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Zweites Blatt
Samstag 4. Dezember 1909
159. Jahrgang
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tu ^Otetzener LamtNendlätter- Verden dem Dtermal wöchentlich beigelegt, das „Kretsbkrti für de« Kais Stehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwtrljchastltchcn Zeit- fragen" erfche,nen monatlich zweimal.
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folg reichen Flieger wie auch die Märtyrer auf diesem Gebiete werden kurz und sachgemäß beantwortet. Ein nicht geringer Vorzug des Buches sind, seine zahlreichen Abbildungen, die die Ausführungen wirkungsvoll unterstützen. Ans den Kapitelüberschriften seien folgende hier erwähnt: Tic Förderer des Fliegens; Tie
wurde mit Recht darauf hingewiesen, daß sich diese Neuerung in Deutschland bisher wenig bewährt habe unb man nicht genügende Erfahrung darüber besitze, um das Experiment in Dessen mit Rude wagen zu können. Und so wurde dann schließlich auch hier nach langem Debattieren ein Antrag Dr. Osann angenommen- für die Landtagsstichwahlen das seither bei Reichstagswahlen gut bewährte Stichwahlsystem ebenfalls anzunehmen. Tie weiteren Debatten drehten sich um Präzisere Bestimmungen über die Frage der reckttlickien Gültigkeit der Wählerlisten, die bei Prüfung von Wahlanfrchtungen den Wahlprüsungsaus'chuß oft zur Verzweiflung bringen, sollen, um die Erhebung von Beweisen bei Unregelniäßig- keiten usw. Inbetreff der Frage einer Erneuerung der Kammer wurde beschlossen, daß infolge Herabsetzung der Mandatsziffer von 58 auf 55 vom Fahre 1911 ab alle 6 Jahre je 27 Mitglieder und vom Jahre 1914 ab je 28 Mitglieder der Kammer neu gewählt werden sollen. Es steht zu hoffen, daß die am nächsten Mittwoch beginnende zweite Leimig der Wahlrechtsoorlage keinerlei Heber- rmchungeu mehr bringen wird.
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Äotation5brucf und Verlag der Br üblichen Untoenudt« • Buch» und ©tcmörudetel 9t Lange. Gießen.
Arbeiterschaft in die erste Kammer zu entsenden, den letzteren, sobald durch das Neichsgesetz über die Arbeiterkammer auch für die Arbeiter eine berufliche Vertretung gLjchaffen sein wird.
Einen ausgedehnten Rahmen in der Aussprache nahmen die Kautelen im Art. 6 der Vorlage ein. deren wichtigste die Be- stimmung über dreijährigen Wohnsitz und dreijährige Staatsangehörigkeit bildet. Es in infolge des Widerstandes der Bauern- bütHlcc und des Zentrums leider nicht gelungen, dem von den linksstehenden Parteien unterstützten Antrag Dr. Osann. R.in- ha'tr utid Gen. betr. Herabsetzung der Staatsangehörigkeit auf ein Jahr die verfassungsmäßige Zweidrittel-Mehrheit zu verschaffen und damit die durchaus berechtigten Klagen über die zu lange Karrenzzeit zu beseitigen. Und da der Staatsministcr schon erklärt hat, daß die Regierung unbedingt an der Forderung der dreijährigen Staatsangehörigkeit festhalten werde, so ist auch eine Abänderung des Art. 6 in der zweit n Lesung kaum zu erwarten.
