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Nr. 233
Viertes Blatt
Samstag 3. Oktober 1908
Gießener Anzeiger
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für Vberhesjen
158. Jahrgang
Die „Gießener Zamilienblätter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Ureirblalt für den Kreis Eichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unioersitäts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion:^^I12. Tel.-Adru AnzeigerGießen.
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Man lasse MAGGls Würze nur in MAGGls Originalflälchchcn nachfüllen, weil nr diese ge.etzltch nichts anderes als echte Al^GGl-Würze gefüllt werden darf.
Ans Stadt nn- Land.
Gießen, 3. Oktober 1908.
** Land- und forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaft für Hessen. Wie wir dem Verwaltung?- bericht für 1907 entnehmen, kann der Versuch einer Versicherung gegen die Gefahren der gesetzlichen Haftpflicht als gelungen bezeichnet werden, denn die Einnahmen der Versicherungsbeiträge beliefen sich im ersten Halbjahre auf über 20 000 Mk. An Unfallentschädigungen wurden 751 321 Mk. gewahrt. Neu angemeldet wurden 2712 Unfälle, erstmalig entschädigt 1580 Unfälle. Die Berufsgenossenschaft beabsichtigt, ein eigenes Kur- und Genesungsheim zu errichten. Die tabellarischen Uebersichten des Berichts lassen die stetige Steigerung der Zahl der Unfälle und Rentenlasten erkennen. Die Mittel des Reservefonds betragen zur Zeit 1 654 780 Mk.
Die Fortbildungsschule beginnt am nächsten Montag wieder. Wir machen alle Eltern und Arbeitgeber fortbildungsschulpflichtiger junger Leute mit dem Anfügen darauf aufmerksam, daß sie verpflichtet sind, für den regelmäßigen Schulbesuch ihrer Kinder, bezw. Lehrlinge u. s. w. Sorge zu tragen. Grundloses Fernbleiben vom Fortbildungsschulunterricht wird bestraft.
** Mädchenverein. *Man schreibt uns: Es wird .interessieren, daß — einem dringenden Bedürfnis entsprechend — demnächst auf Anregung von Mitgliedern des Frauenvereins ein Müdchenvcrein ins Leben treten wird, in dem schulentlassene Mädchen jeden Standes kostenlos anregende fördernde Unterhaltung und erfreuliche Beschäftigung geboten wird. Auch wird strebsamen, begabten Mäd- chen auf Wunsch Sprachunterricht kostenlos erteilt. In dem sehr geeigneten großen Saale der Herberge zur Heimat (Eingang an der Gartenseite des Hauses) werden Sonn- lags um 4 Uhr durch die musikalischen Bereinsmitglieder Oesangsvorträge veranstaltet, deren Leitung Fräulein Ida Stammler übernommen hat. Darauffolgende Unterhaltung ^gemeinsam oder in Gruppen) als: Gesellschaftsspiele, Let- iüre, Deklamation, Theater, liegt in den Händen der Damen: Fräulein Betty Hoffmann, Fräulein Friedrich, Fräulein Koßler, Fräulein Pasch und Fräulein Adolph. Sprach-
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Sonntag, 4. Oktbr., von nachm. 8™ n 11 ■
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F. Niebcrgall, Die evangelische Kirche und ihre Reformen. Leipzig, Quelle u. Meyer. W. u. B. Bd. 39.
L. Sütter lin, Lehre von der Lautbildung. Leipzig, Quelle und Meyer. W. u. B. Bd. 60.
D i e Schaubühne. Herausgeb. S. Jakobsohn. Nr. 40. Berlin, Oester Held u. Co.
Emmi Behrens, Mußestunden, Ged. Leimig, Verlag für Literatur, Kunst und Musik.
Strindberg, Das Blaubuch. München und Leipzig, Gg. Müller.
NeueRevue, Herausgeb. Dr. A. Bondy, Nr. 1, 2. Jahrg. Berlin-Charlottenburg, Verlag der 9ceuen Revue.
