'N
Ebnung befindet jich jetzt Steinweg ioL l-3'illman«, Büglerin, ine von heute ab ittiaj
I. Kahn
Tchneiremeister.
aller ßS. Fabrik. ^»■44; L'L-'« lernende rS"/^- MD
**Ä
r>7° Xaehf.,1 »"•«trä'uXnU« Jain“ QDue8den- Leipzig J^XUlsruhM
WtzLA
chckG
' GnaL tital, Svan. Haler, prall. Meltzode, für tarnen, Reijezwccke, Scn- siorresp. bei sich. Resultat, unbelült, wnitunben iite. VestanlageSlll. Ur imkchmkil AZ INN Bauer, Asienveg L
Privat-
tgemerl zu jeder Ta^ t h. B'äutke, Mrer, Brandaasie 3. lervontirundstückcB S, ober PrivalbE,
SäSSt SSÄ« Ws jLanlgejchaften. vitenai ZWW fleV August j« j/dreisang-
Nr. 233
Drittes Blatt
Samstag 3. Ottober 1908
Gießener Anzeiger
Erscheint tü-Nch mtt Ausnahme des Sonntag».
General-Anzeiger für Sberhefftn
158. Jahrgang
Die ^Stetzener ZamiltenblStter" werden dem »Anzeiger^ otennal wöchentlich beigelegt, das „Kretsblatl fßr -en Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die ..Lanüwtrtfchaftttchen seit- fragen" erscheinen monatlich zweunal.
Rotationsdruck und Verlag der Brü blichen UniversitätS - Blich- und Steindruckerel. 3t, Lange. Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag.' 6L Redaklionr^iA'Zrz TLt.-vldr^AnzeigerGießen.
cusm
Die Waldschule.
Unser Stadtvorstand hat im Juli d. I. die Errichtung fein ec Waldschule im Prinzip beschlossen und dafür bereits einen Platz im Stadtwald, unweit der Ziegenweide, ins «Auge gefaßt. Zugleich wurde ein LehreH der sich hierfür besonders interessiert, beauftragt, bereits vorhandene Schulen zur Information zu besuchen und alsdann darüber zu berichten. Dieser grundsätzliche Beschluß unserer Stadtvertretung ist nichts so Ungewöhnliches, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheinen möchte. Es ist ein jAusfluß desselben Geistes, der seither schon die Schul- tzemeinden veranlaßte, körperlich oder geistig schwachen Kindern in besonderem Maße ihre Fürsorge zuzuwenden und nach Kräften zur Linderung ihrer unleugbaren Ntotlage beizutragen. Daß unser Gießen dies Stück echt sozialer Liebesarbeit an der bedürftigen Schuljugend nicht vernachlässigt hat, dafür zeugen viele Einrichtungen innerhalb der Volksschulen, wie: Verabreichung warmen Frühstücks während der kalten Jahreszeit, Ferienkolonien, regelmäßige Stotterkurse, Spezialklassen für schwachsinnige Kinder, .Einrichtung von Bädern in den Schulhüusern und der Lahn, Anstellung eines Schularztes, freie zahnärztliche Untersuchung und Behandlung der Volksfchüler, sowie die Knaben- und Mädchenhorte.
Mit logischem Zwang haben derartige Fürsorgebetäti- Jungen die .Städte der Idee der Waldschule zugeführt. Diese sucht die ärztliche Warnung zu beachten: „Bleichsüchtige, körperlich zurückgebliebene Kinder dürfen den Gefahren des Schulzwangs nicht ausgesetzt werden, wenn sie nicht geistig und körperlich verkümmern sollen." Daneben will sie aber auch den Forderungen der Schule gerecht werden, die ihrerseits eine möglichst vollkommene Ausbildung des Individuums anstrebt, damit es in den Kampf ums Dasein einzutreten vermag. Durch Betonung des letzteren Gesichtspunktes unterscheidet sich die Waldschule von den Walderholungsstätten und den Ferienkolonien. Sie hat den Zweck, körperlich schwache Kinder, statt in der ursprünglichen Schulklasse in der freien Luft zu unterrichten und ihnen eine ihre gesundheitliche Entwicklung möglichst fördernde körperliche Pflege angedeihen zu lassen. Dieses Ziel wird erstrebt durch den steten Aufenthalt in staubfreier, 'auerstoffreicher Luft, durch eine den gesundheitlichen Zustand der Kinder entsprechende Ernährung, durch ange- unessene ärztliche Ueöerwachung der Kinder und durch erhebliche Beschränkung der Unterrichtsstunden bei möglichst geringer Schülerzahl in den einzelnen Klassen.
