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®te ^«iehener $amtltenblätterw werden dem ^ütgciger* viermal wöchentlich beigelegt, das ^Lreirblav fflr den Kreis Gießen" zweimal «öchenttrch Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
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billige Stickshoffherstellung muß daher die nächste Aufgabe sein. — Auch dieser Vortrag fand lebhaften Beifall. — Stir» nach liy3 Ufa schloß der Vorsitzende die Sitzung.
Gietzenev Aonzertvevern.
VII i.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^6L Redaktion:^^I12. Tel.-AdruAnzeigerGleßen.
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emge test und auf eine gute Beschickung M rechnen ist. Leider Steigerung des Ertrages und des Gewinnes. Hohe Erträge unb bat es sich nicht eriiDglrchm lasten, eine Bahnverbindung nach hohe Gewinne sind aber nicht möglich, oljnc reichste Stickstoff- bu-nr am Neaar hingestceckten Ausstellungsplatz zu erhalten, da I ernährung. Diese ist aber nicht möglich ohne hohe Kosten Die
bic in Betracht fommenbe Firma einen Zuschuß von 7—10 000 M. verlangte. Es hat sich aber eine Auto Mobilfabrik gefunden, die mei Autobusse verkehren lassen will. — Lieber die Aussichten dar Woll,chafhaltung referierte Rittergutsbesitzer Geheimer Oetoiw- ntacrat Steiger-Dresden. Das Wollschaf, in der Hauptsache zu der Meriiwrasse gehörend, kam Ende des 18. Jahrhunderts nach Preußen. Im Jahre 1864 hatten wir 30 Millionen Sck>afe, haupt- sächllch Merinos. In der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts verminderte sich die Schafhaltung immer mehr und 1004 ergab bte Zählung nur noch 7,9 Millionen, wobei der größte Teil reine Merinos war. Tie Ursache liegt darin, daß viele Besitzer durch das Fallen der Wollpreise sich veranlaßt sahen, die Schafhaltung herabzusetzen, statt durch die Fleischverwertung die Zucht rationell zu gestalten. Es sei aber zu hoffen, daß die Schafzucht wieder zu ihrem Recht kommen werde, denn die besseren und haltbaren Kleidungsstücke und Hüte erfordern die Merinowolle. Die alten Glanztage werden allerdings nicht wtederkehren, dazu haben stch die wirtschaftlichen Verhältnisse zu sehr verschoben.
Zum Schlüsse bezeichnete der Referent die Zukunft der Merino- Schafzucht nicht als ungünstig, da das Merino-Schaf sich eben- saUs für die Fleischverwettung eignet wie jebe andere Schafraffe, wenn eine entsprechende Fütterung und Pflege erfolgt. — Die Veriamnilung zollte den Ausfüh-xungen lebhaften Beifall. — Anttäge nrurben nicht gestellt. Um -1 Uhr erfolgte Schluß der Sitzung, an die sich em Festessen für die Ausschußmitglieder aistchloß.
Zweiter Orchesterabend.
13. Februar b. I. waren es 25 Jahre her, seit mO)arb Wagner nicht mehr unter den Lebenden weilt, meinem Gedächtnisse war der gestrige Orchester-Wend m • Konzertvereins gewidmet Der Streit um Wagner । lan_9ft verstummt, und in der heutigen gebildeten Welt fiibt es wohl keinen Menschen mehr, dem die Werke des Sn Bayreuther Meisters, vom Rienzi bis zum Parsifal, fr'?n6 toären- Ziemlich unbekannt, und nicht nur dem r 5, Publikum, sind jedoch bis heute noch die ersten JI'^oj’Tun9en Wagners, die uns sein Werden zeigen. Der f Uier-Komponist erinnerte sich in seiner späteren uS 1a gern jener Erstlinge seiner Künst, die ihn 6anz im Banne seiner großen Lehrmeister zeigen. enE 8U bcr ^eit, als der „Rienzi" und der „Tannhäuser" fiiK m luu^t€ man f° gut wie nichts mehr von diesen l -öeriudjen des jungen Komponisten. Man sah in ihm nrfrf wt ful^nen Neuerer, der sich um das 5^erkömmliche näiS und der wohl nicht einmal ordentliche Kennt-
"i Vorgänger habe. Man sprach ihm sogar die
her » ßCn ^utnisse in der Tonsetzlehre ab. 9ioch nach Ausführung des Tannhäusers im Jahre 1845 J^neb Robert Schumann an Mendelssohn: „Da hat Wägner UM D^lne neue Oper fertig — gewiß ein geistreicher Kerl ch D^br Einfälle und keck über die Maßen — aber er -innnK nicht vier Takte schön, kaum gut hinter-
