Preußisches Abgeordnetenhaus.
Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
von 322 abgegebenen stimmen geroayn.
abgegeben tverben bei der Wahl des tefrranbenten für Dr Porsch (3cntn) 319 Slmmren, für den Abg. Borgmann (So-.)
Es ist wahr, die borgeorbnete Behörde hat das ein- aesehen, sie hat versprochen, für die außerordentlichen Professoren etwas zu tun, so der Minister vor dem Abgeord- netenhause, so seine Räte bei anderen Gelegenheiten. Nun in, man will etwas tun, nur darf es kein Geld tosten — so mögen die Universitäten die Rechte und Stellung der Extraordinarien etwas verbessern, dazu gibt der Staat letzt das Anfanasgehalt von 2500, das Schlußgehalt (naü) -O Jahren) von 4500 Mk.! Damit sollen die Herren zufrieden sein, an die Erweiterung ihrer Rechte uno Stellung denrin uno nicht immer nach den andern Klassen hinl.bcrAielen! Wie sollen sie das denn wohl unterlassen können? WaS die Stellung z. V. anbetrifft, so stehen die älteren Oberlehrer als Räte IV. Klasse den älteren Ordinarien voran, ganz ab- gesehen vom Gehalt, wo sie sie nunmehr um 2700 Mark überragen werden!! Nach dem neuen Plan steht das Schluß- aehalt des Extraordinarius auf gleicher Stufe mit dem der Schichtmeister bei der Bergverwaltung, der GerichtS- sekretäre bei den Landgerichten, der Polizeisekretare, der Zeichen- .rnd Musiklehrer an höheren Lehranstalten, der Obersischmeister u. a., und bleibt noch hinter dem der elementarisch gebildeten Seminarlchrer um 300 Mart zurua! Daß die Extraordinariate jcpt vielfach Lebens- und nicht Durchgaugsstellen sind, haben die Extraordinarien selbst feiner Zelt zur Genüge hervorgehoben. Wie kann aber ein Mann in solcher Stellug damit eine Familie ernähren? Er muß entweder sein Vermögen mit aufbrauchen oder durch Nebenbeschäftigung gewinnbringender Art seine für Besseres bestimmte Zeit verschwenden. Tie Erhöhung um 500 Mark (von 4000 auf seht 4500 Mark) wird geradezu als ein „Trinkgeld" empfunden.
„Hat so die Regierung die Hoffnung der Universitätslehrer wieder einmal gründlich getäuscht, versucht sie hier wieder, wie vordem bei den Lehrern, um die notwendigen finanziellen Opfer — die übrigens bei der doch nicht großen Zahl der Stellen im Hinblick auf das Heer der anderen Beamten verschwindend gering sind — durch die Aussicht aus mancherlei Ehren und Rechte, die nichts kosten, herumzukommen, anstatt das Nötige gleich freiwillig — und nicht erst nach Ansammlung von so viel Aerger und Verbitterung gezwungem zu tun, so ist es jetzt Sache der Parteien, die ihrer Ueberlieserung und Zusammensetzung nach für die Freiheit nicht nur, sondern auch für die Blüte de^r Wissenschaft zu sorgen haben, tatlräftig einzugreifen. Dazu gehört aber auch und vornehmlich eine Honorierung der Universitätslehrer derart, daß sie bei bescheidenen Ansprüchen von ihrem Gehalt leben und ihre Kinder standesgemäß erziehen tonnen. So wie es jetzt ist oder auch werden soll, ist das unmöglich. Da wird die Universitätskarriere einsach ßoche der Reichen."
Deutsches Reich.
Der Kaiser hat dem Prinzen Kuni von Japan den Schwarzen Adlerordcn verliehen.
Aus dem 16. Armeekorps. Wie der „Lorrain" meldet, hat der kommandierende General des 16. Armeekorps v. Pri t t - witz kürzlich in einem Privatgespräch erklärt, daß er demnächst seinen Abschied nehmen werde. Ms Nachfolger des gleichfalls zurücktrctenden Gouverneurs von Straßburg nennt der „Lorrain" den Kommandeur der 10. Division General Emmich.
