Ausgabe 
26.3.1908 Erstes Blatt
 
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Märkte.

Vermischte»

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doch von Antonow das Honorar bekommen?"-Ja.

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Festhattens des Kohlensr,nbitats an den hohen Rorspretyen die Auf­träge an gemischte Werke und an das Ausland gingen. Tie Siegerländer Hütten werden Koksabschlüsse nur für drei Monate tätigen,

als ,HallunkenE bezeichnet habe. Er wünschte ferner BerverS- erhebung darüber, daß der Abg. Gröber unbeanstandet die Mit­glieder der Journalistentribüne des Reichstags »Saubengels" tituliert habe. Ter Angeklagte war der Meinung, daß, wenn solche Herren solche Worte unbestraft anwenden dürfen, doch auch ihm qestartcr jein müsse, einein Gerichtsvollzieher gegenüber, der um schwer geschädigt habe, einige heslige Worte zu gebrauchen. Zu einem heuigen Zusammenstoß mit dem Vertreter des Nebenklägers kam es, als dieser ausiührte, daß die Stellung dieser Anträge und deren Begründung doch die Vermutung rechtfertige, daß der An­geklagte nicht ganz normal sei. Als Rechtsanwalt Bahn fragte, ob dem Angeklagten nicht der § 51 St. G. B. zur Sette stehe, riet ihm der Angeklagte mit Emphase zu:Wenn eie mich für ver­rückt halten, sind Sie selbst erst recht verrückt!" Ter Gerichtshof ah von der Verhäugung einer Ordnungsstrafe ab, beschloß aber, die Sache zu vertagen und die Medizinalräte Tr. Hoffmann und Dr. Leppmann zu beauftragen, den Angeklagten auf seinen Gesundheitszustand zu untersuchen.

Gießener Wetterdienst.

Aoranösichtliche Witterung für Hessen am Freitag den 27. März: Heiter und trocken. Temperatur nicht verändert. Oest- liche Winde.

Scharlach Diphtherie Tuberkulose Lungenentzündung Influenza Luugenkatarrh Herzkrankheiten Gehirnjchlag Tarintatarrh

Landwirtschaft.

Erlangen, 2o. Alürz. Eine ^anbeSanftalt für Bienenzucht ivird am 29. März 1908 im Beisein eines Ver­treters des Ministeriums des Innern eröffnet werden. Die Anstalt ist dein zoologischen Institut der Uniuerfität angegliedert und steht unter der Oberleitung des Professors Tr. Fleischmann. Für die praktische Abteilung ist Landeskonsulent Hofmann autgestellt, wahrend Den theoretischen Unterricht Privatdozent Dr. Zander leitet.

-Die Definitorialp rüfnng für Schulamts- ttfptranten und -Aspirantinnen beginnt am 11. Mai in Darmstadt.

** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Es set Darauf hingewiesen, daß das Gerücht, die morgige Benefiz- Vorstellung für .Herrn Regisseur R e i m er - Sch l e g e l jet bereits ausv erkauft, unzutreffend ist. Es send fast in allen Preislagen noch Plätze vorhanden.

* Vom Büdinger Bankkrach. Wir bezeichneten e§, wie die erhebliche Beteiligung des Ober-Mockstädter Vorschußvereins bei dem Zusammenbruch de§ Hauses Rothschild bekannt wurde, als dringend wünschenswert, daß den dadurch m ihrer Existenz bedrohten Genossen dieser Kasse eine außerordentliche Hilfe werden muffe. Heute können wir mitteilen, daß das Großh. Kreisamt Büdingen eine solche Hilfsaktion bereits in die Wege geleitet hat. Auf seine An­regung fand dieser Tage eine Besprechung mit den Direktoren der drei Bezirkssparkassen deS Kreises, dem Bürgermeister Birkenstock-Ranstadt und dem Konkursverwalter der Vorschuß- kaffe Ober-Mockstadt, Rechtsanwalt Sandmann in Hungen wegen der Frage statt, wie den Mitgliedern und Schuldnern der Kaffe geholfen werden könne. Es wurde beschlossen, eine Hilfsaktion mit Unterstützung der Landes- Hypothekenbank einzuleiten; zunächst im Laufe des Sommers eine Liste der Beteiligten, ihrer Schuldigkeiten und ihrer Sicherheiten aufzustellen und die betr. Gemeinden, so- weit erforderlich, zur Bürgschaftsleistung anzuregen. Tas Geld wird die Landes-Hypothekenbank unter günstigen Be- bingungen zu leihen bereit sein. Die außerordentlichen 23er- hältniffe bedingen auch eine außerordentliche Hilfe, zumal e5 eben recht schwer ist, Geld zu erhalten. Zweck der Aktion ist n. d. ,Büd. Allg. Anz.", gefährdete Existenzen zu erhalten und Zwangsoerkäufe, insbesondere von Grundstücken, hintan­ruhalten. Hoffentlich gelingt das Werk.

