eptember 1909
Donnerstag 9
Erstes Blatt
159. Jahrgang
Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten.
vorgeführt werden.
Nr. 211
>er Siebener Anzeiger -scheint täglich, ander 5onntofl3. - Beilagen: viermal wöchentlich liictzenerZamilitnblätter; roetmal wöchentl.Ureir» attsür den kreir Siehrn «Dienstag und Frenag); meimal monntl. Land- lAkstchaftliche Stilfragen ?ernsprech - Anschlüße: ir die Redaktion 113, Verlag u. Expedition 51 Adresse iür Depeschen:
Anzeiger Gießen.
Hinahme von Anzeigen Lr die Tagesnuninier iS vormittags 9 Uhr.
■
Vezugsprei >: mo>iatlich75W.,viertel- • nlich Mk. 2.20; durch ’Jlbljole- u. Zweigstellen monatli* 65 Pf.: durch die Post SDtt.2.— viertel- jährl. ausjchl. Bes'.ellg. ZeileirvreiS: lokallöPi^ auswärts 20 Pjennig. Ehesredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .^enille- ton' uiid „Vermischtes^ K. Neurath; für.Stadt u. Land- und.Gerichts-
umfahr in flottem N'tge m°hr^ GebSnde der Stabt, unter anderen die LHrrsmdk-rche Bonnattnstirche und die Alicekaserne, und wandte sich erst nach Engerem gtoTTÖüerieren dem kleinen Sande zu.
einige Zeit, und senkte sich dann in ipiralformigen Den^ düngen Dicht über den: Boden nxnf die berd n-vier Zentner schweren Landungstaue M sch^
des Regiments 117 zogen das Luftschiff zu unter brausendem Jubel sehr glatt landete. • rt
Während der Begrüßung wurde der Ballast erneuert uno das Luftschiff versuchte, sich nach fast einswndigem ^llen halt vom Boden zu erheben.. Es hatte ledocy zu viel Mülast cn Bord genommen, und erst als em ^l ents, war, erhob sich das Schiff in glattem rMge h ff ff in die Luft. Nachdem es noch mehrere Male über ow Stadt geflogen war, roandte es sich m der Achtung nach Frankfurt und entschwand in dem inzwischen e ng Debet den Augen der begeisterten Menge.
Wenn auch der Flug des P- III ruhig und bestimmt
zu geben."
Langenburg, 8. Sept. Deute nachmittag begab sich die Kaiserin mit den fürstlichen Herrschaften im Automobil nach Rothenburg an der Tauber. Morgen wird voraussichtlich deni Schlosse in Weikersheim ein Besuch abgestattet. .
Langenburg, 8. Sept. Die Kaiserin traf um 11 Uhr 44 Mm. im Sonderzuge zum Besuche bet den: Fürsten zu -Hohenlohe-Langenburg hier ein. Der Fürst zu Hohenlol-e-Lmigenbura war der Kaiserin bis Blaufelden entgegengetahrm, wo er den Zug bestieg und die Kaiserin hierher geleitete. Zum Empfange Waren erschienen: Der Erbprinz und die Erbprinzessur von Hohenlohe- Langenburg, die Tochter des Fürsten. die Fürstin zu Leminaen und die Erbprinzessur zu Rieuß j. L„ ferner dre burgerlicl^ Kollegien mit dein Stadtvorstände an der Spitze. Am Bahiu>ow trugen zwei Kinder, ein Knabe und ein 9)läbd)cn,. in der Langes Vurgschen Tracht, je em Gedicht vor. Die Karierm zeigte ^rch durch die Begrüßung fel/r erfreut und küsste das kleure Mnochen sehr herzlich. Hierauf folgte die Fahrt nach dem Achlone; aus dem Wege bildeten Kriegervereine uno Sä)ulkrnder Spalier. .bie Stadt ist reich geschmückt. Um halb 1 Uhr fand im "L>chloslo Galatafel statt. _______________
mit ihren Fahnen. Auf dem Hauptplatze war der Berghäuerzug . postiert. Der alljährlich stattfindende Berghäuerzug, ein sarbeiu reiches Schauspiel, erinnert an die Tatsacl^e, daß Jglau einmal eine der bedeutendsten Bergbaustädte des Deutschen Reiches war. i Gegenüber hem Stadtkollegium mit der Stadtkapelle hatten sich aufgestellt: die Bürgermeister der deutschen Gemeinden und der Jglauer Sprachinsel, ferner der deutschnationale Verein, schlitzen- ; und Gesangvereine, die beiden deutschen Studentenvereine „Cim- bria" und „Jglavia", der Turnverein, Kriegerverein usw.