Für die Aufnahme eines Schülers in die Waldschule Kst in erster Linie sein gesundheitlicher Zustand maßgebend. Die Kinder treffen morgens kurz vor acht Uhr im Walde ein und verbleiben daselbst bis abends halb acht bezw. im Spätsommer halb sieben Uhr. Während des Vormittags liegen die Unterrichtsstunden, die vier halbe Stunden täglich nicht überschreiten dürfen, unterbrochen durch abwechselnd fünf und zehn Minuten Pause. Die Schule übernimmt die volle, ausgiebige Verpflegung der Kinder, deren Kosten völlig oder zum Teil von den Eltern zurückerstattet Verden. Fünfzig Pfennig pro Kind und Tag bildet in der Regel den Höchstsatz der Unterhaltungskosten. In einer »ach Süden offenen Liegehalle, oder bei günstiger Witterung km. Freien, steht für jedes Kind ein Liegestuhl, aus dem »ach der Hauptmahlzeit, in eine Wolldecke gehüllt, ein Ibis zwei Stunden geruht wird. Mehrmaliges Baden in der Woche unterstützt die Heilwirkung von Luft und Licht. Der übrige Tell des Tages ist dem munteren Spiel oder
der leichten Schularbeit und gelegentlichen Belehrung gewidmet. Tische und Bänke zum Ausruhen und zur Anfertigung der Schulaufgaben sind unter dem grünen Laubdach aufgeschlagen, Turngeräte geben Gelegenheit zur körperlichen Uebung. Eine Hauptanziehungskraft übt auf die jugendlichen Gemüter der Sandhaufen aus, an dem unermüdlich gebaut, gewühlt und geformt wird. Im vorhandenen Schulgarten kann gepflanzt und beobachtet werden, während gemeinsame Spiele die beiden Geschlechter zu frohgemutem Tun vereinigen, von dem auch die Lehrenden sich nicht ausschließen. Alle bilden zusammen eine große Familie, worin Heiterkeit und selbstlose Liebe den Grundton der herrschenden Stimmung angeben. Wer wollte leugnen, daß der monatelange Aufenthalt in solcher Umgebung nicht nur das düsterste Kindergemüt aufhellen, sondern auch dem schwächlichsten Körper allmählich Kraft und Lebensenergie einslößen muß? Trüper schreibt in einem Bericht über sein Landerziehungsheim bei Jena: „Es ist für nervöse oder nur erholungsbedürftige Kinder nicht gleichgültig, ob sie bei einem Ausblick aus dem Fenster, bei einem .Schritt aus dem Hause, bei Spiel und Spaziergängen kalte Mauern und Straßen sehen müssen oder ob eine reizende, malerische, zum Teil von ihnen selbst mit gepflegte Landschaft mit frischem, beruhigend wirkendem Grün auf sie einwirkt; ob der Straßenlärm, das Wagen- gerassel auf ihr Ohr eindringt oder die nur durch Vogelstimmen oder Windesbrausen unterbrochene Stille der Natur." Die Ergebnisse der Waldschule sind denn auch nach übereinstimmenden Berichten in körperlicher, unterrichtlicher und erziehlicher Wirkung außerordentlich erfreulich.
Hoffen wir deshalb, daß auch die hier in Gießen neuzugründende Waldschule in ihrer segensreichen Bedeutung für die Erziehung schwächlicher Kinder aus ärmeren Kreisen voll erkannt werde. Ein Strom von Dankbarkeit aus Kinderherzen wird der Lohn sein für die aufgewandten Mittel.
Vermischtes.
