Arrs Statt un- Land.
(Äicßen, K Oktober 1909.
Äutz der Sitzung der Stadtverordneten.
Tic erste Sitz.ng nach den . rien rührte Die 3fibtt" er fast vollzählig ^uiiirnmcn, was um so anerkennenswerter ift, als tote Tagesordnung im allflrmcaicit nur wenig alb r> ff entlief)? Sitzung onbelang: Ten meisten Raum in den Her Handlungen n'dmete man dem Fahrplan der e(t!irifd)en Snttißenbahn, <n nr in feinen Grundzügcn schon vor einiger Zeit mr [geteilt haben. Tie Versammlung war im allgemeinen m" dein vorliegenden Entwurf einverstanden unb nur über oen Anfang des 7- 2 Minutenoerkei.rs stritt rrum ich in.i einer Ausdauer, wie sie oft bei wichtigeren Angelegenheiten nicht zu beobachten ist. Namentlich cie Frage, welche Zeit für die Lösung der Fahrkarte, die Ge- pädaufgabe und das Erreichen bei Zuges auf dem Bahnhof nötig t)t, wurde in behaglicher Breite erörtert, aber nicht alle erfahrenen Reisenden konnten sich hierüber einigen. Denn während der Herr Oberbürgermeister auf Grund eigener Erfahrung drei Minuten für ausreichend erklärte, hielten andere Herren sechs Minuten fu. zu kurz. Die letztere Ansicht schien in der Bersainrnlimg c-ic Mehrheit zu haben, was ja angesichts der etwas verzwickten Verhaltnnse des Gießener Bahnhoi? ru begreifen in, denn bei der Ab- fttmmung siegten Die AnhäuZer des längeren 712 Minuten- ve^kehrs, der denientfvrechend schon um Uhr beginnen wird. Die Ltraßenbechn wird übrigens, rote der Dorsitzende mitteilte, wohl cum am 1. November eröffnet werden tonnen, aber in »fern Zähre geht sie bestimmt noch, wenn mich darüber u. U. oer 13. Dezember ins Land zieht Jedenfalls aber wird der £nmibu:betrieb so lang« aufrecht erhalten bleiben, bis der Verkehr von dem zeitgemäßeren ÄertehrLmittel ausgenommen werden fann. — Zum Beginn bet Sitzung nahm oer Oberbürgermeister Veranlassung, eine her vielen Matschgeschichten mit denen das mittlerweile sanft entschlafene hiesige '2huifemitcnbi itttyen seine gläubigen Leser über die Verderbtheit der hiesigen Ätadtverroal- iung zu unterhalten pflegte, auf ihren wahren Wert zu< rückzuführen. Es handelt^ sich um die Schauermär, daß die 2tabt 'Liegen durch Stadtv. Dr. Biermcr „verführt" werden sollte, fick) von der Talonsteuer zu drücken Tic sittliche Entrüstung, mit der das Blättchen diesen Vorgang mit sonstigen Steuerb^nckereien aur eine Stufe gestellt hatte, war aber gegenstandslos, denn der Versuch war niemals gemacht rooroen. Tas Ersuchen des Vorsitzenden, nichts aus den geheimen Sitzungen au.zup!audcrn, wird hoffenl iich in 3u!vr- mehr Beachtung jenden, als seither, damit ^ Absetzungen der Stadt Gießen durch derartige „Unheim- lichkeiteu" in Zutun ft vermieden werden.
— Ordensangelegenheit. S. K. H. der Großherzog haben dem Professor Dr. Theodor Schott, praktischer Arzt in Bad Nauheim, die Erlaubnis zur An- nahmc und zum Tragen des ihm vom Sultan von Zanzibai. verliehenen Ordens „Der Strahlende Stern" 1. Klasse ci = teilt und dem Lehrer Johs. Schweitzer zu Odenhausen autz Anlaß feine - 50jäl) jgen Dienstjubiläums das yiiltcr- kreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipvs des Großmütigen verliehen.
*• JustizPersonalien. Sc. Kgl. Hoh. der Groß Herzog haben den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Mainz £8far -' orckel zum Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen und den GerichtSossessor Adolf T rfi mpert aus Darmstadt zum Staatsanwalt bei dem Landgericht du Provinz Oberhessen und den Gerichtsassefsor Dr. Heim. Friedenreich auß Mainz zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Mainz ernannt.
