneidig der Studiosus jene Dame dort grüßt. Er ist zum erstenmale auf der Gießener Eisbahn und kennt den „Eisgruß" noch nicht; sein Auge, das nur die Herzdame sieht, übersieht den kleinen Riß in der Eisfläche vor seinem gleitenden Schuh, und in orientalischer Weise liegt der junge Mann einen Augenblick später vor der „Herrin" im Staube, wollte sagen, auf dem Eise. Seinen Körper deckt gleich darauf, warm und innig, ein Pärchen, das im Eifer heimlichen Geflüsters, das Hindernis am Boden erst bemerkt, als — es zu spät ist. So folgt Unfall auf Unfall. Aber nirgends gibt es häßliche Worte darum, selten ein schmerzverzogenes Gesicht, überall Lachen und Scherzen, oben und unten; bei denen, die eben noch rank und schlank über die polierte Fläche gleiten, und bei denen, deren Schwerpunkt sich eben — folgend dem Gesetze der Anziehung — dem Mittelpunkt der Erde genähert hat. Selbst der blasierte Straßenbummler, der heute auch auf stahlbewehrtem Schuh dahineilt, wird angesteckt von all der Lust. Ein scheues Lächeln huscht von Zeit zu Zeit über seine Züge, wenn auch die Lippen fest geschlossen bleiben. Sonst aber: ein Klirren und Klingen, ein Surren und Summen, ein Lachen und Rufen von überallher. Trotzlöpfe und Brummtöpfe kann die Eisbahn nicht gebrauchen. Und die Augen, sie sprühen, die Wangen, sie glühen, die Sprache, sie sprudelt vor Jubel und Freud? Heute Eisbahn!
Heute Eisbahn! Kopf an Kopf gedränget stehen am Rande der Bahn, am hohen Tamm der Moltlestraße, die Zuschauer. Vater, Mutter, Schwester, Bruder, selbst Großvater und Großmutter scheuen den Weg nicht. 9iot sind die Ohren, blau die Nasen und die Wangen; die Winterkälte streicht die Farbe dick genug auf. Wer nicht tätig teilnehmeu kann an der Eisfreude, der begnügt sich mit dem „Zugucken". Und auch hier leuchten die Augen, wenn das Söhnchen, oas Töchterchen, das Enkelchen, der Herzensschatz, der von seiner Eigenschaft als solcher vielleicht nicht das geringste ahnt, vorüberziehen in rasendem Lauf oder in sieghaftem Schweben, in sanftem Gleiten oder in elegantem Kreisen und Bogen. Ein Wink, ein Gruß von beiden Seiten.
„Wie das schön aussieht!"
„Wie gesund ist doch das Schlittschuhlaufen!"
„Was schmeckls dem Schorsch immer so gut, wann e von
Die ..Gietzcner SamlUcnMatur" werden dem .Anzeiger* otennal rvöcben lich beigelegl, bad „Krctsblatl Mr den Kreis Siehrn" 6roetmal wöchentlich. Die ..candwtktsHaftltchen Sett- sragcn" erscheinen monatlich zweimal.
Eisbahn und Spielplatz.
Eine Anregung zur Errichtung von Spielplätzen in Gießen.
hausen erbaut und zwar, wie es auf Der Inschrift über der Haustür zu lesen ist: „ad gloriam Dei et Civitatis orna-
n.
Ein sonniger Sommermittwochmittag. Die Schulen leeren sich. Aus dem Portale jedes UnlerrichtSgebrudeZ quillt ein Kinderschwarnr nach dem andern hervor. Des TageS Last ist für die meisten der Kleinen und Großen der Schule getragen. Heiteren Blickes verlassen sie darum den mächtigen Bau, der die prickelnde Lebenslust vier oder gar fünf Stunden lang im Banne hielt. Da flattert in der Nähe des Schulhoftores am letzten Baum ein Fähnchen. Hei! wie sich hier Gesichtcher verziehen zu freudigem Grinsen, wie dort nach dem flatternden Zeichen gedeutet wird. Und bald bricht, trotz der Nähe des von vielen gar geliebten Sch ul Hauses die Freude aus. Munter verkündet ein Mund dem andern: Spieltag ist heute! Heute ist Spieltag!
