Ausgabe 
28.11.1908 Drittes Blatt
 
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Drittes Blatt

Nr. 281

Erscheint täglich mit Aufnahme beS Sonntag!,

Eeueral-Anzeiger für Gberheffe»

158. Jahrgang

iRebaftion, Gjtwbthon und Tntderei: S<f)ul- fhoBe 7. Expedition und Verlag: «--Mbl. Stebaf lüm: es® 112. Tel.-Adr^AnzergerGießen-

DieSiebener $amiIlcnNätter* werden dem .Anzeiger" viermal Wochen lich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zett- fragen" erscheinen rnonaUich zweunal.

Samstag 28. November 1908

Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Unwersiiöis - Buch- und Stembrudetei.

R. Lange, Gießen.

An» Stadt und Land.

Gießen, 23. November 1908.

- Pslanzenschutzdienst im Großherzogtum Hessen. Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschädlmge jeg- licher Art, sofern sie in verheerendem Maße auftreten ober noch unbekannt erscheinen, sollen beobachtet, erkannt und be­kämpft werden. Tic dabei gemachten Erhebungen und Er­fahrungen sind alljährlich zusammenzustellen und der Äaiferl. Biologischen Anstalt für Land- und Forstwirtschaft mitzu- teilen. Die Arbeiten werden durch Sammler, Sammelstellen, einen sachverständigen Beirat und eine Hauptsammelslelle ausgeführt. Aufgabe der Sammler ist nach dem neuesten hessischen Regierungsblatt: verheerend auftrctende oder an­scheinend noch unbekannte Pflanzenkrankheiten und Pflanzen­schädlinge aller Art zu beobachten; Nachricht hierüber an die zuständigen Sammelstellen unter Einsendung von Unter- suchungLmaterial zu geben; Aufklärung über auftretende Pflanzenkrankheiten und über Mittel zu ihrer Bekämpfung auf Grund der von den Sammelstellen erteilten Auskunft zu ver­breiten; soweit erforderlich und auf Anordnung der Sammel, stelle bei der Bekämpfung der Krankheiten oder Schädlinge mitzurmrken.

** Das Nachsitzen in der Schule. Die meisten Schüler, die nachsitzen müssen, beteuern den Eltern gegenüber ihre Unschuld, und die letzteren entrüsten sich denn häufig über die uiigerechre Behandlung ihres Sprößlings. Von dieser Empfindung geleitet, ließ ein leichtgläubiger Vater seinen Sohn nicht wieder zum Nachsitzen gehen. Die Schul­verwaltung erstattete Anzeige bei der Polizei, und diese be­strafte den Vater wegen Schulversäumnis des Sohnes. Der Vater prozessierte dagegen, erzielte aber trotz aller Anstreng­ungen keinen Zreispruch. Das Kammergericht erklärte, die gesetzlich Sckulpsticht erstrecke sich auch aus Straf- bezw. Aachhilfestunoen, welche für einzelne Sc!)üler angesetzt wer­den, gleichviel ob als Disziplcnar-Matzregel oder zwecks öebung mangelhafter Leistungen. Selbst int Falle einer tteberschrcitung der ministeriellen Stundenzahl slünde den Eltern noch kern Zurückbehaltungsrecht zu, sondern nur die Beschwerde.

x Büdingen, 26. Nov. Im Auftrage des Verbandes mittelrheinischer Volksbildungsvereine wird Herr Dr. Pohlmeyer - Berlin am Donnerstag, 3. Dezember, abends 7 Uhr imGambrinuS" zu Nidda einen Vortrag hatten über:Deutschland und die amerikanische Gefahr"". Der Eintritt ist für jedermann frei.

r. Winnen, Kr. Marburg, 26. Nov. Die Gemeinde hat den Bau einer Wasserleitung beschlossen. Sie soll mittels Widder betrieben werden. Es hat sich deshalb eine Gegenpartei gebildet und es gibt hier jetzttrockene und naße"'/ aber dennoch ist der Bau der Wasserleitung, die für die Gemeinde sehr notwendig ist, sicher. Nach Aussage der Baubehörde ist der Dau mit Leinen großen Schwierigkeiten verknüpft, zumal jetzt noch eine zweite Quelle gefunden ist.

