Ausgabe 
3.9.1908 Zweites Blatt
 
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^.207

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

so

Hande)1

des

frankfurter JKÖrac, 3. September, l. Uhr.

91.95 | EJektnz. Lahmeyer .

Italien. Rente .

4%

3?6 Portugiesen Serie I .

3-L Portugiesen

III

98.00

Hörne, 3. September. Antangskoree.

226.20

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hieeulahn.....

Gottbordbahn.....

Lombard. Lisenbahn . . Ueeterr. btaaisbaim . . . Pnnce-Henn-Eisenbahu .

Harpener Bergwerk Laorahütte . .

Lombarden E. B.

Nordd. Lloyd . .

Türkenlose . . .

84.00

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3>je/e Oberhessen . . . 4> Gesten Goldrente. . 4'/,ZL Gesten. Silberrente 4% Ungar Goldrente . .

Llektnz. Schocken . . . Esehweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Ainenk. i'aketL Harpener Bergwerk. . . Laurah litte......

Aordd. Lloyd . . . .

Obei sch les. Eisen-Industrie

. 171.15

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WJt 3% WU 6% oH6l.

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Berliner

Canada E. B. .

Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz; ruhig.

4Z4'/, russ.Staatsanl. 190a 4>i% Japan. Staatsanleihe 4 -S Conv. Türken von 1903 Türkenlose......

4% Griech. Monopol-Ant . 4% äussere Argentinier . 3°/e Henk euer . . .

4>i°/e Chinesen . . . .

Aktien:

Bochum Guss.....

Buderus E. W.....

Tendenz: schwächer.

Rotationsdruck und Verlag der Dr üblichen UniversilälS - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Berliner Hanaelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kominauoit. . Dresdner Bank . . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio-

22 30

148.20

125.00

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Vertag:^5L Redaktion: 112. Tel.-Adr^AnzeigerGießen.

213.50

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DieSiehener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seil» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

politische Tagesschau.

Unwürdige Polizeikomödie.

Der Streit zwischen den nord- und süddeutschen Sozial- .'.okraten über die Frage der Budgclbemilligung dauert . 9luf bcidxn Seiten sagt man sich deutlich genug die chthcit. yfadjbem die ; nordddtitschen (Senossen gedroht .len, auf dem bevorstehenden Parteitage in Nürnberg für i genügende Majorität sorgen zu »vollen, »uutbc von Süd» ^lschland auö angekündigt, daß man unter Umständen dem cnbcrgcr Parteitage fern bleiben werde, wenn die nord­ischen Genossen Maßnahmen träfen, bie süddeutschen zu i njonfieren. Diese Ankündigung hat nun roieberinn den 'jrmnrtS' veranlaßt, der süddeutschen sozialdemokratischen Sreffe Beschimpfung des Parteivorslandes und der Gele­

erten vorzuwerfen. »Wenn die Münchener Post

Telefontsche Kursberichte

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie. Giessen.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

Reichsanleihe do.

Konsols . . do. . .

Hessen . . .

An die Versammlung schloß sich ein gemeinsames Essen nn,| bei dem Geh. Regierungsrat Fen eine Ansprache hielt. An-I knüpfend an den Sedangedenkrag pries er die ycimatlicbc beri deutschen Fürsten urtd Stärmnc, die vor 36 Fahren zu so über­raschenden Erfolgen und zur Erlangung der heißersehnten deutschen Einheit geführt habe, und gedachte dann^des treuen deutschen Fürsten, unseres Großherzogo, des eifrigen Förderers der Hciimtt- pslege und der Wohlfahrtspflege. In das auf den Großherzog ausgebrachte dreifache Hoch stimmte die Bersaminlung lebhaft ein. Hauptlehrer Storch (Buhbach, erfreute dann die An­wesende»» mit dem Vortrag eines tiefempfundenen Sedangedichts.

Am Nachmittag wurden die neuen Badeanlagen um er sachverständiger Führung besichtigt und dann daS Konzert auj der Terraße besucht.

Mrchlrche Nachrichten.

Israelitische lieligionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag bei» 5. September 1908;

Vorabend 6.45 Uhr.