? Ilbeshausen, 25. März. Gegen den Forstwart bec hiesigen Försterei, Georg Flohr, ist von der Großh. Staatsanwaltschaft Gießen ein Verfahren wegen Fälschung von Lohnzetteln eingeleitet worden. Flohr, der außerdem im Verdacht ist, mit Waldarbeitern gewildert zu haben, ist 'm Untersuchungshaft genommen worden.

RB. Darmstadt, 25. März. Die in der Junitagung -es Schwurgerichts im Jahre 1902 trotz Leugnens wegen mehrfacher Brandstiftung zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilte Ottilie Hummel Wwe. ist nunmehr, kurze Zeit vor Been­digung ihrer Strafe, wegen Erkrankung aus der Straf­anstalt entlassen worden. Sie hatte damals zwecks Erlangung hoher Versicherungsbeiträge in ihrer Wohnung in Frankfurt sowie in einem" zu Offenbach betriebenen Laden­geschäft Feuer angelegt und auf Grund eines größeren In­dizienbeweises wurde sie überführt.

fe. Hornburg v. d. H., 24. März. Der letzte Offi­zier deS ehemaligen landgräflich heffen - homburgischen Kon­tingents, Oberleutnant a. D. Karl v. Landgraf ist heute hier gestorben. Der Verstorbene war in der Nheinpfalz ge­boren. 1859 trat er als Fähnrich bei den Hessen-Homburgern ein und wurde kurz darauf zum Leutnant befördert. Im Jahre 1864 vermählte er sich mit der Tochter des Majors Jrhrn. Franz v. Buseck und Altenbuseck, des letzten Komman­deurs der 333 Mann (330 Mann Fußvolk und 3 Artille­risten) zählenden heffen - homburgischen Armee. Als Hessen- Homburg im Jahre 1866 preußisch wurde, trat Landgraf in preußische Dienste beim Infanterieregiment Nr. 19 in Mainz. Im Jahre 1870 wurde er zur Bewachung Napoleons III. nach Wilhelmshöhe kommandiert. Nach dem Kriege nahm er fernen Abschied und lebte seitdem hier. In Jägerkreisen war v. Landgraf eine bekannte und beliebte Persönlichkeit. Er war ein sicherer Schütze und waidgerechter Jäger, Eigen­schaften, die ihm in jungen Jahren die Sympathien des letzten Landgrafen von Hessen-Homburg, Ferdinand, eintrugen. Gar oft ging er mit dem Fürsten, dem Major v. Buseck und "dem landgräflichen Leibjäger Konrad Geßner auf die Birsch. Viele ergötzliche Szenen und Gespräche, die bei derlei Ge­legenheiten zwischen der Dorchlaucht und dem Kunnrod, der durchaus kein Höfling war und seinem Herrn gegenüber kein Blatt vor den Mund nahm, sich abspielten, wußte der Ver­storbene zu erzählen. Ein Stück Alt-Homburger Erinnerungen sinkt mit ihm ins Grab.

** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r sl a a t e n. Der ftonjumüerem in Kelkheim ist laut Kl. Pr." in Konkurs geraten. In Niederfetzen, im Sieger- lanö, fiel das 4jährige Söhnchen des Blechschmieds Becker in den Dorfteich und ertrank.

GerichtssasL.

wollen ihn vertreten?"Gewiß."Nun dann ist ja auch mnmichts zu reden." Und ehe der Advokat sich versah, suhlte er sich schon erariffen und hatte er seinezwanzig" an Ort und Stelle" aufgezählt bekommen.

