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Dte „Stetzrner $amtltenblörterw werden dem «Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, daS „Kretsblatt für 6en Kreis Gietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit, fragen“ erscheinen monatlich zweimal.
erteilt Unlenii: V Slbler--5djttibma'i: Ingebote unter 06206 ar. t eiter Anzeiger.
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Landesverbände mit 300 Zweigvercinen. Zu der Tagung hatten : irf) ungefähr 100 Vertreter eingesunden. Es wurden verschiedene wichtige Beschlüsse gefaßt. <so verlangt der Verband, das; tue Assistenten und Sekretäre d.-r Zollverwaltung endlich die notwendige Gleichstellung mit den Beamten der Post und Bahnverwaltung: erhalten. Tas Militardienftalter ist auf die Besoldungsdienstzeit cinzurcchnen. Bezüglich bcv inneren Dienstes faßte d. r Verband^- tag einen Beschluß, daß die bestehende Tisziptinarstrasvrduung einer Aenderung zu unterziehen, das; die geheimen Personalakten abgeschasst Und daß eine Verjährung von Strafen cintreten solle. Als der beste Weg, eine Gleichstellung der Besoldungsverhältnisse des Zoll- und Steueraussichtspersonals in den vertragschließenden deutschen Staaten herbeizuführen, wurde die Umwandlung der Zoll- und Steuerbeamten an-.- Land.sbeamten in Reichsbeamte bezeichnet. Bei dieser Umwandlung wurden vom Reiche Ersparnisse an Verivaliungskosteu in Höhe von über 10 Millionen Mark geinacht werden können, ferner wurde es Tür unabweisbar notwendig erklärt, daß eine Besserung der heutigen schweren wirtsci au-- lichen Notlage und eine ihrer Tätigkeit entsprechende rangliche Hebung der vom Vieick-sverband vertretenen Beamten durch das Eingreisen der Regierungen und der gesetzgebenden Körperschaften endlich erfolge. — ES mürbe sodann beschlossen, den nächstjährigen ReichSvcrbandslag in Frankfurt a. M. stattfinden zu lassen. Zu der schon bestehenden Männer-Sterbeunterstüvungskasse, die bereits 9000 Mitglieder zählt, wurde eine ähnliche Kusse für Frauen gegründet, zu der gegen 3001) Anmeldungen erfolgt sind. — Damit waren die Beratungen der bky;äl;rigen Tagung beendet und es folgte ein festliches Beisammensein.
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IC u. Ztüble werben Ite l. gestocht. I. Glockle,:.' hier, Seltersweg 81. i'K
Ans Stadt und Land.
Gießen, 28. Juli 1908.
** Eine hessische Erinnerung. Heute vor 100 Jahren, am 27. Juli 1808, verstarb Friedrich Wilhelm Reichsfürst von Hesscnstein auf Schloß Panker in Holstein, dem Sitz der Herrschaft Hessenstein, und hinterließ sein beträchtliches Erbe dem hessischen Hause, da weder er noch sein 1769 gestorbener Bruder Karl und seine 1752 verstorbene Schwester Hedwig Nachkommen hatten. Reichsfürst von Hessenstein war am 10. März 1735 geboren als natürlicher Soyn Königs Friedrich I. von Schweden (f 1751), der zugleich Landgraf von Hessen-Kassel gewesen, und der Königlichen Hofdame Hedwig Ulrike von Taube (geb. 1715, f 1711 u Stockholm), Tochter eines schwedischen Admirals. Hessenstein war Oberft und Ehcf eines Hessen-Kasselschcn Jnsan- terie-Rcgiments, ging 1753 in französische Dienste, in denen er bis zum Marcchal de camp stieg, ward 1756 schwedischer General-Major und 1772 schwedischer Generalseld- marschall. Im Novelnber desselben Jahres erhob ihn der Kaiser in den Reichsfürstenstand. Den Landgrafen Karl von Hessen-Kassel (f 1836), Bruder des Kurfürsten Wilhelm I., hatte er zum Erben seines bedeutenden in Grund und Boden in der Herrschaft Hessenstein mit Panker in Holstein bestehenden Vermögens eingesetzt. Ta die Nachkommen des Landgrafen Karl kinderlos verstarbcn, fiel der reiche Besitz nach dem ant 21. Februar 1815 aus Schloß Panker erfolgten Tode des Sohnes des Landgrafen Kari, des Landgrafen Friedrich von Hessen auf dessen Vetter, den Landgrafen Wilhelm von Hessen (f 5. Sept. 1867 zu Kopenhagen, beigesetzt zu Rumpenheim am 27. Sept. 1867; über.' Des Letzteren Enkel Landgraf Alexander Friedrich von Hessen auf Schloß Philippsruhe ist heute im Besitz der reichen Hessensteinschcn Erbschaft.