Am zweiten Tag der Svezialbcratung hat die Kammer zunächst mit großer Mehrheit abgelchnt. aus den Antrag Tr. Weber betr. die Einführung des Pluralwahlsystcms (wonach jeder Wähler über 50 Jahren zwei Stimmen haben solltet näher einzugehen und dann die vom Ausschuß empfohlenen Bestimmungen über d-n Ausschluß vom Stimmrecht akzeptiert. Daraus beschäftigte man sich eingehend mit der vom Ausschuß einmütig für die fünf größten Städte in Vorschlag gebrachte Proportionalwahl, auf deren Bedenken wir schon kürzlich hingcwiesen hat.en. Daß sich die Sozialdemokraten mit dem Proporz in den Städten nicht begnügen, sondern dessen Ausdehnung auf das ganze Land' erreichen wollten, konnte für den Ausschußantrag keineswegs eine Empsehlung sein. Es wurde denn auch unter Ablehnung des letzteren einmütig ein Antrag Dr. Osann angenommen, es bei der Regierungsvorlage zu belassen und damit Hessen vor dem Sprung ins Dunkle zu bewahren.
Der letzte Tag der Einzelberatung gab noch zu mancherlei parteitheorctischen Erörterungen Veranlassung. Tie Kammer hatte sich u. ä. mit der Frage des ton der Regierung torgcschlagenen sog.
Redaktion, ExvedMon und Druckerei: Schulstraße 7. Eroedtnon und Verlag. bL Redaktion:«-^ l 1L. r.el.-AdraAnzeigertLießen.
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' । Heuchelheim und Wieseck bei den Wahlen der Stadt Gießen erechnet tverden sollen. Ob dieser gesamte Beschluß aufrecht alten werden wird, bleibt abzuwarten. Der Staatsministkw t am Schluß der Beratung die Erklärung abgegeben, daß die
Buch auch an sich nichts neues, so gibt es doch einen guten Ueberblick über das gesamte Lustschiffahrtswesen und dürfte namentlich für den Nichtfachmann als Weihnachtsgeschenk geeignet sein.
Mit bet Flugschiffahrt allein beschäitigt sich ein lesenswertes Buch von Oberstleutnant Moedebcck, das unter der Ueberschrift: „Fliegende Menschen" bei Otto Salle in Berlin erschienen ist. Tie Entwickelung der Flugzeuge, die augenblicklich aussichtstollsten Bauarten und ihre Unterschiede, die cr-
seien folgende hier erwähnt: Tic Fö
Hinderer: Die Flugmekhoden; Fallschir „ „
Wegweiser; Erfinder und Konstrukteure: erfolgreiche Pioniere
romanischen Wählte fahrens zu beschäftigen, nach welch' im erstew Mahlgang keine absolute Meh^yil für einen Ka er?.’c.'t worden ist, in einem zweiten Wahlgang unter Zulassung beliebiger neuer Kandidaten derjenige als gewählt gilt, der die m if:eit Stimmen aus sick vereinigt hat. In der Tebatte darüber
(Sleriot, Pelderie, Ferber, Gastambidc und Mengin, sAntoinetle), Sanws Tumont, Gebr. Voisin, Vaniman, W. und O. Wright ; Führende Propagandisten und Mäzene; Dioderne Fliegererschci- nungen usw. Tas Buch gibt einen klaren Ueberblick über das alte Bemühen des Menschengeickstechts, das Fliegen zu erlernen und will uns Deutschen die FluAchiffahrt näher rücken, als sie uns seither gestanden hat.
