Ausgabe 
21.12.1908 Drittes Blatt
 
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Montag 21. Dezember 1908

Drittes Blatt

158. Jahrgang

Nr. 300

Erscheint lögllch mit Ausnahme deS Sonntags.

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getreten sind.

Bieber, 19. Dezember 1908.

Zuschußbedarf überhaupt 715 222 Mk.

gewählt worden.

Hungen, den 10. Dezember 1908.

Gcotzh. Amtsgerichl.

Rotationsdruck und Verlag der Drühfschea UnwersuätS Buch- und Slclndruckerei.

R. Lange, Gießen.

gegen 1908«

-J- 21078 Mk.

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LLttgcsKttdt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Tie Station 91 b e » ö |t e r n der Biebertal-Bahn wurde bisher ca. 11 Jahre nut Rücksicht auf den großen Verkehr und die Umlaöeltelle bei der Staatsbahn von einenijäeanuen be­dient. Jetzt loll dieser Pollen, wie man hört, aus Sparsamkeits- rückslchien emgehen und zeilweise durch den Stationsbeamten der wen obliegenden Station Bieber mitbeforgt werden. Dieser Be­aune Hal ohnehin mit den Versendungen in Bieber Eisenerze uuö Kalksteine Verwiegungen, Annahme und Abgabe der Stück- güler, Bllletausgabe rc. genug zu tun, und da Bieber Endstation der Bahn ist, ist cs auch wünschenswert, daß der da stationierte 'Beamte immer zu erreichen ist. Mit Rücksicht auf den großen Ver­kehr auf Abendstern auch seien hierbei die Kreuzungen der Per- sonenzüge erwähnt ist es geradezu unverständlich, wie eine der­artige Disposition getroffen werden kann, da unter solchen Verhätt- ntssen die größten UnglüdSiäUe eintreten können. ES ist dringend zu wünschen, daß die Anordnung sofort rückgängig gemacht wird, umsomehr, da doch die Biebertal-Bahn eine der Strecken der All­gemeinen deutichen Kleinbahn-Gesellichaft ist, die sich recht gut rentiert, und hier ein ständiger Beamter zur Kontrolle der Ver­ladungen auf der Staatsbahn. Fahrkartenausgabe, Bedienung der Weichen, Annahme und Abgabe der Stückgüter ec. unbedingt fein muß.

Auch sei bei dieser Gelegenheit darauf, hingewieseu, daß die Beleuchtung der P e r j o n e n t) a 11 e ft e 11 e der Biebertal- Bahn auf Abendstern eine bessere fein müßte, und ebenso die Ein- fteige-, rösp. Anssteigestelle daselbst recht unbequem und auf der Straßenseite derartig ist, daß es zu verwundern ist, daß nicht auch schon hier Uiiglürfsfälle durch Verstauchungen, Beinbrüche :e. ein»

und Xteoerbman

Emulsion

aus der Central Drogerie sind von be­sonders mildem Geschmack und daher

DieSietzener $amiUenfcIätter werden dem ,AnzeigerE viermal wöchen lich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit­fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: 5L

Redartion:e^ll2.Tel.-2ldr.:AnzeigerGießen.

Bekauntmachnttg.

In unserem Genossenschaftsregister wurde heute bezüg­lich der Spar- und Darlehenskasse e. G. m. u. H. in Langd folgender Eintrag vollzogen:

Christian Best in aus dem Vorstände am 1. Novem­ber 1908 ausgeschieden; an seine Stelle ist Pfarrer Fritz Lahr

4- 5 091

4- 27 253

Lllttivcrvetäts-Nacys'ichten.

sd. Dar m stadt, 18. Dez. Bei den soeben beendeten Prüfangen an der Technischen Hochschule haben im Alaschinenbauiach ilon 35 Kandidaten 19 bestanden, in der Ab­teilung für Jngenieurwesen von 17 Kandidaten 14 und in der Ab­teilung von Chemie von 5 Kandidaten 4.

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Der Ztaat5voranschlag für 1909.

ii.

