(Verdienstordens Philipps des Großmütigen: Bürgermeister, Cxi§» SerichtSvorsreher und Standesbeamlen Phil. Karl Schneider zu lnter-Widdersbeim, Bürgermeister, Ortsgerichtsoorslehcr und Standesbeamten Konrad Seum IV. zu Schwickartshausen: das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Jnjchriil: „Für fünfzigjährige treue Dienste": Gemeindceinnehmer Hch. Hörle 311 Wettsaasen; da- Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipvs des Großmütigen : den Bürgermeistern, OrtsgerichtLvorstehern und Standesbeamten Gg. Döll IV, zu Lanzenhain, Johs. Eurich IV. zu Uellershaujen, Hch. Fuchs zu Breungeshaui, Hch. Kröll zu Rohrbach (Kreis Büdingen), Hch. Krug zu schwarz, Gg. Lerch zu Allmenrod, Gg. M ä s e r III. zu Büches, Gg. '-Dl ü 11 c r VI. zu Sellnrod, Wilh. Müller zu Uienborn, Herin. Nicklas II. zu Gontershausen, Karl Peter Otto zu Büdesheim (Kreis Friedberg), Joh. Gg. Reichert IV. zu Alt-Wiedermus, Ludw. S ch a u m zu Klein-Luiden; das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Jnschrüt: „Für langjährige treue Dienste": Gemeindeeinnehmer Kaspar Biedenkopf zu Zeilbach, Freiherrlich Riedejelscher Forstwart i. P. Otto Boß zu Altenschliri, Gemcindeeinnehmer Johs. Friedrich 1U. zu Reuters, Gelneindeeinnehmer Ernst Gerhardt^zu Calbach, Geineilideeinnehmer Konr. Grüne ivald zu Ober-Sorg, Schloß- wächrer Wilh. H a r d t zu Büdingen, Fürst!. Slolberg-Wernigerode- Gedernscher Forstwart Christian Henkel zu Louisenlust bei Hirzenhain, Gemeindeeinnehmer Johs. Hildebrand zu Hau en (Kreis Friedberg), Gemeindeeinneluner Hch. Kübel IL zu Heuchelheim (Kreis Büdingen), Bauschätzer Leonh. Metz en darf zu Schlitz, Gemeinderalsmitglied Christian Atü Iler zu trotze, Gemeindeeinnehmer Goltir. Nagel zu Lorbach, Gemeindeeinnehmer Joh. Gg. S ch n e i d e r zu Birklar, Freiherrlich Ried- eielscher Forstwart Gg. Schnell zu Zahmen, Geniemdeeinnehmei vch. S ch ö t t zu Landenhausen, Bauschätzer Wilh. Strauch zu Homberg a. O., Freiherrlich Riedejelscher Forstwart Johannes W i e n 0 l d II. zu Wernges.
Das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „tfur treue Dienste": Polizeidiener Konr. Borneis zu Alsield, Polizeidiener Bet. Ant. Sim. Diehl zu Ober-Wöllstadt, Polizeidlener Christian H a h n I. zu Haltenrod, Polizeidiener Christian M a n k zu Wieseck, Feldschütz Jak. Reuter VIL zu Nieder-Weisel, Kirchendiener und Glöckner Joh. Schnabel zu Hainbach, Feldschütz Ph. Weller XII. zu Wieseck, Polizeidiener Joh. PH. Winter zu Vilbel; das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Jnschrüt: „Für treue Arbeit" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmüligeii: Aufseher Joh. Diehl zu Leihgestern, Zuschneider Joh. H 0 r st zu Echzell, Oberschweizer Konr. Jörg zu Altenburg.
Zeiern zu Grotzherzogr Geburtstag.
Auf das von der Festoersammlung im Geselljchaftshause abgesandte Glückwunschtelegramm traf folgende Antwort em:
„Provinzialbirektor Breidert, Gießen. Uebennitteln Sie bitte allerseits meinen sehr aufrichtigen Dank für die mir ausgesprochenen treuen Wünsche. E r n st L u d w i g."
Die der Handelskammer zugegangene Dankdepesche auf ihr Glückwunschtelegramm lautet:
„Für die treuen Geburtstagswünsche der Handelskammer Gießen sage ich herzlichen Dank. E r n st L u d w i g."
Der Finanzbeamtenverein zu Gießen beging den Tag durch ein hübsch verlaufenes Festessen im Hotel Schütz. Auf das dabei abgesandte Glückivunschtelegramm ist ebenfalls ein sehr herzliches Danktelegcamm eingegangen.
