Ausgabe 
31.8.1908 Zweites Blatt
 
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Nr. 204

Erscheint lägllch mit Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger für Oberhessen

Prozehdauer Terminrverlagungcn.

Balmaceda; Justiz Eduard Suare; Mujica;

Montenegro: Krieg Admiral Rodriguez:

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8

T as neue Kabinett v o n^E Hile setzt sich solacndcr- maßen zusammen Inneres Javier Figueroa; Aeußeres Raphael -------- K ~ 'rv.....~------m ":ca; Finanzen Pierre Industrie Echavarria

Rotationsdruck und Verlag der Drühl'schen UniversitälS»Buch- und Srerndnickerei. 9t Lange, Dießen.

Vielmehr gehören auch sie zu icnen Aechselsällen des Prozeßlebens, die von keiner Pia,eß-Ge>'ctgebung abgescyassk werden können. Schließlich sei noch Inngew.c'en auf die Vertagungen, die f:(h nölig maajen, wenn hcrbeigezogenes Akienmatcri.il fremder Gerichte oder Behörden nul,: rerdrzeiug eingehl oder unvollständig gesandt wird, Falle, die auch nicht zu den Ausnahmen gehören. Auö alledem läßt sich ersehen, daß mit allgemeinen Bestimmungen gegen Vertagungen schlekbnreg ein praktisches Resultat zur Herbeiführung eines schien- nlgen Vro'-ßr.'rfabrens iul' nicht wird erzielen lassen

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: e^SbL Redaktion: 112. Tet-AdruAn-eigerDießen.

rSusland.

Kaiser Franz Joses befindet sich wieder ganz wohl. Tas Allgemeinbesinden ist ausgezeichnet. Am 7. September wird der Kaiser über Wien direkt nach Budapest abreisen.

DieGießener Lamilienblittler" werden dem «Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für Öen Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zcil- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

wen sofortige Vergütung^

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herauSgvgeben von M. I. Gvadl. Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgari. 64 Seilen mit etwa 100 Abbildungen. Wie im wesentlichen auch die l)essische Landesausstellung, so beschrinkt sich die Württembergisch.' Vauausst.'llung aitt bürgerlich>e Baukunst im Anschluß an die hcimiscl>e sck-wäbifche Tradition. Auf künstlerische Ex­perimente wurde auch in Stuttgart iwch mehr als in Tarmstadt, von vornherein verzichtet: sogenannteAusstellungskunst", die nur den oberen Zehntausend erreichbar ist, findet man in der im schönen Stuttgarter Stadlaarien errichteten Ausstellung erfreulichcrwrisei gar nidit. Die Veranstalterin der Ausstellung, die Beratungs­stelle für das württemb. Baugewerbe, verfolgte den Zweck, beir Bauleuten, namentlich auf dem Lande, die Fortschritte der Bau­kunst nach der künstlevischLn und technischen Seite zu vermitteln. Taß ihr dieses gelungen ist, n-eiß jeder Besucher, der oes Lobes und vieler ichöncr Anregungen voll von Stuttgart heimkehrt, beweist auch das vorliegende Sonderheft, in deut eine Auswahl des Besten geboten wird: Einfamilien-, Sommer- und Arbeiterl}äufer, deren Außen bau und Inneneinrichtung harmonieren und die von der mustergültigen, hochentwickelten wurttembergischen Baukunst und Möbelindultrie Zeugnis ablegen. Trotz der Einfachheit in den Mitteln ist die künstlerische Durchbildung der Mume keines­wegs vernachlässigt worden. Die Art der Raupiausnutzung, wo­bei das Fehlen derguten Stube" besonders betont fein will, das Anbringen von Türen und Fenstern an jenen Stellen, wo sie organisch, nicht schematisch bedingt find, oie Sorge für Luft und Lichr. Mr Behaglichkeit und Sauberkeit fragen sich ein und machen den Besucher reis, in der Folgezeit gleich: Anforderungen zu er­beben.

