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30.12.1908 Erstes Blatt
 
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158. Jahrgang

Erstes Blatt

Gietzener Anzeiger

Nr. 30« Erstes Blatt 158. Jahrgang Mittwoch 30. Dezember 1008

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iüi Die iarteenuiniuec «atgtlanz^nttf und Verlag der Vrühl'scheii Univ.-Vuch- und Steindntt»erei R. tauge. Redoktiou, Expedition und vruaeret. vchuisN'aste r. ynaetQented $>. Beck, bis vormittags 10 Uhr. 3

Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten.

Venezuela.

Au der venezolanischen Hüfte m rin Zusammenstoß zwischen Anlrängein Cauios und der Gomez freundlich gefilmten Mannschau des !ianone»doolesKhanDa* erfolgt, als die Atoimichast Des .Miranda" bei Macnro die Landung veiluchte, die General TorreS mit 500 Mann vcrhinderie. 20 Mann ftnb gefallen, 50 wurden ver­wundet. Ter General Torres, der Castros Anhänger in Macnro befehligte, ist inziviichen in Porto of Spain in einem kleinen Boote einciklrosien. Er erklärte die Ucbermacht gegen ihn sei zu gz-otz und er werde nicht ivetier kämpfen. Bits Castro fclbit sich zu den neuesten Vorgängen in Veneziicla stelli, ist nicht bekannt, aber Die angebliche Berliner Depesche Castros, in der die Ermorduna Gomez verlangt worden fern soll, wird von der Umgebung Castros als Talarennachricht hingesteUt. UebrigenS konnte eme deshalb ver- langte Auslieferimg gar nicht in Frage kommen, da es sich um ein polutjches Bergehen handeln würde. Brändent Eaüro tvird watirend ,eines Berliner Anfenthalis von der deutschen Regierung lediglich als Privatmann betrachtet.

Weihnachtsfeiern.

Der Turnreretn veranstaltete am zweiten Feier­tage in der Turnhalle seine Weihnachtsfeier, die sehr gut besucht war. DaS Programm brachte em flott gespieltes Weihnachtsstückchcn, in dem gleichzeitig auch das Turnen zur Geltung kam; die F-echtrtege trat ztim erstenmale auf und erntete durch ihre Vorführungen große Anerkennung. Der Längerchor, sowie etn Vortrag von dem Weihnachtsmann ernteten ebenfalls lebhaften Beifall. Nicht unerwähnt darf fchltesilich das Damenduett bleiben, das durch seinen schönen Gesang wesenlltch zur Verherrlichung deS Festes beitrug. Eme Verlosung brachte zum Schluß der Aiifführungen noch manchem ein schönes Geschenk. Hierauf folgte dann der übliche Tanz, bei dein die Tanzenden den Saal dicht umdrängt umstanden. Ter Turnverein kann auch Heuer wieder sagen, daß et seinen Mitgliedern an Weihnachten einige recht vergnügte Stunden geboten- habe.

* Männer-Turn-Verein. Am zweiten Weih­nachtsfeiertage hielt dec M. T.V. in den Räumen von Steins Garren seine Weihnachtsfeier ab. Schon vor Beginn der Feier war der große Saal vollständig besetzt und aus allen Räumen des Hauses mußten Stühle herbeigeholt wer­den, um Sitzgelegenheiten für die Festteilnehmer zu schaffen. Eröffnet wurde die Feier mit dem Marsch des M. T. V. von Spreng, dem ein gut gesprochener Prolog folgte. Hieran reihte sich der flott gespielte Einakter:Eine nette Be­scherung," der mit seinen originellen Stellen wahre Lach­salven hervorrief. Aber auch die Kleinen zeigten, daß sie sich auf der Bühne mit Geschick und Verständnis zu bewegen wußten. Das Kinderfestspiel:Des Stiefkinds Weihnachten" hatte einen vollen Erfolg. Auch die aktiven Turner trugen ihr Teil bei zum Gelingen des Festes mit den mustergiltig gestellten Marmorgruppen in folgenden Bildern: Schwert- kämpfer, Kampf um den Gefallenen, Kampf um den Leich­nam des Patroklus, Sck)leuderer, Kugelspieler, Athlet, Dis­kiswerfer, Borghesischer Fechter und Sieger, Wettlauf und Tauziehen, Fries am Tempel der Göttin Athen. Lebhaf­ter Beifall belohnte die Turner für ihre Darbietung. Den Schluß bildete das TheaterstückAm Weihnachtsabend"^

und Beschlußfassung unterzogen worden sind. Wozu nun jetzt nach wenig Monaten schon eine Wiederholung derselben Debatten, die Extrasicrung neuer Kundgebungen der Regie­rung, die abermalige Formulierung von Kammerbeschlüsscn? Die hessische Volksvertretung hat doch wahrhaftig mehr zu tun, als leeres Stroh zu dreschen und alte Ladenhüter immer wieder aufzufrischen, darunter solche, die längst ihr zehn- und zwanzigjähriges Jubiläum feiern können.

