ZentnerKunstd unger pro Normalmorgen auf den Ertrag und auf den Reinertrag?
B. 2. Wie folgen Früchte richtig nacheinander, nm die höchsten Erträge an Körnern, Wurzeln und Knollen zu bringen?
Während sich an der Beantwortung der landwirtschaftlichen Preisfragen vorerst nur wenige beteiligt haben und auch nur eine kleine Anzahl von Schilderungen aus der Militärzeit uns zugegaiigen ist, hat die Preisaufgabe A. 2. sehr lebhaften Anklang gefunden. Die Menge der unS vorliegenden, zum Teil sehr umfangreichen Manuskripte erfordert zur Durchsicht und gründlichen Prüfung einige Zeit. Das Ergebnis der Prüfung werden wir nach Beendigung dieser Arbeiten mitteilen.
** Vom Großh. Hof. I. K. H. die Großherzogin hat sich am Montag vormittag mit der Prinzessin Dorothea zu Sol ms - Hohen so lms-Lich und in Begleitung der Hofdame Freiin von Rotsmann auf einige Tage zum Besuch ihrer Schwester nach Leipzig begeben. — Prinz Ludwig von Battenberg traf am Montag abend 10 Uhr aus Malta in Darmstadt ein und nahm im Neuen Palais Wohnung. Der Prinz begab sich n. d. Darmst. Ztg. zur Beerdigung des Fürsten zu Erback)-Schönberg nach Schönberg, wird abends nach Darmstadt zurück kehren und mehrere Tage verweilen.
** Hoftrauer. Wegen des Ablebens des Königs Carlos und des Kronprinzen von Po r tu g a l ist auf Befehl S. K. H. des Großherzogs eine Hoftrauer bis zum 20. Febr. einschl. ungeordnet worden. Die Damen erscheinen in schwarzen seidenen Kleidern mit weißem Kopsputz und weißen Handschuhen. Die Herren tragen zur Uniform einen Trauerflor um den linken Oberarm.
** Uebertragen wurde dem Hiniptlehrer Jakob Alt zu Alsfeld eine Lehrerstelle an der Gemeinde schule zu Mühlheim (Kr. Offenbach): bent Lehrer Will). Ra iß zu Sprendlingen eine Lehrcrslelle an der Gemsindeschule zu Brauerschwend.
** Hessische Industrie. Prinz Friedrich Will)elm von Preußen bestellte bei den Opel werken in Rüsscisyeirn ein dreisitzig es Automobil (Toppe lphäton) in Luxusausiührung.
** Freunde des Wintersports seien daraus aufmerksam gemacht, daß zurzeit die Schneeverhältnisse im Vogelsberg zur Ausübung des Skisports sehr gut sind.
** Irreführende Gewichtsangaben. Aus Interessentenkreisen ist wiederholt Klage darüber geführt worden, daß Tee und andere Waren ausländischen Ursprungs, namentlich Marmelade, Quäker--Oats, Maizena, Mondamin und Fleischextrakt im Kleinhandel vielfach in fertigen Packungen feilgehalten werden, auf denen das Gewicht lediglich in russischen oder englischen Pfunden angegeben ist. Da es dem großen Publikum nicht zum Bewußtsein kommt, daß es nach dem ausländischen Gewicht eine geringere Menge erhält, als dem gleichnamigen deutschen Gewichte entspricht, so werden Waren in solchen Packungen wegen ihrer scheinbaren Billigkeit naturgemäß bevorzugt. Auch soll häufig die Gewichtsangabe auf der Packung nur dem Rohgewicht entsprechen, die Packung selbst aber aus so starkem Stoffe hergestellt sein, daß zwischen Rohgewicht und Reingewicht ein recht belangreicher Unterschied besteht. Es ist daher n. d. Darmst. Ztg. beabsichtigt, auf Grund des Gesetzes für Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs Bestimmungen zu erlassen, wonach im Klein- >handel mit diesen Waren in festen Packungen das Kleingewicht in Kilogramm, Bruchteilen von Kilogramm oder Gramm auf der Packung leicht erkennbar angegeben sein muß.
