Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.
sicht und ich gestatte Ihnen deshalb, auch wenn Sie gefragt werden, sitzen zu bleiben. Der Llngeklagte gibt nun feine Personalien an.
Bors.: Wann sind Sie in München gewesen? Angekl.: 1881 bis 1886 oder 87, bis ich zum Gesandten in Braunschweig und später in OldQiburg ernannt wurde. Dann wurde ich Ge-
Frauenwahlrecht sicher komme und daß es von der Seite des Liberalismus abhürge, welche Machtoerbreitung der
Der Eulenburg-Prozeh.
(Unberechtigter Nachdruck verboten.)
S. n. H. Berlin, 29. Juni.
Der Eulenburg-Prozeß hat heute vormittag im großen Schwur- gerichtssaale des Landgericksts Berlin I seinen Anfang genommen.
Die Vorgeschichte greift bekanntlich zurück auf die Artikel Maximilian Hardens in der „Zukunft", in denen halbversteckt angedeutet wurde, daß in der Umgebung des Kaisers Personen zu finden seien, die in ihrem Geschlechtsleben normwidrig veranlagt und dabei einen großen Einfluß auf die Persönlichkeit des Monarchen ausübten. Zu diesem Kreise, der sogenannten „Liebenberger Tafelrunde" zählte Harden die inzwischen aus dem Heere entfernten Grafen Hohenau und Lynar, den früheren französ. Botschaftsrat Lecomte, den Berliner Stadtkommandanten Grafen Kuno von Moltke und den Grafen Philipp zu Eulenburg. Durch den Kronprinzen erhielt der Kaiser Kenntnis von den Artikeln und die Folge war, daß die genannten ihrer Aemter verlustig gingen. — Als einziger der Tafelrunde klagte gegen Harden Graf Moltke. Die Verhandlung endete aber mit der Freisprechung Hardens. Nun nahm die Staatsanwaltschaft die 'Lache in die Hand und betrieb ein neues Verfahren vor der Strafkammer, das mit der Verurteilung Hardens zu vier Monaten Gefängnis endete. Dieses Urteil ist bekanntlich inzwischen vom Reichsgericht auf- gcl-oben worden. Bei diesen beiden Prozessen war auch die Person des Fürsten Eulenburg vielfach in den Vordergrund getreten. Er hatte es aber abgelehnt, vor dem Schöffengericht zu ersännen. Jedoch trat er in dem Prozeß gegen den Schriftsteller Brandt wegen Beleidigung des Reick)skanzlcrs im ilkooember 1907 als Zeuge auf, und erklärte unter seinem Eide, daß er sich in seinem Leben niemals strafbarer Handlungen in Bezug auf den § 175 habe zu Schulden kommen lassen. Auch im zweiten Hardenpoozeß gab er sei« Zeugnis dahin ab, daß er niemals Schmutzereien getrieben habe. — Tann kam der Pwzeß in München gegen den Redakteur Staedele wegen Beleidigung Sardens. Er brachte die Aussagen des Fischers Ernst und des Milchhändlcrs Riedel, die in Verbindung mit andren Zeugenaussagen die Veranlassung wurden, daß das heutige Verfahren wegen Meineids gegen den Fürsten eingeleitet wurde. Nachträglich wurde noch ein Brief des Fürsten an Ernst bekannt, der die Grundlage für daS Verfahren wegen Verleitung zum Mem- eid bildet. ±
Es ist aber nur eine geringe Anzahl von Eintrittskarten zum Schwurgerichtsiaale zur Verteilung gelangt und die Presse ist zum großen Teil leer ausgegangenl!
Um IO14 Uhr hält ein Krankenautomobil vor dem Knminal- gericht. In dem Wagen saß auf einem, eigens zu diesem Zweck konstruieren Tragestuhl Fürst zu Eulenburg, neben ihm ein Kriminalbeamter und ein Diener. Von der großen Menge, die nch vor dem Hauptportal eingesunden, fast gar nicht bemerkt, gelangte der Fürst in das Kriminalgerichtsgebäude.