Ter dritte Ausschuß der Zweit. Kammer ist gestern als erster der Kammerausschüsse zu seinen Beratungen zu- sammengetreten. Er hat sich zunäa-st mit der Prüfung der Wahlen der im vorigen Monat geivählten 25 Landtags- abgeordncten zu beschäftigen. In der heutigen, unter Vor­sitz des Abg. Breidenbach abgehaltenen Sitzung wurden die Wahlakten für die einzelnen Mandate unter die AuS- schußmitglieder verteilt und die Punkte betreffs der^beiden beanstandeten Wahlen der Abgg. Dr. Frenay und Sen ß- selber festgestellt, über die die Regierung um die An­stellung amtlicher Erhebungen ersucht werden soll. DaS Referat für die Wahl Dr. Frenays hat Abg. Breiden­bach, das Referat für die Wahl Senßfelders Abg. P e n n - r i ch übernommen.

Ersatzwahlen. lieber die Kandidaten-Auf- stellung für das durch den Tod des Abg. Keller erledigte Reichstagsmandat für Bingen-Alzey werden in den verschiedensten Blättern Nachrichten mitgeteilt, die fast ausnahmslos auf Kombinationen beruhen. Das einzige, was als Tatsache gemeldet wurde, ist, daß am Sonntag in Wöllstein eine von Mitgliedern verschiedener Parteien stark beschickte Vectrauensmännerversammlung stattfand, die eittstimmig beschloß, Amtsrichter Bon Hard in Wöllstein den in Betracht kommenden Parteien als Kandidaten in Vor­schlag zu bringen. Es ist in dieser Mitteilung nicht gesagt, wer unter den in Betracht kommenden Parteien zu verstehen ist, doch geht man nicht fehl in der Annahme, daß National- liberale, Bund der Landwirte und Alldeutsche gemeint sind, also die Kreise, die bei der letzten Wahl den Abg. Keller auf den Schild gehoben haben. Im Zentrum, das damals, nachdem es in der Hauptwahl durch die Aufstellung zweier Kandidaten verhindert hatte, selbst in eine aussichtslose Stichwähl zu kommen, im zweiten Wahlgang Keller zum Sieg verhalf, herrscht nunmehr eine starke Strömung, mit aller Kraft selbst in den Wahlgang einzutreten, doch wird es schließlich wie bei der letzten Wahl seine Taktik von dem Gesichtspunkt leiten lassen, den Sieg des freisinnigen Kan­didaten zu verhindern. Unter allen Umstanden aber ist eS gewillt, sich von dem zu unterstützenden Kandidaten gewisse Zugeständnisse machen zu lassen. Von freisinniger Seite ver­lautet bis jetzt nur, daß der frühere Abg. Schmidt-Elberfeld nicht mehr kandidieren wird. Die an seiner Stelle genannten Kandidaturen (Pfarrer Korell und Gutsbesitzer Lichtenstein) sind jedoch als Kombination zu betrachten. Die Wahl- männer des Wahlkreises Beerfelden-Hirsch- h-'orn-Wimpfen stellten für die demnächst ftattfinbenbe Landtagsersatzwahl den Rentner Dr. Breimer als Kan­didaten auf. Dr. Breimers Wahl, der ein Vetter des seit­herigen Abgeordneten Breimer ist, gilt als gesichert. Gr dürfte sich der nationalliberalen Partei anschließen.

Politlfd)es aus Hessen.