Aus dem Preußischen Abgeordnetenhaus c. Wie die „V. Z." hört, wird in den nächsten Tagen von der Regierung ein Gesetzentwurf eingebracht werden, wonach den Mitgliedern des Preußischen Abgeordnetenhauses freie Eisenbahnfahrt zwischen ihrem Wohnort und Berlin zustehen soll.
Herr Pfarrer Karell macht uns unter Hinweis auf die Notiz über den rheinisch-westfa- liirVn Varlritag d'N freisinnigen Vollspartei _zu Hagen „Gieß. An-." Nit. 2501 darauf s^fmeikfam, diß er Der Gruppe Barth und ihrer 5tauiptc5roeiie nicht nayestehe. Aus dem Parteitage der Freisinnigen Vereinigung habe er die Haltung der Gruppe Barth bekämpfe ,
Ausland.
Die Prager Ausschreitungen. Gestern vormittag veranstalteten deutsche Couleuo-Studenten einen starken, von d« Jinkenschaft verstärkten Bummel auf dem Graben in Prag. Storungen kamen nicht vor, da eine große Zahl von Wachmannschaft aufgeboten war. Die Lektoren der Universität und der -tecbnii d>en Hochschule intervenierten beim Stadthalter wegen der brutalen Gewalttätigkeit der Wache gegen die deutschen Studenten urt deutschen Hause. Zn deii Abenostunden kam es in der Nahe des deutschen Kosmos und vor der deutschen Handelsakademie zu Zusanimenrottungen. Dse Demonstranten wurden von der Polizei zerstreut, wobei 15 Personen verhaftet wurden. Um 9Vs Uhr abends herrschte überall Ruhe.
Massenver Haftungen in Warschau. Die Polizei verhaftete geftecn in Warschau über 100 Hörer, die zu einer Vorlesung in der Volksuuioersität versammelt waren. Sluticrbemf wurden tagsüber klassenweise Schüler mehrerer Elementarschulen cerhastet.
Deutschfeindliches aus Serbien. Einzelne Bel-> grabet Blätter fordern den Unterrichtsminister auf, die beiden in Belgrad bestehenden deutschen Schulen zu schließen.
Attentatsgerüchte. Ln Madrid waren gestern Ge-> rüdjte über ein Attentat in Umlauf, das auf den König und die Königin bei ihrer gestrigen Anwesenheit in Barcelona verübt worden sein soll. Der Minister des Innern gab auf Befragen oic Auskunft, daß gestern vormittaa in Barcelona, während das Königspaar das dort vor Anker liegende Geschwaber besuchte, bei dem Stier-Zirkus eine Petarde geplatzt ist „ ner -schaden war unerheblich — Einen schlimmeren Ausgang hatte aber leuijt eur anderer Vorfall haben können. Aks der König und die Königin gestern mit dem Ministerpräsidenten und dem Gefolge in einer Dampsschaluppe -um Panzerkreuzer „Eataluna" rühren, wurde das Boot unterwegs von einem Passagierdampser angerannt, doch wurde das Boot, dank dem geschickten Manövrieren des SchaluppenfiihrerS, nicht weiter beschädigt. Der König und die Königin bewahrten bei dem Zusammenstoß volle Ruhe.
Die österreichisch-unaarische Regierung hat der französisäien Regierung mitgeteilt, daß sie der letzten französisch- spanischen Note zustimme. , . . .
Der französische Kardinal Mathieu, der an bart Gucbariftiicben Kongrev teilgenommen hatte, ist gestorben.