Bon den Wandernden. In der Herberge zur Heimat fanden im Monat Januar im ganzen 1519 Personen Unterkunft, von denen 868 gegen Arbeitsleistung ohne Bezahlung Herberge und Naturalverpflegung erhielten. 651 Gäste der Herberge bezahlten. Die Preise der Herberge sind sehr billig. Es stehen den müden Handwerksburschen dort Betten von 25—40 Pfg. zur Verfügung, aber auch Zimmer mit Bett zu 50—75 Pfg. Kaffee gibt es die Tasse mit Brötchen schon zu 10 Pfg. und die Portion mit Frühstück zu 40 Pfg.
= Allendor s a. d. Lahn, 2. Febr. Der Kriegerverein beging gestern abend unter starker Beteiligung der Bürgerschaft im Luhschen Saale die Feier von K a i s e r s Geburtstag. Der Vorsitzende begrüßte die Versammlung und brachte nach seiner Rede ein Hoch auf den Kaiser aus, das begeistert ausgenommen wurde. Dann sang die Versammlung das Lied „Heil dir im Siegerkranz". Darauf kamen mehrere lebende Bilder zur Aufführung, die von Lehrer Lack eingeübt waren und die Leiden und Schrecken des Krieges der Versammlung vorführten. Auch einige humorvolle Stücke wurden der aufmerksamen Zuschauermenge dargebracht. Konrad Brück von Leihgestern schilderte in einer Rede die Beschwerden, die unsere braven Kämpfer 1870/71 auszustehen hatten. Zuletzt brachte er ein Hoch auf die hiesigen Veteranen aus, von denen einer, Johannes Franz, am 16. August 1870 bei Gravelotte den Heldentod gefunden hat und em anderer, Ludwig Volk, sich im heißen Kampfe das eiserne Kreuz verdient hat. Der rege, 52 Mitglieder zählende Verein beabsichtigt, im Lause dieses Jahres einen Schießvlatz anzulegen. Auch wird Lehrer Keil-Kleinlinden in dieser Woche einen Vortrag halten.
§ Bersrod, 3. Febr. Bei der.Versteigerung der hiesigen Gemeindejagd auf sechs Jahre wurde der vierfache Betrag erzielt. Sie stieg von 320 auf 1280 Mk. Meistbietender blieb Geheimerat Naumann -Gießen.
W. Allendorf a. d. Lda.> 3. Febr. Unsere Gemeind ejagd, die 582 Hektar Wald und 834 Hektar Feld umfaßt und bisher an den Apotheker Welcker von hier für 680 Mk. Jahrespacht abgegeben war, ist bei der Neuverpachtung an zwei Liebhaber zugeschlagen worden, und zwar: Bezirk 1 an den alten Pächter zu 515 Mk. und Bezirk 2 an H. Wagner IV. hier für 580 Mk. Die gesamte Pachteinnahme für die Gemeinde beträgt also in den nächsten sechs Jahren 1095 Mk., das ist ein Mehrerlös von jährlich <415 Mark.
-t- Friedberg, 3. Febr. Ein schwerer Automobil- Unfall hat heute hier cm junges Menschenleben gefordert. Ern a ch t j ä h r i g e r Kn a b e, der auf der stark abschüssigen Straße vom Hinteren Burgausgang herab Schlitten fuhr, geriet da, wo diese Straße in spitzem Winkel in die Landstraße Gießen—Frankfurt emmünbet, unter ein gerade dort vorbeisahrendes Automobil und war, am Kopfe schwer verletzt, sofort tot. Tas Automobil, ein noch in unfertigem Zustand befindliches, laut Aufschrift aus einer Drobefavrt
begriffenes Vehikel, gehörte den Adlerwerken zu Frankfurt a. M. und war von zwei Angestellten der Fabrik bedient, die von dem Unglück sichtlich tief erschüttert waren. Nach der Beschaffenheit der Oertlichkeit scheint sie keine Schuld zu treffen; die abschüssige Straße von der Burg herab ist längsseits von einer Mauer eingefaßt, die den herankonimenden Schlittenfah rer für die auf der Landstraße befindlichen unsichtbar macht und es ist eine, leider nicht genügend gewürdigte, große Gefahr damit verknüpft, wenii Schlitten plötzlich dort die lebhaft befahrene Landstraße in ihrer ganzen Breite kreuzen.