Dom amerikanische n Theater. Der nächste Winter wird in amerikanischen Theatern vornehmlich derLustigen Witwe" gewidmet sein und derSalome", und selbst das kleinste Operahouse" im kleinsten Städtchen Amerikas soll Bekannt­schaft mii den terpsichoren Drehungen und Windungen von He- rodias Sotbter machen. In der leichten Gewandung, in der diese ihren Tanz ausgesührt haben soll, werden aber Die amer. Salomes im allgemeinen nicht erscheinen können. Jedenfalls herrschen hier in den kleineren Staaten die Ansichten vor, die der Bürgermeister von Asbury Parl, einem Strandort in New- Jersey, in folgender klasfifchen Weise von sich gab:Solange ich Mayor bin, darf keine Dame auf der Bühne erscheinen, die nicht mindestens Strümpfe, die notwendigen Dessous unter dem Unterrod, diesen und ein Jäckchen trägt, das die oberen Partien des Körpers verhüllt."

Fremdwörter-Austau sch. Die Fremdwörter stehen heutzutage in Deutschland in schlechtem Rufe. Es ist eine last unangefochtene Ansicht, daß das Fremdwort fast stets ein Diener der Eitelkeit dessen ist, der cs anwendel, und daß sich grundsätzlich jedes Fremdwort verdeutschen läßt. So überflüssig der Gebrauch

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In neuerer Zeit ist es an der Tagesordnung. . bet angebliche ! ^rozeßverschleppungen zu klagen und die Haupt-chulo wiro dabei Terminsocrtagungen gegeben. Nur der kennet weiß, daß I in der weitaus überwiegenden Mehrzahl der Fall? b-, e Termins- i| icertagungen unabwendbar find. Was aber das Publikum nicht 1 weiß, ist vor allem die Tatsache, daß weder das Gericht nad) die ' Anwälte irgend ein Interesse an der Prozeßvertagung besitzen, t-M den Prozeß nicht zugleich fördert. Ja, den Anwälten ist jj t regelmäßig mit Derartigen Vertagungen am ivenigstcn gedient. ' 'icht nur, daß die Zahl der Termine für sie keinerlei pekuniäres . nteresse besitzt, ist für diese Behauptung vorzubringen, sondern noch viel unangenehmer sind für sie regelmäßig die sonstigen ' »egleiterscheinungen, unter denen sic außerhalb der Derhand- langen wegen sachlich unbegründeter Vertagungen zu leiden haben, i ns sich der .-.Kenntnis der Richter vollständig entzieht. Tabin g hören namentlich die ebenso zeitraubenden nKe auch üverfliissigen 'Dnferenzen, die der .Klient zwischen den einzelnen Terminen ttn seinem Anwalt verlangt, um immer wieder mit ihm das- 'Hbe Thema zu erörtern, gleichgültig, ob die Prozeßlagc sid) in- zwischen verändert l-at oder nicht. Der erstinstanzliche Anwalt ist regelmäßig nickst in der Sage, sich dem zu entziehen und muß .rtgcltlos seine Zeit dem Mandanten nach dessen Wunsche zur f Verfügung stellen. Er wird also auch aus diesem Grunde nach Nögluhkeit bestrebt sein, unnötige Terniine zu vermeiden und die «.'wzeßdmier abzukurzen. Aber auch Termiusvertagungen aus 'Fälligkeit gegen den gegnerischen Prozeßlevollmächtigten können mwglich einen erheblid>en Prozentsatz der Vertagungen aus- fachen. Die Unannehmlichkeiten, benvn sich der willfährige Kollege xi solchen, nach der Prozeßlagc nicht erforderlichen Vertagungen m seiner "Partei aussetzt, sind häufig von so weittragender Bc- j^utung für ihn, daß er sich, nur von Ausnahmefällen abgesehen, »gegen regelmäßig ablehnend u verhalten p lcgt Sinju fommt ji» pekuniäre 'Gefahr eines solchen Prozeßverzuges für die Partei, »st nicht selten schon Regrcßansprüche gegen den Anwalt zur h>Ioe gehabt hat. Man wirb aber auch nicht im allgemeinen b® P<u:tci die Hauptschuld an den Vertagungen beimessen dürfen, vtil sie den Anwalt zu lässig informiert. Auch hier läßt sich

«.UmL a. H»*?