Kurz vor 11 Uhr wird der Angeklagte in den Schwurgerichts- saal geiragen und auf eine Chaiselongue gebettet. Unter den Kopf wird ihm zur Stütze ein Kissen geschoben. Er nimmt also nicht aus der Anklagebank Platz. In seiner Begleitung befinden sich die Fürstin und 2 Söhne. Es beschäftigen sich um. ihn die Aerzte, die ihn in der Charits behandeln. Der Fürst ist äußerst blaß, seine Augen flackern unruhig. In Zwischenpausen trinkt
Framen es bewirken werde. Die Frauenbewegung sei dem Liberalismus wesensverwandt und aus diesem Grunde sowie aus der politischen Stellung der Frauen seien die Ziele der Frauenbewegung, vor altem die Forderung der politischen Gleichberechtigung als berechtigt anzuerkennen. Die Versammlung stimmte den Ausführungen zu.
Nach offiziöser Darstellung der Einnahmen der badischen Staatsbahnen seit Inkrafttreten der Personentarifreform am L Mai 1907 wird der Einnahmeausfall auf etwas über eine halbeMillion Mark angenommen.
er etwas Selters. , . , .. t
Unter den Zuhörern befinden sich viele Damen. Unter den Zeugen fällt Graf Moltke auf, der sich sehr verändert hat und kaum wicderzuerkennen ist, da er setzt einen Spitzbart tragt. Kurz nach 11 Uhr betreten die Geschworenen den Saal. Die Fürstin und ihre Söhne als Zeugen, verlassen den ataum. Es erscheint Oberstaatsanwalt Jsenbiel, sehr ernst, ohne einen Grug. Ihm folgt der Gerichtshof. ,
Der Vorsitzende eröffnet die Verhandlung mit den Worten: Ich eröffne das Verfahren gegen den Fürsten zu Eulenburg und Herlefeld und Grasen zu Sandels wegen Meineids und Verleitung zum Meineid. . ..
Zwei Geschworene bitten wegen Unwohlseins dlspeniiert zu werden, da sie erfahren haben, daß die Verhandlungen 2 bis 3 W0 chen oder noch länger dauern werden. >^de Partei hat das Rechr, 5 Geschworene abzulehnen. Der Oberstaatsanwalt macht von diesem Recht keinen Gebrauch; dagegen erschöpft die Verteidigung ihr Ablehnungsrecht vollständig. Unter den von der Verteidigung abgelehnten Geschworenen befindet fich der Geh. Kommerzieiirat Ravens.
Darauf werden die Zeugen ausgerufen. Es betreten etwa 80 Personen den Saal. Sachverständiger ist nur Medizinalrat j)r. Hoffmann. Aufsehen erregen unter den Zeugen die vom Starnberger See durch ihre kräslige gebräunte Gesichtsfarbe und ihren gedrungenen Bau: Milchhändler Riedel unb Fischer Ernst, sowie noch zwei Fischergesellen. Weiter sieht man unter ben Zeugen Dr. Magnus Hirschseld. Oberhofmarschall Graf Eulenburg ent» schulbigt sich damit, daß er bei dem Kaiser in Kiel Dienst tue.
