Ausgabe 
29.8.1908 Erstes Blatt
 
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Deutscher Reich.

Die neue Militärvorlage. Alle Meldungen von einer neuen Militärvorlage, die in diesem Herbst dem Reichs­tage unterbreitet werden sollte, gehören, wie die Post von zuständiger Seite erfährt, in das Gebiet der Erfindung. Eine neue Militärvorlage wird und muß kommen, aber erst, wenn das gegenwärtige Qninquenat abgelaufen i|'t und b»S dahin hat es noch gute Zeit.

Der Kaiser und die Marokkofrage. Die.Rordd. Allg. Ztg." schreibt: Ein ungarisches Blatt veröffentlichte in seiner Abendausgabe vom 26. August eine Meldung auS Frankfurt a. M., worin unter Berufung auf dortige Blätter berichtet wird, der Kaiser habe mit einem Telegramm in die Marokkofrage eingegriffen und habe den deutschen Gesandten in Tanger beauftragt, Muley Hafid im Falle der Annahme der AlgeciraS-Akte die Anerkennung Deutschlands umgehend zu überbringen. Diese angebliche Nachricht ist eine grobe Unwahrheit, die wir hiermit gebührend festnageln.

Die Beisetzung deS verst o rb e ne n B otscha fte r S Speck o. Sternberg hat gestern in Lützschena bei Leipzig staltgefunden. '

2ht» S*taOt und Land.

Gießen, 29. August 1908.

Lehrerpersonalicn. Uebertragen wurde dem SchulamtSaspiranten Fricdr. Wilh. Meininger auS Mittel- Gründau die Lehrcrstelle au der Gemeindeschule zu Berns­feld. Erledigt sind: Eine mit einem eoang. Lehrer zu

Ausland.

Kaiser Franz Josef hat sich am Dienstag in Ischl auf einem ZaadauSstng erkältet. Jedoch besteht zurzeit lein Anlaß zu Beriorgnissen. Der Kaiser hat gestern seinen gewöhn­lichen cinftünbigen Aiorgcnspaziergang un Park der taiierbcfocn Villa unternommen: auch abends war das Befinden zufrieden- stellend. _

Der Konflikt der Niederlande mit Venezuela. Ter Kreuzer(^elderland" fuhr nach La Guaira, um dee für den beatidjcu ltzesandten in Caracas bestrmmtcn Aufklärungen und Jnsiruktionci' hinsichtlich der jüngsten Zwischenfälle zu überbringen. Bekaiintlia) ist der deutsche (Yefandte in Caracas mit der Wal>- ruiig der niederländischen Interessen betraut. Als das Schiff auf der Reede vor Anker gegangen war, wurde feine Dampi- prnaf'u mit den für Caracas bestimmten Postsäcken an Land gesandt. Der Zolloampjer fuhr der Pinafse entgegen und teilte ihr mit, hast sie nid)l anlegcn dürste und die Postfäcke nid>t ent gegen genommen würden. Zu gleicher Zeit sah man, wie Truppeti an Land Bewegungen ausführtcn und Fort Vigia feine Kanonen schicstbereu machte. Darauf kehrteGclderland" nach Curacao iMrüd. . ,

Zur Erleichterung deS Grenz- und Reisever- kehr» nach Deutschland und Lesterreiä>-Ungarn ernannte die russische Regierung eine Sonderkommisswn, um die Paß- und Zollrcvisioi. auf den Grenzstationen zu vereinfachen. Rach Be­sichtigung von Wirbalten, Alexandrowo und Granitza schlug die Kommission dem Minister verschiedene Äenderungen vor, deren Annahme sicher erscheint. Den deutschen Reisenden dürften zahl­reiche Belästigungen erspart und der Verkehr bedeutend beschleu­nigt werden. ,

AuS der Türkei. Die türkische Regierung beabsichtigt, den stellvertretenden Kriegsminister Osman Nizarn als Nach­folger Tcivfik^Pascl-as in Berlin vorzufchlagen. Die Meldung eines Blattes von einer demnächst bevorstehenden Reise des Sultans nach Berlin wird unterrichteterseits demen­tiert. Der neue Kckicgsminister Ali Riza Pascha hat Befehl erteilt, den (General L>alil Pascha in Aleppo wegen reaktio­närer Umtriebe zu verhaften. Der bisherige üofa Uro­loge Cbel Hu da würbe verbannt und erhielt die Erlaubnis, äch üt Aegypten aufzuhalten.