Die Ankunft Kaiser Franz Josefs.
Großmeseritfch,8. Sept. K a i s e r F r a n z I o s e f traf heute nachmittag um 1 Uhr auf dem Bahnhof em und wurde von den Vertretern des Landtags und der Stadt begrüßt. ^)er lauer fuhr an der Seite des Erzherzogs Franz ^rdmand durch die dichtgedrängten Spaliere, in denen die malerischen Natronab- lrachten besonders ausfielen, nach dem Harrachschen schloß. Nach der Ankunft empfing der Kaiser den Erzherzog Franz Ferdinand sowie den Generalstabschef Conrad von Hotzenborf zur Entgegennahme des Berichtes bet Manöveroberleitung. Um 2 Uhr begaben sich die Erzherzöge Franz Ferdinand und Karl Franz Josef, sowie der Statthalter und der Ehrendienst nach ^giau 3um Empfange des deutschen Kaisers. Das Wetter ist herrlich.
Die Begrüßung.
Groß-Meseritsch, 8, Sept. Der Empfang des deutschen Kaisers gestaltete sich zu einer spontanen herzlichen Begrüßung durch die gewaltige. längs der Jglauer Straße angel ammeüe Menschenmenge. Die Feuerwehr und die Schulkinder -davon viele in ländlicher Trackü, bildeten Spalier Als das Amonwbil des Kaisers im Stadtgebiete enttarn, erschollen Heil-, Slav^ und Hurrarufe, die sich aus dem ganzen Wege fortsctzt«i. Im Schloßhofe hatten sich zum Empfange eingesunden die Erzherzoge Karl Franz Joses und Leopold Salvator, die gesamte Manöverleitung, der Landeshauptmann Graf Serenyi und Bürgermeister Eermak mit den Mitgliedern der Gemeindevertretung. Kaiser Franz Josef in der Uniform des Kaiser Franz Garde-Grenadier-Re- giments mar in die Mitte des Hofes getreten. De Muiestaten eilten einander zu, schüttelten sich warm die Haiüre und küßten sich aus beide Wangen. Hieraus begrüßte Kaiser Wilhelm den Erzherzog Karl Franz Joses, der preußisä^ Husarenuniform angelegt hatte, und den Erzherzog Leopold Salvator herzlichst mit Handschlag. Hierauf nahm Kaiser Wilhelm die Vorstellung des Landeshauptmanns, des Bürgermeisters und der Gemeuide- Vertretung entgegen. Kaiser Franz Joses stellte dann die Herren des Gefolges vor. Am Fuße der Schloßtreppe wurdeder Kauer von dem Schloßhertn Grafen Har rach ehrfurchtsvoll begrüßt, der ihn dann nach dem im ersten Stock gelegenen Appartement geleitete. Alsbald erschien Erzherzog Franz Ferdinand beim deutschen Kaiser, um ihm die Mairöverdispchitionen milzuteüen. Kurz danach stattete Kaiser Franz Jvsef dem Gaste seinen Besuch ab und verblieb mit ihm längere Zeit wt Gespräch.
Groß M e> erirsch, 8. Sept. .'Ocurc abend fand Hos- bincT statt. Vorher nahm der deuhche Kaiser die Vorstellung des rumänischen Generatstabschess, Generalleutnants Gratnicmno sowie von sechzehn sremdländischen Attackzös und zwei schweizerischen Stabsossizieren, die an den Manövern teilnehmen, entgegen, während Kaiser Fran z I o s e f den deutschen Bob- schafter v Tschirschky, den Generalstabsches v. Moltke und die anderen Herren des Gesolges des deutschen Kaisers sowie einige Militärattaches ins Gespräch zog. Die Magnaten weilten bis gegen 9 Uhr in angeregtem Gespräche und zogen sich dann m ihre Gemächer zurück. „ „
eine Nkberraschung für Kaiser Wilhelm.
