Nr.28L Viertes Blatt
158. Jahrgang
Samstag 28. November 1908
Erscheint tügllch mit Ausnahme des EonntagL.
Die „Gießener ZamiltendlStter- werden dem »Anzeiger' otermal wöchentlich beigelegt, dar „Krelsblati für Öen Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Sett- fragen" erfchemen monatlich zweimal.
Giehener Anzeiger
Eeneral-Anzeiger für Gberheffen
Rotationsdruck und Vertag bet Vrüh0fch« Unmerfuäts »Buch- und Sieindruckerei.
ÖL Longe. Gießen.
Redaktion, E^vekNtton und Druckerei: Behüt» firaee 7. Exoedinon und Verlag: 5L
tteöafttonze^HS. LeU-AdruAnzergerGteßen.
An- Stabt und Land.
Wieben, L8. November 1908.
* Studentische Unterrichtskurse für Ar- beiter und Unterbeamte. Das Programm ist auf mehrfaches Verlangen dahin erweitert worden, daß von der kommenden Woche ab auch Unterricht im Franzö- fischen crlct t wird. Anmeldungen dazu weroen vor Be- ainn dieses Unterrichts (Dienstag, 1. Dezember, 81/3 Uhr- tn der Universität entgegengenvmmcn. Im übrigen ist die Verteilung der Stunden jeftt folgendermaßen festgesetzt worden: Montags: Rechtschreiben und Aufsatz; Dienstags: Rechnen (erste Stufe) und französisch; Mittwochs: Rechnen (zweite und dritte Stufch; Donnerstags: G.ometrie und E-eographie; Freitags: Vürgerkunde. — Za iede.' gewünschten Austunst ist Dr. Vogt (We,erstr. 3) gerne bereit.
•• Ueber Klima und Witterung in den Alpen sprach am Donnerstag Abend Meteorologe Wilh. Peppler in der Sektion Gießen des deutschen und österreichischen AlpenvereinS. Er führte etwa folgendes aus: Der Tourist durchwandert bei einer Hochtour die verschiedenartigsten Landschaftsbilder und klimatischen Zonen, von den Talwiesen und dem Laub» und Nadelwald bis zur Region deS Krummholzes und deS ewigen Schnees. Die großen Veränderungen in der Natur, die sich auf wenige 1000 Nie ter zujammendrängen, sind in erster Linie der steten Abnahme der Luslwärme zuzuschreiben. In einer Höhe von 3001) Meter liegt die mittlere Jahreswärme 5 bis 6 Grad unter dem Gefrierpunkt. Besonders ungünstig gestaltet sich das Frühjahr. Noch im Mar liegt in der Höhe dec Zugspitze die Temperatur mehrere Grade unter sJluU, und sie erhebt sich überhaupt nur drei Monate, Juli, August und September, darüber. Im Frühjahr und Frühsommer sind die Berge noch tief verschneit, so bedeckte die Abhänge der Zugspitze Ende Mai 1902 eine Schneedecke von 4 Nieter Höhe. Am günstigsten für Alpenwanderungen sind die Monate Auguft und September, der Schnee ist stark zusammengeschmolzen, die Atmosphäre ist ruhig und Geioitter sind selten. Der Winter ist dagegen für Nachttouren wieder ungeeignet, wegen der gewaltigen Schneemengen, die einen Aufstieg fast unmöglich machen. Nur in den lieferen Lagen bieten weniger steile Abhänge ein günstiges Terrain für Skiläufer. Charakteristisch für die Alpen sind einige Er- scheinungen in der Atmosphäre wie der Föhn, der in den nördlichen Alpentälern als plötzlich einbrechender trollenwarmer Wind weht und als Fallwind erklärt wird. Ec ist vor allem schuld au plötzlichen Wetterstürzen, die dem Touristen gefährlich werden können. Auch andere Witterungserscheinungen, wie Gewitter, Schneestürme rc., treten in den Alpen mit besonderer Heftigkeit auf. Trotzdem gerade in den
Alpen Klima und Witterung die größten und gefährlichsten Ueberraschungen bereiten können, wird der Tourist sich nicht obschrecken lassen; ihn entschädigt der Genuß der erhabenen Bergwclt für die Mühen, die ihm die Natur bereitet, vollauf. Der Dank der Zuhörer für die instruktiven und interessanten Ausführungen äußerte sich durch lebhaften Beifall und herzliche DankeSworte des Sektronsvorsitzenden Prof. H e d d e r i ch.
** Der Evang. Arbeiterver ein hält morgen Sonntag im Vereinslokal feinen 3. Vortragsabend ab, bei welcher Gelegenheit Stadtbanmcisler Braubach, den bereits vor den Stadtverordneten gehaltenen Dvrtrag mit Lichtbildern über tunf ere Kolonien wiederholen wird.
=- Ruttershausen, 27. Nov. Heute morgen wurde die Leiche des anfangs November L I. in der Lahn er- trunkenen Karl 9tc uf u) lin g von Krumbach bei RuUers- haufen gelandet.
