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Montag 8. August 1909
Zweites Blatt
IS 9. Jahrgang
Nr. 184
Erscheint ti-Nch mit Ausnahme des Sonntags.
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'öctcrMr i er Bevölkerung unhaltbar. Der Großwesir erklärt: Als
Die ^Otrtzeuer LamiUendlSNer- werden dem .Anzeiger* viermal wochentüch beigelegt, daS „Kretsbtott für 6en Kreis Aietzea" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zett- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
werden konnten. Die Preise bestanden aus Ehrenurkunden — Werkpreise kennt ja der deutsche Turner nicht — und die Träger der 10 ersten Preise erhielten dazu Eichenkränze mit rotweifter Schleife. An bemerkenswerten Höchstleistungen, die über das alltägliche hinausragen, wurde u. a. erzielt : Im Kugelstoßen 7,40 Mtr. (gleich 27 Punkte) von Heinrich NotlGieften (Tv.), im Hochsprurrg 1,80 Mtr. (gleich 10 Punkte) von Ludwig Bepler-Äicßen (Tv.), Albert Diehl- Kirchhain und Heinrich 9U)ll-Gießen (Tv.) und im Dreisprung 12 Mir. (gleich 10 Punkte) von Ludwig Bepler-Greßen Tv.). Auch sonst sah man viele gute Leistungen, die er- ennen ließen, wie groß die Fortschritte des Gaues in der Pflege des volkstümlichen Turnens in den letzten Jahren waren. Bald nach 2 Uhr war, dank der umsichtigen Leitung und der tüchtigen Arbeit des Turnvereins Krosdorf, der die Ausrichtung des Festes übernommen fyatte, das Wett-Turnen zu Ende und es entwickelte sich in dem weiten Burghof ein echtes und rechtes Volksfest, das Turner iinb Turn- rcunde aus Stadt und Land brüderlich vereinte. Gegen 6 Uhr farü> die Preisverteilung statt, die der stellv. Gauvertreter Eidmann -Gießen mit einer kernigen Ansprache einleitetc. Er gedachte kurz der Ziele des deutschen Turnens und dankte dann dem Turnverein Krofdorf für seine große ür dos Fest geleistete Arbeit. Gauturnwart Will sprach sodann über die großen turnerischen Erfolge des Hessengaues im letzten .Jahr, insbesondere beim Feldberg- und beim Spicherbergfest und verkündete dann die Sieger, womit der turnerische Teil des Tages beendet war. Nach- tehend geben wir die Siegerliste:
1. Ludw. Bepler, (Hießen, Tv., 87V.,. Punkte; 2. Heinr. Noll,
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Konstantinopel, 9. Aug. Die Botschafter der Lchutzmgchte werden Heute der Pforte die Mitteilung machen, laß sie die Demarche in Athen mißbilligen und daß sie srchchlassen sind, jede kriegerische Verwicklung mit allen Kitteln zu verhindern. Um diesem Schritt der Schutzmächte
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen UniversilätS - Buch- und Sleindruckerei.
R. Lange, Gießen.
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Die Türkei und Griechenland.
Der türkische Gesandte in Athen hat der griechischen 'egierung eine Note überreicht, worin Griechenland auf- , Norbert wird, seine Mißbilligung auszusprechen über die Agitation der Nationalisten auf Kreta für die Annektion
Insel. Ferner soll Griechenland erklären, daß es ab- ilehe von irgendwelchen Absichten auf Kreta. Wenn die Note iicht in angemessener Frist beantwortet sein würde, würde ! rr Gesandte sich in Urlaub begeben. Die griechische Re-
Nedaktton, Expedition und Druckerei: Schui- straße 7. Expedition und Verlag: L-O bl. Redaktion:e^ll2. Tel.-2ldr.:AnzeigerGießen«
f'ir den Anschluß der Insel an Griechenland stattfinden.
- lad Mazedonien werden weitere Kundgebungen zur ahrung der türkischen Rechte auf Kreta gemeldet.