Vr-m ■ ^äschreibeu und denken. Eben an der reinen clft ^cr vierstimmigen Choralgeschicklichkeit — da ^uen allen." So urteilte man damals allgemein Hc k2r$ner' und das Urteil Schumanns kam: wohl noch - maß vollste gelten. Boin großen Publikum und
erfip wurde Magner in einer Weise herunter-
ii-T n ^nit Injurien überhäuft, daß man heute
as-nm? mit Beschämung daran denken kann. Und doch ieFipn - a?nc-r' die Technik seiner Kunst anlangt, min- soviel gelernt, wie seine Kritiker und Feinde. S Heyse' er seinerzeit sehr sorgfältige Studien turi Oebrete der Ton,atzlehre gemacht hat. Daß er Sc, herivmmlicher Weise zu komponieren verstanden,
1TC 3^vhen Meister der Tonkunst sehr genau iiSe a,|cn unä seine ersten zwnlpositionsver-
toeSe ^^unen. Zu diesen'Werken gehören eine Üre in D-Moll^Äbuschlag in B-Dur, eine Konzertouver- - ™ und ciusju C-JUL, LM.SLMexvMe
Hauptversammlung der deutschen LandwirtfchaftSgesellschaft.
Zur Architektenhause fand heute die 58. Hauptversarnmlnng b.r Aei-tid^n Landwirtschastsgesellschaft statt. Reichstagsabgeordneter Georg Prinzzu Schoe n a i ch-C a r o l a t H-Saabor berichtete .über „Reinblut der Land es Pferde zücht". Der Referent stellte folgende Leitsätze auf: 1. Was ist Landespferdezucht ! Lantespferdezucht im engeren Sinne ist eine a) über einen größeren Landstrich gleichmäßig verbreitete, b) auf dessen eigenste Anfzuchtvcrhältnisse ausgebaute, c) gleichartig entwickelte, d) den örtlichen Bedürfnissen vollauf Rechnung tragende Pferdezucht. 2. Was ist Reinblut? Neinblut hat ein Tier, für welches der Nachweis erbracht ist, daß es von gleichartig beschaffenen, zielbewußt gepaarten Vorfahren durch eine so lange Reihe von Generationen abstamwt, (daß die Folgerung berechtigt ist, in ihm seien: a für Gebrauchszwecke diejenigen bekannten Eigenschaften, welche der betreffenden Zucht in hervorragendem Maße innewohnen, b) für Zuchtz-wecke: eine hohe Fähigkeit, diese Eigenschaften sicher zu vererben, — zu finden. — Der Referent erörterte zunächst den Begriff Landespferdezucht; Man müsse unterscheiden zwischen Lan- despferdezucht im) weiteren und im engeren Sinne. Man tonne allgemein sprechen von einer guten Landespferdezucht in Frankreich, in Ungarn usw. Landespferdezucht im engeren Sinne bedeute dagegen etwas anderes und basiere auf den verschiedenen Eigentümlichkeiten der einzelnen Landesteile und bereit Bedürfnisse. Ter Redner gibt dann einen Rückblick auf die Entwicklungsgeschichte der Pferdezucht in Oldenburg, Ostpreußen usw. Ter bekannte Pferdezüchter Stöckel habe sich s. Z. einer Definition über den Begriff reinblütiger Pferdezucht enthalten, er (Redner) habe ,ich aber entschlossen, die Frage an den aufgestellten Leitsätzen zu beanttoötieen. Unter Hinweis auf die Erfolge der Landespferdezucht in Oldenburg, Ostfriesland, Schleswig-Holstein, Hannover und Ostpreußen kommt der Referent zu dem Schluß, daß wir uM die Zukunft der deutschen 'Landespferdezucht nicht 3u verzagen brauchen. Das Zusammengehen der Negierung mit den bett. Zuchtvereinen und die Mitarbeit erfolgreicher Einzel- Mchter läßt erhoffen, daß wir bald in der Lage sein werden, der Not in der deutschen Pferdezucht ein Ende zu machen. (Lebhafter Beifall.) Eine Besprechung wird nicht gewünscht und die aufgestellten Leitsätze werden gutgeheißen. — .Hierauf referierte Geh. Hofrat Prof. Tr. Wagner- Darmstadt über das Thema: Tie Düngungslehre im Licht der Arbeiten der Deutschen Landwirtschastsgesellschaft. Ter Referent gibt einen Rückblick auf die ungemein sorgsamen u. vielseitigen Arbeiten der Versuchsstationen der Deutstl-en Landwirschastsgesellschaft, durch deren Veröffentlichungen tatsächlich ein praktischer Führer znm Ziele einer maßgebenden Düngung gegeben sei, wenigstens zur sicheren Grundlage für eine Entsä-eitemg der Dünger frage je nach der Boden- beschaffenheit, -ter Art der eigenen Pflanzen usw. unb zwar zur
B-Dur, eine Polonaise für Klavier zu vier Händen und anderes mehr.