[ luer Haupt ungereditiertigt, schlechthin die Parteien ober ihre Ver r der für die Vertagungen in dem Sinne verantroortlid) machen m wollen, daß sie der wünschmswerlen und berechtigten Bc- I c leunigunt entgegen ixnibchi Unseres Wissens fehlt es au j i ner Statistik darüber, aus welchem Grunde die Vertagungen in Zivilprozcfsen stattfinden. In den Kalendern über die münd­igen Verlwnblungen wenigstens wirb nur eine allgemeine Rubrik ' icier Vertagungen geführt. Wenn man hervorhebt, baß bic häu

i ,M Vertagungen fast attsNahmslos auf den Anträgen ber Anwälte irruben, so beweist dies m feiner Weife die UeberflüffigTeit der beantragten Vertagungen, noch daß sie auf das Jntcreffc ber An- «Ite zurückzuführen sinb. Man bat zunächst offenbar nur ben . üivatisprozc,; im Auge, es fehlt also zur iiohuenbigcn Vergleichung ieic Uebersicht der Vertagungen des Parteiprozesses vor den Amts- ]t richten. Wenn aber häufig in Landgerichtsorozeffen protokolliert, cirb, daß auf übereinstimmenden Antrag ber Sad)walter vertagt ti, so cntljalten derartige Vertagungen häufig auch eine Kon- jmieni gegen das Gericht, die sich ailerbing» auch mieber mit dem Lcrteünteresse deckt. Dahin gehören alle die Fälle, wo wegen : rfranfung oder Beurlaubung eines Richters ober seiner Teil- iQhnre am Schwurgericht ober aus ähnlichen Anlässen bic An- Mclte, nantcnilid) fortgeschrittene Prozcise zu vertagen geneigt tob. Es liegt ihnen eben daran, daß der Prozeß von den den Uberigcn Referenten oder in der bisherigen Befctzung des Ge- inbtShofcs buirfigcfübTt wird. Tiefes fachliche Interesse deckt sich I f ßclmaüig and) mit demjenigen des Gerichts. Es jci ferner er» I N tert an all bic Vertagungen, die notwendig werben, weil z. B.

'tu Zeuge nicht gesunden ober ans irgend einem Grunde nicht I n-schienen ist, ein Sachversbinbwcr inzivifchen abgelehnt bat ober r-ryindert ist, ein die Entscheidung des Prozesses berührender iDerivcitiger Rechtsstreit wider Erwarten nickst crlcbigt ist, an- t mahnte Vcrgleick'sverl-andlnngcn nod) nicht zum Ziel geführt i xTzbeti, ober bem Sa-ulbner von der Gegenpartei von Termin zu .'Dinin Smnbung gewährt wird. Alle diese Fälle werben regel» ngig in ben Gerichtsakten als Vertagungen von parteiwegen ev- iDnitcn, ohne baß man bei ihnen sagen darf, sie verzögerten in» ,'vzc des Parteibetriebes in unfachgemäßer Weise bic 'Prozeßbauer

1 9u*e und HllilS . -----MgjtTQge

. «'HcWb.

Dentschcs Reich.

Entwurf eines neuen MÜnzgefetzes DosBcrl hatzusei der entronti eines neuen Münzgesetzes fertiagesteUt, brr entferedjenb versdneoenen im Reichstage gefaßten Resolutionen oie bisherigen Gesetze und ytooellen zusarninengesaßc und die unübersichtlich gewordene Ma» teric vereinigitlicht

Der Entwurf einer neuen Straf Prozeßordnung ist am Samstag veröffentlicht worden.

lieber die Anwendung des Ausweisungsver- fahrens gegen auslänbifch-? Arbeiter hat der Minister des Innern jüngst neue Bestimmnngcm erlassen, durch welche die früher häu­figen Härten verntieden werden follen.

Kriegsminister von Einem wird erst nach Beendi­gung der Maifcrmanöbcr, an denen er teilnimmt, nach Berlin znrüctkehren, da ibn Tienstzeschäste auch während ber zwischen ben Waiicrparaben in Metz und Straßburg und den Kaisermanövern liegenden Zeit in den Reichsianden zurückhalten.

Ter Staatssekretär des Reichs schatzamtes Sl)- dow kehrt am heutigen Montag nach beendetem Urlaub nach Berlin zurück und übernuiimt am 1. September die Dicnftgeschäfte.

Bürgermeister P l e w k a von Schleswig ist telegraphisch von dem Minister des Innern nach Berlin berufen worden. Man vermutet, daß sich der Minister über die Angelegenheit Schücking- Plewka bivett informieren will.

