Dienstag 6. Oktober 1909
159. Jahrgang
Zweites Blatt
Nr. »33
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.
HoLrtischs Sagesfeharr.
Der Vorstand.
In Anwesenheit der Prinzessin Ludwig v. Battenberg trat heute
begonnen,.
Die „Giehener FamiUenblätter*' werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kretsblott für den Kreis Giehen" zweimal Dochentlich. Die .Landwirtschaftlichen Seit- fragen“ erscheinen monatlich zweimal.
beschaffe md^chwieEei ru-Teilhaber,
Auch dieser Antrag wurde nach einer warmherzigen Befürwortung durch den Vertreter der hessischen Staatsregcerung Wie durch Vertreterinnen verschiedener Ortsgruppen in folgender
Ein weiterer Antrag der Ortsgruppen Halle und Leipzig beschäftigte sich mit der Bekämpfung der Schmutzlitera-
Äls Sondergewerbesteuer wurf berechneten Steuerausschlag auf die staatliche Ein- , | xonrmensteuer.
Demokratische Schattierungen.
Berliner Tageblatt und Frankfurter Zeirung sind uneins geworden und zwar über die preußische Wah'lrechtsfrage. Das B. T. klagt das demokratische Bruderblatt an, einen so regierungsfrommen Ton angeschlagen zu haben, wie man ihn auch in der Ocordd. Allg. Ztg. finde. Die F. Z. hatte über die Stellung des neuen Reichskanzlers zur preußischen Wahlrechtsfrage u. a. geschrieben: •
„Um eine Stellungnahme für die Wahlreform in
Die Probeveranlagungen nach dem Gemeindesteuer- Gesetzentwurf.
R.B. Darmstadt, 4. Okt.
Allgemeiner deutscher Frauentag.
4- Darmstadt, 4. Okt.
-leck!
Jahre. etmng. eiget ;uie Lchuhmacherei m: Utes Einkommen, roiinig: Fräulcm oder Witw )i3 42 Jahren, mir Kei ,u verheiralen.
:L SQelbung. mit Munt den Gieß. Anzeiger en
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhejsen
Um die Wirkungen des Gesetzentwurfes über big Gemeind eumlagen übersehen zu können, hat die Negierung auf Veranlassung der Finanzausschusses der Zweiten Kammer in einer Anzahl Gemeinden des Landes Probeveran- laaunaen nach den Vorschriften des Entwurfes vornehmen lassen, deren Ergebnis, wie schon kurz berichtet wurde, nunmehr unter Gegenüberstellung zu den Veranlagungen nach dem gegenwärtig geltenden Gesetz in einer umfangreichen Drucksache erschienen ist. Die nicht weniger als 439 Seiten starke Kammerdruchache gibt rn detaillierten tabellarischen Uebersichten die Probe-Steuerveranlagung in. - ^sher hatte.
14 verschiedenen Gemeinden wieder; vier Probeveranlagun- '^^isyer yar aen entfallen auf die Provinz Starkenburg, je fünf aus die' D ° V
beiden anderen Provinzeri.
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersilats • Buch- und Steindruckereu R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: Redaktion: 112. Tel.-Adra AnzeigerGreßen.
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u; der Titel Ober-Pvstassistent: dem Postassistenten ÄtumcT in Friedberg. Versetzt lind:. Ober-Postpraktikant Scheske von Bad Nauheim nach -Stettin, Ober-PoMekretar Lauckhardtvvn Gevelsberg nach Gießen, Postsekre^ Wteder von Frankfurt-Sachsenhansen nach Bcw ilcauhemr, Telegraphen- sekretär St anbau non Atainz nach Gießm, Postafsislent -s t u v e von Bremen nach 'Gießen, Telegraphenassistent Groninger von Gießen nach Düsseldorf. Beltanden l^ben: du Post- assistentenprüfung: die Postgehilsen Leinwebervon. Vilbel, Jacoby und Raab in Gießen; die Telegraphenafsistenten prü fung: Telegraphengehilfe M altern mGietzM. An a e- nvmmen sind als Telegraphengchilfumen Marie Kneisel m Alsfeld. Freiwillig ausgeschieden ist du Telegraphcn- gehilfin Schaaf üt Alsfeld.
