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28.9.1908 Erstes Blatt
 
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Parteitag der freisinnigen Landervereins. L

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Eine Verbindung der Frage der ReichSsinanzresorm mit an» i-'TCit politischen Fvageii fei einer Diskussion wert, zumal es l"J) dabei nicht um den persönlichen Vorteil Einzelner handeln - I« uii, sondern um eine Erweiterung der Volksrechle. Die Frei- i iinigcn hätten niemals versagt, wenn es sich um die Bewilligung i -Uocndiger Mittel gehandelt habe. Aber man könne verlangen, i*<& die Verteilung dec Lasten nach gered/ten Grundsätzen erfolge. : i! .-eiter müsse man verlangen, daß alle Parteien als gleichberecl-. i-ltc behandelt 1 verben. Fülle, wie die Haltung des ReichS-

I uzlerö in der preußischen Wahlrechtsvorlage und die Bchand- li-11 (T Schüclings, seien nicht geeignet, in freijinnigen K'reisen Be­ll-oslerung für die Blockpolitik zu erwecken. In Hessen, dessen ^vorstehende Landtagswahl unter dem Zeict-en des schwarz-blauen 'S stehe, l)abc eine rückschrittliche politische Bewegung ein» außer bei der Wahlrechtsreform zeige sich dies bei der

I schätzen, das in mancher Hinsicht an Kraft der Individualität und KampseZmut seinen Epigonen der Kultur überlegen war,

Unheilige Bildlverkenn heiligen Orten. Ein Dr. Wikowski hat, wie dasBerl. Tagebl." mitteilt, in französischer Sprache ein sehr unterhaltendes Buch ver­öffentlicht: es handelt von dem satirischen und manchmal geradezu unzüchtigen Phantasien, die unsere frommen Ahnen sich erlaubten, wenn sie die Kirchen mit Bildwerken schmück­ten. Zn Frankreich waren die Bildschnitzer Freunde einer grob sinnlichen Kunst und grotesker oder derber Scherze; der heilige Franyois de Sales nannte das: Gottä la Gauloise behandeln. In der Hauptkirche zu Amiens schmückte man die Chorstühle mit geschnitzten Bildern ga- lanter Frauen, die ganz entkleidet in eine Badewanne fliegen; halb entkleidete Männer schauten dem interessan­ten Vorgang mit entzückten Blicken zu. Säulen kapitale zeigten den Kampf zweier Ehegatten, die sich gegenseitig das Symbol der ehelichen Würde, die Hose, zu entreißen suchten. In der Saint-Seurin-Kirche zu Bordeaux sieht man Bildschnitzereien, die sich gar nicht schildern lassen; zu denharmloseren" gehört ein riesiger Leib, der auf einem von einem Diener gezogenen Ltogen liegt. In der Kirche äu Bille-sranche-de-Rouerge sieht man einen langohrigen Affen, der eine Dame umarmt. An solchen erbaulichen Lujets" fehlt es auch in Paris nicht. Man findet Schnitze­reien dieser Art auf dem mittleren Portal von Notre-Dame auf de,: Kapitalen von Saint-Germain de fßrgd usw. Das Sott amüsierte sich über den kühnen Naturalismus der Bild­schnitzer und war auch nicht ein einziges Mal sittlich ent- ru|tet

bettelarme Kunstler. Zn den nächsten Tagen wird in Paris der Herbspalon eröffnet werden; das vor- anlaßt dieWiesb. Ztg.", einige Fakta aus dem Leben berühmter Künstler zu verzeichnen, Fakta, die geeignet sind oiejenigen unserer Maler, welchen es noch nicht ganz nach

Aht, zu geduldigem Ausharren zu ermuntern ^Rem!