Ai arge ns 8.30 Uhr. Predigt.

Nachmittags 4.00 Uhr.

Sabbatausgau g 7.50 Uhr.

Israelitische Religtonsgesellschaft. Sotterdienst.

Sabbatseier am 6. September 1008:

Freitag abend 6.35 Uhr.

Lamslag vormittag 8.00 Uhr.

Nachmittags 4.00 Uhr.

Sabbat-AuSgaug 7.50 Uhr.

Wocheugoltesdienst: morgens 6.30 Uhr, abends 6.30 Uhr.

Märkte.

-th. Dießen, 2. Sept. Auf dem dieSivöchentlichen Vieh- mar k t waren 1200 Stück Großvieh, 200 Jungtiere, 2U0 Kälber und ca. 350 Schweine zum Verlaus gestellt. Ter Rmdviehmaikt kollidierte mit dem gleichzeitig abgehallenen Bergener Markt, wo­durch besonders kleinere Käuser unseren» Markte lenigeblieben waren. Aber auch die tu Südwestdeutschland^ anhaltende naßkalte Witterung bringt dem Viehhandel großen Schaden, der sich im gedrückten Handel und geringelt Preisen auch aus dem hiesigen Marit bemerkbar inachle. Das Geschält war besonders in Rmd- vieh schleppend bei gesunkenen Preisen für Milchware und Jung­tiere. Auch der Fellviehutarkt und der Handel in Kälbern war flau. Fahrochseu, die nur tu mittlerer Ware ausgeiahren waren, konnten zu guten Preisen nutergebrachl iverden. Der Hatidel in Schwetueu, ivarau es an Vorrat mangelte, war sehr gut lür die Verkäufer, die sehr hohe Preise erzielten; die Preise können aber als Storni nicht dienen. Die kleinen Piaster der Umgegend bedauern,, daß das Angebot in Ferkeln und Läufen» am Gießener Markt an­haltend durch die Seuchemnaßi»ahmeu uiedergehalten wird, und' sie daher gezwungen sind, hohe Preise aiilegen z»t müssen. Ge­handelt wurden das Stück Kühe, srischmelkeud und tragend, 1. Qual. 430-480 Mt., 2. Qual. 340-380 Mk., 3. Qualität 270-320 Mk., junge Stiere und Rinder sür Aiast- und Zuchtzwecke je nach Qualität, Form und Alter 120200 Mk. Fenoieh brachte der Zentner Schlachtgewicht: Fette Rmder I. Qual. 7274 Mk., 2. Qual. 68-70 Alk., fette Kühe 1. Qual. 6769 Mk., 2. Qual. 64-66 Mk., Kälber 1. Qual. 70-74 Alk., 2. Qual. 63-67 Alk., 3. Qital. 5460 Alt., Ochsen wurden das Paar mit 700800 Mk. abgesetzt. Der Marlt blieb erheblich überstäudig m Milch- und Jungvieh. Der aus den 6. und 7. Oktober anstehende Gießener Viehmarkt wird voraussichtlich aus den 7. und 8. Oktober de. Js. verlegt, weil aus den 6. Oktober der israelitische Versühnungstag fällt und an» nächsten Tage die Märkte tu Frankfurt und Köln mit unseren» Rmdoiehmarkt kollidieren würden, wodurch dem Giegener i Markt die großen Abnehmer entzogen mürben.

Limburg a. d. Lahn, 2. Sept. Fruchtmarkt. Durch-' schnlttspreis pro Maller, Ro»er Weizen (nassauischer) 17,00 Mk., weißer Weizen 00,00 Mt., Korn 13,00 Mk., Gerste 00,00 Mk., Haier, neuer, 7.20-0.00 Mk., aller 8.50-0.00 Mt., Erbsen 0,00 Alk., Kar­toffeln 7-0,00 Alk.