-a. Garbenheim, 26. Nov. Mit dem 1. Dezember erhält unser -Ort eine Bahnstation. Garbenheim war bis jetzt der einzige Ort an der Strecke Lollar-Wetzlar, der keine Haltestelle besaß. Infolge der Erweiterung oeS Bahnhofs Wetzlar, vor allem iregen der unentaeltlichen Abtragung desWürzberges" ist von der Eisenbaynbehörde die Halte­stelle errichtet worden. Vom 1. Dezember ab halten alle Züge; sie gehen deshalb von den Endstationen Lollar und Wetzlar meist 2 Minuten früher ab. Garbenheim gehört zur Bürgermeisterei Krofdorf und bringt uns somit die Bahn dem Bürgermeistereiort bedeutend näher. Die jen­seits der Lahn gelegene Gemeinde Naunheim beabsichtigt eine Brücke über den Fluß zu bauen, um die Station besser benutzen zu können.

Hessisches Bürgerbuch ist bet Titel eines soeben im Staatsverlag erschienenen Buches, mit dessen Bearbeitung und Herausgabe man einem lange bcsdrherüren Bedürfnisse cnisprochen hat. Sein gemeinverstnuxich gefaßter Inhalt stellt daö dar, was man gewöhn lick) unter dem ÄsgriffB ü r g e r k u n b c" zu- sammenzusasscn pflegt. DaS Dürgerbuch soll bem Staatsbürger Kenntnis von den hauptsächlichsten Sach- und Rechtsverhältnissen geben, unter deren Herr-elmst er lebt und mit denen er tagtäglich oewußt ober unbewußt in Beziehung tritt ES will aber auch weiter den ein seinen darüber unterrichten, was bie bestehenden Normen auf dem Gebiet unseres öffentlichen Rech.S im großen und ganzen von ihm verlangen, was sie ihm gewähren, gestatten ober verbieten. Der reichhaltige Stoff ist unter folgendem Haupt­abschnitten unlerqebradrt: Deutsches Reich; Reichs- und Staats­angehörigkeit; ReichSmilitärweien; Reichsfinanzwesen; Justiz- tvefen; öffentliche Unterstützung Hüfsbedürfliget; He.stn: Staats- finanzverlvaltung: Gcmeiichcvcrwaltung: Kreisverwaltung: Pro- vinziatvenvaltung; Unterriä'tswcsen; Sichcrhcils- und Fremden- volizei; OrdnungS- und Sittenpolizei; Gesundhcitöpvlrzci; bie Landwirtschaft und ihre Pflege; Ma.serrccht; Iocstvatschaft; Jagd- und Fischereiwe,en; Bergbau; Gewerbe und xxutbel; Zeck- einteilung; Maß- und Gcwichtsweien; Veröchis.vcfcn; Bauwesen: Feuerpilizoi, die sozialpolitische GesetzgÄ-ung. Es wird hiernach in bem 320 Seiten stacken Buch, an dessen Bearbeitung bie Re­ferenten in den Ministerien mckgewirkt l-roen, außerordentlich viel geboten, und da der Preis auf nur eine Mark festgesetzt wor­den ist, so wird das Bürgervuch bald daZ werden, was man mit seiner Herausgabe beabsichtigte: ein Vollsbuch für jedermann.

Vermischte».

* Ein Spiel des Zufalles mit Jahreszahlen suS dem Leben des alten Kaisers wird jetzt benuhtz um daran eine Wahr­sagung zu knüpfen Eine bayerisii-e Wahc»agerin, Katharina Spee- ntaniti, soll, wie baS Brrl. Tgdl. mitteill, im Jahre 1829 bem nachmaligen Kaiser Wilhelm I. seinen historischen Werdegang verkündet haben. Die Frage bc5 damaltäen Prinzen Wilhelm, wann ihm daS Geschick, eine aktive Betätigung feiner Persönlich­keit gestatten werde, beantiööriete die 2Luhc,agerin damit, daß sie zur Jahreszahl 1829 deren Quersumme (M hinzu zählte und w Su 1849 kam, wo der Prinz die Nebvlittspn unterdrückte. Durch Hinzu zählen der Quersumme von 1819 (22) zu dressr Zahl kam sie auf 1871, wo der Prinz DeurschlaiwS Kaiser fein werbe; und durch weiteres Hinzuzählen der Quersumme von 1871 (17) zu der JahreSzaifl kam sie dann zu 1888, bem Todesjahr?. Uno dann

soll die Wahrsagerin auf die meckere Zcaue be5 Prinzen: Wann wirb der NrmbuS de§ Herrschers erblasstn? zur Jahreszahl 1888. deren Quersumme (26) yinrugesühkL haben, toonnt sie auf 1913 gelangte. DaS letzte steht also noch in Zukunft.