Sn ätzten Lebensjahren Armenunter- stützung. SemBildnis"^ die Perle des Louvre, brachte

."®ifen und besprach die Ergebnisse der Untersuchungen des ZnndeS von Menschenresten aus der Tiluvialzeir, den Prof, x ranberger in Krapina bei Agram gemacht hatte. Der .dpische Neandertalcharakter der betreffenden Fragmente tim festgestellt. An der Existenz einer mit den Riesen- ioemeu der Eiszeittierwelt und wahrscheinlich schon vorher ja Mitteleuropa primitiven Menschenrasse war daher nicht 3i ihr zu zweifeln. In neuester Zeit hat der Redner ein Neandertalslelert ausgegraben und zwar in Südfrank- i ch. Dort hat ein Schweizer Gelehrter Hauser schon im !pril ein Menschenskelelt ausgegraben. Alls hunderten von Bruchstücken wurde der Schädel so vollständig wiederherge- iLlt, daß das Skelett das eines jugendlichen, vermutlich n mnlichen Individuums war, welches in allen seinen Teilen pcnz spezifisch die Kombination von Merkmalen zeigte, die I il:i charakteristisch für den Neandertaltvpus gelten. Nach u: Ansicht Tr. Klaatschs vereinigt diese fossile Rasse Zu- i lMde, die heute bei voneinander sehr verschiedenen Rassen ^kommen. Zn dem kurzen gedrungenen Bau der Extremi- sta:ienknochen liegt ein Anklang an heutige arktische Rassen, >i»! Eskimo, vor. Die Stärke der Knochen und das kolossale Rabitz erinnern an Afrikaneger, mit denen auch am Schädel itocndje Uebereinstimmungen bestehen. Die stteandertal- mmschen waren von mittlerer Statur, das Gesicht war lang, 'ugenhöhle und Nasenhöhle waren ungewöhnlich weit, der Btnäbei niedrig, aber sehr lang und breit. Die Ueberaugen- Mste umrandeten saft halbkreisförmig von oben die großen lugenhöhlen. Es bestehen viele gemeinsame Züge zwisck)en k: i>reandertalrasse und den heutigen Eingeborenen Austra- iLis, welch letztere vielfach noch unter den Altdiluvialen Dmmutjägern Europas stehen. Die Uraustralier sind aus

Der primitive Mensch.

Auf dem 80. deutschen Naturforscher- und Aerztetag hielt P:of. Dr. Klaatsch (Breslau) einen Vortrag über das in» i."essante Thema: Der primitive Mensch in Vergangenheit mb Gegenwart.

Ter Vortragende entwarf eine kurze historische Uebersicht Mr die Entwicklung der Lehre von den fossilen Menschen-

dieie, daß sie umkehrt, auch so ihr entgegenkommen möchten. (Lebh. Zustimmung.) Was das Verhältnis zu den Siational- liberalen anbelange, so sei die frcisümige Partti Hessens zu einer Annäherung bereit, aber bis jetzt fehle die Voraussetzung dazu, nämlich die liberale Grundstimmung bei den Nationalliberalen. Tie notionalliberalc Partei verbinde sich lieber mit dem Zentrum, wie mit den Freisinnigen und habe bis jetzt die liberale Einigung so aufgesaßt, daß sie die gaiue Last bei- parlamentarischen Ver­tretung auf sich nehmen wolle. Auch die Zungliberalm seien in Leisen stets bereit, ihren alten Herren bie Hegel auszustellcn, statt liberale Forderungen zu vertreten. Schließlich polemisierte der Referent gegen dieWormser Ztg." und legte ihr und den Nationalliberalen in Erwiderung auf ihre Fragen an die Frei­sinnigen, wer Rheinhessen Nebenbahnen verschalst habe, ,ver bie Eisenbahngemeinschaft gebracht, wer für die Hagelbeschüdigten ge­sorgt habe und ähnliches mehr, u. a. die Frage vor, »ver hinter­treibt seit 10 Jahren die Geincindesteuerreform, wer verhindert die Erlangung des direkten Wahlrechts ohne Preisgabe von Volks­rechten, wer ist dem Zentrum zu Liebe für die Konfessionsschule,r, wer hat die Tenunziation von Korcll und Wörishvser begangen? (Lebhafter Beifall.) Zum Schluß betonte der Sieb,ter die Not­wendigkeit bet Erhaltung dcS entschiedenen Liberalismus zwisck^n den Exttenten von rechts und links, der auf der Grundlage deS Idealismus, der politischen Md Rechlsglcichhett beruhe. (Lebh. Beifall.)

jjn der Diskussion betonte Prosesfor F l e g l e r - Bensheim die Notwendigkeit, daß die Linksliberalen dafür sorgen müßten, bei der Rcichssirmn-rcform das Ävnttollrecht des SieichSlags durch Einführung einer direkten Steuer zu erhöhen. Abg. Fischbeck be­zeichnete diese Auffassung als der Meinung der Fraktionen entspre­chend. AmtsrichtcrMüller-Vilbel beantragt in diesem Sinne einen Zusatz zu der Resolution, so daß am vorletzten Satz angcsügt wirdunter Stärkung des Kontrollrechts des Reichstags über Einnahmen und Ausgaben".