Die Kretafrage ist jedenfalls in einem sehr ernsten vadium; das läßt auch eine Unterredung erkennen, die
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iinsbesondere Rußlands. Nach Meldungen aus Kanea wer- ,-<n dort in der nächsten Woche große Demonstrationen
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Altbewährte Nahrund für Kinder und Kranke
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Der Gleiberg war gestern das Ziel der Turner des LEs Hessen, die in Hellen Scharen zu der Burg hinauf- xyen, um dort ihr alljährliches Bergwetturnen abzuhalten. Icte Hauptmasse der Turner zog in geschlossenem Zug um 8u, Uhr von Oswalds Garten aus dem Gleiberg entgegen, tiier schon vorher und auch nachher wanderten so viele -tur- nttc auf den Berg, daß um die Mittagsstunde -taufenbe von ^rrnern. Turn freunden und Turnfreundinnen auf der Höbe versammelt waren. Nach Ankunft fand unter dem Vorsitz dss Gauturnwarts Will-Gießen die Kampfrichtersitzung und sofort daran anschließend das Wett-Turnen statt. Als Lettubungen waren bestimmt Freihochsprung (1,30 Mtr. gllrich 0, 1,80 Mtr. gleich 20 Punkte-, deutscher Dreisprung (88 Mtr. gleich 0, 12 Mtr. gleich 20 Punkte), Stemmen der B Pfd. schweren Hantel beidarmig (jede Hebung ein Punkt) urd Kugelstoßen mit der 30 Pfd. schweren Kugel (4 Mtr. Mch 0, 0<Mtr. gleich 20 Punkte), sowie eine vorgeschrrebeue Freiübung, die bis zu 10 Punkten gewertet werden tonnte. Sfce höchsterreichbare Punktzahl war 90 und die Hälfte^avon bmed)tLgte zum Sieg.' Die tropische Hitze war wohl schuld daran, daß von den 310 angemeldeten Wett-^umern bloß 255 zum Wettkampf antraten, aber waS turnte, leistete vor- vüÄicheä« jo hM 134 Turner mit Preisen gnsgeze^net
Gießen, Tv., 85; 3. Karl Loos, Gießen, Tv., 79; 4. Albert Diehl, Kirchhain, 76; 5. Heinrich Zimmermann, Wetzlar, 72*/,; 6. Karl Laux, Marburg, M.-Tv., 70: 7. Ai ar -Lechner, Marbiirg, Tv., 68; 8. Hch. WUtmänn, Schlitz, U7‘ ,; 9. Rich. Jung, Ober-Mörlen, und Hch. Aloos, Nieder-Mörlcn, je 67 ; 10. Joh. Fleischhauer und Neinh. (5>rieä, beide Bad Narlbeirn, je 66; 11. Martin Textor, Marburg, Al.-Tv., Wilh. Leib, Kro'dori, und Emil Gasterstacdt, Marburg, Tgm., je 64; 12. Georg Schab, Butzbach, und Theo Hauptoogel, Marburg, To., je 63V,; 13. Wilh. 'lieber, Marburg, M.-T., 63; 14. Karl Wagner, Rodheim, M.-Tv., 62V,; 1$. Friedrich Schmidt, Marburg, Tv., 61',: 16. Theodor Hahn, Ober-Mörlen, 60'/,; 17. Ad. Herbert, Bichbach, imb Franz Hövels, Wetzlar-Nieder- Girmes, je 60; 18. 6-eorn Albold, Gießen, Tv., Joh. Tittmar, Marbach. und Wilhelm Volk, Großen-Linden, je 59'/,; 19 Hch. Bolh, Kappel, Ludiv. Grölz, Taubringen, To., und Karl Heidt, Lang-Göns, je 59; 20. Mich. Lenz, Eötbe, Hch. Lohnacker, Schlitz, und Joh. Gollsr. Ziinmer, Nieder-Aiörlen, je 58'/,; 21. Alex H i l d, Gießen, Tv., 58; 22. Ferd. Löber, Heuchelheim, 58; 23. Hch. Braun, Daubringen, Tv., Karl Sopp, Obcr>Mörlen, und Llrthur Schneider, Marbiirg, Tgm., je 57'/,; 24. Hch. Möller, Gießen, Ai.