Zur Affäre Mansuy versendet der Bürgermeister von Ars a. d. Mosel telegraphisch eine Berichtigung, wonach die Be- l>auptung, betr eine Stellte für Pfarrer Mansuy lebet tatsächlichen Unterlage entbehrt.

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L W

das Urten gemäß bem Ausgange bes Käuipfes vollstrecken. 2aj Prinzip ber Sotisialtionsfähiglcit gab es ireilid) schon damals und and) andere Umstäno? waren vorhanden, cmc ben Zweikampf über oie Aufgabe, als Beiveismittel zu dienen, hinaushoben und zum Ehrenzweikamps, z. D. beim Schelten des Urteils der ersten Richter, machten.

Gegen Ende des Mittelalters ist ber Zweikampf aus dem ordentlichen Gerichtsverfahren verfchivunden. Die gegen ihn ge­richtete Agitation der Ä'irdjc war burchgedrungen. Professor Fehr aber (jält es für erwiesen, daß schon der mittetaltcrlichc Deutsche die Neigung znr außcrgerick>tlichen Genugtuung, also zum Duell im ncuzeitigen Sinne, l>attc, baß es also romanischer liebertragung nicht bebiirit )>at. Der Ritter, der Soldat, der Bürger und Bauer kannten bas anßergcrcchUichc Duell. Auch die fünfe Zunahme des Duellwesens im 16. Jahrhundert ist nicht allein auf italiemsd-- iraiizöjischen EinUnß zurüdzusuhren. Dagegen hat sich dieser Ein­fluß allerdings bahin geltend gemacht, die Kampflust zur Ent- arrung zu steigern.

Natürlich folgt, wie schon an^ebeutet, aus der Erkcnnmis. daß bas Ducllwesen beutid/Cii Unprungs sei (voranstzefetzt. daß man ber Ansicht Fehrs iolgcu will, nicht, datz es nun in alle Ewigkeit erhalten bleiben muß.

Eröffnung d es Frankfurter Rcsidenzrhea- ters. Aus Frankfurt am Main wird uns unter vem 30. Aug. geschrieben: Gest:rn atenb crö'fnctc dasR e si dc n z t hc a t c r" zum zweitenmal un^cr feinem neuen Direktor mit einer Auf­führung vor. WedekindsFrühlings Erwachen" feine Pforten für bic Winterfpiel-eit. Taß ein Dtrekror es in biefem vorn Unstern hart verfolgten Theater bis zur Eröffnung einer zweiten Spielzeit bringt, ist etwas feil Langern nicht Dagewefenes Und diese Eröffnungsvorstetlung voiisog sich sogar unter den verheiß­ungsvollsten Auspizien. Das Haus war mich ein Zeichen der Zeit -- fast ganz .msreikauft, und es hat den Anscheüi, ats solle Wedekinds Kindertragödie, die übrigens den F-rankfurtern vor zwei Jal/ren durch ein Gastspiel bes Rcinhardtfchen Theaters aus Berlin sckzon bctaimi geworden war, hier genau so wie in Berlin zu einem Kassenfwde werden. Was im künstlerischen Interesse des Dichters cigentlid) bedauern wäre. Das Publikum verhielt sich sehr lobcnswer:, nur daß hie und da ein lierzliches Sachen an der unrechten Stelle doch cen Emoruck inungctnben Verstärid- nisses erroedtv Ter .'lufführurig, ber die Berliner dekovatioe Einrichmng zugriuwe lag, stand als Ganzes auf respekrablcr Höhe und wies auch einige giuc und verheißungsvolle Einzelleisrungen auf. Im Sch anfpielhause Hanen wir am ^-amstag zum erstenmal Felix Sailens Ernakver ,düom andern Ufer". Dr. G. Z.