, Die Neue Freie Presse meldet aus Groß-Meseritsch: Der Erzherzog-Thronsolger wird dem Deutschen Kauer eine kleine ; Ueberraschung bereiten. Der Erzherzog wird mit Kaiser Wilhelm eine Automobilfahrt unternehmen und m einer Gegend, weit
: entfernt von jedem Haus, dem Kaiser ein Frühstück anbieten : Während der Deutsche Kaiser seine Zweirel m d,e Mogl chkett i der Beschassung eines Frühstücks ausdrückt, kommt em n einer , mit allem Komfort ausgestatteter Küchenwagen nach dem Prinzip i unserer neuen Ärmeefeldküchen heran und in kaum - ) ..crnut^
vor sich geht, so macht er in seiner ganzen Beschaffenheit nicht den hohen Eindruck der Sicherheit, den wir bei dem Zeppelin-Luftschiff wahrnehmen. Außerdem ist er auch vermöge seiner Bauart zu sehr von den Einflüssen der Witterung abhängig, um dem Z. III gleichgestellt werden zu können. Aber immerhin ist das Parfeval-Luftsch^f eine großartige Erfindung, auf deren Besitz nur deutsche stolz sein können. Major Parseval Hut die ihm vom Kriegsministerium gestellte Aufgabe, einen schnell verpackbaren Lenkballon zu bauen, glänzend gelöst. Der Vergleich des Parseval III mit Z. III ist aber auch schon deslvegen nicht recht angebracht, weil der Parsevalballon eigentlich nur für Sportzwecke gebaut ist und nicht für Dauerfahrten lü1£ Borddes Luftschiffes befanden sich 8 Herren unter Führung des Oberleutnants Stelling, der die Fahrten leitet. Die Fahrt erfolgte im Bewerb um den von der Stadt Mainz ausgesetzten Preis von 2000 Mark für einen Ballon, der während der Dauer der Frankfurter Ausstellung in Mainz landen würde.
Frankfurt, 8. Lept. Ter Parseval-Ballon ist von seiner Fahrt nach Mainz zurück gekehrt und um 7 Uhr 15 Mn. auf dem Flugfelde glatt gelandet.
Wie Oberlentant Stelling mitteilte, wird der Parseval- Ballon am nächsten Sonntag zu einer Zweiten Landung nach Mainz kommen, um sich auch den Nebenpreis des „Mainzer Anzeigers" von 500 Mk. zu sichern.
Die Rivalen doof und peary.
Es war gemeldet worden, die beiden Eskimos, die Cook nach dem Nordpol begleitet hatten, hätten beftrüten, den Nordpol gesehen zu haben. Das wird nun durch folgendeMeldung dementiert.
Kopenhagen, 8. Sept. Ritzaus Bureau erhielt , den folgenden Brief'der Frau Dagmar Knud Rasmussen: In? Londoner „Dailv Chronicle" vom 7. September wird ge- & rieben, daß mein Mann Dr. Cooks Mitteilung. daß die beiden Eskimos, die ihn begleitet haben, ferner Behauptung bei- stimmen, daß er den Nordpol gefunden habe, dementint haben soll Tiefe Behauptung ist von Ansang an bis zu Ende unwahr Sie ist um fo verwunderlicher, als ick in einem interview mir dem Korreipondeinen des „Daily Chronicle" immer und immer robbet betont habe, daß die einzige Auslage m bieier Lache, Die überhaupt von ber Hanb meines Mannes vorliegt nur bie
si ch er ste Ueberz eugung ausbruckt, baß Dr. Cook am
Die Reformen in der dürfet
Ohne Gelb wissen auch bie unternehmungslustigsten Jung- türfen nichts anzufangen. Heute wirb amtlich über Berlin mit- geteilt, wie bie neue türkische A n le i he von neben Mülionen türkische Pfunb verteilt werben soll. In Adana, das durch die letzten Greuel stark geschädigt worden ist, triselt es. Der armenische Patriarch will abdanken, wahrlchlnnlick, weil er mit Strömungen zu kämpfen hat, die mit bem jung tur iiftbcn. Regiment in Konstantinopel nicht ubereinittmmen. Bon ber neuen Anleihe sollen übrigens auch brei MUlionen für Abana de- ntinopel, 8. Sept. Der Ministerrat verhandelte heute über bie Demission b es armenischen P atr i- n r ch e n und beschloß, bie brei noch nicht vollstreckten Tobesuc^ile gegen bie Armenier in Gefängnisstrafen umzuwanbeln. Zuglew) wirb bie Pforte bcin Patriarchen Mitteilen, baß es »ich bierbci nicht um eine religiöse, sonbern um eine politische Frage hanble, unb baß also für bie Demission fein Grunb vor liege. Aut bem Patriarcksat erklärt man bas Vorgehen ber Regierung m ber Abanafrage für unbefriebigenb. Wenn bie Haupttckulblgen an ben Metzeleien nicht ernstlich beftraft würben, wurden mit dem Patriarchen die beiden Körperschaften des Patriarchats ihre Deniission geben. .