Zur Lage in Persien. Das Reutersche Bureau meldet aus Teheran: Obgleich die Nachricht von dem Einrücken russischer Truppen in Aserbeidschan unbestätigt bleibt, ist es doch bekannt, daß zwei Kosarenregimenter an der Grenze nördlich von Täbris bei Dschulfa zusammen gezogen sind. Die Russen Haden mit ihrem Vorrücken gedroht, falls russische Interessen in Täbris gesährdet werden sollten. Ein solcher Anlaß kann dadurch geboten wor- oen fein, daß Nationallisten das Posthaus von Aji in der Nähe von Täbris auf der russischen Strafe nach Dschulfa angegriffen und mehrere Soldaten -ertötet Haden.
Vom niederländisch-venezolanischen Ko n- flitt 'Jiad) einer über Willemstad aus Caracas vom 20. ds. beim Reuterschen Bureau eingegangenen Melouna lehnt Präsident Castro in seiner Antwort auf die zweite niederländische Note es ab, seine Verfügung bett, das Verbot der Einfuhr l)olländischer Waren zu widerrufen, und drückt fein Erstaunen darüber aus, daß Holland ein solches Verlangen stelle, bevor es das Recht Venezuelas anerkannt habe. Zum Schluß heißt cs in der Antwort, , Holland möge einen Bevollmächtigten entsenden, um Bedingungen ; für eine fttundschast.icri Verständigung zu v" cirb.v. :t. — In La öuat)ta sino die artillcristischcu Vorocrc.luugeu zur Vertei- : dignng des Platzes beendet.
Die preuhijche Befolöungsorönnng und die Unioerrttätsprofefiorcn.
Während die Vorlage für die Beamtenbesoldung rn vkelen Kreisen Befriedigung hervorgerufen hat, weckt sie, wie der Vossischen Zeitung aus Universitätskreisen geschrieben wird, bei den Universitätslehrern nicht bloß Enttäuschung, sondern Entrüstung und Erbitterung. In dieser Zuschrift heißt es von der BesoldungSordnung: „Sie bestätigt, was man mit Unrecht immer wieder bestritten hat, daß das Preußen Wilhelms II. für die Universitäten, für die reinen Wissenschaften zumal, wenig, um nicht zu sagen gar nichts übrig hat. Wenn man sich nicht dazu entschließen kann, entsprechend dem Anschwellen der Zahl der Gymnasien und der oou ihnen ausziehenden Studierenden die Zahl der Universitäten zu vermehren, und so ein gesundes Wachstum der einzelnen Akademien, wie es sich jetzt vielfach Leigt, durch Dezentralisation zu verhüten, so sollte mau wenigstens dann Mittel in genügendem Maße auswerfen für bessere Ausrüstung von Bibliotheken, Serninarbiblio thekcn, Justtiutcn, daß den Bedürfnissen der lernbegierigen Jugend wirklich Genüge getan wird. Die hohen Zahlen, die man immer als Ausgaben für Universitäten anfuhrt, sind ärmlich, wenn man an Aufwendungen für andere Fächer (Schulen) und in anderen, auch deutschen, Ländern oemt ES wird gespart am Material, wird gespart am Personal, leider zum Schaden der Sache."