-2., Wilh. Heyer, Kroidors, Wilh'. Gerlach, Großen-Linden, Jak. Fischbach- Wetzlar-Nieder-Girmes, Anton Braun, Hochelheim, Wilh. Hosniaun, Großen-Linden, und Anton Feuerstein, Ober-Mörlen, je 57; 25. Hch. Zecher, Staiiieuberg, 5Ö‘I3; 26. Wilh. Günther, Franten- berg, 56; 27. Wilh. -Schmidt, Biedenkov', und Karl Leib, Kroidori, je 55'/.,; 28. Ferd. Günstler, Nieder-Mörleu, Fritz Dreher, Bieden- lops, und Aug. Loos, Gießen, Tv., je 55 ; 29. Konrad Kitzler, Biltzbach, Hch. Härqes, Amöneburg, und Nik. Schneider, Cctere- hausen, je 54; 30. Fritz Gries, Bad Nauheim. Arthlir Pleitz, Marburg, To., Otto Lohmann, (ließen, M.-Tv., und Karl Textor, Leihgestern, je 53'/,; 31. Konr. Bücking, Alsfeld, und Eh. S ch m l d l, Gießen, M.-Tv., "je 53; 32. Hch. Fendt, Schlitz, Karl Boller, Muschenheim, rind Hch. Weil, Robheim, M.-Tv.. je 52'/,; 33. Karl Lchäser, Rodheim, Ai.-Tv., iind Georg Wahl, Gießen, Tv., je 51'/,; 34. Georg Mathäus, Nieder-Weisel, Konrad Wormsbaecher, Wehrda, und Paul Jacob, Steinfurth, je 51; 35. Wilh. Leidoli, Siaunheiin, Hch. Ameud, Treis a. d. L., Wilh. Schars, Laubach, und Jean Falk, Steiniurth, je oO1/,; 36. Jos. Faber, Neustadt, Konrad Grieb, Gambach, Ernst Schönsee, Biedenkopf, Karl Möfer, Grünberg, iind Ludwig Thönges, Steinfurth, je 50; 37. Wüh. Spanier, Scholten, 491 2; 38. Friedr. Reuter, Butzbach, Jost Faber, Hochelheim, Gg. Bechtold, N.-Wöllstadl, Hch. Fuhr, Wetzlar, Louis Streng, Krosdorf, und Hch. Schäfer, Steinberg, To. Gur Heil, je 49; 39. Louis Karder, Ruttershausen, Tv. Hut veil, Rich. Traber, Bad-Nauheim, Hch. Jung, Grüningen, >e 48''.; 40 lüg. Reuter, N.-Wcisel, Aut. Thönaes, Slemiurlh, Jak. Stein- müller, Rodheim, M.-Tv., Peter Dietz, Burgsolms, Kart Jughardi, Gießen, To., Karl Müller, Gladenbach, Peter Mohr, Wetzlar- dtiedcrgirmes, Herrn. Atalhe., Alsield, Hch. Bill, Naunheim, Hch. Hartmann, Alsfeld, je 48; 41. Franz Schmidt, Wehrda, Ehriit. Jsheim, Grüningen, Karl Mathes, Ober-Alörlen, Gottl. Georges, (sölbe, Karl Thöl, Gießeii, M.-To., Kunz, KranZgrill, Nieder» Weisel, je 47'/,, 42. Karl Steinacker, Alsleld, Wilh. Heil, Ober- Alörlen, Val. Heil, Ober-Mörlen, Karl Drescher II., Krosdorf, Otto Teichmann, Kirchham, Rich. Burkholdt, Marburg, Tv., Beruh. Heck, Marburg, To., Jos. Schraub, Ober-Mörlen, Tv., je 47; 43. Wilh. Erb, Täublingen, Tv., Hch. RöhrSheim, Krosdorf, Ludiv. Haub, Nieder-Weilel, Reinh... Weigel, Biedenkopf, je 46*,; 44. Fritz Henkelmann, Butzbach, Wilh. Schäfer, Leihgestern, Hch. Kämpfer, Wetzlar-Niedergirmes, verm. Er,ist, Aiarbach, Otto Kreiling, Heuchelheim, Friede. Wolf, Cölbe, Gg. Kornbaecker, Wehrda, Friedr. Knapp, Klein-Linden, je 46; 45. Wilh. Kraü, Staufenberg, Hch. Wolf, Steinfurth, je 45»/,; 46. Fritz Falkenheimer, Alsfeld, Eduard Rosenbaum, Hörnsheim, Karl Schäfer, Steinberg, Tv. Gut Heil, Phil. Lames, Grünmgen, Hch. HirlcS, Wetzlar-Nieder- girnres, Hch. Wiegand, Frankenberg, Hch. Schenk, Marburg, Tgm., Gg Roth, Marburg, Tgm., Emil Toepier, Gießen, Tv., je45Puukle.