** D i e La n d t a g s w a h l e n. Tic ,,Wormser Volkszeitung" behauptet und die „Frankfurter Zeitung" druckt es nach, „die nationallibcrale h.,fische Parteileitung habe dem Zentrum bezüglich der Landtagswahleu ein Bündnis durch' Dick und Dünn angebotcn". Temgegcnüber nur die ^.Mitteilung, daß die nationalliberale Parteileitung noch gar keine Sitzung über die Landtagswahlen gehalten hat.
♦* Für Vogelfreunde bieten die Wiesen zwischen dem Phjlosophenwald und der Marburger Straße Haupt--» sächlich in den Früh- und Nachmittagsstunden ein seltenes, hochinteressantes Bild. Man hat nämlich, um die Wiesen zu bewässern, die Wieseck gestaut, so daß das Wasser ftch weit über den dortigen Wiesenplan verbreitet hat. Tausende von Staren und Amseln, unzählige Raben und Krähen beleben nun, nach Futter (Würmer) suchend, den Wiesenteppich, .dazwischen zählten wir vier gravitätisch einherstolzierende Störche, die sich jedoch vornehm in weiter Ferne voneinander hielten. Selbst einige Möven, die um diese Zeit bei uns in der Gegend selten sind, entdeckten wir unter der Vogelschar. Einige Buben mack)ten sich das Vergnügen, die Tiere auszuscheuchen, und die Gegend, in der besonders die Stare in dichter Schar aufflogen, vcr- sinsterte sich förmlich, so groß war die Menge der Tiere, die geängstigt davonflogen.
X Laubach, 25. Juli. Die achtjährige Marie Koch ist heute mittag 1 Uhr nach zwölfstündigcm Leiden' ihren schweren Brandwunden erlegen.
R.B. Darmstadt, 27. Jüli. In der hessischen Landesausstellung auf der Künstlerkolonie herrschte am gestrigen Sonntag wieder ein außeroroentlich starker Verkehr: beim Abcndtoiizcrt war der große schattige Plä- tancnhain dicht besetzt, cs waren über 5010 Besucher zugegen, darunter eine Anzahl von auswärts. Heute nachmittag statteten auch der kleine Erbgroßherzog Georg und Prinz Friedrich Karl von Hessen der Ausstellung einen Besuch ab und nahmen int Platanenyaiu den Tee ein. Am Abend nahmen der G r o ß h c r z o g und die Großherzogin mit Gefolge im Ausstellungsrestaurant das Souper ein. Am Dienstag findet unter Leitung des Herrn! Hofkonzertmcister Gustav Havemann ein Solisten Abend statt und für Mittwoch ist ein französisch-italienischer Kom- ponisten-Abend vorgesehen.
)-( D a r m st a d t, 27. Juli. Der V e r e i n h e s s i s ch e r Rechtskonsulenten, mit dem Sitz in Darmstadt, hielt am verflossenen Sonntag im Hotel Taunus zu Frank,urt a. M. seine zweite Generalversammlung ab. Der vom Vorsitzenden vorgeschlagenc Entwurf der neuen Statuten des Vereins fand zum größten Teile bei den anwesenden Mitgliedern Zustimmung. Tie vom Rechner über das aogc- fchlossene Geschäftsjahr gestellte Rechnung ergab keinen An- ftand. An Mitgliedern zählt der Verein 16. Be; der stattgehabten Borstandswahl lvurden gewählt als Vorsitzender- Krämer zu Höchst i. £., dessen Stellvertreter: Herget zu
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Line neue Verteuerung der Lebenshaltung.