** Die Freiw. Gailsche Feuerwehr beging am 2 Oktober in der Turnhalle des Turnvereins ihr o4. Stiftungsfest. Zahlreiche Gäste, darunter Vertreter den Regierung, Stadtverwaltung, des Hauses Gail, der Giepener und auswärtiger Wehren waren erschienen unb gedachten in schönen Reden der Verdienste der Wehr. Branooirellpr Traber überreichte namens der _S<adt Gießen den Feuerwehrleuten Georg Hainer, Gustav Trinlaus, Friedrich Diehl, Paul Hennig und Karl Heil für 15jährige treue Dienste ein Diplom. Ein schönes Programm, bestehend aus Konzert, Gesangsvorträgen des Gesangvereins Heiterkeit, Theater, tom Vorträgen, Pyramiden und Ball amüsierte dre s>?st- teilnehmer aufs beste und hielt dieselben bis zum Morgen .zusammen. Tas ganze Fest fand einen würdigen Abschluß.
-4- Lich, 3. Okt. Man folgt hier jetzt dem Beispiele anderer Städte und legt die T e t e p h o n d r a h t e, die vom Postamt in die innere Stadt gehen, in unterirdischen Leitungen. Mt den Verlegungsar besten wird m aller Kurze
W am H. Hypothek auch geteilt, xei c 1910 zu vergeben. I-, Angebote unter W lic'ßener Anzeiger erbet
nraph.-Gesellschaii ilsberger“ Giesse! jwoch den 6. Oktober, abenbs 9 Uffr;
^Besuchz»^ iommen .Vachf. /nl, Kreuzte 8,1 Kmehmen mit Bureau; n,Hmover,Kölna/RL zig, Karlsruhe i)ß.
'üglerm nimull Simdev - dem Hause. M i wuenmeg 31,2.3t
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oustgen, 1999 Pfälzer Hof'-
Fassung angenommen: . . ,
„Die Ortsgruppen des Allgemeinen Deutz chen Frauenoereaw möchten es sich mehr als bisher zur Aufgabe machen, bie Schmutzliteratur zu bekämpfen und besonders die Jugend vor ihr zu schützen. Angesiästs der erschreckenden Verbreitung, welche die Schnüitzliteratur in weiten Schichten unseres Volkes gefunden hat, genügt es nicht mehr, daß wie bisher nur Fachvereine (pädagogische Vereine, Sittlichkcitsvereine usw.) den Kampf dagegen führen; es ist vielmehr notwendig, daß alle Zweigvererne und Ortsgruppen unseres Allgemeinen Deutschen Frauenvereins sich daran beteiligen. Unser Uwdernes Leben entwickelt das ^eniatwns- bedürfnis der Jugend in höchst bedenklichem Maße (Zeitungen, Kinematographen usw.). Darum sollten alle Frauen, deren häuslicher oder sozialer Pflichtentreis sie in Berührung mit dm fugend „— —- ---------. . .... bringt, vor allem aber die Mütter, es sich angelegen lern laßen,
Preußen wird allerdings Herr v. Bethmann-^ollweg nicht ^sen Sensationsbedürfnis entaegenzntreten. Aufgabe der Frauen- herumLommew, denn die Etatsverhandlungen, mit denen vereine wird es sein, ihre Mitglieder, wie überhaupt möglichst die neue Session des Landtages beginnt, werden ans jeden viele Frauen aller Kreise, burd) Vortrage und StW über die Trail Gelegenheit geben, diese Frage zu erörtern. Wer den Grundlagen der Kinderpfychologie und die nch daraus ergebenden
geben. Herr v. Bethmarm-Hollweg ist kein Mann des ein Druck auf Geschäfte, die nut Schmutzliteratur
Kampfes, der Konflikte mutwillig auf rollt fohlen. sondern er ist ein Mann des Friedens, der die Gegensätze! .. >»
auszugleichen strebt; daher auch sein Hang zu philosophi- Aus Stabt und
scher Betrachtungsweise. Ihm ist, mag er über Steuer-1 Gießen 5 Oktober 1909
resorm, Nachlaß steuer uno Wahlreform denken, wie er ® I 1 ?