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nutzte ich chr die Versicherung geben, daß bie Mächte richftens eine günstige Lösung herbeiführen würden. Die öasorgnis, duft die Kreter im Fälle der Nichtangliederung rii Griechenland sich empören würden, ist richtig. Die Lxeter werden sich nicht selbst umbringen und wenn sie die /Ltselmannen massakrieren würden, so werden diese bereit ernt, lieber zu sterben, als zu sehen, daß Kreta dem tür- isschen Reiche entrissen wird. Ließe man uns handeln, so träten zwei Divisionen genügen, um die Kreter zur Ver- rrunft zu bringen und wir würden ersuchen, unseren Truppen uropäische Militärs beizugeben, um unsere .Handlungsweise u kontrollieren.
I r.erung hat nun die Pforte ersucht, die Beantwortung _ \<t türkischen Anfrage wegen ter Haltung Griechenlands
-^55^ in ter Kretafrage bis Montag aufschieben zu dürfen. >_,5 verlautet, dies erfolgte auf Wunsch der Scl)utzmächte,
Lörscn-Wochenbericht.
— Frankfurt a. M., 6. Ang.
Im Einklang mit fall sämtlichen Auslandsmärkten hat das Geicyäil erheblich nachgelassen und die Tendenz ist schwächer geworden, wenngleich von einer Ermattung der Börse nicht gesprochen werden kann. In 9lein Port wie in Paris und London hat die A la hanssc . gerichtete Spekulation weitere Erfolge nicht erzielen können, obwohl beslinimle Gründe für die Abneigung gegen das Eingehen neuer Hausse-Engagements nicht bekannt gcivorden sind, will man sie nicht in der vorangegongenen slürinischen Au> wärtsbeivegnng stichcn. Namentlich in 2lew Pock hat sich das Knrsnioeau beträchtlich gehoben und anscheinend haben lich auch zahlreiche Engagements m nicht sehr kräftigen Händen an- gejanimelt, jo dav man, obwohl die wirtschaftlichen Berichte ans Amerika noch recht günstig lauten, mit der Möglichkeit eines T e n d e n z u m j ch w u n g e s zu rechiien scheint. Diese Annahnte wirkte auch auf die heimischen Märkte zurück, deren Festigkeit sich ztnn Teil auf die Tendenz der New Parker Börse gegründet hatte. Man geht mcht fehl, die ziemlich allgemein auifletietene Neigung, besiehende Halifse-Eiigagements zu lösen, in der Tatsache zu mchen, dae die Auiivartsbewegung m letzter Zett in zu raschem -tempo eriolqte und die Berichie aus dem heimischen Wirtschaftsleben ,ioch nicht' so vertrauensvoll lauten, wie man angesichts der Höherbewertung vieler Jnduslriepapiere erwarten mußte, -solche Twer- genz zivtscheu Hoffnungen und TcUjachen reizte die Spekulation ran
so mehr zu G l a l t st e l l u,l g e n , als letztere mein nom mit Gewinn durchzuiühren waren. Ein äußerer Anlaßfür die Börse, indem Hausselempo Halt zu machen, waren auch die Vorgänge in Svamen und politische Befürchtungen hinsichtlich.Kretas. Was die Stimmung der Börse ebenfalls stark beeinträchtigte, ivaren die Vorgänge auf dem Aiarkt der K o l o n i a l p a p t e r e. Die Meldung des Gouverneurs, daß die Angaben über Tiamantcnfunde mit größter Vorsicht aufzunehmen seien, hat eine starke Ernüchterung hervorgerusen. Erhöhtes Interesse zeigte die Spekulation weiterhin für Dl o n l a n p a p i e r e , deren Kurse ungeachtet der in den letzten Tagen vorgenommenen lltcalisationen immer noch ansehnliche Avancen gegen die Vorwoche zurückbehalten. Tie Tatsache, daß der Bochumer Verein mU seiner Dividende über die erwarteten 10 Proz. hinausgegangen ist, und dies bei Erhöhung der dlbschreibungen, machte einen guten Eindruck, da man daraus den Schluß zog, daß die großen Hüttenwerke von dem Taruieder- liegen der Konjunktur weniger betrossen worden sind, als man be- fürchtet hatte. Dies gab auch dem Markte eine Stütze, indem den vielfachen Abgabeir immer ivieder größere Meinungskäufe gegen- übcritanden. Andere Jndustrievapiere zeigen weitere Kurs- besserungcn, namentlich wieder die 2lklien chemischer Fabriken und elektrische Werte. Bankaktien stellen sich meist noch etwas höher. Bahnen lagen ruhig. In' Schiffahrts-Aktien fanden größere Abgaben statt, wobei die in letzter Zeit erzielten Kursbesserungen teilweise verloren gingen. Heimische Fonds traten trotz der zunehmenden Geldflüssigkeit aus ihrer Beriiach- lässigung nicht heraiis, hatten sogar eher unter Abgaben zu leiden, and) fremde Renten gaben zum Teil Bruchteile nach. — Privat- diskonto 2'tz Prc>
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber (einerlei Verantwortung.)