Nach der bisherigen Gehaltsordnung fängt der ordentliche Professor mit 4000 Mark an, um nach 20 Dienstjahren mit 6000 Mark das Höchstgehalt zu erreichen, während der Oberlehrer, Bibliothekar, Observator an den Sternwarten nach 21 Jahren 1200 Mark mehr, 7200 Mark bezieht. Viel schlimmer noch, so heißt es dann in der Zuschrift weiter, — man empfindet es in beteiligten Kreisen geradezu als Hohn — steht's um die Behandlung der Extraordinarien. Bei ihnen liegt ja schon seit langem die schlimmste Ausnutzung und Ausbeutung des Staates vor, gegen die alles, was man von privaten Arbeitgebern gegenüber Arbeitnehmern hört, als Lappalie erscheint. Ter Staat hat mit dem Au- schwellen der. Zahl der Studierenden es nicht für nötig gehalten, für genügend bezahlte Lehrkräfte zu sorgen. Du jungen Gelehrten taten es ja auch so, mochte man sie auch nicht viel besser als einen Fabrikarbeiter bezai)len. Nun, sie haben sich schließlich gemeldet, in einer bescheidenen Eingabe um finanzielle Gleichstellung mit den Oberlehrern gebeten, ein Verlangen, das nm so gerechtfertigter erschien, als bei dem gänzlich unberechtigten Mangel an den notigen Stellen die Anstellung (mit 2000 Mk. Gehalt) spät genug (durchschnittlich ins 35. Jahr) fiel, demnach das Endgehalt (4000 Mk.) erst mit etwa o5 Jahren erreicht wurde, wahrend der Oberlehrer schon längst in jener Zett seine 6000 Marl hatte, also, selbst wenn man die Kollegeinitahme von.1000 Mark bei dem Extraordinarius dazu rechnet, den Extraordinarius bisher schon um 1000 Mark überragt
eine Stimme. n f
Bei dec Wahl des zweiten Präsidenten werden 269 Zettel abgegeben. Von den gültigen 255 Zetteln lauteten 251 auf den Namen Dr. Krause, Königsberg (natl.). Dr. Krause nahm die Wahl mit Dank an.
Es folgt die erste Bemttmg der Vorlagen über die Beam- l"Abg.ov.d He nnigs-Techlin (kons.): Im letzten Jahrzehnt sind die Beamten gelMer um 91 Millionen erhöht worden. Jetzt müssen wir mit einem Schlage noch 126 fUiiUioncn auch ringen. Wir müssen uns da schließlich fragen, ob denn unsere ganze Beamtenorganisation richtig ist (ßuftimmung.) Besonders in der Verwaltung sind viele Mängel vorhanden.,
Abg. Schmedding (Zentrum): Gewiße Einzelheiten batten wir lievcr anders geregelt gesehen. Sonst geht durch diese Be- wldungsvorlage eine erfreuliche Großzügigkeit. , .
Finanzminister Frhr. v. R h e i n b a b c n geht auj einzelne Punkte rin, die von den Vorrednern berührt sind. ES ilt bedauert worden, daß die Vorlage über den Wohnungsgeldzuschuß noch nicht vorliegt. Der ganze Umfang der Besoldungsaufoesserungen Bann erst eigentlich verstanden wercen, wenn bekannt ist, nach welch en Grundsätzen die Regelung des WohnungsgeldzuI chu, , cs erfolgen soll. Tas Wichtigst ist folgerwes: Die o Otts kl offen, die wir I^tjcn, sind beibebaiten. Je gvötzec die Anzahl der Orts- llasfen ist desto schwieriger ist die Etnraiigierung. Auch wmmen Dann fortwähreno Anträge auf Umrangierungen. Alle höheren und mittleren Beamten sollen in ihrem Wohnungsgett^uschutz um 50 Prozent aufgebessett werden, und alle unteren Beamten uegen den Zustand von 1906 um 33Vs Prozent. Diese werden ,ich also tatsächlich um 100 Prozent Wohiiungsgeldzufchuß belfer rihcn als vor 1906. Nun modifiziert sich ja dieser Satz von 50 Prozent bei den höheren und mittleren Beamten und von 33V3 Prozent bei den unteren Beamten, je itach der Einraiigicrun^ des oettcfstnden Ortes in die Ortsklassen. Man hat eine neue r_rts- ktassenrinteilung vorgenommen, die auf den Wohiiungsuileten uafiert, und die nach oben uit£> nach unten von der letzigen Ortsklasseneinteilung abweicht. Keinesfalls aber werden die Beamten lüjlcdjtcr gcfbeHt als bisher. ,, ... . . .