O Saubad), 25. Nov. Gestern abend leitete eine Bor feier des G h mn-asiumsFridericianu m die Festlichkeiten zn i^roßherzogs Geburtstag ein. Im festlich geschmückten Zeichensaale versammelte sich ein zahlreiches Publikum, um den Gesängen und den Deklamationen der Schüler zu lauschen. Drei gemischte Chöre und ein Männerchor, dirigiert von Reallehrer Gerhard, bildeten den musikalischen, U frisch und mit Lebendigkeit vorgetragene • Deklamationen den übrigen Teil des Programms. Letztere besangen die Hessentrcue, das Hessenland usw. Lehramtsassessor Becker hielt die Festrede, in der er über die Segnungen sprach, die die Regierung Ludewig I. unserem engeren Vaterlande brachte. Er wies auf den Erlaß der Verfassung und auf das hessisch-preußische Zollbündnis hin und legte ausführlich die Kunstbestrebungen des hessischen Ahnherrn, die sich hauptsächlich dem Gedeihen der Oper und des Museums zuwendeten, dar. Er zog in letzterer Beziehung eine Parallele zwischen diesen und denen unseres . jetzigen Landesherrn, dessen Dokument der Kunst er noch eine lange Fortdauer wünschte. — Der heutige Abend wird die allgemeine Festfeier im Gasthause zur Traube bringen. Bürgermeister Joche m wird das Hoch auf den hohen Landesfürsten ausbringen. Schüler des Gymnasiums und der Stadtschule werden Gedichte deklamieren, der Musikverein sowie die Gesangvereine werden durch Vorträge die Festster beleben.
X. 9?ibba, 25. Nov. Die Feier des Geburtstages S. K. H. des Großherzogs wurde hier schon am gestrigen Tage begangen. In der höheren Bürgerschule hielt nach Gesang und Deklamation der Schüler Lehramtsreserendar Becker einen mit großem Interesse aufgenommenen Vortrag über unsere seit Jahrhiinderten zu Hessen gehörende Stadt. Er zeigte den Ursprung des Namens nach verschiedenen Duellen, führte Bilder aus der trüben Zeit des 30 jährigen Krieges und auch wieder erfreuliche Bilder aus der neueren Zeit vor, wo Nibba sich unter der weisen Negierung unseres Fürstenhauses, wie überhaupt unser ganzes Hessenland gedeihlich weiter entwickelt, wie auch seine Kunsterzeugnisse auf der Ausstellung Darmstadt die gebührende Würdigung gesunden haben. Ein kräftiges Hoch auf den kunstsinnigen Fürsten schloß die Rede. — Am Abend fand in Kraft's Saalbau unter Leitung des Krieger- und Feuerwehrvereins ein K 0 m m e r s statt. Die Musik, die durch ihre Leistungen allerseits Anerkennung fand, stellte Herr Hisgen zu Lich. Tas Präsidium führte Herr Oberst a. D. Weimer. Er brachte den Toast auf S. K. Hoheit, den reichstreuen, kiinstsinnigen Landesvater aus. Pfarrer We r n er sprach auf das Vaterland, OberamtSrichter Röm Held auf Kaiser und Heer. Patriotische Lieder und schöne Musikstücke trugen zur Hebung der Feier wesentlich bei. Oberst Weimer, dem eifrigen Förderer der patriotischen Veranstaltung wurde noch em besonderer Dank gespendet. Eine fidele Nachsitzung schloß sich an den offiziellen Teil an. — Heute fand in den Volksschulen FeslaktuS statt. Für heute abend hat der Eisenbahnvereln Nidda eine größere Festlichkeit im Garn- brimis angesetzt mit patriotischen Liedern, Reden, komischen Vorträgen und Tanz.
Line „SüdlngerZehtze"?
— Büdingen, 25. 9wv.
