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Drittes Blatt
15S. Jahrgang
Nr. 261
Samstag 6. November 1909
tzrlcheml täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „fttßener ^amilienblättcr* werden dem Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das 'xrdsblaü fär den Kreis Glehen" zweimal wöchenilich. Dre „randwirlichaftlichen Seil» fragen" erschemen monatlich zweimal
Gieh ener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
Rotastonsdruck und Verlag der Br üblichen Unwersuärs - Buch- und Stembrudereu R. Lange. Gießen.
Redaktion. Exvediston und Drnckeret: Schul- ftraße 7. Expedition und Verlag: ÖL
Redaktion: e-0112. TeL-AdroAnzergerGießen.
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(Verlag Bruckinann, München. Mir dem eben erschienenen Novemberheft beichlreßt „Die Kunst- die Reihe der diesjährigen illustrierten AuSstellungsberichie. Von den beiden dieses Mal behandelten Ausstellungen — die ausländlichen Abteilungen im Glasvalafl München 1909 und die Ausstellung chlistlicher Kunst in Düsseldorf — hat besonders die letzte großes Interesse gefunden; der mit großer Sorgfalt illustrierte Aussatz oon Pros. Max Schmid über diese Ausstellung ist deshalb besonders wertvoll. — Am zwei andere Monographien des Heiles sei noch besonders hingewieseu: die erste über I. B- C i f f arz. der längere Zeit der Darmstädter Künstler^Kolonie angehörte, die zweite, über den Atünchener
auch bei ihnen durch Anwendung von Scotts Emulsion eine gedeihliche Entwickelung herbei« zufuhren. ScotlS Emulsion enthält in leicht verdaulicher Form eine Reihe wichtiger Bestandteile, die für die Entwickelung eines starken, geraden Knochenbaues unentbehrlich sind. Im Gegensatz zum gewöhnlichen Lebertran schmeckt Scotts Emulsion angenehm suß und wird darum auch wohl immer gern genommen. Scotts Emulsion ist nur echt, wenn die äußere Packung die nebenstehende, wohlbekannte Schutzmarke — der Fischer mit dem Dorsch — aufweist.
Das dreifache Gewicht."
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Mutter, die Aehnliches mit ihren kleinen durchzumachen hat, sollte nicht zögern,
* Eine spaßige „Neueinteilung" der Länder deutscher Zunge hatte der Fabrikant £>., der Erfinder eines Kunst- Tummis, vorgenommen, gegen den eine Klage wegen rückständiger Broaiiion vor dem Berliner Kaufmannsgericht schwebte. Er hatte mit seinem Reisenden Emil P. einen Berttag geschlossen, worin es heißt: ,^Jch übergebe Herne P ab 1. Oktober 1908 die Provinzen Ost- und Westpreußen. Sachsen, Posen, Schlesien und übertrage ihm das Recht, über diese Provinzen nach freiem Ermessen zu verfügen. Auch ist der jöerr P. berechtigt. Entdeckungsreisen na» Sehern und Württemberg zu machen unb sich durch EvIetK und Tatkrast diese Lande-steile zu erobern. Schleswig-
Wiederkehr der Leutenot?
Unter dieser Spitzmarke schreibt die .„Arbeitsmarkt- Korrespondenz' des ehemaligen Genossen R. Ealwer:
Zum ersten Dtale seit dem Beginn des wirtschaistichen Nieder- oanös zeigt fich im September am lanowtrtscha'llicheu Arbeits- 0101116 eme Abnahme des Arbeiterunqebolss gegenüber dem Doi- ahre Seitdem die Krise am gewerblichen Arbeitsmarkte eingesetzt kaue' war ein großer Teil Arbeitsuchender, brauchbarer und weiu'aer brauchbarer, auf den landwirtichaitltchen Arbettsrnarkt geflutet Dadurch wurde die Auswahl nir die Laudwirlichaft be- deutend reichlicher, aber auch der Bedari konnte besser gedeckt werden. Im laiüenden Fahre überliiea bis zum September das Auaebot in der Landwirtschaft das vorjährige Atonal für Monat: im September zum ersten Male bleibt es hinter dem Vorjahr zurück In den Monaten August und September betrug nämlich der Andrang Arbeitsuchender auf je 100 offene Stellen: August 1808: 102.1 August 1909: 109,9, gegen 1908 + 7,8; September 1906: 117 3* September 1909: 103,5, gegen 1908 — 13,8.