() Laubach, 3. Febr. Gestern hielt nach langer Pause der christlich-soziale Verein für Laubach und Umgegend im Gasthause zur Traube eine von etwa 80 Personen, meist Handwerkern und Kleinbauern, besuchte Versammlung ab, zu der zur Beratung gemeinsamer Ausgaben auch die Deutschsozialen und Reformer (auch Gäste) eingeladen waren. Oberlehrer Dr. Werner aus Gießen verbreitete sich über „Mittelstandspolitik". Das große Pensum, das er zu erledigen beabsichtigte, veranlaßte ihn zu allzu großer Beeilung. Ausbau der direkten Steuern, von Reichsdividendensteuern, Kohlen- und Kaliausfuhrzoll, Wertzuwachs- und Warenhaussteuern, Zollschutz für die Landwirte, Befähigungsnachweis und besseres Submissionswesen wurden von ihm besprochen. Auszusetzen hatte der Redner an der nationalliberalen Partei die Zwiespältigkeit ihrer jüngst zutage tretenden Meinungen im Parlament und preußischen Abgeordnetenhaus und auch die Kreisblätter mußten seine Kritik über sich ergehen lassen. Im weiteren ließ er sich im Tone Stöckers über die Judenfrage aus, diese sollten „nicht Herren, sondern Gäste" im Deutschen Reiche sein. Eine Entgegnung wurde ihm im letzten Falle durch den Pfarrer Nebel, infolgedessen der Redner sich zur Einschränkung seiner Bemerkungen veranlaßt sah. An der weiteren Debatte beteiligten sich der Vorsitzende, Pfarrer Fritsch (Ruppertsburg) und Pfarrer Schich (Queck- born), der den Laubachern wegen ihrer letzten Reichstagswahl eine gute Zensur erteilte und sich auf die Anpreisung einer sozialen Wochenschrift, die in vielen Exemplaren verteilt wurde, beschränkte.
x Nieder-Ge münden, 1. Febr. Am Sonntag wurde am hiesigen Orte der Geburtstag unseres Kaisers fefttich begangen. Vormittags versammelten sich die Mitglieder des Kriegervereins zur Kaiserparade mit gemeinsamem Kirchgang. Kurz nach 6 Uhr abends erklang Musik und Trommelwirbel in den Straßen, worauf sich die Mitglieder des Kriegervereins und die Gäste im Saale des Gajrwirts Schäfer zur Abendunterhaltung sammelten. Das Programm bestand aus zwei Einaktern und mehreren sehr gelungenen Solo- und sonstigen Vorträgen, außerdem wurde eine ganze Reihe patriotischer Lieder gesungen. Der 2. Vorsitzende, Leutnant d. R Herbst gedachte in der Festrede ° des Verhältnisses unseres Kaisers zu Heer und Flotte, zeichnete markant die jetzige äußere und innere politische Lage des Vaterlandes und brachte zum Schluß ein dreimaliges Hurra für den obersten Kriegsherrn aus, in das die F-estversammlung begeistert einstimmte. Hieran schloß sich die Tanzbelustigung an, in vorgerückter Stunde sand auch noch ein Parademarsch in der Vereinskolonne und ein solcher im Laufschritt mit Damen statt, was zur allgemeinen Belustigung viel beitrug.
() Marburg, 3. Febr. Ter Umbau des Hauptbahn h o f s ist jetzt fotveit gediehen, daß von morgen ab der Geschäftsverkehr in den neuen Nordflügel verlegt und das alte Gebäude abgerissen wird.
() Neustadt,. 3. Febr. Zu einem Rencontre zwischen Förster und Wildere.r kam es am Freitag im sog. Wasenberger Holz. Der Wilderer schlug den Förster zu Boden und entfernte sich dann schleunigst. Ter letztere kam jedoch wieder zu sich und gestern wurde der Wilddieb, ein 18- jähriger Bursche von hier, in seiner Wohnung verhaftet und das Geivehr beschlagnahmt.
Oermif^ko.
* T ie Verurteilung Ltznarsbestätigt. ^iach einer Berliner Meldung der Münchener „Allgem. Ztg." hat der K a i s e r durch Entschließung vom 29. Januar das gegen den Grafen Lynar ergangene Urteil des Kriegsgerichts, das bekanntlich auf ein Jahr drei Monate Gefängnis lautete, bestätigt.