Und am Nachmittag, da regt sichs auf dem Gelände unserer „E i s b a h n" wiesen, das wwbelt und kribbelt, eilt hin und her, die Kreuz, die Quer.
Heller Jubel erschallt aus den K'ehlen der spielfreudigen Kinder, hier Gesang, dort der jauchzende Ruf: „Go- troffen!" wenn der geschleuderte Ball sein Ziel erreicht.
Eifrig teilt eine Reihe Knaben — vor uns — sich ein zu zwei Abteilungen zu dem schönsten deutschen Knaben- kampsspiele, dem B a r l a u f.
Nur eine Minute noch, und der Platz, auf dem das Spiel beginnen soll, ist abgesteckt. Die Gegner ordnen sich. Der Anschlagende geht langsam und würdigen Schrittes — er fühlt die Wichtigkeit seines Amtes — zu der feindlichen Rotte. Drei Schläge auf die vorgestreckte Hand, und bann beginnt das Spiel, das, richtig geleitet, alle guten Eigenschaften der Knaben weckt und fördert.
Die Abteilung, die drei Kameraden als Gefangene au die Gegner abgegeben hat, hat das Spiel verloren. Und die Knaben fühlen es alle beim Barlauf von Spiel zu Spiel mehr, daß jeder von ihnen verantwortlich ist für Den Gang des Spieles, für den Erfolg oder den Mißerfolg.
Und dieses Verantwortlichkeitsgesühl, dieses: einer für alle und alle für einen treibt zur Hebung äußerster Vorsicht im Interesse aller, es treibt aber auch zum Einsetzen aller Kräfte, wenn der Gegner ergriffen werden soll. Bändigung des Willens in der Zurückhaltung und wieder raschester Entschluß zum Vorwärtsftürmen, um den Gegner zu schlagen, das übt und kräftigt heute und für das ganze Leben. Allo Sinne sind angespannt, die Muskeln straffen sich, das Blut jagt in gesunder Eile durch die Adern, und mit Wonne schlürfen die Lungen die frische, staubfreie Luft auf dem prächtigen Wiesenplane. Wie gesund ist doch dieser ^lufent- halt im......
Doch wehe! mir sind die Pferde durchgegangeu. In ben Anblick deö winterlichen Eisspielplatzes versmiken hat mir meine Phantasie einen sommerlichen Spielplatz vorgegaukelt, der gar nicht ist.
Noch immer huschen unsere Kinder bei ihren Spielen durch die Straßen und Gassen der Stadt, stets des Schutzmanns gewärtig, der sie zur Ruhe mahnt und zur Ruhe mahnen muß. Allzuängstliche Kinder gehen darum gar nicht auf die Straße heraus, sie hocken lieber im Höfchen und drücken sich das ganze Jahr hindurch mit allem möglichen Kleinkinderspielzeug herum. Kann in solchen Kindern jemals ein großes Maß von Kraftbewußtsein rege werden?
Darum muß unserer Jugend ein Spielplatz gerschaff e n w e r d e n, das ist soziale und pädagogische Pflicht der Stadt, eine Pflicht, mindestens ebenso wichtig wie die übrigen sozialen Verpachtungen der Stadt der Jugend ge- genüver.