*Daß ein Sperling ein sehr gefährliches Tier fein kann, zeigte sich am berühmten 18. Marz tu Hamburg. Als die elektrische Stadt- und Vorortbahn an­gelegt wurde, die von Blankenese ausgeht und über Altona und Hamburg hinweg nach dem Friedhofsort Ohlsdorf führt, hatte man bis ins einzelne hinein alles mögliche bedacht, um eine glatte Abwicklung des Betriebs zu sichern, nur nicht die Vor­liebe der befiederten Straßenbummler für Leitungsdrähte als Sitzstangen. Läßt sich ein Spatz auf solch einem Draht nieder, so hat das zwar in vielleicht 99 von 100 Fällen nichts auf sich. Dann aber kann es einmal die Tücke des Zufalles wollen, daß der Spatz fidji an eine gewisse Stelle der Fahrleitung setzt, von Koketterie angewandelt wird, sich eifrig putzt und bei dieser Beschäftigung mit den Flügel auch den Schaltdraht be­rührt. Die blitzschnelle Wirkung dieser Doppelberührung ist Kurzschluß. Der Spatz geht in Flammen auf und die Züge auf der Strecke stehen plötzlich still. Das war, wie hier beschrieben, am 18. März das unliebsame Er­eignis auf der elektrischen Vorortbahn zu Hamburg. Nicht weniger als vier Stunden lang konnte nicht elekttisch gefahren werden, und es gab zudem) mühevolle Ausbesserungsarbeiten. Uebrigens hatte vor kurzem dasselbe Unglück schon einmal eine Krähe verursacht. Es leuchtet ein, daß derartige Vorkommnisse häufiger wiederiehren können, weshalb man jetzt voraussichtlich schleunigst dazu übergehen wird, geeignete Maßnahmen zu treffen, auf die man auch sonst int Deutschen Rüche schon gleich beim Bau elekttischer Bahnen denken möge.

* Der Stellvertreter im Bauerngericht.

Zlnivcrfiiätd»nad?rid)t(?ii.

Dr. Franz Kielhorn, o. Prof, der indischen Philologie an der Göttinger Universität, starb plötzlich an einem Schlaganfall, der ihn vor einem Billettschalter im Bahnhof traf.

** Von der Technischen Hochschule. Wie die ,Tarm. Ztg/ hort, wird die Einweihung des neuen Ge- liäudes der Technischen Hochschule voraussichtlich am 23. Juli ftattfinben. Vom Sommer - Semester 1908 an tritt eine neue Verordnung in den Aufnahme-Bestimmungen an der Technischen Hochschule insofern in Kraft, als von den außerordent­lichen Studierenden und Hörern der Abteilungen für Maschinenbau und Clettrotechnck der Nachweis über eme halbjährige praktische Werktzätietäugkett zu erbringen ist. In den Abteilungen für Archi­tektur und Jngenieurwesen wird von nun an eine praktische Tätig­keit als Bedingung für die Au'nahme nicht mehr verlangt.

hc. Einen Frühjahrskursus veranstaltet die Cölner Ver­einigung für rechts- unb staatswissenschaftliche Fortbildung vom 23. April bis 7. Juni. Es werden u. a. lesen: Geh. Justizrat Prof. Tr. Arthur Schmidt-GießenProbleme des Ehe- s ch e i d u n g s r e ch t s"; Justizrat Tr. Fiild in MainzDas Recht als Schranke des Wettbewerbs"; Pros. Dr. Stier - Somlo (Bonn) Gerichtliche Psychiatrie mit Demonstrationen"; Geh. Reg. - Rat Pros. Tr. Adolf Wagner (Berlin-Kapitalismus und Sozialismus als Wirtschaftssysteme"; Studiendirektor Prof. Dr. jur. et phil. Eckert (Eöln)Deutsche unb englische Handelspolitik der neueren Zett" undAufgaben des neuzeitlichen Unternehmertums".

5456 Pfg., 2. Qualität 7684 Pfg., Lebendgewicht 44-49 Pfg., Schlachlgew 6065 Pfg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 80 bis 82 Pfg., 2. Qual. 7275 Pfg. Schweine: 1. Qual. 6010 Pf., Lebendgewicht 47,000 Pf., 2. Qual. 5900 Pf., Lebendgewicht 46,0-00 Pfg., 3. Qual. 4852 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Geschäft gut, kein Ueberftanb.

handel.