Das freie Wort, Herausgeb. M. Henning, Nr. 13, 8. Jahrg. Frankfurt a. M., Neuer Frankfurter Verlag.
Deutsche Arbeit, Monatsschrift für das geistige Leben der Deutschen in Böhmen. Heft 1, 8. Jahrg. Prag, Karl Bellmann.
E. D. Perry, Die amerikanische Universität (Natur und Geisteswelt Nr. 206). Leipzig, B. G.' Teubner.
G. Kümmel, Photochemie (Natur und Geisteswelt Nr. 227). Leipzig, B. G. Teubner.
j erhält, achte man genau ans den Namen
—8 und die Schutzmarke Kreuzsteru
„MAGGIs pmte, sparsame
Männer-Turnverein.
| Zweite otifnH. Mitgliehrvtrsliiiilliliiiig SamStag den 17. Oktober, abends 9 Uhr rin Darmstädter Haus.
„ . r Tagesordnung: 1. Berichte.
h 2- Entlaitung des Rechners für 1907/08.
3. Winterfestlichkeiten.
4. Antrag auf Erhöhung der Mitglieder-Beiträgc.
5. Anträge. (Wir verweilen auf Satz 33 Absatz 3 der Satzungen.)! Um recht zahlreiche Beteiligung bittet (v3/to
Der Vorstand.
Die nach- A p 17 6 sind Sonntag:, 4. Oktober, nur von stehenden A v i tu ?. v 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts für dringende Kalle sicher anzutreffen: [D26/e
Dr. Ploeh, Asterweg 34. — I>r. Zinsser, Goethestrasse 10.
4)olitr-che Lagesschan.
Das „ewige Gezanke" im Deutschen Floitenverein.
Der bekannte bayrische Reicksrat Freiherr v. Cramer- Klett spricht sich in einer Zuschrift an die Wochenschrift Allgemeine Zeitung" (München) über die endlosen Streitigkeiten im Flottenverein recht ungehalten aus: „Meine Meinung im allgemeinen über den Deutschen Flottenverein geht aber dahin, daß er überhaupt schon seit Jahren keine Eigentliche Existenzberechtigung mehr hat, und schon vor Jahren wie so mancher Mensch und manche Institution den richtigen Augenblick verpaßt hat, von der Bühne des öffentlichen Lebens abzutreten. Der Deutsche Flottenverein hat Riesiges vollbracht. Wenn heute in Deutschland der Irrtum, wir brauchten keine große und mächtige Flotte, ausgerottet tft, wenn jeder vernünftig intb patriotisch denkende Deutsche knicht daran zweifelt, daß eine solche von höchster Bedeutung für unser wirtschaftliches Leben ist, so ist dies das Werk dieses Vereins; aber diese Ueberzeuguug ist schon seit mehr Uls einem halben Jahrzehnt im deutschen Volk eingewurzelt und jener Irrtum seit mehr als einem halben Jahrzehnt vusgerottet. Was hat nun der ungeheure Apparat des Flottenvereins seithch: zu tun gehabt? Verhältnismäßig wenig. Was war natürlicher, als daß diese ungeheure leerlaufende Maschine, anstatt zu nützen, schadete, indem sie ihre sreigewordenen Kräfte zu Dingen benutzte, welche außerhalb ihrer Sphäre lagen. Schon jetzt legt jeder vernünftige Leser die Zeitung beiseite, welche über die endlosen Streitigkeiten des Flottenvereins berichtet. Das ewige Gezänke wird es noch so weit bringen, daß diese ehedem so wichtige Korporation eine Quantitö nGgligeable, ja, eine lächerliche Figur werden wird.
Auszug a. ö. StanöeramisreMern der Stadt Eietzen.
Aufgebote.