Der V 0 r s i tz e n d e wendet sich an die Z e n g e n. Sie sollen nicht nach Haß unb Groll ober Neid gegen ben Angeklagten urteilen, auch nicht ans Dankbarkeit ober Avhangigkeit etwas Unwahres zu seinen Gunsten sagen. Wenn auch einer etwas sagen muß, wessen er sich schämen müsse, so mutz er es doch tagen, denn er steht unter dem Eide. Wir smd alle Menschen, selbst wenn sie die Richterrobe anziehen. 1
Um 3/112 Uhr werden dann die meisten Zeugen entlassen und auf morgen Dienstag 11 Uhr bestellt, nachdem Fürst. Eulenburg erklärt hat, daß diese Zeit ihm amgeeignetsten erscheine. Heute sollen vernommen werden JustizM Bernstein unb Rechtsanwalt Prager und einige von den Zeugen, die im 78. und 80. Oebens-
jahre stehen. .. ,
Nun wendet sich der Vo r s i tz e n d e an die G e s ch wo re ne n. Meine Herren Geschworenen! Es ist nicht zulässig, datz ich Ihnen jetzt eine Rechtsbelehrung gebe. Unanfechtbar ist der Richter, der auf dem Felseii der Ueberzeugung steht; oljne Ansehen der Person und des Standes muß er urteilen, aber diese Ueberzeugung darf nur geschöpft werden a u s d e r V e r h a n d l un g f e l b stz Nun ist über die Sache, die uns beschäftigt, viel gesprochen, viel geschrieben und viel gedruckt worden. Es ist manches verbreitet worden zugunsten des Angeklagten und anderes zu s,euren lln- gunften. Ich bitte Sie, das alles aus ^frrent Gedächtnis zu löschen unb nur die Verhandlung auf fick) wirken zu lassen. Machen Sie sich Notizen, baß Sie über den Gang der Verhandlung orientiert bleiben ■ Unterstützen Sie mich durch Fragen. C-ie lAendas Recht und die Pflicht, Aufklärung zu fordern. Das Recht der Frage an den Angeklagten habe ich ganz allem, Sie müssen deshalb alle Fragen an mich richten. «
Vorsitzender zum Angeklagten: Angeklagter §nrst »u Eulenburg und Herlefeld, ich bitte Sie, mkr ^rsonalieii anzugeben. Auf einen kranken Mann nimmt jedermann Ruck-
Nr. 151 Erstes Blatt 158. Jahrgang Dienstag 30. Ium 1808
Sonntags. - Beilagen: J £7 A Eg Ak ▲ ▲ jk A. jährlich Mk. 2L0; durch
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wtrtfchafUtcheSettfragen W ■ ■ ^9^ ■ ▼ ▼ ^9 ■ W B V auswärts 20 Pfennig.
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für die Redaktion 113, e *.. für den politischen Teil:
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-ür die Lagesnurnmer Rotafionsbrutf und Verlag der Vrühsschen Univ.-Vuch- und Zteindruckeret. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: zchulstratze 7. AEt'gente^?'H."B^eL vis vormittags 10 Uhr. iMjLi.iiMiiiiiriTTiirnrTrirnrTi
feit für bie ganze Dauer der Verhandlung auszuschließen. Tas Gericht hat erwogen, ob die Vertreter der Presse zuzulassen seien. Es gehen ja auch durch verschlosiene -»ruren, durch die Schlüssellöcher Gerüchte in die Oefsenülchkeit hinaus. Es ist erwogen worden, ob es nicht besser wäre, eine o b i e k t i v e sanbterU Stuttgart'und'dann^wiederum in München.'" Im Jahre IB er ich t erst attun g zuzulaflen. Der Gerichtshof e s^t chrem
geschieden? Dn: Angeklagte gibt das zu. Der Angeklagte gibt Handlungen a u s z u s ch l i e ß e n. Dann sich verschiedene an daß er acht Kinder habe und zwei durch den Tob verloren habe. Referendare, luriitlsche Per onen, sowie em Professor von der ÄÄ to Ä Jahr«: 1870, k 83, 84, 85, 86 »ÄÄ “
P0Te5vnvnrf *tni.rhp der ErössmmasLesckluß verlesen, der besagt, Referendare erklärten, sie wollten gern etwas lernen. (Heiterkeit.) ba6MntogbÄ3S «kn L Nun d.ri° H°cr°n -ittllch MW -.was ern-u wenn sie
bS rin fatfte 'Z-uV vÄ M Lr-N unü S ™ das °G--ich-b-1chl°»°n, auch biefe auszulchli°ß°n Das G-r.cht ha- SSL'ift eS^tewnimen 2 len Fischer Ernst zur aber kein Bedenken getragen, Geichworene die nicht ausgelost md, Begehung 'eines Meineides veranlaßt zu haben, das Verfahren zuzulassen, nachdem sie sich bereit erklärt haben, der ganzen Ver- -wlinri wind (§§ 154 159 161 174 61® » ) 15, Juni 1908^ haubzung ^-uw°hn°.>, Ob-rs.aa.sanwatt- rin Hil!s-°,--°nda-
Ob^staatsanwalt Dr., f e n51 e I. J^ch stelle den Antrag auf I ufib ejn ^egier-ungsrat vom Berliner Polizeipräsidium zugelassen, Ausschluß ber Neffentlichkeit im weitesten Sinne dc^ 2 Reichstags-Stenographen, die die Verhandlung im Auf- Wortes. Es wird sich hier darum handeln, unzüchtige .«?««.