W. Essen, 3. Febr. Im Hause Borbeüerstraße 10 überraschte ein Dienstmädchen einen jungen Mann, der anscheinend stehlen wollte. Dceser verletzte das Dienstmädchen lebensgefährlich durch Stiche in den Unterleib, die Brust und den Hals; darauf schnitt er sich selbst den Hals ab. — In der Kurzen Straße schlitzte ein Schlosser namens Wischuda einer dort wohnenden Prostituierten den Leib auf und lötete sich dann durch einen Stich in den Hals. — In dem Stahlwerke der Hendrcchshütte in Hattingen explodierte ein mit Ilässigem Ehen gefüllter Behälter. Ein Ingenieur und fünf Arbeiter wurden schwer verbrannt.
* Schnee stürme. In ganz Süd-Ungarn wütet seit 48 Stunden ein schwerer Schneesturm. Die Eisenbahnzüge treffen m.t großen Verspätungen ein. — Bei einem Schneesturm im Süden Orans wurde beinahe eine ganze Kompagnie des ersten Regiments der französ. Fremdenlegion vernichtet. Die Kompagnie war zwischen Bergent und Fort Hassa durch einen furchtbaren Schneesturm überraicht worden. 21 Mann, darunter auch Deutsche, wurden erst nach mehreren Stunden aus dem tiefen Schnee herausgeschaufelt. Tie Mehrzahl gilt trotz aller rasch angewandten Mittel für verloren. Die Suche nach dm Vermißten wird fortgesetzt. Der Hauptmann der Kompagnie fand mit etwa 20 Mann in einem Torse Zuflucht.
* Vo r dem Duell in den Tod. lieber eine Ossiziers- tragödie, die sich in der kleinen Garnisonstadt Tieuze abgespielt hat, wird gemeldet: Der Leutnant Rossmann in Dieuze hat sich in der vorletzten Nacht erschossen. Wie verlautet, stand Rossmann kurz vor einem Duell mit einem Offizier. Die Ur,achen der Herausforderung jum Zweikampf sollen in nicht militärischen Gründen zu suchen sein.
Kleine Tageschronik.
In Attendorn bei Arnsberg wurden der Arbeiter Flusche und eine Frau Selter verhauet unter dem Verdacht, den 'Mann der Setter und die Frau des Flusche, sowie ein Kind Setters ermorde! zu haben. Tie Leiche Setters wurde vor längerer Zeit aus dem Fluß Bigge gezogen; man hatte indes zunächst Setbslmord oder Ungtucksiatt angenommen.
Wegen Unterschlagung wurde der sozialdemokr. Gewerk- schaslssetretär und Kassierer der Orisoerwaltung Danzig des Zentralverbandes der Maler TentschlandS, Maler Otto Volckner, verhaltet. Er hatte der Gewerkfchastskasse 1024 Mk. unterschlagen.
Tie Witwe deS ermordeten Müggelsee-Försters Schwarzenstein ist aus dem Försterhause bei Rahmsdori-Muhle verschwunden.
In Leipzig wurde die Leiche einer unverehelichten, übel- beleumundeten Person namens Schröder entdeckt. Sie lag an- gekleidet und blutüberströmt auf dem Belte. Die Schröder tft am Freitag zuletzt gesehen ivorden. Sie sollte exmittiert werden.
In Würzburg tötete die Mutter des wegen betrügerischen Bankerotts und Wechsel'älschung verhauen Bankiers Oskar Lehnstedt ihr siebenjähriges Enkelkind in der Nacht durch Leuchtgas.
In Stola mea (Galizien) rächten sich die Schüler des polnischen Gymnasiums an einem Professor für dessen Strenge dadurch, daß sie ihn überfielen, in einen Sack steckten, mit Stecken prügelten und schwer verletzt in einen Straßengraben warfen. Ter Professor ist an den Verletzungen gestorben. Vor feinem Tode konnte er noch einen der Täler namhaft machen, der verhaftet wurde.
Spielplan der vereinigten zranksurter Ztadttheater.
Opernhaus.
Dienstag den 4. Februar *): „Madame Sutterfh/. Mittwoch den 5. Januar: Zum ersten Male: „E i n W a l z e r t r a um." Donnerstag den 6. Februar: „Fidelio." Freitag den 7. Februar geschlossen. Samstag den 8. Februar: „Ter Evangelimann." Sonntag den 9. Februar, nachmittags halb 4 Uhr: „Ter Frei» schütz." Abends 7 Uhr: „Ein Walzertraum" Montag den 10. Febr., abends halb 8 Uhr: „Madame Butterfly."