Die Württemb er gische Bauausstellurrg, Stuttgart 1908. Sonderheft derModernen Bmüormen",

An erster Stelle sprack) Ko fahl (Holzmiiib-.'ii' über bic Fest- f auf dem vorjährigen Ge:wfsenschafistage in Leipzig behcinbelt, damals aber vertagt wurde, weil die Frage noch nidu geklärt fei. Hierzu liegt ein Antrag der Konfumvereine ber Provinz Sachsen vor. ber folgenbc Grundsätze auflteiH: Die Beurteilung der Li- auibität eines Konsumvereins gesdneht auf Grund bei Bilanz, bic ben zur Verteilung bercitgcstellten Betrag erkennen läßt, tritt Konsumverein ist liauib, sobald die Gesamtsumme des baren Geldes, der kuiHvesristeten Bankguthaben und der Wertpapiere mindesten» ein Drittel aller Verbindlichkeiten mit Ausnahme der Hypotyckew und der Hausanteile beträgt. Zur Liquidität führt infonberbeit die Ausdehnung des Vereins nur bei nachweisoarcm ilk»rl/anben- sein des Bedürfnisses und geeigneter Kräfte zur Leitung, die An- fammlung genügender Geschästsguthaben und Rücklagen, Ein- und Verkauf ber Waren nur gegen Barzahlung, Einkauf nur guter Waren in Menge, bic möglichst oftmaligen llmfd^ag ermöglichen 7 Erwerb von Grundstücken unb Gebäuden nur bei ausreicknniben Mitteln zur Einzahlung: biefe Mittel müssen durch eine ihrer Höhe eiufprcd)enbc Grundstücksrücklage gedeckt fein, sofern die Kauf- fummc nicht burd) Ausgabe unkündbarer Hausanteile aufgcvracht wird. Zur Liquidität fuhrt ferner die Vornahme reichtickier Ab­schreibungen an Gebüiiden, Inventar und Waienbestmid und die Ansammlung des Reinerlragcs während deS Gcsd^Zstsjahres iw Bar unb von Bankguthaben bis zur Höhe von minbest.-ns fünf Sechstel der auszuzahlcnben Ersparnifie. Das Bestreben jedes Konfuinvcrcins muß darauf gceievtet fein, unausgesetzt eine Liqui­dität der vorhandenen Mittel zu erhalten und sich von srcmdem Betriebskapital freizumackjen.

Eine lebhafte Debatte ergab, daß die Frage noch nicht spruch- rcis fei, unb cs den Unterocrbmiben überlassen werden müsse, dem nächsten Genoifensc.aftslag bestimmte Richtlinien vorzusclKagen.

Sodann bcid/ntigte sich ber Genossensc-iaftslag mit ber Frage der F l c is ch v e rs 0 r g n n g. Hierzu liegt solgenber Antrag des Avuiunivcrcins Grund in Hannover vor:In ber Erwägung, baß die Fleischiersergung eine ber wichtigsten wirtschaftlichen Fragen ist, also and) bic deutschen Konsumvereine auf das tiefste Iw rührt, baß die Praxis aus diesem Gebiete iud) recht lüdcnf^ift ist unb sehr selten zu beiriedigendcm Resultat geführt l/at, und baß die Durchführbarkeit ber in dieser Hinsicht immer wieberkehiciiden Wünsche mangels bisher stattgehabter grundsätzlicher Bel)anblung der Frage von ben einzetuen Kvnsumvereinen schwer zu beurteilen ist, wolle der Allgemeine Geuosseiischafistag besd>iießen: Den Mon» sum-Vereinen wird bringend luiberrcteu, für eigene Redmung Schlächlercibetriebc einzurickKen: bei Benutzung von Privatsdzlach- tcrcicn ist besonders Vorsicht zu entpsehlen, einmal in der Heb er­wach ung des gelieferten Flcischmaterials, bann ober aud) bezüg­lich ber Verrechnung uno Verbuchung des bcvci erzielten Um­satzes.

T-er Referent Senator Ernst führte auS: Wenn es die Aus­gabe eines gut geleiteten Kvnfumvereins sei, für eine zureichende und, wenn niöglid), gute Ernährung seiner Mitglieder zu sorgen, dürfe cs weiter nicht verwunberlid) erfdwincn, baß der Glaube an bic Durchführbarkeit ber Fleischverforgung burd) ben Konsum- Verein zu keiner Zeit schwinden wolle. Der _ Wunsch nad) möglichst ausreichender Befriedigung dieses Bedürsnisscs sei aber nicht allein aus den Koeifen der Vcichraucher heraus, also in den Konsumvereinen laut geworden, es werde nickst mehr uiüx nicht weniger verlangt, baß die scheinbar cntbehrlichcu Teile der Flcischversvvgung, nänitich Händler und Fleischer, aus bem wirt­schaftlichen Leben ausgeschaltet würben. Sv l-abe ber Oberbürger­meister von Frankfurt a. M. auf eine Interpellation in ber Stabt- verordnetenversannnlunA im September 1907, in ber gewünscht würbe, daß sich die ^tabtvenoaltung mit ber Frage ber Be­schaffung guter und billiger Fleisckstiahrung beschäftigcn möge, indirekt auf die zu diesem Zwecke begrünbeten und besteheiipeir

