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Dienstag 6. Juli 1909
Nr. 155
Zweites Blatt
159. Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag?.
J 881
Geneml-AnZelger für Gberheffen
1U00 kg je nach Vi. ucck, wobei
orivsche in
klammern ()
beigeiugt ist, wie
Haier
256,00
(—
Die Heimreise
+ 20,6 0 C.
Höchste Temperatur am 5. Juli
= + 13,40 C.
Niedrigste
5.
Verantwortlich für den politischen Teil i. V.: E. Heß.
Handel
des
3%% Beichsanleihe
3°/,
do.
116.60
145.10
*
66.35
99.40
die Einwohner- Kricgerkamerad-
230.00
109.45
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99.40
95.80
20.90
154.70
129.00
6. Juli. Anfangskarge. Harpener Bergwerk . Laurahütte ... Lombarden E. B. , « Nordd. Lloyd • . • Türkenlose . . • •
4.25).
6.75).
1.00),
Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schnckert . . , Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg • Amerik. Paket! Harpener Bergwerk. . . Laurahiitte ...... Nordd. Lloyd.....
Oberschles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. • . Darmstädter Bank . • . Deutsche Bank . . . Deutsch - Asiat. Bank . . Diskonto-Kommandit . • Dresdner Bank . . . • Kreditaktien.....
Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn . . . « . Gotthardbahu . . . . » Lombard. Eisenbahn. . . Oesterr. Staatsbahn . . . Prince-Henri-Eisenbahn .
95.25
85.90
95.25
85.80
94.75
nach Grebenhain, wo sic verbunden wurden.
konnte mit der Bahn gemacht werden.
X Nidda, 5. Juli. Mit Spannung sah 'chast Niddas dem B e z i r k s k r i e g e r s e st der
62.20
64.00
99.00
96.00
91.80
144.60
49.40
Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
lebten Atarktlage in Mark pro das Mehr (4-) bezw. Weniger
Ludwig Webrum IL, «ibgeilrrll.
118L5
124.90
192.00
179.30
116.85
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89.50
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131.00 -
242.70
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152.70
200.20
Tie „Eichener Familienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Areirblatt für den Kreis Eichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit« fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: s^51. Redaktion:L^112. Tel.-Adr.: Anzeige'. Gießen.
Ms M A Neustadt d.
190.20
184.70
20.90
Meteorologische Beobttchtnngen
der Station Gieße».
Telefonische Knirsberic&ite
Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen, Frankfurter Börse, 6. Juli, 1.15 Uhr.
Aus Stadt Uttd LattS.
Gießen, 6. Juli 1909.
•• Die naturwissenschaftliche Abteilung der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde hält Donnerstag, 15. Juli, 8l/i Uhr abends, im Hörsaale des physikalischen Instituts eine Sitzung ab. Prof. Dr. W. König wird Demonstrationen über den Luftwidetstand vocführen und Prioatdozent Dr. K. Uli er wird über die Grundlagen der Luflschiffahrt und Flugtechmk sprechen. Die beiden Vorträge sollen eine einführende Vorbereitung zu einem Besuche der internationalenLuftschiffahrtsausstellung bilden, den die Gesellschaft mit ihren Mitgliedern plant. Da diese Ausstellung erst am 11. Juli eröffnet wird, verspätet sich der diesjährige Sommerausflug um einige Wochen, lieber den Tag des Ausfluges soll in dcr Sitzung beraten werden; es kommen dafür der 30. und 31. Juli in Betracht. An diesem Ausfluge und der Sitzung am 15. Juli können auch alle jene teilnehmen, die auf die im vergangenen Winter stattgehabten naturwissenschaftlichen Vorträge abonniert waren.
•• Kinematograph. Die Vorführung des 800 Meter langen Kunstfilms im Theater lebender Bilder hat einen sehr großen Besuch gezeitigt. Tas Weck „Der Totschläger* nach Zolas gleichnamigem Roman wird bis zum Programm- Wechsel noch zur Aufführung gebracht. In der Darstellung de§ Kinematographen sind alle häßlichen Szenen des Romans ausgeschaltet und doch macht das ganze einen lückenlosen Eindruck. Die verbliebene Handlung ist volksbildend und dabei lebenswahr gezeichnet.
