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4.12.1909 Drittes Blatt
 
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Samstag 4. Dezember 1909

Drittes Blatt

Nr. 285

159. Jahrgang

EMelni taglld) mit Ausnahme des Sonntag-.

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Bebelsnationale N'te^.

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bewährt sich dorzüglich während der Cchwanaerschast, im Wochenbett und beim Stillen. Ta der Körper in dielen Zeiten erhöhter Nährstoffe bedarf, waS durch die gewöhnliche Nahrung-, zuluhr nicht immer erreicht wird, so daß sich ein Geillhl von Müdigkeit einstellt, so sollt« zum Wohl von

Mutter und Kind

Ineat^fner Lamlliendläner" werden dem Slntfiqer* viermal wöchentlich beigeleqt, da- 'ureisblati für den Krds Stehen" zweimal wöchentlich. TieLandwirtschaftlichen Sett- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Dcrmiicbtc».

6t n hi st arisches Bauwerk unter demtzammer. Man schreibt uns aue Baris Am Boulevard des Invalides, zwischen der Rue de Varenue und der Rue de Babnlone, erfivccft nch ein großer Park, an dessen Ende das allen Parisern ivobl- befflniile, von den fremden mit lliirecht flam veiiiachlässtate Hotel he Biron liegt. Tieier ehrwürdige Zeuge klassischer Tage ist seu einiger Zeit deni Berkaus ansgeietzt rnrd soll am 18. Tezeinber nun endgültig versteigert werden. Tanrit ist der nronaielange Lireit um sein ecbidial leider im bedauerlichsten Sinne em« schieden, und weder die eingehende Bestchii-uma. die (Siämenceau

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Redaktion. Grveditron und Druckerei: Schul« ftraee 7. Lroedmon und Verlag: e<^5L Redaktwn:«-ÄA113. Tek-Adro Anzeig erließen.

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Versteigerung.

Mittwoch den 8. Dezember 1909 lasse ich wegen

Oekonomie-Aufgabe

sämtliche landwirtschaftliche Gerate als

Wagen, Eggen, Maschinen (große Selbstbinder,- u. Mähmaschin.) 2 Pferde, Kühe, Schweine re. re. auf der Mirtelstmühle, Station Rödgen, versteigern. 6621 Die Versteigerung beginnt vormittags 9 Uhr.

illustriert, nelli.,, m Bilder-

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Tee freisinnigenNeuen badischen Landesztg." nehmen wir einige interessante Angaben über Bebels nächst erscheinende Memoiren, wobei wir die Verantwortung für die Richtigkeit natürlich dem badischen Blatte überlas,en müssen. Es teilt einige Grnndzüge des Bebel scheu Werkes

mäßige Erklärung bat jedenfalls die Proteste der Aeslhelen über­tönt und wirkungslos gemacht. Tas Hotel de Btrou ist einer der reizvollsten Piwaipaläste von Barts, aber gröber noch als der Ruhm feiner wundervollen Fassade ist der seiner Geschichte: das Hotel wurde 1729 von dem Architekten Gabriel für einen Herrn de Moras erbaut, der eigentlich Abraham Peyrenc htey und em reich geworbener Friseur oder Barbier war. Nach seinem Tod ging es nn die Herzogin von Maine über; seinen Namen bekam es von dem nächinolgenden Besitzer, dem 'Marschall Biron. Bon dessen Erben kauste eS die fromme Gründerin des LacrH-Eoeur- TrdenS, Sophie Barat. im Jahre 1870. Tas Hotel de Biron wird setzt auf 12 Millionen Franks geschätzt, damals aber kostete es nur 365no0 Franks, die noch dazu nur ztnn Teil von der Käuferin be­zahlt wurden, denn Ludwig XVUI. übernahm davon 15'10 ,0 Franks au* ferne Privatschatulle. Ter berühmte Fräulein-Orden hat bis zum vorigen Jahre den Palast innegehabt, dann mutzte er gleich io vielen Kongregationen auswandern, und an Stelle der frommen Schwestern wird nun vielleicht die Dienerschar eines amerikanischen '.'iabobs treten,ür den zehn oder zwölf ültiUionen keine besondere Ausgabe beöeuten.

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in: 7 Uhr.

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politische Lagesschau.

Die politische Stellung der Beamten in Sachsen.

Der Königs, sächsische Mini st er des Innern, j ras Bitztum von Eckstädt hat in der Zweiten sächsi- tÄn Kammer bedeutsame Erklärungen über die politische s trlluna der Beamten getan; nach Blättermeldungen Faltete seine Rede wie folgt:

Tie Beamten werden nicht ausgesucht nach ihrem politischen i Ml-.ensbekenntnisse, sie werden als junge Beamte, wenn sie lxrhaupt noch nicht zu den großen politiidyen Fragen Stellung r -s mir.cn haben, nach ihrer Befähigung, ihrer Tüchtigkeit und, sic ich zugebe, nach der gesellschaftliche Erziehung ausgesucht, , < eine Garantie dafür geben muß, daß sie später einmal als inner von Fleiß, Pflichttreue und Charakter sich bewähren.