Ter politische Jahresbericht unb bie Resolution über bie Neichsfinanzrefomt werben angenommen, ebenfalls folgende Reso­lution zur Partcistellung des LandcSvcreins be­stätigt :

Ter Laudesvevein der freisinnigen Partei für das Groß­herzogtum Hefsen bekennt sich zu den Grundsätzen deS Eiscnack)er Programms der Freisinnigen Volkspartci und aum sog. Frank­furter Diindcstfirogramm, erachtet cs aber mit Rücksicht auf die besonderen hessischen Verhältnisse zur Zeit nicht für angczeigt, sich an eine der drei linksliberalcn Parteien formell anzugliedern, läßt vielmehr de» einzelnen Vereinen und Wahlkreisen die Stellung­nahme frei."

Ter vom Parteisekretär 5k u h l m a n n erstattete geschäftliche Jahresbericht verzeichnet cm Fortschreiten der Organisation im Lande. Während 1906 nur 8 Bereute mit 700 Mitgliedern be­standen, sind nunmehr 39 Vereine (bavon sind 22 nn Jahre 1907 unb 9 1008 gegründet, mit 35lO Mitgliedern vorhanden. Zahl­reiche Vereins- unb öffentliche Versammlungen fanden statt, ebenso ein glänzend vcilautciies Parlcifcst. Tie Neichstagswahlen brachten keinen posiliueil Erfolg, aber eine erhebliche Zunahme der Stnnmen- zahl. Tie Stadtverordnctenmahlen des letzten Winters brachten m WormS wo cs gelang, dem allmächtigen Regime öcS perrii v. Hcyl eine empfindliche Niederlage zu bereiten, Tarmsladt, Gießen, Mainz und Bmgen imt> in einer Reihe von flcrncren Stäöten unb Landortcu Erfolge. Tic Niederlage in Alzey wurde Veranlassung zu intensiver Arbeit »md großen Anfjchivungs. Tie Partciprcssc hat sich gut entwickelt, dagegen bedürfen die finanziellen Verhältnisse dringend der Besicrimg. Wciin ivie seither weiter- gearbeitet ivürde, werde die Partei sicher die Bedentung erringen, die ihr gebühre, .aufwärts und vorivärlS für Fortschritt, Freiheit und Recht.' (Vebljaficv Beifall.)

Der Gcfchästsvcricht fand Annahme.

Zur Organisation des LandcSvcrcins wurden folgende Beschlüsse gefaßt:

a) Das Statut erhält bezüglich dcr Zusammcnfctzmig des Landes- ausschlisscs folgenbe Fassung:

Ter LandesauSschuß besteht aus einem gcschäslssühiendcn Vor­st «nd von drei Mitgliedern, scnicr au3 je einem Vertreter der hessischen RcichStagsivahlkicije, auS den Vertretern der dem Londes- vcrcin angefchlosscucn Ortsvcreinc und aus den nn Gioßhcizogtum Hesien gewählten oder wohiienden freifinnigen Reichstags- und Landtagsabgcordnctcn, sowie denjenigen Partemutgliedeiu, die für