Noch charakteristischer als diese Kompositionen sind aber die soeben zum ersten Male veröffentlichten Partituren von vier Ouvertüren Wagners aus den Jayren 1832 bis 1836: „König Enzio", „Polonia", „Christoph Columbus" und „Rule Brilanni a". Die beiden zuletzt genannten Ouvertüren wurden gestern unter Leitung des Herrn Prof. G. Traut mann vom verstärkten Symphonie-Orchester des Zoologischen Gartens in Frankfurt a. M. in formvollendeter Weise gespielt. Die Ouvertüre zu Apels Schauspiel „Christoph Columbus", die seinerzeit unter Wagners Leitung in Magdeburg, Riga, Paris und Leipzig aufgesührt worden ist, verrät deutlich den Einfluß Beethovens. An musikalischen Schönheiten ist sie sehr reich. Langgezogene Akkorde der Blasinstrumente wechseln hier mit wogenden Figuren der Streichinstrumente ab. Dann lassen Die Trompeten das Hauptthema erklingen, und ein Auf- und Abwogen auf dem Es-Dur-Dreiklang, erinnert den Hörer entfernt an das Rheingold. Endlich geben die Streichinstrumente das sehnsuchtsvolle Gesaugthema der Ouvertüre an. Holzbläser, Trompeten und Posaunen bilden dann den jubelnden Schluß.
Die Ouvertüre Rule Britannia, die an Bedeutung und innerem Werte wohl der Ouvertüre zu Christoph Columbus bedeutend nachsteht, verrät den Einfluß Webers. Sie ist 1836 in Königsberg komponiert und dort, sowie auch in Riga, von Wagner selbst aufgeführt worden. Sie stellt gewissermaßen eine Paraphrase des bekannten altenglischen Nationalliedes dar.
Während die eben erwähnten Werke Wagners int Grunde genommen doch nur historisches Interesse beanspruchen tonnen, bot die Kunst von Wilhe lm Back haus, der Kompositionen von Tschaikowski), Liszt und C^pin spielte, unendlich viel mehr, lieber seine glanzende Technik und seinen wunderbaren Vortrag, die ja auch dem Gießener Konzertpublikum schon von früher her bekannt sind, läßt sich wohl kaum iwä) etwas neues sagen. 'Vor dieser Kunst, die uns das Höchste und Schönste der Aiusik in so hehrer Weise zu offenbaren vermag, rpuß alles Kritisieren und Bekritteln verstummen. Hier können wir uns rückhaltlos dem reinsten Genüsse der einzelnen Tonschöpsungcn hingeben und uns in die EmPfnwnnLswelt dds Komponisten hineinleüen.
Was man, an Backhaus so hoch schätzen muß und was WM Mr niM-genug ruMM tann, ist^daß, er jetn gcm^s.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 24. Februar 1908.
Aus dem städtischen Verwaltungsbericht für 1906.
XI.
Die Zahl ter Beerdigungen betrug 434 gegen 419 iiri Erfahr, die Zahl der Ausgrabungen und Umlegungen 3 gegen 2. 19 (15) Erbbegräbnisstätten wurden abgegeben, ferner 15 (13) Einlassungsgräber. Die Zahl ter Grabstätten, deren dauernde Unterhaltung von ter Stadt beschlossen wurde, ist von 125 auf 148 Gesamtkosten des Friedhsts am Rodberg betragen 311 603,lo M., von denen 16 620 M. abgeschrieben sind.