Ebenfalls von deutschen Taten redet ein anderes Buch, das auch Anteilnahme beanspruchen darf, besonders in unseren jetzigen Zeiten, roo das nationale Gewissen bedenklich ungewissenhast geworden ist. — M i t dem Hauptquartier in S ü d w e st - Afrika von Hauptmann M. Bayer. Mit 100 Abbildungen, Karten und Skizzen ist das Buch im Verlag von Wilhelm Weicher, Berlin, erschienen. Ta lesen wir von unseren deutschen Soldaten, Deren Leben und Streben schlicht und wann erzählt wird. Ev- gveistnd sind die Schilderungen vom Verhalten unserer Leute im- Gefecht, vom Leben im Feldlager, von unseren Patrouillen ober vom Zuge ins furchtbare Sandfeld erzählt. Tabei keine titubmrebigfeü. Ein Kenner ^es Krieges spricht hier zu uns! Hauptmann Bayer fuhr im Stabe des Oberst T ü r r nach der .Kolonie, machte bann als Generalsstabsoffizier des Gouverneurs Leutwein die entscheidenden Gefechte gegen die Hereros mit und zog unter dem bewährten Afrikaner v. Estorfs in das Sandselb. Als General v. Trotha das Schutzgebiet betrat, berief er Hauptmann Bayer sofort in sein Hauptquartier, dem er angehörte, bis ihn Typhus — die übliche Folge der Strapazen — zur Heimkehr zwang. Tas Werk ist für die Gebildeten aller Stände ge- ichrieben. Aber das Buch sollte auch der Heranwachsenden Jugend in die Hände gegeben werden. Nur an Vorbildern lernt man sich selbst einschäben und hier ist ein Vorbild, das nicht genug empfohlen werden kann.
In uram einheimischen Verlage erscheint das folgende Werk, bas sich namentlich für die jungen Germanisten als Geschenk eignet:
Weigand, Teutfches Wörterbuch 5. Aust, in der neuesten für Deutschland, Oesterreich und die Schweiz gültigen, amtlichen Rechtschreibung. Nach des Verfassers Tode vollständig neu. bearbeitet von Karl v. Bahder und Hermann Hirt, a. o. Professoren an der Universität Leipzig, und Karl Kant, Privat-, gelehr.em in Leipzig. Herausgcgeben von Hermann Hirt. (Verlag von Alfred Tövclmann in Gießen. Vollständig in 12 Lfgn.) Inst'als.wolle er für die bevorstehende Weihnacht daran erinnern, welch prächtiges Geschenk wir in dem deutschen Wörterbüche von Weigand besitzen, gibt der Verlag jetzt die 7. und 8. Lieferung, die beiden ersten des 2. Bandes, heraus. Ter Sprachschatz ist in diesen tont Buchstaben L bis zum Worte Nüster geborgen, den Schluß des Alphabets soll nach Ankündigung des Verlags das nächste Jahr bestimmt bringen. Ein deutsches Wörterbuch — mäßig int Umfange, nicht allzu teuer, ausreichend, wissenschaftlich zuverlässig, da'bci auch dem Ungelehrten verständlich — fast scheut man sich, das oft so gewohnheitsmäßig gebrauchte Wort von dem Bedürfnis zu wiederholen. Und je länger man das in seiner alten Gestalt noch von den Brüdern Grimm als das zuverlässigste aller deutschen Wörterbücher bezeichnete Weigandsche Werk in seiner Neubearbeitung benutzt, desto mehr erkennt man, wie dieses Wörterbuch vor allen später entstandenen noch heute immer das Eine voraus hat, daß es den verschiedenartigsten Benutzern — seien es nun Gelehrte oder Studenten, Lehrer ober Schüler, Schriftsteller oder Beamte, kurzum alle, die zu häufigem sorgfältigem schriftlichem Ausdrucke gezwungen sind — auf die verschiedenartigsten Fragen sickere und erschöpfende Auskunft gibt. Tenn keine Seite der Sorachlunde wird hier einseitig bevorzugt: die Herkunft und bas erste Auftreten eines Worts werden ebenso nachgewicsen, wie die gebräuchlichsten Fremdwörter mit ihrer Deutung ausgenommen und zahlreiche seltene und mundartliche Wörter verzeichnet sind, dieses ein besonderes Verdienst gerade in einer Zeit, wo durch die Besinnung unsrer Dichtung auf landschaftliche Eigenart wieder so manches Wort in Aufnahme kommt, bas vorher nur im engen Kreis ein bescheidenes Dasein geführt hat. Ein geschmackvoller Halbfranzband umschließt die erste von A bis K reichende Hälfte des Werks, das sehr gut ausgestattet ist.