Tie Hauptabteilung IV: Lotterie, gibt zu beson­ne rcn Bemerkungen keinen Anlaß, sie führt als diesseitigen Än- Heil an der von Preußen den Staatcir der hessisch-thüringischen ^otterieaemeinschaft zu zakstenden Rente den Betrag von 801900 Ak. am, der gesetzlicher Bestimmung gemäß in den Ausgleichs- imds fließt. I

In der Hauptabteilung V: Direkte Steuern, tcgalten, indirekte Auflagen und Einnahmen us verschiedenen Quellen, die bisher stets ein starkes Ansteigen ihres Ueberschusses eufwies, zeigt sich diesmal leider in erheblicher Rückgang desselben. Der lieberfdjuB fällt um B66 687 Mk-, Vvn 18 236 092 Mk. in 1908 auf letzt 18069 405 Mk. Tiefe Erscheinung ist nicht in einem Mindcrerträgnis der -netten Steuern begründet, diese konnten vielmehr nach dem Ergebnis der bis jetzt allerdings erst zum Teil Dor genommenen Steuerveranlagung bei Zugrundlegnng der bisherigen, auch im i icucn Fi.ua nzgesetzentwurf wieder vorgeschlagenen Steuersätze mit .-man erheblichen Atehr gegen 1908 vorgesehen werden und .zwar oie EinLinrmenstcner mit einem solchen von 560000 Mk., die T>ermo genssteuer mit einem solchen von 70 000 Mk. Die ©in» tommcnfleuer ist nun mit 11 120000 Mk. eingestellt, die Ber- r Lögenssteuer mit 3 425 000 Mk.; in Verbindung mit der, Wan- t er gewerbsteuer, die mit intern Betrag von 83 000 Mk. erscheint, ' ringen also die direkten Steuern zusammen 14 928 000 Mk. auf.

Ter Rückgang des Ueberschusses der Hauptabteilung ist fast ciusschl restlich bei Der Stempeleinnahme zu suchen. Während für 1907 der nach den alten Sätzen zu erwartenden Stempeleinnahme Lon 3 325 200 Mk., auf Gründ des Gesetzes vom 28. März 1907, ein Mehr Vvn 1080 000 Mk. zugesckstagen, die Gesamteinnahme womit auf 4 405 200 Mk. veransctstagt mar, gingen in Wirklich- BUit nur 3 705 824 Mk. 61 Pfg. ein, was gegenüber Dem Budget- anfab einen Ausfall von rund 700 000 Mk. ergibt. Ta sich die in Oer ersten Hülste des Etatsjahres 1908 erfalleneu Einnahmen fift genau mit der Stempeleinuahrne im gleichen Zeitrauni des -ÄrjÄres deck-m, so konnte für 1909 nur ein dem Ergebnis um 1909 entspceckhender Betrag von 3 705 800 Mk. vorgesehen ijerben, also 699 400 Mk. weniger als 1908 eingestellt.

Neben dem Rückgang der Stempeleinnahmen wirken auf den ilbschluß der .Hauptabteilung noch weiter ungünstig ein die VRehr- Forderungen für Sckweibgehilfen bei den Steuerlommissariaten und -Üezicks lassen mit 17 000 Mk. und 15 100 Mk., hauptsächlich be­ruhigend auf dem Austücken der Gehilfen in höhere Vergütungs- ttufen und auf der veränderten Veranschlabungsweife dieser Ber­atungen, und fernerhin die der erhöhten Einnahmen aus direkten Steuern entsprechend vorgenommene Erhöhung des Kredits für -lussülle, Abgänge nnd Nachlässe um 40 800 Mk.

Der 'Abschluß ergibt eine Eesatnteinnah.ne von 20 250 990 Mk. unb eine Gesamtausgabe vvn 2181585 Mk.