Anträge auf Versicherungen von Gebäuden in der Lantesbwandverjicherungsanstalt wurden 183 (187) gestellt. Brand- wurden 19 (25) gemeldet, darunter 18 Zimmerbrändc. Ter grogte Brand verup achte einen Schaden ton nur 260 M. Tie Zahl der Landesbrandkass- versicherten Gebäude betrug 2282 qi n 530 j M. Bra ndv ers icher ung s ka vital,
,0 519 310 (68 020 850) M. Umlagen, 42 311,59 (47 614,74) M. ^andvenicherungsbc^ttägen und 1290 (14 369) M. Brandent- schategungeTr. Die der Stadt vom. Staat zu leistende Vergütung Tire Löfcheinrichtungen betrug 13 160 M.
T-er Feuersck-utz wurde ausgeübt durch die Gießener freiwiNige Fcue«vehr mit 186 Mann, ter freite. Gail'schen Wehr mit 98 Mann und der Pflichtfeuerwehr mit 120 Mann. Tie Wehren ivnrten bet drei Bränden alarmiert.
. ^,^^,^ndt i sche Archiv wurde in das Seitengebäude der t früher Weberichen Besitzung verlegt. Stadto. Tr. Ebel hat vom l.Wpfcd )907 ab auf die für, bic Führung der Geschäfte itenj früher zugebilligte Vergütung von 500 M. verzichtet
liädtische Elektrizitätswerk erzeugte 778839 (to4812) Kilowattstunten Strom, es entstand ein Verlust von 180o,3,6 (13178,,2) Stunden. S.rom abgegeben wurde für Ll^^^Eung 129 566 (106 576), für Kraftzwecke 93 943 (80121), an die Eiseilbahn 351823 (316 968), für Straßenbeleuchtung 3621 (3713), für Selbstverbrauch 19 311 (15 64-1), zusammen 595 26o,4 (523 024,8) Kilowattstunten. Hausanschlüsse teuren 502 (441), Abnebmer 554 (480) Vorhäuten. Angeschlossen waren 12133 (9989) Güihlampen, 169 (122) Bogenlampen, 233
23 l20) Apparate in der Stadt, 1297 (846) Glühlampen, 1,0 (154) Bogenlampen unb 24 (6) Motoren im ^J^tej^bict Tas Leitungsnetz war antl Schluß des Jahres 118 422,9o Meter lang und ,7 210 Kilvgrai.rm schwer. Für die Erzeugung ter Elektrizität wurden 281 330 Kilogramm Anthrazit 2? Ä?J611'?6 91104 Kilogramm Gaskoks im Wert
ton 2192,87 M verbraucht. Tie Einnahmen tes Werkes betrugen für ten Betrieb 177 997,12 unb-für das Vermögen 26 755,62, zusammen 204 ,o3,34 M., bic Ausgaben 177 537,73 M. für den betrieb unb 26755,62 M. fstv das Vermögen. Die Betriebs- ergcbncife ^Werces gestattete sich so günstig, daß anstelle der vorgesehenen 36 780 M. 68189,92 M. für die Tilgung tiertoenoet teerben konnten. ,
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• # Tageskalender für Montag den 23. Febr.: Hessische Vereinigung für Völkerkunde: Vortrag des Pfarrers Ko re ll-Königstädten „Aus dem Gerauer Land" im CafH Ebel, Anfang 8 Uhr.
* * Land esuniv ersität. S. K. H. der GroßHerzog haben den Privatdozenlen Dr. Franz <5 o et beer in Gießen zum außerordentlichen Professor bei der medizinischen Fakultät der Landesuniversität ernannt.
* * Vom Großherzoglichen Hofe. Prinz Ludwig von Battenberg trat n. d. Darmst. Ztg. am Samstag bie Rückreise nach Malta an.