** Oessentliche Lesehalle. Im Juni wurden 2090 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1032, Zeitschriften 265, Jugendschriflen 299, Vers» dichtungen und Dramen 68, Literaturgeschichte 16, Länder- und Völkerkunde 71, Kulturgeschichte 30, Geschichte und Biographien 94, Kunstgeschichte 23, Naturwissenschaft und Technologie 86, Heer- und- Seewesen 17, Haus- und Landwirtschaft 8, Gesund- Heckslehre 6, Religion und Philosophie 37,_ Staaiswlssenschafl 15, wprachwissenschaft'8, Fremdsprachliches 15 Bände. Nach auswärts kamen 83 Bände.
** V. H. C. Einem alten Brauche folgend, der die Zweig- vereine des Vogelsberger Höhen-Elubs alljährlich am ersten Sonn- tage im Juli auf den H o h e r o d s k o p s zu festlichem Gelage »uinninienjüljrt, hatte auch am vergangenen Sonntag der Gießener V. H. E. unter starker Beteiligung '.über 60 Personen- seinc^Schritte nach dem hohen Vogelsberg gelenkt. Unter kundiger Führung durch den Bcuderverein Schotten ging es, nachdem das freundliche Schotten passiert war, durch ein idyllisches Tal an mehreren Muhten Vorbei nach Rudingshain, wo für hungrige und durstige Kehlen reichlich Gelegenheit zur Aetzung geboten war. Hinter Rudingshain begann der Aufstieg, der zuerst kräftig aifcic, doch all; ich
Märkte.
Gießen, i 6. Juni. Marltbericht. 9lui heutigem Wocken- marlte kostete:' Butter pr. Pfd. 1.10—1.20 Mk., Hichuereier 1 St. 7—8 Pfg., Enteneier 1 St. 8 Pfg., Käse pr. St. 6—8 Pf., Erbsen p. Pfd. 00—00 Pfg., Linsen p. Pfd. 00-00 Psg., Tauben pr. Pr. 0,80-1,00 Alk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Alk., Gänse pr. Pfd. 60—70 Pf., Enten pr. etüd 1,80 bis 2,20 All., Ochs en fleisch pr. Pfd. 76—84 Pfg., Siuh- und lliindsteisch pr. Pfund 70—80 Psg., Schweinefleisch pr. Pfund 70—90 Pfg., Schlveineflcisch, gesalzen, pr. Pfd. 94 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—74 Psg., Hammelfleisch pr. Pfd. 60—84 Psg. Kartoffeln pr. IM Kg. 7.00—7.50 Mk., Zwiebeln per Pfd. 0,15—0,00 Alk., Alilch per iJitev 20 Psg., Weißkraut per Stück 00-00 Psg., per Zentner Alk. O.OO-O.Oü., Aepsel per Ztr. 0—00 Alk., Birnen per Ztr. 00—00 Mk. Nüsse 100 Stuck 00—00 Pfg., per Ztr. 0-00 Alk., Kirschen per Psd. 25-00 Psg. Aiarktzeit von 7—1 Uhr. _
kv. Frankfurt a. M., 6. Juli. Heu- und S t rohm a r k t. Angefahren ivaren 7. Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für Heu Mk. 5.00.-5.50, Stroh Alk. 0.00-0.00. Alles je 50 Kg. Tie Zufuhr kam aus den Kretjen Gelnhausen unchDieburg, Geschäft langsam. __________________
Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Juli September 229.00 (— 5.00). Budapest Ott. 226.10 (— Paris Juli 211.4; (— 6.90). Liverpool Sept. 193.35 (— Chicago Juli 176.35 (— 1.90). Roggen: Berlin Juli 194.50 (— 0.25). September 184.50 (— 3.25). Haser: Berlin Juli 182.00 (— 7.00), September 171.00 (- 3.50) Mk._______________________
(—) gegenüber der chlgt:
Roggen
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‘*81.1.
und
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Getreide-Wochenbericht
der Preisberichtstelle de? Demschen Landwirtschastsrats vom 29. Juni bis 5. Juli 1909.