Reichsfchnld. Dem Bericht der Reichsschnlden- fommiffion zufolge hat Ende März 1907 die verzinsliche Schuld des Reichs sich auf 3803,50 Mill. Aik. ('März 1905: 3543,50 Mill. Mark) belaufen, nut einem Zmsenbedarf von 117,74 Mill. Alk. Ungerechnet sind dabei die 120 Mill. Alk. Kassenscheine und die 390 Mill. Mk. (350 Mill. Mk.) damals umlaufenben unverzins­lichen Reichsschatzanwelsungen, deren Umlaufsfristen sich meist zwischen 1% und 5 Monaten bewegten. Nach Berücksichtigung der bald darnach (5. April 1906) begebenen letzten 3'/,prozentigen Reichsanleihe von -60 Mill. Alk. nut einem Nettoerlos von 258,38 Mill. Mk. haben die offenen Kredite im April 1906 noch 76,27 Mill. Mk. betragen. Im Reichsschuldbuch waren von obigen Anleihen Ende März 1907: 604,61 Mill. Mk. (1906: 567,83 Mill. Mark) eingetragen, also immerhin beinahe ein Sechstel des Gesamt- umlaufs. Ai,' 3',prozenttge entfallen von den Eintragungen 382,48 Mill. Mk. i3t9,J8 Mill. Alk.), auf 3projentige 222,1- Mill. Mark (218,65 Mill. Mi.). Tie Buchgläubiger wareii nie 278,13 'DhU. Maik juristische Personen, aus 1943 Konten; für 198,48 Mill. Mk. physische Perionen am 5147 Konten und für 68,99 Mill. 2)lf. Handelsfirmen auf 363 Konten. 9lach der laut Geietz vom 5. Juni 19ü6 angetretenen 9teu|iücfelung der Reichstagenjcheiue ca. 90 Mill. 'Diart zu 10 Mk. neben unverändert 3o Düll. 'Dif. zu 5 Mk. mären am 7. März 1908 in Umlauf außer den 30 'Dull. Mk. 5 Mark- Scheinen erftmalig 46,37 Mill. Mt. in Stucken zu 10 Mk. und demeutiprecheiid geringere Betrage in den alleren größeren Ab­schnitten.

Essen (Ruhr), 24. März. Tas Siegerländer Rohetseiisyndikat hat beschlosien, uom 1. April ab eine Beiriebsemjchränkuug von 5u Prozent emtreten zu Iahen. Es wurde erklärt, daß infolge des

IRonatl. Ueberficht der Todesfälle in der Stadl Gießen. Monat Februar 1908.

(Einwohnerzahl: angenommen zri 30 400 (mfl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkettszisfer: 27,23°;e, nach Abzug von 23 Ortsfremden: 18,20"/oo.

Kinder

ES ftarben an:

FamLtteir-Nachrichte».

Gestorbene: Frau Käte Graulmg Witwe in Grünberg. Frau Gustav Hofmann in Freienseen. Frau Katharine Ran­stadt, Herr Jakob Planz, beide m Alsfeld. Fran Lehrer Ploch Witwe, geb. Dietrich, in Romrod. Frau Zinna Elisabethe Otter­bein, geb. Weppler, in Schlitz. Herr Ehnstian Elfländer in Unter-Sorg. Herr Heinrich Stein in Lmgelbach. Herr Franz Lehnlng in Büdingen. Herr Konrad Betz I. in Kefenrod. Frau Katharina Gerhard, geb. Weifenbach, in Windhausen. Frau Betty Münz, geb. Hirschmann, in Glauberg. Frau Anno Ai Witwe, geb. Zulauf, in Liederbach. Herr Joh. Ludwig Pfaff, verr Wilhelm Becker, Herr Friedrich Kirchhof, sämtlich in Butzbach. Fran Marie Knipp, geb. Köhler, in Bad Nauheim Frau Franziska Weißbäcker, geb. Otterson, Herr Fnedr. Wagner, Fraulem Veromca Schäfer, sämtlich in Friedberg. Herr Hein­rich Jacobi m Düdelsheim. Frau Marie Leonhardt, geborene Burkart, in Kirchzarten bei Freiburg i. Br. Frau Johanna Luy. geb. Stemmüller, Fräulem Margarethe Merstedt, beide in Wetzlar. Frau Elisabeth Schweitzer, geb. Viehman«, in Hochelheim. - Fräulein Helene Meinhardt in Niedergirmes. Frau Katharine Brauer, geb. Bindewald, Herr Karl Freiherr v. Knobelsdorff, Her, Heinrich Moller, sämtlich in Marburg. Frau Katharine Thiele- mann in Cölbe. Herr Otto Rösecke in Kirchhain. Herr Marli» Setv in Ockershausen.

AirchUche Nachrichten.

^sraeittiscyL i^.^v.cgeirieiiwe.