Elektrizitäts-, Leuchtgas-, Bier-, Wein-, Branntwein-, Tabak-, Erbschafts-, Junggesellen- und andere Steuerarten stehen gegenwärtig auf der Tagesordnung. Gilt es doch, der in Aussicht stehenden weiteren Milliardenverschuldung des Deutschen Reiches entgegenzuarbeiten. Auch liegt die Zeit nicht mehr fern, da das Reich sich mehr als bisher für industrielle Unternehmungen interessieren und seinen Monopolgelüsteii freieren Lauf lassen wirb. Lauter hübsche Tinge, die geiviß den Reichsfiskus — aber auch nur diesen allein — befriebigen würden. Wie steht es aber dabei ums Volk? Um die Lebenshaltung des Mittelstandes, der Staats- und Gemeindebeamten, der technischen und kaufmännischen Berufe, der Handwerker und Arbeiter? Wenn je eine Theorie grau war, so ist cs die der Elektrizitätssteuer.
Es ist ja nicht zu leugnen, daß unsere Reichsfinanzlage eine sehr prekäre ist, der um jeden Preis auf die Beine geholfen werden muß; ob aber diese Steuer, die so tief in das Mark des wirtschaftlichen Volkes cingreist, und deren Wir langen bis in die äußersten Fasern des deutschen Kulturlebens dringen wird — ob gerade ihre Durchführung im Interesse des Staatswohles liegt, ist sehr zu bezweifeln.
Schon kurz nach dem ersten Auftauchen der Elei'trizitäts- steuer gingen die Aktien der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft in der Zeit vom 13. bis 15. Juni d. I. von 213 auf 210 Mark zurück. Wenn auch solche Bluffs der Börse nur vorübergehender Natur sind, so zeigen sie doch, wie leicht das wirtschaftliche Gleichgewicht schon durch den Gedanken an eine weitere, steuerliche Belastung gestört wird.
Viel bedenklicher aber als die direkten Wirkungen erscheinen uns bei dieser Steuer die indirekten. Unsere Industrie hat allerdings kräftige Schultern und könnte vielleicht eine solche Belastung an sich tragen. Aber, wird sie es allein tun? Sie wird ächzen und lrächzen, sich strecken und recken, wie sie immer nur kann, und wird, oder sollte sich wenigstens mit allen Nervenfasern gegen die Einführung einer derartigen Neubelastung wehren. Hat sie der Fiskus erst mit seinem Steuerarm erfaßt, so wird sie sich, kalt und ruhig, sagen: Michel! dich pack ich wieder! und dann muß der Mittelstand daran glauben, der alte und neue, dec Handwerker und Arbeiter. Was wird heutzutage denn noch ohne Verwendung elektrischer Energie hcrgestellt? Fast nichts! Tie hauptsächlichsten, für die Herstellung der notwendigsten Lebensbedürfnisse dienenden Industrien, wie die Textil-, die chemische, die Lederindustrie, die Industrie der Nahrungs- und Genußmittel, der Metallverarbeitung, der Maschinen und Instrumente, der Holz- und Schnitzstoffe; das Handels-, Verkehrs-, Beherbergnngs- und Erquictungs- gewerbe, der gesamte Bergbau und die gesamte Schiffahrt, kurzum, die ganze Volkswirtschaft steht im Zeichen der Elektrizität, teils als Kraft, teils als Lichtspenderin. Ohne sie würde ja unser ganzer moderner wirtschaftlicher Produktionsapparat mit einem Schlag, wie ein Kartenhaus, zusammenfallen.
Fragen wir Volkswirtschaftler der verschiedensten Färbungen, vielleicht mit Ausnahme Adolf-Wagners, der in Steuerfragen von jeher vielfach eine isolierte Stellung einnahm, wie z. B. Brentano, ^-ombart, Naumann oder Cal- wer; sie alle werden mit uns in dem Urteil übereinstimmen, daß eine Steuer auf Elektrizität in ihrer Wirkung nichts mehr und nichts weniger bedeute, als eine Steuer auf die allernotwendigsten Rohprodukte, oder auf Naturerzeugnisse, die wir, wie die Kohle, in unserem wirtschaftlichen Produktionsprozeß nicht entbehren können.
