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158. Jahrgang
General-Anzeiger für Oberhesfen
Nr. 178 Erstes Blatt 158. Jahrgang Freitag 31. Juli 1908
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Die heutige Nummer mnsaht 10 Seiten. «-SS-ASSSSSSA.A.-—n.1 - -tut, ■■■—MFT~~ •■■ ■■■ i I • I
Der Lall Schilding.
Man scheint nun endlich auch in Berlin die Empfindung bekommen zu haben, daß die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen den freisinnigen Husumer Bürgermeister Dr. Lothar ^chücking ein ärgerlicher Mißgriff gcwefen ist. Der Husumer Bürgermeister ist, beiläufig gesagt, ein Bruder des Marburger Professors der Rechte Tr. rWalter Schücking. Die „9Lordd. Allg. Ztg." beschäftigt sich nun in äußerst gewundenen Redewendungen mit dem Fall Schückiny, Redewendungen, denen man das Unangenehme der Situation ansieht. Tas offiziöse Organ erklärt, daß im Falle des Bürgermeisters Dr. Schücking in Husum die in den Schriften >es Genannten zum Ausdruck gekommene politische Ge- innung nicht Anlaß gewesen sei, ein disziplinarisches Ein- chreiten anzuordnen. Der Artikel im „Berliner Tageblatt" vom 15. Mai über die Wahlen auf dem Lande gab vielmehr Anlaß zur Prüfung von dem besonderen Gesichtspunkt aus, inwieweit darin ein Vorwurf gegen die preußischen Landräte, daß' sie die Wahlen unzulässig beeinflussen, zu erblicken sei. Ob die Beurteilung der allgemeinen amtlichen und schriftstellerischen Tätigkeit Schückings dem Regierungspräsidenten hinreichenden Anlaß bot, ein förmlickyes Drs- ziplinarverfayren mit dem Ziel der Amtsentsebung ein- rulciten, bedarf noch dec Prüfung, die der Minister des Innern unverzüglich insbesondere nach der Richtung vorgenommen hat, ob nach Lage des Gesetzes die Einstellung des Verfahrens zurzeit noch erfolgen tann. Zm Verlaus der Erörterungen wurde auch behauptet, der Minister des Innern habe aus Bürgermeister Schücking einen Druck ausüben lassen, um ihn zur Nicoerlegung des Mandats für die Freisinnige Volkspartei zu veranlassen. Diese Behauptung entbehrt jeder tatsächlichen Begründung.
Inzwischen ist dem „Verl. Tagebl." der Wortlaut des Aktenstückes bekannt geworden, worin Regierungspräsident o. Dolega-Kozicrowsti dem Bürgermeister Schücking Mit- leilung von der (Einleitung des Disziplinarverfahrens macht. Die Mitteilung ist vom 11. Juli datiert und lautet:
„In den von Ihnen veröffentlichten Zeitungsartikeln ifolgt Aufzählung- sowie in dem, nach den angestellten Ermittelungen von Ihnen ebenfalls verfaßten Buche: „Die Äeaktion in der inneren Verwaltung Preußens" von Bürgermeister X. P. in Z., 1908, Buchverlag der „Hilfe" G. m. 1. H., Berlin-Schöneberg, haben Sie eine Gesinnung be- kundet und sich zu Anschauungen bekannt, die mit Ihrer Stellung als Bürgermeister und unmittelbarer Staatsbeamter unvereinbar sind.
Sie haben hierdurch nicht nur die Pflichten verlebt, lie Hhnen Ihr Amt auscrlegt, sondern sich auch der Achtung, Les Ansehens und des Vertrauens, die Ihr Beruf erfordert, unwürdig gezeigt. Es wird daher hiermit gemäß §§ 2, L2, 23 des Disziplinargesetzes vom 21. Juli 1852 in Ver- lindung mit § 20 des Zuständigkeitsgefetzes vom 1. August 1883 das Disziplinarverfahren zum Zwecke der Dienstentlassung gegen Sie eingcleitet. Zum Untersuchungskommissar tzabc ich den Landrat Nasse zu Husum ernannt.
gez. v. Kozierowski."
politische Lagesschau.
Keine Feindseligkeit gegen Deutschland.