Während der ersten Wochenhälfte machte die Festigkeit auf dem internationalen Getreidemarlle unter dem Eindruck erhöhter amerilanischer Forderungen und fehlenden russischen Angebots weitere Fortschritte. Daran vermochte zunächst auch der Umstand nichts zu ändern, daß Amerika güitstig über die im Zuge befindliche Weizenernle berichtete und auch Rußlands Ernteaussichten andauernd günstig beurteilt wurden. Von den übrigen europäischen Produktionsgebieten hatten in der letzten Woche nur Frankreich und die Donaumonarchie über den Witteruügsverlauf zu klagen, doch scheint man auch dort die Situation zuletzt weniger ernst als bisher-aufzusassen. $n Deutschland haben sich die an das günstige Wetter der zwecken' Jnnihülste geknüpften Erwartungen insofern erfüllt, als der Roggen seinen Stand wesentlich gebessert hat und iiach der seitens der Preisberichtstelle dm 1. Juli Dorgenommenen Schätzung, die für Deutschland einen Durchschnitt von 92,2 gegen 100,8 im Bo nah re ergibt, immerhin eine Miltclernte erwarten läßt. Dem gegenüber bleiben die Aussichten für Weizen nach wie vor wenig befriedigend. Dies und der Umstand, daß zu den hier geltenden Herbstpreisen vom Auslande Weizen nicht zu kaufen rt, ließ das Interesse für Herbsttermine anfangs wieder schärfer hervortreten, und da Jnlilieferung vernachlässigt blieb, konnte sich der Deport wieder ein wenig verringern. Roggen war im Anschluß an Weizen zeitweise fester, zumal die Vorräte am Platzt sehr zusammengeschrumpst sind und nach Ausnahme mäßiger Andienungen mehrfach Teckungs- begehr vorlag. Während Juli seinen Stand seil acht Tagen nur wenig verändert Hal, war Herbstliefernng infolge der günstigeren Beurleilung der sttoggenfelder zum Schluß malt und ungefähr 3 Mk. billiger als vor acht Tagen. Auch Hgfer zeigte zuletzt schwache Haltung, da man Andienungen von bulgarischer Ware fürchtet. Das Angebot vom Jnlaude rii nach wie vor knapp und teuer, uni> der yanbcl weigert sich in letzter Zeit umsomehr, die geforderten Preise zu bewilligen, als der Konsum große Zurückhaltung betäubet. Gerste und Mais waren aus eingerrossenen. Dampfern wieder etwas vorteilhafter zu kaufen.
Es stellten sich du Preise tut indisches Getreide am
^geböte unter M
Anzeiger erbei WM MM r Sthibädcrei kundig, tuiü «« Gnttitt flefiK ©Mlunn geiucbt. M 1 »cmaun Ullrich 11., _ Lauterbach tCberöeüent
schäft Hassia entgegen. Waren die Vorbereitungen bis in's Kleinste getroffen — nur eins schien einen Strich durch die Rechnung zu machen — das Wetter. Die ganze Woche Regen und in den Wetterberichten Prophezeiungen von weiterem Regen. Doch mit einem Male wurden alle Befürchtungen zerstreut, als gestern blauer Himmel und Sonnenschein hervorkam und rasch den durchnäßten Festplatz trocknete. Mittlerweile hacke die Stadl fich mit Tamten- grün und Fahnen geschmückt. Eine Ehrenpforte bewillkommnete die Gäste; 18 Kriegervereine waren gekommen. Mit ihnen vereint die zwei oberen Schulklassen und die hiesigen Vereine bildeten sie einen imposanten Festzug, in dem auch die Festjungfrauen nicht fehlten, und der sich nachmcklags, nachdem die Eingeladenen erschienen und begrüßt waren, mit zwei Musikkorps nach unserem städtischen Festplatz in Bewegung setzte. Auf diesem waren große Zelte zur Aufnahme der Gäste, verschiedene Buden und ein Tanzplatz ausgeschlagen. Dort anßekommen folgte die Begrüßung der Anwesenden durch den wegen Erkrankung des Oberst Weimer damit betrauten Feuerwehrinspettor V e tz b e r g e r. Sie schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Kaiser und Großherzog und wurde beantwortet mit der Nationalhymne.- Hierauf hielt der Bezirksvorsitzende Lehrer Jung aus Ober-Mockstadt die von patriotischem Geist durchwehte, alle Anwesenden begeisternde Ansprache und schloß mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland. Beantwortet wurde die Ansprache mit dem gemeinsamen Gesang von „Deutschland, Deutschland über alles". Kamerad Kessel gedachte der Veteranen. Nach Erledigung dieses offiziellen Teils folgten Vorträge der Kapelle Hirgen aus Lich und Volksbelustigung. Nur zu früh schlug die Scheidestunde, aber gewiß ist auch durch dieses Fest das Band der Kameradschaft wieder auf» neue gefestigt, die Liebe zu Kaiser und Reich, zum engeren und weiteren Vaterland wieder neu belebt worden.