einem gleich zu Beginn der Menschenausbreitung abge­sprengten Teil der alten Urhorde hervorgegangen. Die niederen Zustände, welche der fossile primitive Mensch der Vergangenheit Europas und derjenige der australischen Gegenwart gemeinsam haben, verweisen auf die gemeinsame Wurzel der Menschheit und gelten daher für alle Zweige derselben, somit auch für unsere Vorahnenreihe, wenn diese auch keineswegs über den Neandertaltypus führen dürste und die Australier heute nur unsere armen, infolge ihrer langen Isolierung rückständigen Vettern barstellen. Ter Vortragenbe entwarf ein Bilb bavon, wie man fich den Urmenschen zu denken habe. Er kommt zu dem Urteil, daß der primitive Mensch weder als schlecht noch als dumm bezeichnet werden darf, wenn er auch einem Unkundigen so erfchernen könnte. Tie Australier sind enorm cntwickelungs- fähig. Es wird ihnen nur nicht das Verständnis v.nb die Hilfe zuteil, um deu ungeheuren Sprung aus altfteinzeit- licher Naivität in die moderne Kuitur ungefährdet aus- füljren zu können. Die Europäcr-Kinder wiederholen den primitiven Menschen in vielen ihrer Beschäftigungen, Nei­gungen, Feßlern und Tugenden. Mit dem Begriff des Un­rechts und der Sünde muß man beim primitiven Menschen vorsichtig sein. Manches was so scheint, ist nur ein niederer Zustand, eine Unfähigkeit. So ist die Scheidung des Wirk­lichen von dem Eingebildeten sehr schwer, solange, wie bei den Australiern, die Träume für Wirklichkct! gehalten wer­den . Daher darf der Hang zum Lügen weder bei den Austra­liern noch bei den Europäer-Kindern zu tragisch genommen werden. Anders steht es mit dem Diebstahl, der dem Ur­menschen fremd ist. Treue im Halten von Versprechen, gegenseitige Liebe innerhalb der Gemeinschafi und der H.rde, Pietät vor dem Wter und vor den Toten sind F-.mdamenia - tugenben der Menschheit. Aus dem Traumleben ist der Glaube an die Unabhängigkeit der Seele vom Körper und daher die Idee der Unsterblichkeit als ein uralter Besitz der Menschheit zu erklären. Die Sorgfalt der Bestattung zeigte sich auch bei den Neandcrtalmenschen, deren ::rmer- stellung auf Feuersteinplatten geb.tiet idjt. Dei .vi-:r!t:ve Mensch, unser Ahne, ist als ein hochstehendes Wesen zu

WormS, 27. Sept.

Ter starke Besuch deS diesjährigen freisinniacn Parttitages ist bezctchiiend fur die gegenwärtige politische Lage in Hessen, utc im Zeichen der LMibtagswahlbewegung unb des Wahlrechts» .l'ammeö Iteljt. <xfjon die Lanbesausschußsitzung am Samstag war von Vertretern fast aller bem Landes verein angcschlossenen Orts­vereine, sowie ben 3 Abgeordneten der Partei int Lgnviag besucht.

LaadeSverfammlung

,m SamStag vormittag im ftäbt. Spiel- unb Festhaus eröffnete -er Vorsitzenbe ()led Landesvereins, Justizrat Ga llus-Darm-. tobt mit ber Begrüßung der Gästt. Es waren amvefeno von ben Zentralleitungm ber freisinnigen Volkspartti Abg. Fisch- eck-Berlin, ber freif. Vgg. Generalsekretär Weinhauseit-Berlin, »er deutschen Volkspartei Professor Hummel-siarlsruhc, ferner ötadtv.-Vorftehev F-ulba-Mannheim, v. o. bad. Bolksp. Tr. Gerhavd- 'Nannheini (Vertreter der freist Volksp. in Baden- unb Redakteur !üunschinann-Marburg. Tas Bureau wurde auS den Herren Gal- us-Tarmftadt. Justizrat Klein-Worms und Landtagsabg. Damm- -riiBberg als Vorsitzenden und Lehrer Jung-Darmfwdt und Partei- ^ckretär KAhünann-Tannstubt gebildet.

Den politischen Jahresbericht erstattete Stabw. ch e n r i ch - Tannftabt. Er erkannte barin zunächst die Beweg- rtriinbe an, bie zur F-ortführung der Blockpolitik Veranlassung täben, bebauerte aocr bie AnnalMe deS Vcrcinsgesetzcs, insbcs. »es 8 7 (Spracheuparagraphen-. Tic sttotwendigleii ber Sttichs ' aianzresorm erkannte er an unb er schlug namens bes LandcS- Lusfchusscs folgenbe Sicsolution vor:

Der Parteitag halt eine durchgreifende ReichSfinanzrcform "uf ber Grunblagc einer gereckstcn Verteilung der Steuerlasten, ner weisen Sparsanikeil in allen Zweigen bec Verwaltung, nicht . (letzt auf dem Gebiet der Heeresverwaltung unb dcö Bruches it bet bisherigen Schulbenwirtfchaft für unbebingt notwendig.

zufolge erwarttt der Parteitag von den Verttetcrn des cnt- Ijiebaien Liberalismus im Reichstag, baß sie unumgänglich nötige teuern nur insoweit bewilligen, als badurch bet bisherige Gtund- I tz ber ausschließlichen Belastung deS Massenverbrauchs unb des erkehts cntgültig verlassen unb dafür der Gesichtspunkt der : .'iftungdfäfjigfeit in den Vordergrund gestellt wirb. Der Partti- a verioirst insbcs. im Interesse bet notleibcubeii Weinbauern i"de Besteuetuiig bes Weines."

die lauienbc Lcgiclaturpctlode für ein Reichstags- ober Landta :» Mandat fanbiöievt haben. Tcr Vorstand unb die DahlkreiSvettieici werden von dem Parteitag für die Zeit bi8 zuyi nächsten Pmle.ia.z gcivählt. Tie LrlSvereiuc können für jedes angeiangene 100 '2lu- gheber einen Vctlreiet in den LanbcSaiiSlchuß luäblen.

b) Wegen ber BeilragSpsticht ber dem Landcsvercin äuge- fchlossenen Vereine wirb be|tunmt:

Die WahlkreiSverctiie hohen die Hälfte, die direkt dem LandeS- ücrcin angefchlosicncii Ortsvereine ein Drittel ihrer fatzmigSmäßigeii DtitgliedSdeüräge bis zum Höchstbetrag von jährlich bu Pfg. pro Mitglied an die Kasse des LandeSvcrcm-Z abziiführen.

Zum LandcSvcrein neu aiigcmclbct hat sich der national- soziale Verein in (Siepcn, der unter BcifallSriifen au,ge­nommen wird.

Zum V n n b e 5 n u 8 f dj u 6 weiden gewählt: Jiiftizral ® a 11 u 6-Tarmflabt als Vorsitzender, Eladtv. Henri ch-Tarmstadt als Schriftführcr und Sladto. Säng-Tarmsladl als Rechner; ferner als Vertreter der NeichSlagsivahlkrcifc: (Ließen-Grüiibcrg-Slidda Zuftizral Pi e tz - (9 i c ß e n, AlSfeld-Lautcrbach-Schotleii Fabrisant Waideck-^llSfeld, Fricdberg-Büdmgeu Reiitncr Hailstem-Fricdbcrg, Tarmstad 1- (SroBgcrau Kominerzicntal Vangcnbad) - Darmstadt, BknShcmi-Erbach Profcsfor Fleglet, Osfcnbach-Tiebutg lichter PH. Mayer-Offenbach, Mainz-Oppenheim Lehret Köntg-Vtamz, Wormc- Hcppenljeim Justizrat Kleui-WorinS und Brngen-Alzcy Handels- kaiiimer-Syndisiis Viai-Bingen.