Die Hauptabteilung VI: Landstände und VII: Staatsministerium, zeigen nur untvcicutlidje Abweichungen cjegen die Ansätze des vorigen Hauptvoranschlags, erstere bedach L wes Zuschusses vvn 139 578 Mk., letztere eines .solchen von

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onzert eli8 im vordere, iWeitttat fögramm. ^IveMteiwBalL

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Abschluß der russischen Anleihe perfekt geworden ,|t, wozu es nicht' gekommen wäre, wenn Rußland daran denke, nch nur Aben­teuer einzulafsen. Xie Auflegung der großen ooj Paulo-Anlethe wurde ebenfalls in polstisck>er Hinsicht günstig beurteilt. Im Übrigen sah die Börse jedoch noch leine Veranlassung aus ihrer Zurückhaltung hcrauszutretcn. ovwobl es an Momenten nicht fehlt, die geeignet wären, die im geschäftlichen Leben noch vor- terrschulde En.n'utigung zu befestigen. So tonnen die günstigen Gcldwarktsvcihältnisse auf die Dauer nicht ohne Ein­fluß auf Sandel, Industrie und Börse bleiben. Xi- Geldsatze und auch der Privatdistonto haben sich wohl neuerdings etwas versteift, was jedoch ledig, ich nut den Erfordernissen dcs Jahres­schlusses in Zusammenhang steht: int Hinblick auf Die günstige Lage des interuationck.en Geldmarktes darf man aber bestimmt auf baldigen Rückfluß im neuen Jahre rechnen. Ansehnliche Gold- oerschisfungen nach Europa haben aus den Vereinigten Staaten stackgefunden, was allerdings auch drüben ein Au- ziehul der Geldrateu und einige Berstinuuung der Börse zur Folge hatte. Immerhin ist Die Spekulation in Waalstrcet noch eifrig tätig, obwohl die wirtschaftlichen Verhältnisse nur lang­sam voranschreilen. Größere Enttäuschung hat der Kupser- markt bereitet, aus tocl^em die Nachfrage sich nicht iit tat Maße gehoben hat, Ivie man erwartet IjaLc, überdies wird ine Preisbillung L^s Zupfers auch fortgesetzt von den Manipulationen der amerikanischen Faiseure beeinflußt. Im übrigen ilt un ganzen Wirtschaftsleben noch große Zurückhaltung zu beobachten. In der heimischen Eisenindustrie werden die Bestrebungen zu Verbanosbildungeu fortgesetzt, teilweise wurden Dabei auch schon Erfolge erzielt. Durch die Vereinigungen wird natürlich mehr Stetigkeit in das Geschäft getragen, wenn man sich in der Preis- reguli-rung auch '.lach dem jeweüigen Bedarf und der Lage des Weltntarktes richten muß, die eben noch nicht günstig ist. Da aber die Verhältnisse aus einem; gennficn Tiefpunkt augelangt sind, besteht immerhin die Hoffnung, daß c5 nicht schlechter werden tarnt und gerade darauf basiert auch sie Widerstandskraft, die die Kurse trotz vielfach ungünstiger Momente feit einiger Zeit be­kunden. Boll Industriepapieren f:nuten in dieser Woäje Gemische Aktien und Zementwerke sich teilweise sogar ansehnlich befestigen, auch Vrauereiaktien waren crlyjli. Montanpapiere laaen nicht einheitlich, sind jedoch gegen die Vorwoche nur wenig verändert, ebenso Bankaktien. Bon Bahnen Lombarden abgeschwächt, Baltimore folgten der Rewyorllr Kursbewegung. Erhöhtem Interesse begegneten if fa h rts w er te aus die Besserung im Ausuandereroeri.hr. Heimische wie fremde <yo nbS blieben gut benai'-V-ict. Priooto .äuu?>* \ (l".

Tie Steigerung des Zuschußbedarfs des AbschnittsLolal- und Polizeivcrwalluna" ist neben höheren Anfordernngen für fadv liche Ausgaben der Polizcikassen und Beiträge zu den Polizet- kosten der Gemeinden in der Hauptfach: auf die veränderte Ver- anschlaaungSart der Gehalte und Vergütungen, sowie nur das ?lnwacfsen der Schreibhilfelosten bei den Proviuzialdirektwnen unb Kreisämtern -urückzuführen.