will, der gegenwärtige Parteihaber ganz gewiß 2. U. Landesumversltat. Am 2. d. Mts. wurde zuwider, und er wird raum etwas tun, was geeignetkem Dr. phil. Karl Feist aus Breslau die venia legendi wäre, ihn zu schüren. Und wenn man auf die Dhron-1r-£ bec Chemie an der Landesuniversität erteilt
rede verweist, in welcher die Fortentwicklung des preußi- Derkekrseinna hmen aus dem Per-
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daraus die Verpflichtung herleiten, diesen Willen nun um- Feststellung: 1. für die Etfenbahnduektionsbezirke ^ranf» gellend in die Tat umzusetzen, wenn es sich um eme Fort- fürt a. M. und Mainz: a) im Monat ^ust 1909 entwicklung handelt, die des energischen Widerstandes der 042 000 Mk. oder gegen das Voriahr mehr 987 322 Ml. mächtigen, den Landtag beherrschenden Konservativen 8,930/g, b) in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres gewiß ist" . 54 904000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 2 508 744 Mk.
Unwillig bemerkt dazu das „B. T.": Daß Herr v.^beth-I 790/.; 2. für die Preußisch-Hessische Eisenbahngemein. mann-Hollweg „Konflikte mutwillig auf roll en uno! ' . Monat August 1909 168352000 Mk. oder
ben Parteihader schüren" wurde, wenn er sich ent- ’^0'1- aJJm , V « Jnnnn — 3 Rfio/ hl in der RtX’SÄ* ift «ÄH °bCC
1 * gegen das Voriahr mehr 31418 000 Ml--4,iir/0.
Dos erste deutsche Haudwerker-Lehrliugsheim in Riga. ** Post-Personalnachrichten. Verliehe aus Anlaß
Die deutschen Vereine in den baltischen Provinzen haben bes Ueberttitts m den Ruhestand ^Charakter als Rechmmgsrat von den Ersahrungen der österreichischen Schutzvereine viel- denlOber-PostiekrE-lF;ii such mit offenem Sinn Nutzen gezogen. So :J)««eutWJe wta:»rt ta L-Ltör: bin
Verein in Livland soeben in Riga das erste deutsche Lehr- Hebbel in Nieder-Wöllstadt und Meiski ut
lingsheim der Ostseeprovinzen feierlich eröffne . gff ; ö —
In ihm sollen Söhne unbemittelter deutich«^Eltern, die verstreut auf dem Lande wohnen, von deutschen Meistern und im deutschen Heim zu tüchtigen Handwerkern hera.n- qebildet werden. Damit ist ein wichtiger Schritt zur Wiederbelebung und Stärkung des dereinst blühenden deutschen Handwerterstammes in den baltischen Provinzen getan. Dieser besitzt nach den Mitteilungen des Vereins für das Deutschtum im Ausland zurzeit wohl nur noch tn Riga einen in der sogenannten kleinen Gilde organisierten festen Bestand. In den Heinen Städten und auf dem Lande ist der deutsche Handwerker fast durchweg vom lettischen und esthnischen verdrängt worden. Nach der emporstrebenden >Art des Deutschen sind in früherer Zeit die Söhne der
steuerausschlag würde sein 81,7743 Proz. Auch hier tann I lung. zusammen Die Verhandlungen wurden durch die zwecke man wieder die aerinaere "iBefteueruna von Grund und 1 Vorsitzende der Vereinigung <yrL Dr. Agnes Gosche ^Halle a.