Der Spielplatz ist des Kindes Werkstatt, sein Kampfplatz, hier bereitet es sich vor fürs künftige Leben, das einen kräftigen, gesunden Körper, aber auch Mut und Entschlossenheit von dem Heranwachsenden verlangt. Die Turnstunden 1 stählen die Muskulatur, das Spiel aber weitet vor allem
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— Slavischer Silbersund in der vorgeschichtlichen Abteilung. Im letzten Frühjahr fließ man beim Ausroben von Baumwurzeln in der Nähe des Rittergutes Holm bei Driesen in der Neu mark auf einen Schatz von Silbersachen, die in einem Tongefäß vergraben waren. Wenn er auch der Kategorie der bekannten Hack- filbersnnde nahe st->ht, unterscheidet er sich doch vorteilhaft von ihnen; einmal durch den Umstand, daß die Silbersack-en nicht kurz und klein gehackt, sondern ziemlich gut er!)alten, jino, und zweitens durch das Vorkommen eines ganz neuen Typus, der unsere Vorstellungen über Die in diesen Funden vertretene Kunst wesentlich erweitert. Es jinD vier Teckeldosen, Die in Dec Form einander gleichen und sich mir durch Größe und Schmuck unter,che^den. Außer den Dosen gehören, zum Fund ein gleicharmiges hohles Kreuz, zwei Halsringe, zwei lange Ringietten und zwei Gehänge mit vec,chleDenen deinen Gegenständen; nachträglich waroe an derselben Stelle eine zerbrochene Scheidemünze gefunden. Wie Prof. Götze in den Amtlicyen Berichten miUeUi, wird Die Vergrabung mit der Besitznahme der Neumari Durci) Die Teut.cyen int 13. Jahrhundert zu erklären fein. Tie einzelnen Gegenstände bilden leine einheitliche Gruppe. Wayrend in den .-oalsringen typische Vertreter Der heionisch-staw.suzen Hack- |ilbeufuiii)e £ stdeud'chGnos tkrlicgen, fahren das Gehänge und die jictica in cp restliche Stunaubung. Tie Herkunst Dir Dosen ist wahrscheinlich im südlichen Rußland oder in angrenzenden (Gebieten zu suchen, da ihre Kunftweise mit christlicher nichts zn tun hat und an uralte heidnische Formen und Vorstellungen Osteuropas und Vordecas.ens anknüpft.
internationale kriminalistische Vereinigung.
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Am zweiten und letzten Sitzmrgstage war die Versammlung Wieder zahlreich besucht. Den Beratungen wohnte auch der Rektor der Beniner llnbcrjität Professor Dr. Kahl bei. — Kammer- gcrichtsrat Geh. Justäzrat Dr. Kronecker (Berlin). erstattete das Resera». iwer Das Thcnra: Die Organisation der Strafgerichte unter Berücksichtigung der Einführung der Berufung.
Ter Dicbner wies daran, hin, daß die Arbeiten der Straf- rechtLDmmisiivn in den Kreyen der Knininaliststchen Vereinigung nicht günstig beurteilt toorücn seien. Man möge aber nicht allen GwU aus sein rpau.pt ajlaben, da er ja bei Mitgliedern der Kommission. für seine Person nur cm Einundzwanzigstcl der Schuld trage. (Heiterkeit.) Ec jeiuft haoe die Berufung ue» kumpst, sie werde aber von Den Parlamenten und dem Publikum -verlangt. Es muß nun befürchtet werden, daß von dem Rechte her Berufung ein allzu umjairgreicher Gebrauch gemacht werde. Wir können eben den deutschen Voltscharacter nient ändern, unD niöst wie in England dav gute Verhältnis zwischen Regierten unb Regierenden, jroifcfcn Publikum und Magistrates Herstellen. Also die Berufung 2onuut uud die Schwurgerichte olciben. Die Mitwirkung von Sckchffen bezw. von Laien in der Berufungsrnstanz stellt alierbingß bei Verletzung der Sonntagsruhe, der Besllm- mungen über oen Ladenschlust und ocr Bestimmungen aus 8 l‘^Ua der Gewerbeottmung ein großes und wichtiges Stuck Sozialpolitik bar. Es ist von hohem Werte, daß bet Amtsrichter sich mit zwn im drastischen Leuen stehenden SOtänncrn bearbeiten kann unb das Urteil nicht auä bem Handgelenk zu schütteln braucht. Was die Berufung bei der Strafzumessung betrisst, so ist allerdings häufig eine etlnas schablonenhafte ^eraomiiioerung des Stras- nwbed in der Beruiungsinstanr eingetreten. Empseh.e:.swert ist auch die Zuziehung von Laien bei Bagatellsachen. Ter Referent resümiert, daß die Vorschläge des Enlivurses zur Gerickstsorgani- fatixm im allgemeinen acs eme drauchoare Grundlage für wecke re Beratungen anzusehen seien, jedoch musste die Zuständigkeit dcs über die Zuziehung von Schöffengerichten entfü/eioenben Amtsrichters aus Übertretungen beschrankt werden, uno ferner auch für die Berufungsinstans die Zuziehung von Schössen erfolgen. tLebh. Beifall.)