Sept. 21. _ Christian Jughardt, Kaufmann in Lollar, mit Marie Margarete Häuser in Gießen. — Otto Gutjahr, Sergeant und Hilfshoboist, mit Marie Todt, beide in Gießen. — 30. Emil Hofmann, Lokomotivheizer, mit Sophia Keller, beide in Gießen. — Oft. 1. Gottlieb Momberger, Sergeant, mit Johanna Fehl, beide in Gießen. — Wilhelm Steger, Schlosser in Klein-Linden, mit Wilhelmine Gilbert in Gießen.
Eheschließungen.
Sept. 26. Friedrich Unverzagt, Buchbinder, mit Johanna Zeidler, beide in Gießen. — Emil Kinkel, Großh. Verwalter der Universitäts-Augenklinik, mit Marie Mulch, beide in Gießen. — Karl Horeyscck, Schneider, mit Luise Klingelhösfer, beide in Gießen. — Ludwig Metzger, Bäcker, mit Katharine Stühler, beide in Gießen.
Geborene.
Sept. 20. Dein Kaufmann Carl Eduard Koch eine Tochter. — 21. Dem Schneider Heinrich Ludwig Steinbrecher ein Sohn, Karl Wilhelm. — Dem Diplom-Ingenieur und Architekten Paul Müller ein Sohn, Hans Werner Paul. — 22. Dem Schaufelbesitzer Her> mann Walldorf eine Tochter. — 23. Dem Bäckermeister (£rn|'t Muth eine Tochter, Lydia Hedwig. — 24. Dem Studenten der Philosophie Ernst Andreas t August Zeh ein Sohn, Ernst. — 25. Dem Kaufmann Georg Wallenfels eine Tochter. — Dem Wirt Louis Karl Schmitt eine Tochter, Luise Katharine Meline. — 29. Dem Monteur Friedrich Konrad Wagner eine Tochter, Johanna Theresia. — 30. Dem Schmied Louis Doll eine Tochter. — Dem Bierbrauer Wilhelm Rentmeister ein Sohn, Georg Karl Wilhelm Jakob. — Dem Lehrer Georg Kling ein Sohn, Philipp Eduard Hans.
Gestorbene.
Sept. 30. Christian Ludwig Thomas, Kaufmann, 49 Jahr«, alt, Bahnhofstraße 37. — Oft. 2. August Willi Pfaff, 11 Monate alt, Seltersweg 32. — Katharina Magel, 1 Jahr all, Kaiser- Allee 36.
Möhl's Lanzschule.
Mein diesjähriger Tanzunterricht beginnt wieder am T@r Montag, den 5. Oktober dss. Js.
_ Gefällige Anmeldungen nehme ich täglich in meiner Wohnung «sonnenftr. 5 entgegen. 07548
Prlvat-Unterricht zn jeder Tageszeit.
Hochachtungsvoll
Joseph Möhi, Tanzlehrer.
unterricht erteilen nach Verabredung die Damen Frau Oncken und Fräulein Quentell. Wiederholt sollen Ausführungen vor Angehörigen der Mitglieder und Freunden des Unternehmens stattfinden. Sie werden im Anzeigeblatt bekannt gegeben. Auch die Eröffnung des Vereins — voraussichtlich am 11. Oktober — wird tags zuvor ange- zeigt, und es werden hoffentlich recht viele Mädchen sich dieses hiibsche Angebot zunutze machen.
*• Gießener Volksbad. Im September töiirben 8143 Bäder verabreicht gegen 8820 im August 1908 und 9702 im September 1907 oder im Durchschnitt am Tag 271 Bäder gegen 285 im August 1908 und 323 im September 1907. Der Bestich hat sich im einzelnen ivie folgt verteilt:
Schwimmbad: 3316 Männer, darunter 929 zu 10 Psg.,
, 1094 Frauen, „ 358 , 10 ,
Wannenbäder 1. Klasse 213 Männer, 109 Frauen, „ 2. „ 735 „ 404 ,
Brausebäder 1. Klasse 695 Männer, 172 Frauen, „ 2. , 1030 , 229 ,
Dampf-11. Heißluftbäder, sowie Massage zus. 127 Männer, 19 Frauen. Tie Personsnwage wurde von 200 Personen benutzt und das Bad von 2 Personen besichtigt.
