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8.10.1909 Erstes Blatt
 
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Freitag 8. Oktober 1909

Erstes Blatt

159. Jahrgang

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General-Anzeiger für Vberhefsen

Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulftrahe 7. $ ü Ved?.

Nr. /

Der Sietzener erscheint täglich, außer Zonntags. Beilagen: viermal wöchentlich DiehenerZamilirnUätter; zweimal wöchentl.Ureir- blütt fürden Kreis (netzen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land wirlschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen:

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Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten.

sich kreuzen könnte.

Genie entgegen...

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i>er Spanier in Marokko gegeben Hut.

Paris, 7. Okt. Mehrere Blätter erörterten die heute »wöffenilich-e Erklärung des Generals d'Amade itnb äußern sich über dieselbe ziemlich absäl.ig. DerTemps"

1 siegt, man könne i unb Bedauern les

l in, das Messel (der kürzlich verstorbene hessische Baumeister. D. R.> und seine Schüler bauten, können die vornehmsten Architekten Europas lernen. Das einzige existierende Jbsen- thcater besitzt Berlin! Eines Tages wird das morgensrische Berlin schon um der Fülle des Stosses willen einen Roman­schriftsteller hervorbringen, der alle uns andere in den Schatten stellen wird.

... Das mächtige Reich sand den Weg zum Meer und über die Meere; es will weiter noch hinaus, hinaus! Der Jubel der tzunderttauscnde, der Jubel der Millionen braust der neuen Eroberung, der Eroberung der Lust durch das

ihm die französisch-1pani.schen Vdaroktoabkommen von 190-1 und 1905 vollständig unbekannt seien. Spanien habe bis­her seine Rechte nicht überschritten. Wenn G.'neral d'Amade verlange, daß Frankreich möglichst bald intervenieren solle, dann müsse man fragen: Wo, wie und gegen wen? Gegen Spanien oder gegen Muley Hafid? Soll Frankreich Taza, Fez oder gar Melilla besehen? Die Bevölkerung hätte einen bestimmten Rat vorgezogen. Unter diesen Umständen ist die Einmischung des Generals d'Amade vollständig unnütz und bedauerlich.

London, 7. Okt. Im Unterhause richtete Dillon (Nationalist) an die Regierung die Anfrage, ob die britische Regierung von der spansichen irgendwelche Versicherungen bezüglich der umfassenderen Ope­rationen in Marokko gegeben habe, ob irgend eine Tatsache zu der Annahme berechtigen könnte, daß Spanien eine Besetzung Tetuans oder eines bedeutenderen, mau­rischen Gebietsteiles plane, ob die britische Regierung von der spanischen sondiert worden sei und wie sie sich zu der­artigen Unternehmungen stellen würde. Parlaments-Unter­sekretär Mc. Kinnon Wod erwiderte, er müsse alle drei Fragen in verneinendem Sinne beantworten. Als hierauf Dillon weiter anfragte, ob das Parlament in Kennt­nis gesetzt werden würde, bevor die britische Negierung irgend einen Schritt zugunsten einer weiteren oder er­weiterten Aktion in Marokko tun werde, antwortete Mc. Kinnon Wood: Wir wissen von keiner Absicht Spaniens, die den vertraglichen Verpflichtungen zuwider liefe, oder die in irgendeiner Weise mit den Interessen Großbritanniens

Ein Vries vlsmarcks.

Zum Jubiläum des Dreibundes veröffentlicht der un­garische Historiker Professor Ed. v. Wertheimer in der Wiener N. Fr. Pr. einen angeblich bisher unveröffent­lichten Bries Bismarcks an den Grafen Julius Au- drassy in Angelegenheit des eben abgeschlossenen Bundes. Der Brief ist vom 29. September 1879 datiert und lautet: Berlin, 29. September 1879.

Melilla, 7. Okt. Durch Scheinwerfer des Leucht­turmes von Camellos wurden gestern abend im Ge­biete der Beni Sitar mehrere Trupps Einge­borene entdeckt, die sich hinter dem Gestrüpp verborgen hielten. Sobald sie sich bemerkt sahen, eröffneten sie das Feuer gegen die Vorposten von Melilla. Die Spanier erwiderten das Feuer und ließen eine Kompagnie einen Ausfall unternehmen. Das Gefecht währte iy2 Stunden. Später fielen nur vereinzelte Schüsse.