*DieDeutscheninderFremdenlegion. Unter den sechs Deserteuren der Fremdenlegion in Casablanca, so schreibt der Figaro, waren drei Deutsche, aber man darf daraus nicht auf die Stärke des deutschen Kontingents in der Fremdenlegion überhaupt schließen. Die Mehrzahl der Fremdenlegionäre sind Elsaß-Lothringer; nach ihnen stellen allerdings die Deutschen zu den zwei. Regimentern ä fünf Bataillonen, die mit einer Kopfstärke von 12 000 Mann die Fremdenlegion ausmacben, die meisten Soldaten. Nach der Statistik verteilen sich die Nationalitäten wie folgt: Elsaß- Lothringer (nach deutscher Auffassung natürlich auch Deutsche) 45 v. H., Deutsche (außer Elsaß-Lothringern) 12 v. H., Schweizer 8, Belgier 8, Franzosen 5, Spanier 5, Italiener 5, Oesterreicher 4, Holländer 4 und übrige Nationalitäten 5 v. H. Seit jeher ist das deutsche Element in der Fremdenlegion sehr stark vertreten gewesen, ja man nahm an, daß es die absolute Mehrheit bilde. Vor dem Kriege 1870 war dies auch tatsächlich der Fall. Seitdem aber ist der Zufluß der Elsässer und Lothringer immer mehr gewachsen, hat die Deutschen überflügelt und stellt heute mit seinen 45 v. H. das weitaus stärkste Element der Fremdenlegion dar. In den ersten Jahren nach der 1831 erfolgten Gründung der Fremdenlegion bestand die Truppe aus sieben Bataillonen, die nach Nationalitäten streng ge- tremit waren. Die Deutschen und die Schweizer bildeten das zweite und dritte, aber bald ging man von diesem Einteilungssystem ab, dessen Mängel offenkundig sind, man vermengte die Nationalitäten und bildete so eine neue Einheit, in der nach den oben angegebenen Zahlen die Elsässer und die Deutschen allerdings dominieren. Die Mehrzahl
der aus Bayern, Württemberg, Baden. Hessen, Preußen und Sachsen zuströmenden Legionäre sind Deserteure. Tie französische Sprache bereitet ihnen große Schwierigkeiten, und viele vor: ihnen erlernen sie nie, die Kommandowortc und eine gewisse Anzahl unumgänglicher technischer Msdrücke ausgenommen. Die Offiziere der Fremdenlegion sind ausschließlich Franzosen; für ihre deutschen Soldaten finden sie Worte höchsten Lobes. In der Tat geben diese Legionäre, die in der Regel von elsässischen und lothringischen Unter- Offizieren befehligt werden, ihren Vorgesetzten mehr Grund zur Zufriedenheit als zum Gegenteil, rie Disziplin ist der Zusammensetzung der Truppe entsprechend unbeugsam streng, und Desertionen sind sehr häufig. Oft vergehen Monate, ohne daß ein Legionär seinem Truppenteil entflieht, dann aber kommen bisweilen Wochen, in denen Desertion auf Desertion folgt.
* Kindermund. Die dreijährige Gerda, die absolut schon groß sein will, wird von ihrer Mama wegen eines kleinen Malheurs, das ihr passiert, ein kleines Schweinchen genannt. Sie fängt heftig zu weinen an und gibt aus die Frage der Mama, warum sie denn eigentlich weine, int Tone tiefster Entrüstung zur Antwort: „Ich bin kein kleines Schweinchen!" — „Ja, was bist du darm?" — „Ich bin ein großes Schwein!"
Man lese den Gießener Anzeiger größte und reichhaltigste Tageszeitung Gberhestenr mit de« Beilagen „Samilienblätter“, „Landwirtschaftliche Zeitfragen" und dem Ureisblatt für den Ureis Gießen.
Auflage über 15000 Expl.
Alle Briefträger, unsere Zweigstellen und die Geschäfts» stelle des Gießener Steigers nehmen Bestellungen auf den? Gießener Anzeiger entgegen.
Mrchliche Nachrichten.
Die Aufnahme der Konfirmanden aus der Militär- Gemeinde findet mit derjenigen der Konfirmanden aus der M a r k u s - G e m e i n d e statt.
Tie Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Markus - Genre in de beginnt Sonntag den 18. Oktober, abends 8 Uhr (auch die Mitglieder früherer Jahrgänge sind freundlichst eingeladen); die Vereinigung der fonfirmierten Mädchen der Markus-Gemeinde Dienstag den 27. Oktober, abends 8 Uhr.
Wartburg.
Christl. Verein junget' Männer mit besonderer Jugend-Abteilung K i r ch st r a ß e 9 und W e tz st e i n g a s j e 3 8.
Montag und Donnerstag: Unterrlchtskürse.
Dienstag: Bibelstunde oder Versammlung der älteren Ab< teilung.
Freitag: Musik-Abend.
Samstag: Lese-Abend.
Sonntag: Vortrags-Abend.
Gäste, Männer und jimge Leute stets willkommen.
Kasseler
Hafer-Kakao ;•
wird als
Kinder-Frühstück
tausendfach ärztlich empfohlen. Nur echt in blauen Kartons für 1 Mk., niemals lose.
Unübertroffen
ist unsere Auswahl in
Damen- und Hindsr-Konfektion. vom billigsten bis zum besten Genre.
Die letzten Saison - Neuheiten sind jetzt sämtlich auf Lager vertreten.
gf Besichtigung kann ohne jeglichen Kaufzwang erfolgen,
Jmheuser
Markt 9—10
«■'/io