Hebet die bevorstehenden

LandkagSwMen

referierte Jiistizrat ® a U u 8. Er führte au8, daß die Wahl- bciucguiig unter bem Zeichen ber Wahlrechtsvorlage flehe. Ter Redner gab dann einen llcbcrblttf über den fcittjcrigcn Verlauf ber LandtagSvcthaiiblmigcii über das Wahlrecht und kemizcichnele den StmunmigSmcchfcl der Landtagömehrheit bezüglich der Fotder- ungeu bet Ersten Kammer hinsichtlich der Verfafjimgsändctmigcii. Die ireifinnige Partei bleibe auf dem früheren Ltmidpunkt der Zwecken Kammer feft:Keine Minderung bev Rechte der Zwecken Kammer zu Gimsicn emer Eriveckctmig der Rechte der Ersten Stammcr*. Ter freif. Landesverem stehe genau auf bem Stand­punkt der freisinnigen Stammeriraflion unb daraus ergebe sich die Stellungnahme der Partei für bie bevorstehende LandtagSivahl. Man müsse es unter allen Umständen ablehnen, bei der Wahl mit Nationalliberalen, Zeickrum unb Agtatiern znsammenzugehen, beim es gelte, ble Rechte der Volkskammer gegen die Erste Kämmet zu wahren. Tie 9la(ionalliberalcn hätten abgelehick, mit den Freisimiigeii zufammeiizugchcn und mit Hohn den aus ihren eigenen Reihen gemachten Vorschlag abgelchnt, einen Sitz etwa in Tarmsladt an die Frcisinnigcii abznttctcn. Tie Konstellation fei alio klar: auf der einen Seile Rationalliberalc, Zentnnn, Banctiibündlct unb Antisemiten, auf der anderen Freisinnige und Sozialdemokraten. Ter LandesailSschns; stehe auf dem Stand­punkt, bei der bevorstehenden Wahl anch Sozialdemokraten zu nickei- stützen gegen den Block der Rechien. Tic Sozialdemokraten seien bei uns ganz verständige Leute, die selbst mit dem Landcssürslen ganz freimdfchasllich verfehlen und auch die Parteien, die die Frei- jnmigen jetzt deshalb aiifemben, scheuten sich nicht, wo c5 in ihren Strom paffe, mit den Sozialisten Geschäfte zu machen. Tct Am. schuß empfehle dcSl-alb folgende Resolution, bie die Stcllnng ber Partei klar zum Ausdruck bringe, zur Einnahme:

Der Parteitag des fvcifimugcii LandcsvercinS bestätigt folgenbe am 3. Juni 1907 geiaßte Siesolution:

Ter LanbcZausschuß bet freisinnigen Partei für bas Groß» Herzogtum Hessen spricht sich gegen jede 9le>ldcrung der Verfassung zu Gunsten der Ersten Stammet auS. Er verlangt vorbehaltlose Einführung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahl­rechts ziim Landtag und bedauert, daß die Rcgiermig durch ihre letzte Gesetzesvorlage biefer Einsühning schwere Hindernisse bereitet hat.*

Ter Parteitag deS freif. Landesvereins für Hessen begrüßt die konsequcuie cntschicbenc Halttmg der freisiunigen Abgeordneteu zur WahlicchtSvorlagc. Er fordert die Frcisiimigeu deS Hessenlanoes auf, bei den bevorstehenden Wahlen alle Straft einzusetzen zur Stärkung der Linken der Kammer und nur für solche Kandidaten ihre Stimme abzugeben, die sich verpflichten, für das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht zmn Landtag einzu- treten unter Ablehnung jeder Erweitcnmg der Rechte der Ersten Kammer.'

Er bitte um einstimmige Annahme dieser Resolution, bie von

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!';5L Blatt 188. Jahrgang Ma-ttag 88. ScUtroib« 1908

erscheint täglich, außer Ä Bezug»pret5:

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Verlagu.Expedition bl M Mi < **den politischen Teil,

i-MMSeneral-Anzetger für Oberheffen WW

bis »onmttngä io Uhr. RolaHonstiru» lind Verlag der vrühl'schen UniojBu». und Ltelndrnckerel H. lange. Bcöaltfon, Lkpedltion und vruckerel- rqnlstratze 7.

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I i'^meiiibcftcucrrefonn. Regierung u. Vvllsverttetung seien einig I trüber, aber das Zustandekommen scheitere an dem Widerstand I Herrenkammer. Auch hierbei zeige sich wieder, daß die Standes- 8s hLrrcn bei allen Fragen ihr materielles Interesse zu wahren I iiübten. Die twraeschlagenc Reform würde namentlich für den I fi einen Grundbesitz eine Erleichterung bedeutet haben, während Jafür der Großgrundbefitz stärker herangezogen worden sei. Dos 's i i die wahre Ursack>c des Widerstandes der 1. Kammer und wenn K »iliTüormser Ztg." in ihren licbeitSwürdioen Anftagen an dic LnikSlibcralcn diesenBauernfang" imterzuschiebcn suche, so falle I i. ser Vorwurf auf sic und ihre Hintermänner zurück. Ein Licht- II blllck sei bie liberale Einigung, bie ja in Hessen am weittften vov- gychritten fei. Tie freisinnige Partei Hessens betrachte sich den

! )uti linkslivevalen Parteien als gleich nahcstthend uno bitte nur