Köln, 8. Sept. Ter „Köln. Ztg." wird aus Berlin von heute gemeldet: Der türkische Finanzmimüer setzte, wie amtlich gemeldet wird, auf Grund des Finanzgesetzes die neue tut- kftsche Anleihe puf sieben Millionen türkische Pfund zu einem Zinssatz von vier und Tilgung von einem Prozent fest. Der Ertrag dieser Anleihe wird wie folgt verteilt: Für die Gesellschaft ber Orientalischen Bahnen entsprechend den letzteii Vereinbarungen rund 19 Mill. Franks: sur bie Schulben bes abgelebten Sultans 12 Millionen: für außerotbentliche Subventionen, für bie burd) bie EreigniNe in Abana verurfachten Schöben 3 Mill., zusammen 34 Mill. Ter Rest bes Ertrages ber Anleihe soll verwenbet werben zur Nordpol gewesen ist. Mein Mann zweifelt nicht im geringsten und bittet Sie daher, die obige Behauptung zu dementieren.
Brüssel 8. Sept. Dr. Cook hat den Direktor des Dbiec- vatoriums, wie die Blätter melden, telegraphisch benachrichtigt, baß er wahrscheinlich nicht nach Brüssel kommen werbe, oa er beabsichtige, sich bireft über Hamburg nach Amerika *u ^Pea^s Groll über fernen Rivalen Cook scheint sehr groß °U '9^e"roh or t, 8. Sept. P eary richtete an seine Fräst folgenbe Depesche aus Jnbian Harbour: Durch Stur; ausgehalten. Gräme Dich nicht über Cooks Geschichte. Habe ihn festgenagelt.
Es gibt ani'djeinenb Gnglänber, bie bas „Lanb am Norbvol ben Amerikanerii nicht gönnen mögen, wie ber folgenbe groteske Vorfall im englischen Unterhaus beweist:
Lonbon, 8. Sept. Im Unterhaus richtete Gilbert Parker an ben Ministerprösibenten Asquith bie Anfrage, ob man annehme, baß bas Lanb am Norbpol zu Kanaba gehöre, falls festgestellt werbe, baß Dr. Cook bie amerikamiche Flagge am Pol aufgepflanzt habe, nnb ob alsbann biefer Akt den Vereinigten Staaten irgenbein Reckt auf bie Besitznahme dieser Gegenb geben würbe. Der Ministerpräsibent erhob sich unter allgemeinemGelächter bes Hauses unb antwortete: In Erwiberung bes ersten Teiles ber Anfrage bemerke ick, baß, wie ich gehört habe, am Norbpol kein Lanb ist -Gelächter). Der zweite Teil ber Anftage enthält zu viel Hypothesen für mich, als baß ich eine befinitive Antwort geben konnte. Der erste Lorb ber Abmiralität Mc. Kennan erklärte im weiteren Verlaufe der Sitzung auf eine Anfrage, baß bie Aufträge für bie Geschütze unb bie Monierung für zwei ursprüngliche Dreabnoughts int Programm biefes Jahres unb für eine bet vier weiteren Schiffe biefes Typs erteilt seien.