-^rnn nun die Beamt n der inneren Verwaltung so zahlreich der rservativen Partei sich zuwenden, so habe ich dafür nur eine cflärung: Ein Beamter, der täglich zu beobachten Gelegenheit kj, wie die Sozialdemokratie die Fundamente unserer Staate - inung zu untergraben sucht, der wird auch dann, wenn er, ich, aller kleinlichen Nodelstichvolitik abgeneigt ist, docl) von t Notwendigkeit überzeugt sein, die Staatsauwritat mit aller k'-itrrgie zu wahren. Und in dieser Ueberzeugung begegnet er h mit der rechten Seite dieses Hauses. (Große Unruhe in kr Mitte und links und Zurufe von natümalliberaler -Leite: Bei uns nid't?) Ich gebe zu, daß auch di«-Liberalen die Wahrung kx Staatsaulvrität wünschen: -Zuruf: Ach foN: cs handelt h nur um das Maß. Tie Liberalen wollen die Staatsautorität

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

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mit und sagt dann u. a. weiter:

Bon aufsehenerregender Bedeutung ist dagegen, was man sich über den politischen Ton erzählt, in dem der alternde Bebel seinen Lebenslauf niedergeschrieben hat. Tie Memoiren lassen nämlich, so heißt es, den früheren Stürmer und Tränaer ganz vermassen und zeigen vielmehr einen ruhigen Mann, Der an der Schwelle des Greisenalters sick^ gewöhnt hat, die Tinge nicht gerade von einem ultraradikalen Standpunkte zu betrachten, sondern vielmehr den politischen Erscheinungen verhältnismäßig objektiv gegenübersteht. Charakteristisch sei ein gewisser nationaler, geradezu Deutschnationaler Zug, der durch die ganzen Memoiren hindurch zu verfolgen sei. Unb wenn Bebel auch nicht mehr geradezu militärische Aspirationen habe wie damals, als er Tiroler Jäger werden wollte, so lege er doch in diesem Memoiren großen Wert darauf, das Wachsen der nationalen fttäjte in Deutschland zu betonen und seinen Genossen vor Augen zu führen. Daß soziale Erfolge voraussichtlich nur im Einklang mit den nationalen Kräften erreicht werden können.

Wir können diese Details auS den Memoiren Bebels nicht nur bestätigen, wir möchten auch hinzufügen, daß Bebel seinen Parteifieuudcn ans Herz legt, zu bedenken, daß^die germanische Raste und insbesondere das Teutsche Reich als Staatswejen die ersten Schritte in den Zukunftstaat hinein getan habe und daß es das unbestreitbare und unvergängliche Verdienst der Deutschen fei, mit dec Sozialgesetzgebung den Anfang gemacht zu haben. Tie nationale Seite der Arbeiterpolitik dürfe nie aus dem Auge gelassen werden."

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b. Ulustr.

MB die konservative unb liberale Tenkungsweise sich barin unter* fftbeu, daß bie konservative Richtung vom Konkreten ausgeht, öii liberale vom Abstrakten. (Unruhe.) Das werden Sie nicht iitieiten können. (Erneute Unrul)t. Zurufe: Jawohl, das be- ieiten wir!) Ich lasse ganz dahingestellt, ob der wünschens- :.itt Ausgleich der verschiedenartigen Interessen auf konservativem um liberalem Wege ausgeführt wird. Es ist aber richtig, daß kr. gleichzeitiges Zusammenarbeiten von Konservativen und Libe- uien nötig ist. (Zuruf: Alte Sache!) Ja, das ist eine alte l_che und wird es immer bleiben. (Zuruf: Abwarten!) Es ist ijji einem Verwaltungsbeamten zu empfehlen, eine -wisse Zurückhaltung auf politischem Gebiete zu zeißen, Nil er ja der Vertrauensmann seines ganzen Bezirkes sein soll.

2.40

(Zuruf: Und er will Karriere machen!^ Ich verlange von den ! vor kurzem Dornahm, noch der Klagern! Rodins haben es atohallen mir unterstellten. Beamten kein Parteibekenntnis, sondern -nur können. Ter Slaal hat nämlich erklärt, er verliere mit ledern ' - Tag des derzeitigen Zustandes 1000 grants: nachwenen hat der

'Dlimfier Barthou das allerdings nicht können, aber seine zablen-

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treue Pflichterfüllung und Beständigkeit des CharatlerS unb jene Unabhängigkeit, bie sich nicht fürchtet vor ber Kritik wMelnder TaaeSströmungen unb nicht ausgeht auf den Beifall ber Massen." (Lebhafter Bestall rechts.'^

Die letzten Bemerlungen sind nicht ohne Berechtigung; ob die Rede im ganzen zweckmäßig war, darüber kann verschiedener Ansicht sein.

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Empfehle

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hl in der Theorie bewahrt wissen, aber in ber Praxis befür- :->!ton sie eine liberale Handhabung der Staatsautontät. (Zuruf: : jtt sei Taut!) Daß die rechte Seite dieses Hauses größere uschiedenheit darin zeigt . . . (Gwße Unruhe links: Rufe: i>nt! hört!) Es ist eine Frage des Gefühls, wie weit man j-hen muß. Ich sage ja nur, daß junge Verwaltungsbcamte, !i mitten drin stehen in diesem Kaorpfe, v.. allem das Bedürfn.s j.d) einer starken Handhabung ber Staaisautorität haben und aßolgedessen gern geneigt sind, sich denjenigen Parteien zur Seile ß teilen, bie an einer energischen Vertretung ber Staatsautorität kl ia!ten. Ter Verwaltungsbeamte ist berufen, täglich bie ver- tdenartigsten Interessen der verschiedenen Bcrufskreise aus- päleicljen, er wird dazu geführt, konkret zu denken und sich -1 konkreten Fragen zu beschäftigen. Auch in dieser Neigung irygnet er sich mit den Konservativen. Ich glaube, es ist ricijtig,

to allen besseren GeschSfleo erhflltlkh.

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