M arok ko. Das BlattTelegramm de Riff" veröffentlicht ein Interview mit dem Roghi Dieser erklärte, er werde Aculey Hafid in der gleichen Weise bekämpfen, wie Abdul Ans.

Argentinien hat 220 Mill. Mk zur Verstärkung der Marine uni/ Feldartillerie bewilligt. Das M ist trauen Ar­gentiniens gegen Brasilien wächst ständig, trotz der ofstziellen Mlengnungen. Man glaubt allgemein in BuenoS- Aires, das, Brafüien beabsichtige, Argentinien wegen seiner Hal­tung gegen Uruguay mit SVrieg zu überziehen. Brasilianische Agenten sind kürzlich in Europa eingetrosfen, um Kävallerie- und Artillerieoffiziere zu engagieren, und Kriegsmaterial anzu- kaufen.

^hina soll eine Bersassung erhalten, die frohe Kunde macht ein Kaiserliches Edikt vom 27. August den gelben Söhnen deü Himmel« bekannt.

Wald.s Die Aquarien der Herren Abt, Heider, Roll und Paff und ein von Herrn tot ausgestelltes Terrarium mit Eidechsen, Fröschen und Kröten wird wohl manchen veranlassen, sich eben- fallv ein Aguarium ober ein Terrarium anzuschafsen. Tie Ber- Ihinbtungen drehten sich besonders um die Bedeutung des natur- wifsenfcl-aftlichen Sammelns Nach dem Bericht des Herrn Dr. 510- belt sprachen die Herren G. Volk vom PerbandSvorstand, KreiS- icbuhuiiKtior Hahne von Hanau^ Pros. Stork von Offenbach, Pros. Römer, der Direkwr des «enckenbergischen Museums, die Herren Lehrer Cidmanii und Sclnihmacher Heller aus Darm' stadt, Lehrer Rippci aus Kelsterbach und die Herren Prof. Epstein und Stadtrat Flesch aus Franksurt Wir erw^nen noch, dast auch die wichtigsten im Besitze der Scl-ivanheimer Sammler besiiid- lichen natu i will en i d>a 111 idw u Werke ausgestellt waren, und von der Verbandsbuchl)andlung eine Anzahl einschlägiger Werke auS-

Wagnerfestspiele finden jetzt im Prinz-Regenten- Theater zu München statt. Am letzten TonnerStaa kam Triftan" zur Aufführung. Tic Isolde fang diesmal Frau Burk- Berger, bekanntlich eine geb. Betzberger aus unserem oberhess. Sdidtdren Nidda. DieM. N. N." schreiben: Wenn cs ihr achngi. auch die Trotzszenen des ersten Aktes psychologisch noch so zu vertiefen, wie dies bereits jetzt beim Tag- und Nachtgefpr ich im eilen Aki erreicht ist, so darf ihre Verkörperung derwilden, «inniger Diaid hohes Lob beanfpiuchen. Auch nad) der rein gefanglicber. Seite bot die ausgezeichnete Künstlerin meist Vor- trefstiches und mit ungebrochener JVraft besiegte das leuchtende Organ die Tonfluten desLiebestods".

Kleine R u n ft d) v o im L Pläne zur Neubebauung der 9)1 u I e u m fl i n | c l in Berlin^ die von Geheimrat Professor Messel entworfen und dem Kaiser vorgelegt wurden, sind jeljt vom Ministerimn der öffentlichen Arbeiten geprüft worden. 3m picußischcn Etat für 190V wirb die erste Vanrate erscheinen. Tic Kosten des gesamten Baue« sollen auf mehrere EtatS>ahre verteilt werden, da auch die Bauteil mehrere Fahre in Anspruch nehmen r. Ludwig Fulda wird sich in der nächsten Zeit mti FrU Hermann in Frankfurt a. TL veirnählen, der Tochter be5 verstorbenen bcivorragenben Mitgliedes des Frank­furter Schauspielhauses Professor Hermami. Bei dem Grälen Leo Tolstoi trat, nach Erkundigung der Petersburger Tele- graphen-')lgen»ur, in den letzten Tagen ein veraltetes 6uBleiben tu heftiger Form auf, das ihn zwang, das Zimmer ru buten. Im allgemeinen gibt fein Bestnden zu keinerlei Befürchtungen Knlast. An bie Lehrer der Hamburger Kunstaewerbe- schule 91 vd)itehen 6 d) m i b i und Heller ist die Aufforderung ergangen, den künstlerischen Nachlast deS oerftorbeuen Tarmstädter Professors Olbrich d. h. seine in Köln unvollendet gebliebenen Bauten zu vollenden.

besehend« Lehrerstelle an der Gemeind eschnie zu RüffelSheim. Die mit einem kathol. Lehrer zu besetzend« Lehrerstelle an der Gemeindeschale zu Gau-BHchofShetm; mit der Stelle ist Lrganistendienst verbunden.