' Der Untcr|äaatSfefretär v. Eonrad vom preußischen LandroittschaftSmmüicrinm ist hier eingetroffen und Holet .GroßHerzog von yeffen' abgestiegen.
•' AuS der utcht o s f c n tli ch en Sitzung der Stadtverordneter Bei der kürzlicüeu Revision der S t a dt l a s s c haben sich Unregelmäßigleiten herausgeftelU, ’ourii) die die Stadt nicht gefchäd.gt w^ oen ist. Studtrechner Töpfer hat um seine Enttaftung aus dem statischen Dienst uachgesn-bt, die in der gestrigen Siming unter Gewährung eines Ruhegehaltes genehmigt wurde - ßum Armenpsleger au Stelle ocs verstorbenen Herrn Lenz wurde Lackierer' meister .>rari Ludwig Leiv gewählt. Zum Beiriebsüige- nieur der elektrischen Straße,wahn wurde der beim Bau der Bahn schon tätige Herr 2 ch m i tz bestimmt.
** Ein größeres W o h 1 t ä t i gkc i t sse st findet Mitte November in Steins Garten statt, dessen Ertrag dem ©äug« lingSheim zugute kommen soll. Die Mittel oieser sozial fo außerordentlich wichtigen WohlfahrlScinrichtung sind immer noch so beschrankt, daß sogar ihr Fortbestehen nicht unter allen Umständen gesichert ist, wenn ihr nicht ausS neue reichliche Mittel zufließeu. Es wäre deshalb zu wünschen, ba-j auch dieser neueste Appell an bei- so ost schon mit Erfolg angerufenen WohltätigkeitSsinn der Gießener Bevölkerung offene Herzen und Hände finden würde. Für das Fest sind brci Tqge vorgesehen.
** In der alten Kaserne herrschte heule morgen regeS Leben. Außer gegen 60 tz uljätzrme-Frenyilligen, die heute eifttreten, waren dort 100 Reservisten vcriammelt. von denen -)00 für das aus dem Truppenübungsplatz T-.irmstadt auf-uftelleiwr Resero
** Ballonfahrten. Man schreibt »mS: Aehnlich wie letztes Jahr m Berlin werden vom 1. bis 3. Oktober in Zürich brci mtcruationalc Ballon-Wcitfliegcn stattfinden, worunter daS Gordon-Benettrennen der Lüfte, zu dem Anmeldungen von 9 Stationen mit 20 BallonS oorhegen. Mutmaßlich noch stärkere Teilnahme steht für die übrigen Wettfllegen in Aussicht. Die Wettfliegen haben einen m lebet Hinsicht internationalen Charakter. Es werden sich Lust- schisser der verschiedensten Sraiionoluaten daran beteiligen und es steht zu erwarten, daß fast alle Ballons außerhalb der Schweiz landen werden. Bei dieser Sachlage empfehlen wir den etwa im Kreis Gü ßen bezw. Oberheffen landenden Luft- schiffcrn eine wohlwollende Ausnahme zu bereiten.
•• Ueberfahren. Vorgestern nachmittag wurde c uc altere Frau in der Moltteftraße von einem Motorradfahrer umgerannt und mußte in einer Droschke nach ihrer Wohnung gefahren werden. Die Verletzungen waren, tvic sich später Hera ns stellte, ungefährlich. Den Fahrer trifft auch feine Schuld, da bic Frau mit einem mit Holz beladenen Wägelchen vor das Motorfahrrab fuhr.
** Betrüger. Gestern hat hier ein Betrüger einen cig nartigen Trick verflicht. Er besuchte nicbtcre pebamincn, ; -..le ihnen, daß er vorn Gericht in Mannheim jet, gegen sie
eine Untersuchung schwebe wegen Verbrechens gegen das keimende Leben und ihre Verhaftung bevorstände, jedoch könne durch Bezahlung einer Summe ron 50 Mk. die Verhaftung obgewendet werden. Ob ihm der Trick :n einzelnen Füllen auch gelungen ist, ist noch nicht rcügeMt Der Betrüger ist co. 40 Jahre alt, mittelgroß, hat graumeliertes Haar, schwarzen Schnurrbart und trägt Brille. Er war bekleidet mit grüner Joppe mit LangSfalien und Gürtel vom gleichen Stoff und gleichfarbiger Mütze zum Herunterklappen, wie sie Jäger zu tragen pflegen.