Land zu verwerfen. Auf dem Sanb habe jeder Raum seinen bestimmten, für alle Zeilen feststehenden Zweck, dem man in der Anlage der Fenster, der Anordnung des Familientisches in der Ecke des Zimmers unter den Fenstern, der Ausstattung der Wände durch schmucklosen Anstrich anstatt schlechter bunter Tapeten usw. gerecht werden solle. Im 19. Jahrhundert sei auf dem Lande die alte gute Bauweise preisgegeben worden, um die städtische Bebauuugsart nachzuahmen, gewöhnlich einen Grad schlechter als in der Stadt. Die Schuld der Landwirte ist diese Abweichung von der alten guten Bauweise nicht allein, einen großen Dell der Schuld hat d»e Ausbildung der ländlichen Bau­handwerker, die ihre Kunst aus Büchern haben, anstatt auf dem Lande zn lernen an den Ergebnissen einer jahrhundertealten Entwickelung. Besser werde es in dieser Beziehung erst werden, wenn die ländlichen Bauleute in dieser Hinsicht umgelernt haben. Der städtische Einfluß mache sich ferner ungünstig bemerkbar durch die Uebertragung städtischer Bauvorschriften auf das Land. Auf dem Lande müsse viel mehr auf das Bedürfnis des Einzelnen Rücksicht genommen werden. Vor allem sei die Uebertragung städtischer Luftlinien-Vorschriften auf das Land von liebel, und ebenso die zwangsweise Anordnung von Vorgärten und Anlagen. Verordnttngen seien ja nicht aanz zu vermeiden, aber man müsse den Beamten, die sie auSzuftihrcn haben, mehr Spielraum bei der Ausführung geben. Verordnungen sind wandelbar, und na­mentlich die hess»»che Bauordnung sei sehr abänderungsbedürftig. Die schon in Angriff genommene Revision dürfe nicht ichematisieren und rnüs'c namentlich das KapitelBrandmauer" nach den Bedürf­nissen des Lebens behandeln. Hervorragenden Einfluß auf die Gestaltung der Bauweise eines bestimmten Striches habe auch die Art deS an Ort und Stelle leicht zu habenden Baumaterials. Leider habe gerade die Landbevölkerung wenig Sinn hierfür bewiesen und sich von Geschäftsleuten alle möglichen Neuerungen cmfschwätzcn lassen. Deshalb könne nicht nachdrücklich genug auf den Wer» des heimischen Baumaterials hingewiesen werden. Vor allem fei auf die Beibehaltung der alten Schiefer- oder Ziegel­bedachung hinzuwirken, denn gerade durch sie unterscheide sich unser deutsches Haus von welscher Bauart. Zu vermeiden sei auch die Uebertragung der übertriebenen Reklameschilder von der Stadt auf das Land, die Anbringung von Drahtgittern als Einftiedtgung u. a. mehr. Nicht alles Neue sei zu verwerfen, aber die 'Neuerungen müßten sich den Bedürsntssen anpassen. Der alte Fachwerkbau sei jetzt nicht mehr anzuwenden, an seine Stelle sei der Putzbau getreten, der für unsere Verhältnisse durchaus zweckmäßig sei. Auch die Anbringung von Ziegel-, Schiefer- ober Schindelbedeckung an den oberen Stockwerken sei zu empfehlen. Der moderne Verkehr und die »noberne Kultur habe auf dem Gebiet der Baukunst nicht nur Gutes gebracht, und toenn es jetzt auf dem Lande wieder besser werde, so komme das in diesem Fall von oben, von den staatlichen Bauämtern. Er schloß mit den» Wunsche, daß bereit Beispiel in der Bevölkerung immer mehr Nacheiferung finden möge. (Lebh. Beifall.)