In einer Versammlung der internationalen Schieds- gerichtsliga in London wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in der dem deutschen Volke versichert
wird, daß das Volk der Vereinigten Königreiche keine Ge
H. Rausch, als Schriftwart stad. phil. cl. N. Schür;, Phil. Hist. Verein, als Kassenwart stuck, med. vet. L. Cosl, Adelphia.
/^Lollar, 30. Juli. Das Bundeskonzert, das der Wetteran - Lahngau - Sängerbund nächsten Sonntag im Garten der,Schönen Aussicht" veranstaltet, erregt allgemeines Interesse auch in Kreisen, die dem Bund fernstehen. In doch diesmal auf die Masfcnchöre (als das Schmerzenskind
fühle dec Feindseligkeit gegen Deutschland hege, sondern em engeres Zusammengehen beider Länder willkommen heißen würde. Die unabhängige Arbeitergruppe im Unterhause beschloß, eine Abschrift der von der Gruppe gefaßten Resolutionen, in denen die jüngsten Versuche, Gefühle des UebelwollenS zwischen England und Deutschland zu schaffen, beklagt werden, dem Reichstagsabgeordneten Bebel zu übersenden. Ferner beschloß die Gruppe, eine Abordnung der Arbeiterpartei nach Deutschland zu schicken, die dort mit den städtischen Behörden, den Arbeiterorganisationen rc. in Verbindung treten soll.
Ans Stndt und Land.
Gießen, 31. Juli 1908.
' Vom Großherzog empfangen wurden am 29. Juli der Hoflieferant Kunstgärtner Karl Scholl, der Kunstverleger Knoeckel von Frankfurt a.M., die Professoren Koch und Pützer, der Kammerjunker o. Oetinger; zum Vortrag der Staatsminisier Dr. Ewald, der Minister des Innern Dr. Braun, dec Vorstand des Kabinetts Geheimrat Röm Held. — Der Groß Herzog empfing ferner in besonderer Audienz den Königl. Preuß. außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Frhrn. v. Jenisch, den Kaiser!. Rufs. Rtinisterresidenten o. Doubensky. — Am 25. Juli d§. Js. empfing der Großherzog noch den Hauptmann Lauteschläger, Adjutant der 13. Feld-Art.- Brigade.
" AuSzeichnung. Der Großherzog hat am 15.Juli dem Arbeiter Franz Subtil! zu Bieber, in Diensten der Firma Hinkel u. d'Orville, Fabrik feiner Lederwaren zu Offenbach, das Allgemeine Ehrenzeichen mit dec Inschrift ,Jür treue Arbeit" zum 17. Juli 1908 verliehen.
• • Uebertragen wurde am 29. Juli d. I. dem Lehrer Karl Kirn zu Kocherbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Friesenheim, Kr. Oppenheim.
• * Ernannt wurde am 29. Juli d. I. der Schulamtsaspirant Bernhard Langsdorf aus Bad Nauheim zum Lehrer an der Taubstummenanstalt zu Friedberg, mit Wirkung vom 1. August 1908 an, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer. — Der Groß Herzog hat ferner am 29. Juli den Notar mit dem Amtssitze ?r. Bechtheim Heinrich Zw illing zum Notar mit dem Amtssitze in Osthofen und den Gerichtsassessor in Mainz Richard Fuchs zum 2totar mit dem Amtssitze in Bechtheim, beide mit Wirkung vom 1. Aug. 1908 an, ernannt.
" Der OrtSgewerb eoerein Gießen macht im Anzeigenteile dieser dhimmec bekannt, daß die Liste zur Anmeldung bis zum 1. August geschlossen werden muß.
* * A u § dem Bureau deS S t a d t t h e a t er 3. Es sind so zahlreiche Bestellungen für eine etwaige Wiederholung des „Walzertraumes" eingegangen, daß sich die Direktion entschlossen hat, am 4. August eine Wiederholung der Operette zu veranstalten. Diese findet zu den gewöhnlichen Preisen der Wintersaison statt und nur der 2. Rang ist etwas erhöht. Der Vorverkauf beginnt wieder am nächsten SamStag und findet jeweils von 11 — 1 Uhr statt.