ALg. Dr. Schroeder-Kauel (natl.): Zu prüfen wird sem, ob die durch die Zusammenlegung einzelner Klassen in gewissem Sinne herbeigeführte Verschlecyterimg der Bezüge einzelner Be- amtenkategoricn sich nicht vermeiden läßt. Vergessen hat man meines Erachtens, Fürsorge u treffen für ric Witwen und Waisen früherer Beamter. Die Pensionierung der Beamten muß anders ^regelt werden, als sie ietzt erfolgt. Daß wir jetzt nod> ein Anfangsgehalt von 800 Mk. für Beamte, haben, halte ici) tur außerordentlich bedauerlich Auch cm Anfangsgehalt von 1000 yJlart ist nidjt ausreichend. Wir müssen zur alten preußischen Sparsamkeit Kurückkehren! ...
Das Haus vertagt sich auf Dienstag 11 Uhr. Vereidigung. Antrag auf Sjcftcutlaifung des Abg. Lieb knecht (soz.). Fott- ,etzung der heutigen Beratung.
und Exzesse zu beoeben. Infolgedessen'wurden einige Soldaten scharf bcsttast. Als die Strafe zum zweitenmal vollzogen werdet sollte, erhob der Dolmetscher deS deutschen Konsulats Einspruch Ter Kommandant der französisch-spanischen Truppen drohte dem Dolmetscher, ihn angesichts seines Verhaltens zu verhaften, woraus dieser ins deutsche Konsulat floh.
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ZswolSky in Berlin.
Die Besprechungen, die der Reichskanzler ffürft und der Staatssekretär von Schön mit dem rufst chen Minister Iswolsky gehabt haben, bezogen sich ,auf den Iall, daß, wegen der durch die jüngsten EreigNisfe auf der Balranhalbiniel en^ standenen Fragen ein offizieller Konferenzvoricklag geinacht und von allen Großniächten angenommen werden sollte Die deutsche Regieruiig hat gegen eine Konferenz keme grundsätzlichen Einwendungen. Die deutsck-e und die russische Regierung sind emig in der Erkenntnis, daß eine Konferenz jedoch nur bann nützlich erfd>eint, wenn zuvor völlige Uebereinstimmung unter allen Srg- natariiiächten des Berliner Verttages über den Umfang und Inhalt des der Lvnserenz zu unierbreitenden Programms erzrett ist Die deutsche Regierung hält an dem Standpunkt fest, dass sie Vorschlägen nicht zustimmen farm, gegen welche Oesterreich- Ungarn Eimvendungen erhebt. Diese Punkte werden den Gegenstand weiterer Verhandlungen bilden. Dagegen konnte bereits ui den übrigen Punkten des aus den früheren Besprechungen dee Herrn Iswolsky hervorgegangenen Entwurfes, rnsbefondere ui bezug auf die im Interesse der Türker vorgeschlagenen Berern. barungen, volle Uebereinstinrmung sestgestellt werden. Beide Regierungen werden bemüht bleiben, für die gegenwärtigen eemureng« feiten eine friedliche und gerechte Lösung zu erzielen. Gestern abend ist Iswolsky von Berlin nach Et. Petersburg abgereist
2. Sitzung, vom 26. Oktober.
Zum Präsidenten wird Abg. v. Kröcher (Tonf.) mit 314 322 abgegebenen Stimmen gewählt.
politische
Minister Holle amtsmiide!
Wie die Voss. Ztg. Devnunmt, wrtt» der preußische Kultus-- Minister Dr. Holle von seinem Erholungsurlauv niast mehr aus seinen Posten zurucktchren. Es fei in unterrichteten Streifen sck>on eit Längerer Zell ucEannt, daß der Minister sich der erheblichen Sck>wierigkeiten seines Amtes, die tzum Tell auf persönlichem Gebiete liegen, nidü ganz gewachsen fühle. Auch habe Dr. Holle Aniaß zu der Annahme, daß er an höck-ster Stelle nicht das Ver- trauen besitze, das zu einer erfolgreichen Ausübung seines Amtes notwendig wäre. Diese Ueberzeugung dürste dem Minister bei öer Eröffnung der Aquarell-Ausstellung in der Akademie der fünfte, bei der der ftaiier ihn seinem Gaste, dem Könige, von Griecki-enland vorstellte, in besonderem Grade -um Bewutztsein gekommen fein, denn es stehe fest, daß unmittelbar darauf eine Besprechung zwischen Dr. Hotte und dem Che des Zivllkaoinetts, Herrn von Valentrni, ftatqanh, nach der der Drinister ieinen Urlaub nahm. r
Gegen die Gas- und ElektrizitatSstener.