Ter Etat der LandeZuniversität, ab,chltetzend ntit einer Aus­gabe von 1516833 Mk. und einer Einnahme von oO2 696 Mk., also einem Ueberschuß von 1014137 Mk., erfordert ein Mehr von 59 207 Mk., woran die Kliniken bei nur 696 2o9 Mk. Aus­gabe und 376340 Mk. Einnahme beteiligt sind mit 29 537 Wtf. Ter Etat der Technischen Hochsckmle verzeichnet einen Mehr­bedarf an StaatSzuschuß von 146 287 Mk. Hier sind zwar die Ausgaben um 9749 Mk. gefallen auf jetzt 748 486 Mk., dagegen mußten mit Rücksicht auf die Mnahnte der F-requenz, mrolge der vom Wintersemester 1907.08 an in Kraft getretenen neuen Aufnahmebedingungen die Eintrittsgelder, Einfchreibgeouhren und Unterriä'tSgclder um insgesamt 145 100 Mk. niedriger veranschlagt werden, so daß sich die Gesamteinnahme aus nur 313 OuO Mk. stellt. Bei den Gymnasien, Realgymnasien, Lberreal-- und Real­schulen, sowie pädagogischen Seminarien mußten die Lehrkräfte wiederum vermehrt.werden. Ter Voranschlag enthält 9 neu: akademisch: Lehrstellen, von welchen 5 als definitive.und 4 als proviforisclj« vorgesehen sind, außerdem soll 1 akademische -chrer- ftclte in eine Zeiclyenlehrerstelle umgewaichelt werden. Auch fvll die Zahl der pädagogischen Seminarien zur praktl,cheu Aus­bildung der Lehrer an den höheren Lehranstacken wegen der großen Zahl Kandidaten, die jäliclich die Prüplng für das höhere Lehramt bestehen und sich zum Vorbereitungsdienst melden, von o aus 6 erhöht werden. Der Staatszuschuß für diese Anstalten betragt ihm bei einer Ausgabe vou 2 921226 Mk. und einer Einnahme von 1706 927 Mk. 1214 299 Mk. oder 120 338 Mk. mehr als für 1908 veranschlagt. Für Volksschulen berechnet sich der Auf- wMid auf 2 619 440 Mk. vdcr 2400 Mk. mehr als 1908.

Aus dem AbschnittDeffentliuje Gesundheitspflege unb Ve­terinär wesen" ist zu erwähnen, daß bei den drei Jrrenaustalteu mit Rücksicht auf die immer kostspieliger werdende Verwaltung derselben eine Erhöhung der Pfleggeldsätze vorn 1. Aprll 1J09 an vorgesehen ist. In deren Folg' vermindert sich der Staats­zuschuß dieser Anstalten um 96 355 Mk.

Tie Erhöhung der Ansorderungen fürLandeskultur unb Landwirtschaft" ist mit 21 000 Mk. durch die Schlachtvieh-Ver­sicherung veranlaßt, deren Geschäfts- und Zafscstihrungstolien nach Dem demnächst in Kraft trelendeii Gesetz vom 12. April 190a die Staatskasse zu tragen hat. Tic Erhöhung dieser Kosten war bisher zu 16 000 Ml. jährlich angenommen worben, nach neueren Ermittelungen wird sie sich auf 37 000 Mk. stellen und es ist dieser Betrag vorgesehen worven. Tie Erhöhung des Etats der Landeskreditlasse in Einnahme und Ausgabe um 103311b Mk. ist nur eine scheinbare und dadurch veranlaßt, daß das Betriebs­kapital der Kasse hauptsächlich aus rechneri,chen Gründen ^nun­mehr durchlaufend in Einnahme und Ansgaoe eingestellt ist. ssabci hat man den Betrag für Ausleihungen aus der Kasse von bisher 400 000 Mk. auf 500 000 Mk. hinausgesetzt, um den infolge Aenberung des Wohnungsfürsorgegcsetzes zu erwartenden stärkeren Anforderungen Genüge leisten -u können.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesfen

Maschinenfabrik Rhein und Lahn

Fcm g 8 Uhr. totgtieber eingtfüid Der Vorftaiid.