Gottesdienst in üer Synagoge (Südanlage).

Samstag d e n 28. M ärz 1908;

Vorabend 6.30 Uhr.

Morgens 9.00 Uhr.

Nachmittags 3.30 Uhr.

Sabbatausgang 7.40 Uhr.

Israelitische U-gtonsgesellschast.

Gottesdienst.

©abbatfeier am 28. März 1908:

Freitag abend 6.25 Uhr.

Samstag vormittag 8.30 Uhr.

Nachmittags 3.30 Uhr.

Sabbat-Ausgatig 7.40 Uhr.

Wocheiigottesdienst: morgens 6.45 Uhr, abends 8.00 Uhr.

gteubilbungen

Verbrennung

anderen Krankheiten __________ ______________

Summe 69 (23) 42 (15) 10 (2) l'i (6) '

Anm.: Tie m SUanimern gesetzten Ziffern geben an, rote viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke tommen.

russischen Bauerngericht dürfen nach deut, Gesetz Advokaten nicht auftreten. In einem füdrussischen Gouvernement hatte aber doch ein schlauer Bauer einen Winkeladvokaten aegen ein aus­reichendes Honorar überredet, ihn im Bauerngericht zu vertreten. Dem Bauern drohte Prügelstrafe, die nur und) in diesen Ge­richten zulässig tst, und er wollte um jeden Preis dieser entehren­den Prozedur entgehen. Im Gericht spielte sich nun folgende Szene ab.In welcher Sache sind Sie gekommen?" fragte der Vorsitzende.Ich bin als Vertreter des Bauern Wassilis An- tonow gekommen," erklärte der Mann mit wichtiger Miette. So," meinte der Vorsitzende nach einigem Nachdenken und wandte sich an den Schreiber.Was meinen Sie, Iwan Jwani- witsch? Der Mann hat doch Ruten verdient?" Der Schrei­ber fand, daß die Prügelsttafe gerade dem Vergehen des ange­klagten Bauern entsprechen mürbe. Darauf wandte sich der Vorsitzende an die Richter:Was ist Ihre Meinung, erachten Sie zehn Hiebe als genügend?Warum so wenig? Zwan­zig. Umsomehr, da ia Antonow selbst geprügelt werden soll." Das Gericht beschloß somit die Verabfolgung von zwanzig Ruten­schlägen.Erlauben Sie meine Herren, noch habe ich ja gar- nichts zur Verteidigung meines Klienten gesagt. Aber die Rich­ter antworteten:Wozu wollen Sie auch sprechen? Sie haben

ke. F r a n f f u r t a. M., 26. März. (Telegr. Ong.-Bencht der .Gieß. Anz.".) Amtliche 9lotierungcn der heutigen Viebmarkt- reife. Zum Verkaufe standen: 25 Ochsen, 0 aus Oesterreich Bullen, 0 aus Oesterreich, 58 Kühe, Fersen, Stiere und Rmder, 855 Kälber, 141 Schafe und Hämmel, 1310 Schweine, 0 Ziegen, 124 Ziegenlämmer, 82 Schastämmer. Bezahlt wurde für das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 7476 Mk., 2. Qualität 7072 ' Alk., 3. Qualität 6064 Mk.: Bullen: 1. Qual. 6466, 2. Qual. 5860; Kühe 1. Qualität 6872 Mk., 2. Qual. 6264 Mk., 3. Qual. 4648 'Mk., 4. Qual..-0000 'M, 5. Qual. 0000 Mk. Kälber l.Qual. 9294 Pfg., Lebendgewicht

Driginal-DrahtineLdungeu.

Rom, 26. Mürz. Giornaled'Jtali a erklärt in einem Kommentar der VLonarchenbegegnung in Venedig, es sei über­zeugt, daß Deutschland sich bemühen werde, kein MißverständnrS zwischen Oesterreich und Italien aufkommen zu lassen, da eine Spannung zwischen Wien und Rom den Dreibund schwäck)en und aus einer solchen Schwächung von der Gruppierung im England alles z'u befürchten fein würde. Corriere d'Jtalia erinnert an die frühere Begegnung und an den Ausspruch Kaiser Wllheltns, das Puwer trocken zu halten.