In Nr. 181 des „Wetzlarer Anzeigers" ist folgendes „Eingesandt" enthalten:
„Achtung!" heißt es in Nummer 179 des „Wetzlarer Anzeigers"! Ter Van der Bahn von Gießen nach Brandoberndorf rückt seiner Verwirklickmng immer näher, ebenso der wirtschaftliche. Schlag, welcher ter Wetzlarer Geschäftswelt durch die Ver- wirklichuTu, dieses Projekts zugesügt werden dürfte!
Achtung! Ja, wo sind die Leute, die hier die Augen offen halten? Der Einsender, wie überhaupt ein einzelner Mann kann hier nichts erreichen. Die Vertreter der Wetzlarer ft auf- Mannschaft, wo sind die? Vielleicht beschäftigen sich unsere Herren Stadtverordnetert in der am nächsten Montag statt- finbenten Sitzung mit dieser Angelegenheit! Am 1. Oktober sollen die — 3500 Mark £o|tenten — Vorarbeiten bereits! fertiggestellt sein, also es ist nötig, daß umgehend von berufener Seite Schritte geschehen, welche tem Projekt endgültig einen Riegel vorschieben, zumal dasselbe von Herren unterstützt wird, welche als Mitglieder unserer Kreisvertretung mit dazu berufen sind, das Blühen und Gedeihen des Kreises Wetzlar fördern« zu Helsen! ul.
Es sollte eigentlich überflüssig sein, darüber viele Worte zu tedieren. Doch die Sache ist zu ernst. — Gegen wen sich diese Äuslassmrgen richten, das können die Beteiligten wohl ohne Brille ersehen. Also „einen Riegel vorschieben", damit ein ganz beträchtlicher Teil des Kreises Wetzlar auch fernerhin von tem Verkehr abgeschlossen bleibt! So sorgt Wetzlar für Euch, Ihr Bewohner des ftleebachtales! Oder benfen die Herren etwa, daß Die Bahn vom Schützengarten Wetzlar bis Butzbach Euch irgend wc/lche Vorteile bringen fann? Man denke, eine Bahn von Wetzlar aus, die nicht an die Hauptbahnen angeschlofsen wird! Freilick) konnte man ja für vieles Geld und nach langer Fahrt durch den Schöffengrund von W. aus in das Kleebachtal gelangen. Aber wie steht es mit tem Güterverkehr? Es müßte z. B. ein Wagen Schlackensand ober Schlackensteine oder Zement, von ter Wetzlarer Hütte bezogen, über Gießen-Butzbach nach zweimaligem Umrangieren in das Kleebachtal befördert roerben. Gewiß ein billiges Vergnügen! Oder sollte der Einfluß des Herrn Einsenders bei der Bahnverwaltung so gwß sein, daß diese Mehrkosten etwa um */5 ermäßigt würden, weil W. die geplante Bahn wegen der notwendigen Brückenbauten nicht mit der Hauptbahn in Verbindung bringen mag!
Mit Spannung sehen auch wir, wie der He-cr Einsender/ der Sitzung der Stadtverordneten entgegen. Es soll dort wohl für das ftleebachtal, wie damals für das Solmsbachtal, eine größere Summe bereit gestellt werten!? Böse Menschen behaupten freilich, bie Herren Stadtverordneten hätten iur letzteres jegliche Unterstützung abgelehnt! Oder sollte sich ter Berichterstatter damals geirrt haben? —
Der Herr Einsenter hält Umschau nach den Vertretern ter Kaufmannsck^ift Diese sollen sicherlich dafür sorgen, daß die Landleute ja alles in Wetzlar cinfaufen. Aber wie machen es sehr viele Wetzlarer? „Man kaust auswärts besser und billiger und hat größere Auswahl", wird geantwortet. Wo kaufen z. B., verehrter Herr Einsender, viele Wetzlarer Damen ihre Hüte u. bergt ? Weshalb lassen denn dortige Geschäfte auswärts arbeiten? Sollten beim nnrklcch bie Wetzlarer Schneider nicht auch einen „besseren" Anzug unfertigen können? Ja, mein lieber Herr, so könnten Sie, wenn Sie gefälligst in Ihrer Stadt Vlad)trage halten wollten, gar manche Klage ter dortigen ft'auKeute und Handwerker vernehmen! Du wäre es doch wohl angebracht, totirn Sie und die übrigen Vertreter der Kaufmannschaft, denn einen Kaufmann vermuten wir doch sicherlich mit Recht in Ihnen, dafür Sorge trügen, daß Wetzlar, die „Kaufleute" mit einbegriffen, den Landleuten mit gutem Beispiel öoranginge. Erst selbst besser machen, dann kann man das auch von andern verlangen !