In frischer Erinnerung ist noch die „Schiitin Fehde", die dem Lahrer Hinkenden Boten wichtig genug schien, in seiner Weltrundschan Aufnahme zu finden, und mm drohen Zurwürst Nisse niüinugiadier Art in Büdingen ähnliche Verhältnisse herbei 5usühren. Es ist das um so ausfallender und bedaucrlrcher, weil von jeher gerade hier das Verhältnis zwischen Fürst und Volt
das denkbar beste gewesen ist. In ganz T«uttchlaiü> gab es vielleicht keinen populäreren StandesHerrm als den fpanchgen Fürsten Bruno. Ter stattliche Herr mit den freundlichen blauen Augen, der in jüngeren Jahren jeden Bürgerball eröirnete, bis zu seinem Tode allabendlich im Kreise der Honoratwnen in der „Walhalla" seinen Schoppen trank und mit seinem gemnden Mutterwitz oft die ganze Tafelrunde erheiterte, der irrend und Leid mit feinen Büdingen teilte, erfreute sich einer bciipicTIoicr Beliebtheit in allen Schichten der Bevölkerung. Und ictn Sohn, der jetzt 31 jährige Fürst Wolfgang, ist in persönlicher Liebenswürdigkeit und Leutseligkeit ganz in die Fußtapscn seines Vaters getreten. Und doch geht neuerdings eine tiefe Verstimmung durch weite Schichten der Bevölkerung in Stadt und Land.
In vielen Händen befindet sich ein gedrucktes „Tokumenr aus dem Jahre 1848, in dem Fürst Ernst Casimir unter anderem verspricht: „Tie systematischen Landankäuse in der Gemarkung Büdingen sollen eingestellt werden." Daß das Versprechen auch für seine Nachfolger Gültigkeit habe, steht nicht darin. Man kann sagen, daß es ohne diese als selbstverständlich gedachte Erweiterung nahezu bedeutungslos sei: man kann andererseits die Ansicht vertreten, daß der Fürst für seine Nachfolger em derartiges bindendes Versprechen abzugeben gar, nicht in der Lage war. Auch üoer den Begriff der „systematischen" Landant.mse läßt sich streiten: eine andere als eine moralische Verpflichtung hat die Lürgersck>aft nie vorausgesetzt. Als nun neuerdings umfangreiche G ü t e r e r w e r b u n g e n durch die Herrschaft stattfanden, empfand man das mit großem Mißbehagen, daß auch m den Verhandlungen des Gemcinderats mehrfach zum Ausbruct kam. Eine Abordnung des Gemeinderats, die in dieser Angelegenheit beim Fürsten vorstellig wurde, blieb ergebnislos; während Se. Durchlaucht sich jeder Aenßerung enthielt, erklärte Manunerbiret'tor Müller, die Herrschaft könne sich in keiner Weise binden. Der gleich darauf erfolgte Ankauf der Grundstücke eines Gastwirts für den Preis von 45 000 Mk. wirkte auf weite Kreise der Bevölkerung geradezu wie ein Schlag ins Gesicht. Aus dieser Stimmung heraus brachte kürzlich das Kreisblatt eine von sänil- lichen Mitgliedern des GemeinderatS unterzeichnete, sachlich und würdig gehaltene Erklärung. Es heißt darin: „Schon heute 0 er fügt die fürstliche Verwaltung über ca. 42 Prozent der gesamten Feldmark Büdingen und mehr Und mehr werden unsere Bürger durch die kapitalistische Uebermaäst des Herrn Fürsten aus bem Eigenbesitz gedrängt. Diese von der Fürstlichen Verwaltung bewußt oder unbewußt geförderte Vernichtung des selbstständigen kleinen, landbesitzenden Bürgerstandes bedingt die Entwicklung von abhängigen, der Fürstlichen Verwaltung auf Gnaüc und Ungnade ergebenen Pächtern — —. Mehr und mehr vereinigt die Fürstliche Verwaltung alles als Baugrund in Frage kommende Gelände in ihrer Hand, immer enger zieht sich der Ring des fideikommissarischen Grundoesitzes um Büdingen und es i)t die Zeit nicht mehr fern, wo nicht mehr Angebot und Nachfrage, sondern die Fürstliche Verwaltung den Preis des Baugeländes bestimmt." Endlich weist die Erklärung auf das oben erwähnte „Dokument" hin und schließt mit den Worten: „Wir leiten uns verpflichtet, an dieses fürstliche Wort zu erinnern, wir glauben, daß es auch für den Enkel Geltung hat und daß der fürftlidjen Verwaltung dieses fürstliche Versprechen im Interesse des Ansehens und der Ehre des fürstlichen Hauses nicht mit dem Hinweise außer Kraft setzen kann, das Dokument enthalte nur ein persönliches, keinen Nachfolger bindendes Ver- ivrechen." Während sonst auf jede Notiz in der Presse durch die Feber des Herrn Kammerassessors Dr. Weimer prompt er- iüibcrt wurde, ist auf diese Erklärung keine Antwort erfolgt.