Madrid, 7. Okt. Nach Depeschen aus Zeluan er­richten die Spanier dort um das Schloß Ber­te i d i' g U n g s w e r c e ; auch > Geschütze schweren Kalibers sollen dorthin geschickt werden.

Madrid, 7. Okt. Der Ministerpräsident M a ur a er­klärte, er könne die konstitutionellen Garantien in Cat alo nien nicht wiederherstellen, da es seine erste Pflicht sei, für die öffentliche Sicherheit zu sorgen. Der Ministerpräsident gab jedoch Anweisungen, bei der Wahl­kampagne das Versammlnngörecht liberal zu handhaben.

VomDeutschenSchillerbund. In der letzten Hauptversammlung des Deutschen Schillerbundes begrüßte Professor Dr. Ed. Scheidemantel (Weimar) die erschienenen Mitglieder, indem er seiner Freude über die gelungenen Festwochen des vergangenen Sommers lebhaften Ausdruck gab. Aus dem Berichte des Schatzmeisters, Kommerzien­rats Döllstädt, ging hervor, daß die finanzielle Lage des Vereins äußerst günstig ist, da nach Abzug aller Kosten von den Mitteln des Schillerbundes zurzeit rund 13 000 Mk. zur Verfügung stehen. Trotzdem wurde der Beschluß ge­faßt, die Festspiele erst im Fahre 1911 fortzusetzen.

Eine komische Oper von Leoncavallo. Leoncavallo trug einigen Freunden seine neue OperMal- bruk" vor, die im Frühjahr gleichzeitig in Rom und Berlin zur Aufführung kommen wird. Das Werk ist eine burleske Oper. Der Stoff ist BoccacciosDeka- merone" entnommen und behandelt die lustige Täuschung eines Ehemannes, des Feldherrn Malbruk, durch seinen jungen Vetter. Die Handlung gemahnt stark an denRing des Gyges".

Cambridge, 6. Okt. Die Professoren E. Meyer und Otto Gierke, die von der Berliner Universität zur Feier der Einführung des Rektors zur .Havard-Universität abgesandt waren, wurden von dieser zu Ehrendoktoren ernannt. David Busch, der bekannte, aus Mainz- Kastel stammende Deutschamerikaner, sandte anläßlich dieser Feier aus Langenschwalb ach die telegraphische Mit­teilung, daß er seinen Beitrag für das germanische Museum auf 150 000 Mk. erhöhe.

Alenres LerrMetoir.

Ein Heine-Denkmal in Italien ist zur selben zi Zett in Vorrereituna, wo die freie und Hansc-Stadt Hamburg ' einen öffentlichen Platz für das aus Korfu verbannte Denkmal I des Dichters verweigert hat. Das Denkmal des großen deutschen Lichters kommt nun in den Lichthof emes großen Geschäftes, J ico es zwischen Heringstonnen und Tabakballen aufgestellt wird. Gleichzeitig aber kommt aus Bagnr dr Lucca, das Heme irr seinen Reiscbildern verherrlicht hat, bie Nachricht, daß bie 1 Meine Gemeinde auf der von Heine so bevorzugten Cypres s en-

1,6 he ein Denkmal errichten wird. Die Ausführung ist einem rnngen, hochbegabten Künstler, Francesco Patrone über­nagen worden, der in derselben Provinz ein Dante-Denkmal geschaffen hae. Natürlich haben sich in Deutschland wieder Stim­men geregt, die diesen Man als Reklame brandmarken wollten, c-ser um Deutschland stände es besser, wenn alle seine Bewohner teuf derselben Stufe wie die von Lucca ständen, wo sogar die 'Sauern Dank und Prttarca lesen. Welchen Beifall Lucca aber 11 Italien findet, das beweisen die Worte, mit denen vor einigen Tagen Carlo Menarci in derT r i b n n a" das Vorhaben d-r Bürgerschaft von Bagni di Lucca kennzeichnete:Die Bürger non Bagni di Lucca", so sckweibt er wörtlich,haben recht getan, *i beschließen, Heinrich Heine zum Andenken, an seinen Auf- ccithalt in jenen Bergen und in Anerkennung ferner aufrichtigen Wegeisterung für unser Land ein marmornes Denkmal zu er­schien . . . Willkommen sei in diesem Lande die Huldigung, bie Bagni bi Lucca mit der Zustimmung von ganz Italien dem Dndenken einer großen Seele darbringt. Die tfreujeit und die Poesie kennen keine Grenzen."