Für den Literarhistoriker ist die interessanteste Neuerscheinung zwcisellos Eduard Engels Gaethebiographie, Goethe, der Mann und das Werk, die wir kürzlich schon ausführlich besprochen haben. Es ist in der Concordia, Deutsche Verlagsanstalt in Bersin, erschienen.
Aus der Studier stube in die Natur führt uns der bekannte! Naturforscher Günther in einem fesselnd gtfffrrtebmm Werkchen, baä bei Fr. E. Fehlen selb in Freckurg erschienen ist:
„Ter Naturschutz" von Konrcck Guenther. Ter Naturschutz will der heimatlichen Natur ihre Schönheit und Reichhaltigkeit bewahren, so daß das Volk Freude und Belehrung
AU5 dcm Wahlkreis Marburg-Airchhaln-zrankenberg.
Aus Marburg wird uns geschrieben:
Zu all den politischen Agitatoren, die gerade wie zur Zeit der lebhaftesten Wahlbewegung in den Städten und Dörfern der Kreise Marburg, Kirchhain und Frankenberg durch zahlreiche Versammlungen den Bewohnern über die langen Winterabende hinweghelfen, ist nun auch noch ein alter Bekannter, der langjährige einstmalige Vertreter, unseres Wahlkreises, Dr. Otto Böckel, „der hessische Bauern- könig", wie man ihn damals nannte, gekommen. Wie man hört, erscheint er jetzt als Gefolgsmann des Reichstagsabg. Tr. Böhme, um diesem zu helfen, den schon immer )o viel umstrittenen Marburger Wahlkreis für den neuaegründeten Bauernbund zu behaupten. Heute hielt Dr. Böckel hier eine Besprechung ab, zu welcher er seine einstmaligen Vertrauensmänner eingelade'n hatte. Auch Herr v. Gerl ach, der bei der letzten Wahl Dr. Böhme das Feld räumen mußte, hielt
Regierung -an den Privilegien festhalten werde — doch wohl ^rhrscheinlich nur so lange, als auch die erste Kammer dies tut; ob sich diese wirklich 'so zähe baran festklammern wird, um zwei freisinnigen und einem Zcntrumsrnunn das Mandat zu garaN- tinen, erscheint uns fraglich. Bezüglich der Zusammensetzung tot ersten Kammer hat bte zweite ebenfalls den Ausschußantrag geändert und beschlossen, auch einen Vertreter der Technischen h«hschulc und nur je einen Vertreter der Landwirtschaft (statt irxi), des Handels und der Industrie, des Handwerks und der
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Bücher für den Weihnachtstisch.
Zeigte der deutsche Büchermarkt im porigen Jahre weseni- lif) ein rein literarisches Gepräge, so waltet in diesem Jahre tim mehr auf das tätiae Leben gerichtner Gorst Jrn vorigen siihre herrschten neue Werke unserer bedeutendsten Tickter vor, > dreiem Jahre sind sie nur spärlich vertreten. Neben den irrigen Neuerscheinungen nehmen sic nur einen vcrickwindcnb Btüttn Raum ein. Tie Fortschritte und Erfolge per Wmen,chatt -tb ber Technik haben dem deutschen Büchermarkt ein etwas anderes u-sehen gegeben und was sonst noch an Beachtenswertem heraus- fommen ist, beschränk sich nfit wenigen Ausnahmen auf bie Herausgabe alter guter Bücher, die sich längst einen festen ilrtz im deutschen foetnf erworben haben.