Krofdorf, 5. Juli. Das 40 jährige Bestehen des Kriegervereins wurde gestern unter Beteiligung der übrigen Oris- Dcreinc, sowie fast der gesamten Einwohnerschaft und vieler auswärtigen Vereine begangen. Der Kriegerverein hatte ehemals nur aktive Mitglieder, deren Zahl aber heute merklich gelichtet ist. An ihre Stelle wurden später jüngere Leute aufgenommen, so daß der Verein jetzt 44 Mann zählt. Kaum hatte der Festzug die geschmückte Orlspraße passiert, jo füllte sich auch schon der Freundsche Garten bis auf den letzten Platz. Dr. Seipp hieß alle Erschienenen willkommen und ließ ein dreifaches Hurra auf den Kaiser ausbringen, welchem die Kaiserhhmne folgte. Hauptlehrer Hoffmann I. hielt die Ansprache und der Gesangverein „Germania" trug mit großem Geschick mehrere Chöre vor. Die verstärkte Krosdorfer Kapelle spielte fleißig zum Tanze auf.
37,% Konsole . . . . 3% do. . . . .
37,% Hessen . . . • . 37,% Oberhessen . . . 4% Oesterr. Goldrente. . 4%% Oesterr. Silberrente. 4% Ungar. Goldrente . . 4° o Italien. Rente . . . 3°/o Portugiesen Serie I . 8% Portugiesen „ III . 47,% russ. Staatsanl. 1905 47,°/o Japan. Staatsanleihe 4% Couv.Tttrken von 1903 Türkenlose . . . .
4% Griech. Monopol-Anl. , 4% äussere Argentinier « 3% Mexikaner . . , .
47,% Chinesen . . . •
Aktient
Bochum Guss . . . • .
Buderus E. W. . . « .
Tendenz: fest.
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Ais Krankenkost, Kräftigungsmittel unübertroffen. München. 22. Febr. 1909. Mit Freuden kann ich Ihnen mitteilcn, daß Ihr „Bioion" außerordentlich viel zur Wieder- erlananng meiner Gesundheit beigetragen hat. Voriges Jahr hacke ich Blutbrechen und trotzdem ich 2 Monate in einem Sanatorium war, hat sich dasselbe nach 3 Monaten wieder eingestellt. Meine Kräfte sind dadurch so geschwunden, daß ich allein das Bett nicht mehr verlassen konnte und ich sowie meine Familie alle Hoffnung ausgegeben haben. Eine mir zur KenniniS gelangte Empfehlung Ihres Präparats veranlaßte mich, einen Versuch damit zu machen. Nach Verbrauch des ersten Pakets schon hatte ich 1 Kilo an Gewicht »ugenommen. Jcb habe 3 Pakete „Bioson" verbraucht und bin jetzt wieder so hergestellt, daß ich meinen Dienst wieder machen kann. Aste meine Freunde und Bekannten wundern sich, daß ich mich so rasch erholt habe und so gesund aussehe. 3d) werde „Bioson" noch weiter trinken und kann dasselbe, besonders jedem Lungenleidenden, zur Kräftigung auf das Beste empfehlen. Hochachtungsvoll! Joies Weingartner, Cbertotirrollcur, Hosmannnr. 6211. Unterschrift beglaubigt: R 0 ih, Nmar. Bioion ist das beste und billigste blutbildende Kräftigungsmittel. Paket 3 Mark in Apotheken, Drogerien. Man frage seinen Arzt. b17/»
sich zu sanfter Steigung Verringerte. Es war eine abwechsc- lungsreiche Waitderung, die teils durch träumenden Sannenforft, teils über blumige Bergwiesen, vorbei an der Ruine Horst, einer mächtigen Lasaltstcingruppe. bis zum Bergesgivfel führte. Hm uni> wieder ermöglichten Waldlichtungen reizende Ausblicke aus Berge, Täler und Schluchten. Goldener Sonnenschein strahlte vom blauen Himmel hernieder und friedliche Ruhe, von trillerndem Lerck-enschlag unterbrochen, lagerte über der von würziger Höhenluft durchdrungenen Landschaft. Von fern her grüßten Gackerstein, Btlskein unb Hoherodslopf, vor dem das Klubhaus des V. H. E. zu gastlicher Einkehr einlud und das die Wanderer in ca. 3 itünbigem Marsche erreichten. Hier oben hatte inzwischen ein fröhliches Treiben begonnen. Außer der biederen Landbevölkerung, die sich hier alllährnch ein Stelldichein gibt, waren die Zweigvereine des V. H. E. in hellen Scharen herbeigeeilt, allen voran die wackeren Frankfurter in stattlicher Zahl. Der uner- müdlick-e, rührige Vorsitzende des V. H. E. Frankfurt, Prof. Bender, ließ es sich nicht nehmen, in dem eigens für das Fest hergerichteten Zelt die zahlreich Erschienenen zu begrüßen und mit zündenden, von echter Heiinatsl durchdrungenen Worten des Vogelsberges und seiner Bewohnet . gedenken. Der oberhessischen Heimat, spez. dem Vogelsberg, galt sein begeistert aufgenommenes „Frisch auf". Bei Sang, Tanz und fröhlichen Scherzen zogen die Stunden wie tm Fluge dahin und nur zu schnell mußte man an den Abstieg denken, der über Breungeshain unb Michelbach nach Schotten erfolgte, allwo noch manch Abschiedsschöppchen bis zur Heim- ahrt geleert wurde.