sto‘" «r.ri.W.ANM'.'S« uni) des Kapitals feststelten. lesung, in welchem diese lebhaft bedauert, infolge einer längeren
Die Probeveranlagung in der 12. Gemeinde, einer I I^ise t)Cn Verhandlungen nicht an wohnen zu können, denen sie
großen Landgemeinde mit, etwas städtischen Der- großes Interesse entgegeickringe und für die sie die besten Wünsche
hältnissen in Starkenburg, läßt den Ausschlagskoeffi- inbezug auf einen erfolgreichen Verlauf hege.
zienten der bisherigen Besteuerung mit 142,395 Proz. dem Namens des Staatsministeriums begrüßte sodann Regierungs- Ausschlag der Probeveranlagung mit 142,118 Proz. and rat Weber die Versammlung. Die Regierung stehe den Be- nahernd gleich erscheinen. Der Umlagebedarf von 128 000 strebungen des Vereins durck^aus ch^alhisch gegenüber und habe
Typfrrffri riiirh hier Grund unb Boden e^was aerinaer' I viele der von ihm seit seinem Bestehen aufgeitellten Forderungei.
meindefteuer vom Gewerbesteuei rapital geringer, jedoch er-1 roer^en ynne un^ pie berechtigten Forderungen der Frauen würden wartet auch hier die Probeveranlagung bezüglul) der Ver- ^ts bei der 5)essischen Staatsregierung die größtmöglichste För- mögenssteuer höhere Erträge, als sie die Küpitalrenten- derung erfahren. — Namens der Stadt Darmstadt begrüßte Beigeordneter Egenolf die Versammlung. — Weiter entboten letzten Veranlagungen wurden für zwei der Versammlung Willkommengrüße der Pädagogische Verein in Städte in Oberhessen vorgenommen. Die erste hat Hessen, der Kaufmännische Verein.für^weibliche Angestellte, der - . einen Umlagebedarf von 294 472 Mk. unb die zweite einen Verein für Verbreitung von Volksbildung, die Ortsgruppe des
Nach den zurzeck gellenden Bestimmungen werden be- Elchen von 1 019 758 Mk. In diesen beiden Fällen ist die Deutschen Verbandes für^-rauenstimmrechtder ^werkr^rein tannllid) als Lmäckrdeumlagen erhoben: Die nach den fest- O den zurzeit geltenden Gesetzen erhobene^^Oörmidst^er ^7-^ Tr aun.^Jn ^m Beicht
stehenden Grundsteuerkapitalien berechnete Grund it e u er, gegenüber der Grundsteuer der Probeveranlagungen höl)cr. bic ersprießliche Tätinteit und das meckere Fortschrecken die das Gewerbe nach gewisfen, tarifmäßig avgeftufren, Gemeindesteuer ist veranschlagt in der einen .®emeinbe ^ Allgemeinen Deutschen Frauenvereins festgestelll — Hierauf unveränderlichen Normalsätzen besteuernde Gewerbe- 54430 Mk., in der anderen mit 231 280 Mk., während beschäftigte sich die Versammlung mit Anträgen. — Der Berit e u e r, die Kapitalrenten st euer unb endlich bie I Steuer vom Grundvermögen nach dem Entwurf einen liner Lehrerinnen-Verein beantragte: „Der Allgemeine Deutsche variable, in Prozenten von der staatlichen Einkommensteuer Ertrag von 89 985 Mk., bzw. 246 427 Mk. erwarten läßt. Frauenverein wolle für Eröffnung der höheren Knaben- berechnete Gemeinde ein komme« st euer. ^>er fiteiverbefteuer von 35 028 Mk. in der einen, und 1 chul e n für die Mädchen in allen ^u^^^^^?dessmattn wirken,
Der Entwurf des (^meindeumlQgengeftves sieht als 141333 Mk. in der anderen Stadt steht em erwarteter ,lnAn£ ÄÄ/ L ©taaSeg^rung