Die Lahnkanalisatioa. Am Donnerstag nach­mittag 3 Uhr ranb rm Hotel .Preußischer Hof zu Lim- »urg eme Vorstands-Sitzung des La hnkan al - Ver­eins statt, m der der Vorsitzende Generaldirektor Kauer- Wetzlar eingehend über die Vermögenslage des Vereins oroie über den gegenwärtigen Stand der LahnkanalisierungS- Trage Bericht erstattete. Insbesondere wurde auch .".tgeteilt, daß der Minister der öffentlichen Arbeiten die Königliche Wafferbau-Inspektion in T«ez beauftragt habe, über die Wirtschaftlichkeit der Lahnkanalisierung eingehende Unter- uchungen anzustellen. Zu diesem Zweck habe die Königliche Wafferbau-Inspektion an alle im Gebiete der Lahn gelegenen größeren Handelsfirmen und industriellen Unternehmungen Fragebogen betr. den gegenwärtigen Empfang und Versandt von Maffengütem gerichtet. Da bei der außerordentlichen Tragweite, die das erzielte Ergebnis für die Verwirklichung des Kanalprojektes besitzt, eine möglichst vollständige und rasche Ausfüllung der Fragebogen äußerst wünschenswert erscheint, beschloß der Vorstand, die VereinS- mttglieber durch ein Rundschreiben auf die große Wichtigkeit der Erhebungen besonders aufmerksam zu machen und sie dringend aufzufordern, im allgemeinen Interesse alle ge­wünschten Eintragungen in die Fragebogen umgehend zu be­werkstelligen. Ferner wurde beschloffen, für oonntag, 18. Oktober, nachmittags 3 Uhr eine Hauptversammlung deS Vereins nach Limburg zu berufen, in der u. a. auch an längerer Vortrag über den gegenwärtigen Stand deS Lahn- analprojekteS gehalten werden soll.

* Vermessung deS LahnbetteS. Nachdem das Tiefbauamt schon früher die Tiefe der Lahn von der Wismarer AemarkungSgrenze bis zum Wehr am ElektcizffätSwerk durch AuSpalen festgestellt hat, ist jetzt ein Beamter damit beschäf­tigt, den Rest deS Flußbettes bis zur Wieseckmündung, da« bei dem augenblicklichen niederen Wasserstand fast trocken ist, z« vermeßen. Es handelt sich darum, festzustellen, wo KteS gebaggert werden kann, was unbedingt geschehen muß, wenn dieser Teil deS FluffeS nicht weiter versanden soll. ES hat sich nämlich unterhalb deS Wehres eine förmliche Insel ge- bildet, die den Flußlauf beengt. Eine gründliche Ausbaggerung dient dazu, das schnellere Abfluten der Wassermassen bei Hochwasser herbeizuführen, um so ein Ueberschwemmen der Gärten am Ufer der Lahn zu verhindern.

* Benutzung der Vorderseite der Drucksachen­karten. Der Staatssekretär des Reich-,poftamtS hat eine neue Erleid) terung un Druck fachen verkehr geschaffen, in­dem er die Benutzung der Vorderseite <zr Trudfaä-enkarten durch Absender zu Miiteituiigen, wie oies bei Posllarten seit einiger Zeit bet galt ist, ^gelassen har. Diese Neuerung wird am 1. Oktober ein geführt. ES tonnen dann auch bei offenen Karten, die gegen die Trucksad>.ii.aLe bewrvert werden, aus dem linken Teile der Boroerscire 'Jlngabcn jeder Art angebracht wcrbai. Selbsb- berständlich müssen diese Angaben ebenfalls ged ruckt oder durd) ein sonstiges mechanisd-cs Vervielsältigungsverfahren l-ergestcllt sein.

"Der SängerkranzauSflug ins Biebertal, der für morgen vorgesehen war, findet nicht statt. Statt besten wird ein geselliges Zusammensein auf der Liebigshöhe abgehalten. . (S. Inserat).