'Tie Veränderung tritt sogar gleich ziemlich scharf hervor, das Minus gegenüber dem Vorjahr ist schon recht hoch. Ergibt stch auch im Vergleiche zu 1907 noch em Mehrangebot m diesem Lafore so steht doch angesichts der zunehmenden Besterung am gewerblichen Arbeitsmarkte wieder eine Rückkehr der Leutenot tn der c-andwirtschast bevor. Im Vergleich zum September vorigen Wahres Hal sich in der Provinz Brandenburg ohne Berlin das Angebot sichtlich verstärkt, wenn auch an eine Deckung des Bedarfs nicht zu denken i|L In Schlesien hat der Leutemaugel ein wenig abgenommen, in Schleswig-Holstein, Bayern und dem RÖnigreidie Sachsen hat er sich dagegen noch etwas verschärft. 3n Brandenburg betrug der Andrang im September 86,3 gegen 80 7 m Schlesien 67,8 gegen 65,1. in Schleswig-Holstein 8b,2 gegen gg'n' in Bayern 78,4 gegen 86,8, im Königreich Sachsen 83,6 8e0en9luct) nach Ealwer steht also der deutschen Landwirtschaft schon wieder eine noch größere Notlage auf dem Gebiete der Versorgung mit Arbeitskräften bevor. Denn in Wirklichkeit handelt es sich ]a nicht nur um eine Rückkehr der nur zeitweilig etwas gemilderten Leutenot, sondern um die Wiederkehr eines verschärften Leutemangels.
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Mühlacker (Wurst.), 3. Avril 1908.
.Mit 10 Wochen war unser kleiner Alfred noch io zurückgeblieben, daß er kaum 6 Pfund wog, da die ihm dargereichte Rabrung ihn nicht recht zu frä'tigen schien. Wir versuchten nun, dem Kleinen reinen Lebertran zu geben, doch verfehlte dieses Aiittel seinen Ziveck vollständig, da der Junge eben zu schwach war, um es verdauen zu können. Ta griffen wir beim, als alles nicht anjchlagen luoliie, Ui Scotts Emulsion und können heute nut Freuden nutieilen, daß dikse gerade Wunder wirkte, denn von dem Tage an, wo wir ScottS Emulsion angewandt haben, trat eine vollständige Aenderuug im Befinden unseres Söhnchens ein. Er nahm die Nahrung wiedec gern, kam nach und nach nueder zur Ruhe und fchläit jetzt mit die ganze Nacht hindurch. Bemerken möchten mir noch, daß das Kind heute gerade em Jahr alt und ist fast das dreifache Gewicht hat." (gez.) I. Kaiser.
9hn echt mit dieser Dtarke—demFischer — dem <5c"itte» jfiäcn iz. -ütt* Iqyt Ißc. ^,.«u>t
bann verzichtet, kann &err P. die Provinz in Besitz nehmen. Die Mark Brandenburg bleibt dagegen einzig und allein in meinen Händen. Die Abtrerung der österreichischmngarischen Monarchie mache ich davon abhängig, daß sie im ersten Jahre mindestens 10 Mille abwirft." Auf die Fragen der Kaufmannsrichter, wie dieser absonderliche „Staatsvertrag" zu verstehen sei, erwiderte der Beklagte, daß die benannten Länder und Provinzen an sich nicht etwa ihm und seinen Reisenden untertänig werden, sondern ich nur von der Güte des von ihm erfundenen Kunstgummis gefangennehmen lassen sollten. Mit dieser Güte scheint es aber nicht weit her zu sein, denn der Reisende eroberte nichts und legte für die im Vergleichswege gezahlten 20 Mk. alle ihm überlassenen Gebietsteile der Erde in die Hände des Verteilers zurück.
* Gesetz! i ch geschützte Raubvögel.^ Tie verkehrte Ansicht, als ob feder Raubvogel vom jagdlichen Standpunkte als schädlich anzuspreck,en sei, ist neuerdings aufgegeben worden. Wie Trüber schon die in der vauptsache von Mäusen und Insekten lebenden Eulen, so schützte man später den reisenden Turmfalken, der ebenfalls von Abäusen und Kerbtieren lebt, und seit kurzem sind auch unsere beiden Bussarde, der Mäuse- und der Wespew- bussard, sowie der nordische, im Herbst vielfach bei uns einrückende Ranhfustbussard durch Reichsgesetz gesckstitzt. Tie Kropf- und Magen- untersuchnngen, die Regierungsrat Pros. Tr. G. Rörig von der Kaiserl. Versuchsanstalt für Land> und Jorstwirtschast zu Tahlem bei .Berlin an vielen Tausenden von erlegten Bussarden vornahm, haben ergeben, daß alle Bussarde zur Hauptsache von Mäusen, Insekten und bergt leben, daß es also ein heiler Unsinn ist, sie der Wildl)ege halber zu sangen ober zu schießen. Wenn sich im Kropfe eines Bussards Hasemvolle oder Federn von Neb- Hühnern oder Fasanen fanden, so war das zu allermeist nach Eröffnung der Jagd auf diese Wildarten der Fall; folglich ist anzunehmen, daß es sich um angeidyjn'cne unb an den Folgen des Schusses verendete Stücke handelt. Ta unsere großen Raubvögel auch in wissenschaftlick>er unb ästhetischer Hinsicht von Bedeutung sind, werden In den preußischen Fiskal- und Dominial- sorsten auf Verfügung des Landwirtschaftsministeriums jetzt auch sämtliche Adler, der Uhu, der Wanderfalke, der rote uito der braune Milan sowie die dem Aussterben nahen Kolkraben und Schwarzstörche gefdont, auch haben die meisten Jagdschutzvereine es aufgegeben, Preise auf das Erlegen dieser Vögel zu setzen.
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