[iTTCd _ jf yc „ < u r>* *S t(nft Qa Cf- «vw 21T I A A f _ •(_ I ' Fi ‘Ayfl n h /II« YYT i'T'lS'' S\ • a i । > i ♦ 1 1* 1T T *' Y1 1' R^e^ngsrrn2üeber^>Da?mstabt) die Erklärung abgegeben hatte,
ohne Abzug von Schulden und personllchen Lasten zu er- gekehrt ist in der ersten Gememde bie Kapttalrentensteuer Antrag für Hessen insofern überflüssig sei, well hier
hebende Grundsteuer, wobei bei Waldern in der Bereck)nung nrit 12903 Mk. gegenüber 11025 Mk. Vermögenssteuer hoher, bie Koedukation bereits durchgeführt sei. des gemeinen Wertes auf den Ertrag Rücksicht genommen als in der anderen Stadt, wo der bisherigen Steuer von werden soll; Weller die nach dem mittleren Jahresstand 88 213 Mk. eine berechnete von 93 679 Mk. gegenübersteht, des Anlage-'und Betriebskapitals zu erhebende Gewerbe- Die Ausschlagskoeffizienten sind in diesen beiden Städten steuer die nach der staatlichen Vermögenssteuer zu be- mit 123,6 Proz. bzw. 120 Proz. nicht wesentlich verschieden rechnende Steuer vom Kapitalvermögen und endlich die ver-von den auf 118,88^Proz. bzw. 120,84 Proz. nach dem Ent- änderliche Einkommensteuer. .
kennt der neue Gesetzentwurf die Warenhaussteuer, Steuer von Fllialgeschaften, sowie die Steuer vom gewerbs- \ mäßigen Handel mit ländlichen Grundstücken.
Die drei ersten Probeveranlagungen in dem jetzt der Kammer übergebenen Aktenstück betreffen je eine Landgemeinde im Odenwald, in Oberhessen unb in Rheinhessen mit entern Umlagebedarf von 11000 Mk., bzw. 5500 Mk.,! bim. 7320 Mk. In der Landgemeinde im Odenwald verteilte sich der Umlagebedarf von 11000 Mk. mit 2293 Mk. I auf die Gemeindeeinkommenfteuer, mit 7452 Mk. auf die Grundsteuer, mit 1192 Mk. auf die Gewerbesteuer und mit 62,67 Mk. auf bie Kapllalrentensteuer. Nach der Probe- peranlagung wären diese 11000 Mk. verteilt worden mit °293 Mk. auf die Einkommensteuer, mit 7902 Mk. auf die Grundsteuer, mit 633 Mk. auf die Gewerbesteuer unb mit 171,18 MD auf bie Vermögenssteuer. Es hätte sich gegenüber einem Ausschlagskoeffizienten von 251,682 Proz. ein ^.emeindesteueraufschlag auf die staatliche Einkommensteuer von 231,872 Proz. ergeben. Die oberhesiische unb bie rhein- hessische Landgemeinde haben ihren Umlagebedarf von 5500 unb 7320 Mk. nach der bisherigen Veranlagung mit 1667 unb 1973 Mk. auf Einkommensteuer verteilt, mll 3188 Mk. unb 4998 Mk. auf bie Grundsteuer, mit 620 und 241 Mk. auf bie Gewerbesteuer und mit 24,53 unb 106,24 Mk. auf I bie Kapitalrentensteuer. Diese Verteilung hätte nach der Probeveranlagung geschehen müssen mit 1667 bzw. 1973 Mk. äuf die Einkommensteuer; 3053 bzw. 4843 Mk. hätte die Grundsteuer erbracht, 712 unb 334 Mk. die Gewerbesteuer unb 66,57 und 168,78 Mk. die Gemei'nbevermögensteuer. Während sonach bei der Starkenburger Gemeinde der Ertrag . der Grundsteuer nach dem Entwurf ein größerer wäre als nach dem bisher gellenden Gesetz, so würde die Belastung des Grundbesitzes in Ob er Hess en und in Rheinhessen bei ben kleinen Landgemeinden eine geringere sein; auch die Probeoeranlagungen 8 und 9, die