Schreiber geimbi. nbenplatj 9 un Lata am seiuckl.

"" Äiarkmose IS. *5 kräitigcs Matau. ätzen nicht rnierfaOra Januar gesucht. |OKÖ) iog, M-üuiage H >M L Zauuar gesucht. fyMrate 10 Port- , ch'üÄPN am M tW. Liv.-Augelltlmst

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Zenlralverwaltung . .

Lokal- und Polizeiveewaltung

Äirclieu- unb Rellgionsgemein- schäften . .. .

Bildung nnd Erziehung, Kunst und Wisfenschait. . . .

Oeffentliche Gesundheitspflege und Velerinärlvejen . .

Fürsorge für Hinterbliebene von Beamten, Untcr- stützungS- und Versicher- ungswefen ......

Landeskultur und Landwirt­schaft ........

Bergbau, Verkehr, Handel und Gewerbe......

454 990 Mk. . t r

Bei der Aufstellung dcs Etats für das große Berwaltungs- qebiet der Hauptab teilung VIII: Ministerium des Innern, hat man in Anbetracht der finanziellen Sage* des Standes große Zurückhaltung geübt. Wenn trotzdem der Zuschuß- Ledarf gegen 1908 um 416 062 Mk von 12 305 045 Mk. auf jctzt 12 721107 Mk. gestiegen ist, so ist dies im Wesentlichen itut besondere, nid# vermeidbar gewesene Verhältnisse zurückzu- Mren, so auf die schon berührte anberroeite VeransdKaaungsart Ser Gehalte und Vergütungen, auf den Rückgang der Zahl der cStutierenbcn der Technischen Hochschule usw. An dem Zuschuß- Ledarf und dessen Steigerung sind die einzelnen Abschnitte, in Wie die Hauptabteilung .zerfällt, wie folgt beteiligt:

Görsen-Wochcnbericht.

War das Geschäft an der Börse schon ,eit Wochen im Hinblick auf die ungeklärten politischen Verhältnisse eng begrenzt, so ist dec Verkehr in den letzten Lagen ciuiujieben noch stiller geworden. Die günstigere Wendung, die nach übereinstimmenden Berichten die Balkanpolüik genommen hat, vermag die Lethargie des Publikums wie der Spekulation nicht zu bannen, offenbar will man es vermeiden, angesichts der bevorstehenden Feiertage und des nahen Jahresschlusses neue Geschäfte einzugehen, man i>t viel­mehr bestrebt, allere Verpflichtungen möguayt glatt zu stellen. Tennoch sprickft die relative Festigkeit der Kkurse dafür, daß der Anlagebedarf wieder in Zunahme begriffen sein muß. Tie Börse beEümmi aber nur wenig davon zu verspüren, meu dec Ankaus von Anlagepapieren uitler Umgehung der Lörse haupftächlich durch Bermittlunq unserer Großdaillcu erfolgt, deren Tätigkeit immer mehr darauf gerichtet ist, die Umsätze des Privatpublirurns so viel wie möglich bei sich zu konzentrieren. Was zunächst die wettere Entwickelung Der Stur je betrisst, so ist für diesen Monat em größerer Rückschlag wohl nickst zu erwarten. Da Die Großbanken mit Rüchiclst auf ihre Bilanzen lebhaftes Interesse daran Haven, Die Jahres- aofchluhkurse möglichst hock) zu halten. Ihre Bestrebungen nach dieser Richtung würben in dieser Woche auch uuterstützt durch dce politisa-en btzachricyten, die wie sckzvn erwählst,'seit einigen Tagen ettvas günstiger lauten. Wenngleich ein tatsächlicher Fort­schritt in der Lösung der schwebenden Fragen kaum sesttzustellen ist, hofft man doch zuversichtlich auf einen befriedigenden Ausgang der Tinge int Orient. Man ist namentlich in dem Urteil über die Haltung Rußlands wesentlich zuversichtllcher geworden, nachdem der

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