" In der Ausschußsitzung der Gießener Studentenschaft am Dienstag den 29. d. M. wurden zu Ferienvertretern gewählt als 1. Vorsitzender stuck, phil.
der Sängerbünde) besondere Sorgfalt verwendet worden. Die Chöre, deren zwei bereits im Vorjahr einstudiert wurden, sind in einer gemeinschaftlichen Probe vorgeübt worden, dec Bundesdirigent hat ferner die in dieser Probe weinger starr vertreten gewesenen Vereine besucht und am 2. August wird im .Saalbau zur Linde", dem Heim der fesigebenden Liedertafel, mittags 1 Uhr noch eine Generalprobe folgen. Auch die gemeldeten Einzelvorträge dürften geeignet sein, ein Bild von der Leistungsfähigkeit der betreffenden Vereine zu geben. Jedenfalls ist auch das Llrrangement des Ganzen: ein Bundesfest als Bundcskonzert, ohne Umzüge, Juxplatz mit Karussells und sonstigem ,Fest"-Nummel neu nnb verspricht die Aussicht auf ein wirkliches Sänger- bezw. Gesangsfeil. Daß aber auch der tanzlustigen Jugend gedacht ist, bciucift der „lokale Teil", dec nach Erledigung der Bundes - Veran- flaltungen einsetzt. Auch an praktischem Sinn hat es bei den Vorkehrungen zum Fest nicht gefehlt, so fann beispielsweise der hungrige und durstige Besucher 311m Feste kommen, ohne in banger Sorge leben zu müssen, „Festpreise" und »Fest- portionen" vorzufinden. Dem Jupiter pluviuL aber gegenüber (der sich bekanntlich mit den Lollarern und ganz besonders mit den Lollarer Sängern gern neckt) glaubt man durch wetterfeste Hallen genügend gewappnet zu sein. Vielleicht sieht der alte Herr seine Ohnmacht ein und macht gleich von vornherein allen denen, die da nach Lollar kommen (und cs habens viele versprochen), ein recht freundliches Gesicht 311m Empfang.
§ Ruppertenrod, 30. Juli. In den gestrigen Nachmittagsstunden zog ein so schweres, von Osten kommendes Gewitter über unseren Ort, wie wir in diesem Sommer noch feine gehabt haben. Mit dem Gtwilter tobte ein orkanartiger Sturm, der mehrere Bäume enlwurzclte, Ziegel abdeckte, Aeste abritz uno im Felde die Kornhausen um» stürzte. Die Aepfel lagen mie geschüttelt unter den Bäumen. Am Westende unseres Ortes zerbrach der Sturm eine gewaltige Pappel und stürzte sie quer über die Landstraße; sie bildete stundenlang eine Barriere für den Verkehr. Beinahe hätte es bei diesem Fall ein Menschenleben gekostet; unmittelbar vor dem Sturz der Pappel war ein Knecht vorübergegangen. Die gewaltige jtroite des starken Baumes stürzte aus die Telegraphen- und Telephonleitung, zerriß hierbei vier Leitungsdrähte und zertrümmert.' mehrere Isolatoren. Tie elektrischen Entladungen waren besonders stark, zahlreiche Blitzschläge erfolgten in nächster Umgebung. Bei Wettsaasen schlug der Bist) in einen Kornhausen, bei Sellnrod in einen Baum. Heute herrscht trotz dieses heftigen Gewitters, das aus eigentlich drei Gewittern bestand, die tropische 5)itze ungeschwächt weiter.
r. Hungen, 31. Juli. Gestern abend luntbe zwischen Rodheirn und Hungen der Ftthrmann eines hiesigen Geschäfts von einem Automobil überfahren, tvodurch er einen Beinbruch erlitt. Das Auto enttarn unerkannt, während dec Schwerverletzte später in hilflosem Zustand aufgefunden wurde.
Jenaer Festtage.
(Nachdruck verboten.)
I.
Jena, 30. Juli.
Die Einweihung des herrlichen neuen llniversitätshauses und , leie Einweihnng nnd Uebergabe des Häckel-Museums gibt dem 350 jährigen Jubelfest der Universität Jena besondere Bedeutung.
Allenlhalben in dem von vielen so treu geliebten Städtchen Ijit man sich für den Bestich der Fremden und auch für die eigene gestesstimmung gerüstet. Die Straßen und Anlagen sind, wo cs not tat, ausgebessert und verschönert worden, jeder, der sein Hans etwas kulturlos fand, hat es noch rasch anstreichen lassen; Lerlehrsmittel stehen bereit, alte Herren und Damen sieht man i n Couleur durch die Straßen ziehen, die Tätigen beim Fest hasten bm und her, hier bietet man Postkarten, dort eine illustrierte Festzeilung aus, — und das alles nimmt sich in diesem selt- fimen Städtchen, in dem sich Altes und Neues so merkwürdig lischt, in dem sich neue Fortschritte so eng an eine alte Geschichte entlegnen, ganz gut aus.