lieber die Photographie irn Dienst der Heimat- pflege sprach Sanitätsrat Dr. Maurer von Darmstadt. Er führte aus, daß die Photographie ein wichtiges Mittel zur För­derung der Heimat forschung sei. Sie könne die abgebildeten Gegenstände nicht abänbrrn, und das sei gerade für die Heimat­forschung wichtig. Er selbst habe vor zwei Jahren sich bie Aufgabe gestellt, alle, vielfach dem Untergang geweihte Industrie­betriebe und dergleichen im Odenwald durch photographische Auf­nahmen festzuhalten und dabei viel Beachtenswertes gefunden und seinen Gesichtskreis vielfach erweitert. Der Redner gab in seinen interessanten Ausführungen zunächst einen Ueberblid über die in» Verschwinden begriffenen Gewerbe, Trachten und Haushal­tungsgegenstände. Sodann gab der Redner einige technische Winke. Er bezeichnete die systematftche Durcharbeitung ganz Hessens als dringend wünschenswert. Neben der Wichtigkeit oer bildlichen Erhaltung von untergehenden Jndusttien us»o. ist ein weiterer Vorteil einer solchen Bearbeitung die Gewinnung naturgetreuen Anschauungs- und Unterrichtsmaterials. Eine geeignete Zentral­stelle für solche heimatkundlichen photographischen Arbetten sei der Heimatpflege-Verein. Er schloß mit dem Wunsche, daß auch anbcrc Amateure sich diesen Arbeiten widmen möchten und fand für feine Ausführungen reichen Beifall. Die von ihm zur An­schauung mitgebrachteu Bilder wurden mit vielem Interesse betrachtet.

Im Anschluß an den Vortrag wies Geh. Regierungsrat Feh aus die oft sehr wenig geschmackvollen Ansichtskarten von ländlichen Orten hin. Professor W a l b e teilte dazu mit, daß er von fast allen oberhessischen Orten eine ober mehrere Aufnahmen besitze und diese den Bürgermeistereien gerne zwecks Anfertigung von Ansichtskarten zur Verfügung stelle.

Ucbcr Gartenbauanlagen und Blumenschmuck­anlagen an Häusern in Landorten, insbesondere den vom Kreis Friedberg in diesem Jahr zum erstenmal veranstalteten Wettbewerb machte fiteisrat Fey interessante Ausführungen. Er faßte die dabei gemachten Erfahrungen dahin zusammen, daß der kreisweise Wettbewerb für den Anfang zwar empfehlenswert fei, aber auf die Dauer keinen nachholttgen Erfolg verspreche. Es empfehle sich ein bezirksweiser Wettbewerb, der durch totale Organisationen und lokale Wettbewerbe zu unterstützen sei. Auch bie Mitwirkung von Schulen und Vereinen empfehle sich. Die Pflege des Blumenschmucks und Gartenbaues sei eiste wichtige Arbeit für die ländliche Kunstpflege überhaupt. Von den 70 Gemeinden des Kreises nahmen 31 an dem Blumenschmuck-Wett­bewerb teil, von denen Münzenberg, Kirchgöns und Pohlgöns prämiiert wurden. Außerdem waren 40 bis 50 Gärten in Kon­kurrenz. Bürgermeister Becker (Holzhausen) beklagte die vielfach vorhandene Teilnahmlosigkeit und Verständnislosigkeit der ländlichen Bevölkerung hinsichtlich des Blumenschmucks und meinte, man solle in den landwirtschaftlichen Versammlungen sich der Sache annehmen. Landwirtschaftslehrer John hält es für am besten, wenn die Sache in den Schulen behandelt werde, damit bie Kinder von Anfang an zum Blumenzüchten angebalten werden.

Der Vorsitzende behandelte bann noch bie Frage der Stellung der Kreis - und Gemeinbeverwaltungen zur ländlichen Wohlfahrtspflege. Er faßte seine Ausführungen in bei» Leitsätzen zusammen, daß die Beschäftigung der Kreis- und Gemeindebeamten das beste Mittel sei, eine bureaukratische Ver­waltung und die damit verbundenen Fehler zu verhüten, daß es nötig sei, auch über die gesetzlichen Vorschriften hinaus »n diesem Sinne zu wirken, um damit das Glück auf dem Lande zu fördern und llnzuftiedenheit zu verhüten, und daß man es sich ange­legen sein lassen müsse, dafür zu sorgen, daß am richtigen Ort gerade bas Notwendige geschieht und anderwärts gemachte Fehler verhütet worden.

Ministerialrat Dr. Best führte aus, daß bie Kreisbeamten usw. schon seither für diese Bestrebungen gewirkt haben und bankte namentlich Kreisrat Fev für seine Arbeit auf diesem Gebiet.