Bei Beginn der neuen -Landtagssession hat man sich in manchen Kreisen unseres Landes der Hoffnung hingegeben, daß die neue Kammer angesichts der in der Thronrede verheißenen großen Aufgaben und besonders im Hinblick auf die zu erwartende neue Wahlrechtsvvrlage sich nun auch wirllich einmal aufraffen und zu positiver Arbeit anschicken würde, nachdem der verflossene Landtag so arm an guten parlamentarischen Früchten zu Ende ge­gangen war. Aber schon die Ankündigung der ersten Kam­mersitzung im neuen Jahre (4. Januar) läßt diese Hoffnung ganz bedeutend zusammenschrumpfen. Die Tagesordnung dieser Sitzung weist neben der Beratung der dringlichen Anfrage Molthan über die R e i ch s w e i n st e u e r, der Be- schlußfafsung über eine Adresse an den Großherzog und der evcnt. Wahl eines Sonderausschusses für die Decwaltungs- gesetzrevision nicht weniger als 53 Gegenständezur vor­läufigen Beratung im Plenum" auf. Darunter befinden sich sage und schreibe 49 Anträge aus dem Hause, also von den einzelnen Parteien eingebrachte An­träge. -Das Auffallendste aber ist, daß sich unter diesen Anträgen etwa 20, mindestens aber ein Drittel der Gesamt­zahl, befindet, die erst im verflossenen Jahre in der zweiten Kammer einer mehr oder minder gründlichen Beratung

2lu»lanö.

Türkei. Der Konstam^^.ec Polizeinrinister machte be­kannt, baß nach der bereits abgeschlossenen Untersuchung die Ge­rüchte über einen Anschlag auf das Leben des Thron- olgers vollkommen unbegründet feien.

Eingeborenenunruhen. 9iach einer Meldung auS Amsterdam ist aus der Sutrdainsel Timor, die halb zu Holland, halb zu Portugal gehört, ein schwerer Aufstand ausgebrochen. Tic Eingeborenen überfielen die Amiedlungen der Europäer und mach­ten viele nieder. Die portugiesischen Truppen erlitten eine schwere Niederlage und mußten sich nach großen Verlusten -uruckziehen. Jnfolgedieser Niederlage gewinnt der Ausstand an Ausdehnung.

Die i n d i s ch e N a t i o n a l v e r s a m m l u n g hat einstimmig eine Resolution angenommen, in der sie ihre Befriedigung über die vorgeschlagenen ätcfointen ausspriäst und die jüngsten Aus- schreituiigcn brandmarkt. Im Verlaufe der VerhaMungen kam eS zu einer großen Tankbarkeilskundgebung für den Staatssekretär Morler.

Rückblick auf das Zahr (908.

L

Die innere Dolitik.

Tas Jahr 1908 gebt *u Ende, und da ist es nicht ohne In­teresse, einen kurzen Rückblick aus die Ereignisse dieses verflossenen Zeitiaums zu werfen. Es zeigt sich denn, daß ein Jahr schoerer Krisen hinter uns liegt und daß leider der Ausblick in me Zu­tun tt nicht allzu erfreulich ist, da wir noch immer unter den w Wirkungen dieser Ereignisse yi leiden haben, die sich in ihrer Wir­kung sowohl auf die innere wie die äußere Politik erstrecken. Gar hoch sind die politischen Wogen gegangen und cS läßt sich nicht ab- teugncn, daß eine tiefe Depression über allen Gemiitern lagert, die sich nimmer entfernen will. Die unheilvolle ü^ailytelegiapy- Affäre ist es, die alles in ihren Bann geschlagen hat, nickst »u Nutz und Frommen der deutschen Nation. Nach außen hin hat sic Tfundvlanb noch weiter isoliert und die eben wärmer gcuwr- denen Beziehungen mehrerer Staaten zum Erkalten gebrackst, nach innen aber hat sie auf die Bestehungen zwisckicn Kaiser und Bolt zu einer bedauerlichen Entfremdung geführt, wie man sie in Zeutsch to.no noch nicht gekannt bat Gewiß verkennt niemand die guttn Absichten des Monarchen, aber infolge seiner impulsiven Art sind Schritte nicht, ausgeblieben, die Deutschland nickst geringen Sckaden zu gefügt haben. Dazu kam in der ermähnten Angelegen­heit ein btoutablcs Versagen des Auswärtigen Amtes, was uns den Hohn und Spott des Auslandes eintrug, re Folgen all dieser Dinge war die ReichSkanzlerkrisis, die in die Entwickelung der deut chen Verhältnisse unsägliche Verwirrung hincinfru tragen schien. In diesem Aioment zeigte sich aber Wilhelm IL in feiner ganzen Größe, er verstand es auch, sich zu überwinden, und die denkwürdige Aussprache zwisckren Kaiser und Kanzler brachte eine Storung dahin, daß der Kanzler im Amte blieb und der Dtonara) sich seitdem einer größeren ZurücklMltung befleißigt. Wenn Fürst Bütow aus seinem Posten blieb, so geschah dies wahrlich nicht, weil er an seinem Amte klebte, sondern weil man allseitig von der Ueberzeugung durchdrungen war, daß sein etfreiben m einem Moment, wo auf dem Gebiete der inneren und äußeren Politik die schwierigste Frage zu lösen ioar, stin Scheiden die herrschende Verwirrung nur noch vergrößert hatte. Don dieser Tendenz gmg man auch in den Debatten über die Affäre aus, bei denen der Reichstag seine Würde in der erfreulichsten Weise wahrte und trotz aller Schärfe der Kritik den angemessenen Takt zu wahren wußte. Es wird niemand behaupten wollen, datz mit dem Ver­bleiben des Fürsten Bülow die KrisiS vollstmchig überwunden wäre, aber in gewisser Hinsicht haben sich die Berhaltnyse doch gebessert: vor allem ist die Position deS Reichskanzlers zweifellos gestärkt worden, zumal der Bundesrat und das preußische Mini­sterium unzweifelhaft dartaten, daß fie fest hinter dem Reichs­kanzler stehen, anderseits waren die Anträge aus gesetzliche Fest­legung der Reicktstonzler-Beranttvortlichkeit durck-auS geeignet, die Position des obersten Reichsbeamten zu stärken, wie denn auch entgegen vielfacher Annahme die Reichsregierung sich einsichts­voller Meise diesen Antvasen gegenüber durchaus entgegenkommend