Schauspielhaus.
Dienstag den 4. Februar •): Zum Besten der Chor-Pensions« anstalt der Frankfurter Stadttheater: Zum ersten Male (Uraufführung): „Bet uns da d r ü b e n." Kolonial-Lust- fpiel in vier Akten von Max Reimann und Otto Schtvarz. Mittwoch den 5. Februuar, nachmittags halb 3 Uhr: „Wilhelm Teil." Abends 7 Uhr: „Der Andere." Donnerstag den 6. Februar, abends halb 8 Uhr: „Die Rabenstemerin." Freitag den 7. Februar: „Mmna von Barnhelm, Samstag den 8. Februar, zum erfteninale wiederholt : „Bei uns da drüben." Sonntag den 9. Februar, itachmiltags halb 4 Uhr: „Der Dieb." Abends 7 Uhr: „Bei uns da Drüben.* Montag den 10. Februar: „Erdgeist."
*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends uni 7 Uhr.
Märkte.
Gießen, 4. Febr. Mariiverlcht. Auf heutigem Wocben- mailte kostete: Buller pr. Pfd. 0.90—1.00 Mk., Hühnereier 1 St« 8—9 Pfg., Käse pr. St. 6—8 Pf., Käfemalte 2 St. 5—6 Pfg., Erbsen p. Pfd. 18—24 Pfg., Linsen v. Pfd. 25—40 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 Alk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Gänse pr. Pfd. 60—70, Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Mk., Ochsensteisch pr. Pfd. 82—88 Pfg., Kuy- imd Rindfleisch pr. Pfund 80—82 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 88 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—80 Pfg., Hammelfleifch pr. Pfd. 61—84 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 5.50—6.00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 5,00—6,00 Mk^ Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut per Stück 0-00 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Aepfel per Ztr. 10—25 Mk., Birnen per Ztr. 10—25 'Mk. Nüsse 100 Stück 40—00 Pfg., per Ztr. 0—00 'Mk. Marktzen von 8—2 Uhr.
Geschäft gut.
— Kartoffelmarkt-Bericht vom 3. Februar 1908, Friedberg (Hessen): Role Sone 'Mk. 1.90-2.15, Magnnm bomini 2.35—2.55, weiße runde 1.90—2.15, Gelbfleischige, weiße, 2.25 bis 2.40. Marburg: rote Sorte Alk. 0.00, Magmtm bonum Mk. 0.00, weiße runde Mk. 0.00. Frankfurt a. Ak.: Rote Sorte Mk. 1.90—2.10, Magmim bonum 2.40 — 2.65, weiße runde 1.90 bis 2.10, Gelbfleischige, rote, 2.25—0.00, weiße 3.00. Wiesbaden: Magnum bonum 3.00, weiße runde 2.85. ’IH annheim: Maguum bonum Mk. 2.65—2.75, Gelbfletschige, blaue 3.25—3.50, tote 4.20 bis 4.30. Hagen: Magmim bonum 3.30—0.00. Gelbfleischige rote 0.00—0.00, weiße 3.25-3.4Köln: Rote Taber 'Mk. <i.00—0.00, andere rote Sorten 0.00, Magmim bonum 2.85 bis 3.00, weiße runde 0.00 —0.00, Gelbfleischige, blaue 'Mk. 3.00 - 0.00, rote 2.60 —2.65, weiße 3.80 bis 0.00. Frankenthal: Rote Sorten 0.00, Magnum bonum 0.00, weiße runde 0.00, Gelbfleischige, blaue 0.00, rote 0.00, weiße 0.00. Dortmund: Magnum bonum .01 k. 3.05, Gelbfleischige, rote Alk. 2.80, weiße 3.30. Saarlouis: Rote Sorten 2.50, 'JJlagnuni bonum 0,00, weiße runde 2.50. Ul ü n ft e r: Magnum bonum 2.60 -2.75, Gelbfleischige rote 3.00 bis 3.10, weiße 3.75—4.00. Saffig-Plaidt: Rote Sorten 2.40, 'Magnnm bonum 2.70, Gelbfleischige, weiße, 0.00. Wi11ich bei Krefeld: Magnum bonum 2.70—2.90, Gelbfleischige rote 2.70—2.90, weiße 2.70—2.80. Hannover: Magnum bonum '.50—0.00, Gelbfleischige rote 0.00—0.00, weiße 3.00. (Alles per 50 Kilogr.).