Nach einer kurzen Pause referierte Oberlandesgerichisrat Rosenberg (Colmar t Els.) Wer: Die Stellung her Staatsanwaltschaft im Strafprozeß. Die Ausführungen des Redners gipfelten in folgenden Leitsätzen:
Das Legalitulspri'.czip ist als gesetzliche Regel beizubehalten. Bei Vergehen unb Ucoerrcetungcn kann die Staatsanwali schäft in besonoers leichten Fällen von einer Strafverfolgung absehen. In diesen Fällen ist jeder, der ein berechtigtes Interesse an Der Strafverfolgung nachioeist, zur Erhebung d.r fub,iöiaien Privat- klage befugt. Bei Vergehen, nnö Uebertrefungen, welche von jugendllchcir Personen begangen werden, wird die öffentliche Klage nur bann erhoben, wenn dies im öffentlichen Interesse liegt. .Tie Fälle der Privatklage sind zu vermehren. In dein Gerichts- -verfasiungsgesetz ist zum Ausdruck zu bringen, daß die dienstlichen Anweisungen der Vorgesetzten mit dem Legalckätsprinzip nicht
In der sehr angeregten Diskussion kamen zahlreiche Freunde imd Gegner des Legalimtshrinzips zu Wort. Schließlich einigte sich die Versammlung auf Grund der Referate nub der Diskus,wn bie beiden Deratungslage auf folgende Entschließung: „Die Deutsche Landesgruppe der Internationalen Kruninaliftijchen Ver- einigung^blilt an ihrer Auffassung fest, daß für ble Besser,>.ng unserer Strafjustiz eine durchgreiseride Resvrm des Straiproze,ses erforderlich ist, die im Zusammenhänge mit einer Reform des Strafrechts vorgenonrmen werden müßte. Sie kann Den jetzt vorgelegten Entwurf nur als ben ersten Schritt für die notwendige gwße Reform von Strafrecht, Strafprozeß unb Strafvollzug betrachten. erachtet aber auch hierbei, folgende Aenderungen des Entwurfes für notwendig: 1. Bei der im Entwurf vorgesehenen Regelung der Berufung nfliffen auch in der Berufungsinstanz Laien zugezogen werden. Tabei ist die Möglichkeit ins Auge zu faffen, für die erstinstanzliche Verfahren mit zwei Gerichten, einem höheren unb einem unteren Gericht ohne eine Mittelstufe auszukommen. 2. Völlige Selbständigkeit der von allen inquisitorischen Elementen SU befreienden Haupwerhandlung, Beibehaltung der Grundsätze des icBigen § 244 Absatz 1 der Stra(prozc^Ordnung. 3. Gegen die Verhängung der Untersuchungshast hat auf Antrag mnudluhc Verhandlung stattzufirchen. Jedem wegen Vergehens oder Verbrechens Verhafteten ist auf Antrag ein Verteidiger zu bestellen. 4. Tnrchbrechungen des Legalitätsprinxüps sind nur unter weit er-
— Vom Landesmuseum Durch ein sehr interessantes Geschenk ist die a 11 e A p 01 y e k e im Landesmuscum bereichert worden. Herr Albrecht Weis aus Frankfurt a. M. ließ ihr ein sogenanntes Einhorn überweisen. Ties ist gerade dadurch wertvoll, daß es im 18. Jahrhundert der hiesigen Einhornapothccc als Wahrzeichen d.cnle. Tas Horn ist ein nahezu 2 Meter langer, spiralförmig gewundener Zahn, der tatiächlich von Dem Narwal (MonoDon rnonoccrus- stammt. In früherer Zeit war dieser Zahn in den Arznei- schätz ausgenommen, alle möglichen heiirrastigen Wirkungen wurden ihm zugesprochen. Eine Apothekerkunst aus Dem Jahre 1805 schreibt jedoch schon, daß er vor anderen tierischen Knochen teilte besondere Heilwirkung habe. Während ehemals das Einhorn wegen seines häu,igen Gebrauches in der Apotheke sehr hoch im Wert stand, sindet cs heute nur noch zu technischen Zwecken als Ersatz für Elfenbein Verwendung und ist scyr im Preise gefallen. — Eine sehr alte Zliinmensur, sowie ein Avoiherorw^r^erbuch aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts wur^e von anderer Seile ebenfalls der ^lujcumsapathcke geschenkt.