ein mag, auf der Rechten dagegen würde man ihn sehr froh be-I irußen, indem iram den Standpunkt vertritt, daß die Blockpolitik | un Reick? für die Verholtniff- in Preußen nickst Awoendung finden können. Als 'Aussichtsreichster Kandidat"' für den Posten des preußischen Kultusministers nrirfr von derBert. Unm.-Korr. auch der preußisck? 5)andelsminister Delbrück genannt. Es sei nn offenes Geheimnis, daß Herrn Telbruck fein jetziges Re,fort mckst genüge. In einem Zirkel politischer Freunde habe er zudem erst kürzticks« versichert, er roüroe trotz aller ischimer.gleiten fernen Augenblick zögern, da§ Kultt:sministerium zu übernehmen. Han­delsminister Delbrück ermächtigt nun dasB. T." deingcgenuber zu tret Feststellung, daß die Meldung der genannten Korrespondenz von Anfang bis zum Ende erfunden ist Tie ihm zugefchrtebene Aeußerung habe er nickst getan, an die Uebcrtmhme des rkultus- ministeriunts habe er noch keinen Augenblick gedacht und er habe überhaupt keinen herzlicheren Wunsch, als sein Ressort zu be­halten. Wer aber auch immer baä Erbe Antritt, alS eine seiner eisten Aufgaben müßte er eS betrachten, eine Ute form des Ministeriums in die Wege zu leiten.

Aerzie und Lebeuöversicherung?gefrllschaften.

Die unter Dem Vorsitz des Präsidenten bes Ausjickstsrats für Privatvcrjicherung, Gruner, eingeleiteten VeimitteliiNgSverhand- stmgcn zwischen den Aerzden und den LebensversicherungSgesell- idßttcn haben, wie man uns aus Frankfurt a. M. meidet, za> unter Verständigung geführt. Es ist ein Vertrag vereinbart wor- Dai, der bis zum Jahre 1918 gütig sein soll. Für die Volks- oersichecungen werden G Mk. sär daS st bezahlt, für die Le- oensversicherung in Höhe von 1000 bis 6000 Kl. 12 Mk. und von 6000 Mk. an 15 Mk., für die hauSorzlltchen Atteste 7. Kart

Gegenüber dieser Affäre mit allem ihrem Trum und Dran 1 sind die übrigen Vorgänge des Jahres 1908 tn)tz teilweiser1 Micktigkeit mehr in den Hintergrund getreten, selbst die Reichs- j fina nzresorm und die Fr age der Beamtengeha lter. i lieber die Reform war in den ersten Ttonatcn deS Jahres Freiherr von Stengel gestürzt und Herr Sydow hat sein Erve angcdretew 1 Mas er uns freilich bescheert hat, ist nickst nnnder unerfreu ich i und es läßt sich heute noch in keiner Meise übersehen, tote srck> die Tinge gestalten werden.

Auch sonst ist an positiver Arbeit durch das Parlament nicht allzu viel geleistet worden, nur daß bei der Börsennovelle und dem V e r e i n s g e s e tz mit seinem gefährlichen Sprachew Paragraph der Block seine Feuerprobe bestand. Auch weiterhin hat der Block im Großen und Ganzen gut funktwniert, sicher auch zur Zeit der Krisis, ob er aber auch die Reichssrnanzresorm Überstehen wird, das bleibt die große F-rage. .