Dinge zu erörtern, welche der AngeNagte bedangen ßaben soll. 9 darauf würbe der Saal geräumt und die Verhandlungen iridn'to bri Dc”e,riIi®C erörtert Ä: Ich S. bafÄ ™'« Au^chtutz her OeffemüchkeN w-i,-r»-snhr..
Ä L Hebet den Betlauf der Lethandlung melbe. da- B V. baß
handeln. Ich fnnn mich dem hohen Gewichte dieser Gründe die Sitzung ausschließlich ^on der Vernehmung^ des Fürsten E"len- keineswegs verschließen, glaube aber doch, daß .überwiegende Grunde bürg ausgefullt wurde, ^er F u r ft b eftr e it et nad) wie 1oor K?mein^i Antrag stechen. Wir haben von dem großen Ma- mit aller Enlschiebenheit, sich des Memeidi; und b« ®eri«tung terial das Harden besessen hat und das er uns zusührte, und des Meineids fchiildig gemacht zu Haden. Das Verhör ging Vejr üon dem Material das wir selbst gesammelt und erforscht haben,! ins Einzelne und bezog sich nicht nur auf die von ihm geleisteten alles bis'auf den kleinsten Punkt erwogen. Wir haben hinein- eidlichen Aussagen, sondern auch auf 'neBezie hungenzu ei tilgen geleuchtet in die dunkelsten Ecken unb Winkel und überall hin das der geladenen Zeugen. Tie Veruehmung koiiMe, trotzdem b s nach ^icht gebracht, das nach menschlichem Ermessen gebracht werden p,4 Uhr verhandelt wurde, nicht beendet werden, etc durfte aber konnte Fck> würde der Beweisaufnahme vorgreifen, wenn ich etlvas! heute ihr Ende erreichen. , . ,
über das Ergebnis dieser umfangreichen Erforschung und Unter-! Ein Gerichtsberichterstatter meldet: Wie bestimmt verlautet, s-Ichung hi» letzt Mitteilen toolltc. Ich Fann abtr schon jetzt ist, bi- B-rnehmung des pursten beende! Des Fürsten Griund-
behaupten, das m e i st e, u m da s e s s i ch h ier h a n d e l t, 1 ft heitsziistaiid soll nichts zu wünschen übrig lasfen. Er soll sch
b e r e 1 t s i n d e r b r e i t e n O e f f e u t l i ch k e i t b e k a n.n t und großer Gewandtheit verteidigt haben.
ist schon überreichlich erörtert worden. Aber es sprechen auch! . t .n«.
Gründe der Sittlichkeit dafür, baß lsier bie Oeffentlichkeit ans- Der Beschluß des Gerichtshofes auf Ausschluß aller geschlossen wird, damit nicht wieder berselbe Schmutz ist. das Volk Oeffentlichkeit hat wie jedes Ding auf Erden seine zwei getragen wird, wie es bereits einmal geschehen isü Diese Gründe ^Las Staatsanwalt, Verteidiger und Vorsitzender
aussiihrten, .nar wohlburchdacht und eml-ncht-nb.