DieDänenund Deutsch! and. In einem Vortrag, iv>.n der dänische Dichter Hermann Bang in Kopenhagen gehalten. hat, plauderte dr in seiner witzigen Art über )einen 1 mgen Aufenthalt in Deutschland und über das neue deutsche »eich, das den Dänen trotz aller Nachbarschaft so fremd sei.

Wir Dänen, so sagte der Dichter u. a., haben viel zu viele sogenannte ttcffende Worte über Deutschland gebildet. Deutsch­land seimilitaristisch". Jawohl. .Es. trägt eine schwere eiserne Rüstung, weil es notwendig ist. Aber mit welchem Nutzen! Die deutschen militärisckfen Hochschulen lind me ber- vorragendsten Bildungsstätten der feinsten Gehirne.^ Weiter: Deutschland feiagrarisch". Ich sah aber die isanbtouften Schlesiens in Wald und Wiese verwandelt, ^as ^and bedarf der agrarischen Zollmauern, um ein Gegengewicht gegen die übermächtige Industrie zu schaffen. Deutschland feiohne Geschmack". Ja, es war ohne Geschmack. Aber fit dem Ber -

Das Ausland und der Kampf in Marokko.

Vielleicht hat Deutschland in der Tat zuerst die Anregung gegeben, sich von Spanien Aufklärung über dessen Absichten in Marokko geben zu lassen, denn es wird heute gemeldet, daß der spanische Botschafter erst am Donnerstag mittag im Pariser Auswärtigen Amte Erklärungen abge­geben hat. Spanien verkündet, daß es keine Eroberungs- felüste habe. Sv fällt denn ein öffentlicher Vorschlag des 'Generals d'Amade, des bekannten früheren Truppenführers il Marokko, auf einen schlechten Boden. Er hat voreilig >avon gesprochen, Frankreich möge Spanien zuvorkommeu mb marokkanische Gebietsteile besetzen. Damit wird zu­gleich in famoser Weise enthüllt, was von ben früheren Versicherungen dieses Generals, als er noch im Lande des Äherifen wirkte, zu halten war. Mehrmals war er eigen­nächtig im Schcrujagebiet vorgegangen, und immer war interner erklärt worden, es handele sich nur um die Her- tellung sicherer Zustände. Es stellt sich also heraus, daß "Amade ein begeisterter Eroberungspolitiker war, und uste hohen Auszeichnungen, die ihm in Paris trotz seines eigenmächtigen, im Ministerium scheinbar nicht gebillig­ten Borgehens verliehen worden sind, erscheinen heute in .einer neuer. Beleuchtung. Jetzt hat er freilich das amtliche Frankreich arg in Verlegenheit gesetzt.

Auch im englischen Unterhause ist die marokkanische .,-rägc aufgerollt worden, aber England hüllt seine An­sichten und Absichten in Schweigen.

Paris, 7. Okt. Einer offiziösen Meldung zufolge empfing Minister Pichon heute nachmittag den spani- jchen Botschafter, welcher Wert darauf gelegt habe, ähm persönlich die jüngst dem Direktor im Ministerium des : äußern, Pabst, abgegebenen Erklärungen zu erneuern, daß Spanien an seiner ursprünglichen Absicht festhalte, im Riff- . cbiete nur eine Polizeimaßnahme zu bezwecken und seine ..ttion auf die Züchtigung der Stämme der Umgebung Melillas beschränke. Pichon nahm diese Mitteilungen dan­kend zur Kenntnis.

Paris 7. Okt. Wie dieAgence HavaS" meldet, hat Spanien einen Tag, bevor es einige seiner t toter im Auslände beauftragte, sein Festhalten an dem vorher festgesetzten Programm über sein Borgehen in Ma­rokko zu versichern, durch seinen Botschafter tn Paris den­selben Schritt im Ministerium des Aeußeru -tun lassen.