Für Preußen existiert der Block nach wie vor sticht, un Land­tage stehen sich Rechte und Linke ziemlich schroff gegenüber, und auch die Neuwahlen haben hierin begretfiicherweise feine Aenderung berbei-ufuhren vermvckst. Die Wahlkampagne war unter dem Stickpvort der Wahlkampagne, daS die Linke ausge- geben hatte, vor sich gegangen, aber daS ^sultat war völlig negativ. Rechte und Zentrum gingen Nicht nur nicht nngeschwacht aus den Wahlen hervor, sondern sie eroberten obendrein noch eine Reihe von Kantaten. Auch die Hoffnungen der Sozia demo- kratie, die im Januar in Berlin große Dernonstratronen )ür das Wahlrecht veranstaltet hatten, wobei es zu Zuiammenstoyen nut ter Polizei kam, sind nicht in Erfüllung gegangen, nur in jöeriui vermochten sie einige Sitze zu erringen um K-

Lwnnover, im Landtag vermögen sie sich selbswerstondlich bei ihrer geringen Mandatszahl nickst zur Geltung zu bringen.

Ueberhaupt war die Sozialdeinokratle in diesem 2ahre nicht gerade vom Glück begünstigt, aus Nürnberg müssen die Führer nach Schluß des Parteitages mit recht gemischten Gefühlen ge­schieden sein, nachdem man in der Frage DerDudget-B'-willigung einen Pvrrussieg über die Süddeutschen erzielt hatte. Freilich würe es verfehlt, daraus einen Schluß auf die Minderung. der Sozialdemokratie zu ziehen, sie hat guten Bundesgenossen an Der darteizerkiintung dcs Eurgertums, roo man oft tat Blick für dl- Mtzem-mh-tt über dcn VNN-. zipielleu Parteistandpuukt verliert. "-Lieber Ilmstand ist es auch, der im Hinblick aus die noch zu lösende Aufgabe d^ Herz mit schwerer Sorge um die wertere innere Entwickelung Deutschlands erfüllen muß._______________

Ootttiiche Lagesjcbarr.

Das preußische Kultnsmiuistermm.

Schon seit geraumer Zeit ist dec jetz.ge preugyche Kultus­minister Tr. Holle beurlaubt, und es wird imt großer Bestimmt­heit behauptet, daß Holle auf seinen Posten Nicht mehr zuruck- kehren werde. Es heißt, die Erkrankung des Ministers ^ei auf Ueberbürdung zurückzuführen, und man verlangt eine Teilung des Ministeriums für Kirche, Schule und Medizinalangelcgenheiten., In Den Betrachtungen über dm mutmaßlicl>en Nachfolge^ Holles tauch: u. o. auch der 9Zante des Ministerialdirektors von «chwarz- komi auf, dcm die Unterrichtsabteilung untersteht. 9cun hat ge­rade dieser Mann, speziell aus der Linken, viele Gegner uno man glaubte beim Antritt Holles, daß dieser neben Allhoff auch ihn auöschifsen werde, das ist aoer nicht gesckfehen. Wahrscheinlich, roeil der Müiister als völlig neuer Mann glaubte, euur erfahrenen Strait nicht entbehren zu können. Der der Ernennung von Ministern spreckfcn aber auch politische Grunde mit unb man wurde es au< der Linken dem Fürsten Bülow sehr verübeln, wenn seine Wahl gerade aus diesen Mann fallen wurde, so tüchtig er auch

Deutsches Ueieh.

Der Reichstagsavg. Hcld bat infolge des Ar ihn un­glücklich verlaufenen Pwzesses sein Ntondat für den Wahlkreis 6 (Hannover) nietargelegt.

Die anaeb liehen Unruhen auf Samoa. Da bis heute an zuständiger Stelle in Berlin Nackttichtcn aus ^amoa über Nuhestörunaen, von denen letzthin eme Ausländer Meldung zu ersah len wußte, nicht eingetwfsen find, ist jetzt sicher, daß iold,e nicht vorgekommen sind. t

Kaiser Wilhelm wird dem un nächsten Jahr tn Sachsen stattfindenden Manöver der beiden sächsischen Armeekorps bei» wohnen. .

Die Hambura-Amerika-Linle-Samburg, der Norddeutsche Lloyd--Bremen, die Holland-Amerika- Linie-Nottcrtam und die Red-Stor-Lmie-Antwerpcn, haben die Zwischrtitacksraten und) Nordamerika um durchschnittlich JO Mark "^Die Firma Krupp in Essen hat die Lieferungen für das neue argentinische Schnellseucrgcschütz erhalten.