-Der erste Tag ist zunächst dem Phylogenetiichen Nuseums, Häckels interessanter Schöpfung, gewidmet, jnb wir um 10 Uhr zur Feier geladen. Der weimarische Staatsminister Dr. Rothe fand sich ein, der Kurator der Universität Exz. tbr. Eggeling, ein großer Teil des Corpus aeademieum, voran ier Prorektor. .
Das Ätusenm nimmt sich recht stattlich aus. In lichten harren gehalten, geziert mit den stilisierten Ornamenten von Medmen, Korallen und Radiolarien an den Decken der Säle und an den Seitensassaden des Gebäudes, hat es mit seinen Hellen Sälen cm sehr freundliches Ansehen. Einstweilen find die Säle noch nicht mit allem gefüllt, was hinein kommen soll und noch der Kerüberfchafsung aus dem Zoologischen Univerirtätslnitrtut bedarf. 3m Vestibül stehen Tierskelette, die beiden Säle im Erdgelchotz sind für die Wirbeltiere und die wirbelloien ziere be)tinnnt, im e:ftcn Stock wird ein embryologischer Saal eingerichtet, der an bm Wänden große Tafelwerke über Entwicklungsgeichrchte (On- tcgeniei zeigt. Das Ganze aber wird von dem Gedanken der Entwicklungsgeschichte der Lebewesen (Phylogenre^ beherricht, die ix. diesem Museum in Darwinschem Sinne mit allen 3eugni len txr Deszendenztheorie sinnfällig belegt werden loll. Die -öeiege " sxr die Ahnenreihe des Menschen und lerne Stammesgeichich.e - werden hier mit besonderer Sorgfalt gesammelt und w ioll uaw Häckels Worten in seiner Begrüßungsamprache dieses Museum pi einer öffentlichen Bildungsanstalt werden, wie es da- British x'.usenm in London für ähnliche Dinge bereits ist.
Ta seine hervorragenden SckMer, die Proff. ArnoldLang (Zürich' und Brandt ^Charkow), auch einige Worte der Begrüßung sagen wollten, beschränkte sich Häckel daraus, den Zweck dieses Instituts kurz zu erläutern und die Gäste durch die Räume zu führen und ihnen die Bestimmung der einzelnen Teile des Museums mitzuteilen. Mit einer kurzen Ansprache übergab Häckel das Museum, das eine Lieblingsidee von ihm erfüllt, und dessen Entstehung ihm und der Mithilfe hoher Gönner und Freunde, u. a. namentlich des Großherzogs von Sachsen und des Herzogs von Meiningen zu verdauten ist, nunmehr als Gesck^enk der Universität Jena, der er seine Lebensarbeit ja bisher gewidmet hat. Der Prorektor sprach den Tank der Universität ans und nahm das Institut unter die Fittiche der alma mater Jenensis. Dr. E.
W. B. Jena, 30. Juli. In der Vorhalle des neuen. Universitätsgebäudes saiid heute mittag eine Feier statt, zu der die thüringischen Staatsminister Einladungen hatten ergehen lassen. Der Kurator Geh. Staatsrat Dr. Eggeling hielt eine Ansprache, in der er auf die Geschichte des Universitätsneubaues einen Rückblick gab und allen denen dankte, die zur Vollendung des Werkes — teils durch eigene Arbeit, teils durch Stiftung hoher Spenden — beigetragen habe. Er gedachte vor allen des verstorbenen Professors Abbe und der thüringischen Regierungen, die durch die einmütige Zustimmung ihrer Landtage die noch fehlenden Mittel ausgebracht hätten. Er schloß mit dem Wuniche, daß die Universität in voller Freiheit die Wahrheit erforschen nnd lehren möge. Nach einer Rede des Oberbaudirektors Kriesche (Weimar) und des Architekten Professor Theodor Fischer (München) sand ein Rundgang durch die Räume des neuen Universitätsgebäudes statt.