Dertnijdt«**
* Pich0n als Jour natifc. Herr Stsphen Pichon, der Minister des Ausivärtigen in Frankreich, hat den gegenwärtigen Zeitpunkt für angemessen erachtet, die Welt daran zu erinnern, daß er Journalist war, el)e er in die diplomatische Laufbahn gelangte. Er hat G. Rormandy ermächtigt, eine Ausivaht seiner Artikel über verschiedenartigste Gegenstände in einem hübschen Bande zu vereinen. (Dans la bataille. Paris, Alvert Mericant.) Das Buch beweist, daß Herr Pichon ein guter Journalist war. Ob er über den christlichen Sozialismus, über Preßfreiheit und das Äultusbudget oder über nationale Ehre, die Entstehung der Einigung Italiens und kirchliche! Diplomatie plaudert, er weiß leinein Gegenstände immer neue und interessante Seiten abzugewinnen.
** Postkarten-Su-uao — Erleichterung und Verbillig ung für die Geldversendung. Diese Ein- richtung hat in der Geschäftswelt großen Anfang gefunden und die Bank für Handel und Inbustrre (Darmstootrr Bank) hier isl dem Bo-rachen vieler auswärtiger Danken gefolgt, indem sie ebenfalls PostkartenscheckS zur Ausgabe bringt. Zur Orientierung weiterer Kreise sei folgendes miigrteilt: Die Dank Iwcrgibt dem Interessenten, der sich ein Konto bei ihr errichten läßt, tin Heft- ctjen, enthaltend 25 Postkarteiv-Schccks, die aus die Dank lauten. Das Format entspricht auf der Vorderseite genau der Reichs- Postkarte, während die Rücffeite den Tsxt der Schecks sufweist, den der Absender entsprechend auSfullt. TaS Porw beträgt nur b Pfg. und man kann bis zu 1000 Mk. auf diese Weise verschicken. Ein Verlust durch Aubandenkommen der Karte oder Mißbrauch kamt nie eintreten, weil der Empfänger der Postkarte den Betrag der Ueberweisung mit feiner AanLoerbiirdung verrechnen muß. Wir glauben, daß nicht die Geschäftswelt, sondern auch das Privatpuoliküm sich die Einrichtung zu Ruhen machen wird.
— Die Entwicklung der Industrie im Osten Frankfurts. Die Blicke der Frankfurter Geschäftswelt sind
zurzeit aus den östlichen Stadtteil gena'-.et, Mosel ost sich, in Derbtw» düng mit der Declegung deS Osn-ohnhoseS, große llmwälzpna« vollziehen. In der benfLxtr großzügigsten Weise erschließt dio Stadt Frankfurt a. M. Gelände für .\) anbei und Industrie unter Äufioeramng eines BetraaeS von nicht weniger als 75 Millioneck Hiait Industrie-, Handels- und Floßhäfen werden gebaut, wert ausgedehnte GcleiS-Anlagen werden geschaffen, um daS für die Industrie und den Großhandel reservierte Gcländo mit Wasser- und Bahn-Anschluß zu versehen. Don diesem Gelände ist ein großer Teil bereits verkauft, so daß sich im neu eck Industrie-Viertel ,chr bald eine rege Bautätigkeit entfalten wird. Auch auf Fech^nhnmer Gemarkung werden bereits Fabriken errichtet. Der mächtige Reuoau der Finna PH. M a y f a r 11) il (So. geht seiner iöoUenbung enlgeaen, und wie unS mitgeteilt wird, soll die teilweise Eröffnung des Betriebes schon im Frühjahr 1909 erfolgen. DaS Faonkwcuiidstuck bat eine Größe von 92 000 Quadratmeter, die bebaute Fläck/e betragt 25 000 Quadratmeter, und die Fl-äche der geiamlcn ArovllS- und Lagerraums 47 000 Quadratmeter. Die Arbeiteviahl dieser weltbekannten Firma, die z. Zt. 1150 ist, wird auf 2000 steigen.
Märkte.
fc. Frankfurt a. TI., 27. uiou. deu- und Strohmarkt. Angelahrcu waren 11 Wagen Heu und 2 Wagen Stroh. Bezahlt winde Üir Hen Mk. 8.20—S.öO, für Snol) Alt. 2.40 - 2.50. Maschinenstroh fehlt. Tie Zufuhren waren aus den Kreisen Dieburg und Friedberg, foivie ans Nidda. Das Geichält war still, weil bei nasser Wmernng die Käuier fcnibliebc». Tendenz: still.
Spidpian Oes Neuen Siebener Sladttheaters.
Sonntag de»» 29. Nov., nachmmagS 8*,, Uhr, bei kleinen Preiien: „Hemi* oder ,toe»le nuö Ueibcufdjait." Ende gegen 6 Uhr. Abends 71/, Uhr, bei kleinen Preifen, unter Tlitrvnknng der Sinpelle des hiesigen Fnfanlerie-Regnnents: .Der Schivleger- valer" oder .Tie beiden RelcheninnUer." Ende 10 Uhr. Dienstag den 1. Dez., abends 8 Uhr: 8. Dienstag-Abonnement-Vorstellung: ,Eiii Falliiicnient.' Schauspiel von Bsönistjerne Björnson. Ende nach 10'/. Uhr. Mittwoch den 2. Tez., abends 7 Uhr: 7. Alltt- woch - Abonnement - Vorstellung : ,2x2 = 6.* Ende 9*/4 Uhr. ronnersiag den 3. Tez., abends 8 Uyr: Erstes Schlierseer-Gast- Ipiel: ,3n der Soininerfrlsch'n." Posse mit (Selang und Tanz. Ende IO',, Uhr. Freitag den 4 Dez., abeilds 8 Uhr: Zweite- und letztes Schlielseer-Gastlpiel: „Der Patagraphenschuster.* Volksstück mit Gesang. Ende 10'/, Uhr.
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