Im Stadtverordneten-EitzungSsaale sind während der Ferien HandwerkSleute eingezogen, um den Raum neu herzustellen. Die Decke wird neu gemalt und die Wände werden modern in grau tapeziert. Auch wird die Beleuchtung durch Hängeglühlicht verbestert.

Besitzwechsel. Der Kaufmann Rudolf Hahn er­warb von der KaSpar Heinzerling'schen KonkurSmaste daS Anwesen Liebigstraße 89 für den Preis von 26 000 Mk.

* * Haltet den Dieb. Gestern nachmittag ließ sich ein fremder Bursche von einem hiesigen Kutscher ui der Stadt iimher- fahren, gab dabei in Tamcnkneipen viel Geld aus, und als er >cn Kuticher bezahlen sollte, begab er sich unter Zurücklassung seines HuteS in der)loßgasse in ein Haus und kam nicht wieder heraus ES stellte sich heraus, daß er auf das Dach des HaufeS gestiegen und über andere Dächer hinweg in der Kaplaneigaffe wieder gelandet war. Znzwisd)en war auch der Polizei telephonisch von Marburg mitgeteilt worden, daß ein angeblicher Karl Schwarz zu Oberasphe 100 Mk. gestohlen, ein Fahrrad aus geschwindelt und in der Richtung nach Gießen geflüchtet sei. Der Bursd)e wurde dann hier noch er- griffen und entpuppte sich als der von mehreren Behörden steck­brieflich verfolgte Karl Stein aus Stumpertenrod.

* * Diebstahl. Einem Dienstmädchen in der >^chanzen- straße wurde auS der Schlaffmbe eine goldene Damenuhr gestohlen.

* Unfall ober Selbstmord In verflossener Nacht stürzte eine alte Frau auS dem Fenster ihrer Schlafitube in den Hof. Sie wurde als Leiche gefunden. Cb Unfall oder Selbstmord vorliegt, wird die Untersuchung ergeben.

Kirchweihen finden morgen u. a. statt in Klein- Linden, Lollar, Rodheim a. d. B., Großen-Äuseck, Londorf und Muschenheirn.

/X Ruttershausen, 28. August. Bei der am ver­flossenen Mittwoch stattgefundenen Jagdverpachtung war Händler Kail Erdmann von Lollar mit 415 Mark Höchstbietender. Tie Genehmigung steht noch ans.

Lang-GönS, 28. Aug. Der Landwirt Job. Wilh. Weber verkaufte em Mut ter sch wein im Gewicht von 605 Pfund an den Metzger Waldschmidt in Wetzlar.

-|- Lich, 28. August. Am 26. und 27. September findet in Lich durch Veranlaffung der Landwirtschastükammer eine Bezirks-Ausstellung von Erzeugnissen des Acker- undOdstbaueS statt, verbunden mit P rüm i i e r u n g und Abhaltiing emeS Obst- unb Saatgutmarktes. Tie Vorbe­reitungen zu dieser AuSstellimg sind in vollen» Gange und sie wird nut Produkten des Acker- und besonders LdilbaueS gut beschickt werden, da die diesjährige Ernte m der Land­wirtschaft und besonders im Obstbau cm allgemein günstiges Resultat ergeben »oird. Em lebhafter Verkehr von Rah und Fer», ist zu erwarten, zumal die Bahnverbindungen günstig sind. Die Ausstellung findet in den geräumigen Sälen und Garten- anlagen des Wirtschafts Etablissements von Jakob Sten» in der Rühe des Bahnhofs statt. Für die Präiniierimgen der besten Ausstellungs-Produkte sind bereits mehrere Preise und Diplome gestiftet worden, u. a. von der LandwirlschaftS- kannner, von» Landw. BezirkSverein und von der Stadt Lich Ehrenoorsitz übernommen und die Stiftung einet Preises zu- gefagL

X Holzheim, 28. Aug. 0m unserem Turnverein, der »ehr gute Fortschritte macht, einen geeigneten Raum für die Vornahme seiner Hebungen zu schaffen, beabsichtigt East- wirt Sauer einen größeren Saal zu errichten.

? Hungen, 28. August. Gegenwärtig wird hier am sog. Wehre der Horloff beim Schießplätze eme Schleusen, an läge errichtet, um bei em treten dem Hochwasser schnell die Waffermaffcn ableiten zu können. Bei den Ausschachtung.» arbeiten hierzu wurde au3 geringer Tiefe ein Gr ab de nk» mal zu Tage gefördert, das Jahrhunderte hier gelegen und einen hohen nltertünilichen Wett hat. Tie eme Lecke siett ein Wappen mit Krone. Ferner ist der Name bet verewigten Johann Conrad Eberhard, sowie die Aemter, dre er bekleidete :c., 'N den Stein eingehauen. Auf der anderen Seite steht em Spruch. Ter Stein, von den» leider bet Sockel nicht mehr vorhanden ist, soll dem hiesigen Musemr einverleibt »verden.