Paris, 7. Okt. DerMatin" gab heute eine an­gebliche Untererredung mit General d'Amade wieder, worin dieser verlangt, Frankreich solle Spanien zuvorkommen und 2! a z z a b e s e tz en. Falls d'Amade die ihm zugeschriebenen Aeußcrungen nicht dementieren kann, wird er aller Voraus­sicht nach gemaßregelt werden.

Paris, 7. Okt. Der Kriegsminister ersuchte den General d'Amade, der sich gegenwärtig auf Urlaub in Motttauban befindet, um Aufschluß über die Erklärungen, t»ic er demMatin" über die militärischen Operationen

Verehrter Graf!

r , ...v . ~ Ich habe auf einen von Wien aus an Sc. Majestät den

der dteielbe ziemlich achalng. Der,,^,?mp-.> Kaiser abgesendeten Feldjäger eine Antwort noch nicht zu er- diese Erklärungen nur mit Ueberraschung langen vermocht. Jnfolgedeistn habe ich Sr. Majestät nicht vor- sen. General o Amade habe gezeigt, daß! enthalten können, daß mein Verbleiben im Amte von der An­

nahme des von uns beiden in Wien verabredeten Entwurfs ab- bangt. Ich habe diesen meinen Entschluß gestern meinen hrcu- ßischeu Kollegen mitgeteilt und dieselben mit der Tendenz inneres Entwurfes ohne Ausnahme einverstanden gefunden. Graf S l al­be rg begibt sich heute als Vertreter des Staatsministeriums nach Baden, um Se. Majestät auch seinerseits und im Namen des Gesamtministeriums nm Annahme meiner Vorschläge zu bitten.

Die Brücke, auf welcher mein allergnädigster Herr der­gleichen unhaltbare Positionen zu verlassen noch am ehesten ge­neigt ist, besteht in ciiient unter Vorsitz des Königs abzuhalten-- den Ministerkonseil. Ich gebe die Hofßlung nicht aus, daß Se. Majestät .zu diesem Zwecke demnächst nach Berlin kommen und dem einstimmigen Votum seiner Minister zugänglich sein werde. Sollte cs wider Envarten mißlingen, so würde ich in der Tat Ihrem Beispiel folgen und mein Amt niederlegim.

Inzwischen ist mir eine Entscheidung näbergetreten, welche den Beweis liefert, wie richtig die von uns vereinbarte Volittk wirkt. Ich habe direkte Nachrichten aus Livadia, roetebe be­funden, daß man dort, auf Grund, wie mir gesagt wird, baiipt- sächlich des Gesamteindrucks der Wiener Publizistik, über unsere Besprechungen ziemlich genau die Wahrheit vermutet. Man setzt voraus, wir hätten einen t er r i to r i a l en G a r a n t i e u - Be r- tr a g geschlossen; das Eigentümliche aber ist, daß diese Nachricht, weit entfernt, mit Empfindlichkeit aufgenommen zu werden, in aller Ruhe als ein satt accompli au^eiebcu wird, mit dein man' ?,u rechnen habe, und daß in der Politik des russischen Kabinetts, insbesondere der des Kaisers Alexander, sich augenblicklich ein volles Revirement zu friedlicher und defensioer Haltung vollzieht. Man stellt wieder die Entente ä träte mit uns beiden in den Vordergrund und scheint bereit, gegenseitige Verpflichtungen aus­zutauschen für die Aufrechterhaltung d.s Statusguo in der euro­päischen Türkei, so wie es aus dem Berliner Vertrag herv-orgehi, und für den Grmidsatz, daß territoriale Veränderungen daselbst nur mit Zustimmung der drei befreundeten Kaiserhöse gestattet sein sollen. Man äußert lebhafte Genugtuung darüber, daß durch die vorausgesetzte Verständigung zwischen Oesterreich unb Deutsch­land die Grundlage des Dreitäiscrverlstiltnisses wiederhergestellt und gesichert sei.

Ich darf Ihnen dieses alles bisher nur unter dem Siegel der tiefsten Verschwiegenheit mitt eilen, da meine Quelle eine sehr diskrete ist, aber auch eine sichere.- Ebenso darf ich Ihrer freundschaftlichen Verschwiegenheit den Eindruck unter trauen, der mir gegenüber diesen livadifchen Nachrichten, ,die fortdauernde Sorge meines attergnädigsten Herrn im Betteff russischer Erup­tionen über unsere Verständigung machen muß.