noch zwei Hauptgründe für meinen Antrag: Das ist das Interesse Sehr wesentlich scheint uns die Gefahr der fortgesetzten Bebes Angeklagten, und wenn man bas nicht gelten lassen will, I einfTiiffung der Geschworenen durch Stiminilngsbllder und Interesse der zahlreichen Zeugen, welche hier in der Verhandlung ,n der Berliner Sensationspresie. Die Geschworenen
M'UTÄÄ D"b=n ihr. Uriel allem dem Material zu sch«pf-n,d-r, Oeffentlichkeit ist die beste Kontrolle der Verhandlungen. Dieser! wie der Vorsitzende nachdrücklichst hervorhob, während der Grund trifft aber hier nicht zu. Denn die Oeffmtlichkeit ist Verhandlungen ihnen bekannt wird. Das wird ihnen um so ja durch das Geschworenengericht, durch ein Volksgericht rm besten & ~ leichter gelingen, je mehr man sie isoliert und N-b-n^ch- E. Dem. es wirb
trauen gegen die Justiz herrscht, dann wird die notwendige Kon- Zeck, daß wir in diesen häßlichen und traurigen Dingen end- irolle über dessen wichtigen Prozeß ausgeübt werden von ben I [lc^ einmal zu einer res judicata kommen, und daß dann ein Volksrichtern, die allein über Schuld oder Nichtschuld des An- schwerer Strich gezogen und Schluß gemacht wird, geklagten zu entscheiden haben. Unter diesen Umstzmdcn^muß ich ^1, j b a u
bitten, meinem Anträge auf Ausschluß der Oeffentlichkeit un -- « « „ *
weitesten Sinne des Wortes Folge zu geben. . VCI liUl|Cr M Alyl. r m
Bert. Justizrat Wr0 nker : Die Verteidigung wird deml Kiel, 29. Juni. Bei dem Festessen des Kaiierl. Yachttlubs Anträge nicht widersprechen. Wir sind allerdings der An- brachte Prinz Heinrich das Kaiserhoch aus nut den Worten: sicht, daß, nachdem soviel Unrichtigkeiten über bie Person des I „Unser allergnädigster Kommodore, der Kaiser und König, Hurra, Fürsten in der Presse verbreitet worden sind, endlich einmal I ^rra, hurra". Der Kaiser erwiderte mit den Worten: hier Gelegenheit gegeben werde, durch eine objektive Bericht-! „Der Kaiserliche Yachtklub, seine Gäste, Segler und Nichtsegter eriiattung alles wieder richtig zu stellen. Tas läge, also lvohl un Hurra, hurra, hurra". An dem Diner nahmen ,wrwegische Interesse des Angeklagten, aber das Privatinteresse muß hinter f Offiziere teil, denen der Kaiser Orden verlieh.
dem öffentlichen Interesse zurückstehen. Hier darf nur eine Stimme ■■ ' ■'-=
in die Wagschale fallen, beä ift bie Stimme Gesetzes, die Stimme VOR! persischen StaatSttTClCb.
des Rechts. Das öffentliche 'Interesse erheischt aber, dak die Sache Teheran wird berichtet- Die Stabt steht unter
nicht öffentlich verhandelt wirb, weil Dinge berührt werden sollen, .Aus Le heran wrro verimrei.
die für andere Ohren nicht bestimmt als für die der Richter. Ich dem Kriegsgesetz. Der Oberst der ruft. ftofafenbngaber stelle also dem Gericht anheim, den Ausschluß der Oeffentlichkeit Liakhoss, ist zum Generalissimus der aktiven iLtreit- zu verkünden. I kräfte ernannt worden unb hat die Diktatonalge walt
Bert. Rechtsanwalt Chodsziesner: Es ist ein folgen- zum Feuern. Die Geschäfte sind noch geschlossen, Versamm- schwerer Antrag, den der Herr Oberstaatsanwalt stellt, es ist ein langen sind untersagt. Ebenso ist das Verlassen der Haustr sehr folgensckpveres Wort, es ist hineingeleuchtet worden in alle nacfy 10 Uhr abends verboten. Bon anderer Seite wird Ecken, es sind Zeugen über Zeugen tienwnimen worden, es sind gemeldet, daß der ganze Norden in Aufruhr sei. Haussuchungen auf Haussuchungen veranstaltet worben. Es Mehrere Tausend bewaffnete Revolutionäre marschieren auf Ä Z£WW a SMiKSÄÄ sagt Dinge Wib-Ilegt würben. Der Fürk hatte bizljcr nicht Gelegen- krerse tollen auf Seiten bei- Schahs stehen.