--- Bad-Nnuheim, 28. Aug. BiS zum 27. Aug. sind 26 926 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 5480 anwesend waren. Bader wurden b»4 zum 27. August 340 368 abgegeben.

B.-B. Darmstadt, 28. Aug. Aus der Lande,, außftellunq wird am nächsten Montag noch em neuer TlppendiL eröffnet worden. Das .Große HauS Glückert^, das nist einer äußerst kostbaren inneren Einrichtung auSgestallcr worden ist, die z. T. von Pro». Olbrich entworfen »fL Die Eröffnung erfolgt durch den Groß Herzog.

Bingen. 26. Äug. lieber d.c Cm^Hd) erfolgte Entlass«« dcS Oberarztes be. dies »gen Hospitals Herrn It ytob bnnaeii die Lokalblätter lange brühte. Es imrb dar» behauptet, bub die Entlassung dieses sonst sehr beliebten Äryrt cm ultra montane Einflüsse zurück»ufübren fei, da n klerikal genug gewesen feu Besonders aber sei das siebten txieS ÄTujinriiJ nn Lperanonssaal der Stein des Anstpges geweicv vcrr Tr. Brod habe itd> namlidj der Anbringung eines Kruustprs m dem Op.raiumSsaai widersetzt mit der Begründung, t«r. dem heutig en 3tano der Wiisenschaft jeder Staubfänger eine 4k- fahr für die Kranken bedeut.. Nach all den umgebenden Ok» rächteii baue bie Ltadtvenvaltung doch die Pfltch:, durch eine geeignete Veröffentlichi'.ng iharbcti in diese Lntlassun,isgc»chuhir zu bringen. (» Br.,

= WormS, 28. Aug. Die Nachricht von der Ver­legung des 4. Hess. Infanterie-Regiments 91t. 118 wird dementiert.

Siebener Ltraskammer.

)( Gießen, 28. Aug.

Ein ungeeigneter Vormund.

Dem Taglöbner Hch, W. X. von Viekeck ging ein Geld, betrag von 39 Mk. ui seiner Eigenschaft als Vormunc» üoer bte minberjäjpggen Kinder deS oerflorbenm Zigarrenmachers T von der Landeswaisenkasse zu, den er verzinslich anlegen füllte. Tti Vormundsd^asiSgeriä t foroerte ibn vielfach unter Sirasandroduug und zuletzt unter disziplinärer Ahndung auf, den Nachweis 8t<r die Anlegung deS Geld:S zu erbringen; er gab aber über hau« feine Amwott, so daß daS Voriirundi'lhaftsgerldK das Orrs<mnLt beauftragte, einen anderen Vormund u» Vorschlag zu bringen. Vn llebergabe der Vormundsd)aft ergab es sich, daß W. da» Geld f^r sich verbwucht hatte, weshabl gegen ihn Anklage wegen llnto- schlagung im Zusammentreffen mit Untreue erhoben ivurde Er gab an, durch einen Beinbruch sei er in grvß.' Bedrängnis g er ata, lonft »parbc er sich an dem Gelde nicht vergriffen haben. Uebnüal habe er das Geld mit Zinsen bald nach ixx Eni Hebung als Än- ntunb an den neuen Vormund abgeliefert Du Orlsgerid)tsd«. fieber, welch.-r diese VI gaben un wejentlieben bestätigte, hie'.i bm Angeklagten mit Rücksicht auf seine geistigen Fähigkeiten für » Polten eines Vormundes nicht für gieignet und glaubte nicht, detz jid) du Angeklagte ;u dem Schritt hatte hinrcitzen lassen, ioe» er die F-olgen seines Tuns und die darauf ruhende Strafe hu» vorausfehen können. Er habe sich genmnbert, wie man den '!* geklagten, der fick), abgesehen von seiner gerinnen Befahl nmz, mit Rücksid)t auf seinen Berus und seine häuslichen Bulwttiilisc, für einen {oldjen Posten absolut nicht eignet, früher alo Vonmmb habe in Vorschlag bringen können Diese ftrafmuitrmbcn Umstande luurcen ton dein Geruht im »«itgehendstei» Maße berück,»äLiar, denn es erkannte, trotzdem in solchen Fchlcn biß auf fünf Zahle Gefängnis und euismcd^ni kannt loeroen

nur auf eine Gefängnisstrafe iron drei Wochen, nhc sie be­antragt »uar.