Nachdem seit 10 bis 20 Jahren, teils durch Erhöhung der Zolltarife, teils durch andere politische Agitationen der Agrarier — Fleisch- und Mehlpreise — anhaltend in die Höhe gegangen sind, würde die Elettrizitätssteuer nicht mehr und nicht weniger als eine neue Schraube für die Versteuerung der Lebenshaltung bedeuten. Setzen wir beispielsweise die Engrospreise von Getreide, tierischen Produkten, Mineralien und die von Textilprodukten im Jahre 1898 je aus Die Verhältniszahl 100, so stiegen sie im Jahre (Oktober) 1906 bereits auf 103, 147, 157 und 140. Dazu bedenke man, wie sehr int Laufe der letzten 10 Jahre die Preise der aller nötigsten Bedarfsartikel gestiegen sind. Jede Hausfrau weiß davon ein Lied zu singen, wie sehr ihr Haushaltsetat unter dem Teuerungsdruck leidet und wie wenig der Mann in der La^e ist, ihren berechtigten Mehrforderungen nachzukommen. Manche tägliche Bedarfsartikel sind nicht nur, wie die meisten, um 20 bis 30 Proz., sondern um 40 bis 80 Proz. in die Höhe gegangen. Sind dementsprechend auch die Löhne, insbesondere die Gehälter der Privat-, Staats- und städtischen Beamten proportional gestiegen? Man wird es billig bezweifeln dürfen. Und so ist es also gerade der Mittelstand, der.durch die Folgeerscheinungen einer elektrischen Abgabe schtver getroffen würde, denn die Gehälter der Beamten stiegen höchstens nur um ca. 5 bis 20 Proz.
Zieht man endlich in Betracht, daß bei einer Verteuerung her Rohprodukte und der natürlichen ober künstlichen Kraftquellen (wie der Kohle, Elektrizität und Wasser) durch Steuern und Zölle die Vertenerungsquote der Größe der Entfernung proportioiial ist, die zwischen dem steuerbclaste- ten Objekt und dem endgültig letzten Konsum der hergestellten Ware liegt, so ergibt sich angesichts der landläufigen Praxis von Industrie und Handel, daß die Elektrizitätssteuer geradezu eine schwere Gefahr für unser Volkswohl und damit auch für unsere deutsche Volkswirtschaft bildet.
Tas heißt, im konkreten gesprochen, daß die alltäglichen Erfahrungen in derartigen Steuerproblemen dahin gehen, je weiter entfernt er von seinem Ausgangspunkt liegt. Ist die Gelegenheit zu einer plausiblen Erhöhung der Warenpreise einmal gegeben, so schiebt jeder, und jeder wird geschoben: jeder ist bestrebt, ilvch unverhältnismäßig mehr zu gewinnen, als er durch Steuern und andere Abgaben eventl. verlieren würde. Jeder Zwischenhandel, der sich in den Produktionsprozeß neu einschiebt, verteuert in den allermei|ten Fällen die Ware nicht in mathematischer, sondern nahezu m geometrischer Progression. Tiefe Tatsache ist nicht aus der Welt zu schaffen. Hüten wir uns also vor der Einführung einer Elektrizitätssteuer.
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Nr. 175 Zweites Blatt 158. Jahrgang Dienstag 28. Juli 1908
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General-Anzeiger für Gberheffen
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Zwei Mittelstandr-Aongrefse.