Auch auf dem Gebiete der Kunst find einige wertvolle Werke tFibienen; am beachtcstswer testen erscheint mir die von dem hefigen Lehrer der Kunstgeschichte., Geheimerat P h r lr pv r, i^rusgegebene erste farbige Kunstgei chrchte: ’Lroßen Maler in W o r f und Farbe LeiP^g' E, A. -temann. Der angesehene Verfasser der Aunft ber Renaissance
Italien u-, a. bedeutender Werke gibt hier euren 1 ehr guten erblick über die hervorragendsten Maler in der t>eit von 4=00-1800; also eine Geschichte der klassischen Malerei, nne wir ;e seither noch nicht gehabt, lonbern immer nur gewnuht haben, iirr wichtigsten erscheint cs mir dabei, daß der Versager nut 'm alten überlebten -Schema endgültig gebrochen hat und das 1 den Vordergrund stellt, was das Weum-der Malerei ausmacht, 'änlich die Farbe. 120 ganzseitige, farbige Abbildungen machen Xi Werk jtt einer lwchbcbeutenden Erscheinung und, geben auch rn ungelehrten Kunstfreund eine vorzüglich.' Darstellung, der basischen Malerei. Der ganze gelehrte Apparat,lst.nur, aus die totendrriften der Bilder verwiesen, das ledcS lur nck in einer ^nzen Abhandlung ersck>öpsend gewürdigt ist. -tic Einleitung, die, P« schon gesagt, die tlamidye Malerei in einer autzergewohnlich 'ättoUen Darstellung großzügig behandelt, nberrmcht durch tue klimgene Aiwrdnung des ^Stosses. Alles m allem ein -vcrk, ■a- joroohl in den Kreisen der Munüfreuttbe, als auch in ber ’ itonslgeschichtsi'iteratur einen hervorragenden Platz etnneljmen wird.
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhesjen
.. , Bingen unb Friedberg gestrichen und damit die Zahl der l geordneten wieder auf 55 reduziert werden soll. Dazu kommt.
Die erste Lesung der hessischen Wahlrechtsvorlage.
Nach siebentägiger Lesung ist am Freitag in der Zweiten Jammer die Wablrechtsvorlage in erster Lesung zur Verabfchie- oung gelangt und unsere schon früher geäußerte Annahme, daß Titi in einer Form geschehen werde, welche eine definitive Ver- ’änbigung über die Vorlage mit der Ersten Kammer und der Regierung gewährleisten werde, hat sich erfüllt. Es ist zunächst Iber den wichtigsten Punkt der ganzen Materie, die Verfassungs- ;age, eine Beschlußfassung erfolgt, die zwar die frühere Verein- •irung der Gefetzgebnngsausfchüsse beider Kammern nicht un- «sentlich verlassen har, aber immerhiii im Art. 67 durch die »nsassungsmäßige Festlegung des Rekommunikationsrechts der Sri'tcn Kammer, und im Art. 75 durch hie für streitige Gesetzes- Allagen getroffene Regelung bei der. Durchstimmung beider tammern den prinzipiellen Förderungen des anderen Hauses Fcdmung trägt. . Selbst wenn wider Erwarten die jetzigen 5c)d}lüf|c der Zweiten Kammer über die Verfassungsänderung ucht die, Zustimmung der Ersten Kammer finden sollten, so lOtirbc das noch kein Grund zur Befürchtung eines abermaligen iZchllterns der Wablrechtsvorlage fei; i: es wäre alsdann „auf ecm Wege der Rclommunttation" immer noch die Möglichkeit (!(neben, auf Grundlage, des Kvmprornißantrages Glässing zu einer rnbcnvcTtigen Verständigemg ju gelangen, da in beiden Hänserp bet ernste Wille zur Einführung des direkten Wahlrechts vor- icmden und.wiederholt auch bekundet worden ist; die endgültige intscheidnng darüber würde dann allerdings wieher ein Stück xitcr in die Ferne gerückt werden. Tritt aber, wie tptr öoffert . rollen,-bie Erste Kammer den jetzigen Formulierungen der Art. .67 nd 75 bet, so ist der hauptsächlichste Stein des Anstoßes aus hem ;3fge geräumt und Raum für die auch in der Volksvertretung rotperrtoenb gewesene Erwartung gegeben, daß das Gesetz im bmmenben Frühjahr von der Ersten Kammer genehmigt sein, uhb alsdann die nächste Landtagswahl 1911 auf Grund des bhrften Wahlrechts erfolgen wird. Hoffen wir also das Beste!