Streilfolgeo.

Vor dem Schössengeria-l siricaverg hatte sich der Weiß­binder Hch. m. P. von Dorheiu» unter der AnschuldigMW i einen anderen du cd» Drohung und

UI-..1 iu bcstimmen v

Erlangung günfrigervr Lohn- und Arbeitsbedingungen mittels Qm* ftelLung der Arbeit beijutrctcn. 'Jiad> den Feisitellungen des Schöffengeiuhts irarei» un letzten Fruhiahr die Weißbinder ui- iolge Streiks >u Bad Nauheim von den Arbeitgebern in Fnedber§ ausgefperrt Worden. Wiihrend dieser wurde der bei tue: OTicbbayer Firma in Arbeit stehende Weißbinder U. aus Roohen« v. d. H. vielfach angegangen, einer Crganifaiion bcizuttttm BSb ioju er sich als verheirateter

nicht verstehen konnte. Ais er eines nrorgens an die 8tW gehen wollte, drangt.- sich der Angeklagte auf dem Fried. r Bahnhof an ihn h . ite, »vo er arbeite. Nach Be^>

Wartung der Frage »tollte der Angeklagte missen, »vo U. bt fw noruuj dieser, da er den Angeklaglen kannte und im xbu-l ivußle, nxiv man mit ihm wolle, antwortete:Von taham, s» alle Leut her sein," wodurch er dem Angeklagten zu verstehen qAa wollte, datz er für feine Abfid)ten nicht zu gv!utnnen sei Der fc» geklagte bemerkte hierauf dem U.:Du arbeitest teilte vier t.kx« mehr, ich fncg dick, schon, du Stromer, Nichtsnutz, Lump: * Ule dir nod) die Därmen aus dem Leide. Bei dir icheirn M Solidaritats- oc-tr L ^,aiii,'atioiisgefühl zu den Hunden geslsM zu sein." DaS Schösieitgericht erblickte u. a. in den AeußeroMa

:i i-. n ji 153 fer Gewerbeordnung und O rannte nut 'iiiu < - erletzung auf eine

nif fltaf t vo« 14 Tage n. Der Anaekl. ' J.eruiung; er befrrut den größten Teil der Aeutzerungen i* behauptete, es habe ihm icmgelcgtn, U. zum Beitttl» zur Crg«'-

Der Arbeit zu bestimm en. IM e >-ache nicht end aufgefldd

icke, um auf Grund des g 153 der c^ewcrbcorbnung aur 2n^" u erkennen, so hielt fte doch neben der Beleidigung eine << Drohung mit der Begehung eines Verbrechens für oorltegenb c» ücrwaxf die Berufung des Angeklagten, der wegen GewalttütH' fi-itci» mehrfach befnart ist, mit der Maßgabe, daß ber 6 in Wegfall »u L nun en habe, bagcaan der - 241 Platz grnjt, womit eS bei der vom Schöffengericht erkannten Strafe iai t»* wenden behielt.

Ein Hundebiß.

3m letzien Frühjahr . oer am r-hrrJlrunnen bef<hifh»Tt< Heiz« F. aus Gro ß - Ka » b t n in dem Hof dc» Muhlenbei'ipers K. B. auf der DögelSmüble mu gebrochenem Fuß torgefuBfcx F. gab an, er bax einen an der Mühle torbeutdxnbcn benutu: in der Nähe der Mühle habe ihn der Hund des M-Äcs- besitzirs angn.ulcn und ihn nirocrg«iffn», rootci er yi Fr" kam und das Bein brach Da es 'Nacht war und weit und drnt sonst keine HLuier waren, wo er Hnn? moartni hatte, habe

er i»d> auf Hänoen uno Fußen in den Hof der Mühle gqtbiflwi und dort um Hllse g. r.: . - . .... n 7 te.cir.ui gegen V An-

Pagr iix-qen iahttasiiger Körpern, rletznng, weil er den Hu"> ebne Beaufsichtiguu. umbcilaufen lieft. Der Ang.ki b «r. ; 9*

luhev Yeqdmlixn und behaupte te, 1 _r B un .

weise über seinen Hof gegangen, um ...1 >. .!.. c ;Hi..rjöU