S. u. H. Bremen, 26- Juli.
In der alten Hansestadt Bremen fanden sich heute die Delegierten des Deutschen Zcntralverbandes für Handel und Gewerbe mit den: Sitze in Leipzig, des in diesem inzwischen aufgegangenen Deutschen Bundes für Handel und Gewerbe mit dem Si&c in Berlin und des Verbandes der Rabatt-Sparvereine Deutschlands mit dem Sitze in Bremen zusammen, um in einer Anzahl gemeinschaftlicher und Einzelsitzungen wichtige Angelegenheiten des deuftck-en gewerblichen Mittelstandes zu erörtern. Ter Senat der Freien und Hansestadt Bremen, die Preußische Staatsregierung, die Handelskammer Bremen, die Handelskammer Oldenburg und die deutscki-kvilservative Landtagssraktion haben zu der Tagung, der man in weiten Kreisen des deutschen Mittelstandes mit allgemeinem Interesse entgegensieht, vffizielle Vertreter entsandt. Der Deutsche Zentralverband für Handel und Gewerbe besteht seit nunmehr 20 Jahren. Er frat sich in dieser Zeit unausgesetzt mit Erfolg bemüht, die Interessen ber Kleinhandels- und Gewerbetreibenden allentftftben zu vertreten. ES gefrören ihm 10 Zweig- verbcnrde mit 262 Vereinen und 80 Einzelmitglieder an. Durch seine Vereinigung mit dem Deutschen Bunde für Handel und Gewerbe in Berlin, die auf der vorjährigen Tagung in Kassel beschlossen wurde, hat er sich zu einer Zentralstelle der deutschen Mittelstandsbetvegung ausgebildet, und außerdem sind dadurch die Beziehungen zwischen den norddeutschen uiif, süddeutschen Ver- einiguiigen des kaufmännischen Mittelstandes fester geknüpft worden. Die Hebung von Handel und Gewerbe sowie die Wahrnehmung der berechtigten tvirtschastlichen Interessen der Handels- und Gewerbetreibenden durch Förderung und Verbreitung von Fachkenntnisfen durch Bekämpfung der den selbständigen Mittelstand im Handel und Gewerbe gefährdenden mißbränchlickien Er- sä>einungen der großkapitalistischen Betriebsformen uird der unberechtigten wirtschaftlichen und gewerbetreibenden Kvnsuinenten- genossenschaften, ist seine Aufgabe. Mf seine Veranlassung ist die neue ÄLaß- und Geivichtsordnung beim Reiä)stage und Bundesrat angenommen worden. Neuerdings hat der Verband gegen die AuÄ>ehnung der Sonntagsruhe protestiert. Mit der ablehnenden Haltung des Bundesrats bezüglich des Antrages auf Aen- derung des § 63 des H. G. B. hat sich der Vorstand durchaus einverstanden erklärt. Der Verband wünscht ferner, daß den Wanderlagerbetrieben, den Detailreisen und dein Hausierhandel möglichst enge Schranken gezogen werden und daß die Wanderlager- steuer erhöht werde. Die weiteren Bestrebungen des Verbandes richten sich auf die Frage einer anderweitigen Verwendung der Warenhaussteuer durch fcie Gemeinden und eine Abänderung des Genossenschaftsgesetzes. Was seine innere Organisation anlangt, so wird er ftch aiusdrücklich mit der Schafsung einer Sterbekasse für die Mitglieder zu beschäftigen l-aben, für die nacfr mehrjähriger Tätigkeit die Vorberatungen abgeschlossen sind, so daß die 45 Paragraphen umfassenden Satzungen der Hauptversam^nlung vorgelegt werden können. Der Verband der Rabatt-Sparvereine Deutschlands, der zur gleichen Zeit seinen 7. Verbandstag ab» Istilt, umfaßt zurzeit 262 Vereine mit 50 423 Mitgliedern. Er stellt sich somit ebenfalls als eine Hauptorganisation des deutschen Detailhanoels dar. Tie Verhandlungen wurden am heutigen Sonntag eingeleitet durch eine Sitzung der Kämmifsion zur Vorberatung von Abwehrmaßregeln gegen die wirtschaftlichen Widersacher der Rabatt-Sparvereine und die Stellung dieser Vereine zum Verbände der Fabrikanten von Markenartikeln. Bekanntlich habest sich neuerdings die Fabrikanten von Markenartiveln: Sekt, Schokolade, Uhren, Schuhwaren usw. zu einem Verbände zn- sammengeschlosfen, um der Preisschleuderei beim Absatz ihrer Waren entgegenzntreten. Der Verband der Rabatt-Sparvereine hat sich nun an den