Konfumvereine verwiesen. Fester und eindringlicher ha die Erzeugerin der Handclsobjekte auf diesem Gebiete, bii wirtsdaft die Frage ventiliert, bezüglich des produzierten Viehes,

Der sweikamps.

Im vorigen Sommer tagte in bem kämpfe sm unteren Jena biet dortige Ortsgruppe der Antidnell-Liga. In ben Verönenl- icjuiigeu in der Pveffc fanb sich £>ic Bol/auptung, baß der Zwei- aiiLpi eine int 16. unb 17. Jahrhunbcrl aus Spanien unb Frank- eich ci»geführte Einrichtung fei, feine germanifchcDas Duell !öime ai;o ivcnigsteiis seinem Ursprung naa) nicht als eine ver- hmngswürdise Einrichtung gelten." Diese Notiz gab bem Pro effor des eeutscheii Rechts in Jena, Dr. Hans <ycbr, den (lußcrcn flog, das viel behanbelte Problem ber Entstehung unseres Zwei- apfes neu zu prüfen. Das Ergebnis liegt vor iit einer ata- xmischen Anirittsvede. bic ui erweiterter Gestalt gebruckr er ^enen ist (Berlin, Earl Eurtius- unb beren Leitgedanken un Ätzenden micbergegcbcn werden. .

Bisycr fehlt in ber beutfchen Kulturgeichidusichreibung noch Buch, bas uns sicher burd) bic Winl'clgängc ber Duellgefchichie

I nen luüibc: das Buck) über die beut'ch-: Ehre. Das 2ucll ist in erstr Linie Ehrenzwcikamp . Piaßnanme gegen eine Eurver- leenmg, und so lange die Gesd-iclne des bcut-chen Ehrbegriises rächt geschrieben ist, so lange bleibt manch? Frage für uns un- gj .oft. Mit dem 'Jiad;ivei§ des deutschen Ursprungs ivore nod) r f-t das Duell gerechtfertigt, aber bic Schwerkraft der^ Raf|e fb.dt uns nun einmal naturgemäß in den Glicbern. -tacituö toirichtet bereits von einer Art von Zweikämpien, bereu Kusgang o!$ Vorzeigen für ben Ausgang ber Schlacht aiigochen wurde. 1 norbiftixii Sagen wirv gclnnip.i um den Besitz eines Werves, n Grunbstücke, um Gut und Gelb. Die Anschauung war lebeiibig, bl Stärke ein Recht verleiht. Man glaubte, ww Prost,>or Uciting einmal gefügt bat, an bie Einh.it der f^mjdyeu uro rivralijdien Kräfte im Menschen Aua) tut eigentlicher Ehren irieikamp! wegen erfolgter Beleidigung kommt int norbiickrcn Recht

I ocx. Erscheint der Beleidigte nicht, so lost er ,ar das ! ia5 bad er gefckwlien imorde Tas Erfahren ist dem l)eulig

Lwcikampf sehr ähnlich, bock- übemnegt der Gebanke des Dewelies, it-migsvens nach F-ebrs Ansickst, bei: Gedanken der

füi: bic erlittene Beleidigung. Der Lieger beweift, baß die Sd.m^h- ! u.i\c ber Wahrheit entsprachen oder nicht. ö . .