-Steinbach ffir Gießen , 30. S.'Pt. An der gestern ermähnten Ballon-Fuchsjagd von Frankfurt a. M. nah.- nt acht Ballons teil, davon flogen Louis Peter. Elourh III., 5<t,lc)ien Uno Tillie II. über Bcchnyof Oberursel, 3-jalburg, Piassennäesbach, Fauerbach, Bahnlinie Bur badi und Lick) Tillie II wurde nördlich abgetrieben und landete glatt 3.12 Uhr hier. Führer inat Hauptmann Har.el von Leipzig, ferner n aren in der Gondel zwei Passagiere Herr Rein hol? 'cunz Höchst) und Direktor Lanz (Potsdam . -an- Sierntmcd lief an den Landungsplatz, wo Hauptmann Härtel drei Fesselbullon-Aufstiege unter großem Jubel der An»nesenben veranftaltete. An uer Fahrt nahm auch Bürgermeister Krämer und Postagent Gehrhcrrd teil Es roar bic erste Landung erncs Ballons in Steinbach. Hauptmann Härtcl hielt im November 1908 im .flaufmäniiqcben Verein in Gießen einen Vortrag über Luftschiffayrr.
h Homburg, 29. Sept. Arn Vorabend der Entlassung von Reservisten des 3. Bataillons des Fusilier-Regts. 80 kam <4 zu turbulenten Sze n en Nachdem im Laufe des Nachmittags dic Montierungsstucke abgeliefert inaren, nahmen die Reservisten der 12. Komv. einen Abschiedstrunk in der Kantine. Hierbei kam es zu 2treitigfeiten, bic sich in den Kasernenzimmern sortsetzten. Es wurde eine Anzahl Einrichtungsstücke z'rscblagen und den Unteroffizieren und den herbcleilenden Feldwebeln der Gehorsam verweigert. Auch einige hinzueilende Offiziere sollen beoroht woroen fein. Erst aus her BataiilonSkomman- beur einschrirt, gelang es, bic Ruhe wiederherzustellen und die acht Rädelsführer festzunehmen.
w. D a r m st a d t, 30. Sept In der heutigen Stadtver^ ordnetenversammlung wurde miigeteilt, daß der kürzlich verstorbene Konful a. T. Ma^ Mulier-Alleroyn uno Frau ihr gesamtes, weit über 1 Million Mark betragendes Vermögen, vorbehaltlich oes den Bern andren gr- sicherten lebenslänglichen Znrsg.nusjes der Technischen Hochschule in Darmstadt vermacht haben Die Stiftung soll dazu dienen, strebsamen Studierenden der Hochschule ine Mittel zum Al'solvieren ihrer Studien zu gewahren.
Frankfurt a. M., 29. Sept. Auf den heute Dorrn ittag 11.5 Uhr fahrvlanmüßig ciniaufcnDcn Zug Ä'öln- Mainz-Frankfurt wurde in der Nähe von Nieder rad ein Schuß abgegeben, der die Fensterscheiben eines Abteils dritter jtlajfc durchovhrte und die Insassen mit b-lasfpliticrn überschüttete. Verlegt wurde niemand. Untersuchung ist eingcleitet worden. — In bet Eis engießerei von D. S. Friessohn in Sachsenhausen riß heute morgen die Kette eine» Aufzuges, an welchem schwere Elfenteile gehoben werben. Ein eiferner Träger stürzte herab und tutete den Anstreicher Hevpf, während bcui Schroffer Jost beide Beine zerschlagen wurden. Letzterer hr.trbc schwer verletzt ins xtankenhaus gebracht.
Aschaffenburg, 30. Sept. Die bereits lange schwebend-' Frage der Verlegung der Forstlichen Hochschule nach München ist nunmehr in dem Sinne entschieden, daß bereite ab f. Oktober 1910 die Verlegung erfolgt. Der bisherige Direktor, Oberfoistrat Dr. rn. Istrst, hat auf Veran- lgffung des StaatsminisleriumS sein Abschiedsgesuch zurückgezogen und führt die Geschäfte bis zu diesem Zeitpunkt weiter.
Der deutsche werkbunü.