Paris, 26. ALLrz. Auf der deutschen Botschaft faiü> gestern ein Diner mit daran sich anschlceßendem großen (Jrnpfang statt, zu dem das diplomatische Korps, die Minister, Künstler, Gelehrte usw. geladen waren. Die glänzende Veranstaltung nahml einen sehr guten Verlauf. Der natiottalistische Deputierte Berry will bei der Kammer einen Antrag cutbtütgen, daß es Parla- nrcntariern im Hinblick auf die Affäre Ro ch e tte verbotert werde, dem Verwallungsrat von Finanzgesellschaften oder Syn­dikaten zur Ausgabe von Aktien anzugel)ören. Bei dem Bau der Bahn von Chamounit bis zur schveizerischen Grenze wurden 2 Arbeiter durch die Explosion einer Dynamitpatwne ge­tötet und ein weiterer schwer verletzt.

Tanger, 26. März. Briefe aus Fez berichten, daß die finanziellenSchwierigkeiten des MaghzendieLage in der Tat äußerst kritisch gestalten. Die Truppen haben fett längerer Zeit keinen Sold erhalten und desertieren aus den Fell" lagern, um sich in die Stadt zu begeben.

Zur Vorbeugung gegen Hutten, Heiserkeit und entzündeten Hals leisten regelmäßige Gurgelungen mit Katjer-Borax öorsugltdj- Dienste. Der echte Kaiser-Borax nimmt nur in roten Kartons Sv 10, 20 und 50 Pfennig mit ausführlicher Gebrauchsanweifutm in oen Handel und i|t in den Drogerien, Apotheken, Holomalroaren^ Parfümerie- und Seifengeschaften erhälllich.ss1

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)( Marburg, 25. März. Das Schwurgericht verurteilte heute den Telearaphenarbetter Friedrich Büraner aus Vöhl, der am 26. Februar auf dem Wege von SNarienhagen nach ^Thalitter ein junget Mädchen aus Bringhausen in unftttlicher

überjiLt, wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 6 Mo­naten Gefängnis.

(Erfurt, 24. März. Tie Strafkammer verttrteilte den Berliner Arzt D r. Hilmar PfÜtsch wegen stttltcher Ver­fehlungen (§ 174 Abs. 3), begangen im städtischen Krcmkenhause zu Erfurt, 8ii einem Jahre Geiängnts mtd bret Jahren Ehrverlust. Auch wurde seine sofortige Verhafttrng angeorbneL

Kiel, 24. März. Tas Marluekriegsgericht verurteilte ben Leutnant zur See Spanuth vom Schulschiff ^Moltte" wegen tätlicher Beletdigung eines Untergebenen zu 2 Monaten Gefängnis; es erkannte ferner auf Dienstentlassung.

Schneidemühl, 25. März. Das hiesige Schwurgericht verurteilte den Scherenschleifer Sieg er t wegen vorsätzlicher schwe­rer Körperverletzung mit Todesfolge, begangen bei der vorjährigen Sedanfeier an dem Eisenbahnhilfsbremser Mittelstädt, zu acht- (ähriger Zuchthausstrafe und achttährigcm Ehrverlust: das Reichsgericht hatte das wegen Mordes im Januar gefällte Todesurteil desselben Gercchlshofes aufgehoben.

Wegen unbefugter Führung des D o k tor- titels wurde von der Strafkammer D et nc old der fürstliche Rat Quentin zu 2 0 9! art Geldstrafe verurteilt. Von dem Schosfengertcht war Quentin vor kurzem Eeigesprocben worden. Es wurde in der Verhandlung fcUgellcllt, daß Quentin sich vor elf Jahren den Toktortttel von einem mit einer Hebamme assoziierten amerikanischen Barbier in Chicago gekauft hat. Quentin hatte in der Detmolder Gesellschaft eine führende Rolle ein­genommen.

Wegen Beleidigung eines Gerichtsvollziehers hatte sich am Dienstag vor der 5. Strafkammer des Landgerichts I der Hauptmann a. D. v. Broecker erneut zu verantworten. Tas Schöffengericht hatte auf Freisprechung, die Strafkammer ani ;>0 Mk. Geldstrafe erkannt. Tas Kammergericht hob bas Urteil aus. In der Verhanblung am Dienstag trat der Gerichtsvollzieher Hinze unter Beistand des Rechtsanwalts Bahn alsNebentläger au'. Ter Angeklagte stellte eine lange Kette von Beweisanlrägen. LI. a. be­antragte er, baß ber Reichskanzler Fürst v. Britow barüber ver­kommen werde, baß er einmal m öffentlicher Sitzung einen Gegner

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