lieber die Gestaltung der im Gesetzentwurf, betr. die Land- iiänbe, enthaltenen näheren Bestimmungen und Kautelen haben rir, unsere Leser bereits naher orientiert, und wir können heute bnflatteren, daß die Regierungsvorlage in der Plenarberatung ruf) unter Ablehnung verschiedener Ausschußanträge manch heil- icine Verbesserung erfahren hat. Am ersten Tage der Einzel- jJätung hatte zunächst eine umfangreiche Erörterung über die Vermehrung der Sitze beider Kammern stattgefunden. Die Re- 1 trung hatte in den früheren Vorlagen bekanntlich nur die iermchrung der Zweiten Kammer um fünf städtische Mandate für I arm stad t, Mainz, Offenbach, Worms und Gießen verlangt, und befe Forderung mit dem Hinweis darauf begründet, daß sich nur die Zahl der Einwohner in den Städten um eine diertelrnillion seit Bestehen der Verfassung vermehrt habe, sondern ! ß auch die Steuerleistung ber Städte so stark in die Höhe - gangen sei, daß über die Hälfte aller direkten Staatssteuern ritt diesen aufgebracht werde. Ms diese Forderung, die doch nur ein Versuch zu einem sehr bescheidenen Ausgleich der Interessen Ibtr Wähler von Stadt und Laiid war, bann in der Kammer auf ^überwindbaren Widerspruch seitens der agrarischen Mehrheit [tiefe, beschloß mau, auch den ländlichen Wählern drei neue Sitze
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in dieser Woche hier eine Serfammüing ab. Ob nun Dr. Böckel. wenn er jetzt in den hessischen Dörfern erscheint, mit demselben Jubel empfangen wird, wie vor zwei Jahrzehnten, durfte mindestens fraglich fein.
poiitijcbc Cagcsicbau.
Iie Sparsamkeit bet der Neichsvoft.
Die Reichsposwerwaltuna hat im neuen Etat für 1910 in den persönlichen Ausgaben eine Sparsamkeit walten lassen, die ganz beispiellos ist. Während ber Etat für 1909 eine Beamtenvermehrung um 5429 Köpfe gefordert hatte, findet sich im Etat für 1910 auch nicht eine einzige neue Stelle. Beim Reick-Spostamt sollen sogar 8 Stellest von mittleren Beamten und zwei von Untcrbcamtcn als entbehrlich eingezogen werden. In der Betriebsverwaltung fällt cihie Steile für einen nicht voll beschäftigten Postverwalter fort und 29 Stellen für Oberpostpraktiiantcn werden in solche für Obersekeetärc umgewandelt, wodurch für jede Stelle 400 Mark erspart werden. Erheblich herabgesetzt sind auch die Ausgaben für Hilfsleistungen und Löhne an außerhalb des B eamie nv er hält nis j e s stehende Personen, wo nahezu l3/.i Millionen gespart werben sollen. Dagegen sinb bie Ausgaben für Stellvertretungskosten und Tagegelder der zur Aushilfe usw. außerhalb'chres Wohnorts beschäm tagten etatsmäßig angestellten Beainten und Unterbeamten nm mehr als eine Million Mark erhöht wurden. Tal^ säck>lich find hier bie Ausgaben von 1907 zu 1908 um nicht weniger als 1,4 Millionen Mark gestiegen.