le. Frankfurt a. M., 4. Febr. Heu- und Strohmarkt. (Org.-Tel d. Gieß. Anz.) Aiigefahren waren 10 Wagen Heu, 2 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für Heu 'Mk. 3.30—3.o0, für Stroh Mk. 2.70—2.80, Maschlnen-Langstroh Alk. 2.10—0.00. Alles für 50 gk.
Die Marktpreise für Bieh und Frucht und die Gietzcuer Fleisch- und Brorpreise am 3 Februar 1908.
Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k f u r l a. 2)1.
Fleifchpreife in Gießen
Ochsen
Kälber Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 76—78 Alk.
% Kg.Schlachtgem. 92—95 Pf.
7t „ 59-60 „
V. Kg. 82-88 Pfg.
V, , 70—80 , Xh X 70—84 „
Getreidepreise in Mannhei m
Arotpreise m Gießen
Weizen 100 Kg. 21.75-22.75 Mk.
Roggen 100 Kg. 20.80-21.25 'Mk.
Weißbrot 2 Kg. 62 Pig.
Schivarzbrol 2 Kg. u8 Pfg
Gießener Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung für Hegen am Mittwoch den 5. Februar 1908: Wechselnde Bewölkung. Frost. Vielfach Schnee. Nördliche Wurde.
VrigiuaUDrahtineldunge«.
R.-B. D a r m |i a ö t, 4. Febr. Die (i r |t e Kammer bei Land stände wird Montag, 10. Februar, vorm. 10 Uhr, zu einer Plenarsitzung zusammentreten. Aus der Tagesordnung stehen u. a.: die Regierungsvorlage über die Konzerthalle in Bad Nauheim, der Entwurf zur Abänderung des Volks- schullehrergesetzeS (Gehaltserhöhung der Volksschullehrerinnen), das Gesetz über die Vermeidung von Toppelbesteuerung, die Anslellung und Beförderung der höheren Beamten der preußisch-heisischen Eisenbahn, der Verkehr mit Automobilen und Fahrrädern, die Vereinigung von Bürgel mit Offenbach, die KreisvermehungSämter x.
Köln, 4. Febr. Der Berliner Kvrreipondenr der Kölnischen Volkszeitung erklärt, daß Gerüchte über den Rücktritt des Frhrn. v. Rheinbaben mit Bestimmtheit auftauchen. Rheinbaben werde in einem der größten Industrie-Werke des Ruhrreviers eine Stellung annehmen. Ferner würde versichert, daß der schwer leidende Kriegsminister v. Eineni nicht mehr auf seinen Posten zurückkehren werde.
Paris, 4. Febr. Aus Concarneal (Dep. Finisterre) wird gemeldet, daß auf der im Bau begriffenen Bahnlinie nach Pontaveu drei offene Wagen mit 15 Arbeitern entgleisten und ins Meer stürzten. Ein Arbeiter ist tot und zwei wurden schwer verletzt.
P a r i s, 4. Febr. Aus glaubwürdiger Madrider Quellt ist auch hier die Nachricht eingetroffen, daß gestern in Lissabon ein Gefecht stattgefunden hat. Es wird auch berichtet, daß während der letzten Abende, die Trompetensignale in den Kasernen unterblieben, da man befürchtete, daß diese das Zeichen zu Unruhen geben könnten. Weiter geht das Gerücht, daß mehrere Personen standrechtlich erschossen worden sind.
Lissabon, 4. Febr. Die Nachricht von der Proklamierung der Republik in OPorto wird als falsch bezeichnet.
Madrid, 4. Febr. „El Mundo" meldet aus Lissabon! Der neue Mini st erpräsidcnt trifft umfassende Maßregeln, um jeder aufständischen Bewegung vorzubeugcn. Die verfassungsmäßigen Garantien wurden aufgehoben und das Krieg sre ch t proklamiert. 94 politische Gefangene wurden an Bord des Dampfers „Portugal" gebracht; sic sollen in afrikanische .Gefängnisse gebracht werden.