— Das Goethe-Haus am Frauenplan zu Weimar, das heute den stolzen Namen Goethe-Nation muscum führt, kann im kommenden Sommer auf zwei Jahrhunderte seines Bestehens zurückschauen. Es wurde im Jahre
ru Wiberfinuch stehen Dürfen, unj) Daß Die dEnpckchcn Amveisungen der Vorgesetzten ftch nicht auf die tatsächliche Würdigung Des Beweism-aterials in der Haupt Verhandlung erstrecken Dürfen. In
i auf die tatsächliche Würdigung Des ^auptverhandlung erstrecken Dürfen. In der Strafvrozeßorhnung ist zum Ausdruck zu bringen, daß im Ermittelungsverfahreic alle wichtigen Erhebungen Durch Die Beamten der Staatsanwaltschaft Persönlich bewirkt werden follen, und oaß an denjenigen Orten, an welchen ocsondere Krim mal- abtLilungen bestehen, ein unmittelbarer Geschäftsverkehr zwischen den Voi-iiandsi-eamten dieser Abteilung uno der Staatsanwaltfck)aft stattsindac soll.
aehenden Kautelen als sie Der Entwurf aufstellt, zulässig. — Ferner wird Der Dringende Wunsch ausgesprochen. Daß Die Behandlung jugendlicher Ucbcltatcr in formeller und materieUer Beziehung Durch ein Spezialgcsetz geregelt roerben möge."
Die Entschließung wurde einstimmig angenommen.
Ferner nahm die Versammlung noch eine meliere Entschließung an. Durch wcla>e sie ihre ut Frairksurt am Main eingesetzte Straf- prozecikommiffton beauftragt. Die weitere leg Elative Bel;«udlung des Strafprozeßenlwurscs zu verfolgen unD im geeigneten Augenblick durch Veranlaßv.ng Der Emderusaug Der LanDesversammumg oder, soweit Das nicht durchführbar, selc-standig zu Dem Entwurl erneut Stellung zu nehmen.
Darauf wurde D.e aullerordentliche Tagung mit Den Üblichen Schluß- und Tankesworten geschlossen.
Mexikanische Attertiimer.
Vierter Vortrag Der „Gesellschaft für Erd- unb Völkerkunde".
Als im Jahre 1519 die Spanier unter Herrn and 0 Cortez Mexiko eroberten, fanden sie dort bereits ein Kulturvolk vor, dessen Hauptslämme, die Azteken, die Niayas, die Zapoteken u. a., noch heute die tropischen und gebirgigeren Gegenden deS Landes bewohnen. Leider gingen die Spanier bei ihrer Kolonisationstätigkeit mit der vollen Brutalität dcs Siegers vor und zerstörten die alten Kultslätten, um auf ihren Trümmern Kirchen zu errichten. Ging so vieles Wertvolle zu Grunde, so tat auf der anderen Seite Das feuchte Klima detz Landes daS ©einige dazu, um alle vergänglichen Kunsl- gegeustände, roie Gewebe, Federarbeiten von hoher Schönheit, Holzschnitzereien und *sJ)ialercien, ui kurzer Zeit der völligen Zerstörung zuzuführen, so daß davon nur ganz Minimales gerettet wurde. Das Wenige Davon bildet heute Zierden der Äiuseen zu Wien, Stuttgart und Berlin. Es ist daher ein verbienstllcheS Werk der Frau Professor C. S e 1 e r-Berlin, von dem altiuexikanlschcn Slulturbcftnnbe zu reiten, was noch zu retten ist uno dies der archäologischen Wissenschaft dienst» bar zu machen. An der Hand reichen photographischen Alate- nals ließ sie gestern 111 der „Gesellschaft für Erb- und Völkerkunde" das merkwürdige Kuliurleven längswergaugener Tage an Den Zuhörern voiuvcrzlehen. Die alliuexilauischen Kulturreste sind sowohl m Der Bilderschrift mit durchweg mythologischem Inhalt, als auch m Werken der Kleinkunst und ms- befonbere m bewundernswerten Ruinen und ffulptierten Steinen auf unsere Tage gekommen. Sie verraten eine merkwürdig dustere Phantasie und trübselige Weltanschauung der mbtani»
Drittes Blatt 159. Jahrgang Samstag 9. Januar 1909
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