Verwendung von jüngeren Juristen im Kaiserl. Statistischen Amt. Es besteht die Absicht,
Können so ganz in den Dienst des Komponisten stellt, den er spielt. Das zeigte sich schon in Tschaikowskys Konzert in B-Moll (op. 23) für Pianoforte. Diskreter hat stch wohl selten ein Pianist dem Orchester gegenüber verhalten, als Backhaus. Es war ein förmliches Aufgehen in seiner Aufgabe, es war, als wenn dieser Meister des Klaviers nichts ängstlicher vermeiden wollte, als sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Und trotzdem: dieser unend- Uch weiche Anschlag, dieser Schmelz im Ton, dieses innige Empfinden, dieser Ausdruck im Spiel, sie nehmen den Hörer gefangen und machen ihm die häufig überraschende Eigene art des russischen Tonschöpfers erst recht verständlich. Die Orchesterbegleitung paßte sich dem Spiel von Backhaus in ausgezeichneter Weise an. Welche Kraft und geradezu schwindelerregende Technik Backhaus zu entwickeln imstande ist, das zeigte sich namentlich im dritten Satze des Tschaikowskv- schen Konzerts, im Allegro con fuoco.
Die höchsten Triumphe feierte die Kunst dieses bewundernswerten Meisters des Klaviers gestern abend in den Chopmschen Stücken. Wir Deutschen gelten im allgemeinen auch heute noch als schwerfällig, man stellt uns als die Antipoden der eleganten Franzosen und der graziösen und temperamentvollen Polen hin. Aber, dieses Feuer, dieses Temperament, diese Eleganz und Grazie des Spiels von Backhaus erinnert in keiner Weise an den Ur- und Erbfehler, den man uns nachsagt. Oder sollte Backhaus auch hierin nur eine Ausnahme unter uns Deutschen bilden?
Das Publikum dankte dem Künstler duhch jubelnden Beifall. Gleich nach seiner ersten Kvnzertnummer wurde ihm ein prachtvoller Lorbeerkranz überreicht. Schon vor dem Konzerte war Herrn Backhaus die freudige Mitteiluna geworden, daß S. K H. öer Großherzog ihm das Ritterkreuz 1. KlassedesVerdien st ordensPhi- lippsdesGroßmü Ligen verliehen habe. Auch dem verdienstvollen Leiter des Konzerts, Herrn Professor Traut- man n, juurbe freudiger Applaus, in den sich laute Bravo- zuteil. Nach der Aufführung der Ouvertüre äU-^?rtK0|)I)<n^Iurnbu^ luuri?e ")m ein Lorbeerkranz über- hiermit nur einen geringen Teil ber Dankesschuld für das viele Schöne ab, das Herr Prof, ^rautuitinn auch in diesem Lwnzert geboten hat. Die Aus- fu^ung des L^ztschen ,,-uijfo" unter seiner Leitung war von außerordentlicher musikalischer Wirkung. - Herr Backhaus ^rClt ?wr im Programm geuaiinten Stücken von
EtzytzU LdL LM Zugabe. y.-
Die große Landwittschastswoche.
S. u. H. Berlin, 21. Februar 1908. Hauptversammlung des Vereins der deutschen Kartoffeltrockner.
Tie verschietenen Tagungen ber Hauptversani-rnlung ber beut» scheu Landwirtschaflsgesellschajt würben hucke fortgesetzt. Besonderem Interesse begegnete dabei bie Hauptversammlung bes Benins deutscher Kattoffelttockner.