— Das Rhein-Main ifche V e r b a nds t he a ter , das im verflossenen Winter 90 000 Personen, denen durch ihre soziale oder örtliche Lage edlere Kunstgenüsse nur schwer zugänglich sind, in 62 Städten und Dörfern den Genuß guter Tlieatervorstellungen ermöglicht hat, wird auch im kommenden Winter seine Tätigkeit wieder aufnehmen. Ter Spielplan für den nächsten Winter setzt sich aus folgenden Stücken zusammen: Tie Räuber, — Kabale und Liebe, von Schiller, — Medea, — Sappls» von Grillparzer, — Die Hoffnung auf Segen von He- jermanns, — Jphigence von Goethe, — Der Königsleutnant von Gutzkow, — Ter Strom von Halbe, — Das Glück, im Winkel oon Sudermann, — Minna von Barnhelm von Lessing, — Ter Widerspenstigen Zähmung von Shakespeare, — Der ein> gebildete Kranke und Der Geizige Don Moliere, — Die Nebenbuhler von Sheridan, — Bier Schvänke von Hans Sachs. Neben den wichtigsten klassischen Stücken bes* vorjährigen Spielplanes
sind ackst neue Stücke und zwar Trauerspiel.', Schauspiel.- und Lustspiele aufgenommen. Es ist also möglich, neu Angehenden Orten die wichtigsten klassischen Stücke vorzusühren, während in den SDrien, die bereits im Vorjahre an dem Theateruniernehmen sich beteiligten, im kommenden Winter neue Stüae in genügender Zahl gtboien werden. Tie Honorarverhältnisse für kommenden Winter sind so geregelt, daß Orte unter 2500 Einwohnern 125 Mark, Örte bis zu 25 000 Einwohnern 140 Mark und größere Städte 150 Mark zahlen.
— Die „Neue Revue", Halbmonatsschrift, herausgegeben non Dr. Jrsei Adolf Bondy (Verlatz der „Neuen Revue" Berlin-Charlottenburg), bringt in ihrem ersten Augustbest (Nr. 19) u. a. eine lebensvolle, durch Mitteilungen persönlicher Art besonders interessierende Darstellung der letzten Triumphe des Grafen Zeppelin aus der Feder seines Vetters, des Generalmajors Constantin von Zeppeltii. Der nationalliberale Reichstagsabgeordnete Dr. Weber bespricht die Ergebnisse der Bankenqnetc. Ter frei- konservative Führer, Abg. Freih, v. Z e d l i tz - N e u k i r ch, erörtert von seinem Standpunkt aus die Frage, wie in Preußen bic Gefahr einer konservativ-klerikalen Mehrheit vermieden werden könnte. Oberstleutnant a. D. Hübner schildert in einem illustrierten Bericht unter dem Titel „M a r 0 k! a n t s ch e Würdenträger" den Zug der deutschen Gesandtschaft zum Sultan Abdul Asis unter Führung des Gesandten Tr. Roien, an dem der Verfasser teilgenommen hat. Alfred Mlaar ver öffentlich! Anzengruber-Erinnerungen. Der frühere Gouverneur von Südwestafrika Generalmajor a. T. L e n t m c i n gibt eine Charakteristik von Simon Copper, dem letzten Rebellen m Südwest, der ihm oft zu schaffen gab. Dec Reichstagsabg. Christian Storz erwidert auf einen „Offenen Brief" des König!, ungarlscheit Ministerialrats Veszi. Außerdem bringt die „Neue Revue" die Fortsetzung des Romans „Ter Amateursozialist" von Bernard Shaw, und wie immer die Finanzpolitische Rundschau des Win- schastskrittkers Pluto, der u. a. die jüngsten Pläne der Hanseaten und die Beziehungen des deutsck)en K a i s e r s zum Generaldirektor Ballin erörtert. Ferner die Artikel: Tr. Max Jakobi, Warenhaus und Spezialgeschäft. Leon Zeitlin, Glücksspiel in Berlin. Paul Scheerbart, Die erste Monistenkirche. Hans Oswald, Gemeinsame Arbeit, getrennte Feste. Otto Corbach, Chinesische Re- vcurche. Franz (Element, Französische Dichter. Wilhelm Cremer, Upton Sinclair. Hans Frank, Gott Goethe. Hans Benzmann Seneca. (Verlag Charlottenburg 2, Knesebeckstraße 76.)
— Kleine Chronik aus K u n st und Wissenschaft. Der Großherzog von Baden hat dem Grafen Zeppelin die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft am Bande des Ordens Bertholds I. verliehen.