? Hungen, 5. Juli. Ein heute abend hier durchfahrendes Automobil erlitt am unteren Ausgang der Stadt durch zu heftiges Bremsen vor einem Hinterms einen schweren Schaden. Die Insassen erlitten keine Verletzungen.
§ Hartmannshain, 5.Juli. Gestern verunglückten mit einem zweisitzigen Dfotorrab ein Herr und eine Dame, die zum Hoherodskopffesie wollten, auf der abschüssigen Staatsstraße nach Grebenhain und zogen sich bedeutende Verletzungen zu. Ein Automobil brachte die Bewußtlosen
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Stimmungsbild aus dem Reichstage.
Berlin^ 5. Juli.
Ter Deriauf der Berattmg des Bejoldnngsgeietzes in der Budgelkomlnission am heutigen Vormittag erwies, daß die Ver- släiidigung zwischen der neuen Mehrheit und der Regierung doch noch schwierige Stellen zu überiuinben unb gefährliche Kurven zu nehlnen hat. " Aus jeden Fall geht es nicht so rasch, wie es der siegestrunkene und serienhinigerige Aiehrheitsblock schon dekrediert hatte. Und weil man doch nicht gut die Finanzreiorm im Plenum ganz verabschieden kann, ehe die Besolbungsreform die zweite Lesung passiert hat, ließ man sich heule mehr Zeit, als die zur Verhandlung stehenden Stenern sonst wohl beansprucht hatten. Tenn der bei weitem größte Teil der Sitzung wurde ansgesülli durch die Erörteruiig von Sleuervorlagen, die in der Kommission ihr Grab gesunden haben. Unb weck es nun doch keine Eile hatte, gab man sogak noch eine Vorlage an die Kommission, die harmloie Novelle über das Eichmaß der Biergläser, obgleich dieses Gesetz heute im Plenum schon zur zweiten Lesung stand.
ES war eine Totenschau, die der 9leicl)5tag am Erbrecht des Staates und der Weinsteuer vornahm. Bei normalem Verlauf der Dinge hätte es ja möglicherweise im Plenum bei der Weinsteuer anders kommen können als in dcr Kommission, denn immerhin hatte dort eine ansehnliche Minderheit dafür gestimmt. Aber da die Linke jetzt im Zusammenhang der ganzen Finanzresorin die indirekten Steuern ablehnt, hätten die Herren auf der Rechten sich den Versuch sparen können, den Leichnam zu galvanisieren. Graf Kanitz beantragte wieder die Faßweinsleuer, die die Regierung, abgesehen von der Belastung der Winzer, besonders auch aus Rücksichk auf Württemberg ablehnen mußte und zog sich, als diese gefallen, mit dem bekannten schweren Herzen auf die Regierungsvorlage zurück, die nur die Flaschenweine besteuern will. Aber auch hierfür erhoben sich nur pie Konservativen und auch diese nicht einmal in ihrer Gesamtheit: denn aus der Wemgegend jkincs pfälzischen Wahlkreises sehen sich die Interessen der Landwirtschaft für Herrn Rösicke und seinen Spezialfreund Stauffer ganz anders an als für seine nicht nur dem Berufe sondern auch ihren Wahlstimmen nach ostelbischen Freunde.