Sehr interessant ist es auch, daß Einsender von den Mitgliedern! der ftreisvertretung meint, sie seien „dazu berufen, das Blühen und Gedeihen des Kreises Wetzlar fördern zu helfen"! Er hat doch ivohl Ttur bie Stabt Wetzlar gemeint. »Oder weiß er nicht, daß bie Einwohnerzahl der Stabt erst ungefähr Vs der Einwohnerzahl des Kreises beträgt und daß außerhalb Wetzlars auch Leute wohne::, beten Wohl ter Kreisvertretung ganz besonders am Herzen liegen sollte? Wir können doch nicht gut annehmen, daß jene Herren, die ter Herr Einsender meint, wirklich so einfältig sind, zu ihrem eignen Nachteil nur für Ihren Vorteil zu sorgen. Dann: Armes, armes Land! Nein, bei uns ist, ganz genau wie . bei Ihnen in Wetzlar, Grundsatz: „Jeter ist sich selbst ter Nächste", und „Ter brave Mann denkt an sich selbst zuerst". —
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um 1. Swtcsh: rovioziilSivta«.
ums Kreta jedes Verfahren eliminiert werde, das den Chamer einer Einmischung Griechenlands trägt. Wir wollen ritte Erklärung, daß Griechenland sich in die Angelegensten der Insel nicht einmifchen wird. Wenn Griechenland c isrichtig ist bei seinen friedlichen Versicherungen, so wird e* dies durch Tatsachen bestätigen müssen, sonst glaube ich, werde ich gezwungen sein, den türkischen Geschäftsträger r-fiuberufen. Die Frage der Flagge und andere Fragen, .!»elche die Souveränitätsrechtc der Türkei berühren, müssen u mrittelbar geregelt werden. Die eigentliche kretische Frage kne später mit den Mächten geregelt werden. Die Mächte . ollen die Aufrechterhaltung des Statusqua sichern, aber V:efer Slatusguo ist unannehmbar, wenn er eine fremde ' mmischung zuläßt, die nufere Rechte verletzt. Hoffentlich iihrerr die Verhandlungen mit den Mächten zu einem gl stächen Resultat. Aber wir meinen, daß Griechenland sich den retem besser verständlich machen könnte, als die Mächte ■jtb daß es diesen damit einen großen Dienst leisten würde. I Or haben erklärt, wenn die Mächte die Einziehung der griechischen Flagge nicht bewirken, würden wir gez-wungen t m, triefet selbst zu tun." Tatsächlich ist die Lage der tür- ltzchen Regierung gegenüber der unbezähmbaren Erregung
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhefsen
bnr Konstantinopeler Berichterstatter des „Temps" mit dem l'kwßwesir über die kretische Frage gehabt hat. Der Groß- iwesir führte aus: „Wir haben am Donnerstag abend an )he griechische Regierung eine Mitteilung gerichtet, welche V'ajte, was wir von ihr erwarten. Wir verlangen, daß
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______üh der Bevölkerung von Monastir befahl, ruhig zu bleiben,
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entsenden.
Konstantinopel, 8. Aug. Die gerüchtweise ver- ' tatet, wird der Sultan eine Proklamation an das Volk wessen, in welcher er dasselbe zur Ruhe ermahnt und er- . MKtrt. es sei absolut fein Grund zur Beunruhigung vor- Händen, da Kreta türkisch bleibe.
Vergturnsest aus dem Gleiberg.
eh. Gießen, 9. Aug.
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wichsten Tagen eine englische Flotte in der Sudabai er» (tritten. Wie es heißt, wird auch Oesterreich-Ungarn, welches lich vollständig mit dem Vorgehen der Schutzmächte ein- r-ritonben erklärt haben soll, ein Eskadre in den Piräus