Nach Eröfsnmig tete Sitzung durch den Vorsitzenden Schulz- Senbten, berichtete zunächst T-r. W. Behvend-Berlin über die Entwicklung ter Karteffcltrocknungs-Inbuftrie. — Die Kartosfel- trocknungs-Jnduftrie hat ihrerc Ursprung in einem Preisausschreiben, das der Verein der Spiritusfabrikanten in Teutsch- land gemeinsam mit anderen landwirtschaftlichen Bereinigungen und mit Unterstützung der Reichs- und Staatsregierungen erlassen hatte, mn eine bessere Ausnutzung eines so wichtigen Lebensmittels, wie es die Kartoffel barstellt, herbeizuführen. Verfaulen doch in Deutschland alljährlich 40—50 Millionen Doppelzentner Kartoffeln wahrend ihrer Lagerung, eine Folge ber ständig wachsenden Ueberpvoduktion der Kartoffeln. Dieser Uebelstand legte e§ den landwirtschaftlichen Kreisen — zumal, da bie Kartoffelernten ber letzten beiden Jahre wilder sehr gwß waren, nahe, Mittel und Wege zu finden, um diese Verluste der Landwirtschaft zu ersparen und eine rationelle Verwendung des Kärtoffelüberschusses herbeizuführen. Tie Möglichkeiten nun, die überschüssige Produktion volkstoirtschastlich nützlich zu verwerten, sind lehr gering. Von. unserer jährlichen! Kartoffelernte von ungefähr 430 Millionen Doppelzentner werden 51 Millionen zur Saat, etwa 120 Millionen als Speisekartoffeln und 175 Millionen für Futtevzwecke verwendet, ©ine Steigerung des Verbrauchs von Speisekartoffeln ist erfahrungsgemäß nicht tn nennenswertem Umfange zu erreichen, sie ist auch nicht einmal tin günstiges Zeichen, die sie meist eine Verschlechterung in der Lebenshaltimg der Bevölkerung bedeutet. 25 weitere Millionen toctiben in der Spiritusbrennerei verwertet, endlich 14 Mill, m der Stärkeindustrie. Aber auch diese beiden Industriezweige sverben nicht in der Lage sein, die zu erwartenden gewaltigen -Emteüberschüsse aufzunehmen. Tie einzige YRöglichkeit für die <k|unbung des Karteffelbaues und der Kartoffeln verarbeitenden bewerbe wird in der Karteffelttocknung gesehen, ber man in land- ^ttschaftlich-industriellen Kreisen einen bebeutenben volkswirtschaftlichen Wett beimißt. Ter „Verein der Spir itusfa.br i- lanten" entfalte eine lebhafte Agitation unter ten Lanbwirten fir die Errichtung ton KärteffettrocknungSanlagen. Tie große ^ebeuhing dieser Tatsache liegt darin, daß bie leicht verderblichen Kartoffeln in eine Dauerware verwandelt werden. Wenn diese ^nbultrie sich weiter entwickelt, wirb sich insbesondere die Schweinehaltung und Fütterung wesentlich günstiger gestalten als blshett sodaß ein erheblicher Einfluß auf bic Fleischversorgung Deutschlands mit im Inland gemästeten Vieh zu erwarten ist. — 5-oof. Tr. Parvw berichtete über die Erfahrungen mit den verschiedenen Twcknungssmteuwn unb über bie Versittterung von Trockenkattoffeln. Er wies namentlich aus die wissenschaftlichen «Arbeiten von Prof. Dr. Schneider hin, ber ursprünglich ben olocken als Futtermittel den Vorzug gab, in seinen neueren Ar- Laten jedoch bie Gleichwertigkeit bes Schnitzels anerkennt, ferner cuf bie bereits erfolgten unb noch zu erwartenden Arbeitest (behemtrat Kellners.
Gefamtausschußsihuug.
2er Gesamtausschuß ter deutschen Landwirtschastsgescllschaft lait heute nachmittag im Architekteilhause zu seiner 86. Sitzung ?mmmeu. In Behinderung des ersten Präsidenten Herzog Alb- M von Württemberg eröffnete Vizepräsitertt Graf Nantzau- «l5S. d;e Sitzung. Der Vorsitzende des Vorstandes ber Deutschen -andwirtichastsgesellschaft Ritterschastsrat Freyer überreichte hier- .ldl-Tenkmünze an folgende Herren: Rittergutsbesitzer zu e^b’. Dr. Graf Görtz-Weisberg, Amtsrat Schmibt- ^ijnc, Gutsbesj^er Rusch-Kleinenglis, Oetoiwmierat Tr. Bannert- ^rappiy Prof, Tr. Fruhwirth-Wien, Rittergutsbesitzer Freise- *'■ er rittcr^ut§pädbtei- Reinharbt-Althaus Leitzkau, Amtsrat ^lne-ktoster Hadmersleben unb an bic Zuckerfabrik Rabe - nuil-n-r .f°^tcn einige geschäftliche Mitteilungen, sowie der ^iMstsvericht tes Vorstandes. Sodann wurden einige Abänbe- emgen ber Grunbregeln der Baustelle und Saatstelle gutge-
17- ‘“her die Ausstellung, die in diesem Jahre in Statt- : itottfintet, berichtete ber Geschäftsführer, daß bie Anmelde- . । n|t noch nicht abgclaufen, die Anmelbungen aber regelmäßig :
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Nr. 48 Drittes Blatt 158. Jahrgang Montag 24. Februar 1808
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