Aus Frankfurt wird uns linierm 30. September 190'.' geschrieben;
In den Tagen vom 30. September bis 2. Oktober findet in Frankfurt a. M. in oeu Räumen de. .Hanbt'lsakadTMie btt zweite Ja Ines'.-erstr imnlung des Teutschen Werkbundes statt, Wal) renn bi vorjährige Vcrirererve^avknüung in München ingt--. Zu nächst wird es nötig sein, der Frage nahTt zu tret.u, nw-5 ist der Deutsche Werkbund und was dczmcckl et? lli bestellt aus Künstlern emcrivif5 und Kunstgewarblk n, ^nbuftrielint usw andererseil-. zu etwa gleichen Teilen. Augenblicklich zählt er etwa 700 Mit glichet; zur Mitgl edsckast wird inifgeforbcrt. Ter Vorsitz ließt in den Händen des Münchener Gei ei men Banrat^ Professor Dr. Theodor Fisches. Tas Deutsche Reich ist in mehrere Bezirke geteilt, an deren Sp ' e wieder je ein Obmann steht. Aus der Zusmnmensekaing der Mllglieder geht schon hervor, daß sich bet Deutsche Werkowid vor 2lusgabeu gestellt bat: Er will eine engere Fühlung -.nischeu Miinftkm, numcntlich solchen, dic sich lunstgewcrUich betätigen, und Probuzcnten Herstellen und wi>i dadurch bic schon bestehenden und inrmer mehr um iutz greifenden Bestiebungen untersnsten und fördern, daß dic Güte ixt n Deutschland zeugten Arbeiten gehoben wird, mit einem Wort, feilt Ziel unb Schlachtrui ist .Qualitätsarbeit". Alle Wege die dazu führen, will er beschreiten. Er will daher nicht nur eine Gesäanacksbildung und Hebung des vroduziereiideu Ge werb.s wib Industrie entreben, sondern audi tute solche der Mittet-iPersonen, der Verkäufer un Laden und auf cec Reise Um lepterev zu erreichen, fallen b-.m Buntvomitglicdern in *nncm Teil bei Bezirke unUr Zuh iiemchme oon Lichtbildern und Muster- sammlimgeii Kurse abgchalten nxrben. Zu diesem V»necke bc- reitet das Museum 3-orEtoanfl-Cü -aus in Hagen - W. mit Unter • llützung des Deutschen Werkbundes bic Gründung eines M iifcum ä für K u n st in H a n o c l u n b Gewe r be not. bic erste itzandcvausstcllung des Grundswcks hierzu beimber nch augenbucklich im Frankmrtcr stunstgcwerbemuscum Außer' dem nwllen bie 'tilglieber des T<urschen W-erkbunücs cru' den Ausitt-llungen dadurch für das Ansehen und die Hauung des bcutjdxn Gewerbes uno deutscher Induftsie wirken, daß sie gc- schlossen audüenen uno sich einet Iurv ihrer Mitglieder unter werfen. Im Jahre 1911 soll eine kunsch ewerbliche Ausstell um, in ötanffuu 'ch.rilrnben, wbei die Leitung unb Iurv dein Teurschen Werkbunde ubcrtraQ'n wird. Wir werden hieraus spillc now einmal zurückkvmir.en.
Tie erste öffentliche Versauuniung begann um 84 Ubr und waartc bis gegen 11 Uhr abends. Zunächst begrußie dec Vor tretet der Regierung, der Bundesstaaten, der Cbirbürgcrmciftcr - > iäes ru' Numcn Der Stoor »vranfiurt der Vertreter d . Ministeriums der öifcmlidKii Arbeiten in Berlin, der c raut futter Handelskammer und andere Die Verjanimlung, hoben fäml Uu) tue lobend unb unterstützungsioetten Bestrebungen de- Bandes hervor uno wüu chten ihm bei seiner itrnertn Tätigkeit besten ' >l j Als irite/ Redner^ fvtach der Syndikus des Bundes der Industriellen Herr Dr. Schneidet. Er führte ans, in mtldKn; Maße sich Handel i.i d Industrie in Deutschland gehoben und daß die Deutschen Mitte der neunziger Jahre ben Standpunkt . -g und sä'lecht" mehr und mehr verlassen burren. daß heule b ret. große Unlt'neh .ungeu wie Dif '21. c G in Berlin einen ' nfilcricben Beirat. Professor Behrend, hatten und daß meb:
mehr Firmen dazu übergehe» würden. Die beundie Industrie • । hcntmtage sehr ivuhl dazu imstande. Da: Nat onalvermögen - cut’. lanb) trüge, wenn auch nicht vro .noch ?:v Bevölkerung, ie dcch abivU: das .vub:c Äaottal, nämlich ' ö0 MiUtarden, ivubrciti) Eggland nm 3U0 Milliaroeu a» j.’mtcr Stell: uno
Freukroich mit etwa 250 Missiarden erst an dritter Stelle käme?-.