Tie vorgelegte Rechnung verzeichnete für bas letzte Jahr 6226.86 Mk. und eine Ausgabe von 5796.92 Mk. Unter den Ausgaben erscheint eine Kapitalanlage von 5000 Mk. Die Rech­nung und der Voranschlag wurden genehmigt. Letzterer schließt mit 6154 Mk. Einnahmen und 2045 Mk. Ausgaben ab. An Stelle des Pfarrers Hunsinger (Schaafheim», der krankheits­halber a»»s dem Vorstand ausschied, mürbe Kreisschulinspettor Schulrat Scheerer (Büdingen ) gewählt.

In seinem Schlußwort gedachte der Vorsitzende noch der Darmstädter Ausstellung, die neben ihren sonstigen Zielen auch im Sinne der Vereinsbestrebungen zahlreiche wertvolle An­regungen biete, namentlich auf dem Gebier des ländlichen Hlein- wohmrngsbaues und der Hessenkunst.

Zweites Blatt 188. Jahrgang Donnerstag 3. September 1908

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

|n icibt das Berliner Zentralorgan ,bie süddeutschen ®c- fen auffordert, zu erwägen, ob sie den Parteitag nicht als moürdige Polizeikomödie' behandeln wollen, so fordern i diese Genoffen auf, und vor allein die bayrischen, zu er- zen, welche Gefahren sie über die Partei heraufbeschwören, k.m sie noch weiter dulden, daß das Proletariat Süddeutsch- iicöS gegen seine norddeutschen Brüder und gegen die Ge- griitheit der Partei in so demagogischer Weise aufzuhetze»» i acht wird. Wer dieses Treiben duldet, wenn er es bc- liil igen kann, der »nacht sich, auch »oenn e, es nicht billigt, , ii Mitschuldigen an allen den schweren Schädigungen und schütterungen, die der Partei daraus erwachsen können. Es ein Spielen mit dem Feuer, das unsere beide»» großen . ycijchen Organe wagen. Waö vielleicht nur als blenben« htfr und erschreckendes Feuerwerk gedacht ist, kann in der . genblicklichen Situation leicht zum Brand werden, der Deßlich die Brandstifter selbst mit Entsetzen erfüllt.* Der Worwärts wird mit diesen Sätzen jedenfalls nicht vergeblich wie Teufel an die Wand gemalt haben, wenn auch cinsl- utlen noch immer Zustimmungskundgebungen der süddeutsche»» Zialdemokraten zu den Abstimmungen ihrer Landtags- , i-ciiionen erfolgen. Es mehren sich aber doch auch Kund- t jungen, in denen man sich auf die Parteidisziplin besinnt. >; zum Nürnberger Parteitag wird der Friedens- und i uguiigSgcbanfe ohne Zweifel weitere Fortschritte machen. i'C Gedanke der Zusammengehörigkeit ist bei den Sozial- -i i»ofraten ungeachtet der Meinungsverschiedenheiten bisher i .net noch größer gewesen als bei den Liberalen. Es wäre r1)1 ganz uninteressant zu hören, »uie etwa Pfarrer Korell diese Erscheinung erklärt; oder glaubt Herr Korell viel- I cht im Ernste, daß der Nürnberger Tag Ueberraschungen a:nigcn wird? E. A.

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Mjcher Verein für länbL Heimatpflege, Wohlfahrt und rLunstpslege.

eh. Bad-Nauheim, 2. Sept.

Der vor zwei Jahren in Butzbach gegründete Verein für I ölidje Heimatpflege, Wohlfahrt- und Kunstpflege hielt heute p Leiigen Sprudelhotel feine Hauptversammlung ab, bie überaus i 1 .rich besucht war. U. a. waren anwesend Ministerialrat l :, Proviuzcaldirektor Geheimerat Dr. Breidert (Gießen), : .. .stagsabg. Graf Oriola, Kurdirektor von Stark (Ba0-f)iauheim-, t ). Baurat Eser (Bad-Nauheim), Bürgermeister Kayser (Bad- kiibeim , Regierungsrat Muhl (Friedberg), Landtagsabg. Damm fi.iiOberg) unb Regierungsbaumeister Best, Der als Vertreter Der h iiiflcnal'-iöauabteilung anwesend war. Den Vorsitz sührte Geh. j.»»crungörat Fey (Friedberg), der die Auweseuden herzlich tiiiommen hieß. Er schloß seine Ansprache mit Dem Wunsch, kl. durch die heutige Versammlung ein frischer Zug hessischer fc raiatiuft wehen möge.