Konten sich, so fragt bie „Voss. Ztg ", nicht auch biefe Stellvertretungen einschränken taffen ? Bei ben Betriebskosten finden -mir ebenfalls bedeutende Verminderungen der Ausgaben. Für den Bau unb bie Unterhaltung der Bahnpostwagen sowie -für Hergabe unb Beförderung der von Eifenbahnverwaltungen gestellten Wagen sind nur 12,2 Millionen Mark statt 13,1 Millionen int Vorjahr eingestellt, also fast eine Million weniger, beim Postfuhrwefen sollen 605 000 Mck. gespart, werben, an ben Materiallenl zum Bau unb zur Unterhaltung ber Telegraphenliniew 21/, Millionen Mark, an Amtsbebürfntssen (Papier, Feuerung, Beleuchtung usw.) 547 500 Mark. Die außerordentlichen Ausgaben für de^Nsprechzwecke, bte jährlich behufs Umwandlung der obemrbischen Linien in unlerirdtsche, für Beschaffung und Auslegung neuer Kabel usw. mit einer größeren «Lumme eingestellt werden, sind um nicht weniger als 20 Millionen Mark herabgemindert, indem nur 25 statt wie im Vorjahr 45 Millionen Mark eingestellt find. Diese 25 Millionen Mark sollen im Laufe von 30 Jahren auS den ordentlichen Einnahmen der iVerwaltung nach einem bestimmten Plane getilgt werden. Durch diese Herabsetzungen ist es bewirkt, daß die Ausgaben der Reichspost- Dertoaftung trotz der Erhöhung ber Gchälter und mancher sächlicher Ausgaben erheblich unter denen des Etats für 1909 liegen, während man aus den Einnahmen eine Steigerung von SO1/» Millionen Mark erwartet.
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Ter Rücktritt de- italicnischen Kabinetts.
Das italienische Kabinett Giolitti ist an seinen Sieuerreformvorlagen gescheitert. Neben ber Opposition, bie den Finanzplänen heftig entgegentrat, verhielt sich auch bte Mehrheit in der Kammer, die sonst ber Regierung geneigt war, kühl. Tie Kammer hat in ben weiter beratenden Finanzausschuß sieben oppositionelle unb nur zwei ministerielle Abgeorbnete gewählt. Darauf hat ber Minister- vräsident Giolitti am Donnerstag in ber Kammer erklärt, oas Ministerium habe bent König sein Entlassungsgesuchj eingereickst, unb der König haue sich bie Entscheibung Vorbehalten. Das Ministerium bleibe im Amt, um bie laufen* ben Geschäfte zu erlebigen.
Giolitti ist im Jähre 18-12 geboren, steht also im 68. Lebensjahre. Er onbmete sich ber juristischen Laufbahn und würbe 1882.von den Wählern Droneros in bie
B|u gewähren, so daß sich die Maudatzahl von 50 auf 58 erhöhen Wollte Diese auch von der Regierung in ber jetzigen Vorlage Wkibchaltene Zahl Ivar vom Ausschuß ebenfalls gutgeheißen den. Das Kommerplenum Hot aber bei der Beschlußfassung ■ 1 t den Art. 3 ben Ausschußantrag abgelehnt und trotz des t iels des Staatsministers an die konservative Gesinnung der t ilichen Vertreter einen Antrag Brauer angenommen, durch I d)en die Mandate der drei privilegierten kleinen Städte Als-
—-u .-m Wrksten ist diesmal bie Luftschiffahrt vertreten «Vi II mehreren Bänden ton versck.iedemn ^chnttldell«m ochandelt W1 ^-d. Am nächsten steht uns ton diesen allen die folgende.
Die L u s t s ch i f f a h r t von Montgolsiere bis Zcpvelm von J* Franz Linke, Verlag von Alfred 11 in Verlm.
Frankfurier Gelehrte qiSt in dem diilleibigen Bande eim recht 5^^ Ueb er liebt über die (ycsckichtc der Luftschisfahrt, deren -pechntt Mhend behandelt wirb. 'Sehr interessant und die Fayrt- Weüunaen, das Stück über Motorluftschiffayrt, iwer. Myen- iMstlichL Listschiffahrt, Flugtecknik, Drachen uin>. Bringt das