Andere Verstimmungen kamen hinzu. Auf Wunsch zahlreicher Grundbesitzer waren die einleitenden Schritte für die Feld- bereinigung in der Gemarkung Büdingen getan worden, nachdem man sich der Zustimmung des Kanimerdirektors Korell vorher ausdrücklich versichert hatte. Bei der Abstimmung kam ca» Droiekt ßu Fall: dagegen stimmte. Karells Nachfolger und mit ihm nicht nur die Schar der Lakaien, Portiers usw., sondern auch gar mancher Bürger, der neben eigenem Grundbesitz fürstliches Pachtgut in Händen hat, darunter sogar solche, die früher den Antrag auf Einleitung des Verfahrens selber unter- zeichnet hatten. — In der Erklärung des Gemeinderats wird auch auf diese Vorgänge^ hingewiesen. — dioch weit bedenklicher ist die Haltung der fürstlichen Verwaltung in einem dritten Punkte, der nicht Büdingen selbst betrifft, sondern die vier Nachbar- gemeinden Büches, Wolf, Lorbach und Vonhausen. In diefen ist die Herrschaft stark begütert. Bei der kürzlich erfolgten Feldbereinigung wäre, wenn man alles herrschaftliche Land zusainrnen- gelegt hätte, in jeder dieser Gemeinden zu ihrem Nachteil ein eigenes Jagd recht des Fürsten bas Ergebnis gewesen, da der Grundbesitz überall die hierzu erforderliche Flüche von 75 Hektar überschreitet. Die ausführenden Beautten waren deshalb entschlossen, die völlige Vereinigung des fürstlichen Geländes zu umgehen; sie sahen jedoch davon ab, als Kaminerdirektor Korell ausdrücklich erklärte, die Herrschaft leiste auf die Inanspruchnahme des Jagdrechls Verzicht. Und jetzt, nachdem die Fcldoercinigung im Sinne der Herrschaft durchgesührt und Herr Korell verstorben ist — nimmt Kammerdircktor Müller namens der Herrschaft das Jagdreclst trotzdem in Anspruch; die Erklärung seines Amts- rorgängcrs, luenn sie wirklich erfolgt sei (!), sei für ihn nicht bindend. Tie schwer betroffenen Ge.ueiudcn haben den Klageweg beschritten, der übrigens aussichtslos ist, da ein derartiges Versprechen vom Standpunkt des formalen Rechts tatsäckstich feine bindende Kraft hat. Tatsächlich sind sie auch in erster Instanz vom Landgericht Gießen abgewiesen worden.
All diese Vorgänge haben natürlich eine tiefgehende Verstimmung in Stadt und Land hervorgerufen. Zu einer Macht- frage wie in Schlitz werden sich die Dinge hier kaum zuspitzen, denn hier, wo es kein Bier zu boykottieren gibt, ist die Stellung der Herrschaft, materiell nahezu unangreifbar. Wir hegen indessen die Hoffnung, daß cS nicht zum Aeußersten kommen wird, und in dieser Hoffnung bestärkt uns die Tatsache, daß jetzt Minister Dr. Braun, der sck'pn in Schlitz erfolgreich vermittelt hat, auch in den hier schwebenden Fragen einzugreifen entschlossen ist. Möge es ihm gelingen, den schwer bedrohten Frieden zwischen Stabt und Herrschaft wieder herzustellen!
Aus Stafct und Land.
Gießen, 26. November 1908.
•• Verwaltungsgerichtshof. S. K. H. der Großherzog haben den Oberlandcsgerichtsrat bei dem Ober- lanbesgericht Karl Theobald für die Dauer des dermalen von ihm bekleideten Amtes zum Mitglied beS Vcrwaltungsgerichts- hofs ernannt.
" HanbelSka mm erwähl. Im Bezirk Grünberg würbe bas seitherige Hanbelskammermitglieb Fabrikant Georg L-tammler mit 28 von 29 abgegebenen Stimmen wieber- gewählt. Auch im Bezirk Als selb erfolgte ble Wiederwahl der seitherigen Mitglieder Wilhelm Wallach mit 67, Karl Grünewald II. mit 59 und G. Ramspeck II. mit 42 Stimmen. Für Herrn Gg. Bücking VIII. wurden 38 Stimmen abgegeben. Im ganzen haben 74 Wahl- berechtigte abgeslimmt.