Verband der Fabrikanten von Markenartikeln gewandt, um eine Gleichmäßigkeit in der Behandlung dieser Frage zu erzielen, welche einzelne Fabrikanten int Geschäftsverkehr mit Konsumvereinen und Detaillisten außer acht lassen. In Eisenach haben bereits Vorbesprechungen hierüber ftattgesunden, deren Ergebnis in der heutigen Kommissionssitzung bekannt gegeben wurde. Die gefaßten Besäüüsse werden in der morgigen Hauptversammlung zur Genehmigung unterbreitet werden. Tasselbe wird der Fall sein bei der Frage der Schafsung von Abivehrmaßregeln gegen die wirtschaftlichen Widersacher des Verbandes. Es handelt sich dabei darum, die Mitglieder der Rabatt-Sparvereine vertraglich zu verpflichten, nur bei solchen Lieferanten zu faufen, die an Konsumvereine, Warenhäuser usw. nicht liefern. Nachdem in Hildesheim in einigen Fällen Erfolge erzielt ivorden find, erscheint es möglich, eine gemeinsame Abwehr mit Erfolg in die Wege zu leiten. Darüber wird die Hauptversammlung das nähere zu beschließen haben. Ter von dem Vorsitzenden des Verbandes Nicolaus (Bremen) und dem Generalsekretär Beythin (Hannover) Oorgelegte Geschäftsbericht hebt hervor, daß die Zunahme des Mitgliederbestaitdes gegen das Vorjahr 8680 betrug. Die Tätigkeit des Verbarrdes hat im vergangenen Jahre verstärkte Unterstützung und Anerkennung besonders auch von Regierungsbehörden, Handels- und Handwerkskammern gefunden. Ein Beweis dafür ist die Stellungnahme des Reichsamts des Innern 511 den Bestrebungen, gelegentlich der Aenderung des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes ein Verbot jeglidjer Rabatt- gabe zu erzielen. In den Erläuterungen zu der Novelle Heist es bezüglich dieser unsack/lichen Vorschläge: Tie Geivährung von Rabatt an den Käuser entspricht uralten Geschäftsgewohnheiten und liegt namentlich dann, wenn es sich um die Gewährung von Vorteilen für geleistete Barzahlung handelt, im Interesse des Handetsgewerbes wie im Publikum. Die Auflage des Verbandsorgans ist auf 42 000 Stück gestiegen. Ter Generalsekretär sprach in 23 Versammlungen und die Werbetätigkeit erstreckte ftch vor allem darauf, die Behörden, Handels- und Handwerkskammern dauernd mit Material über die Bewegung auf dem Lausenden zu erhalten. Der Hebung gemeinschaftlichen Einkaufes durch Sck;affung von Einkaussvereinen in den einzelnen Branchen widmete der Verein auch m diesem Jahre sein lebhaftestes Interesse. Tie Haltung der deutschen Handelskammern dem gemeinnützigen RabattsparvereinÄvesen gegenüber ist mehr und mehr eine sympathische geworden. Auch haben sich bie Angriffe vermindert, die früher aus einzelnen Tetailftsden-Vereinen, Handels- schutz-Vereinigungen usw. gegen das Rabattsparvcreinswesen zutage traten. Tie Znrückdrängung der wilden, bczw. Erwerbsrabattgesellschaften blieb nach wie vor eine unserer Hauptaufgaben. llebcrall wo die Rabattsparvereine zu wirken beginnen, ist sür jene gewinnsüchtigen Unternehmungen kein Feld mehr. Die Bekämpfung der Konsumvereine frat es mit sich gebracht, daß es wiederholt zu scharfen Zusammenstößen mit der hinter ihnen schhenden Sozialdenwkratie kam. Tie Rabattsparvereine sind rem wirtschaftliche Vereinigungen, während keine so nachdrücklich betonte Neutralitätserklärung an der Tatsache des innigen Zusammenhanges zwischen der übergroßen Mehrheit der Konsumvereine und der Sozialdemokratie etioas ändern werde. Gegen die Amerikanisierung des deutsck;en Petroleumhandels suchte die Verbandsleitung durch Unterstützung des österreich-ungarischen Petroleums Stellung zu nehmen. Dem internationalen Verbände zum Studium der Verhältnisse des Mittelstandes ist der Verband korporativ beigetreten.
üerbanöstag der Zollbeamten Deutschlands.
S. u. Stettin, 26. Juli.
Gestern tagte hier der Reichsoerbandstag der deutschen Zollaufseher, Assistenten und Sekretäre. Der Verband zählt 13