Vorher hatte die Regierungsvorlage über das Erbrecht des Staates das Schicksal ihrer Zwillingsichweiier, der Erbansall- Iteuer, geteilt: mit Stumps und Stiel beseitigten die Gegner der Besitzsteuern auch sie in der zweiten Lesung. Der nationalliberale Dr. Junck, die Freisinnigen Tove und Dr. Ablaß benutzten die Gelegenheit, die sich hier in der zweiten Lesung noch einmal bot, den steuerfeindlichen „Familiensinn" unter die kritische Lupe zu nehmen, und der Sozialdemokrat Ulrich erzielte neben dem obligaten Ordnungsruf die Feststellung, daß die durch Herrn Sydow vertretene Reichsregierung das Interesse an ihren Besitzsteuer- cnnuürfen schon so sehr verloren hak, daß sie darauf verzichtet, auch nur noch ein Wort für sie einzulegen. Die Herren v. Oertzen unv Raab als Vertreter der Reichspartei und der wirtschaftlichen Bereinigung führten einen kleinen Eiertanz auf; Herr Gröber, der beim Tierhaltergesetz an der Durchbrechung des Bürgerlichen Gesetzbuches wacker mitgeholfen, bekundete jetzt eine heilige Scheu, und mit einer Mehrheit von dö Stimmen setzce dann die Mehrheit ihr Siegel unter den Kommissionsbeschluß.
Zum Schlüsse gab es bann noch die Verhandlung über die Schaumweinsteuer. Die Regierung hat die ihr von dcr Kom< Mission an gebotene Steuer akzeptiert. Besorgnisse, die Dr. Müller- Mciliingen und der elsässische Sozialdemokrat Emmel wegen französischer Zollrepressalien äußerten, glaubte der Regierungsvertreter, Ministerialdirektor Kühn, unter Hinweis auf die nicht zu hohen Sätze der Steuer zerstreuen zu können. Und weil inan aut der Rechten wußte, daß die Linke wie den anderen Verbrauchssteuern jetzt auch die Zustimmung zu dieser von ihr in der Kommission gutgeheißencn -steuer versagen muß, leistete sie sich das Vergnügen, eine namentliche Abstimmung iu heischen, unb man sah den Herren das Vergnügen an, als sie sich für den „ Lchnapsblock" von den Abstimmungen bei der Brauntweinsteuer letzt mit dem jauchzenden Rufe: „Sektblock" revanchierten.
Berliner Börse
Canada E. B. .... 181.60 Darmstädter Bank . . . 131.20 Deutsche Bank . . . 242.70 Dortmunder-Union C. . • 61,70 Dresdner Bank . • • • 153.—
Tendenz: fest.
«UMS ein Heizer für [oi. etium Jungen auf dein Kieslm. er ilödlischen Sldrardage.
Gebriiocr Kall
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FrankiiMN Tnahell. ?■ .Aod-u.TMeuarvcileck ris. Damenkonfektion gMi jxantiunei Äraße 7 li
Königsberg Danzig
- (- 277 (+
) 187 (-
2)
5)
195 (- ) 1 ■> (- 3)
21
1 188
(—
Stettin
272 (—
1 192
(.-
)
1J8 (- )
Posen
285 (—
1
l 193
(—
1)
195 (- )
Breslau
291 (—
) 195
(-
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Berlin
- (-
) 194
(—
1)
214 (— 1)
Alagdeburg
280 (—
) 189
(—
2)
210 (- )
Halle
285 (+
1)
190
(-
2)
210 (- )
Leipzig
287 (—
) 195
(-
1)
211 (- 1)
Dresden
284 (—
) 196
(f
2)
216 (- 1)
Rostock
272 ( +
2; 193
(4-
1)
290 (— )
Kiel
265 (-
1 200
(-
2)
208 (— 2)
Hamburg
265 (—
) 198
(-
1)
215 (4- 6)
Hai: over
280 (+
2
) 198
(—
)
212 (- )
Frauimn a.M.
- (-
) 195
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210 (- )
Älannheim
277% (-
> 195
(-
2%)
200 (— )
Straßbiirg
2721/, (- 298 (+
) 197%
(-
)
215 (- )
Lllünchen
e:
) 183
(-
3)
218 (+ 8)
Juli 1909
Barometer auf 0° reduziert
Temperatur der Lust
Absolute Feuchtigkeit
«»s
.S 0 II 73 CO
bun|(puqiu<^1
1 2: indsiärke
Wetter
5.
2«
748,2
20,1
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NW
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Bew. Himmel
5.
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747,3
17,4
12,1
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W
*)
II ff
6.
724
744,2
15,4
11,8
90
S
2
Bed. Himmel