— Zur Entbeckung bes Norbpols. Natürlich werben auch eine Menge Geschichten über Cook erzählt. Eine bavon ist befonbers lustig. Sie stammt von einem Passagier bes „öanS Egede", der die erste Begegnung Cooks mit einem Europäer m der Umgegend von Upermvik angesehen har. Cook kam mit einer Hofe ans 'Mofchusochsenhaut unb Fuchspelz bekleibet an unb trat Den Direktor ber Kolonie, Kraul. „Woher kommen Sie?* fragte Kraul. „Vom Nordpol/ antwortete Cook. „So! ? Wirklich! ?' jagte Kraul, bann fügte ei hinzu: „Sie kamen bis zum Pol! ?“ „Jawohl/ sagte Cook. Neues Schweigen. Kraul beukt offenbar darüber nach, welches wohl die intereffanteftc Frage wäre, bie er an Cook richten kann. Plötzlich hat er’s gefunden. Er wendet sich zu bem Forscher unb fragt interessiert: „Sagen Sie, haben, Sie viele Läuse?'
Stuttgart, 8. Sept. Der Kaiser hat gestern folgenbes Handschreiben an das Stuttgarter Stadtschuftheißeiiamt gerichtet
„Ter fürstliche Ernpsang, der nur und der Kagerm, meiner Gemahlin, in der Hanpt- und Refidenzstadt des ichonen Sckwabenlandes bereitet worden ist, hat uns überaus wohltuend berührt und mit boljer Freude erfüllt. Bevor ich mute bie herrliche Stadt verlasse, ist es daher mein lebhafter Wunsch, allen Beteiligten hierfür meinen und der Kaiserin lierzlichsten Tank zum Ausdrucke zu bringen und bitte ich dies bekannt
Halfer Wilhelms Antunst in Srotzmeferitfch.
Es ist eine eigentümliche Fügung, daß mit der Reise Aseres Kaisers ins österreichische Manöverfeld der Beginn -ner mit Spannung enoarteten Verhandlungen zwischen deutschen und Tschechen in Oesterreich zusammentrifft, wo- mrd) ruhigere Verhältnisse namentlich in Böhmen geschaffen werben sollen. Wie wir berichteten, waren die Vorspiele ozu höchst beunruhigend und unersreulich. Wenn sid) eine rjelbung der „Frkf. Ztg." von heute als wahr und ungeschminkt erweist, die Jungkschechen hätten am gestrigen stZttwoch in einer Besprechung mit dem Ministerpräsidenten )^enerth erklärt, im böhmischen Landtage über die Anträge der Deutsd)en entgegenkommend verhandeln zu wollen, so >äre das ein sehr erfreulicher Begleitumstand zur Ankunft aiser Wilhelms auf österreichifchem Boden. Wir fürchten aber, zu hochgespannte Hoffnungen werden bitter enttäuscht i »erden. Die Ankunft Kaiser Wilhelms in Mähren hat sich ohne besonderen Zwischenfall abgespielt. In der deutschen 5tabt Jglau ist dem Kaiser eine sehr herzliche Begrüßung □teil geworden. In Großmeseritsch scheinen die Hurra- ifcufe schon schwächer geworden zu sein.
Kaiser Wilhelm« Ankunft
Jglau, 8. Sept. Kaiser Wilhelm traf heute nachmittag 4 Uhr auf dem festlich geschmückten Staatsbahnhofe ein. 'X'irf dem Bahnhof hatten sich zur Begrüßung eingesunden: Erzherzog Franz Ferdinand mit Gefolge, der dem deutschen i eifer iugeteütc Ehrendienst, Gencral-Kavallerieinspektor, General ter Kavallerie Ritter von Brudermann, der Oberst des General- iobskorps Eugen Hordliczka, der Statthalter von Mähren Frei- berr von Heinold, der Stationskommandant von Jglau. Mawr öcrrmann und der Bürgermeister Jnderka. Kaiser Wilhelm in bet österreichisch-ungarischen Generalsuniform entstieg dem Salon nagen und trat auf den Erzherzog Franz Ferdinand $u unb begrüßte ihn überaus herzlichst. Nach der Melbung des Ehren- ümstes des Statthalters unb des Bezirkshauptmanns trat *3 ü r g e r m e t ft c r Jnderka vor und richtete an den Kaiser folgende Ansprache: '
„Ew. Majestät! Freudig bewegten Herzens begrüße ick als Vertreter der alten deuftchen Stadt Jglau Ew. Majestät chrfurcchtsvollst. Geruhen Ew. Majestät bei ber Fahrt durch Die Stadt Jglau bie begeisterten Huldigungen, bie bie Bewohner Jglaus und der deutschen Sprachinsel Ew Maiestät erhabenen Freund und treuerprobten BundesgenoNen unseres heißgeliebten Monarchen barbringen, als Ausbruck ber Gefühle tiefster Verehrung unb unauslofchlicher Danibarkert allergnäbigst entgegen nehmen zu wollen." v .