Ich bin sehr angegriffen unb ruhebedürftig unb beschränke mich auf diese wenigen Zeilen, die ich aber doch für Notwendig hielt, um Ihnen Gewißheit zu geben, daß ich fest an unserer! Abrede halte und das Gesck>äft nicht aufgebe. Ich bedauere, daß die Schwierigletten, denen ich begegne, zeitraubend sind und (Sie uiio mich m einer, mir wenigsten^ schwer erträglichen Un­gewißheit in suspenso erhalten. Das Ergebnis wird aber, wenn auch nicht prompt, doch meiner- Ueberzeugung nach das von uns ersttebte sein. Nur bitte ich Sie, nickt iurzer Hand die (j>ebulb zu verlieren; hohes Alter und räumliche Trennung wollen ihr Recht haben.

Mit der Bitte, mich 'der FraN Gräfin zu Gnaden zu emp­fehlen, in freundschaftlicher Verehrung der Ihrige

v. Bismarck."

Neun Tage später, am 7. Oktober, hatte Kaiser Wil­helm den Bündnisvertraq unterzeichnet. Die russische Poli­tik, die bis dahin Deutschland keineswegs immer freund­lich gesinnt war, schwenkte plötzlich um, und so war der deutsch-österreichische Bund tatsächlich gleich von Anfang an eine Bürgschaft für den Frieden.

*

Aus Rom meldet man: DieTribuna" stellt in einem Artikel über das 30jährige Bestehen des deutsich- österreichischen Bündnisses mit Genugtuung fest, daß man in Berlin und Wien Italien als par interpares im Dreibunde ansehe. Sie betont weiter, daß der Dreibund eine strategische Position ersten Ranges zugunsten des Friedens sei und daß es seinem Bestehen auch zu ver­danken sei, wenn der Zweibund einen immer friedlichen Charakter bewahrt habe. Dies sei ein Faktum, das nicht nur historische Ledeutting habe, sondern auch fttr die kunft von Wichtigkeit sei.

Eme neueVerkehrLserbindurg von Europa noch Indien.

Bremen, 7. Okt. Der Norddeutsche Lloyd hat mit Sir John B. Ellerman Bart, Eigentümer der Eller- man Lines os Steamers und der City and Hall Lines, einen Verbandverkehr von Europa nach Indien ein­gerichtet, d. h. beide Linien geben von jetzt an ermäßigte Durch fahr karten aus, welche einerseits zur Benutzung der Lloyddampfer von Bremen, Hamburg, Rotterdam, Ant­werpen, Gibraltar, Algier, Genua oder Neapel Port Said oder Suez oder von Mauseille oder Neapel nach Alexan­drien, anderseits zur Benutzung der Dampfer der Ellerman- Linie von Port Said oder Suez nach Bombav, Karachi Co­lombo, Madras und Kalkutta und umgekehrt berechtigen. Die Hin - und Rück fahr i art en, bei denen eine Unter­brechung der Reise und ein Uebergang von einer Linie auf die andere in Aegypten vorgesehen ist, haben zweijähr. Gültigkeit. Auf Grund der Hin- und Rückfahrkarte kann indes auch die ganze Reise von Europa nach Indien mit dem Reichspostdampser des Norddeutschen Lloyd und die aanze Rückreise mit dem Dampfer der Ellerman-Linie und umgekehrt unter Nachzahlung bezw. Rückvergütung der je- weiligen Preisdifferenz ausgefüyrt werden.______________

vom meckieilburgisch-fchwerinischen yos.

DenMecklenburgischen Nachrichten" gehtvon zustän­diger Stelle" nachstehende Erklärung zu:

Ein Artikel derRheinisch-Westfälischen Zeitung", in dem der mecklenburgisch-schwerinische Hof als Element der Begünstigung partitularistischer und welfischer Be­strebungen geschildert wird, hat in einer größeren Anzahl Blätter^ u. a. in denHamburger Nachrichten" und dem Hannoverschen Kurier" Aufnahme gefunden und wird in der Presse teilweise noch weiter m gehässiger Weise 'kommentiert. Es erübrigt sich, auf die Einzelheiten näher cinzugehen. Wir wollen nur konstatieren, das; die Fürsten und Regierungen Mecklenburg-Schwerins allezeit treu zu Kaiser und Reich gestanden und auch diese Gesinnung