Kleine TageSchrsnU.

Durch die Gendarmerie wurde em i lebzebnjabrig^v Bursche, nantend Friedrich Noch, in SubroigSbafcn ocr- bauet, der den L u st mord m Pforzheim begangen haben toll.

Frau Steinheil in Paris, deren Gatte kürzlich er­morde: winde, ist inner dein Verdacht der ÜJlittäicrfcüaft verhaftet worden. Ter Sohn ihrer Köchin, Alexander Wall, den sie beschuldigt hatte, wurde in Freiheit gesetzt.

Warschau wurde die (Gräfin Gomulinska als gefährliche Kupplerin verhaftet. Nahezu 300 Frauen und Mädchen aus den ersten Gesellschaftskreisen sind stark bloß- geslellt.

K n srrundlichcs Kamilienöiid.

Danzig, Fleischergasse B3 I, den 15. Oktober 1907.

»Ich kann Ihnen nun zu meiner Freude Mitteilen, das; meine Kinder, denen ich zur Kräftigung Scotts Emulsion gebe, diese ohne jeden Widerstand, geradezu mit Vorliebe eiimehmen und sich alle dadurch prächtig entioidclt haben. Tie vorher matten, schwäch­lichen Kinder, die nie recht Lust zum Essen hatten, sind vergnügt, munter und gut ausschcnd geworden, und es ist eine Freude, sie am Tische sitzen zu sehen. Alle haben einen ausgezeichneten Appetit, sind fidel und erfreuen sich des besten Wohlseins. Sogar meinem jüngsten, 4 Monate allen Töchterchen habe ich Scott-3 Emulsion -egeben und auch an ihm die gleiche liärfenbe und kräftigende Wirkung sofort bemerft. Tie Kinder sind so an Scotts Emulsion gewöhnt, daß sie sie jeder anderen Speise umziehen/ fOh (gez.) Karl Laudig.

Die Vorzüge von Scotts Emulsion gegen- A über dem gewöhnlichen Lebertran sind in Herrn ' LandtgS Brief druttich erkennbar. In erster

Linie ist kein Zwang mehr nötig, um den * Kindern daS Präparat einzugeben. Zweitens

beschwert ScoltS Emulsion den Magen nicht und ist deshalb wirklich viel nahrhafter. Die Nvr -ci1 tnü He» bekannte Schutzmarke der Fischer mit dem Dorsch, die jede Packung auswetsen muß, mMkbietet Gewähr für die echte Scotts Emulsion, [mdntDetfairaifli üon allein so schöne Erfolge zu erwarten sind.

EcoUü Gmulfion wird vov an» autfdjUefjUdJ '« großen orrtauit uno jnnw nie tote nach 0krotd>t ober Matz, sondern nur tn oerfiegtltcn Origlnaislmchrn in itoxion nut nnfcier Tchutzmarkr »Fticher bem Dorsch> Scoii u. Sonnte, 06. m. b H, ßr nfiurt a. M

BrslendieUe: fietnßer Medlztnal-Vebertran 130.0, brtma Glyzerin 60,o, unteTVno'irhortqfauTer Ralf 4,3 untervfioi-oliotlg anre#Jlntron 2,0. duId Tragant SA feln^cr ar«b Gummi valv 2,o, btftUl Lasser liifio Vtlfohol UX) Hierzu i tmw'Af (ymntfiin n it glmt». Dlaud-I imi ^mitltbericöl ir 3 Trovien._________

Wenn Sie Ihr Kind

gesund, munler und geiltra frisch sich enttm'ckeln icben rooüen, fo geben Sie ihm Dr. Howmc^S Haemawgen. Lasten Sie sich jedoch keine bei vie­len Nachahmungen au>reden'

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