Ter Kaiser reichte bem Bürgermeister bic Hanb unb dankte fit den freundlick)en Willkommgruß. Erzherzog Franz Ferdinand j.dlte sodann dem Kaiser den Ehrendienst und die übrigen zur Lxftvartung erschienenen Persönlichkeiten vor. Mit dem Kauer im Hossonderzug sind angekommen: Generlültabsches v. Moltke, Hinmarschall v. Zedlitz-Trnetzschler, der diensttuende Ge-reraü cbjutant Generalobers' v. Blessen, General ä la suite G^neral- naior Frhr. v. Marschall, Flügeladjutant Oberstleuttiant v Friede- iurg, Leibarzt Dr. Niedner, Oberstallmeister Frhr v Reischach, ler Chef des Zwilkabinetts v. Valenttni. der Chef des Milttar- labinell-3 General der Infanterie Frhr. v. Lyncker, als Ver^ tetter des Answärttgcn Amts Frhr. v. Jem>ch und Rittmeister Iren dem Knesebeck. Kaiser Wilhelm verließ im Automobil, zuu Ickten förübenoq Franz Ferdinand, den Bahnhos.
An den mit geschmückten Masten gekennzeichneten Wegen i jianden zu beiden Seiten deutt'che Bauern und oon
btr an der böhmischen Grenze gelegenen Sprachinsel in ihren Iolerifcken Nationaltrachten, die Feuerwehr Jglaus ob ber llmgegenb unb zahlreiche Vereine unb Moiporati?nn^
Hin §lug parsevals nach Mainz.
Das Parseval-Lustschisi hat roiebenim einen erfolg- reichen Flug nach Main; hmier sich. Bon unserem Mainzer I 'Jätarbeiter erhalten wir solgenden Bericht.
Mainz, 8. Sept.
Sckwn seit einigen Tagen erwartete die Mainzer Be- Eerung mit größter Spannung rn Mssicht gestellte Lmdung des Parseval-Luftschisses aus dem L>ande bei Mainz , Ire Geduld wurde jedoch auf eine harte Probe gestellt, >cnn immer wieöer nmßte bie Fahrt ^r ungünstigen ^>itt- I nmg halber verschoben werden. Um mit fo größerem iiannen vernahm man heute, daß A^^l tz - regnerischen Wetters die Fadrt nach Mainz ^treten woll^ I fidi der über bem Rhein- und Mental lagernde liebel verzöge. Die Bevölkerung schien mich dieser: Me: düng iL'enig Glauben zu schenken, denn erst als ba3 ^tschifs um 350 Uhr über dem Rhein erschien, machte
i Stadt auf den Weg nach dem Sande, ’twte Gendarmerie und Soldaten de- -bibreglments G tz- Herzogin Nr. 117 hatten ben Landungsplatz ^bgeiperrt, wo Mden höheren Offizieren der (teni)on au* b«- bn: städtischen Behörden die Ankunft des ^ustschtsses er
iehenek Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
HotattonsDrud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vach- and Sleindrvderei «. Lange, »edaktiaa, LrpedMan und vruderei: Schulstratze 7. Anzeigenteil: H. Beck.
•ruiq । roirb das von einem Hoskock zuberciletc Teieuner gargelocht lein ' ' unb serviert werben. Aus diese originelle Weise loll dem peut- chen Kaiser unser neu« Feldküchentyp m voller Tätigkeit