** e elektrische Straßenbahn. Man schreibt uns: einem kürzlich erschienenen Artikel wird ganz
richtig Darauf hingewiesen, daß es von größter Wichtigkeit sür die Rentabilität unserer künftigen Straßenbahn ist, eine durchgehende, möglichst lange Linie zu erhalten, was nur •al JLte&Ad)rettung dar oberhessischcn Bahnen zu erreichen !'.r; - Mangel hastet jedoch der vorgeschlageuen Linien
führung dadurch an, daß sie den Bahnhof, Den Mittelpunkt des Verkehrs, nicht berührt und doch wäre das sehr leicht zu erreichen, wenn die aus der Stadt kommende Linie durch die Liabigstraße trach den Bahnhof geführt wird; dort mußte die Bahn eine Schleife beschreiben, würde dann zwilchen Hotel Lenz und Hotel Kühne einbieaen und auf einer dort zn errichtenden Uebxrführung ditz
Friedrichstraße gewinnen, von wo sie dann nach den Kliniken und Klein-Linden weiterführt. Wenn Einsender auch nur Laie ist, so glaubt er doch, daß sich besondere technische Schwierigkeiten der Errichtitng einer derartigen Ueberfüh- rung (loie beispielsweise auch die Siegener Straßenbahn eine solche aufzuweiseti hat, die sich noch dazu müten in einer sehr verkehrsreichen Straße erhebt) nicht entgegenstellen. Selbst der Verkehr an der dort befindlichen Laderampe würde, da die Straße genügend breit ist, und die Brücke an den Gleisen schon di genügende Höhe erreicht haben muß, in keiner Weise gestört werden. — Wenn der Vorschlag auch noch kurz vor Torschluß kommt, so ziehen ihn unsere Stadtväter vielleicht doch noch in Erwägung, da diese Linienführung, die Stadt—Bahnhof—Kliniken sowie unsere Vororte Wieseck-Klein-Linden direkt verbindet, jeden- falls die größte Aussicht auf Rentabilität hat.
•• Sänger Iran 5. Das erste Sängerkranzkonzert dieser Wintersaison am nächsten Sonntag ist bem Gcbächtnis Felix Mendelssohn-Bartholdys geividmet, dessen 100. Geburtstag am 3. Februar k. I. ist. Das Konzert bringt dem- enlsprecheub fast ansschließtich Kompositionen Menbctssohns, u. a. die „Hebriden - Ouvertüre", „Höre Israel", „Ave Maria" (Frauenchor mit Sopransolo), „Gott sei mir gnädig", sowie baS Finale aus ber unuoUcnbeten Oper „Loreley". Letzteres Chorwerk, wie auch „Das begrabene Lieb" von Meyer-Olbersleben, werben von bem gemischten Chor des Längerkranzes unter Mitwirkung auswärtiger Solchen und ber Regimcntsmusik ausgeführt. Das musikalisch hervor- ’.agenbe und sehr interessante Programm ist von bem Din- qenten Herrn Albert Haften sorgfältig vorbereitet worden und wird ben Zuhörern sicherlich einen hohen Genuß bereiten, zumal auch bie Wahl ber mitwirkenben Solisten als sehr glücklich zu bezeichnen ist; als solche werben tätig sein Fräulein Ruth Watbauer aus Frankfurt unb Herr Robert Wolf stehl aiis Frankfurt.
•• Stabttheater. Es sei an bieser Stelle nochmals auf bie Schülervorstellung am fommenben Samstag nachmittag (LessmgS „Nathan ber Welse") hingewiesen.
** Museiim. Die Sammlungen bes Oberhessischen Geschichtsvercins unb ber Wilh. Gail-Stiftung haben sich seit ber letzten Berichterstattung erheblich vermehrt. Insbesondere sind hmziigekominen altes Gerät aus bem bäuerlichen Hanseat, schöne Zinnware unb Porzellane unb viele sonstige beachtenswerte Stücke ans Mittelalter unb Neuzeit. Der HeuchelheimerKriegerverein hat eine alte seibene Fahne mit ben Anfangsbuchstaben bes Lanbgrafcn Ernst Ludwig von Hessen, gemaltem Löwen unb ber Jahreszahl 1722 in bankenswcrter Weise als Leihgabe überlassen. SchenSwett i’inb auch bie herrlichen GlaSgefäße ber Großh. Glasmanufaktur. Ter Ankauf eines frühgeschichtlichen Bronzehclmes, einer Bronzelanze unb eines PerlcnhalsbanbeS fmb ebenfalls hervorzuheben. Die Gegenftänbc sinb am Sonntag, 29. Nov., im sogen. Universitätsraiim bes Museums zu besichtigen. — Währenb ber kalten Jahreszeit bleibt bas Museum vom 1. Dczenlbcr bis 1. März geschlossen.