fjeit fie zu widerlegen. Er konnte sich auf "einen Zeitungskamps Nach siebentägigem bluttaem Kampfe hat sich die ron- nich't eiiilassen, auch nicht seine Verteidigen. Daraus kann sehr Mtutionelle Partei von Täbris ergeben. Sie erbat leicht der Schluß gezogen werden, daß er, da er nicht abgeleugnet burcß den russischen Konsul die Gnade des Schahs.
ober berichtigt hat, schuldig wäre. Dieser Scksiuß Wäre falsch: I —— . ■mhi ■.■«■ « —
es staiid z. B. in einer angesehenen Zeitung, daß. der Fürst mit Deutsches Reicb.
einem Operettensänger L verkelM habe, und daß bei die,em Manne .
auf dem Tische das Bild des Fürsten stzände. Bei einer Vaussuchnng Kaiser Wilhelm wird, engt Blattern zufolge, unstellte sich heraus, daß,der Mann den Fürsten gar nicht kannte, gefäbr am 8. August von Norwegen zurückkehren, und man Auch daS Bild des Fürsten stand nicht auf dem Tisch,sondern das 1 erwartet, daß er mit König Eduard auf dessen Reise Bild eines Freundes Hardens. Es liegt hier eine Äd Ihn wn AviiAu nach Marien bad Zusammentreffen werde.
öffentlichem und pVvatem. ^uteMsst twr, wir-tW'A/s dem ^em österreich-ungarischen Minister des Aeußem Frhrn. G°«chtstM- anh°ttn ob^be B-r- V.Aehrenthal unb dem Ob-rhofmePer des MMM
teibioern Joses Fürsten Montenuovo rst der Schtvarze Adler-
Tar'anf zog sich gegen 7J Uhr der Gerichtshof zur Beratung orden verliehen worden.
zurück. Gegen */,l Uhr erscheint er wieder. Ter Vorsitzende Land- Zur Frauenfrage sprach auf der in Bamberg ab- aerichtsdireltor Kanz0w erklärt: Es ist hervorgehoben worden, gehaltenen Landesversammlung der Junglibe- daß das Interesse des Angeklagten ulid der Zeugen den Ausschluß ^n Bayerns Ost erkor n. Er meinte, daß das der Oeffentlichkeit rechtfertigen. Beide Grunde können für das!- - - - - - J ' ' ' -
Gericht nicht entscheidend sein. Entscheidend ist nur das, was das Gesetz zuläßt. Der Angeklagte bat beschworen, daß er Schmutzereien nicht begangen habe, die Anklage behauptet, daß das nicht wahr ist. Es sind eine Reihe von Tatsachen bafuc angeMbrt worden, daß er solche Schmutzereien betrieben haben soll. Gericht und Geschworene müssen nunmehr schr eingehend diese Tatsachen prüfen und behandeln. Eine Reihe von Handlungen sind schon der Oeffentlichkeit bekannt geworden. Es handelt sich noch um weitere Vorgänge, die einer genauen Nachprüfung bedürfen.
So wünschenswert auch die Kontrolle der öffentlichen Memung, der öffentlichen Kritik ist, so ist doch gerade dieser Fall em Alusterbeispiel dafür, daß die Sittlichkeit gefährdet werden kann. Es werden Dinge zur Sprache kommen, die nicht für die breite Oeffentlichkeit geeignet sind. Daher hat das Gericht beschlossen, bie Oesfentlich-