Als zweiter Redner ivracb 4>err Ba nde r oe s de ous Weimar. Während der erste Webner den Standpunkt der Industrie vertrat, berronte der zweite den des Künstlers Er hob besonders hervor, daß zur Hebung der Qualität der Arbeiten der Zeichne'-, der Ka uw ermittlet uin.. alle Leute, die mit bet Produktion und mit hem Verrrnb deichäirigt ieicn, im Geschmack geiörd- rt werden müßt.'n uno daß ne Dem Stünftlet, der sich hamit besaßt unbcbmgt Geiolaichaft leisten müßten
Tie etwas »chcrren ^-gen'ätze, die durch diese beiden R-stmer benrorgerufen imirben, imb wieder ausqeglioxn rrorben Durch eine sehr sachlich gehaltene Siebe des •ebeimme Mur hesiuS aus Berlin. Er betonte, baß wohl bie Industrie einen großen An'schwung genommen hätte unb daß oenügenb stan.tel da sei, daß aber bic yebung der Cualität eine längere Kultur, bic wir augenblicklich noch nicht batten, verlangt. Irr glaub: aber, daß der Werkbund dere'ts stark genug in, um eine rubige 'adUnbe Aussprache der verschiedenen Pole der Künstlet unb a- deterseiis Der Industrie sehr tooM zu vertrag:» unb daß eine (Einigung unb Förderung der Sache unbedingt ;,u erwarten sei.
Kleine Tagcochronik.
Der von der Berliner Postvetwaltung in Au? /cht aenonimene Bau einer SBttefpoituntergrunbtunnel^nbn (Ein schönes Wörtchen! D. SicD.) soll in kleinem Maßstab gebaa? werden. Zunächst soll nut eine Probe strecke angeführt werden.
Die auf morgen onberanmt gewesene KtiegSgerichlSverhandUmq gegen den (Einjährigen Baumgatten vom 10. Hularenrcaimeiu in Stendal wegen Ermordung befl Fähnrichs v. Zeuner wurde auf unbestimmte Zeit rer'choben.
Im Eilzug Berlin—Schneidemühl drang kur; vor Küstrin ein maskierter Verbrecher während der trabtt in ein Abteii 2. Klasse in dem sich ein Offiznr befand. Dieser zog dic *9t0f bremse, worauf bet Verbrecher absptang unb in der Dunülheit entkam.
In einer Sckwurac^chtsstbung zu Magdeburg fiel der Angeklagte, der eines Mordco bezichtigt war, plötzlich um und verstarb.
In Fürth (Niederbavernl stürzte eine bei einer Rauferei zuschauende Hochzeitsgeselkschast ininlge Gelonderbruches von der Veranda in den Hofiaum. 14 Gäste wurde» Irichter, 4 tödlich verletzt.
lianfccL
Berlin, 30. Sept. Aach mehrtägigen wechselvollen Verhandlungen w^gen Erneuerung de: aliiynoikalZ ist heute abend unter Ausschluß dec Gruppen Einigkeit, Aschersleben und Sollstedt t in 5 a m pisyndikat zustande gekommen. Dem Werke Euiig' - wird ber Veilrii: zum stampfshndikat noch bis zum 1. Ct ot r abends 8 Ubr offen gelassen.
Gteiroih, 30. Scpt. In ^der heutigen Generalversainmliuig der Obsrschlesijchcii Ltaglwerkä-Gejelifchajl wurde em Eiiwerftandins dahin erzielt, daß stunlllche der > ■■efen- fchafl Qiigcourenoen Werke einer Verlängerung de« mit Jahresfchluß nbflclaufencn CöefeilschajlSvertragS für iveüere zwei Jahre nn Prinzip zustinnnen. Zur Erledigung ivezieiler von einzelnen Werken geäußerte'. Wün'che rouroe eine jionuinfsioil eingeicijt, weiche uuicrliaib curzester Frist mit der, Werken m Unterljaiibtuiigcn eintreten wito.