2er Vertreter der Großh. Staatsregierung, Ministerialrat t ji sprach dem Verein die wärmsten Sympathien der Darm- ,f. e r Regierung für feine Bestrebungen aus und pries ihn £öiDerer der Kunst, des Idealismus und der Heimatliebe. Die Regierung auf dem Gebiet der Denkmalspflege und Hei- :ti[Iicbe zur wirten suche, so tue dies der Heintatpflege-Verein : sächlich für die ländlichen Kreste, indem er sich an alle : uic der Bevölkerung wende. Die Regierung begrüße diese ! ; tcbiingcn ebenso wie das tatkräftige Vorgehen DeS Kreises i )bcrij auf diesem Gebiete. Den Willkommeilgruß der Stadt ! ^-Nauheim übermittelte in einer herzlichen Ansprache Bürger- ir.fiet Dr. Kayser, der ebenfalls sich mit großer Sach künde d. t: die Ziele des Vereins verbreitete und den Kreis Friedberg il )cn berufenen Führer für einen solchen Verein bezeichnete. i( esitze die geeigneten Männer für die Leitung gerade eines litt»«:;» Vereins uni) eine bodenständige Bevölkerung, die sich 'M Die«. Schönes und Eigenartiges erhalten habe.

)iadj Dankesworten des Vorsitzenden, in denen er die des Vereins als eine Voltssache bezeichnete, verbreitete 1 d) in längeren Ausführungen über die Zwecke des Vereins, i. auf vielen Gebieten sich mit anderen Wohlfahrtsvereinen t.-bre und mit ihnen zusammenzuarbeiten suche. Der Gesichts- itzt i der Heimatpflege müsse bei allen Einrichtungen, (besetzen n.ö Verordnungen beobachtet werden. Die meist von Juristen II-1' dKen Gesetze machten zu wenig Unterfd)ieb zwischen städtischen mo ländlichen Verhältnissen, wodurch auf dem Land viel lln- I! ebeubeii entstehe. Hier eine Aenderung zu schaffen, fei eine * irrige Aufgabe. Bezüglich der Wohlfahrtspflege auf Dem Lande fy ;ii ivünschen, daß ein T<;ll der den Städten zur Verfügung iDen reichen Mittel dem Land zugeführt würden. Schtteß- llfi habe man ländliche Kunstpflege notig, die ihr Ziel in der Bildung des Dlaturfinned und der Förderung der ländlichen .iLimfr haben müsfe.

H Sobann wurde in die eigentlichen Verhandlungen eingetreten. fe-renb bei der letzten Veriammlung vorwiegend praktische Auf- im Dienst der ländlichen Wohlfahrtspflege besprochen »vurden, l»laii die diesjährigen Beratungen hauptsächlich dem Kapitel iCt Znanspruchnahme der Kunst für bie Sache der Hei- idinpf I ege.

Zunächst hielt Professor W a I b e einen Vortrag über die tK abess erung der ländlichen Bauweise. Er führt ta, man solle um es mit einem Worte zu sagen ländlich BoLe.t und sich der den örtlichen Verhältnissen Rechnung tragen* bat ijertbrnmlidjen Bauweise bedienen. Man solle lein Bogels- Bq;itr oder gar »wrddeutsches Hans in die Wetterau bauen oder »mtgnlehrt. Die seit mehr als 1000 Jahren bestehende Bauweise Uuo Einrichtung der Häuser ist auch heute noch Die beste, weil HiJ den wirtschaftlichen Verhältnissen angepaßt ist. Vor allem örir soll au» Dem Land nicht städtisch gebaut werden. Denn d.e .-t und Lebensbedürfnisse von Stadt und Land sind verschieden. Der Landbewohner lebt viel mehr ui der Natur als der 53aie:er.. Nametttlich fei der städtische Mietskasernenstil für das

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