beide Landgemeinden im Vogelsberg und 10, die eine Landgemeinde in Rheinhessen betreffen, haben das gleiche Resultat. In der einen Gemeinde wird bei einem Umlagebedarf von 7000 Mk. der Betrag von 4747 Mk. durch die Grundsteuer aufgebracht,! wahrend nach dem Entwurf nur ein Ausbringen von 4244 Mark durch die Grundbesitzer verlangt wird. In der anderen Vogelsberger fitemeinbe ist die Grundsteuer bei einem Umlagebedarf von 9200 Mk. auf 4870 Mk. veranschlagt, während nach der Veranlagung des Entwurfs nur 4608 Mk. an Grundsteuern veranschlagt sind. In der rheinhefsischen Landgemeinde steht einem Grund steuer ertrag von 6424 Mk. ein solcher von 6268 Mk. nach der Probeveranlagung gegenüber. Sn diesen sämtlichen sechs ländlichen Veranlagungen ist der Ertrag der Vermögenssteuer weit höher — oft 2—3 mal höher — gegenüber dem jetzigen Anschlag eingestellt unb dasselbe ist bezüglich der Gewerbesteuer ui allen diesen Gemeinden, mit Ausnahme von der Odenwaldgemeinde,
der Fall.
। Die Veranlagungen in Anlage 4 bis 7 betreffen größere Landgemeinden in ben brei Provinzen bes Landes, deren Umlagebedarf 36 000 Mk. (Starkenburg), 13000 Mk. (Oberhessen), 40900 Mk. (Rheinhessen) und dazu 18200 Mk. (Starkenburg) beträgt. Während bei dreien dieser Gemeinden ebenfalls ein Rückgang der Grundsteuer- erträae zu verzeichnen ist, weist bie Veranlagung einer. .
Starkenburger Gemeinde eine nicht bedeutende Zunahme gutgestellteil deutschen Handwerker ta|t_ durchweg m die der Grundsteuer auf; bei allen diesen größeren Land- Reihen des lrausmanns- und Literatenstandes aufgeruckt, gemeinten ist ebenso, wie bei ben kleineren, die angesetzte ber deutsche Meister mußte lettische unb esthnifche Steuer vom Kapitalvermögen eine höhere, wenn auch nicht annehmen, und aus diesen wurden Gefeiten und in dem Maße höher, wie bei den schon oben erwähnten endlich selbst Handwerksmeifter. Erst die Woge der natio- 58eraniaqungen der kleinen Gemeinden. Gemeindesteuer- nalistischen Revolution hat em im Letten- und Efthentum ausschläge auf die staatlichen Einkommensteuerausschlage scheinbar schon untergegangenes Deutfa)tum kleiner Uuie, sind nicht wesentlich von ben bisherigen Ausschlagskoeffi- meist zugewanderter beutscher Arbeiter oder deren Nach- Lenten verschieden. kommen, wieder an die Oberflacye gebracht, und es von
Die 11. Veranlagung wurde für eine industrielle den Eingeborenen geschieden - .
Gemeinde in Rheinhessen mit einem Umlagebedarf Aus dessen teilen sind nun die deutschen Vereine von 109 500 Mk. und einem Ausschlagstoeffizieuren von mll Erfolg bestrebt, einen neuen deut, chenHandlverker- 95,322 Proz. borgenommen. Die Grundsteuer in dieser ^nd Kleinbürger flamm im Lande heranzubllben. Gemeinde beträgt nach der bisherigen Veranlagung 20 827 Mark, die fitewerbesteuer 19 561 Mk. und die Kap.tallenten- steuer 2842 Mk., während die Gemeindesteuer vom Grund-
18M^Mk.,^drn Steuer oom^trie^skapllal nill 20845 Mk.^vormittag m^'sehr zahlreicher ^^^^5^fi2Ävm'amm^ ünb vom NMllalverrnögen mll 29.85 M Der GemeindL-'Deutsche Lräuesvexeitr M Kmer L>.