In der gestrigen Sitzung des Vorstandes des deutschen Städte- taqes wurde von oen Referenten, den £bcrbiirgermeiftern Dorscht (München) und Adickes (Frankfurt a. M.) folgender Beschluß zur Annahme empfohlen: „Der Vorstand des deutschen Städtetages ist einmütig der lleberzeugung, daß der.Gesetzentwurf über eine Elekttizitäts- und Gassteuer die schwersten Bedenken erregt Es nnrd deshalb eine Kommission eingesetzt zur alsbaldigen Ausarbeitung einer Eingabe an den Bundesrat und den Reichs- iaq die diesem Bedenken Ausdruck geben soll. Die Kommission soll aus den Oberbürgermeistern Kirschner, Borscht, Adickes, Marx .Düsseldorf) und Beutler (Dresden) bestehen. Inzwischen bat sich auch der bayerische Verlehrsminister gegen ben Plan einer Elektrizitätssteuer ausgesprochen..
Zur Aenderung des sächsischen Wahlrechts.
Die Wahlrechtsdeputation der sächsischen Zweiten Kammer hat gestern die zweite Lesung der Eventualvorlage ernschließlich Wahlkreisrintrilung beendet. § 38, wonach in Wahlkreisen, rn d-nen nicht nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt wird der Kandidat als gewählt gilt, aus den mehr als die Hälfte aller im Wahlkreise abgegebenen gültigen Stimmen entfallen, wurde mit 11 gegen 9 Stimmen angenommen. Der von der Regierung ausgearbeitete Wahltteiseinteilungsentwurf wurde mit 13 gegen 8 Stimmen angenommen, nachdem Staatsminister Graf Dohenthal in Aussicht gestellt hatte in einem späteren Stadium der Verhandlungen nocy Gelegenheit zu geben, verschiedene Wünsckie in bezug auf die Einzelheiten der Wahlkreis- -intcilung zu berücksichtigen. Die nächste Sitzung der Wahlrechtsdeputation soll erst bann stattfinden, wenn von der Re- aicrung eine Zusammenstellung der bisher von der Deputation gefaßten Bcscküüsie als Unterlage für die dritte Lesung emge- gangen sein wird. e
Ein neuer deutsch französischer Zwischenfall schrint sich jetzt abermals in Marokko zugetragen zu haben. Der Marin" meldet hierüber aus Tanger: Die Europäer rn La- rache wären m letzter Zeit beunruhigt wegen des V^lMens der Soldaten. Sie hätten deshalb den Pascha ersucht, die Soldaten außerhalb der Stadt unterzubrmgeii, was auch geschah. Die »Soldaten versuchten aber trotzdem, .. e>tabt zuruckznkehrcn
5?r. 253 Erstes Blatt 158. Jahrgang Dienstag 27. Ottober 1908
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blatt für b<n Kreis (Sieben M W Uz W F KZ K K M H tährl. ausschl. Bestellg.
ESEiXcr IV11V IwW 441 LIV IHv V esns MW General-Anzeiger für Oberhessen MZ toi die Tagesnummer Rotafiottsbrud und Verlaa der Vrßhl'schen Univ.-Vnch- und Steindruckerei B. Lange« Redattion, Expedition und Vruckerei: Schulstraße 7« 2i„ze^enteli:^ H Beck. bvB vormitlagS 10 Uhr. ’ , ,,,„, —
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