** Der Turnverein hielt seine erste Monats- versammlung am Dienstag abend im (Safe Ebel ab, die bei gutem — allerdings noch nicht genügendem — Besuch sehr gut verlief. Int Mittelpunkt des Abends stand ein interessanter Vortrag des Vorstandsmitgliedes Turnlehrer Will, der iit sehr anschaulicher Weise das Turnen auf dem deutschen Turnfest in Frankfurt schilderte unb Gelegenheit zu einer sehr anregenden Diskussion gab. Im übrigen wurden Vercinsangelegenheiten besprochen und gemeinsame Lieder gesungen. Tie nächste Monatsveriamm- lung soll in Form einer Weihnachtskneipe vor sich gehen. Zum Schluß wurde, da inzwischen Mitternacht unb damit Großherzogs Geburtstag herangekommen war, von dem 1. Sprecher, Redakteur Heß, ein dreifaches Gut Heil auf den Groß Herzog ausgebracht.
** Die Maul- unb Klauenseuche ist ausgebrochen in Böckum, Kreis Düsselborf, am 23. November.
” Der Tonnen wagen wirb nun enblich in allernächster Zeit aus ben Straßen ber Stabt verjchwinben. Die Stabt ist nämlich enblich so weit, bie beiben letzten Tonnenstationen in ihren Gebäuben burch zeitgemäßere Einrichtungen zu ersetzen, so baß ber Unternehmer, wie er selber sagte, froh ist, wenn bas unsaubere Geschäft aufhört. Die Einwohner unserer Stabt werben bem Unternehmen auch keine Träne nachweinen.
-r. Ruttershausen, 25. Ncov. Am 9. b. EDL wurde ant Lahnufer nächst ber Straße Ruttershausen- Oden Haus en ein Fahrrad gefunden unb auf der Bürgermeisterei abgeliefert. Seit dieser Zeit ging bad Gespräch, es hätte sich da ein junger Mensch ertrankt, auch wollten dies mehrere Personen beobachtet haben. Nachdem nun 14 Tage verstrichen waren, meldete sich am Montag ein Mann aus Krumbach und erkennte das Rad als das seines 19jährigen Sohnes, der in einer Fabrik in Wetzlar arbeitete und nur Samstags nach Hause fuhr. Er soll am 9. ix M. das Elternhaus verlassen haben, um eine geringe Strafe in Gladenbach zu veroüßen. Er wird als ein tüchtiger braver Bursche geschildert. Die Nachsorschungen in Der Lahn, die heute vorgenommeu wurden, waren bisher erfolglos.
□ Ettingshausen, 25. Nov. Den Geburtstag des Großherzogs unb bes zweiten Hessenprinzen feierte gestern abenb ber Gesangverein in bem Gasthaus zur „Tante". Präsibent Opper hielt bie Fcstrcbe unb wie» desonbers bauauf hin, baß besonders auch bie hiesigen Einwohner heute mit Freube bes Grobherzoglichen Hauses gebenden, ba ja bie allgeliebte Lanbesmulter aus „unserem Fürstentum Lich" stamme. Nach bem Hoch würbe „Heil unserem Fürsten, Heil" gesungen. Auch Bürgermeister Keil hielt eine Ansprache. Unter Leitung bes Lehrers Kraushaar trug ber Gesangverein mehrere Volks- unb Vater- lanbslieber vor.
? Langb, 24. Nov. Bei ber kürzlichen General-Versammlung ber hiesigen lanbw. Bezugs- unb Absatzgenossenschaft würbe einstimmig beschloßen, aus der lanbwirtschaftl. Ha uptg en ossenschaf t auszutreten. Der Gründ hierfür ist darin zu suchen, baß bie hiesige Genossenschaft burch einen ungünstigen Abschluß zweier Waggons Weizen einen Verlust von nahezu 700 Mk. erlitten hatte.
X. Aus dem früheren Kreis Grünberg, 25. 97ob. Das Wort: „Alles schon einmal dagewesen" fmdet wiederum feine Bestätigung in dem jetzt in unseren Fort- b i l d u n g s s ch n l e u obligatorisch eingeführten neuen Lchrgegenstand der landw. Naturk-unde. Schon in dem Anfang der Goiger Jahre des vorigen Jahrhunderts war Land- wirtschaftslehre ein Unterrichtsgegenstand der Volksschulen.