Ter Zweikautpi biefos ältesten Zeitavichnltsts war ein Trlvad- lMikamps, er war eine auvergerlasttiche, aber glaubte hi.fc. Erst bic folgende Epoche, etiua Die der Volstrwandcruns, . ccLea.lc den Kampf in das Gericht und gestaltete ihn nun äu einer i e ricistseinrichtiing. Die Kirche bemächtigte ,ich stincr unb machte ilir. -u einem Gottesurteil. Die Kirche siegte. x>n watercr, nach- s..iltischcr jcii, ist bic Auffassung als Gottesurteil völlig durch­drungen 2ic Kirche selbst bcbicnte ,ia) bes ^uelle.^ N!mt wh

jc. ai Geistliche cinanber Eäntpilid) gegenüberstehen, ^r Kamps U Beweismittel. Wenn ber Kampf zu Ende ist, laßt ber Jtiditcr

remtet nur bet einzelne Fall beurteilen. Freilich werben eine icmze Reihe von Fällen Vorkommen, wo nameittllch schlechte Zahlet ubet Rolle ber Beklagten kein besonberes Jntevesse anr schnelleren sivrtgang ihres Prozesses besitzen, indessen darf aus solchen Fällen i «echt ein Schluß auf die Allgemeinheit gezogen werben: cs ist

Zwettes Blatt 1S8. Jahrgang Montag 31. August 1808

Gießener Anzeiger

entivebcr burd) Vertriebsgenossensd-atten aus ihrem eigenen Lager heraus ober durch die geschäftliche Verbindung lanbMirtfchastlickier Probuktivgenosfeusdxtftcn mit stäbtisck-en Kvufumgenoffensd-asten direkt an bie Vcroranci)?r heranzutreten. Auch im Parlament sei dieser Gedanke wiederholt ausgesprochen worden. Was nun bie genossenschaftlichen Schlächtereien anlangt, so sei nach tlnfidit des Referenten dies ohne Zweifel ein sehr schwieriges Problem. Das beweise nicht allein ber llmftanb, baß verhältnismäßig feiten eine Lösung besselben versucht würbe, und wenn dies gesd-ah, zumeist mit negativem Erfolge, in der Hauptsache deshalb, weit bei ber Hersteltung und bem Vevichleiß Fabrikant und Kaufmann in einer Person vereinigt sein ntüfien. Während in allen anbereit

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Das ® erficht über bie Bersch 1 im m c r u n g i in Befinden des Königs von Rumänien steht offenbar mit ber Ankunft des Professors von Noerden in Sinaia im Zusammenhang, ber, wie jedes Jahr, so auch jetzt nach Sinaia gekommen ist, um ben Gesundheitszustand des Königs zu träfen Professor von erben verbleibt eine Woche 111 Sinaia, um mehrere Tage hindurch fortlaufend ben Gesundheitszustand des Königs bcobaditcn zu können.

T i c 'J? a dj r i d) t c 11 aus Persien lauten sehr beun­ruhigend. In TaebriS stellten bi c Revolutionäre dem Schah ein Ultimatum, worin jie fordern: Berufung eines Ministeriums aus den Reihen der Revolutionäre, Fortscyaffung aller Reaktionäre aus Teheran, Gewährung einer allgemeinen Amnestie, Ernennung der Gouverneure nad) Vorschlägen bet En schumen, sosortige Einbernfiing des Mcdschlaes.

Das Fi nanzprogramm der japanischen Regie­rung , das im letzten Ministerrate festgesetzt worden ist, setzt die Ausgaben nm 20 Millionen Mund Sterling herab. Von dieser Summe entfallen auf den Heeresetat 30 Ptoz, auf den Marinectat 10 Proz. Der Premierminister Marquis Katsura eiklärte, baß die Weltausstellung bis zum Jahre 1917 ver schoben worben sei, weil die Vorbereitungen dazu ungenügend seien. Es würde dazu auch bic Aufnahme einer Anleihe not­wendig sein, die sid; mit bem für bie nächsten fünf Jahre von ber Regierung aufgestellten ökonomischen Programm nicht ver­einbaren lassen. ___________________________

49. Allgemeiner Deutjcher Genostenschaststag.

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S. u. H. Franks u vt a. M., 28. Aug.

Die heutige Hauptverfammlnng beschäftigte sich mit ben An­gelegenheiten ber Erwerbe und Wirlid-ans- Konsumvereine.

lövbc u. 2lnbk itcucr < . bin. geflochl. 6- (Vlodlc,. jamier, Leltersweg a < öil^j.AÜßk!i! ongtm uf Wunsch auch abgehtt Frau Louis 'Jlciti

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