— Bad-Nauheim, 2. Okt. Bis zum 1. Oktober sind 29 558 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 1471 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 1. Oktober 392 458 abgegeben.
§ Vom Vogelsberg, 2. Okt. Nun haben wir für den Herbst im Sommer den Sommerim Herb st. Einen so reinblauen, sommerhellen Himmel haben wir im ganzen Sommer nicht gehabt. Dazu herrscht in den Mittagsstunden eine hochsommerliche Temperatur. Bei den landwirtschaftlichen Arbeiten treibt die wundervolle Hcrbstwärme manchen Schweißtropfen aus. Man freut sich aber baß des herrlichen Sommerwetters in einer Zeit, da manchmal schon die Vorboten des Winters sich eingestellt. Der jetzt stattfindenden Kartoffelernte kommt der Sommer im Herbste sehr zugute. Die Knollen kommen ttocken in die Keller, und die Arbeit räumt. Die Kornsaat, von der die Regel sagt: „Korn in Schorn" (d. h. Scholle), läßt sich nach dem Wunsch des Landmanns ausführen. Von einer Mäuseplage oder Schneckenftaß ist keine Rede in diesem Herbst, wenn sie anders sich nicht noch eirrstellen sollten. Einen so großen Kartoffelsegen gibt es in diesem Herbste nicht wie im vorigen Jahre, aber doch eine gute Mittelernte. Die Kartoffeln sind vorzugsweise in ttockenen Lagen gediehen, dagegen in nassen qusgeblieben und auch hierin gefäult.
]) Merlau, 2. Okt. Heute in der Mittagsstunde brach in der Hofteite des Gastwirts Hörle Feuer aus. Es hatte seinen Ausgang in einem Holzstalle und die Scheuer ergriffen, die niederbrannte.
LMidwrrtsehaft.
* Stutenkörung. Ein Störtermin für bis Aufnahme von Stuten in das Pferdestainrnbuch der Landivirtschaftsfammer für Hessen findet in Butzbach Freitag, 9. Oktober, vormittags 10V, Uhr, aus dem städtischen Viehmarktplatze statt. Die Kör- kominission besteht aus Oekonomierat Müller-Neuhof, Gutspächter O. Rullmann-Miitelgründau und Oberlandstallmeister 0. Willich als Sachverständiger.
Neue Bücher.
(Besprechung erfolgt nun, . Eine Verpflichtung zur
Besprechung und zur Auchewahrung unverlangt eingesandter Bücher wird nicht übernommen.)
Euaett Kilian, Dramaturgische Blätter. München und Leipzig, Georg Älter.
Süddetsche Monatshefte, herausgegeb. von P. 1N. Coßmann. 10. Heft. München, Südd. Mon.-Hefte. G. m b. H.
Ernst Challier: Großer Lieder-Katalog. 12. Nachtrag. Gießen, Ernst Challier.
Spielbücher. Herausgeb. O. Robert. 2. Brettspiele von C. Mutis. Ravensburg, O. Maier.
H. von der P f 0 r d t e n, Äzart (Wissenschaft und Bildung, Bd. 41.) Leipzig, Quelle u. Meyer.
H- Fischer, Deutsche Mtertumskunde. Leipzig, Quelle und Meyer. W. u. B. Bd. 40.
schädlich sei, aber viele Tausende von Hausfrauen haben sich durch fortgesetzten Gebrauch von der absoluten Unschädlichkeit dieses einzig dastehenden Waschmittels überzeugt und sind sogar zu der Einsicht gekommen, daß Persil die Wäsche schont, überzeugen Sie sich gleichfalls!
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