Märkte.
fc. Frankstitt a. M., 1, Okl. Öen- und Strohma'kt. Angefahre.i wafn 6 Wogen Heii und 4 Wagen Stroh. öc;al)lt ivutbc für Heu All. 4.20—d.OO, 3t;og, ttorn-Langsttoh, Mk. 3ja> bi6 2.80. Alles je 50 Kg. Die ^ujuhr kam aus den reifen Dieburg, Budin gen und Unkertaunus. Ter Aiarkt war gtiäumt.
Airctzliche Nachrichten.
LlXlngelijche Gemeinde.
Sonntag den 3. Oktober, 17. nach P"rin itatiß: Sotterdicnst.
3n der Stasttiiche
Dormittags 91/ Uhr: Pfarrer D h! ossec.
BormiuagS 11 Uhr: Kuiberltrchc im hie Atatlbäusgemeinde.
Pfarrer D. Sch 1 ofjer.
3n ber )odaave»kirchc.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer c ch i o l 4 h e i nr et.
Letzte Ehristenlehre für die Neukcuffrmiötten - * ter LttkaS- gemciube.
Vormittags 9", Uhi Pro'. O. E ck.
Vormittags II Uhr: Kinderkiiche für die LukaSgemeinde.
P'nrrer B e cv t o l s h e l m e t
Abende ‘/»8—7,10 Uhr: fBcvcinigung ber (oiifumicucn männlichen Jugend ber JohanneSgeineindc im üoufirinandenfagl.
Mittwoch den 6. Oktober, abends 8 Uhr: Verjammlung deS grauen verein e Der Johann es gemeinde un Kon- firmmidciijaal.
Am nächstsolgenden Sonntag, den 10. Oktober: Feier bc8 E i n t e - T a n k i e st eS. an diesem Tage wird eine Kollekte sür unsere Atmen erhoben werden.
Don diesem Tage an beginnen die Abenoaoltcsdienste um 5 Uhr.
katholische ivemeuioe.
Sottrrdienst.
Samstag den 2. Oktober:
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Deleganheit zur heil. Bci.-<:k.
Bon ö—10 Uhr werden fremde *>riefter Beichte Horen.
Sonntag ben 8. Oktober,
18. Sonntag nach V f i ifg ft c n: Rosenkranz-Fest.
Vonnittag' von 6'/t Uhr an: i^eleaeiiheii zur heil. Beicht.
Vormittags um 7 Uhr: Tie erst .ll'll Metze.
Geineinjchaslliche hl. Kommunion ber
Bereiue.
. um 8 Uhr: Austeilung ber bl. flomnunuou.
Votnnttags um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.
, um 11 Uht: peil. Metze mit Prebtgt.
Nachmtttags um 8 Uhr: Predigt; Daraui Roi^nkranz-Andacht mit Segen.
— Montag, Dienstag, -ttttivoch, Donnersiag, Freitag unb Samstag abend um b',, Uhr ift Rofenkrauz-Ando.ttt mit Segen.
(Siebener Wetterdienst.
BoranSsichtttche Witterung für Hehcn am Samstag Dem
Grigina^-Vrahtinel-urigen.
Paris, 1 Okt In einem Vorstadttheater geriet eine junge Schauspielerin mit einem " m in einen Lowcn- fdfig. Die Tiere ruin^cn das Mödck n derartig zu, baß es nach wenigen Minuten starb. Man nimmt an, dag da Mädchen sich auf diese Weise bn: Leben habe nehmen wollen, weil einer der Wärter ihre Liebe verschmäht habe.
Pari. , 1. Okt. Wie der „Figaro" meldet, deabfich- tigt der König von Portugal benmäd>ü nach Paris zu kommen.
Paris 1. Oki „Echo dc Paris" macht den Vorschlag, zu Ehren der oerunglncflcn Lustschifser der „Rcpubl i c" bic neuen Ballon, nach ihnen zu benennen.
Ncwyork, 30 Sept ,,Rerovort Herold" ließ gestern Tr. Eovk einen 2. ed in Höhe von 2300» Dollar pir feine dem tAaUi zugestcllteu Berichte über bic Polar- reise überreiche».


